(19)
(11) EP 3 505 701 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.07.2019  Patentblatt  2019/27

(21) Anmeldenummer: 18213072.4

(22) Anmeldetag:  17.12.2018
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04D 3/08(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30) Priorität: 29.12.2017 DE 102017223880
29.12.2017 DE 202017006664 U

(71) Anmelder: Kneer, Ingo
88521 Ertingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Kneer, Ingo
    88521 Ertingen (DE)

(74) Vertreter: Isarpatent 
Patent- und Rechtsanwälte Behnisch Barth Charles Hassa Peckmann & Partner mbB Friedrichstrasse 31
80801 München
80801 München (DE)

   


(54) ÜBERDACHUNGSVORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINER ÜBERDACHUNGSVORRICHTUNG


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft eine Überdachungsvorrichtung, insbesondere Terrassenüberdachung, mit: einem Längsträgerprofil, welches zur Lagerung eines Sparrenhalters ausgebildet ist und einen Lagerprofilabschnitt aufweist; einem Sparrenhalter zur Halterung eines Sparrens an dem Längsträgerprofil , wobei der Sparrenhalter einen zu dem Lagerprofilabschnitt korrespondierenden Umgreifabschnitt aufweist, der zur formschlüssigen Lagerung an dem Lagerprofilabschnitt ausgebildet ist, wobei das Längsträgerprofil in Längsrichtung lokal begrenzt einen Einführabschnitt aufweist, an welchem der Lagerprofilabschnitt derart ausgenommen ist, dass er zur Montage in den Umgreifabschnitt des Sparrenhalters einführbar ist, wobei der Umgreifabschnitt an dem Lagerprofilabschnitt längsverschieblich ausgebildet ist und durch Längsverschiebung ein Formschluss zwischen dem Umgreifabschnitt und dem Lagerprofilabschnitt herstellbar ist, und wobei an dem Umgreifabschnitt des Sparrenhalters ein Rastmittel und an dem Lagerprofilabschnitt des Längsträgerprofils ein in Längsrichtung versetzt zu dem Einführabschnitt angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel vorgesehen ist, welche durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts an dem Lagerprofilabschnitt miteinander in Eingriff bringbar ausgebildet sind. Die vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Überdachungsvorrichtung.




Beschreibung

GEBIET DER ERFINDUNG



[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Überdachungsvorrichtung sowie ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Überdachungsvorrichtung.

TECHNISCHER HINTERGRUND



[0002] Überdachungen werden für unterschiedlichste Anwendungen eingesetzt. Eine häufig anzutreffende Art von Überdachungen stellen sogenannte Terrassenüberdachungen dar.

[0003] Obwohl die vorliegende Erfindung und die ihr zugrunde liegende Problematik im Folgenden anhand einer Terrassenüberdachung beschrieben werden, sind sie darauf nicht begrenzt sondern auf vielfältige Arten von Überdachungsvorrichtungen übertragbar.

[0004] Terrassenüberdachungen weisen oftmals ein als Wandanschlussprofil ausgebildetes Längsträgerprofil auf, welches mit Befestigungsmitteln, beispielsweise Bolzen, an einer Wand verankert wird. Aufgrund baulicher oder lokaler Gegebenheiten kann eine Montagehöhe eines derartigen Wandanschlussprofils variieren. An einer von der Wand abgewandten Seite wird die Terrassenüberdachung in der Regel mit einer von Pfosten abgestützten Pfette gelagert. Bei all diesen Komponenten handelt es sich in der Regel um vorgefertigte Teile, welche in Normgrößen vorproduziert werden. Es ist somit wünschenswert, bei der Montage einen Anstellwinkel der Sparren, welcher sich aus der Montagehöhe des Wandanschlussprofils und der Höhe der Pfosten ergibt, variieren zu können, um auf einfache Weise auf bauliche oder örtliche Gegebenheiten reagieren zu können.

[0005] Bei einer Variierbarkeit des Anstellwinkels der Sparren ergibt sich auch die Notwendigkeit der Variierbarkeit des Anstellwinkels der Dachpaneele oder Ausfachungen, welche üblicherweise an den Sparren gelagert sind.

[0006] Die Druckschrift US 4,998,389A beschreibt ein Dachsystem, welches mit einem Wandanschluss vorgesehen ist. An einem Wandanschlussprofil sind dazu Wandanschlussbeschläge vorgesehen, welche eine kreiszylinderförmige Ausnehmung aufweisen. Ein Sparrenhalter weist einen dazu korrespondierenden Sparrenhalterbeschlag auf, welcher einen in der Ausnehmung aufnehmbaren Kreiszylinder aufweist. Ferner weist der Sparrenhalterbeschlag einen Verschlussflansch auf. Auf diese Weise ist der Sparrenhalterbeschlag in einer waagrechten Stellung an dem Wandanschlussbeschlag ein- und aushängbar. Wird der ein Sparrenhalterbeschlag in eine Winkelanstellung verschwenkt, untergreift der Verschlussflansch den Wandanschlussbeschlag, sodass der Sparrenhalter darin gesichert ist. Ein Dachpanel liegt hier auf den Sparren auf. Zur Abdichtung ist an dem Wandanschlussprofil ein separater Steg vorgesehen, an welchem eine an dem Dachpanel anstehende Dichtung vorgesehen ist.

[0007] Nachteilig ist man bei der Montage mit einem derartigen System nicht völlig frei in der Wahl des Anstellwinkels der Sparren, da eine Mindestneigung notwendig ist, um eine Sicherung durch den Verschlussflansch zu gewährleisten. Ferner muss hier der Steg bzw. die Dichtung zur Abdichtung des Dachpanels auf den gewünschten Anstellwinkel ausgelegt bzw. bei der Montage daran angepasst werden.

[0008] Der Anmelder hat hierzu eine in der DE 20 2016 005 196 U1 beschriebene Lösung bereitgestellt, welche am Längsträgerprofil einer Überdachungsvorrichtung in Längsrichtung lokal begrenzt einen Einführabschnitt vorsieht, an welchem ein zur Aufnahme eines Sparrenhalters ausgebildeter Lagerprofilabschnitt derart ausgenommen ist, dass er zur Montage in einen Umgreifabschnitt des Sparrenhalters einführbar ist. Auf diese Weise lässt sich ein Formschluss zwischen Längsträgerprofil und Sparrenhalter durch Längsverschiebung herstellen.

[0009] Bei der Montage von Terrassenüberdachungen wird ein Längsmaß, mit welchem Sparrenhalter benachbarter Sparren voneinander beabstandet werden, durch die Breite der Ausfachung, beispielsweise im Falle von Glas durch die Breite der Glasscheiben, bestimmt. Dieses Maß wird üblicherweise mit einem Wärmedehnungsspiel versehen und die Sparrenhalter entsprechend in Längsrichtung positioniert. Die Sparren werden dann nacheinander schrittweise montiert und die Ausfachung darin eingemessen und eingesetzt. Bei diesem Prozess addieren sich also nachteilig die Fertigungs- und Einmesstoleranzen entlang der Überdachung. Entsprechend muss das Maß einer letzten Ausfachung, welche bei der Montage als letztes eingesetzt wird, auf die übrig gebliebene Länge des Längsträgerprofils angepasst werden. Beispielsweise kann die letzte Ausfachung, insbesondere im Falle von Glas die letzte Glasscheibe und eine die Scheibe befestigende Glasleiste, zu kurz sein, wenn zuvor zu wenig Dehnungsluft gelassen wurde. In diesem Fall müssten Überbrückungsstücke eingesetzt oder neue Teile angefertigt werden. Andernfalls kann die Ausfachung, insbesondere eine Glasleiste oder ggfs. auch die letzte Scheibe, zu breit sein, wenn zu viel Dehnungsluft gelassen wurde.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG



[0010] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Überdachungsvorrichtung und ein Verfahren zu deren Herstellung anzugeben.

[0011] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Überdachungsvorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und/oder durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 13 gelöst.

[0012] Demgemäß ist vorgesehen:
  • Eine Überdachungsvorrichtung, insbesondere Terrassenüberdachung, mit: einem Längsträgerprofil, welches zur Lagerung eines Sparrenhalters ausgebildet ist und einen Lagerprofilabschnitt aufweist; einem Sparrenhalter zur Halterung eines Sparrens an dem Längsträgerprofil, wobei der Sparrenhalter einen zu dem Lagerprofilabschnitt korrespondierenden Umgreifabschnitt aufweist, der zur formschlüssigen Lagerung an dem Lagerprofilabschnitt ausgebildet ist, wobei das Längsträgerprofil in Längsrichtung lokal begrenzt einen Einführabschnitt aufweist, an welchem der Lagerprofilabschnitt derart ausgenommen ist, dass er zur Montage in den Umgreifabschnitt des Sparrenhalters einführbar ist, wobei der Umgreifabschnitt an dem Lagerprofilabschnitt längsverschieblich ausgebildet ist und durch Längsverschiebung ein Formschluss zwischen dem Umgreifabschnitt und dem Lagerprofilabschnitt herstellbar ist, und wobei an dem Umgreifabschnitt des Sparrenhalters ein Rastmittel und an dem Lagerprofilabschnitt des Längsträgerprofils ein in Längsrichtung versetzt zu dem Einführabschnitt angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel vorgesehen ist, welche durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts an dem Lagerprofilabschnitt miteinander in Eingriff bringbar ausgebildet sind.
  • Ein Verfahren zur Herstellung einer Überdachungsvorrichtung, insbesondere einer erfindungsgemäßen Überdachungsvorrichtung, mit den Schritten: Bereitstellen eines Längsträgerprofils zur Aufnahme eines Sparrenhalters, welches einen Lagerprofilabschnitt aufweist, und eines Sparrenhalters zur Halterung eines Sparrens an dem Längsträgerprofil, welcher einen zu dem Lagerprofilabschnitt korrespondierenden Umgreifabschnitt aufweist, wobei an dem Umgreifabschnitt des Sparrenhalters ein Rastmittel und an dem Lagerprofilabschnitt des Längsträgerprofils ein in Längsrichtung versetzt zu dem Einführabschnitt angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel vorgesehen ist; Einführen des Lagerprofilabschnitts in den Umgreifabschnitt im Bereich eines in Längsrichtung lokal begrenzt an dem Längsträgerprofil vorgesehenen Einführabschnitts; Herstellen eines Formschlusses zwischen dem Umgreifabschnitt und dem Lagerprofilabschnitt durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts relativ zu dem Lagerprofilabschnitt; und Herstellen einer Längssicherung des Umgreifabschnitts an dem Lagerprofilabschnitt mittels in Eingriff Bringens der Rast- und Gegenrastmittel durch das Längsverschieben des Umgreifabschnitts an dem Lagerprofilabschnitt.


[0013] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Erkenntnis besteht darin, dass die Aufaddition von Fertigungs- und Einmesstoleranzen bei der Montage einer Überdachungsvorrichtung durch eine Längssicherung von Sparrenhaltern an vorbestimmten Rastabschnitten vermeidbar ist.

[0014] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht nun darin, an dem Umgreifabschnitt des Sparrenhalters ein Rastmittel und an dem Lagerprofilabschnitt des Längsträgerprofils an vorbestimmten Rastabschnitten angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel vorzusehen, welche beim Herstellen des Formschlusses durch Längsverschieben automatisch miteinander in Eingriff kommen. Auf diese Weise werden sämtliche Längsjustagearbeiten bei der Montage einer Überdachungsvorrichtung vermieden. Ferner werden Wärmedehnungsfugen in ihrer Dimensionierung bereits werksseitig festgelegt, sodass der bisher übliche Schritt des Einmessens einer Ausfachung mit einer geeigneten Dehnungsfuge entfällt. Auf diese Weise können erfindungsgemäß alle Ausfachungen der Überdachungsvorrichtung von vorneherein bzw. werksseitig mit dem richtigen Maß bereitgestellt werden, sodass es insbesondere keinerlei Anpassung einer letzten Ausfachung mehr bedarf.

[0015] Zusammengefasst braucht sich ein Monteur erfindungsgemäß bei der Positionierung von Sparrenhaltern nicht mehr um die Befestigung und Maßhaltigkeit, insbesondere auch nicht mehr um das fehleranfällige Einmessen von Dehnfugen, zu kümmern. Die notwendige Dehnungsluft wird stattdessen bereits durch die erfindungsgemäße Montagetechnik vorgegeben.

[0016] Zudem braucht ein Monteur die Sparrenhalter auch nicht, wie bisher üblich, durch zusätzliche Befestigungsmittel an dem Längsträgerprofil festlegen. Stattdessen wird die korrekte und bereits auf die vorgesehene Ausfachung abgestimmte Montageposition erfindungsgemäß durch die entsprechende Vorfertigung der Rast- und Gegenrastmittel vorgegeben und die Längssicherung an der richtigen Stelle automatisch durch das ineinander Eingreifen der Rast- und Gegenrastmittel erreicht.

[0017] Zur Montage braucht der Monteur den Sparrenhalter daher lediglich an dem Einführabschnitt einsetzen und in Längsrichtung bis zum Einrasten der Rast- und Gegenrastmittel verschieben. Die Montage einer Überdachungsvorrichtung ist damit erfindungsgemäß sehr viel einfacher, sicherer, schneller und mit geringerer Fehleranfälligkeit ermöglicht. Insbesondere wird dabei auch eine sehr hohe Arbeitssicherheit für die Montage bereitgestellt, da der einmal eingesetzte Sparrenhalter nach dem Längsverschieben nicht mehr ungewollt aus dem Längsträgerprofil heraus gelangen kann.

[0018] Das Längsträgerprofil kann unterschiedliche Ausgestaltungen aufweisen, beispielsweise kann es als Wandanschlussprofil oder als Pfette ausgebildet sein.

[0019] Als Sparrenhalter ist jegliche Art von zur Halterung eines Sparrens an einem Längsträgerprofil geeignete Ausbildung anzusehen.

[0020] Als Umgreifabschnitt ist ein Abschnitt des Sparrenhalters zu verstehen, welcher zum Umgreifen des Lagerprofilabschnitts geeignet ist. Der Lagerprofilabschnitt wird bei einem Umgreifen zumindest teilweise, insbesondere zumindest an zwei gegenüberliegenden Seiten, derart gegriffen, dass eine formschlüssige schwenkbare Kopplung des Sparrenhalters mit dem Längsträgerprofil besteht.

[0021] Unter einem in Längsrichtung lokal begrenzten Einführabschnitt ist ein lokaler ausgenommener Abschnitt zu verstehen, welcher sich nicht über die gesamte Länge des Längsträgerprofils hinweg sondern lediglich über einen vergleichsweise kleinen Teil oder Abschnitt der Länge des Längsträgerprofils erstreckt. Die Breite des Einführabschnitts ist dabei breit genug, um den lokal ausgenommen Lagerprofilabschnitt in den Umgreifabschnitt des Sparrenhalters einzuführen. Der Einführabschnitt weist somit eine Breite auf, die breiter als der Umgreifabschnitt des Sparrenhalters ausgebildet ist. Beispielsweise kann es sich um eine Breite des Einführabschnitts im Bereich der ein- bis zweifachen Breite des Sparrenhalters handeln.

[0022] Das Gegenrastmittel ist derart in Längsrichtung zu dem in Längsrichtung lokal begrenzten Einführabschnitt versetzt angeordnet, dass eine ausreichende, vorzugsweise eine vollständige, Abstützung des Umgreifabschnitts an dem Lagerprofilabschnitt gewährleistet ist.

[0023] Im Übrigen ist das Längsträgerprofil in Längsrichtung insbesondere mit einer konstanten Querschnittsform ausgebildet. Dabei handelt es sich bei dem Lagerprofilabschnitt um einen, abgesehen von der Ausnehmung und dem Gegenrastmittel, mit konstantem Querschnitt linear verlaufenden Abschnitt des Längsträgerprofils.

[0024] Die Herstellung eines Formschlusses wird insbesondere durch Verschieben des Sparrenhalters in Längsrichtung des Längsträgerprofils aus dem Einführabschnitt heraus, das heißt insbesondere in einen Bereich ohne Ausnehmung des Lagerprofilabschnitts, vorgenommen.

[0025] Das in Eingriff Bringen der Rastmittel und Gegenrastmittel kann gleichzeitig mit der Herstellung eines Formschlusses vorgenommen werden. Insbesondere kann das Gegenrastmittel derart an dem Lagerprofilabschnitt positioniert sein, dass die Rast- und Gegenrastmittel bei Erreichen eines vollständigen Formschlusses miteinander in Eingriff kommen. Sind die Rast- und Gegenrastmittel miteinander in Eingriff, ist der Sparrenhalten in Längsrichtung an dem Lagerprofilabschnitt eingerastet bzw. gesichert.

[0026] Das Verfahren zur Herstellung der Überdachungsvorrichtung stellt insbesondere ein Montageverfahren bzw. ein Verfahren zur Montage einer Überdachungsvorrichtung dar.

[0027] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.

[0028] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform sind die Rast- und Gegenrastmittel zur Längssicherung des Umgreifabschnitts an dem Lagerprofilabschnitt ausgebildet. Vorteilhaft braucht somit keine zusätzliche bzw. händische Längssicherung des Sparrenhalters vorgenommen werden.

[0029] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Rast- und Gegenrastmittel zueinander verdrehbar ausgebildet, so dass der Umgreifabschnitt in einem verrasteten Zustand um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts verschwenkbar ist. Auf diese Weise lässt sich eine gewünschte Dachneigung frei und stufenlos einstellen.

[0030] Bei einer Weiterbildung ist der Umgreifabschnitt in einem verrasteten Zustand um einen vorbestimmten Winkel um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts schwenkbar. Insbesondere ist eine Schwenkbarkeit um einen Winkel vorgesehen, der zwischen 10° und 45° beträgt. Vorzugsweise beträgt ein derartiger Winkel zwischen 15° und 35°. Ein besonders bevorzugter Winkel beträgt zwischen 25° und 30°.

[0031] Gemäß einer weiteren Weiterbildung ist der Umgreifabschnitt in einem verrasteten Zustand um einen vorbestimmten Winkelabschnitt einer Stellung des Sparrenhalters relativ zu dem Längsträgerprofil um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts schwenkbar. Insbesondere ist die Schwenkbarkeit bei einer Winkelstellung des Sparrenhalters zu dem Längsträgerprofil zwischen -10° und 45° vorgesehen. Vorzugsweise liegt eine derartige Winkelstellung zwischen 0° und 35°. Besonders bevorzugt kann eine Winkelstellung im Bereich zwischen 3° und 30° liegen.

[0032] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform sind die Rast- und Gegenrastmittel durch Überschreiten des vorbestimmten Winkels lösbar ausgebildet. Alternativ oder zusätzlich sind die Rast-und Gegenrastmittel durch Überschreiten des vorbestimmten Winkelabschnitts lösbar ausgebildet. Vorteilhaft kann auf diese Weise ohne Werkzeugeinsatz der Eingriff zwischen den Rast- und Gegenrastmitteln auch wieder zerstörungsfrei gelöst werden, beispielsweise zur Demontage der Überdachungsvorrichtung.

[0033] Gemäß einer Ausführungsform sind das Rastmittel und das Gegenrastmittel mit einem federnden Druckstück und einer dazu korrespondierenden Umfangsnut gebildet. Das Druckstück kann beispielsweise in eine quer zu Längsachse verlaufende Gewindebohrung in dem Umgreifabschnitt angeordnet sein. Die Umfangsnut kann sich über einen Abschnitt der Mantelfläche des Lagerprofilabschnitts erstrecken. Insbesondere beschreibt die Umfangsnut einen Winkelabschnitt um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts. In Längsrichtung ist die Umfangsnut vorzugsweise mit einer zu dem Druckstück korrespondierenden Stärke ausgebildet.

[0034] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung läuft die Umfangsnut an zumindest einem Ende mit einer Steigung aus. Die Steigung ist derart ausgelegt, dass zum Lösen der Rast- und Gegenrastmittel das Druckstück durch Überschreiten des vorbestimmten Drehwinkels und/oder des vorbestimmten Winkelabschnitts aus der Umfangsnut heraus drückbar ist. Sofern das Druckstück mit einem runden Kopf gebildet ist, kann das Druckstück zum Lösen auch nur weitgehend aus der Nut herausgedrückt werden und die restliche Federkraft bei einem Längsverschieben mittels der runden Form überwunden werden. Vorteilhaft wirkt die Federkraft des Druckstücks dem Lösen stets entgegen, sodass ein gewisser Widerstand vorgesehen ist, welcher ein unbeabsichtigtes oder selbsttätiges Lösen vermeidet. Weiter vorteilhaft werden keinerlei Werkzeuge zum Lösen benötigt. Zudem ist das Lösen zerstörungsfrei ermöglicht.

[0035] Bei einer weiteren Ausführungsform wäre auch eine den Lagerprofilabschnitt sekantenartig schneidende Nut als Gegenrastmittel denkbar. Vorteilhaft weist eine derartige sekantenartig schneidende Nut im Falle eines zylinderförmigen Lagerprofilabschnitts automatisch einen schräg zu der Mantelfläche verlaufenden Nutgrund auf, sodass hier am Auslauf der Nut nicht extra eine Steigung vorgesehen werden braucht. Selbstverständlich hängt es aber von der Materialstärke bzw. Auslegung des Lagerprofilabschnittes ab, ob eine den Lagerprofilabschnitt sekantenartig schneidende Nut aus Sicht der Statik infrage kommt.

[0036] Gemäß einer Ausführungsform ist das Rastmittel mit dem in dem Umgreifabschnitt angeordneten Druckstück und das Gegenrastmittel mit der an dem Lagerprofilabschnitt eingebrachten Umfangsnut gebildet. Das Druckstück kann beispielsweise in eine in dem Umgreifabschnitt vorgesehene Gewindebohrung eingeschraubt werden. Die Umfangsnut kann beispielsweise automatisiert im Bereich des Lagerprofilabschnitts eingefräst werden. Vorteilhaft sind die Rast-und Gegenrastmittel somit einfach herstellbar.

[0037] Gemäß einer Ausführungsform ist das Gegenrastmittel in einem eine Einbauposition des Sparrenhalters in Längsrichtung vorbestimmenden Rastabschnitt des Lagerprofilabschnitts angeordnet. Die Rast- und Gegenrastmittel sind dabei durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts an dem Lagerprofilabschnitt von dem Einführabschnitt zu dem Rastabschnitt miteinander in Eingriff bringbar. Insbesondere kann der Rastabschnitt zum Erreichen eines vollständigen Formschlusses zwischen dem Umgreifabschnitt und dem Lagerprofilabschnitt dimensioniert sein und weist dementsprechend auch unbearbeitete Abschnitte des Lagerprofilabschnittes auf. Die Dimensionierung des Rastabschnitts ist vorzugsweise derart vorgesehen, dass die Rast- und Gegenrastmittel bei Erreichen des vollständigen Formschlusses miteinander in Eingriff kommen.

[0038] Gemäß einer Ausführungsform ist der Einführabschnitt dazu direkt neben dem Rastabschnitt angeordnet. Insbesondere grenzt der Rastabschnitt direkt an den Einführabschnitt an. Vorteilhaft wird auf diese Weise die zur Montage notwendige Längsverschiebung auf lediglich das zur Herstellung des gewünschten Formschlusses nötige Maß reduziert.

[0039] Gemäß einer Ausführungsform sind dem Rastabschnitt zwei Einführabschnitte zugeordnet, welche beidseitig neben dem Rastabschnitt angeordnet sind. Auf diese Weise kann die Montage angepasst an die Einbausituation oder Zugänglichkeit von beiden Seiten gelichermaßen vorgenommen werden.

[0040] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform weist der Lagerprofilabschnitt ein im Querschnitt zumindest abschnittsweise rundes Profil auf. Der Umgreifabschnitt weist dabei eine korrespondierende zumindest abschnittsweise runde Ausnehmung auf. Insbesondere ist der Lagerprofilabschnitt zumindest abschnittsweise kreiszylinderförmig und die Ausnehmung entsprechend ebenfalls zumindest abschnittsweise kreiszylinderförmig ausgebildet. Vorteilhaft ist durch die runde Gestaltung ein aneinander Abgleiten des Lagerprofilabschnitts und des Umgreifabschnitts ermöglicht, sodass ein Anstellwinkel einstellbar ist.

[0041] Gemäß einer Ausführungsform weist der Umgreifabschnitt eine in die zumindest abschnittsweise runde Ausnehmung ragende Bohrung, insbesondere Gewindebohrung, auf. In der Bohrung ist das Rastmittel befestigbar. Insbesondere kann es sich um ein Druckstück handeln, welches federnd in einer mit einem Außengewinde versehenen Hülse aufgenommen ist. Auf diese Weise ist das Rastmittel bei der Vorfertigung einer Überdachungsvorrichtung in einer gewünschten Stellung an dem Umgreifabschnitt positionierbar. Besonders vorteilhaft braucht die Positionierung aufgrund der fehlenden Ausbildung bei der Montage nicht verändert zu werden. Dies stellt insbesondere einen großen Vorteil gegenüber einem bisher oftmals zur Fixierung eingesetzten Gewindestift dar.

[0042] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Lagerprofilabschnitt in einem Umfangswinkel von größer als 180° umgreifbar ausgebildet. Insbesondere ist er in einem Umfangswinkel von zumindest 270°, bevorzugt 280° bis 300°, umgreifbar ausgebildet. Vorteilhaft ist auf diese Weise ein großer Verschwenkbereich zwischen Längsträgerprofil und Sparrenhalter ermöglicht.

[0043] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Umgreifabschnitt ausgebildet, den Lagerprofilabschnitt in einem Umfangswinkel größer als 180° zu umgreifen. Auf diese Weise ist lediglich durch die Formgebung des Umgreifabschnitts ein Formschluss mit dem Lagerprofilabschnitt ermöglicht. Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Umfangswinkel größer als 200°, vorzugsweise zwischen 210° und 260°, besonders bevorzugt zwischen 230° und 250° ausgebildet.

[0044] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Lagerprofilabschnitt in Längsrichtung abseits des Einführabschnitts derart durch den Umgreifabschnitt umgreifbar, dass unter Beibehaltung des Formschlusses der Sparrenhalter in eine positive und in eine negative Anstellung relativ zu dem Längsträgerprofil verschwenkbar ist. Unter einer positiven Anstellung ist dabei eine Anstellung zu verstehen, bei welcher ein an dem Sparrenhalter gelagerter Sparren von dem Längsträgerprofil aus nach unten verläuft. Unter einer negativen Anstellung ist dementsprechend eine Anstellung zu verstehen, bei welcher ein an dem Sparrenhalter gelagerter Sparren von dem Längsträgerprofil aus nach oben verläuft. Vorteilhaft braucht auf diese Weise für beide Arten der Anstellung keinerlei bauliche Veränderung der tragenden Bauteile vorgenommen werden.

[0045] Gemäß einer Ausführungsform beträgt ein Schwenkbereich der Anstellung zumindest 0° bis +30°. Denkbar sind auch Schwenkbereiche von 0° bis +45°. Vorteilhaft sind auf diese Weise, insbesondere für Terrassenüberdachungen, übliche Anstellwinkel von dem Schwenkbereich abgedeckt.

[0046] Gemäß einer Ausführungsform ist das Längsträgerprofil als Wandanschlussprofil ausgebildet. Im montierten Zustand ist die Anstellung dabei relativ zu einer Wand einstellbar. Unter einer Wand ist dabei jede Art von zur Anbringung des Wandanschlussprofils geeignetem Bauwerk zu verstehen. Es kann sich beispielsweise um eine gemauerte Wand, eine Holzwand, eine Fassade, ein Gestell, ein Fachwerk oder dergleichen handeln. Insbesondere handelt es sich bei der Wand um eine vertikale Wand. Es ist jedoch auch ein Einsatz einer schrägen Wand bzw. Fassade denkbar.

[0047] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Längsträgerprofil als Pfettenprofil ausgebildet. Im montierten Zustand ist somit die Anstellung relativ dazu einstellbar. Insbesondere kann das Pfettenprofil in Form einer Firstpfette vorgesehen bzw. ausgebildet sein. Vorteilhaft kann die Überdachungsvorrichtung auf diese Weise auch ohne einen Wandanschluss installiert werden. Insbesondere ist die Pfette an einer Vertikalen ausgerichtet, sodass der Anstellwinkel in Bezug auf die Vertikale ausrichtbar ist.

[0048] Gemäß einer Ausführungsform weist das Längsträgerprofil beidseitig je einen Lagerprofilabschnitt auf. In diesem Fall sind gegenüberliegende Sparrenhalter in dem Längsträgerprofil aufnehmbar. Diese Ausführung ist insbesondere bei einem als Firstpfette ausgebildeten Längsträgerprofil vorgesehen. Vorteilhaft kann auf diese Weise mit einem gemeinsamen Längsträgerprofil an zwei gegenüberliegenden Seiten des Längsträgerprofils eine Überdachung realisiert werden. Insbesondere kann es sich bei einem derartigen Längsträgerprofil mit beidseitigem Lagerprofilabschnitt um zwei miteinander verbundene einseitige Längsträgerprofile handeln. Beispielsweise können dazu zwei zum Wandanschluss vorgesehene Längsträgerprofile an ihren Wandseiten miteinander verbunden werden, sodass ein gemeinsames Profil mit beidseitigen Lagerprofilabschnitten geschaffen wird. Vorteilhaft wird auf diese Weise die Bauteilvielfalt verringert, sodass die Herstellung vereinfacht ist.

[0049] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist an einem dem Sparrenhalter gegenüberliegenden Ende des Sparrens eine Pfette, insbesondere in Form einer Fußpfette, vorgesehen. Die Pfette weist dabei einen Rundlagerfortsatz auf. Insbesondere ist dieser in Form eines Kreiszylinderprofilabschnitts ausgebildet. Der Sparren weist einen korrespondierenden Aufnahmefortsatz auf, welcher insbesondere in Form einer Klaue mit kreiszylinderabschnittförmiger Ausnehmung ausgebildet ist. Der Aufnahmefortsatz ist dabei zum Umgreifen des Rundlagerfortsatzes ausgebildet. Insbesondere erfolgt die Montage des Rundlagerfortsatzes mit dem Aufnahmefortsatz unter Herstellung eines Formschlusses, vorzugsweise durch Längsverschiebung des Aufnahmefortsatzes auf den Rundlagerfortsatz. Vorteilhaft ist somit eine in einem großen Schwenkbereich verschwenkbar gelenkige Verbindung der Pfette zu dem Sparen geschaffen, welche ebenfalls verschiebbar ist, sodass auch hier eine flexible Anpassbarkeit von unterschiedlichsten Anstellwinkeln der Sparren gewährleistet ist.

[0050] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens zur Herstellung der Überdachungsvorrichtung wird nach dem Längsverschieben zur Einstellung einer Dachneigung in dem verrasteten Zustand ein formschlüssiges in Längsrichtung gesichertes Verschwenken des Sparrenhalters relativ zu dem Längsträgerprofil vorgenommen. Vorteilhaft kann auf diese Weise im verrasten Zustand ein gewünschter Anstellwinkel des Sparrens relativ zu dem Längsträgerprofil, insbesondere in einem vorbestimmten Schwenkbereich mit positiver oder negativer Anstellung, eingestellt werden. Vorteilhaft kann dabei trotz des Verschwenkens die Längspositionierung gesichert bleiben.

[0051] Bei einer weiteren Ausführungsform wird vor dem Einführen des Lagerprofilabschnitts in den Umgreifabschnitt ein Schritt des ortsfesten Montierens des Längsträgerprofils vorgesehen. Das Längsverschieben wird entsprechend durch Verschieben des Sparrenhalters längs des Längsträgerprofils vorgenommen. Vorteilhaft braucht auf diese Weise lediglich der Sparrenhalter manipuliert werden, sodass die Montage vereinfacht wird.

[0052] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig miteinander kombinieren. Insbesondere sind sämtliche Merkmale einer Überdachungsvorrichtung auf ein Verfahren zum Herstellen der Überdachungsvorrichtung übertragbar, und umgekehrt. Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im Folgenden bezüglich der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung. Insbesondere wird dabei der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen zu der jeweiligen Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.

INHALTSANGABE DER ZEICHNUNG



[0053] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
Fig. 1
eine Überdachungsvorrichtung vor der Montage;
Fig. 2
eine Querschnittansicht eines Sparrenhalters;
Fig. 3A
eine Querschnittansicht durch einen Einführabschnitt des Längsträgerprofils und den Sparrenhalter der Überdachungsvorrichtung;
Fig. 3B
eine vergrößerte Querschnittansicht der Überdachungsvorrichtung gemäß Fig. 3A im Bereich des Umgreifabschnitts;
Fig. 4A
eine Querschnittansicht durch einen Rastabschnitt des Längsträgerprofils und den Sparrenhalter der Überdachungsvorrichtung;
Fig. 4B
eine Querschnittansicht der Überdachungsvorrichtung gemäß Fig. 4A im Bereich des Umgreifabschnitts;
Fig. 5A
eine Querschnittdarstellung der Überdachungsvorrichtung gemäß Fig. 4A in einem waagrecht ausgerichteten Zustand;
Fig. 5B
eine vergrößerte Darstellung der Überdachungsvorrichtung gemäß Fig. 5A im Bereich der Rast- und Gegenrastmittel;
Fig. 6
eine perspektivische Ansicht eines Rastabschnitts;
Fig. 7
eine Vorderansicht einer Längsposition eines Sparrenhalters im verrasteten Zustand;
Fig. 8
eine perspektivische Darstellung einer Terrassenüberdachung mit Wandanschluss;
Fig. 9
eine perspektivische Darstellung einer Terrassenüberdachung mit Firstpfette;
Fig. 10
eine perspektivisch dargestellte Schnittansicht einer Überdachungsvorrichtung gemäß Fig. 1 mit einge-setzter Ausfachung; und
Fig. 11
eine Längsschnittansicht durch eine Terrassenüberdachung im Bereich von Ausfachungen.


[0054] Die beiliegenden Figuren der Zeichnung sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu zueinander gezeigt.

[0055] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente, Merkmale und Komponenten - sofern nichts anderes ausgeführt ist - jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.

BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN



[0056] Fig. 1 zeigt eine Überdachungsvorrichtung 1 vor der Montage.

[0057] Die Überdachungsvorrichtung 1 weist ein als Wandanschlussprofil ausgebildetes Längsträgerprofil 2, einen Sparren 5 sowie einen zur Halterung bzw. Lagerung des Sparrens 5 an dem Längsträgerprofil 2 ausgebildeten und damit befestigten, beispielsweise verschraubten, Sparrenhalter 3 auf.

[0058] Das Längsträgerprofil 2 weist einen zur Lagerung des Sparrenhalters 3 ausgebildeten Lagerprofilabschnitt 4 auf. Der Lagerprofilabschnitt 4 ist mit einer abschnittsweise runden Form, hier beispielhaft einer hohlen Kreiszylinderform, welche einteilig über Stützstreben 16 an einen Wandanschlussbereich des Wandanschlussprofils 2 angebunden sind, gebildet. Der Lagerprofilabschnitt 4 ist dementsprechend vorzugsweise einteilig mit den übrigen Teilen des Wandanschlussprofils 2 ausgebildet.

[0059] Das Längsträgerprofil 2 ist beispielhaft als Strangpressprofil ausgebildet. Insbesondere enthält es Aluminium. Andere strangpressbare Werkstoffe, beispielsweise Kunststoffe, wären alternativ oder zusätzlich ebenfalls denkbar.

[0060] Das Längsträgerprofil 2 weist beispielhaft zwei Einführabschnitte 7 auf, welche beidseitig neben einem Rastabschnitt 15 vorgesehen sind. Das Einführen eines Sparrenhalters ist somit beidseits möglich. Selbstverständlich würde für die Funktion des Einführens aber auch ein einzelner bzw. einseitig vorgesehener Einführabschnitt 7 ausreichen.

[0061] In diesen Einführabschnitten 7 ist der Lagerprofilabschnitt 4 lokal ausgenommen, hier beispielhaft mit einer sekantenartigen Ausnehmung 17. Bei einer weiteren Ausführungsform wäre auch eine den Lagerprofilabschnitt sekantenartig schneidende Nut als Gegenrastmittel denkbar. Vorteilhaft weist eine derartige sekantenartig schneidende Nut im Falle eines zylinderförmigen Lagerprofilabschnitts automatisch einen schräg zu der Mantelfläche verlaufenden Nutgrund auf, sodass hier am Auslauf der Nut nicht extra eine Steigung vorgesehen werden braucht. Selbstverständlich hängt es aber von der Materialstärke bzw. Auslegung des Lagerprofilabschnittes ab, ob eine den Lagerprofilabschnitt sekantenartig schneidende Nut aus Sicht der Statik infrage kommt.

[0062] Fig. 2 zeigt eine Querschnittansicht eines Sparrenhalters 3.

[0063] Der Sparrenhalter 3 weist einen Umgreifabschnitt 6 mit einer zu dem Lagerprofilabschnitt 4 korrespondierenden Ausnehmung 18 auf. Dementsprechend handelt es sich bei der dargestellten Ausführungsform beispielhaft um eine kreiszylinderförmige Ausnehmung 18.

[0064] Der Umgreifabschnitt 6 mit seiner Ausnehmung 18 ist zur formschlüssigen Lagerung an dem Lagerprofilabschnitt 4 ausgebildet. Im montierten Zustand umgreift er dazu den Lagerprofilabschnitt 4 insoweit, dass eine schwenkbare formschlüssige Verbindung bereit gestellt ist.

[0065] Zur Längssicherung des Sparrenhalters ist an dem Umgreifabschnitt 6 ein Rastmittel 8 angeordnet. Korrespondierend dazu ist an dem in Fig. 1 gezeigten Lagerprofilabschnitt 4 des Längsträgerprofils 2 ein in Längsrichtung versetzt zu dem Einführabschnitt 7 angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel 9 im Bereich eines Rastabschnitts 15 vorgesehen. Die Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 sind durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts 6 an dem Lagerprofilabschnitt 4 miteinander in Eingriff bringbar ausgebildet, so dass damit eine Längssicherung des Umgreifabschnitts 6 an dem Lagerprofilabschnitt 4 ermöglicht, welche durch das in Eingriff bringen erreicht wird.

[0066] Zudem sind die Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 trotz eines Eingriffs, das heißt in einem verrasteten Zustand, zueinander verdrehbar ausgebildet. Der Umgreifabschnitt 6 ist somit in einem verrasteten Zustand der Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 dennoch um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts 4 verschwenkbar.

[0067] Fig. 3A zeigt eine Querschnittansicht durch einen Einführabschnitt 7 des Längsträgerprofils 2 und den Sparrenhalter 3 der Überdachungsvorrichtung 1 gemäß Fig. 1.

[0068] Der Lagerprofilabschnitt 4 ist hier im Bereich des Einführabschnitts 7 in den Umgreifabschnitt 6 des Sparrenhalters 3 eingeführt. Aus der in Fig. 1 gezeigten Stellung wird der Sparrenhalter 6 dazu bzw. zur Montage im Bereich des ausgenommenen Einführabschnitts 7 mit der Ausnehmung 18 auf den Lagerprofilabschnitt 4 aufgeschoben, was durch die lokal vorgesehene Ausnehmung 15 ermöglicht ist. Das Rastmittel 8, welches in einem in Fig. 2 gezeigten entspannten Zustand in die Ausnehmung 18 hineinragt, wird dabei vorgespannt.

[0069] Die Vorspannung braucht in der Regel nicht händisch aufgebracht werden wenn das Rastmittel, wie im dargestellten Ausführungsbeispiel nach oben oder schräg oben vorgespannt wird, da das Gewicht des mit dem Sparrenhalter 3 verbundenen Sparrens 5 den Umgreifabschnitt 6 beim Einführen ohnehin entgegen der Federkraft des Rastmittels 8 nach unten drückt.

[0070] In der gezeigten Stellung ist der Sparrenhalter 3 nun längs des Längsträgerprofils 2 bzw. in Längsrichtung auf dem Lagerprofilabschnitt 4 verschiebbar.

[0071] Fig. 3B zeigt eine vergrößerte Querschnittansicht der Überdachungsvorrichtung gemäß Fig. 3A im Bereich des Umgreifabschnitts.

[0072] Im Detail ist hier die sekantenartige Ausnehmung 17 des Einführabschnitts 7 dargestellt. Die Ausnehmung 17 durchdringt bei der dargestellten Ausführungsform das Material des Lagerprofilabschnitts 4 erkennbar nicht. Es handelt sich dementsprechend um eine taschenartige Ausnehmung 17.

[0073] Die mittels der Ausnehmung 17 im Bereich des Einführabschnitt 7 lokal geänderte Form des Lagerprofilabschnitts 4 ermöglicht, dass der Lagerprofilabschnitt 4 hier in den Umgreifabschnitt 6 des Sparrenhalters 3 einführbar ist.

[0074] Der Einführabschnitt 7 kann bei weiteren Ausführungsformen auch mit einer unterschiedlichen Form der Ausnehmung 17 gebildet sein. Die Ausnehmung 17 kann beispielsweise auch sichelförmig ausgebildet sein. Die Funktion der sekantenartigen Ausnehmung 17 ist gleich zu einer sichelförmigen Ausnehmung. Aufgrund ihres geraden Verlaufs ist die sekantenartige Ausnehmung jedoch vergleichsweise einfacher herstellbar, beispielsweise mittels einer geraden Überfahrt eines herkömmlichen Fräsers mit Zylinderform.

[0075] Ferner ist hier die Vorspannung des Rastmittels 8 ersichtlich, welches im Vergleich zum entspannten Zustand in Fig. 2 erkennbar in den Umgreifabschnitt 6 federnd hineingedrückt und somit vorgespannt ist.

[0076] Fig. 4A zeigt eine Querschnittansicht durch einen Rastabschnitt 15 des Längsträgerprofils 2 und den Sparrenhalter 3 der Überdachungsvorrichtung 1.

[0077] Die hier gezeigte Stellung wird ausgehend von der Stellung gemäß Fig. 3A durch Längsverschieben des Sparrenhalters 3 eingenommen. Der Sparrenhalter 3 ist hier dementsprechend entlang des Lagerprofilabschnitts 4 von dem Einführabschnitt 7 zu dem Rastabschnitt 15 längsverschoben.

[0078] Wie in dieser Ansicht erkennbar, umgreift der Umgreifabschnitt 6 nun den Lagerprofilabschnitt 4 in einem Winkelbereich größer als 180°, sodass ein Formschluss besteht. Darüber hinaus ist aufgrund der runden Form des Lagerprofilabschnitts 4 und der Ausnehmung 8 des Umgreifabschnitts 6 eine Verschwenkbarkeit des Sparrenhalters 3 relativ zum Längsträgerprofil 2 ermöglicht. In dieser Stellung ist der Umgreifabschnitt 6 des Sparrenhalters 3 somit formschlüssig und verschwenkbar mit dem Lagerprofilabschnitt 4 des Längsträgerprofils 2 verbunden.

[0079] Darüber hinaus stehen in dieser Stellung die Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 miteinander in Eingriff.

[0080] Fig. 4B zeigt eine Detailansicht der Überdachungsvorrichtung 1 gemäß Fig. 4A im Bereich des Umgreifabschnitts.

[0081] Das Rastmittel 8 ist mit einem in dem Umgreifabschnitt 6 angeordneten federnden Druckstück 12 und das Gegenrastmittel 9 mit einer an dem Lagerprofilabschnitt 4 eingebrachten Umfangsnut 13 gebildet. Bei dem Längsverschieben gleitet das gemäß Fig. 3A und 3B in den Umgreifabschnitt 6 eingedrückte Druckstück entlang der Oberfläche des Lagerprofilabschnitts 4 und schnappt bei Erreichen der Umfangsnut 13 durch seine Federvorspannung in die Umfangsnut 13 ein. Die Umfangsnut 13 begrenzt damit die Längsverschiebung, sodass eine Längssicherung des Sparrenhalters 3 erreicht ist.

[0082] Der Sparrenhalter 3 ist relativ zu dem Längsträgerprofil 2 unter Beibehaltung des Formschlusses in einem Schwenkbereich eines Winkels 10 um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts in unterschiedliche Anstellwinkel verschwenkbar. Dies wird dadurch erreicht, dass der Lagerprofilabschnitt 4 in einem größeren Umfangswinkel umgreifbar ausgebildet ist, als der Umgreifabschnitt 6 den Lagerprofilabschnitt 4 umgreift.

[0083] Beispielsweise beträgt hier ein Umfangswinkel, in welchem der Lagerprofilabschnitt 4 umgreifbar ist, mehr als 270°. Ferner liegt ein Umfangswinkel, in welchem der Umgreifabschnitt 6 den Lagerprofilabschnitt 4 umgreift, bei mehr als 180°. Es ergibt sich somit ein theoretischer Schwenkbereich, der sich betragsmäßig aus der Differenz dieser Umfangswinkel ergibt und beispielhaft 60° betragen kann. Tatsächlich begrenzen aber Übergangsradien und/oder weitere Abschnitte des Längsträgerprofils 2 und des Sparrenhalters 3 den Schwenkbereich, sodass ein nutzbarer Schwenkbereich geringer ausfällt. Über diesen nutzbaren Schwenkbereich erstreckt sich dann die das Gegenrastmittel 9 bildende Umfangsnut 13.

[0084] Der Umgreifabschnitt 6 ist in einem verrasteten Zustand daher um einen mit der Umfangsnut vorbestimmten Drehwinkel 10 um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts 4 schwenkbar. Bei der dargestellten Ausführungsform beträgt der Winkel 10 beispielhaft 27°. Bei weiteren Ausführungsformen sind selbstverständlich anders bemessene Schwenkbereiche möglich. Beispielsweise kann der Winkel 10 im Bereich von 10° bis 45°, vorzugsweise im Bereich von 15° bis 35°, besonders bevorzugt im Bereich von 25° bis 30°, betragen.

[0085] Somit lassen sich in einem verrasteten Zustand vielfältige Stellungen des Sparrenhalters 3 relativ zu dem Längsträgerprofil 2 durch Schwenken des Sparrenhalters 3 einnehmen. Bei der dargestellten beispielhaften Ausführungsform liegt der Bereich einer möglichen Winkelstellung 11 des Sparrenhalters 3 zu dem Längsträgerprofil 4 in einem verrasteten Zustand zwischen 3° und 30°. Bei weiteren Ausführungsformen sind aber selbstverständlich anders bemessene Bereiche einer möglichen Winkelstellung 11 möglich, beispielsweise von ab 0° bis zu 45°. Theoretisch sind auch negative Bereiche der Winkelstellung 11 denkbar.

[0086] Fig. 5A zeigt eine Querschnittdarstellung der Überdachungsvorrichtung 1 gemäß Fig. 4A in einem waagrecht ausgerichteten Zustand.

[0087] Eine Stellung des Sparrenhalters 3 und des Sparrens 5 relativ zu dem Längsträgerprofil 2 beträgt hier dementsprechend 0°. Da bei einer montierten Überdachungsvorrichtung in aller Regel zumindest ein geringer Neigungswinkel vorgesehen ist, um den Ablauf von Niederschlägen zu gewährleisten, handelt es sich hierbei um eine lediglich für die Montage oder Demontage relevante Stellung.

[0088] Erfindungsgemäß kann eine derartige Stellung eingenommen werden, um die Längssicherung des Umgreifabschnitts 6 des Sparrenhalters 3 an dem Lagerprofilabschnitt 4 des Längsträgerprofils 2 zu lösen. Die Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 sind somit durch Überschreiten des vorbestimmten Drehwinkels 10 bzw. des vorbestimmten Winkelabschnitts 11 lösbar ausgebildet.

[0089] Bei der dargestellten Ausführungsform wird der Sparrenhalter dazu über die dargestellte waagrechte Stellung hinaus in einen negativen Anstellwinkel verstellt. Die Rast-und Gegenrastmittel 8, 9 sind derart ausgebildet und ausgelegt, dass sich der Eingriff dadurch löst. Dementsprechend ist keine Längssicherung mehr vorhanden und der Sparrenhalter 3 kann zurück zu dem Einführabschnitt 7 längsverschoben und dort entnommen werden. Somit kann die Überdachungsvorrichtung nicht nur auf einfache Weise montiert, sondern auch auf einfache Weise werkzeugfrei wieder demontiert werden.

[0090] Fig. 5B zeigt eine vergrößerte Darstellung der Überdachungsvorrichtung 1 gemäß Fig. 5A im Bereich der Rast- und Gegenrastmittel 8, 9.

[0091] In dieser Darstellung ist erkennbar, dass die Umfangsnut 13 an ihrem oberen Ende mit einer Steigung 14 ausläuft. Damit lässt sich die Rastverbindung der Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 lösen, indem das Druckstück 12 durch Überschreiten der waagrechten Stellung entlang der Steigung 14 wieder in den Umgreifabschnitt 6 hineingedrückt wird und auf diese Weise. aus der Umfangsnut 13 heraus drückbar ist. Am Ende der Steigung 14 liegt das Druckstück 12 somit wieder auf der äußeren Oberfläche des Lagerprofilabschnitts 4 auf und kann dementsprechend bei Längsverschiebung des Sparrenhalters 3 wieder in Längsrichtung entlang des Lagerprofilabschnitts 4 gleiten.

[0092] Ferner ist das Druckstück 12 bei der dargestellten Ausführungsform mit einem abgerundeten Kopf ausgebildet. Es kann somit auch bereits in der dargestellten waagrechten bzw. 0° Stellung, in welcher es bereits großteils aus der Umfangsnut 13 herausgedrückt ist, durch die abgerundete Form mit etwas Kraftaufwand, beispielsweise einem Gummihammerschlag, direkt in Längsrichtung des Lagerprofilabschnitts 4 nun herausgedrückt werden.

[0093] Fig. 6 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Rastabschnitts 15.

[0094] Der Rastabschnitt 15 weist eine zumindest der Breite des Umgreifabschnitts 6 des Sparrenhalters 3 entsprechende Breite auf und ist weitgehend mit dem Profil des Lagerprofilabschnitts 4 gebildet. Innerhalb des Rastabschnitts 15 ist, vorzugsweise mittig, das Gegenrastmittel 9, hier in Form der Umfangsnut 13, angeordnet.

[0095] Die Position des Rastabschnitts 15 und des Gegenrastmittel 9 bestimmt eine Einbauposition des Sparrenhalters 3 in Längsrichtung des Lagerprofilabschnitts 4.

[0096] Dem Rastabschnitt 15 sind bei der dargestellten Ausführungsform zwei Einführabschnitte 7 zugeordnet, welche beidseitig direkt neben dem Rastabschnitt 15 angeordnet sind.

[0097] Die Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 sind ausgehend von beiden Einführabschnitten 7 durch Längsverschieben des in den Lagerprofilabschnitt 4 eingesetzten Umgreifabschnitts 6 von dem jeweiligen Einführabschnitt 7 zu dem Rastabschnitt 15 miteinander in Eingriff bringbar.

[0098] Fig. 7 zeigt eine Vorderansicht einer Längsposition eines Sparrenhalters 3 im verrasteten Zustand.

[0099] Der Sparrenhalter 3 ist entsprechend der Anordnung des Rastabschnitts 15 mittig zwischen den beiden Einführabschnitten 7 an dem Lagerprofilabschnitt 4 angeordnet.

[0100] Fig. 8 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Terrassenüberdachung mit Wandanschluss.

[0101] Bei der Terrassenüberdachung handelt es sich um eine Ausführungsform der Überdachungsvorrichtung 1, bei welcher das Längsträgerprofil 2 als an einer Wand 20 befestigtes Wandanschlussprofil ausgebildet ist.

[0102] In der dargestellten Ausführungsform weist die Überdachungsvorrichtung 1 eine Mehrzahl paralleler Sparren 5 auf, welche an dem Längsträgerprofil 2 gehaltert sind. Zwischen den Sparren 5 verläuft eine Ausfachung 24, die beispielhaft als Glasausfachung ausgeführt ist. Alternativ oder Zusätzlich kann aber auch eine Ausfachung 24 in Form von andersartigen Platten, beispielsweise sogenannten Doppelstegplatten oder lichtundurchlässigen Platten vorgesehen sein.

[0103] An einem dem Längsträgerprofil 2 gegenüberliegenden Ende der Sparren 5 sind diese über ein Schwenklager an einer parallel zu dem Längsträgerprofil 2 verlaufenden Pfette 19 gelagert. Ein Anstellwinkel der Sparren 5 ist relativ zu der Wand 20 bzw. des daran fixierten Wandanschlussprofils 2 positiv, sodass die Überdachungsvorrichtung 1 von dem Längsträgerprofil 2 aus zu der Pfette 19 hin abfällt. Die Pfette 19 bildet hier somit eine Fußpfette.

[0104] Die Pfette 19 wird von zwei endseitig daran angebrachten Pfosten 21 gestützt, welche in einem Boden 22 verankert sind.

[0105] Am dem Längsträgerprofil 2 abgewandten Ende der Sparren 5 ist ferner eine quer zu den Sparren 5 bzw. parallel zu der Pfette 19 verlaufende Dachrinne 23 mit zugehörigem Abflussrohr zur Aufnahme und Abführung von Niederschlag vorgesehen.

[0106] Erfindungsgemäß lässt sich eine derartige Terrassenüberdachung ohne Einmessen der Ausfachung 24 in Bezug auf den Abstand der Sparren 5 montieren. Stattdessen werden die Sparrenhalter 3 mit den werksseitig vormontierten Rastmitteln 8 an den werkseitig vorgefertigten Einführabschnitten 7 eingeführt, entlang des Lagerprofilabschnitts 4 längsverschoben und an den ebenfalls werkseitig vorgefertigten Rastabschnitten 15 mit Gegenrastmitteln 9 in Eingriff gebracht und so längsgesichert. Der Abstand der für die einzelnen Sparren 5 vorgesehenen Rastabschnitte 15 und die Maße der Ausfachungen 24 sind derart vorkonfektioniert, dass bereits werksseitig ideal bemessene Dehnungsfugen 29 für die Ausfachung 24 vorgegeben sind. Dementsprechend passt direkt das Maß sämtlicher Ausfachungen 24 zur Positionierung der verrasteten Sparrenhalter 3. Insbesondere braucht eine letzte eingesetzte Ausfachung 24 hinsichtlich ihres Maßes nicht angepasst zu werden.

[0107] Darüber hinaus ist die Terrassenüberdachung mit den in der DE 20 2016 005 196 U1 weiter im Detail beschriebenen weiteren Elementen aufgebaut.

[0108] Fig. 9 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Terrassenüberdachung mit Firstpfette.

[0109] Im Unterschied zur Ausführungsform gemäß Fig. 8 ist die Überdachungsvorrichtung 1 hier nicht in Anschluss an eine Wand, sondern freistehend und beidseitig abfallend ausgebildet.

[0110] Das Längsträgerprofil 2 ist hier dementsprechend als Firstpfette ausgebildet und weist beidseitig je einen Lagerprofilabschnitt 4, sowie alle weiteren in Bezug auf die vorstehenden Figuren beschriebenen Elemente des Längsträgerprofils 2 auf. Das als Firstpfette ausgebildete Längsträgerprofil 2 ist mittels eines Schwenklagers gelenkig an einer parallel zu dem Längsträgerprofil 2 verlaufenden Pfette 19' gelagert, welche endseitig an mittleren Pfosten 21' gelagert ist.

[0111] Beidseitig sind hier an dem jeweils dem Längsträgerprofil 2 abgewandten Ende der Sparren 5 als Fußpfetten angeordnete Pfetten 19 und Dachrinnen 23 vorgesehen, die in gleicher Weise wie in Bezug auf Fig. 8 beschrieben ausgebildet sind. Fig. 10 zeigt eine perspektivisch dargestellte Schnittansicht einer Überdachungsvorrichtung 1 gemäß Fig. 1 mit eingesetzter Ausfachung 24.

[0112] Die Ausfachung 24 wird mit einer Dehnungsfuge 29 auf eine jeweils in die Aufnahmeabschnitte eines zwischen den Sparrenhaltern 3 eingesetzten Auflageprofils 25 und des Sparrens 5 eingesetzte Glasdichtungen 26 aufgesetzt und mittels in Befestigungsnuten 27 befestigter Profile 28 gehaltert.

[0113] Fig. 11 zeigt eine Längsschnittansicht durch eine Terrassenüberdachung im Bereich von Ausfachungen 24.

[0114] Im Querschnitt sind hier ebenfalls die Sparren 5 dargestellt. Zwischen den Sparren 5 und den Ausfachungen 24 ist jeweils eine Dehnungsfuge 29 vorgesehen. Erfindungsgemäß sind diese Dehnungsfugen 29 durch die vorbestimmte Positionierung der Sparrenhalter 3 und damit der Sparren 5 in Längsrichtung des Längsträgerprofils 2 ohne zusätzliches Einmessen in einem optimalen Maße gewährleistet. Eine in der Montagereihenfolge letzte Ausfachung 24' braucht daher nicht gekürzt zu werden, um eine in der Montagereihenfolge letzte Dehnfuge 29' korrekt einzustellen.

[0115] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend vollständig beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Art und Weise modifizierbar.

[0116] Beispielsweise wäre anstatt einer sich lediglich auf der Mantelfläche mit konstanter Tiefe erstreckenden Umfangsnut auch eine den Lagerprofilabschnitt sekantenartig schneidende Nut als Gegenrastmittel denkbar.

Bezugszeichenliste



[0117] 
1
Überdachungsvorrichtung
2
Längsträgerprofil
3
Sparrenhalter
4
Lagerprofilabschnitt
5
Sparren
6
Umgreifabschnitt
7
Einführabschnitt
8
Rastmittel
9
Gegenrastmittel
10
Winkel
11
Winkelabschnitt
12
Druckstück
13
Umfangsnut
14
Steigung
15
Rastabschnitt
16
Stützstrebe
17
Ausnehmung
18
Ausnehmung
19, 19'
Pfette
20
Wand
21, 21'
Pfosten
22
Boden
23
Dachrinne
24, 24'
Ausfachung
25
Auflageprofil
26
Glasdichtung
27
Befestigungsnut
28
Profil
29, 29'
Dehnfuge



Ansprüche

1. Überdachungsvorrichtung (1), insbesondere Terrassenüberdachung, mit:

einem Längsträgerprofil (2), welches zur Lagerung eines Sparrenhalters (3) ausgebildet ist und einen Lagerprofilabschnitt (4) aufweist;

einem Sparrenhalter (3) zur Halterung eines Sparrens (5) an dem Längsträgerprofil (2), wobei der Sparrenhalter einen zu dem Lagerprofilabschnitt (4) korrespondierenden Umgreifabschnitt (6) aufweist, der zur formschlüssigen Lagerung an dem Lagerprofilabschnitt (4) ausgebildet ist,

wobei das Längsträgerprofil (2) in Längsrichtung lokal begrenzt einen Einführabschnitt (7) aufweist, an welchem der Lagerprofilabschnitt (4) derart ausgenommen ist, dass er zur Montage in den Umgreifabschnitt (6) des Sparrenhalters (3) einführbar ist,

wobei der Umgreifabschnitt (6) an dem Lagerprofilabschnitt (4) längsverschieblich ausgebildet ist und durch Längsverschiebung ein Formschluss zwischen dem Umgreifabschnitt (6) und dem Lagerprofilabschnitt (4) herstellbar ist,

dadurch gekennzeichnet,

dass an dem Umgreifabschnitt (6) des Sparrenhalters (3) ein Rastmittel (8) und an dem Lagerprofilabschnitt (4) des Längsträgerprofils (2) ein in Längsrichtung versetzt zu dem Einführabschnitt (7) angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel (9) vorgesehen ist, welche durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts (6) an dem Lagerprofilabschnitt (4) miteinander in Eingriff bringbar ausgebildet sind.


 
2. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rast- und Gegenrastmittel (9, 10) zur Längssicherung des Umgreifabschnitts (6) an dem Lagerprofilabschnitt (4) ausgebildet sind.
 
3. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rast- und Gegenrastmittel (8, 9) zueinander verdrehbar ausgebildet sind, so dass der Umgreifabschnitt (6) in einem verrasteten Zustand um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts (4) verschwenkbar ist.
 
4. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Umgreifabschnitt (6) in einem verrasteten Zustand um einen vorbestimmten Winkel (10) um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts (4) schwenkbar ist, insbesondere um einen Winkel (10) der zwischen 10° und 45°, vorzugsweise zwischen 15° und 35°, besonders bevorzugt zwischen 25° und 30°, beträgt.
 
5. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Umgreifabschnitt (6) in einem verrasteten Zustand um einen vorbestimmten Winkelabschnitt einer Stellung des Sparrenhalters (3) relativ zu dem Längsträgerprofil (2) um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts (4) schwenkbar ist, insbesondere bei einer Winkelstellung (11) des Sparrenhalters (3) zu dem Längsträgerprofil (4) zwischen 0° und 45°, vorzugsweise zwischen 0° und 35°, besonders bevorzugt zwischen 3° und 30°.
 
6. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rast- und Gegenrastmittel (8, 9) durch Überschreiten des vorbestimmten Drehwinkels (10) und/oder des vorbestimmten Winkelabschnitts (11) lösbar ausgebildet sind.
 
7. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rastmittel (8) und das Gegenrastmittel (9) mit einem federnden Druckstück (12) und einer dazu korrespondierenden Umfangsnut (13) gebildet sind.
 
8. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Umfangsnut (13) an zumindest einem Ende mit einer Steigung (14) ausläuft, so dass zum Lösen der Rast- und Gegenrastmittel (8, 9) das Druckstück durch Überschreiten des vorbestimmten Drehwinkels (10) und/oder des vorbestimmten Winkelabschnitts (11) aus der Umfangsnut (13) heraus drückbar ist.
 
9. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rastmittel (8) mit dem in dem Umgreifabschnitt (6) angeordneten Druckstück (12) und das Gegenrastmittel (9) mit der an dem Lagerprofilabschnitt (4) eingebrachten Umfangsnut (13) gebildet ist.
 
10. Überdachungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gegenrastmittel (9) in einem eine Einbauposition des Sparrenhalters (3) in Längsrichtung vorbestimmenden Rastabschnitt (15) des Lagerprofilabschnitt (4) angeordnet ist und die Rast- und Gegenrastmittel (8, 9) durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts (6) an dem Lagerprofilabschnitt (4) von dem Einführabschnitt (7) zu dem Rastabschnitt (15) miteinander in Eingriff bringbar sind.
 
11. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Einführabschnitt (7) direkt neben dem Rastabschnitt (15) angeordnet ist.
 
12. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Rastabschnitt (15) zwei Einführabschnitte (7) zugeordnet sind, welche beidseitig neben dem Rastabschnitt (15) angeordnet sind.
 
13. Verfahren zur Herstellung einer Überdachungsvorrichtung (1), insbesondere einer Überdachungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, mit den Schritten:

Bereitstellen eines Längsträgerprofils (2) zur Aufnahme eines Sparrenhalters (3), welches einen Lagerprofilabschnitt (4) aufweist, und eines Sparrenhalters (3) zur Halterung eines Sparrens (5) an dem Längsträgerprofil (2), welcher einen zu dem Lagerprofilabschnitt (4) korrespondierenden Umgreifabschnitt (6) aufweist, wobei an dem Umgreifabschnitt (6) des Sparrenhalters (3) ein Rastmittel (8) und an dem Lagerprofilabschnitt (4) des Längsträgerprofils (2) ein in Längsrichtung versetzt zu dem Einführabschnitt (7) angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel (9) vorgesehen ist;

Einführen des Lagerprofilabschnitts (4) in den Umgreifabschnitt (6) im Bereich eines in Längsrichtung lokal begrenzt an dem Längsträgerprofil vorgesehenen Einführabschnitts (7); und

Herstellen eines Formschlusses zwischen dem Umgreifabschnitt (6) und dem Lagerprofilabschnitt (4) durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts (6) relativ zu dem Lagerprofilabschnitt (4); und

Herstellen einer Längssicherung des Umgreifabschnitts (6) an dem Lagerprofilabschnitt (4) mittels in Eingriff Bringens der Rast- und Gegenrastmittel (8, 9) durch das Längsverschieben des Umgreifabschnitts (6) an dem Lagerprofilabschnitt (4).


 
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Längsverschieben zur Einstellung einer Dachneigung in dem verrasteten Zustand ein formschlüssiges in Längsrichtung gesichertes Verschwenken des Sparrenhalters (3) relativ zu dem Längsträgerprofil (2) vorgenommen wird.
 




Zeichnung

























Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente