GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Überdachungsvorrichtung sowie ein Verfahren
zur Herstellung einer derartigen Überdachungsvorrichtung.
TECHNISCHER HINTERGRUND
[0002] Überdachungen werden für unterschiedlichste Anwendungen eingesetzt. Eine häufig anzutreffende
Art von Überdachungen stellen sogenannte Terrassenüberdachungen dar.
[0003] Obwohl die vorliegende Erfindung und die ihr zugrunde liegende Problematik im Folgenden
anhand einer Terrassenüberdachung beschrieben werden, sind sie darauf nicht begrenzt
sondern auf vielfältige Arten von Überdachungsvorrichtungen übertragbar.
[0004] Terrassenüberdachungen weisen oftmals ein als Wandanschlussprofil ausgebildetes Längsträgerprofil
auf, welches mit Befestigungsmitteln, beispielsweise Bolzen, an einer Wand verankert
wird. Aufgrund baulicher oder lokaler Gegebenheiten kann eine Montagehöhe eines derartigen
Wandanschlussprofils variieren. An einer von der Wand abgewandten Seite wird die Terrassenüberdachung
in der Regel mit einer von Pfosten abgestützten Pfette gelagert. Bei all diesen Komponenten
handelt es sich in der Regel um vorgefertigte Teile, welche in Normgrößen vorproduziert
werden. Es ist somit wünschenswert, bei der Montage einen Anstellwinkel der Sparren,
welcher sich aus der Montagehöhe des Wandanschlussprofils und der Höhe der Pfosten
ergibt, variieren zu können, um auf einfache Weise auf bauliche oder örtliche Gegebenheiten
reagieren zu können.
[0005] Bei einer Variierbarkeit des Anstellwinkels der Sparren ergibt sich auch die Notwendigkeit
der Variierbarkeit des Anstellwinkels der Dachpaneele oder Ausfachungen, welche üblicherweise
an den Sparren gelagert sind.
[0006] Die Druckschrift
US 4,998,389A beschreibt ein Dachsystem, welches mit einem Wandanschluss vorgesehen ist. An einem
Wandanschlussprofil sind dazu Wandanschlussbeschläge vorgesehen, welche eine kreiszylinderförmige
Ausnehmung aufweisen. Ein Sparrenhalter weist einen dazu korrespondierenden Sparrenhalterbeschlag
auf, welcher einen in der Ausnehmung aufnehmbaren Kreiszylinder aufweist. Ferner weist
der Sparrenhalterbeschlag einen Verschlussflansch auf. Auf diese Weise ist der Sparrenhalterbeschlag
in einer waagrechten Stellung an dem Wandanschlussbeschlag ein- und aushängbar. Wird
der ein Sparrenhalterbeschlag in eine Winkelanstellung verschwenkt, untergreift der
Verschlussflansch den Wandanschlussbeschlag, sodass der Sparrenhalter darin gesichert
ist. Ein Dachpanel liegt hier auf den Sparren auf. Zur Abdichtung ist an dem Wandanschlussprofil
ein separater Steg vorgesehen, an welchem eine an dem Dachpanel anstehende Dichtung
vorgesehen ist.
[0007] Nachteilig ist man bei der Montage mit einem derartigen System nicht völlig frei
in der Wahl des Anstellwinkels der Sparren, da eine Mindestneigung notwendig ist,
um eine Sicherung durch den Verschlussflansch zu gewährleisten. Ferner muss hier der
Steg bzw. die Dichtung zur Abdichtung des Dachpanels auf den gewünschten Anstellwinkel
ausgelegt bzw. bei der Montage daran angepasst werden.
[0008] Der Anmelder hat hierzu eine in der
DE 20 2016 005 196 U1 beschriebene Lösung bereitgestellt, welche am Längsträgerprofil einer Überdachungsvorrichtung
in Längsrichtung lokal begrenzt einen Einführabschnitt vorsieht, an welchem ein zur
Aufnahme eines Sparrenhalters ausgebildeter Lagerprofilabschnitt derart ausgenommen
ist, dass er zur Montage in einen Umgreifabschnitt des Sparrenhalters einführbar ist.
Auf diese Weise lässt sich ein Formschluss zwischen Längsträgerprofil und Sparrenhalter
durch Längsverschiebung herstellen.
[0009] Bei der Montage von Terrassenüberdachungen wird ein Längsmaß, mit welchem Sparrenhalter
benachbarter Sparren voneinander beabstandet werden, durch die Breite der Ausfachung,
beispielsweise im Falle von Glas durch die Breite der Glasscheiben, bestimmt. Dieses
Maß wird üblicherweise mit einem Wärmedehnungsspiel versehen und die Sparrenhalter
entsprechend in Längsrichtung positioniert. Die Sparren werden dann nacheinander schrittweise
montiert und die Ausfachung darin eingemessen und eingesetzt. Bei diesem Prozess addieren
sich also nachteilig die Fertigungs- und Einmesstoleranzen entlang der Überdachung.
Entsprechend muss das Maß einer letzten Ausfachung, welche bei der Montage als letztes
eingesetzt wird, auf die übrig gebliebene Länge des Längsträgerprofils angepasst werden.
Beispielsweise kann die letzte Ausfachung, insbesondere im Falle von Glas die letzte
Glasscheibe und eine die Scheibe befestigende Glasleiste, zu kurz sein, wenn zuvor
zu wenig Dehnungsluft gelassen wurde. In diesem Fall müssten Überbrückungsstücke eingesetzt
oder neue Teile angefertigt werden. Andernfalls kann die Ausfachung, insbesondere
eine Glasleiste oder ggfs. auch die letzte Scheibe, zu breit sein, wenn zu viel Dehnungsluft
gelassen wurde.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0010] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
verbesserte Überdachungsvorrichtung und ein Verfahren zu deren Herstellung anzugeben.
[0011] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Überdachungsvorrichtung mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 und/oder durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches
13 gelöst.
[0012] Demgemäß ist vorgesehen:
- Eine Überdachungsvorrichtung, insbesondere Terrassenüberdachung, mit: einem Längsträgerprofil,
welches zur Lagerung eines Sparrenhalters ausgebildet ist und einen Lagerprofilabschnitt
aufweist; einem Sparrenhalter zur Halterung eines Sparrens an dem Längsträgerprofil,
wobei der Sparrenhalter einen zu dem Lagerprofilabschnitt korrespondierenden Umgreifabschnitt
aufweist, der zur formschlüssigen Lagerung an dem Lagerprofilabschnitt ausgebildet
ist, wobei das Längsträgerprofil in Längsrichtung lokal begrenzt einen Einführabschnitt
aufweist, an welchem der Lagerprofilabschnitt derart ausgenommen ist, dass er zur
Montage in den Umgreifabschnitt des Sparrenhalters einführbar ist, wobei der Umgreifabschnitt
an dem Lagerprofilabschnitt längsverschieblich ausgebildet ist und durch Längsverschiebung
ein Formschluss zwischen dem Umgreifabschnitt und dem Lagerprofilabschnitt herstellbar
ist, und wobei an dem Umgreifabschnitt des Sparrenhalters ein Rastmittel und an dem
Lagerprofilabschnitt des Längsträgerprofils ein in Längsrichtung versetzt zu dem Einführabschnitt
angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel vorgesehen ist, welche durch
Längsverschieben des Umgreifabschnitts an dem Lagerprofilabschnitt miteinander in
Eingriff bringbar ausgebildet sind.
- Ein Verfahren zur Herstellung einer Überdachungsvorrichtung, insbesondere einer erfindungsgemäßen
Überdachungsvorrichtung, mit den Schritten: Bereitstellen eines Längsträgerprofils
zur Aufnahme eines Sparrenhalters, welches einen Lagerprofilabschnitt aufweist, und
eines Sparrenhalters zur Halterung eines Sparrens an dem Längsträgerprofil, welcher
einen zu dem Lagerprofilabschnitt korrespondierenden Umgreifabschnitt aufweist, wobei
an dem Umgreifabschnitt des Sparrenhalters ein Rastmittel und an dem Lagerprofilabschnitt
des Längsträgerprofils ein in Längsrichtung versetzt zu dem Einführabschnitt angeordnetes
in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel vorgesehen ist; Einführen des Lagerprofilabschnitts
in den Umgreifabschnitt im Bereich eines in Längsrichtung lokal begrenzt an dem Längsträgerprofil
vorgesehenen Einführabschnitts; Herstellen eines Formschlusses zwischen dem Umgreifabschnitt
und dem Lagerprofilabschnitt durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts relativ
zu dem Lagerprofilabschnitt; und Herstellen einer Längssicherung des Umgreifabschnitts
an dem Lagerprofilabschnitt mittels in Eingriff Bringens der Rast- und Gegenrastmittel
durch das Längsverschieben des Umgreifabschnitts an dem Lagerprofilabschnitt.
[0013] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Erkenntnis besteht darin, dass die
Aufaddition von Fertigungs- und Einmesstoleranzen bei der Montage einer Überdachungsvorrichtung
durch eine Längssicherung von Sparrenhaltern an vorbestimmten Rastabschnitten vermeidbar
ist.
[0014] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht nun darin, an dem Umgreifabschnitt
des Sparrenhalters ein Rastmittel und an dem Lagerprofilabschnitt des Längsträgerprofils
an vorbestimmten Rastabschnitten angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel
vorzusehen, welche beim Herstellen des Formschlusses durch Längsverschieben automatisch
miteinander in Eingriff kommen. Auf diese Weise werden sämtliche Längsjustagearbeiten
bei der Montage einer Überdachungsvorrichtung vermieden. Ferner werden Wärmedehnungsfugen
in ihrer Dimensionierung bereits werksseitig festgelegt, sodass der bisher übliche
Schritt des Einmessens einer Ausfachung mit einer geeigneten Dehnungsfuge entfällt.
Auf diese Weise können erfindungsgemäß alle Ausfachungen der Überdachungsvorrichtung
von vorneherein bzw. werksseitig mit dem richtigen Maß bereitgestellt werden, sodass
es insbesondere keinerlei Anpassung einer letzten Ausfachung mehr bedarf.
[0015] Zusammengefasst braucht sich ein Monteur erfindungsgemäß bei der Positionierung von
Sparrenhaltern nicht mehr um die Befestigung und Maßhaltigkeit, insbesondere auch
nicht mehr um das fehleranfällige Einmessen von Dehnfugen, zu kümmern. Die notwendige
Dehnungsluft wird stattdessen bereits durch die erfindungsgemäße Montagetechnik vorgegeben.
[0016] Zudem braucht ein Monteur die Sparrenhalter auch nicht, wie bisher üblich, durch
zusätzliche Befestigungsmittel an dem Längsträgerprofil festlegen. Stattdessen wird
die korrekte und bereits auf die vorgesehene Ausfachung abgestimmte Montageposition
erfindungsgemäß durch die entsprechende Vorfertigung der Rast- und Gegenrastmittel
vorgegeben und die Längssicherung an der richtigen Stelle automatisch durch das ineinander
Eingreifen der Rast- und Gegenrastmittel erreicht.
[0017] Zur Montage braucht der Monteur den Sparrenhalter daher lediglich an dem Einführabschnitt
einsetzen und in Längsrichtung bis zum Einrasten der Rast- und Gegenrastmittel verschieben.
Die Montage einer Überdachungsvorrichtung ist damit erfindungsgemäß sehr viel einfacher,
sicherer, schneller und mit geringerer Fehleranfälligkeit ermöglicht. Insbesondere
wird dabei auch eine sehr hohe Arbeitssicherheit für die Montage bereitgestellt, da
der einmal eingesetzte Sparrenhalter nach dem Längsverschieben nicht mehr ungewollt
aus dem Längsträgerprofil heraus gelangen kann.
[0018] Das Längsträgerprofil kann unterschiedliche Ausgestaltungen aufweisen, beispielsweise
kann es als Wandanschlussprofil oder als Pfette ausgebildet sein.
[0019] Als Sparrenhalter ist jegliche Art von zur Halterung eines Sparrens an einem Längsträgerprofil
geeignete Ausbildung anzusehen.
[0020] Als Umgreifabschnitt ist ein Abschnitt des Sparrenhalters zu verstehen, welcher zum
Umgreifen des Lagerprofilabschnitts geeignet ist. Der Lagerprofilabschnitt wird bei
einem Umgreifen zumindest teilweise, insbesondere zumindest an zwei gegenüberliegenden
Seiten, derart gegriffen, dass eine formschlüssige schwenkbare Kopplung des Sparrenhalters
mit dem Längsträgerprofil besteht.
[0021] Unter einem in Längsrichtung lokal begrenzten Einführabschnitt ist ein lokaler ausgenommener
Abschnitt zu verstehen, welcher sich nicht über die gesamte Länge des Längsträgerprofils
hinweg sondern lediglich über einen vergleichsweise kleinen Teil oder Abschnitt der
Länge des Längsträgerprofils erstreckt. Die Breite des Einführabschnitts ist dabei
breit genug, um den lokal ausgenommen Lagerprofilabschnitt in den Umgreifabschnitt
des Sparrenhalters einzuführen. Der Einführabschnitt weist somit eine Breite auf,
die breiter als der Umgreifabschnitt des Sparrenhalters ausgebildet ist. Beispielsweise
kann es sich um eine Breite des Einführabschnitts im Bereich der ein- bis zweifachen
Breite des Sparrenhalters handeln.
[0022] Das Gegenrastmittel ist derart in Längsrichtung zu dem in Längsrichtung lokal begrenzten
Einführabschnitt versetzt angeordnet, dass eine ausreichende, vorzugsweise eine vollständige,
Abstützung des Umgreifabschnitts an dem Lagerprofilabschnitt gewährleistet ist.
[0023] Im Übrigen ist das Längsträgerprofil in Längsrichtung insbesondere mit einer konstanten
Querschnittsform ausgebildet. Dabei handelt es sich bei dem Lagerprofilabschnitt um
einen, abgesehen von der Ausnehmung und dem Gegenrastmittel, mit konstantem Querschnitt
linear verlaufenden Abschnitt des Längsträgerprofils.
[0024] Die Herstellung eines Formschlusses wird insbesondere durch Verschieben des Sparrenhalters
in Längsrichtung des Längsträgerprofils aus dem Einführabschnitt heraus, das heißt
insbesondere in einen Bereich ohne Ausnehmung des Lagerprofilabschnitts, vorgenommen.
[0025] Das in Eingriff Bringen der Rastmittel und Gegenrastmittel kann gleichzeitig mit
der Herstellung eines Formschlusses vorgenommen werden. Insbesondere kann das Gegenrastmittel
derart an dem Lagerprofilabschnitt positioniert sein, dass die Rast- und Gegenrastmittel
bei Erreichen eines vollständigen Formschlusses miteinander in Eingriff kommen. Sind
die Rast- und Gegenrastmittel miteinander in Eingriff, ist der Sparrenhalten in Längsrichtung
an dem Lagerprofilabschnitt eingerastet bzw. gesichert.
[0026] Das Verfahren zur Herstellung der Überdachungsvorrichtung stellt insbesondere ein
Montageverfahren bzw. ein Verfahren zur Montage einer Überdachungsvorrichtung dar.
[0027] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.
[0028] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform sind die Rast- und Gegenrastmittel zur
Längssicherung des Umgreifabschnitts an dem Lagerprofilabschnitt ausgebildet. Vorteilhaft
braucht somit keine zusätzliche bzw. händische Längssicherung des Sparrenhalters vorgenommen
werden.
[0029] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Rast- und Gegenrastmittel zueinander
verdrehbar ausgebildet, so dass der Umgreifabschnitt in einem verrasteten Zustand
um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts verschwenkbar ist. Auf diese Weise lässt
sich eine gewünschte Dachneigung frei und stufenlos einstellen.
[0030] Bei einer Weiterbildung ist der Umgreifabschnitt in einem verrasteten Zustand um
einen vorbestimmten Winkel um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts schwenkbar.
Insbesondere ist eine Schwenkbarkeit um einen Winkel vorgesehen, der zwischen 10°
und 45° beträgt. Vorzugsweise beträgt ein derartiger Winkel zwischen 15° und 35°.
Ein besonders bevorzugter Winkel beträgt zwischen 25° und 30°.
[0031] Gemäß einer weiteren Weiterbildung ist der Umgreifabschnitt in einem verrasteten
Zustand um einen vorbestimmten Winkelabschnitt einer Stellung des Sparrenhalters relativ
zu dem Längsträgerprofil um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts schwenkbar. Insbesondere
ist die Schwenkbarkeit bei einer Winkelstellung des Sparrenhalters zu dem Längsträgerprofil
zwischen -10° und 45° vorgesehen. Vorzugsweise liegt eine derartige Winkelstellung
zwischen 0° und 35°. Besonders bevorzugt kann eine Winkelstellung im Bereich zwischen
3° und 30° liegen.
[0032] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform sind die Rast- und Gegenrastmittel durch
Überschreiten des vorbestimmten Winkels lösbar ausgebildet. Alternativ oder zusätzlich
sind die Rast-und Gegenrastmittel durch Überschreiten des vorbestimmten Winkelabschnitts
lösbar ausgebildet. Vorteilhaft kann auf diese Weise ohne Werkzeugeinsatz der Eingriff
zwischen den Rast- und Gegenrastmitteln auch wieder zerstörungsfrei gelöst werden,
beispielsweise zur Demontage der Überdachungsvorrichtung.
[0033] Gemäß einer Ausführungsform sind das Rastmittel und das Gegenrastmittel mit einem
federnden Druckstück und einer dazu korrespondierenden Umfangsnut gebildet. Das Druckstück
kann beispielsweise in eine quer zu Längsachse verlaufende Gewindebohrung in dem Umgreifabschnitt
angeordnet sein. Die Umfangsnut kann sich über einen Abschnitt der Mantelfläche des
Lagerprofilabschnitts erstrecken. Insbesondere beschreibt die Umfangsnut einen Winkelabschnitt
um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts. In Längsrichtung ist die Umfangsnut vorzugsweise
mit einer zu dem Druckstück korrespondierenden Stärke ausgebildet.
[0034] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung läuft die Umfangsnut an zumindest einem Ende
mit einer Steigung aus. Die Steigung ist derart ausgelegt, dass zum Lösen der Rast-
und Gegenrastmittel das Druckstück durch Überschreiten des vorbestimmten Drehwinkels
und/oder des vorbestimmten Winkelabschnitts aus der Umfangsnut heraus drückbar ist.
Sofern das Druckstück mit einem runden Kopf gebildet ist, kann das Druckstück zum
Lösen auch nur weitgehend aus der Nut herausgedrückt werden und die restliche Federkraft
bei einem Längsverschieben mittels der runden Form überwunden werden. Vorteilhaft
wirkt die Federkraft des Druckstücks dem Lösen stets entgegen, sodass ein gewisser
Widerstand vorgesehen ist, welcher ein unbeabsichtigtes oder selbsttätiges Lösen vermeidet.
Weiter vorteilhaft werden keinerlei Werkzeuge zum Lösen benötigt. Zudem ist das Lösen
zerstörungsfrei ermöglicht.
[0035] Bei einer weiteren Ausführungsform wäre auch eine den Lagerprofilabschnitt sekantenartig
schneidende Nut als Gegenrastmittel denkbar. Vorteilhaft weist eine derartige sekantenartig
schneidende Nut im Falle eines zylinderförmigen Lagerprofilabschnitts automatisch
einen schräg zu der Mantelfläche verlaufenden Nutgrund auf, sodass hier am Auslauf
der Nut nicht extra eine Steigung vorgesehen werden braucht. Selbstverständlich hängt
es aber von der Materialstärke bzw. Auslegung des Lagerprofilabschnittes ab, ob eine
den Lagerprofilabschnitt sekantenartig schneidende Nut aus Sicht der Statik infrage
kommt.
[0036] Gemäß einer Ausführungsform ist das Rastmittel mit dem in dem Umgreifabschnitt angeordneten
Druckstück und das Gegenrastmittel mit der an dem Lagerprofilabschnitt eingebrachten
Umfangsnut gebildet. Das Druckstück kann beispielsweise in eine in dem Umgreifabschnitt
vorgesehene Gewindebohrung eingeschraubt werden. Die Umfangsnut kann beispielsweise
automatisiert im Bereich des Lagerprofilabschnitts eingefräst werden. Vorteilhaft
sind die Rast-und Gegenrastmittel somit einfach herstellbar.
[0037] Gemäß einer Ausführungsform ist das Gegenrastmittel in einem eine Einbauposition
des Sparrenhalters in Längsrichtung vorbestimmenden Rastabschnitt des Lagerprofilabschnitts
angeordnet. Die Rast- und Gegenrastmittel sind dabei durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts
an dem Lagerprofilabschnitt von dem Einführabschnitt zu dem Rastabschnitt miteinander
in Eingriff bringbar. Insbesondere kann der Rastabschnitt zum Erreichen eines vollständigen
Formschlusses zwischen dem Umgreifabschnitt und dem Lagerprofilabschnitt dimensioniert
sein und weist dementsprechend auch unbearbeitete Abschnitte des Lagerprofilabschnittes
auf. Die Dimensionierung des Rastabschnitts ist vorzugsweise derart vorgesehen, dass
die Rast- und Gegenrastmittel bei Erreichen des vollständigen Formschlusses miteinander
in Eingriff kommen.
[0038] Gemäß einer Ausführungsform ist der Einführabschnitt dazu direkt neben dem Rastabschnitt
angeordnet. Insbesondere grenzt der Rastabschnitt direkt an den Einführabschnitt an.
Vorteilhaft wird auf diese Weise die zur Montage notwendige Längsverschiebung auf
lediglich das zur Herstellung des gewünschten Formschlusses nötige Maß reduziert.
[0039] Gemäß einer Ausführungsform sind dem Rastabschnitt zwei Einführabschnitte zugeordnet,
welche beidseitig neben dem Rastabschnitt angeordnet sind. Auf diese Weise kann die
Montage angepasst an die Einbausituation oder Zugänglichkeit von beiden Seiten gelichermaßen
vorgenommen werden.
[0040] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform weist der Lagerprofilabschnitt ein im Querschnitt
zumindest abschnittsweise rundes Profil auf. Der Umgreifabschnitt weist dabei eine
korrespondierende zumindest abschnittsweise runde Ausnehmung auf. Insbesondere ist
der Lagerprofilabschnitt zumindest abschnittsweise kreiszylinderförmig und die Ausnehmung
entsprechend ebenfalls zumindest abschnittsweise kreiszylinderförmig ausgebildet.
Vorteilhaft ist durch die runde Gestaltung ein aneinander Abgleiten des Lagerprofilabschnitts
und des Umgreifabschnitts ermöglicht, sodass ein Anstellwinkel einstellbar ist.
[0041] Gemäß einer Ausführungsform weist der Umgreifabschnitt eine in die zumindest abschnittsweise
runde Ausnehmung ragende Bohrung, insbesondere Gewindebohrung, auf. In der Bohrung
ist das Rastmittel befestigbar. Insbesondere kann es sich um ein Druckstück handeln,
welches federnd in einer mit einem Außengewinde versehenen Hülse aufgenommen ist.
Auf diese Weise ist das Rastmittel bei der Vorfertigung einer Überdachungsvorrichtung
in einer gewünschten Stellung an dem Umgreifabschnitt positionierbar. Besonders vorteilhaft
braucht die Positionierung aufgrund der fehlenden Ausbildung bei der Montage nicht
verändert zu werden. Dies stellt insbesondere einen großen Vorteil gegenüber einem
bisher oftmals zur Fixierung eingesetzten Gewindestift dar.
[0042] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Lagerprofilabschnitt in einem Umfangswinkel
von größer als 180° umgreifbar ausgebildet. Insbesondere ist er in einem Umfangswinkel
von zumindest 270°, bevorzugt 280° bis 300°, umgreifbar ausgebildet. Vorteilhaft ist
auf diese Weise ein großer Verschwenkbereich zwischen Längsträgerprofil und Sparrenhalter
ermöglicht.
[0043] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Umgreifabschnitt ausgebildet, den
Lagerprofilabschnitt in einem Umfangswinkel größer als 180° zu umgreifen. Auf diese
Weise ist lediglich durch die Formgebung des Umgreifabschnitts ein Formschluss mit
dem Lagerprofilabschnitt ermöglicht. Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist der
Umfangswinkel größer als 200°, vorzugsweise zwischen 210° und 260°, besonders bevorzugt
zwischen 230° und 250° ausgebildet.
[0044] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Lagerprofilabschnitt in
Längsrichtung abseits des Einführabschnitts derart durch den Umgreifabschnitt umgreifbar,
dass unter Beibehaltung des Formschlusses der Sparrenhalter in eine positive und in
eine negative Anstellung relativ zu dem Längsträgerprofil verschwenkbar ist. Unter
einer positiven Anstellung ist dabei eine Anstellung zu verstehen, bei welcher ein
an dem Sparrenhalter gelagerter Sparren von dem Längsträgerprofil aus nach unten verläuft.
Unter einer negativen Anstellung ist dementsprechend eine Anstellung zu verstehen,
bei welcher ein an dem Sparrenhalter gelagerter Sparren von dem Längsträgerprofil
aus nach oben verläuft. Vorteilhaft braucht auf diese Weise für beide Arten der Anstellung
keinerlei bauliche Veränderung der tragenden Bauteile vorgenommen werden.
[0045] Gemäß einer Ausführungsform beträgt ein Schwenkbereich der Anstellung zumindest 0°
bis +30°. Denkbar sind auch Schwenkbereiche von 0° bis +45°. Vorteilhaft sind auf
diese Weise, insbesondere für Terrassenüberdachungen, übliche Anstellwinkel von dem
Schwenkbereich abgedeckt.
[0046] Gemäß einer Ausführungsform ist das Längsträgerprofil als Wandanschlussprofil ausgebildet.
Im montierten Zustand ist die Anstellung dabei relativ zu einer Wand einstellbar.
Unter einer Wand ist dabei jede Art von zur Anbringung des Wandanschlussprofils geeignetem
Bauwerk zu verstehen. Es kann sich beispielsweise um eine gemauerte Wand, eine Holzwand,
eine Fassade, ein Gestell, ein Fachwerk oder dergleichen handeln. Insbesondere handelt
es sich bei der Wand um eine vertikale Wand. Es ist jedoch auch ein Einsatz einer
schrägen Wand bzw. Fassade denkbar.
[0047] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Längsträgerprofil als Pfettenprofil
ausgebildet. Im montierten Zustand ist somit die Anstellung relativ dazu einstellbar.
Insbesondere kann das Pfettenprofil in Form einer Firstpfette vorgesehen bzw. ausgebildet
sein. Vorteilhaft kann die Überdachungsvorrichtung auf diese Weise auch ohne einen
Wandanschluss installiert werden. Insbesondere ist die Pfette an einer Vertikalen
ausgerichtet, sodass der Anstellwinkel in Bezug auf die Vertikale ausrichtbar ist.
[0048] Gemäß einer Ausführungsform weist das Längsträgerprofil beidseitig je einen Lagerprofilabschnitt
auf. In diesem Fall sind gegenüberliegende Sparrenhalter in dem Längsträgerprofil
aufnehmbar. Diese Ausführung ist insbesondere bei einem als Firstpfette ausgebildeten
Längsträgerprofil vorgesehen. Vorteilhaft kann auf diese Weise mit einem gemeinsamen
Längsträgerprofil an zwei gegenüberliegenden Seiten des Längsträgerprofils eine Überdachung
realisiert werden. Insbesondere kann es sich bei einem derartigen Längsträgerprofil
mit beidseitigem Lagerprofilabschnitt um zwei miteinander verbundene einseitige Längsträgerprofile
handeln. Beispielsweise können dazu zwei zum Wandanschluss vorgesehene Längsträgerprofile
an ihren Wandseiten miteinander verbunden werden, sodass ein gemeinsames Profil mit
beidseitigen Lagerprofilabschnitten geschaffen wird. Vorteilhaft wird auf diese Weise
die Bauteilvielfalt verringert, sodass die Herstellung vereinfacht ist.
[0049] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist an einem dem Sparrenhalter gegenüberliegenden
Ende des Sparrens eine Pfette, insbesondere in Form einer Fußpfette, vorgesehen. Die
Pfette weist dabei einen Rundlagerfortsatz auf. Insbesondere ist dieser in Form eines
Kreiszylinderprofilabschnitts ausgebildet. Der Sparren weist einen korrespondierenden
Aufnahmefortsatz auf, welcher insbesondere in Form einer Klaue mit kreiszylinderabschnittförmiger
Ausnehmung ausgebildet ist. Der Aufnahmefortsatz ist dabei zum Umgreifen des Rundlagerfortsatzes
ausgebildet. Insbesondere erfolgt die Montage des Rundlagerfortsatzes mit dem Aufnahmefortsatz
unter Herstellung eines Formschlusses, vorzugsweise durch Längsverschiebung des Aufnahmefortsatzes
auf den Rundlagerfortsatz. Vorteilhaft ist somit eine in einem großen Schwenkbereich
verschwenkbar gelenkige Verbindung der Pfette zu dem Sparen geschaffen, welche ebenfalls
verschiebbar ist, sodass auch hier eine flexible Anpassbarkeit von unterschiedlichsten
Anstellwinkeln der Sparren gewährleistet ist.
[0050] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens zur Herstellung der Überdachungsvorrichtung
wird nach dem Längsverschieben zur Einstellung einer Dachneigung in dem verrasteten
Zustand ein formschlüssiges in Längsrichtung gesichertes Verschwenken des Sparrenhalters
relativ zu dem Längsträgerprofil vorgenommen. Vorteilhaft kann auf diese Weise im
verrasten Zustand ein gewünschter Anstellwinkel des Sparrens relativ zu dem Längsträgerprofil,
insbesondere in einem vorbestimmten Schwenkbereich mit positiver oder negativer Anstellung,
eingestellt werden. Vorteilhaft kann dabei trotz des Verschwenkens die Längspositionierung
gesichert bleiben.
[0051] Bei einer weiteren Ausführungsform wird vor dem Einführen des Lagerprofilabschnitts
in den Umgreifabschnitt ein Schritt des ortsfesten Montierens des Längsträgerprofils
vorgesehen. Das Längsverschieben wird entsprechend durch Verschieben des Sparrenhalters
längs des Längsträgerprofils vorgenommen. Vorteilhaft braucht auf diese Weise lediglich
der Sparrenhalter manipuliert werden, sodass die Montage vereinfacht wird.
[0052] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig
miteinander kombinieren. Insbesondere sind sämtliche Merkmale einer Überdachungsvorrichtung
auf ein Verfahren zum Herstellen der Überdachungsvorrichtung übertragbar, und umgekehrt.
Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen der Erfindung
umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im Folgenden bezüglich
der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung. Insbesondere wird dabei
der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen zu der jeweiligen
Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.
INHALTSANGABE DER ZEICHNUNG
[0053] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine Überdachungsvorrichtung vor der Montage;
- Fig. 2
- eine Querschnittansicht eines Sparrenhalters;
- Fig. 3A
- eine Querschnittansicht durch einen Einführabschnitt des Längsträgerprofils und den
Sparrenhalter der Überdachungsvorrichtung;
- Fig. 3B
- eine vergrößerte Querschnittansicht der Überdachungsvorrichtung gemäß Fig. 3A im Bereich
des Umgreifabschnitts;
- Fig. 4A
- eine Querschnittansicht durch einen Rastabschnitt des Längsträgerprofils und den Sparrenhalter
der Überdachungsvorrichtung;
- Fig. 4B
- eine Querschnittansicht der Überdachungsvorrichtung gemäß Fig. 4A im Bereich des Umgreifabschnitts;
- Fig. 5A
- eine Querschnittdarstellung der Überdachungsvorrichtung gemäß Fig. 4A in einem waagrecht
ausgerichteten Zustand;
- Fig. 5B
- eine vergrößerte Darstellung der Überdachungsvorrichtung gemäß Fig. 5A im Bereich
der Rast- und Gegenrastmittel;
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht eines Rastabschnitts;
- Fig. 7
- eine Vorderansicht einer Längsposition eines Sparrenhalters im verrasteten Zustand;
- Fig. 8
- eine perspektivische Darstellung einer Terrassenüberdachung mit Wandanschluss;
- Fig. 9
- eine perspektivische Darstellung einer Terrassenüberdachung mit Firstpfette;
- Fig. 10
- eine perspektivisch dargestellte Schnittansicht einer Überdachungsvorrichtung gemäß
Fig. 1 mit einge-setzter Ausfachung; und
- Fig. 11
- eine Längsschnittansicht durch eine Terrassenüberdachung im Bereich von Ausfachungen.
[0054] Die beiliegenden Figuren der Zeichnung sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen
der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0055] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente,
Merkmale und Komponenten - sofern nichts anderes ausgeführt ist - jeweils mit denselben
Bezugszeichen versehen.
BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0056] Fig. 1 zeigt eine Überdachungsvorrichtung 1 vor der Montage.
[0057] Die Überdachungsvorrichtung 1 weist ein als Wandanschlussprofil ausgebildetes Längsträgerprofil
2, einen Sparren 5 sowie einen zur Halterung bzw. Lagerung des Sparrens 5 an dem Längsträgerprofil
2 ausgebildeten und damit befestigten, beispielsweise verschraubten, Sparrenhalter
3 auf.
[0058] Das Längsträgerprofil 2 weist einen zur Lagerung des Sparrenhalters 3 ausgebildeten
Lagerprofilabschnitt 4 auf. Der Lagerprofilabschnitt 4 ist mit einer abschnittsweise
runden Form, hier beispielhaft einer hohlen Kreiszylinderform, welche einteilig über
Stützstreben 16 an einen Wandanschlussbereich des Wandanschlussprofils 2 angebunden
sind, gebildet. Der Lagerprofilabschnitt 4 ist dementsprechend vorzugsweise einteilig
mit den übrigen Teilen des Wandanschlussprofils 2 ausgebildet.
[0059] Das Längsträgerprofil 2 ist beispielhaft als Strangpressprofil ausgebildet. Insbesondere
enthält es Aluminium. Andere strangpressbare Werkstoffe, beispielsweise Kunststoffe,
wären alternativ oder zusätzlich ebenfalls denkbar.
[0060] Das Längsträgerprofil 2 weist beispielhaft zwei Einführabschnitte 7 auf, welche beidseitig
neben einem Rastabschnitt 15 vorgesehen sind. Das Einführen eines Sparrenhalters ist
somit beidseits möglich. Selbstverständlich würde für die Funktion des Einführens
aber auch ein einzelner bzw. einseitig vorgesehener Einführabschnitt 7 ausreichen.
[0061] In diesen Einführabschnitten 7 ist der Lagerprofilabschnitt 4 lokal ausgenommen,
hier beispielhaft mit einer sekantenartigen Ausnehmung 17. Bei einer weiteren Ausführungsform
wäre auch eine den Lagerprofilabschnitt sekantenartig schneidende Nut als Gegenrastmittel
denkbar. Vorteilhaft weist eine derartige sekantenartig schneidende Nut im Falle eines
zylinderförmigen Lagerprofilabschnitts automatisch einen schräg zu der Mantelfläche
verlaufenden Nutgrund auf, sodass hier am Auslauf der Nut nicht extra eine Steigung
vorgesehen werden braucht. Selbstverständlich hängt es aber von der Materialstärke
bzw. Auslegung des Lagerprofilabschnittes ab, ob eine den Lagerprofilabschnitt sekantenartig
schneidende Nut aus Sicht der Statik infrage kommt.
[0062] Fig. 2 zeigt eine Querschnittansicht eines Sparrenhalters 3.
[0063] Der Sparrenhalter 3 weist einen Umgreifabschnitt 6 mit einer zu dem Lagerprofilabschnitt
4 korrespondierenden Ausnehmung 18 auf. Dementsprechend handelt es sich bei der dargestellten
Ausführungsform beispielhaft um eine kreiszylinderförmige Ausnehmung 18.
[0064] Der Umgreifabschnitt 6 mit seiner Ausnehmung 18 ist zur formschlüssigen Lagerung
an dem Lagerprofilabschnitt 4 ausgebildet. Im montierten Zustand umgreift er dazu
den Lagerprofilabschnitt 4 insoweit, dass eine schwenkbare formschlüssige Verbindung
bereit gestellt ist.
[0065] Zur Längssicherung des Sparrenhalters ist an dem Umgreifabschnitt 6 ein Rastmittel
8 angeordnet. Korrespondierend dazu ist an dem in Fig. 1 gezeigten Lagerprofilabschnitt
4 des Längsträgerprofils 2 ein in Längsrichtung versetzt zu dem Einführabschnitt 7
angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel 9 im Bereich eines Rastabschnitts
15 vorgesehen. Die Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 sind durch Längsverschieben des
Umgreifabschnitts 6 an dem Lagerprofilabschnitt 4 miteinander in Eingriff bringbar
ausgebildet, so dass damit eine Längssicherung des Umgreifabschnitts 6 an dem Lagerprofilabschnitt
4 ermöglicht, welche durch das in Eingriff bringen erreicht wird.
[0066] Zudem sind die Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 trotz eines Eingriffs, das heißt in
einem verrasteten Zustand, zueinander verdrehbar ausgebildet. Der Umgreifabschnitt
6 ist somit in einem verrasteten Zustand der Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 dennoch
um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts 4 verschwenkbar.
[0067] Fig. 3A zeigt eine Querschnittansicht durch einen Einführabschnitt 7 des Längsträgerprofils
2 und den Sparrenhalter 3 der Überdachungsvorrichtung 1 gemäß Fig. 1.
[0068] Der Lagerprofilabschnitt 4 ist hier im Bereich des Einführabschnitts 7 in den Umgreifabschnitt
6 des Sparrenhalters 3 eingeführt. Aus der in Fig. 1 gezeigten Stellung wird der Sparrenhalter
6 dazu bzw. zur Montage im Bereich des ausgenommenen Einführabschnitts 7 mit der Ausnehmung
18 auf den Lagerprofilabschnitt 4 aufgeschoben, was durch die lokal vorgesehene Ausnehmung
15 ermöglicht ist. Das Rastmittel 8, welches in einem in Fig. 2 gezeigten entspannten
Zustand in die Ausnehmung 18 hineinragt, wird dabei vorgespannt.
[0069] Die Vorspannung braucht in der Regel nicht händisch aufgebracht werden wenn das Rastmittel,
wie im dargestellten Ausführungsbeispiel nach oben oder schräg oben vorgespannt wird,
da das Gewicht des mit dem Sparrenhalter 3 verbundenen Sparrens 5 den Umgreifabschnitt
6 beim Einführen ohnehin entgegen der Federkraft des Rastmittels 8 nach unten drückt.
[0070] In der gezeigten Stellung ist der Sparrenhalter 3 nun längs des Längsträgerprofils
2 bzw. in Längsrichtung auf dem Lagerprofilabschnitt 4 verschiebbar.
[0071] Fig. 3B zeigt eine vergrößerte Querschnittansicht der Überdachungsvorrichtung gemäß
Fig. 3A im Bereich des Umgreifabschnitts.
[0072] Im Detail ist hier die sekantenartige Ausnehmung 17 des Einführabschnitts 7 dargestellt.
Die Ausnehmung 17 durchdringt bei der dargestellten Ausführungsform das Material des
Lagerprofilabschnitts 4 erkennbar nicht. Es handelt sich dementsprechend um eine taschenartige
Ausnehmung 17.
[0073] Die mittels der Ausnehmung 17 im Bereich des Einführabschnitt 7 lokal geänderte Form
des Lagerprofilabschnitts 4 ermöglicht, dass der Lagerprofilabschnitt 4 hier in den
Umgreifabschnitt 6 des Sparrenhalters 3 einführbar ist.
[0074] Der Einführabschnitt 7 kann bei weiteren Ausführungsformen auch mit einer unterschiedlichen
Form der Ausnehmung 17 gebildet sein. Die Ausnehmung 17 kann beispielsweise auch sichelförmig
ausgebildet sein. Die Funktion der sekantenartigen Ausnehmung 17 ist gleich zu einer
sichelförmigen Ausnehmung. Aufgrund ihres geraden Verlaufs ist die sekantenartige
Ausnehmung jedoch vergleichsweise einfacher herstellbar, beispielsweise mittels einer
geraden Überfahrt eines herkömmlichen Fräsers mit Zylinderform.
[0075] Ferner ist hier die Vorspannung des Rastmittels 8 ersichtlich, welches im Vergleich
zum entspannten Zustand in Fig. 2 erkennbar in den Umgreifabschnitt 6 federnd hineingedrückt
und somit vorgespannt ist.
[0076] Fig. 4A zeigt eine Querschnittansicht durch einen Rastabschnitt 15 des Längsträgerprofils
2 und den Sparrenhalter 3 der Überdachungsvorrichtung 1.
[0077] Die hier gezeigte Stellung wird ausgehend von der Stellung gemäß Fig. 3A durch Längsverschieben
des Sparrenhalters 3 eingenommen. Der Sparrenhalter 3 ist hier dementsprechend entlang
des Lagerprofilabschnitts 4 von dem Einführabschnitt 7 zu dem Rastabschnitt 15 längsverschoben.
[0078] Wie in dieser Ansicht erkennbar, umgreift der Umgreifabschnitt 6 nun den Lagerprofilabschnitt
4 in einem Winkelbereich größer als 180°, sodass ein Formschluss besteht. Darüber
hinaus ist aufgrund der runden Form des Lagerprofilabschnitts 4 und der Ausnehmung
8 des Umgreifabschnitts 6 eine Verschwenkbarkeit des Sparrenhalters 3 relativ zum
Längsträgerprofil 2 ermöglicht. In dieser Stellung ist der Umgreifabschnitt 6 des
Sparrenhalters 3 somit formschlüssig und verschwenkbar mit dem Lagerprofilabschnitt
4 des Längsträgerprofils 2 verbunden.
[0079] Darüber hinaus stehen in dieser Stellung die Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 miteinander
in Eingriff.
[0080] Fig. 4B zeigt eine Detailansicht der Überdachungsvorrichtung 1 gemäß Fig. 4A im Bereich
des Umgreifabschnitts.
[0081] Das Rastmittel 8 ist mit einem in dem Umgreifabschnitt 6 angeordneten federnden Druckstück
12 und das Gegenrastmittel 9 mit einer an dem Lagerprofilabschnitt 4 eingebrachten
Umfangsnut 13 gebildet. Bei dem Längsverschieben gleitet das gemäß Fig. 3A und 3B
in den Umgreifabschnitt 6 eingedrückte Druckstück entlang der Oberfläche des Lagerprofilabschnitts
4 und schnappt bei Erreichen der Umfangsnut 13 durch seine Federvorspannung in die
Umfangsnut 13 ein. Die Umfangsnut 13 begrenzt damit die Längsverschiebung, sodass
eine Längssicherung des Sparrenhalters 3 erreicht ist.
[0082] Der Sparrenhalter 3 ist relativ zu dem Längsträgerprofil 2 unter Beibehaltung des
Formschlusses in einem Schwenkbereich eines Winkels 10 um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts
in unterschiedliche Anstellwinkel verschwenkbar. Dies wird dadurch erreicht, dass
der Lagerprofilabschnitt 4 in einem größeren Umfangswinkel umgreifbar ausgebildet
ist, als der Umgreifabschnitt 6 den Lagerprofilabschnitt 4 umgreift.
[0083] Beispielsweise beträgt hier ein Umfangswinkel, in welchem der Lagerprofilabschnitt
4 umgreifbar ist, mehr als 270°. Ferner liegt ein Umfangswinkel, in welchem der Umgreifabschnitt
6 den Lagerprofilabschnitt 4 umgreift, bei mehr als 180°. Es ergibt sich somit ein
theoretischer Schwenkbereich, der sich betragsmäßig aus der Differenz dieser Umfangswinkel
ergibt und beispielhaft 60° betragen kann. Tatsächlich begrenzen aber Übergangsradien
und/oder weitere Abschnitte des Längsträgerprofils 2 und des Sparrenhalters 3 den
Schwenkbereich, sodass ein nutzbarer Schwenkbereich geringer ausfällt. Über diesen
nutzbaren Schwenkbereich erstreckt sich dann die das Gegenrastmittel 9 bildende Umfangsnut
13.
[0084] Der Umgreifabschnitt 6 ist in einem verrasteten Zustand daher um einen mit der Umfangsnut
vorbestimmten Drehwinkel 10 um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts 4 schwenkbar.
Bei der dargestellten Ausführungsform beträgt der Winkel 10 beispielhaft 27°. Bei
weiteren Ausführungsformen sind selbstverständlich anders bemessene Schwenkbereiche
möglich. Beispielsweise kann der Winkel 10 im Bereich von 10° bis 45°, vorzugsweise
im Bereich von 15° bis 35°, besonders bevorzugt im Bereich von 25° bis 30°, betragen.
[0085] Somit lassen sich in einem verrasteten Zustand vielfältige Stellungen des Sparrenhalters
3 relativ zu dem Längsträgerprofil 2 durch Schwenken des Sparrenhalters 3 einnehmen.
Bei der dargestellten beispielhaften Ausführungsform liegt der Bereich einer möglichen
Winkelstellung 11 des Sparrenhalters 3 zu dem Längsträgerprofil 4 in einem verrasteten
Zustand zwischen 3° und 30°. Bei weiteren Ausführungsformen sind aber selbstverständlich
anders bemessene Bereiche einer möglichen Winkelstellung 11 möglich, beispielsweise
von ab 0° bis zu 45°. Theoretisch sind auch negative Bereiche der Winkelstellung 11
denkbar.
[0086] Fig. 5A zeigt eine Querschnittdarstellung der Überdachungsvorrichtung 1 gemäß Fig.
4A in einem waagrecht ausgerichteten Zustand.
[0087] Eine Stellung des Sparrenhalters 3 und des Sparrens 5 relativ zu dem Längsträgerprofil
2 beträgt hier dementsprechend 0°. Da bei einer montierten Überdachungsvorrichtung
in aller Regel zumindest ein geringer Neigungswinkel vorgesehen ist, um den Ablauf
von Niederschlägen zu gewährleisten, handelt es sich hierbei um eine lediglich für
die Montage oder Demontage relevante Stellung.
[0088] Erfindungsgemäß kann eine derartige Stellung eingenommen werden, um die Längssicherung
des Umgreifabschnitts 6 des Sparrenhalters 3 an dem Lagerprofilabschnitt 4 des Längsträgerprofils
2 zu lösen. Die Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 sind somit durch Überschreiten des
vorbestimmten Drehwinkels 10 bzw. des vorbestimmten Winkelabschnitts 11 lösbar ausgebildet.
[0089] Bei der dargestellten Ausführungsform wird der Sparrenhalter dazu über die dargestellte
waagrechte Stellung hinaus in einen negativen Anstellwinkel verstellt. Die Rast-und
Gegenrastmittel 8, 9 sind derart ausgebildet und ausgelegt, dass sich der Eingriff
dadurch löst. Dementsprechend ist keine Längssicherung mehr vorhanden und der Sparrenhalter
3 kann zurück zu dem Einführabschnitt 7 längsverschoben und dort entnommen werden.
Somit kann die Überdachungsvorrichtung nicht nur auf einfache Weise montiert, sondern
auch auf einfache Weise werkzeugfrei wieder demontiert werden.
[0090] Fig. 5B zeigt eine vergrößerte Darstellung der Überdachungsvorrichtung 1 gemäß Fig.
5A im Bereich der Rast- und Gegenrastmittel 8, 9.
[0091] In dieser Darstellung ist erkennbar, dass die Umfangsnut 13 an ihrem oberen Ende
mit einer Steigung 14 ausläuft. Damit lässt sich die Rastverbindung der Rast- und
Gegenrastmittel 8, 9 lösen, indem das Druckstück 12 durch Überschreiten der waagrechten
Stellung entlang der Steigung 14 wieder in den Umgreifabschnitt 6 hineingedrückt wird
und auf diese Weise. aus der Umfangsnut 13 heraus drückbar ist. Am Ende der Steigung
14 liegt das Druckstück 12 somit wieder auf der äußeren Oberfläche des Lagerprofilabschnitts
4 auf und kann dementsprechend bei Längsverschiebung des Sparrenhalters 3 wieder in
Längsrichtung entlang des Lagerprofilabschnitts 4 gleiten.
[0092] Ferner ist das Druckstück 12 bei der dargestellten Ausführungsform mit einem abgerundeten
Kopf ausgebildet. Es kann somit auch bereits in der dargestellten waagrechten bzw.
0° Stellung, in welcher es bereits großteils aus der Umfangsnut 13 herausgedrückt
ist, durch die abgerundete Form mit etwas Kraftaufwand, beispielsweise einem Gummihammerschlag,
direkt in Längsrichtung des Lagerprofilabschnitts 4 nun herausgedrückt werden.
[0093] Fig. 6 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Rastabschnitts 15.
[0094] Der Rastabschnitt 15 weist eine zumindest der Breite des Umgreifabschnitts 6 des
Sparrenhalters 3 entsprechende Breite auf und ist weitgehend mit dem Profil des Lagerprofilabschnitts
4 gebildet. Innerhalb des Rastabschnitts 15 ist, vorzugsweise mittig, das Gegenrastmittel
9, hier in Form der Umfangsnut 13, angeordnet.
[0095] Die Position des Rastabschnitts 15 und des Gegenrastmittel 9 bestimmt eine Einbauposition
des Sparrenhalters 3 in Längsrichtung des Lagerprofilabschnitts 4.
[0096] Dem Rastabschnitt 15 sind bei der dargestellten Ausführungsform zwei Einführabschnitte
7 zugeordnet, welche beidseitig direkt neben dem Rastabschnitt 15 angeordnet sind.
[0097] Die Rast- und Gegenrastmittel 8, 9 sind ausgehend von beiden Einführabschnitten 7
durch Längsverschieben des in den Lagerprofilabschnitt 4 eingesetzten Umgreifabschnitts
6 von dem jeweiligen Einführabschnitt 7 zu dem Rastabschnitt 15 miteinander in Eingriff
bringbar.
[0098] Fig. 7 zeigt eine Vorderansicht einer Längsposition eines Sparrenhalters 3 im verrasteten
Zustand.
[0099] Der Sparrenhalter 3 ist entsprechend der Anordnung des Rastabschnitts 15 mittig zwischen
den beiden Einführabschnitten 7 an dem Lagerprofilabschnitt 4 angeordnet.
[0100] Fig. 8 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Terrassenüberdachung mit Wandanschluss.
[0101] Bei der Terrassenüberdachung handelt es sich um eine Ausführungsform der Überdachungsvorrichtung
1, bei welcher das Längsträgerprofil 2 als an einer Wand 20 befestigtes Wandanschlussprofil
ausgebildet ist.
[0102] In der dargestellten Ausführungsform weist die Überdachungsvorrichtung 1 eine Mehrzahl
paralleler Sparren 5 auf, welche an dem Längsträgerprofil 2 gehaltert sind. Zwischen
den Sparren 5 verläuft eine Ausfachung 24, die beispielhaft als Glasausfachung ausgeführt
ist. Alternativ oder Zusätzlich kann aber auch eine Ausfachung 24 in Form von andersartigen
Platten, beispielsweise sogenannten Doppelstegplatten oder lichtundurchlässigen Platten
vorgesehen sein.
[0103] An einem dem Längsträgerprofil 2 gegenüberliegenden Ende der Sparren 5 sind diese
über ein Schwenklager an einer parallel zu dem Längsträgerprofil 2 verlaufenden Pfette
19 gelagert. Ein Anstellwinkel der Sparren 5 ist relativ zu der Wand 20 bzw. des daran
fixierten Wandanschlussprofils 2 positiv, sodass die Überdachungsvorrichtung 1 von
dem Längsträgerprofil 2 aus zu der Pfette 19 hin abfällt. Die Pfette 19 bildet hier
somit eine Fußpfette.
[0104] Die Pfette 19 wird von zwei endseitig daran angebrachten Pfosten 21 gestützt, welche
in einem Boden 22 verankert sind.
[0105] Am dem Längsträgerprofil 2 abgewandten Ende der Sparren 5 ist ferner eine quer zu
den Sparren 5 bzw. parallel zu der Pfette 19 verlaufende Dachrinne 23 mit zugehörigem
Abflussrohr zur Aufnahme und Abführung von Niederschlag vorgesehen.
[0106] Erfindungsgemäß lässt sich eine derartige Terrassenüberdachung ohne Einmessen der
Ausfachung 24 in Bezug auf den Abstand der Sparren 5 montieren. Stattdessen werden
die Sparrenhalter 3 mit den werksseitig vormontierten Rastmitteln 8 an den werkseitig
vorgefertigten Einführabschnitten 7 eingeführt, entlang des Lagerprofilabschnitts
4 längsverschoben und an den ebenfalls werkseitig vorgefertigten Rastabschnitten 15
mit Gegenrastmitteln 9 in Eingriff gebracht und so längsgesichert. Der Abstand der
für die einzelnen Sparren 5 vorgesehenen Rastabschnitte 15 und die Maße der Ausfachungen
24 sind derart vorkonfektioniert, dass bereits werksseitig ideal bemessene Dehnungsfugen
29 für die Ausfachung 24 vorgegeben sind. Dementsprechend passt direkt das Maß sämtlicher
Ausfachungen 24 zur Positionierung der verrasteten Sparrenhalter 3. Insbesondere braucht
eine letzte eingesetzte Ausfachung 24 hinsichtlich ihres Maßes nicht angepasst zu
werden.
[0107] Darüber hinaus ist die Terrassenüberdachung mit den in der
DE 20 2016 005 196 U1 weiter im Detail beschriebenen weiteren Elementen aufgebaut.
[0108] Fig. 9 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Terrassenüberdachung mit Firstpfette.
[0109] Im Unterschied zur Ausführungsform gemäß Fig. 8 ist die Überdachungsvorrichtung 1
hier nicht in Anschluss an eine Wand, sondern freistehend und beidseitig abfallend
ausgebildet.
[0110] Das Längsträgerprofil 2 ist hier dementsprechend als Firstpfette ausgebildet und
weist beidseitig je einen Lagerprofilabschnitt 4, sowie alle weiteren in Bezug auf
die vorstehenden Figuren beschriebenen Elemente des Längsträgerprofils 2 auf. Das
als Firstpfette ausgebildete Längsträgerprofil 2 ist mittels eines Schwenklagers gelenkig
an einer parallel zu dem Längsträgerprofil 2 verlaufenden Pfette 19' gelagert, welche
endseitig an mittleren Pfosten 21' gelagert ist.
[0111] Beidseitig sind hier an dem jeweils dem Längsträgerprofil 2 abgewandten Ende der
Sparren 5 als Fußpfetten angeordnete Pfetten 19 und Dachrinnen 23 vorgesehen, die
in gleicher Weise wie in Bezug auf Fig. 8 beschrieben ausgebildet sind. Fig. 10 zeigt
eine perspektivisch dargestellte Schnittansicht einer Überdachungsvorrichtung 1 gemäß
Fig. 1 mit eingesetzter Ausfachung 24.
[0112] Die Ausfachung 24 wird mit einer Dehnungsfuge 29 auf eine jeweils in die Aufnahmeabschnitte
eines zwischen den Sparrenhaltern 3 eingesetzten Auflageprofils 25 und des Sparrens
5 eingesetzte Glasdichtungen 26 aufgesetzt und mittels in Befestigungsnuten 27 befestigter
Profile 28 gehaltert.
[0113] Fig. 11 zeigt eine Längsschnittansicht durch eine Terrassenüberdachung im Bereich
von Ausfachungen 24.
[0114] Im Querschnitt sind hier ebenfalls die Sparren 5 dargestellt. Zwischen den Sparren
5 und den Ausfachungen 24 ist jeweils eine Dehnungsfuge 29 vorgesehen. Erfindungsgemäß
sind diese Dehnungsfugen 29 durch die vorbestimmte Positionierung der Sparrenhalter
3 und damit der Sparren 5 in Längsrichtung des Längsträgerprofils 2 ohne zusätzliches
Einmessen in einem optimalen Maße gewährleistet. Eine in der Montagereihenfolge letzte
Ausfachung 24' braucht daher nicht gekürzt zu werden, um eine in der Montagereihenfolge
letzte Dehnfuge 29' korrekt einzustellen.
[0115] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend
vollständig beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige
Art und Weise modifizierbar.
[0116] Beispielsweise wäre anstatt einer sich lediglich auf der Mantelfläche mit konstanter
Tiefe erstreckenden Umfangsnut auch eine den Lagerprofilabschnitt sekantenartig schneidende
Nut als Gegenrastmittel denkbar.
Bezugszeichenliste
[0117]
- 1
- Überdachungsvorrichtung
- 2
- Längsträgerprofil
- 3
- Sparrenhalter
- 4
- Lagerprofilabschnitt
- 5
- Sparren
- 6
- Umgreifabschnitt
- 7
- Einführabschnitt
- 8
- Rastmittel
- 9
- Gegenrastmittel
- 10
- Winkel
- 11
- Winkelabschnitt
- 12
- Druckstück
- 13
- Umfangsnut
- 14
- Steigung
- 15
- Rastabschnitt
- 16
- Stützstrebe
- 17
- Ausnehmung
- 18
- Ausnehmung
- 19, 19'
- Pfette
- 20
- Wand
- 21, 21'
- Pfosten
- 22
- Boden
- 23
- Dachrinne
- 24, 24'
- Ausfachung
- 25
- Auflageprofil
- 26
- Glasdichtung
- 27
- Befestigungsnut
- 28
- Profil
- 29, 29'
- Dehnfuge
1. Überdachungsvorrichtung (1), insbesondere Terrassenüberdachung, mit:
einem Längsträgerprofil (2), welches zur Lagerung eines Sparrenhalters (3) ausgebildet
ist und einen Lagerprofilabschnitt (4) aufweist;
einem Sparrenhalter (3) zur Halterung eines Sparrens (5) an dem Längsträgerprofil
(2), wobei der Sparrenhalter einen zu dem Lagerprofilabschnitt (4) korrespondierenden
Umgreifabschnitt (6) aufweist, der zur formschlüssigen Lagerung an dem Lagerprofilabschnitt
(4) ausgebildet ist,
wobei das Längsträgerprofil (2) in Längsrichtung lokal begrenzt einen Einführabschnitt
(7) aufweist, an welchem der Lagerprofilabschnitt (4) derart ausgenommen ist, dass
er zur Montage in den Umgreifabschnitt (6) des Sparrenhalters (3) einführbar ist,
wobei der Umgreifabschnitt (6) an dem Lagerprofilabschnitt (4) längsverschieblich
ausgebildet ist und durch Längsverschiebung ein Formschluss zwischen dem Umgreifabschnitt
(6) und dem Lagerprofilabschnitt (4) herstellbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Umgreifabschnitt (6) des Sparrenhalters (3) ein Rastmittel (8) und an dem
Lagerprofilabschnitt (4) des Längsträgerprofils (2) ein in Längsrichtung versetzt
zu dem Einführabschnitt (7) angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel
(9) vorgesehen ist, welche durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts (6) an dem
Lagerprofilabschnitt (4) miteinander in Eingriff bringbar ausgebildet sind.
2. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rast- und Gegenrastmittel (9, 10) zur Längssicherung des Umgreifabschnitts (6)
an dem Lagerprofilabschnitt (4) ausgebildet sind.
3. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rast- und Gegenrastmittel (8, 9) zueinander verdrehbar ausgebildet sind, so dass
der Umgreifabschnitt (6) in einem verrasteten Zustand um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts
(4) verschwenkbar ist.
4. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Umgreifabschnitt (6) in einem verrasteten Zustand um einen vorbestimmten Winkel
(10) um die Längsachse des Lagerprofilabschnitts (4) schwenkbar ist, insbesondere
um einen Winkel (10) der zwischen 10° und 45°, vorzugsweise zwischen 15° und 35°,
besonders bevorzugt zwischen 25° und 30°, beträgt.
5. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Umgreifabschnitt (6) in einem verrasteten Zustand um einen vorbestimmten Winkelabschnitt
einer Stellung des Sparrenhalters (3) relativ zu dem Längsträgerprofil (2) um die
Längsachse des Lagerprofilabschnitts (4) schwenkbar ist, insbesondere bei einer Winkelstellung
(11) des Sparrenhalters (3) zu dem Längsträgerprofil (4) zwischen 0° und 45°, vorzugsweise
zwischen 0° und 35°, besonders bevorzugt zwischen 3° und 30°.
6. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rast- und Gegenrastmittel (8, 9) durch Überschreiten des vorbestimmten Drehwinkels
(10) und/oder des vorbestimmten Winkelabschnitts (11) lösbar ausgebildet sind.
7. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rastmittel (8) und das Gegenrastmittel (9) mit einem federnden Druckstück (12)
und einer dazu korrespondierenden Umfangsnut (13) gebildet sind.
8. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Umfangsnut (13) an zumindest einem Ende mit einer Steigung (14) ausläuft, so
dass zum Lösen der Rast- und Gegenrastmittel (8, 9) das Druckstück durch Überschreiten
des vorbestimmten Drehwinkels (10) und/oder des vorbestimmten Winkelabschnitts (11)
aus der Umfangsnut (13) heraus drückbar ist.
9. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rastmittel (8) mit dem in dem Umgreifabschnitt (6) angeordneten Druckstück (12)
und das Gegenrastmittel (9) mit der an dem Lagerprofilabschnitt (4) eingebrachten
Umfangsnut (13) gebildet ist.
10. Überdachungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gegenrastmittel (9) in einem eine Einbauposition des Sparrenhalters (3) in Längsrichtung
vorbestimmenden Rastabschnitt (15) des Lagerprofilabschnitt (4) angeordnet ist und
die Rast- und Gegenrastmittel (8, 9) durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts
(6) an dem Lagerprofilabschnitt (4) von dem Einführabschnitt (7) zu dem Rastabschnitt
(15) miteinander in Eingriff bringbar sind.
11. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Einführabschnitt (7) direkt neben dem Rastabschnitt (15) angeordnet ist.
12. Überdachungsvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Rastabschnitt (15) zwei Einführabschnitte (7) zugeordnet sind, welche beidseitig
neben dem Rastabschnitt (15) angeordnet sind.
13. Verfahren zur Herstellung einer Überdachungsvorrichtung (1), insbesondere einer Überdachungsvorrichtung
nach einem der vorstehenden Ansprüche, mit den Schritten:
Bereitstellen eines Längsträgerprofils (2) zur Aufnahme eines Sparrenhalters (3),
welches einen Lagerprofilabschnitt (4) aufweist, und eines Sparrenhalters (3) zur
Halterung eines Sparrens (5) an dem Längsträgerprofil (2), welcher einen zu dem Lagerprofilabschnitt
(4) korrespondierenden Umgreifabschnitt (6) aufweist, wobei an dem Umgreifabschnitt
(6) des Sparrenhalters (3) ein Rastmittel (8) und an dem Lagerprofilabschnitt (4)
des Längsträgerprofils (2) ein in Längsrichtung versetzt zu dem Einführabschnitt (7)
angeordnetes in Längsrichtung wirkendes Gegenrastmittel (9) vorgesehen ist;
Einführen des Lagerprofilabschnitts (4) in den Umgreifabschnitt (6) im Bereich eines
in Längsrichtung lokal begrenzt an dem Längsträgerprofil vorgesehenen Einführabschnitts
(7); und
Herstellen eines Formschlusses zwischen dem Umgreifabschnitt (6) und dem Lagerprofilabschnitt
(4) durch Längsverschieben des Umgreifabschnitts (6) relativ zu dem Lagerprofilabschnitt
(4); und
Herstellen einer Längssicherung des Umgreifabschnitts (6) an dem Lagerprofilabschnitt
(4) mittels in Eingriff Bringens der Rast- und Gegenrastmittel (8, 9) durch das Längsverschieben
des Umgreifabschnitts (6) an dem Lagerprofilabschnitt (4).
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Längsverschieben zur Einstellung einer Dachneigung in dem verrasteten Zustand
ein formschlüssiges in Längsrichtung gesichertes Verschwenken des Sparrenhalters (3)
relativ zu dem Längsträgerprofil (2) vorgenommen wird.