[0001] Die Erfindung betrifft eine Sanitärwanne mit einem Wannenkörper aus Metall und einer
auf dem Wannenkörper angeordneten Beschichtung aus Email. Gegenstand der Erfindung
ist ferner ein Sanitärwannenrohling, insbesondere zur Bildung einer erfindungsgemäßen
Sanitärwanne, sowie ein Verfahren zur Herstellung.
[0002] Derartige Kombinationen aus einem Wannenkörper aus Stahl und einer darauf angeordneten
Beschichtung aus Email werden im Allgemeinen auch als Stahl-Email bezeichnet. Sanitärwannen
aus Stahl-Email zeichnen sich durch eine hohe Kratz-, Abrieb- und Schlagfestigkeit
aus und sind hygienisch und schmutzabweisend. Darüber hinaus bleibt auch das hochwertige
Erscheinungsbild von Stahl-Email langfristig erhalten, wobei auch unter Einwirkung
chemischer Substanzen und Hitze keine Farb- oder Oberflächenänderungen auftreten.
[0004] Als Rohstoffe für die Email-Herstellung dienen Quarz, Feldspat, Soda, Calciumcarbonat,
Borax, Natriumnitrat und Flussspat sowie Zuschläge gemäß dem jeweiligen Verwendungszweck.
Die Rohstoffe werden gemischt und bei ca. 1200 °C geschmolzen und zum Erstarren gebracht,
wobei die Fritte in Form von Granalien oder Schuppen entsteht.
[0005] Die Fritte wird gemahlen und üblicherweise mit Wasser zu einem Schlicker angerührt,
der auf die zu beschichtende Stahl-Fläche, üblicherweise ein StahlBlech aufgebracht
wird. Vor einem Brennvorgang wird die Beschichtung getrocknet, wobei die getrocknete
Schicht als auch Email-Biskuit oder Biskuit bezeichnet wird.
[0006] Bei dem Rohling handelt es sich im Rahmen der Erfindung um das auf diese Weise gebildete
Zwischenprodukt vor dem abschließenden Einbrennvorgang. Dies gilt auch wenn bei einem
mehrschichtigen, typischerweise zweischichtigen Auftrag von Email mit einem Grundemail
und einem Deckemail die Grundemailschicht bereits eingebrannt ist und darauf die Deckemailschicht
als Biskuit-Schicht vorliegt.
[0007] Als Sanitärwanne kommen beispielsweise eine Badewanne oder eine Duschwanne in Betracht.
Unter einer Wanne versteht man in der Regel einen Körper mit einer randseitigen Begrenzung
und einer dazwischen angeordneten gefäßförmigen Vertiefung. Die gefäßförmige Vertiefung
weist zudem vornehmlich ein Gefälle auf, was in eine Abflussöffnung mündet. Im Rahmen
der Erfindung werden als Wanne auch Körper bezeichnet, die vom klassischen Wortsinn
her abweichen. So ist es beispielsweise denkbar, dass eine als Duschwanne ausgestellte
Sanitäreinrichtung aus einem im Wesentlichen ebenen Körper besteht, der erst durch
die Einbausituation ein konkretes Gefälle aufweist, das auf einen randseitigen Ablauf
gerichtet ist. Die Abdichtung erfolgt durch spezielle Dichtbänder. Generell ist somit
eine weite Auslegung des Begriffes Wanne geboten.
[0008] Bei Sanitärwannen aus Stahl-Email besteht für den Anwender stets die Gefahr unter
Feuchtigkeitseinfluss auf der Oberfläche der Sanitärwanne auszurutschen.
[0009] Hierbei bildet sich zwischen der menschlichen Haut und der Oberfläche ein dünner
Wasserfilm, dessen Entstehung durch oberflächenaktive Substanzen, wie sie in Körperpflegeprodukten,
wie Duschgels, Badezusätze, Shampoos oder Hautpflegeprodukten, enthalten sind, nochmals
begünstigt wird.
[0010] Um eine Oberfläche rutschhemmend auszugestalten, ist es daher bereits bekannt, durch
Erzeugung von Kanten und Rauigkeiten den Oberflächenfilm zumindest teilweise zu durchbrechen.
[0011] Die
US 2004/0105966 A1 beschreibt in diesem Zusammenhang eine Sanitärwanne aus Metall mit einer emaillierten
Oberfläche, deren emaillierte Oberfläche in zumindest einem Abschnitt mit einem rutschhemmenden
Anti-Slip-Belag versehen ist. Der Anti-Slip-Belag besteht aus einem körnigen anorganischen
Material, das durch Einbrennen fest mit der emaillierten Oberfläche verbunden ist.
[0012] Alternativ beschreibt die
DE 43 09 019 A1 eine Sanitärwanne, die eine durch Aufrauen erzeugte rutschfeste Bodenfläche aufweist.
Das Aufrauen erfolgt durch eine Strahlbehandlung mit Korund oder Glasperlen, durch
Ätzen, Bürsten oder Schleifen. Die beschriebene Methode eignet sich vornehmlich für
Wannen aus Acrylglas, soll aber auch für emaillierte Stahlwannen einsetzbar sein.
Allerdings ist ein mechanischer Materialabtrag von emaillierten Oberflächen in fertigungstechnischer
Hinsicht sehr aufwändig. Darüber hinaus hat ein mechanischer Materialabtrag den Nachteil,
dass die hochwertige emaillierte Oberfläche beschädigt wird.
[0013] Darüber hinaus können auch rutschhemmende Strukturen gemäß der
EP 0 825 917 B1 durch Erzeugen von Mikrokratern mittels einem Laser erzeugt werden.
[0014] Eine entsprechende Anwendungsweise für Stahl-Emailwannen ist darüber hinaus auch
aus der
DE 20 2016 003 216 bekannt, wobei mittels dem Laser kleine Vertiefungen oder Erhöhungen in die Oberfläche
der bereits herausgebildeten Dusch- oder Badewanne eingebracht werden. Insgesamt ist
dieses Verfahren jedoch verbesserungsfähig.
[0015] Ausgehend von einer Sanitärwanne der eingangs beschriebenen Art liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, eine Sanitärwanne derart zu modifizieren, dass diese leicht
herzustellen ist und dabei auf der Oberfläche bzw. auf der Fläche, die vom Anwender
betreten wird, besonders gute rutschhemmende Eigenschaften aufweist.
[0016] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Sanitärwanne gemäß Anspruch 1, wobei die Beschichtung
mit einem Laserstrahl erzeugte makroskopische Strukturen aufweist. Makroskopische
Strukturen meint im Rahmen der Erfindung eine Struktur in Form einer Erhöhung oder
Vertiefung, die zumindest eine Länge von 4 mm, vorzugsweise 10 mm oder mehr und/oder
eine Grundfläche von zumindest 1 mm
2 aufweist.
[0017] Der Erfindung liegt dabei die Erkenntnis zugrunde, dass durch derartige makroskopische
Strukturen der Wasserfilm gezielt aufgebrochen werden kann. Sofern es sich bei den
makroskopischen Strukturen um Vertiefungen handelt, ist es zweckmäßig, wenn die makroskopischen
Strukturen derart ausgestaltet sind, dass die Grundfläche der Vertiefung dazu geeignet
ist zumindest einen Teil der Wassermenge aufzunehmen und/oder abzuleiten. Bei makroskopischen
Strukturen in Form von Erhöhungen sollten dann die Täler zwischen den Erhöhungen diese
Aufgabe erfüllen.
[0018] In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind die Strukturen zusammenhängend
ausgebildet. Beispielsweise kann dann durch die makroskopischen Strukturen eine Art
Kanalsystem geschaffen werden, wobei die einzelnen Kanäle entweder verzweigt oder
auch hintereinander in Reihe angeordnet sind. Möglich ist des Weiteren auch eine derartige
Anordnung von makroskopischen Strukturen, die ein in sich geschlossenes Kanalsystem
z.B. in Form eines Rechteckes oder eines Kreises ausbildet.
[0019] Der Wannenkörper weist ein Gefälle auf, wobei die makroskopischen Strukturen an diesem
Gefälle ausgerichtet sein können. Durch eine solche Ausrichtung können die als Kanäle
dienenden makroskopischen Strukturen das Wasser gezielt Richtung Abflussöffnung transportieren.
Hierbei ist es unerheblich, ob die makroskopischen Strukturen zusammenhängend ausgebildet
sind oder nicht. Sofern die makroskopischen Strukturen nicht - zusammenhängend ausgestaltet
sind, empfiehlt sich eine Anordnung aus mehreren sternförmig um die Abflussöffnung
angeordneten Rinnen, die in Form von Vertiefungen oder auch zwei nebeneinander angeordneten
Erhöhungen gebildet werden. Die Rinnen können hierbei sowohl gerade als auch beispielsweise
wellenförmig oder zickzackförmig ausgestaltet sein. Bei der Verwendung von zusammenhängenden
makroskopischen Strukturen kann vorgesehen sein, dass zumindest einzelne Strukturen
an dem Gefälle ausgerichtet sind bzw. in Richtung der Abflussöffnung verlaufen. Die
makroskopischen Strukturen, die nicht in Richtung des Gefälles verlaufen, können dann
vorzugsweise von zumindest einer in Richtung der Abflussöffnung verlaufenden Struktur
abgezweigt sein.
[0020] Häufig ist ein Transport von Wasser durch die beschriebenen makroskopischen Strukturen
jedoch nicht ausschlaggebend. Als wesentlich wird vielmehr die Bereitstellung von
Kanten angesehen, an denen der Wasserfilm lokal unterbrochen wird. Gerade bei linienförmigen
Strukturen ist die effektive Kantenlänge bei einem welligen Verlauf ausschlaggebend.
In diesem Zusammenhang ist auch zu beobachten, dass sich bei der Erzeugung der makroskopischen
Strukturen mittels Laser in der Regel kein gerader, sondern welliger Kantenverlauf
ergibt. Eine gewisse wellige Struktur und eine damit verbundene Unregelmäßigkeit ist
gerade auch für die Unterbrechung eines zusammenhängenden Wasserfilms besonders vorteilhaft.
Andererseits sollen größere Ausbrüche vermieden werden.
[0021] Damit die makroskopischen Strukturen eine gute rutschhemmende Wirkung erzielen können,
ist es zweckmäßig, dass die makroskopischen Strukturen vorzugsweise eine Tiefe im
Bereich von 10 µm bis 150 µm aufweisen. Besonders bevorzugt beträgt die Tiefe der
makroskopischen Strukturen zwischen 20 µm und 50 µm, insbesondere zwischen 30 µm und
40 µm.
[0022] Bei einer linienförmigen Ausgestaltung der makroskopischen Strukturen kann die Breite
beispielsweise zwischen 35 µm und 250 µm liegen, wobei ein Bereich zwischen 70 µm
und 130 µm besonders bevorzugt ist.
[0023] Dabei ist zu beachten, dass sich die angegebenen Werte auf eine mittlere Linienweite
beziehen, wobei die Ränder nicht gerade, sondern mit einer gewissen Wellen- oder Zackenform
verlaufen. Wenn beispielsweise eine linienförmige makroskopische Struktur mit einer
Linienbreite von 85 µm gebildet wird, kann die Variation der Linienbreite typischerweise
in einem Bereich zwischen -8 µm und +15 µm liegen. Eine solche Variation der Linienbreite
kann ohne weiteres akzeptiert werden und ist sogar vorteilhaft, weil durch den unregelmäßigen
Verlauf die effektive Kantenlänge vergrößert wird.
[0024] Es ist ferner vorteilhaft, wenn die makroskopischen Strukturen einen Abstand zueinander
im Bereich von 1 mm bis 20 mm, vorzugsweise im Bereich von 2 mm bis 7 mm, aufweisen.
Durch diesen Abstand zueinander soll gewährleistet werden, dass eine ausreichende
Anzahl von makroskopischen Strukturen in einem entsprechenden Flächenabschnitt der
Sanitärwanne angeordnet werden können, so dass auch die Wassermenge effektiv aufgenommen
bzw. wegtransportiert werden kann.
[0025] Es liegt grundsätzlich im Rahmen der Erfindung, dass die makroskopischen Strukturen
über die gesamte Oberfläche der Sanitärwanne verteilt angeordnet werden können. Bevorzugt
sind aber nur dort makroskopische Strukturen vorgesehen, wo eine rutschhemmende Wirkung
erforderlich ist. Beispielsweise können die Randbereiche einer Sanitärwanne unter
Umständen ohne derartige Strukturen auskommen. Der Anteil der Oberfläche der Sanitärwanne,
der mit makroskopischen Strukturen versehen ist, liegt im Bereich von 5% bis 100%,
beispielsweise zwischen 40% und 50%. Gerade bei Duschwannen kann es aber auch gerade
von Vorteil sein, wenn die gesamte Oberfläche mit makroskopischen Strukturen versehen
ist.
[0026] Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Sanitärwannenrohling gemäß Anspruch 4, insbesondere
zur Bildung einer erfindungsgemäßen Sanitärwanne mit einem Wannenkörper aus Stahl
und einer auf den Wannenkörper angeordneten Beschichtung, wobei die Beschichtung zumindest
eine ungebrannte Strukturschicht in Form einer Biskuit-Schicht aufweist. Erfindungsgemäß
ist dieser Sanitärwannenrohling dadurch gekennzeichnet, dass die ungebrannte Strukturschicht
mit einem Laserstrahl modifiziert ist. Der Sanitärwannenrohling ist im Rahmen der
Erfindung als ein Halbzeug zu verstehen, aus dem eine emaillierte Sanitärwanne gebildet
werden kann.
[0027] Dem erfindungsgemäßen Sanitärwannenrohling liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die
ungebrannte Strukturschicht aus Emailfritten bereits derart mit einem Laser modifiziert
werden kann, dass nach einem abschließenden Brennvorgang keine weiteren Schritte zur
Bildung einer rutschhemmenden Oberfläche mehr erforderlich sind. Insbesondere kann
dann auf eine Laserbearbeitung der fertiggebrannten Oberfläche verzichtet werden.
Hierdurch wird die Problematik vermieden, dass durch die Laserbearbeitung einer bereits
fertiggebrannten Deckschicht diese möglicherweise derart beschädigt wird, dass eine
Wasserundurchlässigkeit nicht mehr gegeben ist. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird
erst der Sanitärwannenrohling bearbeitet, so dass bereits mögliche Beschädigungen
vor dem Brennvorgang ausgeglichen werden können. Darüber hinaus ist auch eine Modifizierung
eines Sanitärwannenrohlings hinsichtlich der Verfahrensführung vorteilhaft gegenüber
der Modifizierung einer fertiggebrannten Sanitärwanne.
[0028] Gemäß der üblichen Ausgestaltung ist die Beschichtung zumindest ein- bis dreischichtig
ausgebildet. Bei einem dreischichtigen Aufbau besteht die Beschichtung aus einer Grundierungsschicht,
einer darauf angeordneten Deckschicht und einer auf der Deckschicht angeordneten Strukturschicht,
die mit einem Laserstrahl modifiziert ist. Grundsätzlich besteht aber auch die Möglichkeit,
die Beschichtung lediglich zweischichtig mit einer Deckschicht und einer Strukturschicht
auszubilden, wobei dann die Deckschicht aus sogenannten Direktweiß gebildet wird.
Dies ist insbesondere dann möglich, wenn der Wannenrohling aus vernickeltem Stahl
besteht. Schließlich ist auch ein einschichtiger Aufbau möglich, wobei dann mit dem
Laser in der noch ungebrannten Schicht aus Direktweiß die makroskopischen Strukturen
eingebracht werden. Gerade bei einem Wannenrohling aus vernickeltem Stahl und einer
ausreichend dicken Biskuit-Schicht des noch nicht eingebrannten Direktweiß ist dies
im Rahmen der Erfindung ohne weiteres möglich.
[0029] Mit dem Laser lassen sich dann grundsätzlich verschiedene Arten von Modifizierungen
zur Erzielung rutschhemmender Strukturen in der ungebrannten Strukturschicht vornehmen.
[0030] Gemäß einer ersten Variante weist die ungebrannte Strukturschicht mit dem Laserstrahl
eingebrachte Einkerbungen auf. Durch den Laserstrahl folgt somit ein Abtrag von gemahlenen
Emailfritten bzw. des (getrockneten) Schlickers in der Strukturschicht. Hierzu muss
der Laserstrahl eine ausreichend hohe Energie aufweisen. Dies erfolgt in der Regel
durch Verwendung eines gepulsten Lasers, wie z.B. einem Nd:YAG-Laser oder einem CO
2-Laser. Die Laserenergie wird hierbei auf einen kurzen Zeitimpuls konzentriert, so
dass für einen kurzen Augenblick eine sehr hohe Laserleistung zur Verfügung steht.
[0031] Die Tiefe der Einkerbung ist grundsätzlich auf die Dicke der Strukturschicht begrenzt,
wobei vorzugsweise die Strukturschicht eine Dicke im Bereich von 100 µm bis 200 µm
aufweist. Da die unterhalb der Strukturschicht angeordnete Deckschicht und optional
auch eine Grundschicht bei der Modifizierung mittels Laserstrahl nicht verletzt werden
soll, ist jedoch eine geringere Tiefe der Einkerbung zweckmäßig, wobei die Strukturschicht
zumindest eine Restschichtdicke von z. B. 50 µm aufweisen sollte.
[0032] Gemäß einer weiteren Ausgestaltungsform der Erfindung kann eine Modifizierung mittels
Laser auch derart vorgesehen sein, dass die Strukturschicht nur bereichsweise auf
der Deckschicht mit dem Laserstrahl fixiert ist. Im Gegensatz zu einer vollflächigen
Anordnung einer Strukturschicht mit eingebrachten Einkerbungen ist somit gemäß dieser
Variante die Strukturschicht nicht mehr vollflächig auf der Deckschicht angeordnet
und bildet somit von sich heraus eine rutschhemmende Oberfläche in Form von Erhöhungen
auf der Deckschicht. Auch in diesem Fall ist sowohl ein zumindest zweischichtiger
Aufbau mit einer Deckschicht aus Direktweiß als auch ein dreischichtiger Aufbau mit
einer zusätzlichen Grundierungsschicht möglich. Die Fixierung der Strukturschicht
auf der Deckschicht erfolgt derart, dass mit dem Laserstrahl die Emailfritten der
Strukturschicht bereichsweise aufgeschmolzen und hierdurch verfestigt werden. Die
nicht-verfestigten Bereiche der Strukturschicht können anschließend abgetragen werden,
wobei dann die verfestigten Bereiche in Form von Erhöhungen auf der Deckschicht zurückbleiben.
[0033] Im Gegensatz zu den bereits aus dem Stand der Technik bekannten Modifizierungen können
bereits in den Sanitärwannenrohling makroskopische Strukturen, wie beispielsweise
Rinnen ein- bzw. aufgebracht werden, die in besonders bevorzugter Art und Weise zusammenhängend
ausgebildet sind. Es erfolgt somit eine vollständige Modifizierung des Sanitärwannenrohlings,
der dann durch einen abschließenden Brand zu einer fertigen Sanitärwanne gebildet
wird. Eine nachträgliche Bearbeitung der gebrannten Strukturschicht ist nicht erforderlich.
[0034] Neben einer Sanitärwanne sowie einem Sanitärwannenrohling ist auch ein Verfahren
zur Herstellung einer Sanitärwanne gemäß Anspruch 9 Teil der Erfindung. Hierbei wird
zunächst ein Sanitärwannenrohling derart gebildet, dass auf einem Körper aus Stahl
eine Beschichtung aus Email mit einer ungebrannten Strukturschicht aufgebracht wird,
wobei die ungebrannte Strukturschicht dann mittels einem Laserstrahl modifiziert wird.
Die Beschichtung weist hierzu typischerweise einen ein- bis dreischichtigen Aufbau
auf. Bei einem zumindest dreischichtigen Aufbau wird zunächst eine Grundierungsschicht
auf den Wannenkörper aufgetragen und anschließend auf diese Grundierungsschicht eine
Deckschicht aufgebracht. Zwischen dem Aufbringen der einzelnen Schichten erfolgt üblicherweise
ein Brennvorgang zur Fixierung der einzelnen Schichten auf dem Wannenkörper. Auf die
Deckschicht wird dann die ungebrannte Strukturschicht aus Emailfritten aufgebracht
und diese dann mit einem Laserstrahl modifiziert.
[0035] Sofern die Beschichtung zweischichtig ausgeführt ist, kann die Deckschicht unmittelbar
auf den Wannenkörper aufgebracht werden. Eine zusätzliche Grundierungsschicht ist
somit nicht erforderlich. Bei diesem Verfahren wird eine Deckschicht aus sogenanntem
Direktweiß verwendet. Ferner muss es sich bei dem Wannenkörper um einen Wannenkörper
aus vernickeltem Stahl handeln.
[0036] Ein zweischichtiger Aufbau ist auch möglich, wenn zunächst eine Grundierungsschicht
aufgebracht und eingebrannt wird, bevor dann die beschriebene Strukturierung in einer
ausreichend dicken Deckschicht erfolgt. Die Deckschicht fällt dann mit der Strukturierungsschicht
zusammen.
[0037] Schließlich ist auch bei der Verwendung von vernickeltem Stahl und einer ausreichend
dicken Schicht aus Direktweiß in vergleichbarer Weise eine einzige Schicht und somit
ein einziger Brennvorgang ausreichend.
[0038] Das Aufbringen der Beschichtung bzw. der einzelnen Schichten der Beschichtungen kann
mittels aller aus dem Stand der Technik bekannten Auftragsverfahren erfolgen, wobei
selbstverständlich auch - wie bei der Strukturschicht - das Email in Form von gemahlener
Emailfritte bzw. als flüssiger Schlicker in einem Spritzverfahren nass aufgetragen,
getrocknet und anschließend gebrannt werden kann. Zur Erzeugung rutschhemmender Strukturen
wird die Deckschicht anschließend mit dem Laser modifiziert, wobei sich zwei unterschiedliche
Modifizierungsverfahren als zweckmäßig erwiesen haben, die bereits im Zusammenhang
mit der Sanitärwanne beschrieben wurden.
[0039] Gemäß einer ersten Variante werden durch den Laserstrahl Material abgetragen und
hierdurch Einkerbungen in der ungebrannten Strukturschicht erzeugt. Hierzu kommen
bevorzugt Laser zum Einsatz, die einen gepulsten Laserstrahl erzeugen, wie z.B. Nd:YAG-Laser
oder CO
2-Laser. Hierbei ist es grundsätzlich möglich, den Laserstrahl zu fokussieren und anschließend
direkt auf die ungebrannte Strukturschicht zu richten.
[0040] Gemäß einer zweiten Verfahrensvariante wird durch den Laserstrahl bereichsweise Material
der ungebrannten Strukturschicht aufgeschmolzen und verfestigt. Im Gegensatz zum vorherigen
Verfahren erfolgt somit kein Materialabtrag bzw. kein nennenswerter Materialabtrag,
sondern lediglich eine bereichsweise Fixierung der Strukturschicht infolge der Hitzeeinwirkung
durch den Laserstrahl. Durch die bereichsweise Fixierung bilden sich somit verfestigte
und nicht-verfestigte Bereiche in der ungebrannten Strukturschicht aus, wobei die
nicht-verfestigten Bereiche weiterhin mechanisch empfindlich gegenüber äußere Einwirkungen
sind.
[0041] Zur Herausbildung rutschhemmender Strukturen wird daher vorzugsweise im Anschluss
das nicht-verfestigte Material abgetragen, insbesondere abgeblasen. Grundsätzlich
ist aber auch ein Abspülen durch Wasser oder auch ein Abbürsten möglich.
[0042] Durch Abtragen des nicht-verfestigten Materials bildet die ungebrannte Strukturschicht
Erhöhungen auf der Deckschicht aus, durch die der Wasserfilm gezielt durchbrochen
wird. Es versteht sich hierbei von selbst, dass dann die ungebrannte Strukturschicht
auch nur in den Bereichen auf der Deckschicht angeordnet ist, in denen zuvor die Strukturschicht
auch verfestigt wurde. Somit kann die Deckschicht bereichsweise freiliegen, so dass
die Beschichtung abzüglich einer möglichen Grundierungsschicht bereichsweise einschichtig
und zweischichtig ausgebildet ist.
[0043] In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung wird die ungebrannte Strukturschicht
nur bereichsweise auf die Deckschicht aufgebracht. Bei diesem Vorgehen spielen die
Überlegungen eine Rolle, dass nur dort das Aufbringen einer ungebrannten Strukturschicht
erforderlich ist, in dem auch anschließend eine rutschhemmende Struktur durch Modifizierung
der ungebrannten Strukturschicht erzielt werden soll. In Betracht kommen diesbezüglich
beispielsweise spezielle Auftragsmasken, die das Aufbringen der Strukturschicht nur
dort ermöglichen, in denen eine entsprechende Öffnung vorgesehen ist. Auf besonders
vorteilhafte Weise kann hierdurch der Materialeinsatz deutlich reduziert werden.
[0044] Im Anschluss wird dann die ungebrannte Strukturschicht gebrannt, wobei sich eine
fertige Sanitärwanne herausbildet. In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung
wird die ungebrannte Strukturschicht vor der Fixierung mit dem Laserstrahl zunächst
auf eine Temperatur aufgeheizt, die zwischen der Glasübergangstemperatur und dem Erweichungspunkt
des Emails liegt. Dieses Vorgehen bietet den Vorteil, dass mit dem Laserstrahl nur
eine vergleichsweise geringe Energie aufgebracht werden muss, um die ungebrannte Strukturschicht
zu fixieren, da bereits ein wesentlicher Teil der Temperaturerhöhung durch den zusätzlichen
Aufheizprozess erfolgt. Mit dem Laserstrahl wird dann nur noch die Schwelle zur Fixierung
überschritten, ohne dass ein nennenswerter Energieeintrag für eine Temperaturerhöhung
erforderlich ist.
[0045] Nach der Modifizierung der ungebrannten Strukturschicht entweder in Form von Einkerbungen
oder in Form von einer bereichsweisen Fixierung wird dann der Sanitärwannenrohling
bevorzugt abschließend gebrannt, so dass sich eine fertige Sanitärwanne herausbildet.
[0046] In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung wird die ungebrannte Strukturschicht
derart mit dem Laserstrahl modifiziert, dass makroskopische Strukturen, insbesondere
zusammenhängende makroskopische Strukturen wie z.B. verzweigte oder geschlossene Rinnen
in der Strukturschicht erzeugt werden. Derartige Strukturen können beispielsweise
derart erzeugt werden, dass der Laser bzw. der Laserstrahl entlang einer vorgegebenen
Richtung geführt wird und sich hierdurch zusammenhängende makroskopische Strukturen
in Form von Rinnen durch Einkerbungen in der Deckschicht oder zweier zueinander benachbarter
verfestigter Bereiche in der Strukturschicht ausbilden.
[0047] Die Bildung zusammenhängender makroskopischer Strukturen ist aber nicht auf die zuvor
beschriebenen Verfahrensführungsarten beschränkt, sondern kann beispielsweise auch
bereits auf eine fertiggebrannte Sanitärwanne, insbesondere Stahl-Emailwanne, angewandt
werden, wobei dann die zusammenhängenden makroskopischen Strukturen mittels Laser
in die gebrannte Deckschicht eingebracht werden.
[0048] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- Duschwanne mit makroskopischen Strukturen,
- Fig. 2a, 2b, 2c
- die Verfahrensschritte zur Bildung einer mittels Einkerbungen modifizierten Strukturschicht,
- Fig. 3
- eine alternative Ausgestaltung einer Sanitärwanne gemäß den Fig. 2a, 2b, 2c,
- Fig. 4a, 4b, 4c
- die Verfahrensschritte zur Bildung einer bereichsweise auf einer Deckschicht fixierten
Strukturschicht,
- Fig. 5
- eine alternative Ausgestaltung in einer Schnittansicht.
[0049] Die Fig. 1 zeigt exemplarisch eine Duschwanne mit einer quadratischen Grundfläche
und einem zentral angeordneten Ablauf 11. Vom Wannenrand 12 bis zur Ablauföffnung
11 weist die Duschwanne ein Gefälle auf.
[0050] Es handelt sich hierbei um eine Duschwanne, die aus Stahl-Email gebildet ist und
somit eine Beschichtung aus Email aufweist. In dieser Beschichtung sind ferner mit
einem Laserstrahl erzeugte makroskopische Strukturen ein- und/oder aufgebracht, wobei
diese makroskopischen Strukturen unterschiedlich ausgestaltet sein können. Besonders
bevorzugt sind rinnenförmige bzw. linienförmige Strukturen. Gemäß der in Fig. 1 oben
abgebildeten Sanitärwanne kann dies beispielsweise in Form von geraden linienförmigen
Strukturen z.B. in Form von Kanälen verwirklicht sein. Sofern diese an dem Gefälle
ausgerichtet sind und in Richtung der Ablauföffnung 11 verlaufen, kann das Wasser
gezielt in Richtung Ablauföffnung 11 transportiert werden. Ferner sind auch wellenförmige
Kanäle denkbar oder auch Kanäle, die eine zickzackförmige Struktur aufweisen. Wichtiger
als die Ausrichtung an einem Gefälle ist jedoch die Ausbildung einer Kante, welche
lokal einen Wasserfilm durchbrechen kann. In diesem Zusammenhang ist insbesondere
die effektive Kantenlänge ausschlaggebend, wobei auch ein nicht völlig gerader, sondern
ein leicht welliger oder gezackter Rand der makroskopischen Strukturen vorteilhaft
ist.
[0051] Die Fig. 1 zeigt ferner makroskopische Strukturen, die zusammenhängend ausgebildet
sind. Gemäß der oberen Abbildung weist die Sanitärwanne exemplarisch dargestellte
linienförmige makroskopische Strukturen auf, die sowohl in Richtung der Ablauföffnung
11 als auch parallel dazu ausgebildet sind, wobei diese Strukturen ineinander übergehen
bzw. sich kreuzen können.
[0052] Die untere Abbildung zeigt makroskopische Strukturen, die geschlossen ausgebildet
sind, so dass beispielsweise Rechtecke oder Kreise entstehen. Ferner ist gezeigt,
dass die makroskopischen Strukturen auch nur bereichsweise auf der Oberfläche der
Sanitärwanne angeordnet sein können.
[0053] Die Fig. 2a, 2b, 2c zeigen in diesem Zusammenhang, auf welche Art und Weise diese
makroskopischen Strukturen gebildet werden können.
[0054] Gemäß der Fig. 2a ist auf dem Wannenkörper 1 eine Grundierungsschicht 2 angeordnet,
wobei in einem ersten Verfahrensschritt die Grundierungsschicht 2 auf den Wannenkörper
1 aufgebracht und anschließend in einem Brennofen gebrannt wird. Hierbei verfestigt
sich die Grundierungsschicht 2 und wird auf dem Wannenkörper 1 fixiert. In einem nächsten
Schritt wird dann eine Deckschicht 3 auf die Grundierungsschicht 2 aufgetragen und
erneut gebrannt. Anschließend wird auf die Deckschicht 3 eine Strukturschicht 4 aus
gemahlener Emailfritte mittels eines Spritzverfahren auf die Deckschicht 3 aufgebracht.
[0055] Sodann erfolgt gemäß Fig. 2b die Modifizierung der Strukturschicht 4 mittels eines
Lasers 5, der die Strukturschicht 4 mit einem Laserstrahl 6 derart beaufschlagt, dass
sich Einkerbungen 7 innerhalb der Strukturschicht 4 ausbilden. Durch den Laserstrahl
6 wird das Material der Strukturschicht 4 teilweise abgetragen, wobei der Laserstrahl
6 gepulst ist, um eine hohe Energiedichte zu erzielen.
[0056] Je nach Leistung des Lasers 5 bzw. nach Stärke des Laserstrahls 6 und je nach Dauer
der Einwirkzeit des Laserstrahls 6 in der Strukturschicht 4 lassen sich Einkerbungen
7 unterschiedlicher Tiefen erzeugen, wobei die Tiefe der Einkerbungen 7 durch die
Schichtdicke der Strukturschicht 4 begrenzt ist. Hierbei gilt die Maßgabe, dass die
Tiefe der Einkerbungen 7 nur so groß werden darf, dass im Bereich der Einkerbungen
7 bei der Strukturschicht 4 eine ausreichende Restdicke verbleibt. Wenn die Strukturschicht
4 die darunter liegende Schicht farblich abdecken soll, so ist vorzugsweise eine Restdicke
von mehr als 80 µm vorgesehen. Wenn eine farbliche Deckung nicht notwendig ist, kann
die Restdicke auch ohne weiteres kleiner sein.
[0057] Sobald mit dem Laser 5 alle Einkerbungen 7 innerhalb der Strukturschicht 4 erzeugt
wurden, kann in einem nächsten Verfahrensschritt gemäß der Fig. 2c der Sanitärwannenrohling
mit dem Wannenkörper 1, der Grundierungsschicht 2, der Deckschicht 3 und der Strukturschicht
4 gebrannt werden, wodurch sich die Strukturschicht 4 verfestigt und gleichsam mit
den Einkerbungen 7 auf der Deckschicht 3 fixiert wird. Im Ergebnis bildet sich durch
den Brennvorgang eine gebrauchsfertige Sanitärwanne, die durch die Einkerbungen 7
eine rutschhemmende Struktur auf der Oberfläche aufweist. Damit die rutschhemmende
Struktur möglichst wirksam ist, weisen die Einkerbungen 7 eine mittlere Breite im
Bereich zwischen 70 µm und 130 µm mit einem bevorzugt (leicht) welligen Rand auf,
wobei die einzelnen Einkerbungen 7 voneinander im Abstand von 2 mm bis 7 mm angeordnet
sind.
[0058] Aus Gründen der besseren Erkennbarkeit sind die Figuren 2b bis 3 nicht proportional
dargestellt.
[0059] Gemäß der Fig. 3 ist bei einer derartigen Verfahrensführung, bei der die Strukturschicht
4 durch Einbringen von Einkerbungen 7 modifiziert wird, ein lediglich zweischichtiger
Aufbau der Beschichtung ausreichend, so dass grundsätzlich auf eine Grundierungsschicht
2 verzichtet werden kann. In einem solchen Fall ist der aus Stahl gebildete Wannenkörper
1 zusätzlich an der Oberfläche vernickelt, und es handelt sich bei dem für die Deckschicht
3 verwendeten Material um sogenanntes Direktweiß-Email.
[0060] Die Verfahrensschritte zur Bildung einer solchen Sanitärwanne mit einer Beschichtung
ohne eine Grundierungsschicht 2 entsprechen im Wesentlichen den bereits bei einer
dreischichtigen Beschichtung vorgestellten Schritten gemäß den Fig. 2a, 2b, 2c, wobei
auf das in den Figuren vorangestellte Aufbringen einer Grundierungsschicht 2 und dem
anschließenden Brennen der Grundierungsschicht 2 verzichtet wird.
[0061] Anstelle von Einkerbungen 7 kann die Strukturschicht 4 auch auf eine andere Art und
Weise mittels einem Laserstrahl 6 modifiziert werden, wobei sich auch hierbei rutschhemmende
Strukturen in der Beschichtung ausbilden. Hierzu wird gemäß Fig. 4a analog zur Fig.
2a zunächst eine Grundierungsschicht 2 auf den Wannenkörper 1 aufgebracht und anschließend
gebrannt. Im Anschluss wird dann auf die gebrannte Grundierungsschicht 2 eine Deckschicht
3 aufgebracht, gebrannt und schließlich eine Strukturschicht 4 aufgebracht, wobei
auch hier die Strukturschicht 4 aus Emailfritten besteht. Im Ergebnis bildet sich
somit eine dreischichtige Beschichtung aus gebrannter Grundierungsschicht 2, einer
gebrannten Deckschicht 3 und einer ungebrannten Strukturschicht 4.
[0062] In einem nächsten Verfahrensschritt wird dann gemäß der Fig. 4b durch den Laser 5
ein Laserstrahl 6 erzeugt und auf die Oberfläche der Strukturschicht 4 gerichtet.
Die Art des Lasertyps und auch die Wahl der Leistung der Laserstrahlung ist hierbei
derart bemessen, dass kein nennenswerter Materialabtrag erfolgt, sondern dass sich
die Strukturschicht 4 durch Einwirken der Laserstrahlung 6 erwärmt und hierdurch fixiert
wird. Es bilden sich somit ausgehend von dem Auftreffpunkt des Laserstrahls 6 Bereiche
aus, in denen durch die Laserstrahlung 6 verfestigtes Material 8 vorliegt und Bereiche,
die nicht unter Einwirkung des Laserstrahls 6 stehen und somit nicht-verfestigtes
Material 9 aufweisen.
[0063] Anschließend erfolgt in einem Verfahrensschritt gemäß Fig. 4c das Abtragen des nicht-verfestigten
Materials 9 der Strukturschicht 4. Das Abtragen erfolgt beispielsweise durch Abblasen
mittels Luft oder eines anderen gasförmigen Mediums, durch Abspülen mit Wasser oder
durch Abbürsten. Sodann liegt die Strukturschicht 4 nur noch durch das mittels Laser
5 bzw. Laserstrahl 6 verfestigte Material 8 vor, wobei ein vollständiger Abtrag des
nicht-verfestigten Materials 9 nicht zwingendermaßen notwendig ist. Grundsätzlich
ist es auch möglich, dass die Strukturschicht 4 nur zum Teil von dem nicht-verfestigten
Material 9 befreit wird, so dass dann in einem abschließenden Brennvorgang das nicht-verfestigte
Material 9 fixiert wird. Im vorliegenden Fall ist jedoch das nicht-verfestigte Material
9 vollständig entfernt worden und die Strukturschicht 4 bildet eine bereichsweise
vorliegende Struktur auf der Deckschicht 3.
[0064] Die Fig. 5 zeigt schließlich eine Ausgestaltung der Sanitärwanne, bei der die Beschichtung
lediglich einschichtig gebildet ist. Hierzu wird das als Direktweiß bezeichnete Email
als Schlicker in ausreichender Dicke aufgebracht und getrocknet, wobei dann die Strukturierung
direkt in der so gebildeten Biskuit-Schicht erfolgt. Die Deckschicht 3 bildet somit
gleichzeitig auch die Strukturschicht 4 mit der Einkerbung 7 aus.
1. Sanitärwanne mit einem Wannenkörper (1) aus Stahl und einer auf dem Wannenkörper (1)
angeordneten Beschichtung aus Email, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung mit einem Laserstrahl erzeugte makroskopische Strukturen aufweist.
2. Sanitärwanne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturen zusammenhängend ausgebildet sind.
3. Sanitärwanne nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die makroskopischen Strukturen eine Tiefe im Bereich von 10 µm bis 150 µm aufweisen.
4. Sanitärwannenrohling für Dusch- oder Badewannen, insbesondere zur Bildung einer Sanitärwanne
nach einem der Ansprüche 1 bis 3, mit einem Wannenkörper (1) aus Metall und einer
auf dem Wannenköper angeordneten Beschichtung aus Email, wobei die Beschichtung zumindest
eine ungebrannte Strukturschicht (4) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die ungebrannte Strukturschicht (4) mit einem Laserstrahl (6) modifiziert ist.
5. Sanitärwannenrohling nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung eine Deckschicht (3) aufweist, auf der die ungebrannte Strukturschicht
(4) angeordnet ist.
6. Sanitärwannenrohling nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die ungebrannte Strukturschicht (4) mit dem Laserstrahl eingebrachte Einkerbungen
(7) aufweist.
7. Sanitärwannenrohling nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die ungebrannte Strukturschicht (4) nur bereichsweise auf der Deckschicht (3) mit
dem Laserstrahl (6) fixiert ist.
8. Sanitärwannenrohling nach Anspruch 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die ungebrannte Strukturschicht (4) eine Dicke im Bereich von 100 µm bis 200 µm aufweist.
9. Verfahren zur Herstellung einer Sanitärwanne, wobei zunächst ein Sanitärwannenrohling
derart gebildet wird, dass auf einem Wannenkörper (1) aus Stahl eine Beschichtung
aus Email mit einer ungebrannten Strukturschicht (4) aufgebracht wird, wobei die ungebrannte
Strukturschicht (4) mit einem Laserstrahl (6) modifiziert wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei die Beschichtung eine Deckschicht (3) aufweist, die
entweder auf einer Grundierungsschicht (2) oder auf dem Wannenkörper (1) angeordnet
ist, wobei erst die Deckschicht (3) aufgebracht und gebrannt wird und anschließend
die ungebrannte Strukturschicht (4) auf die Deckschicht (3) aufgetragen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, wobei durch den Laserstrahl (6) Material abgetragen
und Einkerbungen (7) in der ungebrannten Strukturschicht (4) erzeugt werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei durch den Laserstrahl (6) bereichsweise
Material der ungebrannten Strukturschicht (4) aufgeschmolzen und verfestigt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei das nicht-verfestigte Material (9) der ungebrannten
Strukturschicht (4) zumindest teilweise abgetragen wird,
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei das nicht-verfestigte Material (9) der ungebrannten
Strukturschicht (4) abgeblasen wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, wobei die ungebrannte Strukturschicht
nur bereichsweise auf die Deckschicht aufgebracht wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 15, wobei die ungebrannte Strukturschicht
(4) vor der Fixierung mit dem Laserstrahl (6) zunächst auf eine Temperatur aufgeheizt
wird, die zwischen der Glasübergangstemperatur und dem Erweichungspunkt des Emails
liegt.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 15, wobei der Sanitärwannenrohling abschließend
gebrannt wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 17, wobei die ungebrannte Strukturschicht
(4) derart mit dem Laserstrahl (6) modifiziert wird, dass makroskopische Strukturen
in der ungebrannten Strukturschicht (4) erzeugt werden.
19. Verfahren nach Anspruch 9, wobei die Strukturschicht (4) in einem einzigen Brennvorgang
auch die Deckschicht (3) bildet.