[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung einer O/W-Emulsion, insbesondere
einer PIT-Emulsion, zur Schmierung von Transportbandanlagen in Lebensmittelbetrieben
sowie ein Schmiermittelkonzentrat auf Basis von Wachsester.
[0002] In der Lebensmittelindustrie, insbesondere in Getränkebetrieben werden die in den
Abfüllanlagen zu befüllenden Behälter über Transporteure verschiedenster Ausgestaltung
und Materialien, beispielsweise über Plattentransportbänder oder kettenartige Anordnungen,
die im folgenden allgemein als Transportketten bezeichnet werden sollen, transportiert.
Die Transporteure stellen die Verbindung her zwischen den verschiedenen optionalen
Behandlungsstufen des Abfüllprozesses wie z. B. Auspacker, Flaschenreinigungsmaschine,
Füller, Verschließer, Etikettierer, Einpacker u.a.. Bei den Behältern kann es sich
um verschiedenste Formen handeln, insbesondere Glas- und Kunststoffflaschen, Dosen,
Gläser, Fässer, Getränkecontainer (KEG), Papier- und Pappbehälter. Um den störungsfreien
Betrieb zu gewährleisten, müssen die Transportketten in geeigneter Weise geschmiert
werden, so dass eine zu starke Reibung zu den Behältern vermieden wird. Üblicherweise
werden zur Schmierung verdünnte wässrige Lösungen verwendet, die geeignete reibungsvermindernde
Wirkstoffe enthalten. Mit den wässrigen Lösungen werden die Transportketten beispielsweise
durch Eintauchen oder durch Besprühen in Kontakt gebracht, wobei man dann von Tauchschmieranlagen
oder automatischen Bandschmiersystemen oder zentralen Kettenschmiersystemen spricht.
[0003] Die bisher als Schmiermittel eingesetzten Kettengleitmittel basieren meist auf Fettsäuren
in Form ihrer wasserlöslichen Alkali- oder Alkanolaminsalze oder auf Fettaminen, vorzugsweise
in Form ihrer organischen oder anorganischen Salze.
[0004] Während beide Substanzklassen in der Tauchschmierung problemlos anwendbar sind, zeigen
sie in den heute üblichen zentralen Kettenschmiersystemen eine Reihe von Nachteilen.
So beschreibt die
DE-A- 23 13 330 Schmiermittel auf Seifenbasis, die wässrige Mischungen von C
16-C
18-Fettsäuresalzen und oberflächenaktiven Substanzen enthalten. Derartige Schmiermittel
auf Seifenbasis weisen folgende Nachteile auf:
- 1. Es kommt zu einer Reaktion mit der Wasserhärte, also den Erdalkali-Ionen, und anderen
Wasserinhaltsstoffen unter Bildung schwerlöslicher Metallseifen, den sogenannten primären
Erdalkaliseifen.
- 2. Es kommt zu einer Reaktion zwischen diesen Schmiermitteln auf Seifenbasis und in
Wasser oder dem abzufüllenden Gut gelöstem Kohlendioxid.
- 3. Die so erzeugte Anwendungslösung ist stets keimfördernd.
- 4. Bei Anwendung von hartem Wasser sind Ionenaustauscher zur Wasserenthärtung erforderlich,
was eine zusätzliche Keimquelle bedeutet (und deshalb in der Praxis kaum anzutreffen
ist), oder aber der Einsatz hoch komplexierungsmittelhaltiger Produkte, was wiederum
ökologisch bedenklich ist, ist nötig.
- 5. Es kommt zu vermehrter Schaumbildung, was insbesondere Probleme am Bottle-Inspector
(automatische Flaschenkontrolle) hervorrufen kann und eine stärkere Benetzung der
Transportbehältnisse zur Folge hat.
- 6. Die meisten dieser Produkte sind lösungsmittelhaltig.
- 7. Die Reinigungswirkung dieser Produkte ist schlecht, so dass eine separate Reinigung
notwendig ist.
- 8. Derartige Schmiermittelzubereitungen auf Seifenbasis zeigen ein pH-abhängiges Leistungsverhalten.
- 9. Schmiermittelzubereitungen auf Seifenbasis zeigen weiterhin eine Wassertemperatur-Abhängigkeit.
- 10. Schmiermittel auf Seifenbasis zeigen nur eine geringe Lagerstabilität, insbesondere
bei niederen Temperaturen.
- 11. Das in vielen Produkten enthaltene EDTA (Ethylendiamintetraacetat) ist bekanntermaßen
nur schlecht biologisch abbaubar.
- 12. Derartige Schmiermittelzubereitungen auf Seifenbasis sind nicht für alle Transportgüter
aus Kunststoff geeignet, da es bei Anwendung dieser Mittel in vielen Fällen zu Spannungsrißkorrosionen
am Transportgut kommt.
[0005] Neben Schmiermitteln auf Seifenbasis werden hauptsächlich solche auf Basis von Fettaminen
verwendet. So beschreibt die
DE-A-36 31 953 ein Verfahren zum Schmieren von kettenförmigen Flaschentransportbändern in Getränkeabfüllbetrieben,
insbesondere in Brauereien, sowie zum Reinigen der Bänder mittels eines flüssigen
Reinigungsmittels, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man die kettenförmigen Flaschentransportbänder
mit Bandschmiermitteln auf Basis neutralisierter primärer Fettamine, die vorzugsweise
12 bis 18 C-Atome aufweisen und einen ungesättigten Anteil von mehr als 10 % enthalten,
schmiert.
[0006] Aus der
EP-A-0 372 628 sind Fettaminderivate der Formeln

als Schmiermittel bekannt, worin
R1 eine gesättigte oder ungesättigte, verzweigte oder lineare Alkylgruppe mit 8 bis
22 C-Atomen;
R2 Wasserstoff, eine Alkyl- oder Hydroxyalkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen oder - A-NH2;
A eine lineare oder verzweigte Alkylengruppe mit 1 bis 8 C-Atomen; und
A1 eine lineare oder verzweigte Alkylengruppe mit 2 bis 4 C-Atomen bedeutet.
[0007] Darüber hinaus sind aus der
DE-A-39 05 548 Schmiermittel auf Basis von N-alkylierten Fettaminderivaten bekannt, die mindestens
ein sekundäres und/oder tertiäres Amin enthalten.
[0008] Aus der
DE-A-42 06 506 sind bekannt:
Seifenfreie Schmiermittel auf der Basis von amphoteren Verbindungen, primären, sekundären
und/oder tertiären Aminen und/oder Salzen derartiger Amine der allgemeinen Formel
(I), (IIa), (IIb), (IIIa), (IIIb), (IIIc), (IVa) und (IVb)
R
4-NH-R
5 (IIa)
R
4-N
+H
2-R
5 X
- (IIb)
R
4-NH-(CH
2)
3NH
2 (IIIa)
R
4-NH-(CH
2)
3N
+H
3 X
- (IIIb)
R
4-N
+H2-(CH
2)
3-N
+H
3 2X
- (IIIc)
R
4-NR
7R
8 (IVa)
und/oder
R
4-N
+HR
7R
8 X
- (IVb)
wobei
- R
- für einen gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten, linearen oder verzweigten
Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen, der gegebenenfalls durch -OH,-NH2, -NH-, -CO-, -(CH2CH2O)l- oder -(CH2CH2CH2O)l- substituiert sein kann,
- R1
- für Wasserstoff, einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen, einen Hydroxyalkylrest mit
1 bis 4 C-Atomen oder einen Rest -R3COOM
- R2
- nur für den Fall, dass M eine negative Ladung darstellt für Wasserstoff, einen Alkylrest
mit 1 bis 4 C-Atomen, oder einen Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen,
- R3
- für einen gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten, linearen oder verzweigten
Alkylrest mit 1 bis 12 C-Atomen, der gegebenenfalls durch -OH,-NH2, -NH-, -CO-, -(CH2CH2O)l- oder -(CH2CH2CH2O)l- substituiert sein kann,
- R4
- für einen substituierten oder unsubstituierten, linearen oder verzweigten, gesättigten
oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen, der als
Substituenten mindestens einen Amin-, Imin-, Hydroxy-, Halogen- und/oder Carboxyrest
aufweisen kann, einen substituierten oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten
mindestens einen Amin-, Imin-, Hydroxy-, Halogen-, Carboxy- und/oder einen linearen
oder verzweigten, gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit
6 bis 22 C-Atomen aufweisen kann,
- R5
- für Wasserstoff oder - unabhängig von R4 - für einen Rest R4,
- X-
- für ein Anion aus der Gruppe Amidosulfonat, Nitrat, Halogenid, Sulfat, Hydrogencarbonat,
Carbonat, Phosphat oder R6-COO- steht, wobei
- R6
- für Wasserstoff, einen substituierten oder unsubstituierten, linearen oder verzweigten
Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen oder Alkenylrest mit 2 bis 20 C-Atomen, die als Substituenten
mindestens einen Hydroxy-, Amin- oder Iminrest aufweisen können, oder einen substituierten
oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten einen Alkylrest mit 1 bis
20 C-Atomen aufweisen kann, steht, und
- R7
- und R8 jeweils unabhängig voneinander für einen substituierten oder unsubstituierten, linearen
oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen oder Alkenylrest mit 2 bis 20 C-Atomen,
die als Substituenten mindestens einen Hydroxy-, Amin- oder Iminrest aufweisen können,
oder
einen substituierten oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten einen
Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen aufweisen kann,
- M
- für Wasserstoff, Alkalimetall, Ammonium, einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen, einen
Benzylrest oder eine negative Ladung,
- n
- für eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 12,
- m
- für eine ganze Zahl im Bereich von 0 bis 5 und
- l
- für eine Zahl im Bereich von 0 bis 5 steht,
enthaltend Alkyldimethylaminoxide und/oder Alkyloligoglycoside als nichtionische Tenside.
[0009] Die
EP-B-629 234 offenbart eine Schmiermittelkombination, bestehend aus
- a) einer oder mehrerer Verbindungen der Formel

wobei
R1 für einen gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten, linearen oder verzweigten
Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen, der gegebenenfalls durch -OH, -NH2, -NH-, -CO-, Halogen oder einen Carboxylrest substituiert sein kann,
R2 für einen Carboxylrest mit 2 bis 7 C-Atomen,
M für Wasserstoff, Alkalimetall, Ammonium, einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen oder
einen Benzylrest und
n für eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 6 steht,
- b) wenigstens eine organische Carbonsäure ausgewählt aus einbasigen oder mehrbasigen,
gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Carbonsäuren mit 2 bis 22 C-Atomen,
- c) gegebenenfalls Wasser und Zusatz- und/oder Hilfsstoffe.
[0010] Die
WO 94/03562 beschreibt ein Schmiermittelkonzentrat auf Basis von Fettaminen und gegebenenfalls
üblichen Verdünnungsmitteln oder Hilfs- bzw. Zusatzstoffen, dadurch gekennzeichnet,
dass es mindestens ein Polyaminderivat eines Fettamins und/oder ein Salz eines derartigen
Amins enthält, wobei der Anteil der genannten Polyaminderivate von Fettaminen an der
Gesamtformulierung 1 bis 100 Gew.-% beträgt.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der
WO 94/03562 enthält dieses Schmiermittelkonzentrat mindestens ein Polyaminderivat eines Fettamins
der allgemeinen Formel
R-A-(CH
2)
k-NH-[(CH
2)
l-NH]
y-(CH
2)
m-NH
2 · (H
+X
-)
n
wobei
- R
- ein substituierter oder unsubstituierter, linearer oder verzweigter, gesättigter oder
einfach oder mehrfach ungesättigter Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen, wobei die Substituenten
ausgewählt sind aus Amino, Imino, Hydroxy, Halogen und Carboxy, oder
ein substituierter oder unsubstituierter Phenylrest, wobei die Substituenten ausgewählt
sind aus Amino, Imino, Hydroxy, Halogen, Carboxy und einem linearen oder verzweigten,
gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen,
ist;
- A
- entweder für -NH- oder für -O- steht,
- X-
- ein Anion einer anorganischen oder organischen Säure bedeutet,
- k, l, m
- unabhängig voneinander eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 6 ist;
- y
- im Falle A = -NH- 0, 1, 2 oder 3 und
im Falle A = -O- 1, 2, 3 oder 4 ist,
- n
- eine ganze Zahl von 0 bis 6 ist.
[0012] Die Anmeldung
DE 199 42 535.3 stellt Schmiermittel auf Basis von Polyhydroxyverbindungen zur Verfügung, die aufgrund
ihrer Molekülstruktur hydrophil sind und gleichzeitig die Schmierleistung gegenüber
den üblicherweise als Schmiermittel eingesetzten Aminen verbessern.
[0013] Dabei werden als besonders bevorzugt Polyhydroxyverbindungen genannt, die ausgewählt
sind aus Alkandiolen oder Alkantriolen, ganz besonders bevorzugt Glycerin, oder deren
Polymere sowie deren Ester und Ether.
[0014] Aus Sicht des Anwenders ergibt sich jedoch bei den eingesetzten Kettengleitmitteln
immer wieder das Problem, dass sie entweder zu schlecht auf den Ketten haften bleiben
oder zu stark auf die Ketten aufziehen.
[0015] Für den Fall, dass Kettengleitmittel zu schlecht auf den Ketten haften, tropfen sie
bereits kurz nach der Applikation auf den Boden mit dem Ergebnis, dass die Schmierwirkung
auf den mehrere Meter langen Ketten stark von der Nähe zu der Dosierstelle abhängt.
Das gleiche Problem ergibt sich an den Stellen, wo die Gefahr besteht, dass durch
verschüttetes Getränk die Schmierschicht schnell von den Oberflächen entfernt wird.
Die Folge ist, dass es je nach Bereich zu sehr unterschiedlichen Schmierqualitäten
kommen kann. In kritischen Bereichen führt dies häufig zu Umfallen der Flaschen bis
hin zur Unterbrechung des Abfüllbetriebs.
[0016] Für den Fall, dass Kettengleitmittel sehr gut auf den Ketten haften, wie dies beispielsweise
bei den sehr gut benetzenden Fluortensiden der Fall ist, bildet sich auf den Transportketten
ein fest anhaftender Film, der durch Spülen mit Wasser nicht einfach zu entfernen
ist.
[0017] In diesem Film können sich Rückstände und Abriebstoffe sammeln und zu Hygiene- und
Betriebsstörungen im Betrieb führen.
Dementsprechend war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung Kettengleitmittel zur Verfügung
zu stellen, die einerseits gutes Haftvermögen auf den Ketten besitzen, gute Schmiereigenschaften
aufweisen und einen Film bilden, der sich bei Bedarf wieder einfach von den Ketten
entfernen läßt. Außerdem sollten derartige Kettengleitmittel in lagerstabiler Formulierung
vorliegen. Überraschenderweise läßt sich obiges Problem durch lagerstabile O/W-Emulsionen
lösen.
[0018] Dementsprechend ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung die Verwendung einer O/W-Emulsion
in konzentrierter Form oder nach Verdünnen mit Wasser zum Schmieren von Transportbändern
in Lebensmittelbetrieben.
[0019] Es ist bekannt, dass Öl-in-Wasser-Emulsionen, fortan O/W-Emulsionen genannt, die
mit nichtionischen Emulgatoren hergestellt und stabilisiert sind, beim Erwärmen eine
Phaseninversion erleiden. Unter diesem Vorgang der Phaseninversion ist zu verstehen,
dass bei höheren Temperaturen die äußere, wässrige Phase zur inneren Phase wird. Dieser
Vorgang ist in der Regel reversibel, das heißt, dass sich beim Abkühlen wieder der
ursprüngliche Emulsionstyp zurückbildet. Es ist auch bekannt, dass die Lage der Phaseninversionstemperatur
von vielen Faktoren abhängt, zum Beispiel von der Art und dem Phasenvolumen der Ölkomponente,
von der Hydrophilie und der Struktur des Emulgators oder der Zusammensetzung des Emulgatorsystems,
vergleiche zum Beispie!
K. Shinoda und H. Kunieda in Encyclopedia of Emulsion Technology, Volume I, P Becher
(Hrsg.), Verlag Marcel Decker, New York 1983, Seite 337 ff. Es ist auch bekannt, dass O/W-Emulsionen, die bei oder wenig oberhalb der Phaseninversionstemperatur
hergestellt werden, besonders feindispers sind und sich durch Langzeit-Stabilität
auszeichnen. Demgegenüber sind solche Emulsionen, die unterhalb der Phaseninversionstemperatur
hergestellt werden, weniger feinteilig, vergleiche
S. Friberg, C. Solans, J. Colloid Interface Science 1978 [66], S. 367 f.
[0021] In den genannten Druckschriften wurden jedoch nur Emulsionen untersucht, deren Ölphase
ganz oder überwiegend aus unpolaren Kohlenwasserstoffen besteht. Demgegenüber verhalten
sich entsprechende Emulsionen, deren Ölkomponente ganz oder überwiegend aus polaren
Estern oder Triglyceridölen besteht, anders entweder werden (a) trotz einer Phaseninversion
keine feinteiligen, blauen Emulsionen gebildet, sondern grobdisperse weiße Emulsionen
oder aber es findet (b) im Temperaturbereich bis 100 °C überhaupt keine Phaseninversion
statt.
[0022] Die deutsche Patentanmeldung
DE-OS-38 19 193 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung niedrigviskoser O/W-Eulsionen polarer Ölkomponenten,
das auf der Methode der Phaseninversionstemperatur (PIT-Methode) beruht. Nach der
Lehre dieser Anmeldung werden Phaseninversionstemperaturen unterhalb 100 °C dadurch
erreicht, dass neben nichtionischen Emulgatoren weitere Co-Emulgatoren vorhanden sind.
Es wurde jedoch gefunden, dass bei Ölen mit einem Dipolmoment oberhalb von 1,96 D
nach diesem Verfahren nur grobteilige Dispersionen zugänglich sind. Dies steht in
Einklang mit der Publikation von T Förster, F. Schambil und H. Tesmann, die die Emulgierung
nach der PIT-Methode im Hinblick auf selbstemulgierende Tenside und die Polarität
des zu emulgierenden Öls untersucht haben (
International Journal of Cosmetic Science 1990 [12] S. 217). Auf Seite 222 führen die Autoren aus, dass das Vorliegen einer Phaseninversion
keine Garantie dafür ist, dass feinteilige und lagerstabile Emulsionen erhalten werden.
[0023] In der
WO 93/11865 wird ein verbessertes Verfahren zur Herstellung feindisperser und langzeitstabiler
O/W-Emulsionen auf Basis von Ölmischungen mit einem hohen Anteil an polaren Ölkomponenten
vorgestellt. Insbesondere wurde ein Verfahren bereitgestellt, mit dem feindisperse
und lagerstabile O/W-Emulsionen auf Basis von Ölen mit einem Dipolmoment oberhalb
von 1,96 D hergestellt werden können.
[0024] Dabei wurde gefunden, dass O/W-Emulsionen auf Basis polarer Ölkörper und nichtionsicher
Emulgatoren dann besonders feinteilig und langzeitstabil sind, wenn man eine Mischung
aus polarem Öl, nichtionischem Emulgator und einem speziellen Grenzflächen-Moderator
auf eine Temperatur innerhalb oder oberhalb des Phaseninversions-Temperaturbereiches
erhitzt - oder die Emulsion bei dieser Temperatur herstellt - und dann die Emulsion
auf eine Temperatur unterhalb des Phaseninversion-Temperturbereiches abkühlt und gegebenenfalls
mit Wasser weiter verdünnt.
[0025] In der
WO 93/11865 wird sodann ein Verfahren zur Herstellung von Öl-in-Wasser-Emulsionen von polaren
Ölkörpern (A) beansprucht, bei dem man
- (A) 10 bis 90 Gew.-% eines polaren Ölkörpers mit
- (B) 0,5 bis 30 Gew.-% eines nichtionscihen Emulgators mit einem HLB-Wert von 10 bis
18 und
- (C) 0 bis 30 Gew.-% eines Co-Emulgators aus der Gruppe der Fettalkohole mit 12 bis
22 C-Atomen oder der Partialester von Polyolen mit 3 bis 6 C-Atomen mit Fettsäuren
mit 12 bis 22 C-Atomen und
- (D) 0,01 bis 50 Gew.-% eines Grenzflächen-Moderators, der ausgewählt ist aus der Gruppe
der Tocopherole, der Guerbetalkohle mit 16 bis 20 C-Atomen oder eines Steroids mit
1 bis 3 OH-Gruppen
in Gegenwart von 8 bis 85 Gew.-% Wasser bei einer Temperatur oberhalb des Schmelzpunktes
des Gemisches aus den Komponenten (A) bis (D) emulgiert und die Emulsion auf eine
Temperatur innerhalb oder oberhalb des Phaseninversionstemperaturbereichs erhitzt
- oder die Emulsion bei dieser Temperatur herstellt - und dann die Emulsion auf eine
Temperatur unterhalb des Phaseninversions-Temperaturbereichs abkühlt und gegebenenfalls
mit Wasser weiter verdünnt.
[0026] Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass besonders feinteilige Emulsionen erhalten
werden, die eine ausgezeichnete Lagerstabilität aufweisen. Im Vergleich zum bis dahin
bekannten Stand der Technik, z.B. der
DE-OS-38 19 193, wird darüber hinaus die Phaseninversionstemperatur gesenkt, was in der Praxis wegen
der damit verbundenen Energie-Einsparung besonders günstig ist.
[0027] Die Öl-in-Wasser-Emulsionen, hergestellt nach dem PIT-Verfahren finden Anwendung
z.B. als Haut- und Körperpflegemittel, als Kühlschmiermittel oder als Textil- und
Faserhilfsmittel. Besonders bevorzugt sind sie bei Verfahren zur Herstellung emulsionsförmiger
Zubereitungen für die Haut- und Haarbehandlung.
[0028] In diesem Zusammenhang sei auf das deutsche Patent
DE 197 03 087 C2 verwiesen, aus der die Verwendung entsprechender PIT-Emulsionen zur Herstellung von
kosmetischen Rückfettungsmitteln bekannt ist.
[0029] Im derzeit zugänglichen Stand der Technik ist eine erfindungsgemäße Verwendung von
O/W-Emulsionen weder offenbart, noch wird in irgendwelcher Form darauf hingewiesen.
[0030] Die Erfindung bezieht sich auf die folgenden Aspekte.
- 1. Verwendung einer O/W-Emulsion in konzentrierter Form oder nach Verdünnen mit Wasser
zum Schmieren von Transportbändern in Lebensmittelbetrieben.
- 2. Verwendung nach Aspekt 1, dadurch gekennzeichnet, dass die O/W-Emulsion eine PIT-Emulsion
ist,
- 3. Verwendung nach einem der Aspekte 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die O/W-Emulsion
wenigstens einen Wachsester enthält.
- 4. Verwendung nach Aspekt 3, dadurch gekennzeichnet, dass die O/W-Emulsion mindestens
eine weitere Komponente ausgewählt aus den Gruppen der
- (a) Triglyceride,
- (b) Partialglyceride, oder
- (c) Fettalkoholpolyglykolether
enthält.
- 5. Verwendung nach einem der Aspekte 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass man Wachsester
der Formel (1) einsetzt,
R1CO-OR2 (1)
in der R1CO für einen gesättigten und/oder ungesättigten Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen
und R2 für einen Alkyl- und/oder Alkenylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen steht.
- 6. Verwendung nach einem der Aspekte 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass unter
a) Triglyceride der Formel (2) zu verstehen sind,

in der R3CO, R4CO und R5CO unabhängig voneinander für lineare oder verzweigte, gesättigte und/oder ungesättigte,
gegebenenfalls hydroxy- und/oder epoxysubstituierte Acylreste mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen
und die Summe (m+n+p) für 0 oder Zahlen von 1 bis 100 steht.
- 7. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass unter b) Partialglyceride der Formel (3) zu verstehen sind,

in der R6CO für einen linearen oder verzweigten, gesättigten und/oder ungesättigten Acylrest
mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R7 und R8 unabhängig voneinander für R6CO oder OH und die Summe (m+n+p) für 0 oder Zahlen von 1 bis 100 steht, mit der Maßgabe,
dass mindestens einer der beiden Reste R7 und R8 OH bedeutet.
- 8. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass unter c) Fettalkoholpolyglycolether der Formel (4) zu verstehen sind,
R9O(CH2CH2O)qH (4)
in der R9 für einen linearen oder verzweigten Alkyl- und/oder Alkenylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen
und q für Zahlen von 1 bis 50 steht.
- 9. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass man O/W-Emulsionen, enthaltend
(x) 1 bis 50 Gew.-% Wachsester,
(a) 0,04 bis 10 Gew.-% Triglyceride,
(b) 0,04 bis 10 Gew.-% Partialglyceride und
(c) 0,04 bis 20 Gew.-% Fettalkoholpolyglycolether
einsetzt, mit der Maßgabe, dass sich die Mengenangaben mit Wasser und gegebenenfalls
weiteren üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen zu 100 Gew.-% ergänzen.
- 10. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass in der genannten O/W-Emulsion zumindestens eine alkoholische Komponente ausgewählt
aus Monohydroxy-, Dihydroxy- und Trihydroxy-Verbindungen, in Kombination mit mindestens
einer weiteren Komponente ausgewählt aus
(d) stickstoffhaltigen, aliphatischen, organischen Verbindungen mit weniger als 10
C-Atomen im Molekül und/oder
(e) einer organischen Carbonsäure mit 1 bis 10 C-Atomen im Molekül, vorliegt.
- 11. Verwendung nach Aspekt 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der genannten
alkoholischen Komponente, bezogen auf die gesamte O/W-Emulsion, größer als 20 Gew.-%
ist.
- 12. Verwendung nach Aspekt 11, dadurch gekennzeichnet, dass als genannte stickstoffhaltige
Verbindung (d) eine Verbindung der Formel 5

vorliegt, wobei die Reste R1, R2, R3 unabhängig voneinander H oder -(CH2)n-OH mit n=1 oder 2 sein können, wobei nicht alle Reste R1, R2, R3 gleichzeitig H sein dürfen.
- 13. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
dass der Anteil an stickstoffhaltiger Verbindung (d), bezogen auf das gesamte Konzentrat,
0,1 bis 20 Gew.-% beträgt.
- 14. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
dass der Anteil der genannten organischen Carbonsäure (e), bezogen auf das gesamte
Konzentrat, 0,1 bis 20 Gew.-% beträgt.
- 15. Verwendung nach einem der Aspekte 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß in der
genannten O/W-Emulsion zumindest eine weitere Komponente ausgewählt aus den Kettengleitmittel-Wirkstoffen
der allgemeinen Formel (I), (II)a, (IIb), (IIIa), (IIIb), (IIIc), (IVa), (IVb) und/oder
(V)

R4-NH-R5 (IIa)
R4-N+H2-R5 X- (IIb)
R4-NH-(CH2)3NH2 (IIIa)
R4-NH-(CH2)3N+H3 X- (IIIb)
R4-N+H2-(CH2)3-N+H3 2X- (IIIc)
R4-NR7R8 (IVa)
und/oder
R4-N+HR7R8 X- (IVb)
wobei
Rfür einen gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten, linearen oder verzweigten
Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen, der gegebenenfalls durch -OH, - NH2, -NH-, -CO-, -(CH2CH2O)l- oder -(CH2CH2CH2O)l- substituiert sein kann,
R1 für Wasserstoff, einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen, einen Hydroxyalkylrest mit
1 bis 4 C-Atomen oder einen Rest -R3COOM
R2 nur für den Fall, dass M eine negative Ladung darstellt für Wasserstoff, einen Alkylrest
mit 1 bis 4 C-Atomen, oder einen Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen,
R3 für einen gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten, linearen oder verzweigten
Alkylrest mit 1 bis 12 C-Atomen, der gegebenenfalls durch-OH, -NH2, -NH-, -CO-, -(CH2CH2O)l- oder -(CH2CH2CH2O)l- substituiert sein kann,
R4 für einen substituierten oder unsubstituierten, linearen oder verzweigten, gesättigten
oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen, der als
Substituenten mindestens einen Amin-, Imin-, Hydroxy-, Halogen- und/oder Carboxyrest
aufweisen kann,
einen substituierten oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten mindestens
einen Amin-, Imin-, Hydroxy-, Halogen-, Carboxy- und/oder einen linearen oder verzweigten,
gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen
aufweisen kann,
R5 für Wasserstoff oder - unabhängig von R4 - für einen Rest R4,
X- für ein Anion aus der Gruppe Amidosulfonat, Nitrat, Halogenid, Sulfat, Hydrogencarbonat,
Carbonat, Phosphat oder R6-COO- steht, wobei
R6 für Wasserstoff, einen substituierten oder unsubstituierten, linearen oder verzweigten
Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen oder Alkenylrest mit 2 bis 20 C-Atomen, die als Substituenten
mindestens einen Hydroxy-, Amin- oder Iminrest aufweisen können, oder einen substituierten
oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten einen Alkylrest mit 1 bis
20 C-Atomen aufweisen kann, steht, und
R7 und R8 jeweils unabhängig voneinander für einen substituierten oder unsubstituierten, linearen
oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen oder Alkenylrest mit 2 bis 20 C-Atomen,
die als Substituenten mindestens einen Hydroxy-, Amin- oder Iminrest aufweisen können,
oder
einen substituierten oder unsubstituierten Phenylrest, der als Substituenten einen
Alkylrest mit 1 bis 20 C-Atomen aufweisen kann,
M für Wasserstoff, Alkalimetall, Ammonium, einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen, einen
Benzylrest oder eine negative Ladung,
n für eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 12,
m für eine ganze Zahl im Bereich von 0 bis 5 und
l für eine Zahl im Bereich von 0 bis 5
steht, sowie
R-A-(CH2)k-NH-[(CH2)l-NH]y-H · (H+X-)n (V)
wobei
Rein substituierter oder unsubstituierter, linearer oder verzweigter, gesättigter
oder einfach oder mehrfach ungesättigter Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen, wobei die
Substituenten ausgewählt sind aus Amino, Imino, Hydroxy, Halogen und Carboxy, oder
ein substituierter oder unsubstituierter Phenylrest, wobei die Substituenten ausgewählt
sind aus Amino, Imino, Hydroxy, Halogen, Carboxy und einem linearen oder verzweigten,
gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen,
ist;
A entweder für -NH- oder für -O- steht,
X- ein Anion einer anorganischen oder organischen Säure bedeutet,
k, l unabhängig voneinander eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 6 ist;
y O, 1, 2, 3, 4 oder 5 ist,
n eine ganze Zahl von 0 bis 6 ist,
enthalten sind.
- 16. Verwendung nach einem der Aspekte 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil
der wässrigen Phase in der O/W-Emulsion größer als 95 Gew.%, bezogen auf die gesamte
O/W-Emulsion, ist.
- 17. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
dass man O/W-Emulsionen, enthaltend
(x) 25 bis 50 Gew.-% Wachsester,
(a) 1 bis 10 Gew.-% Triglyceride,
(b) 1 bis 10 Gew.-% Partialglyceride und
(c) 1 bis 20 Gew.-% Fettalkoholpolyglycolether
einsetzt, mit der Maßgabe, dass sich die Mengenangaben mit Wasser und gegebenenfalls
weiteren üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen zu 100 Gew.-% ergänzen.
- 18. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
dass die genannte O/W-Emulsion zusätzlich mindestens eine antimikrobielle Komponente
ausgewählt aus den Gruppen der Alkohole, Aldehyde, antimikrobiellen Säuren, Carbonsäureester,
Säureamide, Phenole, Phenolderivate, Diphenyle, Diphenylalkane, Harnstoffderivate,
Sauerstoff-, Stickstoff-Acetale sowie -Formale, Benzamidine, Isothiazoline, Phthalimidderivate,
Pyridinderivate, antimikrobiellen oberflächenaktiven Verbindungen, Guanidine, antimikrobiellen
amphoteren Verbindungen, Chinoline, 1,2-Dibrom-2,4-dicyanobutan, Iodo-2-propynyl-butyl-carbamat,
Iod, Iodophore, Peroxide, Persäuren enthält, wobei die genannten Komponenten unterschiedlich
von den in den Aspekten 2 bis 15 aufgeführten Komponenten sind.
- 19. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
dass die genannte O/W-Emulsion unmittelbar vor dem Aufbringen auf die Bänder der genannten
Transportbandanlage erzeugt wird.
- 20. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet,
dass die genannte O/W-Emulsion oder deren verdünnte Lösung zum Transport von Kunststoff-,
Karton-, Metall- oder Glas-Gebinden eingesetzt wird.
- 21. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet,
dass die O/W-Emulsion direkt, ohne vorheriges Verdünnen über eine Applikationsvorrichtung
auf die Bänder der Transportanlage aufgebracht wird.
- 22.Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet,
dass die O/W-Emulsion in der Transportanlage mit Wasser verdünnt wird, bevor sie über
eine Applikationsvorrichtung auf die Bänder der Transportanlage aufgebracht wird.
- 23. Verwendung nach Aspekt 22, dadurch gekennzeichnet, dass die O/W-Emulsion um einen
Verdünnungsfaktor verdünnt wird, der zwischen 20.000 und 100 liegt.
- 24.Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet,
dass die Applikationsvorrichtung während der Applikation in direktem Kontakt mit den
zu schmierenden Oberflächen steht.
- 25. Verwendung nach einem oder mehreren der Aspekte 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet,
dass als Applikationsvorrichtung eine Sprühvorrichtung verwendet wird.
- 26. Schmiermittelkonzentrat enthaltend einen Wachsester, zur Schmierung von Transportbandanlagen
in Lebensmittelbetrieben, dadurch gekennzeichnet, dass das Schmiermittelkonzentrat
als O/W-Emulsion vorliegt,
- 27. Schmiermittelkonzentrat nach Aspekt 26, dadurch gekennzeichnet, dass die O/W-Emulsion
mindestens eine weitere Komponente ausgewählt aus den Gruppen der
- a) Triglyceride,
- b) Partialglyceride, oder
- c) Fettalkoholpolyglykolether
enthält.
- 28.Schmiermittelkonzentrat nach Aspekt 27, dadurch gekennzeichnet, dass die O/W-Emulsion
(x) 1 bis 50 Gew.-% Wachsester,
(a) 0,04 bis 10 Gew.-% Triglyceride,
(b) 0,04 bis 10 Gew.-% Partialglyceride und
(c) 0,04 bis 20 Gew.-% Fettalkoholpolyglycolether
enthält, mit der Maßgabe, dass sich die Mengenangaben mit Wasser und gegebenenfalls
weiteren üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen zu 100 Gew.-% ergänzen.
- 29. Schmiermittelkonzentrat nach Aspekt 28, dadurch gekennzeichnet, dass die O/W-Emulsion
(x) 25 bis 50 Gew.-% Wachsester,
(a) 1 bis 10 Gew.-% Triglyceride,
(b) 1 bis 10 Gew.-% Partialglyceride und
(c) 1 bis 20 Gew.-% Fettalkoholpolyglycolether
enthält, mit der Maßgabe, dass sich die Mengenangaben mit Wasser und gegebenenfalls
weiteren üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen zu 100 Gew.-% ergänzen.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verwendung enthält die
O/W-Emulsion wenigstens einen Wachsester.
[0032] Unter Wachsestern sind Ester von langkettigen Carbonsäuren mit langkettigen Alkoholen
zu verstehen, die vorzugsweise der Formel (1) folgen,
R
1CO-OR
2 (1)
in der R
1CO für einen gesättigten und/oder ungesättigten Acylrest mit 6 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 Kohlenstoffatomen und R
2 für einen Alkyl- und/oder Alkenylrest mit 6 bis 22, vorzugsweise 12 bis 18 Kohlenstoffatomen
steht. Typische Beispiele sind Ester von Capronsäure, Caprylsäure, 2-Ethylhexansäure,
Caprinsäure, Laurinsäure, Isotridecansäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Palmoleinsäure,
Stearinsäure, Isostearinsäure, Ölsäure, Elaidinsäure, Petroselinsäure, Linolsäure,
Linolen-säure, Elaeostearinsäure, Arachinsäure, Gadoleinsäure, Behensäure und Erucasäure
sowie deren technische Mischungen mit Capronalkohol, Caprylalkohol, 2-Ethylhexylalkohol,
Caprinalkohol, Lauryl-alkohol, Isotridecylalkohol, Myristylalkohol, Cetylalkohol,
Palmoleylalkohol, Stearylalkohol, Isostearyl-alkohol, Oleylalkohol, Elaidylalkohol,
Petroselinylalkohol, Linolylalkohol, Linolenylalkohol, Elaeostearyl-alkohol, Arachylalkohol,
Gadoleylalkohol, Behenylalkohol, Erucylalkohol und Brassidylalkohol sowie deren technische
Mischungen, Vorzugsweise werden Cetylpalmitat, Cetylstearat, Cetylisostearat, Cetyl-oleat,
Cetylbehenat, Cetylerucat, Stearylpalmitat, Stearylstearat, Stearylisostearat, Stearyloleat,
Stearylbehenat, Stearylerucat, Isosteraylpalmitat, Isostearylstearat, Isostearylisostearat,
Isostearyloleat, Isostearylbehenat, Isostearylerucat, Oleylpalmitat, Oleylstearat,
Oleylisostearat, Oleyloleat, Oleylbehenat, Oleylerucat, Behenylpalmitat, Behenylstearat,
Behenylisostearat, Behenyloleat, Behenylbehenat, Behenyloleat sowie deren Mischungen
eingesetzt. Weiterhin können als Wachsester auch Ester der genannten Alkohole mit
Fruchtsäuren, also beispielsweise Äpfel- Wein- oder Citronensäure, Fruchtwachse sowie
Siliconwachse eingesetzt werden.
[0033] Die erfindungsgemäß zu verwendende O/W-Emulsion enthält vorzugsweise mindestens eine
weitere Komponente ausgewählt aus den Gruppen der
- a) Triglyceride,
- b) Partialglyceride, oder
- c) Fettalkoholpolyglykolether, oder
eine beliebige Mischung der genannten Komponenten a) bis c).
[0034] Unter Triglyceriden sind Stoffe der Formel (2) zu verstehen,

[0035] in der R
3CO, R
4CO und R
5CO unabhängig voneinander für lineare oder verzweigte, gesättigte und/oder ungesättigte,
gegebenenfalls hydroxy- und/oder epoxysubstituierte Acylreste mit 6 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 Kohlenstoffatomen und die Summe (m+n+p) für 0 oder Zahlen von 1 bis 100,
vorzugsweise 20 bis 80 steht. Die Triglyceride können natürlicher Herkunft sein oder
auf synthetischem Wege herge-stellt werden. Vorzugsweise handelt es sich um hydroxy-
und/oder epoxyfunktionalisierte Stoffe, wie beispielsweise Ricinusöl oder gehärtetes
Ricinusöl, epoxidiertes Ricinusöl, Ringöffnungsprodukte von epoxidierten Ricinusölen
unterschiedlicher Epoxidzahlen mit Wasser sowie Anlagerungsprodukten von durchschnittlich
1 bis 100, vorzugsweise 20 bis 80 und insbesondere 40 bis 60 Mol an diese genannten
Triglyceride.
[0036] Partialglyceride sind Monoglyceride, Diglyceride und deren technische Gemische, die
herstellungsbedingt noch geringe Mengen Triglyceride enthalten können. Die Partialglyceride
folgen vorzugsweise der Formel (3),

in der R
6CO für einen linearen oder verzweigten, gesättigten und/oder ungesättigten Acylrest
mit 6 bis 22, vorzugsweise 12 bis 18 Kohlenstoffatomen, R
7 und R
8 unabhängig voneinander für R
6CO oder OH und die Summe (m+n+p) für 0 oder Zahlen von 1 bis 100, vorzugsweise 5 bis
25 steht, mit der Maß-gabe, dass mindestens einer der beiden Reste R
7 und R
8OH bedeutet. Typische Beispiele sind Mono- und/oder Diglyceride auf Basis von Capronsäure,
Caprylsäure, 2-Ethylhexansäure, Caprinsäure, Lau-rinsäure, Isotridecansäure, Myristinsäure,
Palmitinsäure, Palmoleinsäure, Stearinsäure, Isostearinsäu-re, Ölsäure, Elaidinsäure,
Petroselinsäure, Linolsäure, Linolensäure, Elaeostearinsäure, Arachinsäure, Gadoleinsäure,
Behensäure und Erucasäure sowie deren technische Mischungen. Vorzugsweise wer-den
technische Laurinsäureglyceride, Palmitinsäureglyceride, Stearinsäureglyceride, Isostearinsäure-glyceride,
Ölsäureglyceride, Behensäureglyceride und/oder Erucasäureglyceride eingesetzt, welche
einen Monoglyceridanteil im Bereich von 50 bis 95, vorzugsweise 60 bis 90 Gew.-% aufweisen.
[0037] Die erfindungsrelevanten Fettalkoholpolyglykolether entsprechen der Formel
(4),
R
9O(CH
2CH
2O)
qH (4)
in der R
9 für einen linearen oder verzweigten Alkyl- und/oder Alkenylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoff-atomen
und q für Zahlen von 1 bis 50 steht. Typische Beispiele sind Anlagerungsprodukte von
durchschnittliche 1 bis 50, vorzugsweise 5 bis 25 an Capronalkohol, Caprylalkohol,
2-Ethylhexylalkohol, Caprinalkohol, Laurylalkohol, Isotridecylalkohol, Myristylalkohol,
Cetylalkohol, Palmoleylalkohol, Stearylalkohol, Isostearylalkohol, Oleylalkohol, Elaidylalkohol,
Petroselinylalkohol, Linolylalkohol, Linolenyl-alkohol, Elaeostearylalkohol, Arachylalkohol,
Gadoleylalkohol, Behenylalkohol, Erucylalkohol und Brassidylalkohol sowie deren technische
Mischungen. Die Tenside können dabei sowohl eine konventionell breite als auch eine
eingeengte Homologenverteilung aufweisen. Besonders bevorzugt sind Anlagerungsprodukte
von durchschnittlich 10 bzw. 20 Mol Ethylenoxid an Cetearylalkohol, Stearylalkohol
und/ oder Behenylalkohol.
[0038] Als weitere Komponenten kommen
Co-Emulgatoren wie beispielsweise nichtionogene Tenside aus mindestens einer der folgenden Gruppen
in Frage:
(1) Anlagerungsprodukte von 2 bis 30 Mol Ethylenoxid und/ oder 0 bis 5 Mol Propylenoxid
an lineare Fettalkohole mit 8 bis 22 C-Atomen, an Fettsäuren mit 12 bis 22 C-Atomen
und an Alkylphenole mit 8 bis 15 C-Atomen in der Alkylgruppe;
(2) Glycerinmono- und -diester und Sorbitanmono- und -diester von gesättigten und
ungesättigten Fettsäuren mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen und deren Ethylenoxidanlagerungsprodukte;
(3) Alkylmono- und -oligoglycoside mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen im Alkylrest und
deren ethoxylierte Analoga;
(4) Polyol- und insbesondere Polyglycerinester wie z.B. Polyglycerinpolyricinoleat
oder Polyglyce-rinpoly-12-hydroxystearat. Ebenfalls geeignet sind Gemische von Verbindungen
aus mehreren dieser Substanzklassen;
(5) Partialester auf Basis linearer, verzweigter, ungesättigter bzw. gesättigter C6/22-Fettsäuren, Ricinolsäure sowie 12-Hydroxystearinsäure und Glycerin, Polyglycerin,
Pentaerythrit, Dipenta-erythrit, Zuckeralkohole (z.B. Sorbit), Alkylglucoside (z.B.
Methylglucosid, Butylglucosid, Lauryl-glucosid) sowie Polyglucoside (z.B. Cellulose);
(6) Trialkylphosphate sowie Mono-, Di- und/oder Tri-PEG-alkylphosphate;
(7) Wollwachsalkohole;
(8) Polysiloxan-Polyalkyl-Polyether-Copolymere bzw. entsprechende Derivate;
(9) Mischester aus Pentaerythrit, Fettsäuren, Citronensäure und Fettalkohol gemäß
DE-PS 1165574 und/oder Mischester von Fettsäuren mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, Methylglucose
und Polyolen, vorzugsweise Glycerin sowie
(13) Polyalkylenglycole.
[0039] Die Anlagerungsprodukte von Ethylenoxid und/oder von Propylenoxid an Fettalkohole,
Fettsäuren, Alkylphenole, Glycerinmono- und -diester sowie Sorbitanmono- und -diester
von Fettsäuren oder an Ricinusöl stellen bekannte, im Handel erhältliche Produkte
dar. Es handelt sich dabei um Homologen-gemische, deren mittlerer Alkoxylierungsgrad
dem Verhältnis der Stoffmengen von Ethylenoxid und/ oder Propylenoxid und Substrat,
mit denen die Anlagerungsreaktion durchgeführt wird, entspricht.
[0040] C
8/18-Alkylmono- und -oligoglycoside, ihre Herstellung und ihre Verwendung als oberflächenaktive
Stoffe sind beispielsweise aus
US 3,839,318, US 3,707,535, US 3,547,828, DE-OS 19 43 689, DE-OS 20 36 472 und
DE-A1 30 01 064 sowie
EP-A 0 077 167 bekannt. Ihre Herstellung erfolgt insbesondere durch Umsetzung von Glucose oder Oligosacchariden
mit primären Alkoholen mit 8 bis 18 C-Atomen. Bezüglich des Glycosidrestes gilt, dass
sowohl Monoglycoside, bei denen ein cyclischer Zuckerrest glycosidisch an den Fettalkohol
gebunden ist, als auch oligomere Glycoside mit einem Oligomerisa-tionsgrad bis vorzugsweise
etwa 8 geeignet sind. Der Oligomerisierungsgrad ist dabei ein statistischer Mittelwert,
dem eine für solche technischen Produkte übliche Homologenverteilung zugrunde liegt.
[0041] Weiterhin können als Emulgatoren zwitterionische Tenside verwendet werden. Als zwitterionische
Tenside werden solche oberflächenaktiven Verbindungen bezeichnet, die im Molekül mindestens
eine quartäre Ammoniumgruppe und mindestens eine Carboxylat- und eine Sulfonatgruppe
tragen. Besonders geeignete zwitterionische Tenside sind die sogenannten Betaine wie
die N-Alkyl-N,N-dimethylammoniumglycinate, beispielsweise das Kokosalkyldimethylam-moniumglycinat,
N-Acylamino-propyl-N,N-dimethylammoniumglycinate, beispielsweise das Kokosacylaminopropyldimethylammonium-glycinat,
und 2-Alkyl-3-carboxylmethyl-3-hydroxyethylimidazoline mit jeweils 8 bis 18 C-Atomen
in der Alkyl- oder Acylgruppe sowie das Kokosacylaminoethylhydroxyethylcarboxymethylglycinat,
Besonders bevorzugt ist das unter der CTFA-Bezeichnung Cocamidopropyl Betaine bekannte
Fettsäureamid-Derivat. Ebenfalls geeignete Emulgatoren sind ampholytische Tenside.
Unter ampholytischen Tensiden werden solche oberflächenaktiven Verbindungen verstanden,
die außer einer C
8/18-Alkyl- oder-Acylgruppe im Molekül mindestens eine freie Aminogruppe und mindestens
eine-COOH- oder -SO
3H-Gruppe enthalten und zur Ausbildung innerer Salze befähigt sind. Beispiele für geeignete
ampho-lytische Tenside sind N-Alkylglycine, N-Alkylpropionsäuren, N-Alkylaminobuttersäuren,
N-Alkyliminodipropionsäuren, N-Hydroxyethyl-N-alkylamidopropylglycine, N-Alkyltaurine,
N-Alkylsarcosine, 2-Alkylaminopropionsäuren und Alkylaminoessigsäuren mit jeweils
etwa 8 bis 18 C-Atomen in der Alkyl-gruppe. Besonders bevorzugte ampholytische Tenside
sind das N-Kokosalkylaminopropionat, das Kokosacylaminoethylaminopropionat und das
C
12/18-Acylsarcosin. Neben den ampholytischen kommen auch quartäre Emulgatoren in Betracht,
wobei solche vom Typ der Esterquats, vorzugsweise methyl-quaternierte Difettsäuretriethanolaminester-Salze,
besonders bevorzugt sind.
[0042] Als weitere Zusatzsoffe können Substanzen wie beispielsweise Lanolin und Lecithin
sowie polyethoxylierte oder acylierte Lanolin- und Lecithinderivate, Polyolfettsäureester,
Monoglyceride und Fettsäurealkanolamide verwendet werden, wobei die letzteren gleichzeitig
als Schaumstabilisatoren dienen. Bei Bedarf kommen als
Konsistenzgeber in erster Linie Fettalkohole mit 12 bis 22 und vorzugsweise 16 bis 18 Kohlenstoffatomen
und daneben Partialglyceride in Betracht. Bevorzugt ist eine Kombination dieser Stoffe
mit Alkyloligoglucosiden und/oder Fettsäure-N-methylglucamiden gleicher Kettenlänge
und/oder Polyglycerinpoly-12-hydroxystearaten. Bei Bedarf sind geeignete
Verdickungsmittel beispielsweise Polysaccharide, insbesondere Xanthan-Gum, Guar-Guar, Agar-Agar, Alginate
und Tylosen, Carboxy-methylcellulose und Hydroxyethylcellulose, ferner höhermolekulare
Polyethylenglycolmono- und -di-ester von Fettsäuren, Polyacrylate, (z.B. Carbopole®
von Goodrich oder Synthalene® von Sigma), Polyacrylamide, Polyvinylalkohol und Polyvinylpyrrolidon,
Tenside wie beispielsweise ethoxylierte Fettsäureglyceride, Ester von Fettsäuren mit
Polyolen wie beispielsweise Pentaerythrit oder Trimethy-Iolpropan, Fettalkoholethoxylate
mit eingeengter Homologenverteilung oder Alkyloligoglucoside sowie Elektrolyte wie
Kochsalz und Ammoniumchlorid.
Je nachdem, welche Eigenschaften die erfindungsgemäß zu verwendende O/W-Emulsion haben
soll, können auch geeignete
kationische Polymere zugesetzt werden. Diese sind beispielsweise ausgewählt aus kationischen Cellulosederivate,
wie z.B. ein quaternierte Hydroxyethylcellulose, die unter der Bezeichnung Polymer
JR 400® von Amerchol erhältlich ist, kationische Stärke, Copolymere von Diallylammoniumsalzen
und Acrylamiden, quaternierte Vinylpyrrolidon/Vinylimidazol-Polymere wie z.B. Luviquat®
(BASF), Kondensationsprodukte von Polyglycolen und Aminen, quaternierte Kollagenpolypeptide
wie beispielsweise Lauryldimonium hydroxy-propyl hydrolyzed collagen (Lamequat®L/Grünau),
quaternierte Weizenpolypeptide, Polyethylenimin, kationische Siliconpolymere wie z.B.
Amidomethicone, Copolymere der Adipinsäure und Dimethylaminohydroxypropyldiethylentrimamin
(Cartaretine®/Sandoz), Copolymere der Acrylsäure mit Dime-thyldiallylammoniumchlorid
(Merquat® 550/Chemviron), Polyaminopolyamide wie z.B. beschrieben in der
FR-A 22 52 840 sowie deren vernetzte wasserlöslichen Polymere, kationische Chitinderivate wie beispielsweise
quaterniertes Chitosan, gegebenenfalls mikrokristallin verteilt, Kondensationsprodukte
aus Dihalogenalkylen wie z.B. Dibrombutan mit Bisdialkylaminen wie z.B. Bis-Dimethylamino-1,3-propan,
kationischer Guar-Gum wie z.B. Jaguar® CBS, Jaguar® C-17, Jaguar® C-16 der Celanese,
quaternierte Ammoniumsalz-Polymere wie z.B. Mirapol® A-15, Mirapol® AD-1, Mirapol®
AZ-1 der Miranol.
[0043] Zur Verbesserung des Fließverhaltens der erfindungsgemäß zu verwendenden O/W-Emulsion
können ferner
Hydrotrope wie beispielsweise Ethanol, Isopropylalkohol, oder Polyole eingesetzt werden. Polyole,
die hier in Betracht kommen, besitzen vorzugsweise 2 bis 15 Kohlenstoffatome und mindestens
zwei Hydroxylgruppen. Typische Beispiele sind
- Glycerin;
- Alkylenglycole wie beispielsweise Ethylenglycol, Diethylenglycol, Propylenglycol,
Butylenglycol, Hexylenglycol sowie Polyethylenglycole mit einem durchschnittlichen
Molekulargewicht von 100 bis 1.000 Dalton;
- technische Oligoglyceringemische mit einem Eigenkondensationsgrad von 1,5 bis 10 wie
etwa technische Diglyceringemische mit einem Diglyceringehalt von 40 bis 50 Gew.-%;
- Methyolverbindungen, wie insbesondere Trimethylolethan, Trimethylolpropan, Trimethylolbutan,
Pentaerythrit und Dipentaerythrit;
- Niedrigalkylglucoside, insbesondere solche, mit 1 bis 8 Kohlenstoffen im Alkylrest
wie beispiels-weise Methyl- und Butylglucosid;
- Zuckeralkohole mit 5 bis 12 Kohlenstoffatomen wie beispielsweise Sorbit oder Mannit,
- Zucker mit 5 bis 12 Kohlenstoffatomen wie beispielsweise Glucose oder Saccharose;
- Aminozucker wie beispielsweise Glucamin.
[0044] In einer bevorzugt Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt man O/W Emulsionen,
enthaltend
(x) 1 bis 50 Gew.-% Wachsester,
(a) 0,04 bis 10 Gew.-% Triglyceride,
(b) 0,04 bis 10 Gew.-% Partialglyceride und
(c) 0,04 bis 20 Gew.-% Fettalkoholpolyglycolether
ein, mit der Maßgabe, dass sich die Mengenangaben mit Wasser und gegebenenfalls weiteren
üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen zu 100 Gew.-% ergänzen.
[0045] Vorzugsweise liegt in den erfindungsgemäß zu verwendenden O/W-Emulsionen zumindestens
eine alkoholische Komponente ausgewählt aus Monohydroxy-, Dihydroxy- und Trihydroxy-Verbindungen,
in Kombination mit mindestens einer weiteren Komponente ausgewählt aus
stickstoffhaltigen, aliphatischen, organischen Verbindungen mit weniger als 10 C-Atomen
im Molekül, vorzugsweise weniger als 7 C-Atomen im Molekül, das besonders bevorzugt
eine zusätzliche OH-Gruppe enthält, und/oder
d) einer organischen Carbonsäure mit 1 bis 10 C-Atomen im Molekül, vorzugsweise Essigsäure
und/oder Capronsäure vor.
[0046] Außerdem ist es bevorzugt, dass der Anteil der genannten alkoholischen Komponente,
bezogen auf die gesamte erfindungsgemäß zu verwendende Q/W-Emulsion größer als 20
Gew.-%, besonders bevorzugt größer als 50 Gew.-%, jedoch nicht größer als 61,8 Gew.-%
ist.
[0047] Vorzugsweise ist die genannte in der erfindungsgemäß zu verwendende O/W-Emulsion
einzusetzende alkoholische Komponente im wesentlichen Glycerin.
[0048] Als bevorzugt wird weiterhin eine erfindungsgemäß zu verwendende O/W-Emulsion angesehen,
in der als genannte stickstoffhaltige Verbindung (d) eine Verbindung der Formel
(5)

vorliegt, wobei die Reste R
1, R
2, R
3 unabhängig voneinander H oder -(CH
2)
n-OH mit n=1 oder 2 sein können, wobei nicht alle Reste R
1, R
2, R
3 gleichtzeitig H sein dürfen. Dabei ist es ganz besonders bevorzugt, wenn die genannte
stickstoffhaltige Verbindung (d) Monoethanolamin und/oder Triethanolamin ist.
[0049] Für den Fall, dass in der erfindungsgemäß zu verwendenden O/W-Emulsion die genannte
stickstoffhaltige Verbindung (d) vorliegt, beträgt ihr Anteil, bezogen auf das gesamte
Konzentrat, 0,1 bis 20 Gew.-%.
[0050] Für den Fall, dass in der erfindungsgemäß zu verwendenden O/W-Emulsion die genannte
organischen Carbonsäure (e), vorliegt, beträgt ihr Anteil, bezogen auf das gesamte
Konzentrat, 0,1 bis 20 Gew.-%.
[0051] Es ist weiterhin bevorzugt, dass der Anteil der wässrigen Phase in der erfindungsgemäß
zu verwendenden O/W-Emulsion größer als 95 Gew.%, bezogen auf die gesamte O/W-Emulsion,
ist. Als wässrige Phase im Sinne der vorliegenden Erfindung sind wenigstens 10 Gew.-%
Wasser zusammen mit allen darin enthaltenen Komponenten zu verstehen, mit der Maßgabe,
dass sie zusammen eine einzige Phase, ohne Phasengrenzen, darstellen.
[0052] In einer anderen erfindungsgemäß zu verwendenden O/W-Emulsion liegt diese als Hochkonzentrat
vor, das
(x) 25 bis 50 Gew.-% Wachsester,
(a) 1 bis 10 Gew.-% Triglyceride,
(b) 1 bis 10 Gew.-% Partialglyceride und
(c) 1 bis 20 Gew.-% Fettalkoholpolyglycolether
enthält, mit der Maßgabe, dass sich die Mengenangaben mit Wasser und gegebenenfalls
weiteren üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen zu 100 Gew.-% ergänzen.
[0053] Je nach Formulierung ist es weiterhin bevorzugt, dass die erfindungsgemäß zu verwendende
O/W-Emulsion zusätzlich mindestens eine antimikrobielle Komponente ausgewählt aus
den Gruppen der Alkohole, Aldehyde, antimikrobiellen Säuren, Carbonsäureester, Säureamide,
Phenole, Phenolderivate, Diphenyle, Diphenylalkane, Harnstoffderivate, Sauerstoff-,
Stickstoff-Acetale sowie -Formale, Benzamidine, Isothiazoline, Phthalimidderivate,
Pyridinderivate, antimikrobiellen oberflächenaktiven Verbindungen, Guanidine, antimikrobiellen
amphoteren Verbindungen, Chinoline, 1,2-Dibrom-2,4-dicyanobutan, Iodo-2-propynyl-butyl-carbamat,
Iod, Iodophore, Peroxide, Persäuren enthält, wobei die genannten Komponenten unterschiedlich
von den bisher genannten in der erfindungsgemäß zu verwendenden O/W-Emulsion enthaltenen
Komponenten sind.
[0054] Außerdem wird in einer bevorzugten Ausführungsform die erfindungsgemäß zu verwendende
O/W-Emulsion unmittelbar vor dem Aufbringen auf die Bänder der genannten Transportbandanlage
erzeugt, wobei es besonders bevorzugt ist, wenn die Herstellung der genannten O/W-Emulsion
in speziellen für die Herstellung von O/W-Emulsionen geeigneten Mischdüsen erfolgt.
[0055] Vorzugsweise wird die erfindungsgemäß zu verwendende O/W-Emulsion oder deren verdünnte
Lösung zum Transport von Kunststoff-, Karton-, Metall- oder Glas-Gebinden eingesetzt,
wobei im Falle von Kunststoff-Gebinden diese besonders bevorzugt mindestens ein Polymer
ausgewählt aus den Gruppen der Polyethylenterephthalate (PET), Polyethylennaphtenate
(PEN), Polycarbonate (PC), PVC enthalten und ganz besonders bevorzugt PET-Getränke-Flaschen
sind.
[0056] Weiterhin ist es bei der Verwendung der erfindungsgemäß zu verwendenden O/W-Emulsion
bevorzugt, dass bei der Anwendung separat zusätzliche antimikrobielle Wirkstoffe,
insbesondere organische Persäuren, Chlordioxid oder Ozon, verwendet werden.
[0057] Bei der Applikation der erfindungsgemäß zu verwendenden O/W-Emulsion ist es weiterhin
bevorzugt, die O/W-Emulsion direkt, ohne vorheriges Verdünnen über eine Applikationsvorrichtung
auf die Bänder der Transportanlage aufzubringen.
[0058] Ebenso ist es bei der Applikation der erfindungsgemäß zu verwendenden O/W-Emulsion
bevorzugt, die O/W-Emulsion in der Transportanlage mit Wasser zu verdünnen, besonders
bevorzugt um einen Verdünnungsfaktor, der zwischen 20.000 und 100 liegt, bevor sie
über eine Applikationsvorrichtung auf die Bänder der Transportanlage aufgebracht wird.
[0059] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Applikation der erfindungsgemäß
zu verwendenden O/W-Emufsion ist es bevorzugt, dass die Applikationsvorrichtung während
der Applikation in direktem Kontakt mit den zu schmierenden Oberflächen steht. Im
Sinne der vorliegenden Erfindung ist dabei zu verstehen, dass die Applikation beispielsweise
über Pinsel, Schwamm, Lappen, Wischer, die in direktem Kontakt mit der Kette stehen,
erfolgt.
[0060] Je nach Bedarf kann es auch bevorzugt sein, als Applikationsvorrichtung eine Sprühvorrichtung
zu verwenden.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein als O/W-Emulsion vorliegendes
Schmiermittelkonzentrat enthaltend einen Wachsester, zur Schmierung von Transportbandanlagen
in Lebensmittelbetrieben.
[0061] Vorzugsweise enthält das erfindungsgemäße Schmiermittelkonzentrat mindestens eine
weitere Komponente ausgewählt aus den Gruppen der
- a) Triglyceride,
- b) Partialglyceride, oder
- c) Fettalkoholpolyglykolether.
[0062] Alle Ausführungen, die im Rahmen der Beschreibung der erfindungsgemäß zu verwendenden
O/W-Emulsion gemacht wurden gelten analog auch für die erfindungsgemäßen Schmiermittelkonzentrate.
Beispiele
[0063] Kettengleitmittelkonzentrate wurden als O/W-Emulsion in unterschiedlicher Zusammensetzung
formuliert und auf ihre Eigenschaften hin untersucht. Die Viskosität der Zubereitungen
E1 und E2 wurde nach der Brookfield-Methode in einem RVF-Viskosimeter (Spindel 1,
10 Umdrehungen pro Minute (Upm)) einmal unmittelbar nach der Herstellung (20°C) und
ein weiteres Mal nach einer Lagerzeit von 4 Wochen bei 45°C gemessen. Die Stabilität
der Formulierungen wurde nach Lagerung (4 w, 45°C) optisch bestimmt. Dabei bedeutet
"+" stabil und "-" Phasentrennung.
Tabelle 1:
| Formulierungen der geprüften Kettengleitmittel (Mengenangaben als Gew.-%) |
| Zusammensetzung / Eigenschaft |
E1 |
E2 |
E3 |
E4 |
E5 |
E6 |
E7 |
E8 |
E9 |
| Cetyl Palmitate |
30 |
40 |
4,44 |
2,678 |
2,08 |
3,33 |
3,33 |
4,44 |
4,44 |
| Hydrogenated Castor Oil |
4 |
6 |
0,67 |
0,4 |
0,26 |
0,44 |
0,44 |
0,67 |
0,67 |
| Glycryl Stearate |
2 |
3 |
0,33 |
0,2 |
0,13 |
0,22 |
0,22 |
0,33 |
0,33 |
| Beheneth-10 (Behenylakohol/C22 mit etwa 10 Mol EO |
8 |
12 |
1,33 |
0,8 |
0,52 |
0,89 |
0,89 |
1,33 |
1,33 |
| Ameisensäure |
- |
- |
2 |
- |
0,13 |
- |
- |
- |
- |
| Essigsäure |
- |
- |
- |
3 |
- |
- |
- |
- |
- |
| C18-Alkoxypropylamin |
- |
- |
- |
5 |
- |
- |
- |
- |
- |
| KOH |
- |
- |
- |
2 |
- |
- |
- |
- |
- |
| Talgbetain |
- |
- |
- |
- |
10 |
- |
- |
- |
- |
| Peressigsäure |
- |
- |
- |
- |
- |
2 |
- |
- |
- |
| Benzalkoniumchlorid |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
10 |
- |
- |
| Monobromessigsäure |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
12,5 |
- |
| Iod |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
1,1 |
| Kaliumiodid |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
2 |
| Wasser |
auf 100 Gew.-% |
| Viskosität - sofort [mPas] |
6000 |
6400 |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
|
| Viskosität - nach Lagerung [mPas] |
6100 |
6400 |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
|
| Stabilität |
+ |
+ |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
|
[0064] Es wurden Schmierversuche mit den Rezepturen E1 und E3, sowie E4 durchgeführt. Hierfür
wurde das Produkt mit Wasser unterschiedlicher Qualität verdünnt, um eine Abhängigkeit
des Schmierverhaltens von der Wasserqualität festzustellen. Als Transportgebinde wurden
PET-Flaschen in Schmierversuchen auf Versuchstransporteuren getestet. Die Versuche
wurden auf die gemäß dem Stand der Technik beschriebene Art und Weise durchgeführt.
[0065] Weiterhin wurden die PET-Flaschen auf unterschiedlichen Kettenmaterialien getestet.
[0066] Wie die folgende Tabelle 2 zeigt, wurden sehr gute Schmierwerte erzielt.
[0067] Die Formulierung E1 weist insbesondere bei salzhaltigem, hartem Wasser hervorragende
Schmierwerte auf. Die Formulierungen E3 und E4 zeigen auch bei vollentsalztem Wasser
sehr gute Werte.
[0068] Ähnliche Eigenschaften wurden in Versuchen auch mit den anderen Formulierungen E2
sowie E5 bis E9 erreicht.
Tabelle 2:
| Schmierversuche mit verdünnten Anwendungslösungen der Formulierungen E1 und E3 sowie
E4 |
| Formulierung |
Ketten material |
Konzentration [ppm] |
Wasser |
Reibbeiwert |
| E1 |
Stahl |
100 |
VE (vollentsalzt) |
0,110 - 0,140 |
| |
100 |
16°d |
0,060 - 0,080 |
| |
200 |
VE (vollentsalzt) |
0,100 - 0,120 |
| |
200 |
16°d |
0,065 - 0,090 |
| |
400 |
VE (vollentsalzt) |
0,070 - 0,080 |
| 400 |
400 |
16°d |
0,045 - 0,060 |
| Kunststoff |
100 |
VE (vollentsalzt) |
0,120 - 0,160 |
| |
100 |
16°d |
0,075 - 0,090 |
| |
200 |
VE (vollentsalzt) |
0,080 - 0,130 |
| |
200 |
16°d |
0,055 - 0,080 |
| |
400 |
VE (vollentsalzt) |
0,070 - 0,110 |
| |
400 |
16°d |
0,050 - 0,070 |
| E3 |
Stahl |
1000 |
VE (vollentsalzt) |
0,07 - 0,09 |
| |
1000 |
16°d |
0,06 - 0,08 |
| Kunststoff |
1000 |
VE (vollentsalzt) |
0,065 - 0,08 |
| |
1000 |
16°d |
0,05 - 0,07 |
| E4 |
Stahl |
700 |
VE (vollentsalzt) |
0,065 - 0,09 |
| |
700 |
16°d |
0,055 - 0,07 |
| Kunststoff |
700 |
VE (vollentsalzt) |
0,05 - 0,07 |
| |
700 |
16°d |
0,04 - 0,06 |
[0069] Unter anderem ist bei der Auswertung dieser Versuchsserie hervorzuheben, daß Kombinationen
mit Alkoxypropylamin trotz geringerer Wirkstoff-Menge an CetylPalmitat in der Kombination
hervorragende Schmierwerte hervorbringen. Dabei ergibt sich als weiterer Vorteil bei
derartigen Kombinationen, daß Alkoxypropylenamine zusätzliche antimikrobielle Wirksamkeit
zur Kombination beisteuern.
[0070] Diese Vorteile konnten in einigen Versuchen bestätigt werden für die bei Kettengleitmitteln
bekannten Alkoxypropylamin-Typen der allgemeinen Formel
R-A-(CH
2)
k-NH-[(CH
2)
l-NH]
y-H·(H
+X
-)
n (V)
wobei
- R
- ein substituierter oder unsubstituierter, linearer oder verzweigter, gesättigter oder
einfach oder mehrfach ungesättigter Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen, wobei die Substituenten
ausgewählt sind aus Amino, Imino, Hydroxy, Halogen und Carboxy, oder
ein substituierter oder unsubstituierter Phenylrest, wobei die Substituenten ausgewählt
sind aus Amino, Imino, Hydroxy, Halogen, Carboxy und einem linearen oder verzweigten,
gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen,
ist;
- A
- für -O- steht,
- X-
- ein Anion einer anorganischen oder organischen Säure bedeutet,
- k, l
- unabhängig voneinander eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 6 ist;
- y
- O, 1, 2, 3, 4 oder 5 ist,
- n
- eine ganze Zahl von 0 bis 6 ist.
[0071] Im übrigen wurden auch sehr gute Schmierwerte durch Kombination der erfindungsgemäßen
Schmiermittelkonzentrate mit Aminen der Formel (V) erzielt, in denen A einer -NH-Gruppe
entsprach.
[0072] Darüberhinaus gelangt man zu guten Ergebnissen, wenn man die erfindungsgemäßen Schmiermittelkonzentrate
mit den aus Literatur und Praxis bekannten Kettengleitmittel-Wirkstoffen gemäß den
Formeln (I), (II)a, (IIb), (IIIa), (IIIb), (IIIc), (IVa) und/oder (IVb) kombiniert.
[0073] Bei derartigen Kombinationen gelingt es, die ansonsten erforderliche Wirkstoffkonzentration
von, aufgrund toxikologischer und ökologischer Bedenken, oft kritisch gesehenen Aminen
nach Belieben zu reduzieren.
[0074] Dementsprechend bereichert die vorliegende Erfindung auch die Auswahl der Formulierungs-Resourcen
für den Anwendungstechniker.
[0075] Die mit aminhaltigen Kettengleitmittel-Wirkstoffen kombinierten SchmiermittelKonzentrate
sind in der Regel ausreichend gut antimikrobiell wirksam, um in der Praxis Keimwachstum
zu verhindern oder sogar Keime abzutöten. Fehlen diese Kombinationswirkstoffe oder
ist ihre Konzentration nicht hoch genug, so können bei Bedarf selbstverständlich weitere
antimikrobielle Wirkstoffe zugegeben werden.
[0076] Dies ist nur beispielhaft in den Beispielen E6, E7, E8 und E9 vorgemacht. Daneben
gibt es viele weitere Möglichkeiten.
[0077] Zur Bestimmung der Materialverträglichkeit wurde die TNO-Methode herangezogen. Dazu
wurde die Rezeptur E1 ohne Verdünnung und als Anwendungslösung mit 1% eingesetzt.
[0078] Laut Versuchsbeschreibung werden PET-Flaschen mit Wasser gefüllt und mit Kohlendioxid
so konditioniert, dass im Innenbereich der Flaschen ein Druck von etwa 7 bar vorliegt.
Danach werden die Bodentassen der Flaschen in die Formulierung des Vergleichsbeispiels
bzw. des erfindungsgemäß zu vewendenden Beispiels getaucht und über einen Zeitraum
von 24 Stunden in eine Petri-Schale gestellt. Nach den 24 Stunden werden die Flaschen
geöffnet, entleert und die Bodentassen mit Wasser abgespült. Bei visueller Auswertung
der Bodentassen kann man feststellen, dass bei dem Versuch mit dem erfindungsgemäß
zu verwendenden Beispiel festzustellen ist, dass im Bodenbereich nur wenige Spannungsrisse
mit geringer Tiefe, Einstufung A, vorliegen. Die Einstufung erfolgt in Anlehnung an
die Referenzbilder, die in Kapitel IV-22 des Buches
'CODE OF PRACTICE - Guidelines for an Industrial Code of Practice for Refillable PET
Bottles', Edition 1, 1993-1994, enthalten sind.
[0079] Demzufolge ist das Verhalten gegenüber PET-Flaschen ebenfalls positiv zu bewerten:
Für beide Versuche wurde geringe Spannungsrisskorrosion nur in der Bodentasse festgestellt.
Der Standring wies keine Spannungsrisskorrosion auf.
[0080] Es wurde, wie bereits dargestellt, festgestellt, dass die Persistenz der Anwendungslösung
des erfindungsgemäßen Mittels E1 auf den Ketten mit steigender Wasserhärte zunimmt.
[0081] Demzufolge kann durch Erhöhung der Wasserhärte auch eine Verlängerung der Pausen
zwischen den Dosierzeiten erreicht werden.