[0001] Die Erfindung betrifft einen Kolben für eine Brennkraftmaschine.
[0002] Zur Kühlung eines Kolbens einer Brennkraftmaschine kann ein Kolben einen inneren
Kolbenkühlkanal aufweisen. Der Kolbenkühlkanal kann einen Einlass an einer Unterseite
des Kolbens aufweisen. Durch den Einlass kann Kühlfluid, zum Beispiel Öl, das von
einer Kühlfluideinspritzdüse in einer Richtung zu dem Einlass eingespritzt wird, in
den Kolbenkühlkanal gelangen. Das Kühlfluid kann aus dem Kolbenkühlkanal durch einen
Auslass an der Unterseite des Kolbens austreten.
[0003] Aus der
DE 197 36 135 C1 ist ein flüssigkeitsgekühlter Kolben für Verbrennungsmotoren bekannt, welcher einen
wenigstens teilweise ringsegmentförmigen Kühlkanal aufweist. Der Kühlkanal ist unterhalb
eines Kolbenbodens in einem Kolbenoberteil ausgeformt. Der Kühlkanal weist Öffnungen
zum Eintritt und Austritt der Kühlflüssigkeit auf. Die Öffnungen sind mit einem Fangtrichter
ausgeformt.
[0004] Aus der
EP 2 348 207 A2 ist ferner ein Kolben bekannt, bei dem ein Einlasskanal für einen Kolbenkühlkanal
vollständig in einem Kolbenschaft eines Kolbens angeordnet ist. Der Einlasskanal weist
einen trichterförmigen Einlassbereich auf.
[0005] Insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten des Kolbens kann es passieren, dass sich
der Fanggrad des Einlasses des Kühlfluidkanals teilweise deutlich verringert. D. h.,
der relative Anteil des Kühlfluids, das in den inneren Kühlfluidkanal des Kolbens
gelangt, verringert sich.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Kühlfluidzuführung zu einem Kolbenkühlkanal
zu verbessern. Insbesondere soll auch bei hohen Kolbengeschwindigkeiten genügend Kühlfluid
zu dem Kolbenkühlkanal des Kolbens zugeführt werden.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale gemäß dem unabhängigen Anspruch. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen und der Beschreibung angegeben.
[0008] Der Kolben ist für eine Brennkraftmaschine (z. B. Hubkolben-Brennkraftmaschine) geeignet.
Der Kolben weist einen inneren Kolbenkühlkanal zum Kühlen des Kolbens auf. Der Kolben
weist einen Einlasskanal, der in den Kolbenkühlkanal mündet, auf. Ein Strömungsquerschnitt
des Einlasskanals verjüngt sich in einer Richtung zu dem Einlass des inneren Kolbenkühlkanals
zumindest abschnittsweise, insbesondere trichterförmig. Der Einlasskanal ist zusätzlich
zum Fördern (z. B. Verbessern, Vergrößern) eines Kühlfluidflusses (z. B. Verringerung
von Kühlfluidreibungsverlusten) zu dem Einlass des inneren Kolbenkühlkanal ausgebildet.
[0009] Insbesondere kann das Kühlfluid Öl sein.
[0010] Beispielsweise kann der Einlasskanal zusätzlich zu der zumindest abschnittsweisen
Verjüngung Mittel (z. B. Oberflächenbehandlung, Beschichtung und/oder Strömungsführungselement(e))
zum Fördern eines Kühlfluidflusses zu dem Kolbenkühlkanal aufweisen.
[0011] Damit kann vorzugsweise auch bei hohen Kolbengeschwindigkeiten eine ausreichende
Kühlung des Kolbens gewährleistet werden. Der sich verjüngende Einlasskanal leitet
eingespritztes Kühlfluid mengenmäßig verstärkt zu dem Einlass des Kolbenkühlkanal.
Damit gelangt das Kühlfluid mengenmäßig verstärkt in den Kühlfluidkanal und kann dort
besser die auftretenden Wärmebelastung abtransportieren und somit eine Temperatur
des Kolbens reduzieren. Ferner kann vorzugsweise durch die spezielle Ausbildung des
Einlasskanals zum Beispiel durch Verringerung von Kühlfluidreibungsverlusten ein Kühlfluidfluss
durch den Einlasskanal in den Einlass des Kühlfluidkanals gefördert werden.
[0012] Insbesondere kann der Einlasskanal unterhalb von einer Unterseite des Kolbens angeordnet
sein. Beispielsweise kann der Einlasskanal direkt unterhalb eines Einlasses des Kolbenkühlkanals
angeordnet sein.
[0013] Es ist möglich, dass der Einlass des Kolbenkühlkanals sich in einer Unterseite des
Kolbens öffnet.
[0014] Beispielsweise kann der Kühlfluidkanal ringförmig ausgebildet sein und/oder eine
Mehrzahl von Teilkanälen aufweisen. Es ist möglich, dass der Kühlfluidkanal unterhalb
eines Kolbenbodens in einem Kolbenoberteil angeordnet ist.
[0015] Zweckmäßig kann der Kolbenkühlkanal einen Auslass aufweisen. Beispielsweise kann
der Auslass bezüglich einer Mittelachse des Kolbens gegenüber dem Einlass des Kühlfluidkanals
angeordnet sein.
[0016] In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Einlasskanal zum Fördern
des Kühlfluidflusses im Einlasskanal zumindest abschnittsweise oberflächenbehandelt,
insbesondere zur Verringerung einer Oberflächenrauheit. Vorzugsweise kann der Einlasskanal
poliert sein. Damit können Kühlfluidreibungsverluste im Einlasskanal verringert und
damit ein Kühlfluidfluss in den Kühlfluidkanal vergrößert werden.
[0017] Insbesondere kann eine Umfangsfläche des Einlasskanals zumindest abschnittsweise
oberflächenbehandelt sein, insbesondere zur Verringerung einer Oberflächenrauheit
der Umfangsfläche. Zum Beispiel kann die Umfangsfläche zumindest abschnittsweise poliert
sein.
[0018] In einem weiteren besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Einlasskanal
zum Fördern des Kühlfluidflusses im Einlasskanal mit einer Strömungswiderstand-senkenden
und/oder einer Oberflächenrauheit-verringernden Beschichtung beschichtet. Insbesondere
kann die Beschichtung durch thermisches Spritzen aufgetragen sein. Auch hiermit können
Kühlfluidreibungsverluste im Einlasskanal verringert und damit ein Kühlfluidfluss
in den Kühlfluidkanal vergrößert werden.
[0019] Insbesondere kann eine Umfangsfläche des Einlasskanals zumindest abschnittsweise
beschichtet sein.
[0020] In einem weiteren besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel weist der Einlasskanal
zum Fördern des Kühlfluidflusses im Einlasskanal mindestens ein Strömungsführungselement
zum Führen des Kühlfluids in einer Richtung zu dem Einlass des inneren Kolbenkühlkanals
auf. Durch die Führung kann das Kühlfluid gezielt zu dem Einlass des inneren Kolbenkühlkanals
geleitet werden. Das Kühlfluid kann schneller in den Kühlfluidkanal fließen. Ein Kühlfluidfluss
in den Kühlfluidkanal kann vergrößert werden.
[0021] In einer Weiterbildung ist das mindestens eine Strömungsführungselement als eine
Nut in einer Umfangsfläche des Einlasskanals ausgebildet. Alternativ oder zusätzlich
ist das mindestens eine Strömungsführungselement als ein Vorsprung, insbesondere als
eine Leitfinne, an einer Umfangsfläche des Einlasskanals ausgebildet.
[0022] Zweckmäßig kann die Nut und/oder der Vorsprung gerundet (z. B. mit einem Radius zwischen
0,1 mm und 5 mm) oder eckig (z. B. rechteckförmig, trapezförmig usw.) ausgebildet
sein. Beispielsweise kann die Nut und/oder der Vorsprung eine Breite zwischen 0,1
mm und 5 mm aufweisen. Insbesondere kann eine Seitenfläche einer eckig ausgebildeten
Nut und/oder eines eckig ausgebildeten Vorsprungs einen Winkel in einem Bereich zwischen
0° und 90° mit einer Normalen der Umfangsfläche einschließen.
[0023] Zweckmäßig kann das mindestens eine Strömungsführungselement eine Höhe oder Tiefe
in einem Bereich zwischen 0,1 mm und 5 mm aufweisen.
[0024] In einem Ausführungsbeispiel erstreckt sich das mindestens eine Strömungsführungselement
in einer Richtung zu dem Einlass des inneren Kolbenkühlkanals. Es ist auch möglich,
dass sich das mindestens eine Strömungsführungselement zumindest abschnittsweise geradlinig
und/oder zumindest abschnittsweise wendelförmig erstreckt. Somit kann das Kühlfluid
gradlinig bzw. wendelförmig zu dem Einlass des inneren Kühlfluidkanals zugeführt werden.
[0025] In einem weiteren Ausführungsbeispiel weist das mindestens eine Strömungsführungselement
eine Mehrzahl von, insbesondere symmetrisch, um einen Umfang des Einlasskanals angeordneten
Strömungsführungselementen auf.
[0026] Insbesondere kann das mindestens eine Strömungsführungselement in einer Umfangsfläche
des Einlasskanals eingepresst, eingeschnitten oder eingearbeitet sein.
[0027] In einer Ausführungsvariante ist der Einlasskanal zumindest teilweise von einem Fangtrichter
gebildet, der mit einer Unterseite des Kolbens verbunden ist.
[0028] In einer Weiterbildung ist der Fangtrichter integral-einstückig mit der Unterseite
des Kolbens ausgebildet oder separat ausgebildet und mit der Unterseite, insbesondere
lösbar, verbunden.
[0029] In einer weiteren Ausführungsvariante sind der Fangtrichter und die Unterseite des
Kolbens aus dem gleichen Material oder aus unterschiedlichen Materialien hergestellt.
Damit kann beispielsweise auf kostengünstige Materialien und/oder gut formbare oder
bearbeitbare Materialien für den Fangtrichter zurückgegriffen werden.
[0030] Beispielsweise kann der Fangtrichter eine Höhe größer als 0 mm und/oder kleiner als
60 mm, insbesondere in einem Bereich zwischen 5 mm und 40 mm, aufweisen.
[0031] In einer Ausführungsform ist der Fangtrichter zumindest teilweise von einem Kolbenschaft
gebildet. Beispielsweise kann der Kolbenschaft ein Wandsegment des Fangtrichters bilden,
das mit einem weiteren, separat von dem Kolbenschaft ausgebildeten Wandsegment des
Fangtrichters verbunden ist.
[0032] In einer weiteren Ausführungsform verjüngt sich der Einlasskanal zumindest abschnittsweise
in einem Winkel größer als 0° und/oder kleiner als 45°, insbesondere zwischen 5° und
30°, zu einer Längsachse des Einlasskanals. Alternativ oder zusätzlich mündet der
Einlasskanal gerundet in den Einlass des Kolbenkühlkanals, insbesondere mit einem
Radius größer als 0 mm und/oder kleiner als 30 mm, vorzugsweise zwischen 5 mm und
20 mm.
[0033] Die Erfindung betrifft auch eine Kühlfluideinspritzeinrichtung, die dazu ausgebildet
ist, das Kühlfluid mit einem Drall (z. B. wendelförmige Strömung und/oder Rotation
um eine Achse des Kühlfluidstrahls) einzuspritzen. Der Drall kann den in einer Richtung
zu einer Unterseite eines Kolbens eingespritzten Kühlfluidstrahl stabilisieren. Der
so stabilisierte Kühlfluidstrahl wird weniger durch Spritz- und Panschfluid in Kurbelgehäuse
beeinträchtigt. Damit kann der zu einem Kühlfluidkanal des Kolbens zugeführte Kühlfluidfluss
mengenmäßig vergrößert werden.
[0034] In einer Ausführungsform kann die Kühlfluideinspritzeinrichtung in einer Vorrichtung
umfasst sein, die einen Kolben wie hierin offenbart aufweist. Die Kühlfluideinspritzeinrichtung
kann auf eine Einlassöffnung des Einlasskanals gerichtet sein.
[0035] Insbesondere kann die Kühlfluideinspritzeinrichtung an einem Kurbelgehäuse der Brennkraftmaschine,
insbesondere fest, angebracht sein. Es ist möglich, dass die Kühlfluideinspritzeinrichtung
fluidisch mit einer Kühlfluidpumpe verbunden ist, die Kühlfluid zu der Kühlfluideinspritzeinrichtung
fördert.
[0036] In einer Weiterbildung weist die Kühlfluideinspritzeinrichtung eine Einspritzdüse
mit mindestens einem Drallelement, insbesondere eine wendelförmige Nut und/oder ein
wendelförmiger Vorsprung, das dazu ausgebildet ist, dem Kühlfluid einen Drall aufzuprägen,
auf.
[0037] Insbesondere kann das mindestens eine Drallelement in einem Kanal der Einspritzdüse
eingepresst, eingeschnitten oder eingearbeitet sein.
[0038] Die Erfindung ist auch auf ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Nutzfahrzeug, mit
einem Kolben wie hierin offenbart oder einer Vorrichtung wie hierin offenbart gerichtet.
[0039] Es ist beispielsweise auch möglich, den Kolben und/oder die Vorrichtung wie hierin
offenbart für Personenkraftwagen, Großmotoren, geländegängige Fahrzeuge, stationäre
Motoren, Marinemotoren usw. zu verwenden.
[0040] Die zuvor beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen und Merkmale der Erfindung
sind beliebig miteinander kombinierbar. Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung
werden im Folgenden unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht einer Unterseite eines Kolbens gemäß einem Ausführungsbeispiel;
- Figur 2
- eine Schnittansicht durch den beispielhaften Kolben und eine Kühlfluideinspritzeinrichtung;
- Figur 3
- eine Schnittansicht durch einen Kolben gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel und
eine Kühlfluideinspritzeinrichtung;
- Figur 4
- eine schematische Ansicht einer Unterseite eines Kolbens gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel;
- Figur 5
- eine Schnittansicht durch den beispielhaften Kolben von Figur 4 und eine Kühlfluideinspritzeinrichtung;
- Figur 6
- eine schematische Ansicht einer Unterseite eines Kolbens gemäß einem weiteren anderen
Ausführungsbeispiel;
- Figur 7
- eine Schnittansicht durch den beispielhaften Kolben von Figur 6 und eine Kühlfluideinspritzeinrichtung;
- Figur 8
- einen Ausschnitt einer Schnittansicht durch einen beispielhaften Fangtrichter;
- Figur 9
- einen Ausschnitt einer Schnittansicht durch einen weiteren beispielhaften Fangtrichter;
- Figur 10
- einen Ausschnitt einer Schnittansicht durch einen weiteren beispielhaften Fangtrichter;
und
- Figur 11
- einen Ausschnitt einer Schnittansicht durch einen weiteren beispielhaften Fangtrichter.
[0041] Die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen stimmen zumindest teilweise überein,
so dass ähnliche oder identische Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind
und zu deren Erläuterung auch auf die Beschreibung der anderen Ausführungsformen bzw.
Figuren verwiesen wird, um Wiederholungen zu vermeiden.
[0042] Die Figur 1 zeigt rein schematisch eine Unterseite eines Kolbens 10. Der Kolben 10
kann in einer Brennkraftmaschine beispielsweise eines Kraftfahrzeugs, insbesondere
Nutzfahrzeugs, umfasst sein. Das Nutzfahrzeug kann vorzugsweise ein Lastkraftwagen
oder ein Omnibus sein.
[0043] Der Kolben 10 weist zwei Kolbenbolzenaugen 12, 14 auf. Die Kolbenbolzenaugen 12,
14 dienen zur Aufnahme eines Kolbenbolzens (nicht dargestellt). Der Kolbenbolzen verbindet
den Kolben 10 gelenkig, insbesondere schwenkbar, mit einem Pleuel (nicht dargestellt).
[0044] Der Kolben 10 weist zudem einen Einlasskanal 16 auf. Der Einlasskanal 16 mündet in
einen Einlass 28 eines inneren Kolbenkühlkanals 20 (siehe Figur 2). Der Einlasskanal
16 und ein Auslass 18 des Kolbenkühlkanals 20 können einander gegenüberliegend bezüglich
einer Mittellängsachse des Kolbens 10 angeordnet sein. Der Einlasskanal 16 ist dazu
ausgebildet, ein Kühlfluid, zum Beispiel Öl, zu einem Einlass 28 des inneren Kolbenkühlkanals
20 zuzuführen. Der Kolbenkühlkanal 20 erstreckt sich im Inneren des Kolbens 10. Kühlfluid
im Kolbenkühlkanal 20 kühlt den Kolben 10 während des Betriebs von innen. Um eine
ausreichende Kühlung des Kolbens 10 bei unterschiedlichen Kolbengeschwindigkeit zu
gewährleisten, muss genügend Kühlfluid über den Einlasskanal 16 zu dem Kolbenkühlkanal
20 zugeführt werden. Der Auslass 18 dient zum Ablassen des Kühlfluids aus dem Kolbenkühlkanal
20, zum Beispiel in eine Kurbelkammer der Brennkraftmaschine.
[0045] Die Figur 2 zeigt einen exzentrischen Schnitt durch den Kolben 10 im Bereich des
Einlasskanals 16. Wie dargestellt ist, ist der Einlasskanal 16 teilweise in einem
Fangtrichter 22 ausgebildet. Der Fangtrichter 22 ist an einer Unterseite 24 des Kolbens
10 angeformt. Es kann auch möglich sein, den Fangtrichter 22 als ein separates Bauteil
zu fertigen und beispielsweise lösbar mit einer Unterseite 24 des Kolbens 10 zu verbinden.
Der Fangtrichter 22 kann aus dem gleichen Material wie der Kolben 10 oder aus einem
anderen Material hergestellt sein. Der Fangtrichter 22 kann abschnittsweise von einem
Abschnitt eines Kolbenschafts 26 gebildet sein.
[0046] Der Fangtrichter 22 kann beispielsweise eine Axialerstreckung parallel zur Kolbenmittelachse
bzw. Höhe H von kleiner als 60 mm, insbesondere in einem Bereich zwischen 5 mm und
40 mm, aufweisen. Die Höhe H kann ausgehend von der Unterseite 24 des Kolbens 10 gemessen
sein.
[0047] Eine Einlassöffnung des Einlasskanals 16 weist einen größeren Strömungsquerschnitt
auf als eine Auslassöffnung des Einlasskanals 16. Der Einlasskanal 16 mündet mit dessen
Auslassöffnung in einen Einlass 28 des Kolbenkühlkanals 20. Der Einlasskanal 16 verjüngt
sich im Fangtrichter 22 in einer Richtung zu dem Kolbenkühlkanal 20. Insbesondere
ist der Einlasskanal 16, wie dargestellt ist, trichterförmig ausgebildet. Insbesondere
kann eine Umfangsfläche 30 einen spitzen Winkel (Verjüngungswinkel) α mit einer Mittelängsachse
des Einlasskanals 16 einschließen. Der Verjüngungswinkel α kann insbesondere größer
als 0° und kleiner als 45°, insbesondere zwischen 5° und 30°, sein.
[0048] Die vergrößerte Einlassöffnung des Einlasskanals 16 ermöglicht einen vergrößerten
Fanggrad von Kühlfluid, das von einer Kühlfluideinspritzeinrichtung 32 in einer Richtung
zu dem Fangtrichter 22 eingespritzt wird. Zusätzlich schützt der Fangtrichter 22 Kühlfluid
innerhalb des Einlasskanals 16 vor Spritz- und Panschfluid, zum Beispiel Öl, das beispielsweise
von der Kurbelwelle in Richtung zu dem Kolben 10 geschleudert wird. Damit wird das
Kühlfluid innerhalb des Einlasskanals 16 weniger beeinflusst.
[0049] Die Figur 3 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel, bei dem der Fangtrichter
22' so ausgebildet ist, dass der Einlasskanal 16 entlang seines gesamten Umfangs mit
einem Radius R in den Einlass 28 des Kolbenkühlkanals 20 mündet. Der Radius R kann
beispielsweise kleiner als 30 mm, insbesondere zwischen 5 mm und 20 mm, sein. Der
Fangtrichter 22' des Ausführungsbeispiels gemäß Figur 3 kann eine Höhe aufweisen,
die der Höhe H des Fangtrichters 22 des Ausführungsbeispiels gemäß Figur 2 entspricht.
Alternativ oder zusätzlich kann der Fangtrichter 22' des Ausführungsbeispiels gemäß
Figur 3 einen Verjüngungswinkel aufweisen, der dem Verjüngungswinkel α des Ausführungsbeispiels
gemäß Figur 2 entspricht.
[0050] Die vorliegende Anmeldung ist insbesondere darauf gerichtet, einen Kühlfluidfluss
innerhalb des Einlasskanals 16 in einer Richtung zu dem Kolbenkühlkanal 20 zu fördern.
Um dies zu erreichen, kann der Einlasskanal 16 und/oder die Kühlfluideinspritzeinrichtung
32 speziell ausgebildet sein, wie nachfolgend beispielhaft beschrieben ist.
[0051] Um beispielsweise eine Kühlfluidreibung innerhalb des Einlasskanals 16 zu verringern,
kann die Oberfläche der Umfangsfläche 30 des Einlasskanals 16 behandelt sein. Die
Behandlung kann insbesondere eine Verringerung einer Oberflächenrauheit der Umfangsfläche
30 bewirken. Damit kann die Oberfläche der Umfangsfläche 30 geglättet werden und somit
ein Kühlfluidreibung von Kühlfluid, das entlang der Umfangsfläche 30 in einer Richtung
zu dem Kolbenkühlkanal 20 fließt, verringert werden. Beispielsweise kann die Umfangsfläche
30 zumindest abschnittsweise poliert sein.
[0052] Es ist beispielsweise auch möglich, dass die Umfangsfläche 30 des Einlasskanals 16
zumindest teilweise beschichtet ist, um eine Kühlfluidreibung innerhalb des Einlasskanals
16 zu verringern. Beispielsweise kann die Umfangsfläche 30 mit einer den Strömungswiderstand
des Kühlfluids senkenden und/oder eine Oberflächenrauheit der Umfangsfläche 30 verringernden
Beschichtung beschichtet sein. Die Beschichtung kann zum Beispiel ein Lack sein. Es
ist auch möglich, dass die Beschichtung bspw. durch thermisches Spritzen aufgetragen
wird.
[0053] Die Figuren 4 und 5 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel zum Fördern des Kühlfluidflusses
im Einlasskanal 16. Hier weist der Einlasskanal 16 mehrere Strömungsführungselemente
34 auf. Die Strömungsführungselement 34 sind um einen Umfang des Einlasskanals 16
beispielsweise symmetrisch angeordnet. Die Strömungsführungselemente 34 sind gradlinig.
Die Strömungsführungselemente 34 können sich vollständig oder abschnittsweise zwischen
einer Einlassöffnung des Einlasskanals 16 und eine Auslassöffnung des Einlasskanals
16, die in den Einlass 28 mündet, erstrecken. Die Strömungsführungselemente 34 können
dabei helfen, das in den Einlasskanal 16 eingespritzte Kühlfluid in einer Richtung
zu dem Einlass 28 zu führen. Es ist auch möglich, dass mehr oder weniger als die dargestellten
Strömungsführungselemente 34 vorgesehen sind.
[0054] Wie in der Figur 8 dargestellt ist, können die Strömungsführungselemente 34 als,
insbesondere gerundete, Vertiefungen/Nuten in der Umfangsfläche 30 ausgebildet sein.
Wie in der Figur 9 dargestellt ist, können die Strömungsführungselemente 34 alternativ
oder zusätzlich auch als, insbesondere gerundete, Vorsprünge an der Umfangsfläche
30 ausgebildet sein. Ein Radius K der Strömungsführungselemente 34 kann beispielsweise
zwischen 0,1 mm und 5 mm sein.
[0055] Es ist auch möglich, dass die Strömungsführungselemente 34 als eckige, insbesondere
rechteckförmige oder trapezförmige, Vertiefungen in der Umfangsfläche 30 (siehe Figur
10) und/oder als eckige, insbesondere rechteckförmige oder trapezförmige, Vorsprünge
an der Umfangsfläche 30 (siehe Figur 11) ausgebildet sind.
[0056] Die als Vertiefungen und/oder Vorsprünge ausgebildeten Strömungsführungselemente
34 können bspw. eine Breite B zwischen 0,1 mm und 5 mm aufweisen, wie beispielhaft
in den Figuren 10 und 11 dargestellt ist.
[0057] Die Seitenwände der eckig ausgebildeten Strömungsführungselemente 34 (siehe Figuren
10 und 11) können mit einer Normalen der Umfangsfläche 30 einen Winkel β einschließen,
der beispielsweise größer oder gleich 0° und/oder kleiner oder gleich 90° ist.
[0058] Wie in den Figuren 8 bis 11 dargestellt ist, können die Strömungsführungselemente
34, 36 eine Höhe oder Tiefe V aufweisen, die beispielsweise in einem Bereich zwischen
0,1 mm und 5 mm liegt.
[0059] Die Figuren 6 und 7 zeigen ein weiteres anderes Ausführungsbeispiel zum Fördern des
Kühlfluidflusses durch den Einlasskanal 16. Der Einlasskanal 16 weist mehrere Strömungsführungselemente
36 auf. Die Strömungsführungselemente 36 sind um einen Umfang des Einlasskanals 16
beispielsweise symmetrisch angeordnet. Die Strömungsführungselemente 36 sind wendelförmig
(helixförmig) um eine Mittellängsachse des Einlasskanals 16 ausgebildet. Die Strömungsführungselemente
36 können sich vollständig oder abschnittsweise zwischen einer Einlassöffnung des
Einlasskanals 16 und eine Auslassöffnung das Einlasskanals 16, die in den Einlass
28 mündet, erstrecken. Ähnlich zu den Strömungsführungselementen 34 gemäß dem Ausführungsbeispiel
der Figuren 4 und 5 können die Strömungsführungselemente 36 dabei helfen, das in den
Einlasskanal 16 eingespritzte Kühlfluid in einer Richtung zu dem Einlass 28 zu führen.
Es ist auch möglich, dass mehr oder weniger als die dargestellten Strömungsführungselemente
36 vorgesehen sind.
[0060] Die Strömungsführungselemente 36 können als, insbesondere gerundete oder eckige,
Vertiefungen in der Umfangsfläche 30 (siehe Figuren 8 und 10) und/oder als, insbesondere
gerundete oder eckige, Erhebungen bzw. Vorsprünge an der Umfangsfläche 30 (siehe Figuren
9 und 11) ausgebildet sein.
[0061] In den Figuren 5 und 7 sind die Strömungsführungselemente 34 bzw. 36 in Kombination
mit dem Fangtrichter 22', der unter Bezugnahme auf die Figur 3 beschrieben wurde,
beschrieben. Es ist selbstverständlich auch möglich, die Strömungsführungselemente
34 bzw. 36 beispielsweise in den Fangtrichter 22, der unter Bezugnahme auf die Figur
2 beschrieben wurde, zu integrieren.
[0062] Es ist auch möglich, den Kühlfluidfluss im Einlasskanal 16 durch Kombination einer
Oberflächenbehandlung, einer Beschichtung, mindestens eines Strömungsführungselemente
34 und/oder mindestens eines Strömungsführungselemente 36 zu fördern.
[0063] Alternativ oder zusätzlich zu der Förderung des Kühlfluidflusses im Einlasskanal
16 kann auch die Kühlfluideinspritzeinrichtung 32 speziell ausgebildet sein, wie in
den Figuren 2, 3, 5 und 7 beispielhaft dargestellt ist. Die Kühlfluideinspritzeinrichtung
32 kann eine Einspritzdüse 38 aufweisen. Die Einspritzdüse 38 kann so ausgebildet
sein, dass beim Einspritzen des Kühlfluids ein Drall auf das Kühlfluid aufgeprägt
wird. Dadurch kann der Einspritzstrahl stabilisiert und weniger anfällig für Ablenkungen
durch Spritz- und Panschfluid sein. Insbesondere kann die Einspritzdüse 38 mit mindestens
einem wendelförmig ausgebildeten Drallelement 40 versehen sein, um beim Einspritzen
einen Drall auf das Kühlfluid aufzuprägen. Die Drallelemente 40 können beispielsweise
als Vertiefungen und/oder als Vorsprünge in der Einspritzdüse 38 ausgebildet sein.
[0064] Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die
ebenfalls von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in den Schutzbereich
fallen. Insbesondere beansprucht die Erfindung auch Schutz für den Gegenstand und
die Merkmale der Unteransprüche unabhängig von den in Bezug genommenen Ansprüchen.
Insbesondere sind die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 unabhängig voneinander
offenbart. Zusätzlich sind auch die Merkmale der Unteransprüche unabhängig von sämtlichen
Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 und beispielsweise unabhängig von den Merkmalen
bezüglich des Vorhandenseins und/oder der Konfiguration des Kolbens, des Kühlfluidkanals
und/oder des Einlasskanals des unabhängigen Anspruchs 1 offenbart. Insbesondere ist
die Ausbildung der Kühlfluideinspritzeinrichtung auch unabhängig von dem Vorhandensein
und/oder der Ausbildung des Kolbens offenbart.
Bezugszeichenliste
[0065]
- 10
- Kolben
- 12
- Kolbenbolzenauge
- 14
- Kolbenbolzenauge
- 16
- Einlasskanal
- 18
- Auslass
- 20
- Kolbenkühlkanal
- 22
- Fangtrichter
- 24
- Unterseite
- 26
- Kolbenschaft
- 28
- Einlass
- 30
- Umfangsfläche
- 32
- Kühlfluideinspritzeinrichtung
- 34
- Strömungsführungselement
- 36
- Strömungsführungselement
- 38
- Einspritzdüse
- 40
- Drallelement
- α
- Verjüngungswinkel
- β
- Strömungselementwinkel
- B
- Breite
- H
- Höhe
- K
- Radius
- R
- Radius
- V
- Höhe / Tiefe
1. Kolben (10) für eine Brennkraftmaschine, aufweisend:
einen inneren Kolbenkühlkanal (20) zum Kühlen des Kolbens (10); und
einen Einlasskanal (16), der in einen Einlass (28) des Kolbenkühlkanals (20) mündet,
wobei sich ein Strömungsquerschnitt des Einlasskanals (16) in einer Richtung zu dem
Einlass (28) des inneren Kolbenkühlkanals (20) zumindest abschnittsweise, insbesondere
trichterförmig, verjüngt und der Einlasskanal (16) zusätzlich zum Fördern eines Kühlfluidflusses
zu dem Einlass (28) des inneren Kolbenkühlkanals (20) ausgebildet ist.
2. Kolben (10) nach Anspruch 1, wobei:
der Einlasskanal (16) zumindest abschnittsweise oberflächenbehandelt, insbesondere
zur Verringerung einer Oberflächenrauheit, vorzugsweise poliert, ist.
3. Kolben (10) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, wobei:
der Einlasskanal (16) mit einer Strömungswiderstand-senkenden und/oder einer Oberflächenrauheit-verringernden
Beschichtung beschichtet ist, insbesondere durch thermisches Spritzen.
4. Kolben (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
der Einlasskanal (16) mindestens ein Strömungsführungselement (34; 36) zum Führen
des Kühlfluids in einer Richtung zu dem Einlass (18) des Kolbenkühlkanals (20) aufweist.
5. Kolben (10) nach Anspruch 4, wobei:
das mindestens eine Strömungsführungselement (34; 36) als eine Nut in einer Umfangsfläche
(30) des Einlasskanals (16) ausgebildet ist; und/oder
das mindestens eine Strömungsführungselement (34; 36) als ein Vorsprung, insbesondere
als eine Leitfinne, an einer Umfangsfläche (30) des Einlasskanals (16) ausgebildet
ist.
6. Kolben (10) nach Anspruch 4 oder Anspruch 5, wobei:
das mindestens eine Strömungsführungselement (34; 36) sich in einer Richtung zu dem
Einlass (28) des inneren Kolbenkühlkanals (20) erstreckt; und/oder
sich das mindestens eine Strömungsführungselement (34; 36) zumindest abschnittsweise
geradlinig und/oder zumindest abschnittsweise wendelförmig erstreckt.
7. Kolben (10) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei:
das mindestens eine Strömungsführungselement (34; 36) eine Mehrzahl von, insbesondere
symmetrisch, um einen Umfang des Einlasskanals (16) angeordneten Strömungsführungselementen
(34; 36) aufweist.
8. Kolben (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
der Einlasskanal (16) zumindest teilweise von einem Fangtrichter (22) gebildet ist,
der mit einer Unterseite (24) des Kolbens (10) verbunden ist.
9. Kolben (10) nach Anspruch 8, wobei:
der Fangtrichter (22) integral-einstückig mit der Unterseite (24) des Kolbens (10)
ausgebildet oder separat ausgebildet und mit der Unterseite (24), insbesondere lösbar,
verbunden ist.
10. Kolben (10) nach Anspruch 8 oder Anspruch 9, wobei:
der Fangtrichter (22) und die Unterseite (24) des Kolbens (10) aus dem gleichen Material
oder aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sind; und/oder
der Fangtrichter (22) eine Höhe (H) größer als 0 mm und/oder kleiner als 60 mm, insbesondere
in einem Bereich zwischen 5 mm und 40 mm, aufweist.
11. Kolben (10) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei:
der Fangtrichter (22) zumindest teilweise von einem Kolbenschaft (26) gebildet ist.
12. Kolben (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
sich der Einlasskanal (16) zumindest abschnittsweise in einem Winkel (α) größer als
0° und/oder kleiner als 45°, insbesondere zwischen 5° und 30°, zu einer Längsachse
des Einlasskanals (16) verjüngt; und/oder
der Einlasskanal (16) gerundet in den Einlass (28) des Kolbenkühlkanals (20) mündet,
insbesondere mit einem Radius (R) größer als 0 mm und/oder kleiner als 30 mm, vorzugsweise
zwischen 5 mm und 20 mm.
13. Vorrichtung, aufweisend
einen Kolben (10) (insbesondere) nach einem der vorherigen Ansprüche; und
eine Kühlfluideinspritzeinrichtung (32), die auf eine Einlassöffnung des Einlasskanals
(16) gerichtet und dazu ausgebildet ist, das Kühlfluid mit einem Drall einzuspritzen.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, wobei:
die Kühlfluideinspritzeinrichtung (32) eine Einspritzdüse (38) mit mindestens einem
Drallelement (40), insbesondere eine wendelförmige Nut und/oder ein wendelförmiger
Vorsprung, das dazu ausgebildet ist, dem Kühlfluid einen Drall aufzuprägen, aufweist.
15. Kraftfahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug, mit einem Kolben (10) nach einem der Ansprüche
1 bis 12 oder einer Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14.