[0001] Die Erfindung betrifft eine variable Nockenwellensteuerung gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Eine variable Nockenwellensteuerung (oder auch variable Ventilsteuerung) bezeichnet
eine Vorrichtung zur Nockenwellenverstellung, um Steuerzeiten der Ventilsteuerung
von Viertaktmotoren, wie z.B. Otto- oder Dieselmotoren, im Betrieb zu verändern.
[0003] Eine derartige variable Nockenwellensteuerung weist ein innenverzahntes Nockenstück
auf, das über eine außenverzahnte Nockenwelle geführt ist. Damit während des Motorbetriebs
ein Verschieben des Nockenstücks auf der Nockenwelle möglich ist, muss ein bestimmtes
Mindestmaß an Spiel, das sogenannte Verdrehflankenspiel, zwischen den Verzahnungen
dieser beiden Bauteile gegeben sein. Dieses Spiel sorgt bei einem Anlagewechsel eines
Nockens in Folge eines Drehmomentrichtungswechsels bei der Ventilbetätigung an einem
Rollenschlepphebel für ein Umschlagen der Verzahnung. Ein Umschlagimpuls beim Umschlagen
steigt exponentiell zum Verdrehflankenspiel an und wird von Kraftfahrzeugführern als
"Tackergeräusch" wahrgenommen. Aufgrund technischer Grenzen von Fertigungsprozessen
lässt sich das Verdrehflankenspiel nicht in ausreichendem Maße verringern.
[0004] Bei großen durch die Fertigung bedingten Verdrehflankenspielen wird üblicherweise
eine Verzahnungsauslegung mit einer Übergangspaarung gewählt, wofür eine Handmontage
oder ein aufwändiges Klassieren erforderlich ist. Hier gibt es immer wieder Teile,
die sich nicht fügen lassen.
[0005] Aus der gattungsbildenden
JP 2015 137 570 A ist eine Nockenwellensteuerung mit einer außenverzahnten Nockenwelle und mehreren
innenverzahnten Nockenstücken bekannt. Die Nockenstücke sind axial verschieblich auf
der Nockenwelle angeordnet. Die Nockenwelle ist als Vollwelle ausgebildet. Die Nockenstücke
weisen je zwei Rastbereiche mit einem doppelmuldenförmigen Zwischenraum und einem
Innenverzahnungsbereich auf. Die Rastbereiche werden am Außenumfang der Nockenstücke
durch einen mehrfach gestuften Kragen gebildet. In den Zwischenraum greift je eine
federbeaufschlagte Rastkugel ein, die in einer Radialbohrung der Nockenwelle angeordnet
ist. Die Nockenstücke weisen je zwei Durchgangsbohrungen auf, die sich vom Kragen
schräg zu Axialrichtung der Nockenwelle bis in den doppelmuldenförmigen Zwischenraum
erstrecken. Durch die Durchgangsbohrungen erstreckt sich je ein Stab eines Schiebers,
der zur Montage verwendet wird. Der Stab drückt die Rastkugeln bei einer Bewegung
des Schiebers nach innen, damit die Rastkugel von der einen Mulde in die andere Mulde
bewegt werden kann. Nach Entfernen des Schiebers dienen die Durchgangsbohrungen als
Schmiermittelzufuhr. Hierbei wird das Öl in den Rastbereich mit dem Zwischenraum geleitet.
Hierbei soll auch der benachbarte Verzahnungsbereich mit Öl versorgt werden.
[0006] Aus der
DE 10 2011 002 142 A1 ist eine Kulissenschaltung für eine Nockenwelle bekannt. Auf einer Grundnockenwelle
sind mehrere Nockenstücke, die sogenannten Schiebestücke, mittels einer Keilverzahnung
axial verschieblich gelagert. Die Grundnockenwelle weist eine sich in axialer Richtung
erstreckende Durchgangsbohrung auf, die über ein Langloch im Bereich der Keilverzahnung
mit einer mittig angeordneten, radialen Bohrung im Schiebestück in Fluidverbindung
steht. Das Schiebestück weist jeweils eine sich in axialer Richtung erstreckende Ölzuführleitung
auf, die über die radiale Bohrung mit Drucköl versorgt wird. Die Ölzuführleitung steht
in Fluidverbindung mit zwei Zylindern im Schiebestück, wobei mittels der Zylinder
jeweils ein Kulissenstift in radialer Richtung verschiebbar ist.
[0007] Aus der
DE 199 08 286 A1 ist eine Nockenwellensteuerung mit einer Stellerwelle und mehreren Nockenvorrichtungen,
wobei die Nockenvorrichtungen an einem Führungsabschnitt mit einer Innenverzahnung
versehen sind, die im Eingriff mit einer Außenverzahnung der Stellerwelle steht. Die
Stellerwelle weist einen Ölführungskanal auf, der im Bereich des Führungsabschnitts
mit radialen Durchgangsbohrungen versehen ist. Die Durchgangsbohrungen dienen als
Endlagendämpfung.
[0008] Aus der
DE 10 2006 012 386 B3 ist ein Ventiltrieb für eine Brennkraftmaschine mit einem auf einer Nockenwelle verschiebbaren
Nockenpaket bekannt. Die einzelnen Nocken des Nockenpaketes können über einen Vorverriegelungskolben
gekoppelt und entkoppelt werden. Eine Verschiebung des Vorverriegelungskolbens erfolgt
regelbar über ein Druckumlauf-Schmierölsystem. Die Nockenwelle weist einen sich in
axial Richtung erstreckenden Kanal auf. Ein Lager der Nockenwelle weist an seinem
Innenumfang zwei Steuerölkanäle und einen Schmierölkanal auf, die über sich in der
Nockenwelle radial erstreckende Kanäle mit Öl versorgt werden.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Nockenwellensteuerung zu schaffen,
bei der die Geräuschentwicklung beim Umschlagen der Verzahnung vermindert ist.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine variable Nockenwellensteuerung der
o.g. Art mit den in Patentanspruch 1 gekennzeichneten Merkmalen gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren Patentansprüchen beschrieben.
[0011] Dazu ist bei einer variablen Nockenwellensteuerung der o.g. Art erfindungsgemäß eine
Schmierstoffzuführeinrichtung zum Führen von Schmierstoff in einen Zwischenraum zwischen
der Nockenwelle und dem Nockenstück vorgesehen.
[0012] Dort bewirkt das in den Zwischenraum eindringende Schmiermittel eine Schmiermitteldämpfung,
die insbesondere die akustischen Umschlagimpulse reduziert. So kann eine Reduzierung
von Körperschallimpulsen um 40% bis 50% erreicht werden. Zugleich kann damit eine
deutlich weichere Klangcharakteristik erreicht werden, und die Abstrahlung im Luftschall
wird deutlich verringert. Außerdem kann auf diese Weise der Verschleiß speziell an
einem Kugelfederpaket zur axialen Arretierung der Nockenstücke deutlich reduziert
werden. Dies erlaubt es ferner, die Nockenwelle und das Nockenstück ein größeres Verdrehflankenspiel
aufweisend d.h. jeweils mit größeren Fertigungstoleranzen herzustellen. So kann auf
eine Handmontage mit Verzahnungsauslegung verzichtet werden, und eine automatische
Fertigung mit einer entsprechenden Fügeanlage wird möglich.
[0013] Der Zwischenraum befindet sich zwischen der Nockenwelle und dem Nockenstück in einem
Bereich einer Außenverzahnung der Nockenwelle und einer Innenverzahnung des Nockenstücks.
[0014] Die Schmierstoffzuführeinrichtung weist einen sich durch das Nockenstück erstreckenden
Durchgang auf, wobei der Durchgang in einem Schmiermittelsammelbereich zur Lagerung
des Nockenstücks beginnt und in dem Zwischenraum zwischen der Nockenwelle und dem
Nockenstück endet. Dies hat den Vorteil, dass Restschmiermittel aus einem Radiallager
zur Lagerung der Nockenwelle direkt zur Verzahnung zwischen der Nockenwelle und dem
Nockenstück in den Zwischenraum geführt werden. Zusätzlich kann auch vorgesehen sein,
Schmiermittel durch einen Durchgang in der Nockenwelle in den Zwischenraum zu führen.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform beginnt der Durchgang in einem Freistich einer Radiallagerfläche.
Der Freistich befindet sich an einem äußeren Rand der Radiallagerfläche. Dabei wird
unter einem Freistich gemäß DIN 509 eine "Abtragung an einer rotationssymmetrischen
Innenkante mit einer bestimmten Form und festgelegten Maßen, die sowohl dem eingesetzten
Werkzeug bei der Fertigung als auch dem anliegenden Teil beim Zusammenbau den erforderlichen
Freiraum gibt" verstanden. Somit dient der Freistich zum Schaffen von Freiräumen,
welche als Auslaufzonen bei der Fertigung für Werkzeuge wie Drehmeißel und vor allem
Schleifscheiben benötigt werden. Als Funktionselement ist der Freistich bei Zusammenbauten/Baugruppen
erforderlich, um das bündige Aufstecken von Gegenstücken zu gewährleisten, wenn an
diesen Gegenstücken keine ausreichend großen Fasen, Radien oder Rundungen angebracht
werden können. Somit beginnt der Durchgang unmittelbar an der Stelle, an der Restschmiermittel
aus dem Radiallager austritt. Auf diese Weise kann das austretende Restschmiermittel
besonders effektiv in den Verzahnungszwischenraum geführt werden, ohne zusätzliches
Drucköl aus dem Ölkreislauf des Motors entnehmen zu müssen.
[0016] Es beginnt der Durchgang in einer Radiallagerfläche. So kann der Durchgang einfacher
gefertigt werden und das Restschmiermittel von der Radiallagerfläche leichter in den
Zwischenraum leiten.
[0017] Gemäß einer anderen Ausführungsform verläuft der Durchgang in einem Winkel von im
Wesentlichen 30° bis 90° zur Erstreckungsachse (Längsachse) der Nockenwelle. Dabei
wird unter "im Wesentlichen" innerhalb üblicher Fertigungstoleranzen liegend verstanden.
So kann der Durchgang einerseits besonders einfach gefertigt werden. Andererseits
kann sich der Durchgang insbesondere von einem Freistich zu besonders kritischen Bereichen
im Zwischenraum erstrecken und dort direkt eine Schmiermitteldämpfung bewirken.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausführungsform erstreckt sich der Durchgang in radialer Richtung
durch das Nockenstück. Das Nockenstück kann z.B. eine im Wesentlichen zylindermantelförmige
bzw. hohlzylinderförmige Grundform mit einer Außenfläche und einer Innenfläche aufweisen.
Der Durchgang beginnt dann an der Außenfläche und endet an der Innenfläche. Mit Bezug
auf die im Wesentlichen zylindermantelförmige bzw. hohlzylinderförmige Grundform erstreckt
sich der Durchgang in radialer Richtung. Dabei wird unter "radialer Richtung" eine
Richtung verstanden, die sich im Wesentlichen radial einwärts bzw. auswärts erstreckt,
jedoch nicht zwingend im rechten Winkel zur Erstreckungsachse (Längsachse) der Nockenwelle
verläuft. Des Weiteren wird unter "radialer Richtung" eine Richtung verstanden, die
nicht zwingend geradlinig verläuft, sondern auch Bogenabschnitte oder Knicke aufweisen
kann.
[0019] Gemäß einer anderen Ausführungsform weist die Schmierstoffzuführeinrichtung wenigstens
eine sich durch die Nockenwelle erstreckende Bohrung auf, wobei vorzugsweise die Nockenwelle
eine Hohlwelle ist und sich die wenigstens eine Bohrung in radialer Richtung durch
die Nockenwelle erstreckt. Die Beölung kann also auch durch eine Bohrung in der außenverzahnten
Nockenwelle erfolgen.
[0020] Die Schmierstoffzuführeinrichtung kann zur drucklosen Führung von Schmiermittel in
den Zwischenraum ausgebildet sein. Somit wird von einer Schmiermittelpumpe keine Arbeit
verrichtet, um Schmiermittel z.B. durch den Durchgang zu fördern. Daher wird der Energieverbrauch
der Schmiermittelpumpe nicht erhöht. Alternativ kann z.B. die Schmierstoffzuführeinrichtung
dazu ausgebildet sein, eine aktive Beölung der Verzahnung zwischen der Nockenwelle
und dem Nockenstück zu bewirken, d.h. es wird Schmiermittel, wie z.B. Öl, unter Druck
in den Zwischenraum gefördert.
[0021] Ferner gehört eine Brennkraftmaschine mit einer derartigen variablen Nockenwellensteuerung
zur Erfindung.
[0022] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen
in
- Fig. 1
- in schematischer Schnittdarstellung ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 2
- in schematischer Schnittdarstellung ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung,
und
- Fig. 3
- in schematischer Schnittdarstellung ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0023] Es wird zunächst auf Fig. 1 Bezug genommen.
[0024] Dargestellt ist eine variable Nockenwellensteuerung 10 für eine Brennkraftmaschine,
wie z.B. einen Viertaktmotor, wie z.B. einen Otto- oder Dieselmotor. Die variable
Nockenwellensteuerung 10 erlaubt es, Steuerzeiten einer Ventilsteuerung der Brennkraftmaschine
im Betrieb zu verändern.
[0025] Die variable Nockenwellensteuerung 10 weist im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine
außenverzahnte Nockenwelle 12 und ein innenverzahntes Nockenstück 14 auf. Das Nockenstück
14 ist axial in Richtung der Erstreckungsachse (Längsachse) der Nockenwelle 12 verschiebbar
auf der Nockenwelle 12 gelagert.
[0026] Um ein Verschieben des Nockenstücks 14 auf der Nockenwelle 12 zu ermöglichen, ist
ein bestimmtes Mindestmaß an Spiel, das sogenannte Verdrehflankenspiel, zwischen der
Verzahnung des Nockenstücks 14 und der Verzahnung der Nockenwelle 12 vorgegeben bzw.
erforderlich. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel liegt das Verdrehflankenspiel in
einem Bereich von z.B. 0,65 mm bis 0,7 mm.
[0027] Ein Radiallager zur drehbaren Lagerung des Nockenstücks 14 weist eine Zuführleitung
auf, durch die Schmiermittel, z.B. Öl, einem umlaufenden Ringspalt des Radiallagers
zugeführt wird, um eine Schmierung der Lagerstelle des Nockenstücks 14 zu bewirken.
[0028] Ferner ist eine Schmierstoffzuführeinrichtung 20 vorgesehen, mit der eine Schmiermitteldämpfung
erreicht werden kann, die insbesondere die akustischen Umschlagimpulse reduziert,
wie dies später noch detailliert erläutert wird.
[0029] Die Schmierstoffzuführeinrichtung 20 weist im vorliegenden Ausführungsbeispiel vier
Durchgänge 16a, 16b, 16c, 16d auf, die sich jeweils im Wesentlichen in radialer Richtung
durch das Nockenstück 14 erstrecken. Ferner weist das Nockenstück 14 im vorliegenden
Ausführungsbeispiel eine im Wesentlichen zylindermantelförmige bzw. hohlzylinderförmige
Grundform mit einer Außenfläche und einer Innenfläche auf. Dabei verbinden die vier
Durchgänge 16a, 16b, 16c, 16d die Außenfläche des Nockenstücks 14 mit der Innenfläche
des Nockenstücks 14. Mit Bezug auf die im Wesentlichen zylindermantelförmige bzw.
hohlzylinderförmige Grundform des Nockenstücks 14 erstrecken sich die Durchgänge 16a,
16b, 16c, 16d zumindest mit einer Richtungskomponente in radialer Richtung. Somit
geben die vier Durchgänge 16a, 16b, 16c, 16d eine Strömungsrichtung mit einer Richtungskomponente
in radialer Richtung und einer Richtungskomponente in axialer Richtung der Erstreckungsachse
der Nockenwelle 14 vor.
[0030] Die in Fig. 1 dargestellten Durchgänge 16a und 16c auf der einen Seite sowie 16b
und 16d auf der anderen Seite sind in Umfangsrichtung des Nockenstücks 14 jeweils
gleichmäßig voneinander beabstandet angeordnet. Es können über den Umfang verteilt
auch mehr als zwei Durchgänge vorgesehen sein. Ferner sind die beiden in Fig. 1 linken
Durchgänge 16a und 16c in Erstreckungsrichtung der Nockenwelle 12 von den beiden in
Fig. 1 rechten Durchgängen 16b und 16d beabstandet angeordnet. Außerdem können die
Durchgänge 16a, 16b bzw. 16c, 16d auch in Umfangsrichtung zueinander versetzt angeordnet
sein.
[0031] Die vier Durchgänge 16a, 16b, 16c, 16d beginnen in einem Schmiermittelsammelbereich
18 und enden in einem etwa zylindrischen Zwischenraum 22 zwischen der Nockenwelle
12 und dem Nockenstück 14. Dabei weist im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Schmiermittelsammelbereich
18 in Erstreckungsrichtung (Längsachse) der Nockenwelle 12 in Reihe hintereinander
angeordnet einen umlaufenden, ersten, in Fig. 1 linken Freistich 24a und einen umlaufenden,
zweiten, in Fig. 1 rechten Freistich 24b auf. Die Freistiche begrenzen in axialer
Richtung eine Radiallagerfläche 26.
[0032] Der Zwischenraum 22 wird einerseits von der Innenfläche des Nockenstücks 14 begrenzt.
Im Schmiermittelsammelbereich 18 sammelt sich aus dem Radiallager (nicht gezeigt)
austretendes Schmiermittel. Dieses kann durch die vier Durchgänge 16a, 16b, 16c, 16d
von dem Schmiermittelsammelbereich 18 in den Zwischenraum 22 gelangen. Andererseits
wird der Zwischenraum 22 von der Außenfläche der Nockenwelle 12 begrenzt.
[0033] Der Schmiermittelsammelbereich 18 kann sich zwischen der Radiallagerfläche 26 und
dem Radiallager befinden.
[0034] Dabei ist vorgesehen, dass die Durchgänge 16a, 16b, 16c, 16d zur drucklosen Führung
von aus dem Radiallager austretendem Schmiermittel in den Zwischenraum 22 ausgebildet
sind, so dass von einer Schmiermittelpumpe (nicht dargestellt) keine zusätzliche Arbeit
verrichtet werden muss, um Schmiermittel durch die Durchgänge 16a, 16b, 16c, 16d zu
fördern.
[0035] In dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel beginnen die Durchgänge 16a, 16b,
16c, 16d jeweils in den Freistichen 24a, 24b und verlaufen dann unter einem Winkel
von etwa 45° zur Erstreckungsachse der Nockenwelle 12 geradlinig bis zum Zwischenraum
22. Die Durchgänge 16a, 16b, 16c, 16d beginnen also jeweils unmittelbar an der Stelle,
an der Schmiermittel aus dem Radiallager austritt.
[0036] Es wird nun auf Fig. 2 Bezug genommen.
[0037] Die in Fig. 2 dargestellte Nockenwellensteuerung 10 unterscheidet sich von der in
Fig. 1 dargestellten Nockenwellensteuerung 10 dadurch, dass die Schmierstoffzuführeinrichtung
20 zwei Durchgänge 16a, 16b aufweist, die jeweils in der Radiallagerfläche 26 beginnen
und in einem Winkel von im Wesentlichen 90° zur Erstreckungsachse der Nockenwelle
12 verlaufen. Mit anderen Worten, die beiden Durchgänge 16a, 16b beginnen außerhalb
der Freistiche 24a, 24b und weisen eine radiale Ausrichtung ohne axiale Komponente
auf.
[0038] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die beiden Durchgänge 16a, 16b in axialer
Richtung der Erstreckungsachse der Nockenwelle 12 mit einem Abstand von etwa 10 mm
bis etwa 25 mm, vorzugsweise mit einem Abstand von 12 mm oder 18 mm, angeordnet.
[0039] Die Anordnung und der Verlauf der Durchgänge 16a, 16b erlaubt es im Vergleich zum
ersten, in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel, diese einfacher zu fertigen.
Die Radiallagerfläche 26 stellt dabei einen Kontaktbereich zwischen dem nicht gezeigten
Radiallager und der Außenfläche des Nockenstücks 14 dar. Die Radiallagerfläche 26
erstreckt sich im vorliegenden Ausführungsbeispiel über die Breite des Radiallagers
in Erstreckungsrichtung der Nockenwelle 12.
[0040] Im Betrieb wird Schmiermittel von der Schmiermittelpumpe durch die Zuführleitung
zu dem Ringspalt gefördert. Schmiermittel tritt dann aus dem Radiallager aus und gelangt
drucklos durch die vier Durchgänge 16a, 16b, 16c, 16d bzw. zwei Durchgänge 16a, 16b
in den Zwischenraum 22.
[0041] Dort bewirkt das in den Zwischenraum 22 eingedrungene Schmiermittel eine Schmiermitteldämpfung,
die die Umschlagimpulse deutlich reduziert. Dies erlaubt es ferner, die Nockenwelle
12 und das Nockenstück 14 ein größeres Verdrehflankenspiel aufweisend zu fertigen,
d.h. diese Teile in Bezug auf ihre ineinander greifenden Verzahnungen jeweils mit
größeren Fertigungstoleranzen herzustellen. So kann auf eine Handmontage mit Verzahnungsauslegung
verzichtet werden, und es wird eine automatische Fertigung mit einer entsprechenden
Fügeanlage ermöglicht.
[0042] Ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Fig. 3 gezeigt, welche teilweise
einen Längsschnitt durch eine Nockenwellensteuerung darstellt. Die einen Schnitt,
hier Längsschnitt, kennzeichnenden Schraffuren sind in diesem Fall der besseren Übersicht
halber weg gelassen.
[0043] Gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel weist die Schmierstoffzuführeinrichtung 20
wenigstens eine sich durch die Nockenwelle 12 erstreckende Bohrung 28 auf. Die Nockenwelle
12 ist zumindest bei diesem Ausführungsbeispiel eine Hohlwelle, wobei sich die wenigstens
eine Bohrung 28 in radialer Richtung durch die Nockenwelle 12 erstreckt. Gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel erstreckt sich die Bohrung 28 diametral durch die
Nockenwelle 12. Die Bohrung 28 erstreckt sich damit von einer in der Nockenwelle 12
vorgesehenen Innenbohrung 30 in radialer Richtung der Nockenwelle bis zum Zwischenraum
22 zwischen der Nockenwelle 12 und dem Nockenstück 14, wie dies in Fig. 3 angedeutet
ist
[0044] Schließlich ist die Erfindung auch auf eine Brennkraftmaschine mit einer variablen
Nockenwellensteuerung gerichtet, wie sie in den Patentansprüchen angegeben ist.
[0045] Damit ist eine Nockenwellensteuerung geschaffen, bei der die Geräuschentwicklung
beim Umschlagen der Verzahnung deutlich vermindert ist.
Bezugszeichenliste
[0046]
- 10
- variable Nockenwellensteuerung
- 12
- Nockenwelle
- 14
- Nockenstück
- 16a
- Durchgang
- 16b
- Durchgang
- 16c
- Durchgang
- 16d
- Durchgang
- 18
- Schmiermittelsammelbereich
- 20
- Schmierstoffzuführeinrichtung
- 22
- Zwischenraum
- 24a
- Freistich
- 24b
- Freistich
- 26
- Radiallagerfläche
- 28
- Bohrung
- 30
- Innenbohrung
1. Variable Nockenwellensteuerung (10) mit
einer außenverzahnten Nockenwelle (12),
einem innenverzahnten Nockenstück (14), wobei das Nockenstück (14) axial verschieblich
auf der Nockenwelle (12) gelagert ist,
einem Zwischenraum (22), , und
einer Schmierstoffzuführeinrichtung (20) zum Führen von Schmierstoff in den Zwischenraum
(22),
wobei die Schmierstoffzuführeinrichtung (20) einen sich durch das Nockenstück (14)
erstreckenden Durchgang (16a, 16b, 16c, 16d) aufweist, wobei der Durchgang (16a, 16b,
16c, 16d) in einem Schmiermittelsammelbereich (18) zur Lagerung des Nockenstücks (14)
beginnt und in dem Zwischenraum (22) endet,
dadurch gekennzeichnet, dass der Durchgang (16a, 16b, 16c, 16d) in einer Radiallagerfläche (26) beginnt, wobei
Restschmiermittel aus einem Radiallager zur Lagerung der Nockenwelle (12) direkt zur
Verzahnung zwischen der Nockenwelle und dem Nockenstück in den Zwischenraum (22) führbar
ist, wobei der Zwischenraum (22) zwischen der Nockenwelle (12) und dem Nockenstück
(14) in einem Bereich einer Außenverzahnung der Nockenwelle (12) und einer Innenverzahnung
des Nockenstücks (14) angeordnet ist.
2. Variable Nockenwellensteuerung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchgang (16a, 16b, 16c, 16d) in einem Freistich (24a, 24b) einer Radiallagerfläche
(26) beginnt, wobei sich der Freistich (24a, 24b) an einem äußeren Rand der Radiallagerfläche
(26) befindet.
3. Variable Nockenwellensteuerung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchgang (16a, 16b, 16c, 16d) in einem Winkel von im Wesentlichen 30° bis 90°
zur Erstreckungsachse der Nockenwelle (12) verläuft.
4. Variable Nockenwellensteuerung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchgang (16a, 16b, 16c, 16d) sich in radialer Richtung durch das Nockenstück
(14) erstreckt.
5. Variable Nockenwellensteuerung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmierstoffzuführeinrichtung (20) wenigstens eine sich durch die Nockenwelle
(12) erstreckende Bohrung (28) aufweist.
6. Variable Nockenwellensteuerung (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Nockenwelle (12) eine Hohlwelle ist und sich die wenigstens eine Bohrung (28)
in radialer Richtung durch die Nockenwelle (12) erstreckt.
7. Brennkraftmaschine mit einer variablen Nockenwellensteuerung (10) nach mindestens
einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 6.
1. Variable cam drive (10), with
an externally toothed camshaft (12),
an internally toothed cam unit (14), wherein the cam unit (14) is mounted on the camshaft
(12) in an axially displaceable manner,
a gap (22), and
a lubricant supply device (20) for guiding lubricant into the gap (22),
wherein the lubricant supply device (20) has a passage (16a, 16b, 16c, 16d) extending
through the cam unit (14), wherein the passage (16a, 16b, 16c, 16d) begins in a lubricant
collecting area (18) for supporting the cam unit (14) and ends in the gap (22),
characterized in that the passage (16a, 16b, 16c, 16d) begins in a radial bearing surface (26), wherein
residual lubricant from a radial bearing for supporting the camshaft (12) can be guided
directly to the toothing between the camshaft and the cam unit in the gap (22), wherein
the gap (22) between the camshaft (12) and the cam unit (14) is arranged in an area
of an external toothing of the camshaft (12) and an internal toothing of the cam unit
(14).
2. Variable cam drive (10) according to claim 1, characterized in that the passage (16a, 16b, 16c, 16d) begins in an undercut (24a, 24b) of a radial bearing
surface (26), wherein the undercut (24a, 24b) is located at an external edge of the
radial bearing surface (26).
3. Variable cam drive (10) according to claim 1 or 2, characterized in that the passage (16a, 16b, 16c, 16d) runs at an angle of essentially 30° to 90° to the
extension axis of the camshaft (12).
4. Variable cam drive (10) according to one of claims 1 through 3, characterized in that the passage (16a, 16b, 16c, 16d) extends in the radial direction through the cam
unit (14).
5. Variable cam drive (10) according to claim 1, characterized in that the lubricant supply device (20) has at least one bore (28) extending through the
camshaft (12).
6. Variable cam drive (10) according to claim 5, characterized in that the camshaft (12) is a hollow shaft, and the at least one bore (28) extends in the
radial direction through the camshaft (12).
7. Internal combustion engine, with a variable cam drive (10) according to at least one
of the preceding claims 1 through 6.
1. Commande d'arbre à cames variable (10) comprenant
un arbre à cames (12) à denture extérieure,
une pièce à cames (14) à denture intérieure, la pièce à cames (14) étant montée de
manière à pouvoir se déplacer axialement sur l'arbre à cames (12),
un espace intermédiaire (22) et
un dispositif d'apport de lubrifiant (20) pour amener du lubrifiant dans l'espace
intermédiaire (22),
le dispositif d'apport de lubrifiant (20) présentant un passage (16a, 16b, 16c, 16d)
s'étendant à travers la pièce à cames (14), le passage (16a, 16b, 16c, 16d) commençant
dans une zone d'accumulation de lubrifiant (18) pour le logement de la pièce à cames
(14) et se terminant dans l'espace intermédiaire (22),
caractérisée en ce que le passage (16a, 16b, 16c, 16d) commence dans une surface de palier radial (26),
le résidu de lubrifiant pouvant être amené d'un palier radial pour le logement de
l'arbre à cames (12) directement vers la denture entre l'arbre à cames et la pièce
à cames dans l'espace intermédiaire (22), l'espace intermédiaire (22) étant disposé
entre l'arbre à cames (12) et la pièce à cames (14) dans une zone d'une denture extérieure
de l'arbre à cames (12) et d'une denture intérieure de la pièce à cames (14).
2. Commande d'arbre à cames variable (10) selon la revendication 1, caractérisée en ce que le passage (16a, 16b, 16c, 16d) commence dans un dégagement (24a, 24b) d'une surface
de palier radial (26), le dégagement (24a, 24b) se trouvant sur un bord extérieur
de la surface de palier radial (26).
3. Commande d'arbre à cames variable (10) selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le passage (16a, 16b, 16c, 16d) s'étend selon un angle essentiellement de 30° à 90°
par rapport à l'axe d'extension de l'arbre à cames (12).
4. Commande d'arbre à cames variable (10) selon l'une quelconque des revendications 1
à 3, caractérisée en ce que le passage (16a, 16b, 16c, 16d) s'étend dans la direction radiale à travers la pièce
à cames (14).
5. Commande d'arbre à cames variable (10) selon la revendication 1, caractérisée en ce que le dispositif d'apport de lubrifiant (20) présente au moins un alésage (28) s'étendant
à travers l'arbre à cames (12).
6. Commande d'arbre à cames variable (10) selon la revendication 5, caractérisée en ce que l'arbre à cames (12) est un arbre creux et au moins un alésage (28) s'étend dans
la direction radiale à travers l'arbre à cames (12).
7. Moteur à combustion interne comprenant une commande d'arbre à cames variable (10)
selon au moins une des revendications 1 à 6 précédentes.