[0001] Fenster und Türen werden üblicherweise durch einen drehbaren Handgriff geöffnet und
geschlossen sowie gleichzeitig verriegelt. Dabei besteht ein hohes Risiko, dass derartige
Fenster oder Türen von außen unbefugt geöffnet werden.
[0002] Zur Erhöhung der Sicherheit ist es bereits bekannt, derartige Handgriffe mit einem
zusätzlichen Sperrmechanismus zu versehen, welcher mit einem Schlüssel entsperrt werden
kann, und welcher im gesperrten Zustand ein Drehen des Handgriffs blockiert. Nachteilig
dabei ist, dass jeder einzelne Handgriff in einem Gebäude oder einer Wohnung einzeln
manuell gesperrt oder entsperrt werden muss, und zudem die Schlüssel verloren gehen
können. Außerdem kann mit einem derartigen Sperrmechanismus nicht geprüft werden,
ob das Fenster oder die Tür tatsächlich richtig geschlossen ist, also richtig im Rahmen
anliegt.
[0003] Zur Überwachung, ob ein Fenster oder eine Tür richtig geschlossen ist, sind sogenannte
Meldersender bekannt, welche als separate Komponente am Fenster angebracht werden.
Ein Teil des Meldersenders ist am Fenster- oder Türblatt, der andere Teil am Fenster-
oder Türrahmen angebracht, so dass eine Prüfung möglich ist, ob das Fenster- oder
Türblatt richtig im Fenster- oder Türrahmen angeordnet ist. Derartige Meldersender
werden optisch als störend empfunden und können zudem nicht prüfen, ob das Fenster
oder die Tür richtig verriegelt ist, also ob ein Herausdrücken des Fenster- oder Türblatts
aus dem entsprechenden Rahmen möglich ist oder nicht.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen Handgriff für ein Fenster oder eine
Tür bereitzustellen, welche einfach zu bedienen ist und eine erweiterte Zustandsüberwachung
des Handgriffs und des Fensters oder der Tür ermöglicht. Vorteilhafterweise soll zudem
durch eine elektromechanische Sperrfunktion der Einbruchschutz erhöht werden.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Handgriff für ein Fenster oder
eine Tür mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie ein Alarmanlagensystem mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 20.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0007] Der erfindungsgemäße Handgriff für ein Fenster oder eine Tür weist einen ersten Teil,
welches an dem Fenster oder der Tür befestigbar ist, und einen gegen den ersten Teil
um eine Drehachse drehbar angeordneten zweiten Teil, ein Kopplungselement zur Kopplung
des zweiten Teils mit einem Fenster- oder Türgetriebe, und ein Sperrelement, welches
elektromechanisch zwischen einer ersten Position und einer zweiten Position bewegbar
ist, auf, wobei in der ersten Position des Sperrelements eine Drehbewegung des zweiten
Teils mittels des Kopplungselements auf das Fenster- oder Türgetriebe übertragbar
ist und wobei in der zweiten Position eine Betätigung des Fenster- oder Türgetriebes
mittels des Handgriffs unterbunden ist, und weist weiterhin einen ersten Sensor zur
Erfassung der Lage des zweiten Teils des Handgriffs im Raum, einen zweiten Sensor
zur Erfassung der Lage des Fensters oder der Tür im Raum und einen dritten Sensor
zur Erfassung der Position des Sperrelements auf, wobei der erste Sensor (71) und
der dritte Sensor (73) in dem zweiten Teil (30) des Handgriffs (10, 10') angeordnet
sind.
[0008] Ein Fenster oder eine Tür weist üblicherweise ein Fenster- oder Türblatt sowie einen
Fenster- oder Türrahmen auf. Das Blatt kann sich dabei entweder in einer geöffneten
Position, in welcher es aus dem Rahmen um eine erste, meist vertikale, Achse herausgeschwenkt
ist, oder in einer gekippten Position, in welcher es um eine zweite, zu der ersten
Achse senkrecht angeordnete, meist horizontale, Achse um einen maximalen Winkel von
weniger als 90°, üblicherweise von weniger als 45°, insbesondere von etwa 25°, aus
dem Rahmen herausgeschwenkt ist, oder einer geschlossenen Position, in welcher es
in dem Rahmen angeordnet ist, befinden. Der Handgriff ist üblicherweise am Blatt befestigt
und um eine Achse, welche im Wesentlichen senkrecht zum Blatt verläuft, drehbar, wobei
durch die Drehung ein Fenster- oder Türgetriebe betätigt wird. Das Fenster- oder Türgetriebe
kann zwischen einer verriegelten Position, in welcher das Blatt im Rahmen fixiert
wird, und einer entriegelten Position, in welcher das Blatt gegen den Rahmen bewegt
werden kann, wechseln. Der Handgriff kann dazu zwischen einer geschlossenen Position,
welche auch als 0°-Position bezeichnet wird und in welcher der Handgriff üblicherweise
parallel zu der ersten Schwenkachse angeordnet ist und nach unten weist, einer geöffneten
Position, welche auch als 90°-Position bezeichnet wird und in welcher der Handgriff
senkrecht zur geschlossenen Position angeordnet ist, und einer gekippten Position,
welche auch als 180°-Position bezeichnet wird, in welcher der Handgriff parallel zu
der ersten Schwenkachse angeordnet ist und nach oben weist, relativ zum Blatt verdreht
werden.
[0009] Ist das Blatt im Rahmen und der Handgriff in der 0°-Position, ist normalerweise das
Fenster oder die Tür geschlossen und verriegelt. Wird der Handgriff in die 90°-Position
gedreht, ist das Fenster oder die Tür entriegelt, aber zunächst noch geschlossen.
Das Blatt kann dann aus dem Rahmen herausgeschwenkt werden in eine geöffnete Position.
Wird der Handgriff aus der 0°-Position in die 180°-Position gedreht, kann das Blatt
aus dem Rahmen heraus in die gekippte Position überführt werden.
[0010] Durch den ersten, den zweiten und den dritten Sensor ist eine vollständige Erfassung
aller Zustände des Fensters oder der Tür möglich, da mit dem ersten Sensor erfasst
werden kann, ob sich der Handgriff in der 0°-, der 90°- oder der 180°-Position oder
auch einer Position dazwischen befindet, da mit dem zweiten Sensor erfasst werden
kann, ob das Fenster- oder Türblatt geöffnet, gekippt oder geschlossen ist, und da
mit dem dritten Sensor erfasst werden kann, ob das Fenster oder die Tür verriegelt
ist, oder anders ausgedrückt, das Tür- oder Fenstergetriebe bei Drehen des Handgriffs
bewegt werden kann oder nicht.
[0011] Dabei ist der erste Sensor in dem zweiten Teil des Handgriffs angeordnet, was die
Erkennung der Bewegung des Handgriffs vereinfacht.
[0012] Der dritte Sensor in ebenfalls dem zweiten Teil des Handgriffs angeordnet, um eine
günstige Entfernung zu dem Sperrelement ermöglichen zu können und einen kompakten
Aufbau ermöglichen zu können.
[0013] Vorzugsweist ist der erste Sensor als 3D-Beschleunigungssensor ausgebildet, was auf
einfache Art und Weise eine Lageerkennung des Handgriffs ermöglicht.
[0014] Vorteilhafterweise ist der zweite Sensor als 3D-Magnetfeldsensor ausgebildet, wodurch
auf einfache Art und Weise eine Lageerkennung des Tür- oder Fensterblatts ermöglicht
wird, beispielsweise dadurch, dass im zugehörigen Rahmen ein, zwei oder mehrere Magnete
entsprechend platziert werden.
[0015] Vorzugsweise ist der zweite Sensor in dem ersten Teil des Handgriffs angeordnet,
um eine günstige Entfernung des zweiten Sensors zur Lageerkennung des Tür- oder Fensterblatts
relativ zum zugehörigen Rahmen ermöglichen zu können.
[0016] Bevorzugt ist der dritte Sensor als Kontaktsensor oder Näherungssensor oder Magnetfeldsensor
ausgebildet, wodurch auf einfache Art und Weise ermittelt werden kann, ob sich das
Sperrelement in der ersten Position oder der zweiten Position befindet.
[0017] Ein konstruktiv besonders einfacher Aufbau wird ermöglicht, wenn das Kopplungselement
als mit dem zweiten Teil verbundener Stab ausgebildet ist, welcher insbesondere einen
unrunden, vorzugsweise einen quadratischen, Querschnitt aufweist. Der unrunde Querschnitt
ermöglicht auf einfache Art und Weise eine Kopplung mit dem Tür- oder Fenstergetriebe,
um bei Drehung des Stabs um seine eigene Längsachse eine Betätigung des Tür- oder
Fenstergetriebes hervorrufen zu können.
[0018] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Sperrelement
als linear verschiebbarer Bolzen ausgebildet. Dies ermöglicht einen besonders kompakten
Aufbau.
[0019] Ein einfacher Aufbau des Handgriffs ergibt sich insbesondere dann, wenn vorteilhafterweise
das Kopplungselement eine Längsachse aufweist und das Sperrelement eine Längsachse
aufweist, wobei die Längsachse des Kopplungselements und die Längsachse des Sperrelements
parallel zueinander angeordnet sind.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Kopplungselement drehfest mit dem zweiten
Teil verbunden ist und das Sperrelement in der ersten Position innerhalb des zweiten
Teils angeordnet, während es in der zweiten Position eine drehfeste Verbindung zwischen
dem zweiten Teil und dem ersten Teil bildet. Bei dieser Ausführungsform erfolgt die
Unterbindung der Bewegung des Fenster- oder Türgetriebes mittels des Handgriffs dadurch,
dass die Drehbewegung des Handgriffs gegen das Tür- oder Fensterblatt blockiert wird,
indem das Sperrelement eine drehfeste Verbindung zwischen dem ersten Teil und dem
zweiten Teil herstellt. Dies kann auf einfache Art und Weise bei einer bevorzugten
Weiterbildung der Erfindung dadurch erfolgen, dass das Sperrelement in der zweiten
Position in eine an dem ersten Teil angeordnete Ausnehmung eingreift.
[0021] In einer bevorzugten alternativen Ausführungsform der Erfindung ist das Kopplungselement
in dem zweiten Teil drehbar gelagert angeordnet, wobei das Sperrelement in der ersten
Position eine drehfeste Verbindung zwischen dem Kopplungselement und dem zweiten Teil
herstellt und in der zweiten Position derart angeordnet ist, dass eine Drehung zwischen
dem Kopplungselement und dem zweiten Teil möglich ist. Bei dieser Ausführungsform
erfolgt die Unterbindung der Bewegung des Fenster- oder Türgetriebes mittels des Handgriffs
dadurch, dass die Übertragung der Drehbewegung des Handgriffs auf das Fenster- oder
Türgetriebe unterbrochen wird, indem die Kopplung zwischen dem Kopplungselement und
dem zweiten Teil des Handgriffs aufgehoben wird und somit der zweite Teile des Handgriffs
zwar beliebig um die Längsachse des Kopplungselements drehbar ist und somit "durchdreht",
diese Drehung aber nicht auf das Kopplungselement und damit insbesondere nicht auf
das Tür- oder Fenstergetriebe übertragen wird.
[0022] Eine derartige Aufhebung der Kopplung zwischen dem Kopplungselement und dem zweiten
Teil des Handgriffs kann auf einfache Art und Weise bei einer bevorzugten Weiterbildung
der Erfindung dadurch erfolgen, dass das Kopplungselement eine zwischen dem ersten
Teil und dem zweiten Teil angeordnete Mitnehmerplatte in einer ersten Öffnung, welche
den gleichen Querschnitt wie das Kopplungsteil aufweist, durchsetzt, wobei in der
Mitnehmerplatte eine zweite Öffnung angeordnet ist, in welche das Sperrelement in
der ersten Position eingreift, wobei das Sperrelement in der zweiten Position innerhalb
des zweiten Teils angeordnet ist.
[0023] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Handgriff eine Ausgabeeinheit
auf, mittels welcher ein Signal des ersten Sensors und/oder ein Signal des zweiten
Sensors und/oder ein Signal des dritten Sensors an eine Auswerteeinheit übertragbar
ist. Die Auswerteeinheit kann dabei in dem Handgriff oder auch außerhalb des Handgriffs
an beliebiger Stelle des Gebäudes angeordnet sein.
[0024] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass der Handgriff
eine Batterie zur Stromversorgung aufweist, um eine aufwendige Verkabelung zu vermeiden.
[0025] Vorzugsweise weist der Handgriff eine optische Zustandsanzeige, beispielsweise in
Form einer LED, welche vorzugsweise in unterschiedlichen Farben leuchten kann, auf.
Damit ist auf einfache Art und Weise erkennbar, in welchem Zustand der Handgriff ist
und beispielsweise, ob die Tür oder das Fenster richtig verriegelt ist.
[0026] Bevorzugt weist der Handgriff einen Anschluss für weitere Sensoren, beispielsweise
einen Glasbruchsensor, auf, um eine Überwachungsmöglichkeit für weitere sicherheitsrelevante
Funktionen bereit stellen zu können. Vorzugsweise sind auch weitere Anschlüsse für
weitere Sensoren vorhanden, welche weitere sicherheitsrelevante Aspekte überwachen
können.
[0027] Gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist an dem Handgriff
ein Schalter angeordnet ist, welcher insbesondere als Touch-Feld oder Näherungssensor
ausgebildet ist.
[0028] Vorzugsweise ist der Schalter derart ausgebildet, dass bei Betätigen oder Berühren
des Schalters das Sperrelement von der zweiten Position in die erste Position überführbar
ist. Damit kann sichergestellt werden, dass der Handgriff nur dann entsperrt wird,
wenn ein Benutzer den Handgriff tatsächlich benutzen will, um beispielsweise das Fenster
oder die Tür zu öffnen. Ansonsten kann das Sperrelement in der gesperrten Position
verbleiben, so dass das Fenster oder die Tür üblicherweise nicht nur verriegelt, sondern
auch gesperrt ist, was die Sicherheit erhöht. Vorzugsweise wird dazu bei Drehen des
Handgriffs in die Position, in welcher das Fenster- oder Türgetriebe geschlossen ist,
das Sperrelement in die zweite Position überführt.
[0029] Ein erfindungsgemäßes Alarmanlagensystem umfasst mehrere erfindungsgemäße Handgriffen
sowie eine zentralen Steuer- und Auswerteeinheit.
[0030] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung empfängt die Steuer- und Auswerteeinheit
ein Signal des ersten Sensors und/oder ein Signal des zweiten Sensors und/oder ein
Signal des dritten Sensors jedes einzelnen der ihr zugeordneten Handgriffe, wertet
diese aus und löst in Abhängigkeit von der Auswertung einen Alarm aus.
[0031] Vorzugsweise kann die Steuer- und Auswerteeinheit die Bewegung des Sperrelements
jedes einzelnen der ihr zugeordneten Handgriffe von der zweiten Position in die erste
Position blockieren.
[0032] Das erfindungsgemäße Alarmanlagensystem kann eine Vielzahl von Funktionen aufweisen.
Einerseits können an die zentrale Steuer- und Auswerteeinheit sämtliche Signale, insbesondere
von den jeweiligen ersten, zweiten und dritten Sensoren, von allen Handgriffen übertragen
und dort daraufhin ausgewertet werden, ob möglicherweise ein unbefugtes Öffnen vorliegt,
um dann gegebenenfalls einen Alarm auszulösen. Dabei kann der Alarm beispielsweise
entweder durch ein akustisches Signal im Gebäude oder der Wohnung oder am Mobiltelefon
eines Bewohners oder auch direkt durch eine Meldung an die örtliche Polizei oder einen
externen Dienstleister realisiert werden. Andererseits kann mithilfe der zentralen
Steuer- und Auswerteeinheit auch vorgegeben werden, welcher Handgriff in welchen Zustand
überführt werden darf. Es besteht beispielsweise die Möglichkeit, bei Verlassen des
Gebäudes oder der Wohnung das Alarmanlagensystem scharf zu schalten, was beispielsweise
so konfiguriert sein kann, dass alle Türen und Fenster in der geschlossenen Position,
alle Handgriffe in der geschlossenen Position und alle Sperrelemente in der zweiten
Position sein müssen, und jede Abweichung davon einen Alarm auslöst. Es kann auch
die Möglichkeit bestehen, während Bewohner im Gebäude oder der Wohnung sind, zu definieren,
welche Handgriffe in welche Position überführt werden dürfen. Beispielsweise kann
eine Kindersicherung für Handgriffe von bestimmten Räumen vorgesehen werden, welche
verhindert, dass bei Berühren des Handgriffs ein Überführen des Sperrelements in die
erste Position erfolgen kann.
[0033] Die Erfindung wird anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele ausführlich
erläutert. Es zeigen
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Handgriffs mit einem ersten Teil und einem zweiten Teil,
- Figur 2
- eine weitere perspektivische Ansicht des Handgriffs gemäß Figur 1 mit gegen das zweite
Teil verdrehtem ersten Teil des Handgriffs,
- Figur 3
- eine weitere perspektivische Ansicht des Handgriffs gemäß Figur 2,
- Figur 4
- einen Längsschnitt durch den Handgriff gemäß Figur 1 mit einem Sperrelement in einer
zweiten Position,
- Figur 5
- einen Querschnitt durch den Handgriff gemäß Figur 1 mit einem Sperrelement in einer
zweiten Position,
- Figur 6
- eine perspektivische Darstellung einiger Komponenten des Handgriffs gemäß Figur 1
mit einem Sperrelement in einer ersten Position,
- Figur 7
- eine perspektivische Darstellung einiger Komponenten des Handgriffs gemäß Figur 1
mit einem Sperrelement in einer zweiten Position,
- Figur 8
- eine perspektivische Ansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Handgriffs mit einem ersten Teil, einem zweiten Teil und einer Mitnehmerplatte,
- Figur 9
- eine weitere perspektivische Ansicht des Handgriffs gemäß Figur 8,
- Figur 10
- einen Längsschnitt durch den Handgriff gemäß Figur 8 mit einem Sperrelement in einer
ersten Position,
- Figur 11
- einen Längsschnitt durch den Handgriff gemäß Figur 8 mit einem Sperrelement in einer
zweiten Position,
- Figur 12
- eine weitere perspektivische Ansicht des Handgriffs gemäß Figur 8 mit gegen den ersten
Teil verdrehtem zweiten Teil und
- Figur 13
- eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Alarmanlagensystems
mit mehreren Handgriffen und einer zentralen Steuerund Auswerteeinheit.
[0034] Die Figuren 1 bis 7 zeigen verschiedene Ansichten eines ersten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Handgriffs 10 mit einem ersten Teil 20 und einem gegen den
ersten Teil 20 um eine Drehachse A drehbar angeordneten zweiten Teil 30. Der erste
Teil 20 weist ein Gehäuse 21 auf und ist an einem Fenster oder einer Tür, insbesondere
an einem Fensterblatt oder einem Türblatt befestigbar. Dazu weist beispielsweise der
erste Teil 20 zwei Ausnehmungen 22, 23 auf, durch welche Schrauben zum Anschrauben
des ersten Teils 20 an dem Fensterblatt oder dem Türblatt geführt werden können.
[0035] Der zweite Teil 30 weist ein Gehäuse 31 auf und umfasst ein Griffelement 33, welches
üblicherweise von einem Benutzer gegriffen wird, um den zweiten Teil 30 des Handgriffs
10 gegen den ersten Teil 20 zu drehen und das Fenster oder die Tür zu öffnen oder
zu schließen und zu verriegeln.
[0036] Der Handgriff 10 weist ein Kopplungselement 40 mit einer Längsachse L1 auf, welches
mit dem zweiten Teil 30 verbunden ist, und beispielsweise als Stab mit unrundem Querschnitt,
beispielsweise als Vierkant, ausgebildet ist (vgl. insbesondere Figur 4). Das Kopplungselement
40 durchsetzt den ersten Teil 20 des Handgriffs 10 in einer Öffnung 25 des ersten
Teils 20, in welcher das Kopplungselement 40 frei um seine Längsachse L1 drehbar ist,
und ragt über den ersten Teil 20 hinaus, um mit einem freien Ende 42 in ein Fenster-
oder Türgetriebe eingreifen zu können. Der Eingriff erfolgt dabei derart, dass das
freie Ende 42 in eine entsprechend geformte Ausnehmung des Fenster- oder Türgetriebes
eingreift, so dass bei Drehung des Kopplungselements 40 um seine Längsachse L1 eine
Betätigung des Fenster- oder Türgetriebes erreicht werden kann. Die Längsachse L1
entspricht insbesondere der Drehachse A.
[0037] Bei der in den Figuren 1 bis 7 dargestellten Ausführungsform des Handgriffs 10 ist
das Kopplungselement 40 drehfest mit dem zweiten Teil 30 verbunden, beispielsweise
durch Verkleben oder Verpressen in einer Halterung. Optional kann das Kopplungselement
40 in einer Halterung drehfest eingesetzt sein, in Richtung seiner Längsachse L jedoch
beweglich gegen die Kraft eines Federelements 45 angeordnet sein, um Längendifferenzen
ausgleichen zu können und einen optimalen Eingriff in das Fenster- oder Türgetriebe
ermöglichen zu können.
[0038] Der Handgriff 10 weist ein Sperrelement 50 auf, welches zwischen einer ersten Position
(vgl. Figur 6), in welcher eine Drehbewegung des zweiten Teils 30 mittels des Kopplungselements
40 auf das Fenster- oder Türgetriebe übertragbar ist, und einer zweiten Position (vgl.
Figuren 4, 5 und 7), in welcher eine Betätigung des Fenster- oder Türgetriebes mittels
des Handgriffs 10 unterbunden ist, bewegbar ist. Insbesondere weist das Sperrelement
50 eine Längsachse L2 auf und ist in Richtung parallel zu seiner Längsachse L2 verschiebbar,
wobei vorzugsweise die Längsachse L2 des Sperrelements 50 parallel zur Längsachse
L1 des Kopplungselements angeordnet ist. Das Sperrelement 50 ist insbesondere als
linear verschiebbarer Bolzen 52 ausgebildet. Das Sperrelement 50 wird elektromechanisch
bewegt, beispielsweise mittels eines Motors 53, welcher eine Antriebsstange aufweist,
die an ihrem freien Ende als Zahnrad 54 ausgebildet ist, welches in einen an dem Sperrelement
50 angeordneten Zahnstangenabschnitt 55 eingreift (vgl. insbesondere Figuren 5, 6
und 7).
[0039] In der zweiten Position greift das Sperrelement 50 in eine an dem ersten Teil 20
angeordnete Ausnehmung ein. Diese Ausnehmung wird vorzugsweise durch eine der ohnehin
vorhandenen Ausnehmungen 22, 23, welche zur Befestigung des ersten Teils 20 an dem
Fenster- oder Türblatt dienen, gebildet. In der ersten Position ist das Sperrelement
50 so weit in den zweiten Teil 30 zurückgezogen, dass eine Drehung des zweiten Teils
30 gegen den ersten Teil 20 nicht behindert wird.
[0040] Zur Erfassung der Position des Sperrelements 50 ist ein dritter Sensor 73 vorgesehen.
Dieser kann beispielsweise als Kontaktsensor oder als Näherungssensor oder als Magnetsensor
ausgebildet sein. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist an dem dem ersten Teil 20
abgewandten Ende des Sperrelements 50 ein Dauermagnet 73a angeordnet, während in dem
zweiten Teil 30 feststehend ein Magnetsensor 73b angeordnet ist, welcher die relative
Lage zwischen dem Dauermagnet 73a und somit dem Sperrelement einerseits und dem Magnetsensor
73b und somit dem zweiten Teil 30 andererseits ermittelt.
[0041] Es kann optional ein Federelement 56 vorgesehen sein, welches das Sperrelement 50
in die zweite Position vorspannt, so dass ein Überführen des Sperrelements 50 aus
der zweiten Position in die erste Position nur gegen die Kraft des Federelements 56
erfolgen kann.
[0042] Der Handgriff 10 kann einen Schalter 110 aufweisen, welcher beispielsweise als kapazitiver
Näherungssensor oder Touch-Feld ausgebildet ist. Der Schalter 110 ermittelt, ob ein
Benutzer den Handgriff 10 fasst und betätigen möchte. Ist dies der Fall, kann eine
Überprüfung dahingehend erfolgen, ob der Handgriff betätigt werden darf, oder ob beispielsweise
ein Alarmanlagensystem scharf geschaltet ist oder ob speziell dieser Handgriff beispielsweise
wegen einer eingeschalteten Kindersicherung derzeit nicht freigegeben ist. Der Schalter
110 kann derart ausgebildet sein, dass bei Betätigen oder Berühren des Schalters 110
das Sperrelement 50 von der zweiten Position in die erste Position überführbar ist,
wenn nicht aus sonstigen Gründen ein Öffnen zum jetzigen Zeitpunkt nicht freigegeben
ist.
[0043] Der Handgriff 10 weist einen ersten Sensor 71 zur Erfassung der Lage des zweiten
Teils 30 des Handgriffs 10 im Raum auf. Der erste Sensor 71 ist insbesondere als 3D-Beschleunigungssensor
ausgebildet und ist vorzugsweise im zweiten Teil 30 des Handgriffs 10 angeordnet.
Der erste Sensor 71 kann erfassen, ob sich der Handgriff 10 in der 0°-Position, der
90°- Position oder der 180°-Position befindet.
[0044] Der Handgriff weist einen zweiten Sensor 82 zur Erfassung der Lage des Fensters oder
der Tür, insbesondere des Fenster- oder Türblatts, im Raum auf. Der zweite Sensor
82 ist beispielsweise als 3D-Magnetfeldsensor ausgebildet und kann in dem ersten Teil
20 angeordnet sein. Der 3D-Magnetfeldsensor detektiert das um ihn herrschende Magnetfeld,
welches beispielsweise durch wenigstens einen, vorzugsweise zwei oder mehrere, im
Fenster- oder Türrahmen angeordnete Magnete erzeugt wird und kann auf ihm auf die
relative Lage zwischen Fenster- oder Türblatt einerseits und Fenster- oder Türrahmen
andererseits schließen. Mit dem zweiten Sensor 82 kann erfasst werden, ob das Fenster-
oder Türblatt im Rahmen angeordnet ist und das Fenster oder die Tür somit geschlossen
ist, oder ob das Fenster- oder Türblatt vom Fenster- oder Türrahmen entfernt ist und
das Fenster oder die Tür somit geöffnet ist.
[0045] Der Handgriff kann einen Anschluss 90 für weitere Sensoren, beispielsweise für einen
Glasbruchsensor, aufweisen.
[0046] Der dritte Sensor 73, der erste Sensor 71 und/oder weitere Sensoren können auf einer
Leiterplatte 70, welche in dem zweiten Teil 30 angeordnet ist, angeordnet sein. Der
zweite Sensor 82 und/oder weitere Sensoren können auf einer Leiterplatte 80, welche
in dem ersten Teil 20 angeordnet ist, angeordnet sein. Vorzugsweise ist ein Informationsaustausch
zwischen den beiden Leiterplatten 70, 80 möglich.
[0047] Die in dem Handgriff 10 erforderliche Energie, insbesondere für den Motor 53 sowie
die Sensoren 71, 73, 82 und/oder die Leiterplatten 70, 80, kann durch eine Batterie
60 bereitgestellt werden.
[0048] Der Handgriff 10 kann eine optische Anzeige beispielsweise in Form einer LED 100
aufweisen, welche verschiedene Zustände optisch anzeigen kann, beispielsweise durch
unterschiedliche Farben.
[0049] Der Handgriff 10 kann eine Ausgabeeinheit aufweisen, mittels welcher ein Signal des
ersten Sensors 71 und/oder ein Signal des zweiten Sensors 82 und/oder ein Signal des
dritten Sensors 73 an eine Auswerteeinheit übertragbar ist, wobei die Auswerteeinheit
entweder im Handgriff 10 oder außerhalb des Handgriffs 10 angeordnet sein kann. Ist
die Auswerteeinheit außerhalb des Handgriffs 10 angeordnet, kann die Ausgabeeinheit
ein Funkmodul 120 aufweisen, um die entsprechenden Signale drahtlos übertragen zu
können.
[0050] Die Figuren 8 bis 12 zeigen verschiedene Ansichten eines zweiten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Handgriffs 10'. Gleiche oder funktionsgleiche Teile sind mit
gleichen Bezugsziffern bezeichnet. Zur besseren Übersicht sind nicht sämtliche Bezugsziffern
in sämtlichen Figuren angegeben.
[0051] Der Handgriff 10' unterscheidet sich von dem ersten Ausführungsbeispiel des Handgriffs
10 im Wesentlichen durch eine zusätzliche Mitnehmerplatte 130, welche zwischen dem
ersten Teil 20 und dem zweiten Teil 30 angeordnet ist, sowie die Anordnung des Kopplungselements
40 in dem zweiten Teil 30 und die relative Lage des Sperrelements 50 zu dem zweiten
Teil 30 in der ersten und zweiten Position.
[0052] Das Kopplungselement 40 ist in dieser Ausführungsform in dem zweiten Teil 30 drehbar
gelagert angeordnet, wobei das Sperrelement 50 in der ersten Position eine drehfeste
Verbindung zwischen dem Kopplungselement 40 und dem zweiten Teil 30 herstellt und
in der zweiten Position derart angeordnet ist, dass eine Drehung zwischen dem Kopplungselement
40 und dem zweiten Teil 30 möglich ist.
[0053] Das Kopplungselement 40 durchsetzt die Mitnehmerplatte 130 in einer ersten Öffnung
131, welche den gleichen Querschnitt wie das Kopplungselement 40 aufweist, so dass
das Kopplungselement 40 um seine Längsachse L1 drehfest in der Mitnehmerplatte 130
gelagert angeordnet ist. Bei Drehung der Mitnehmerplatte 130 um die Drehachse A, welche
der Längsachse L1 des Kopplungselements 40 entspricht, wird somit auch das Kopplungselement
40 gedreht.
[0054] Das Sperrelement 50 ist auch in diesem Ausführungsbeispiel wie auch in dem ersten
Ausführungsbeispiel elektromechanisch bewegbar zwischen einer ersten Position und
einer zweiten Position. Anders als im ersten Ausführungsbeispiel ist nun das Sperrelement
50 in der ersten Position weiter aus dem zweiten Teil 30 herausgefahren, während es
in der zweiten Position innerhalb des zweiten Teils 30 angeordnet ist. Zur Herstellung
einer drehfesten Verbindung zwischen dem ansonsten drehbar in dem zweiten Teil 30
gelagerten Kopplungselement 40 und dem zweiten Teil 30 wird das Sperrelement 50 in
die erste Position soweit ausgefahren, dass das Sperrelement 50 in eine zweite Öffnung
132 in der Mitnehmerplatte 130 eingreift, jedoch ohne in das erste Teil 20 einzugreifen.
Dadurch wird bei Drehen des zweiten Teils 30 um die Drehachse A die Mitnehmerplatte
130 aufgrund der Kopplung durch das Sperrelement 50 mitgenommen, welche wiederum aufgrund
der drehfesten Verbindung zwischen ihr und dem Kopplungselement 40 das Kopplungselement
mit dreht, so dass bei Drehung des zweiten Teils 30 des Handgriffs ein Betätigen eines
Fenster- oder Türgetriebes möglich ist. Wird das Sperrelement 50 jedoch in die erste
Position bewegt, in welcher es sich innerhalb des zweiten Teils 30 befindet und keine
drehfeste Verbindung zwischen dem zweiten Teil 30 und der Mitnehmerplatte 130 herstellt,
kann sich der zweite Teil 30 zwar um die Drehachse A drehen, befindet sich jedoch
im Freilauf und eine Mitnahme des Kopplungselements 40 erfolgt nicht. Eine Betätigung
des Fenster- oder Türgetriebes mittels des Handgriffs 10 ist somit unterbunden.
[0055] Figur 13 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Alarmanlagensystems 200 mit einer zentralen Steuer- und Auswerteeinheit 210, die beispielsweise
an beliebiger Stelle in dem zu überwachenden Gebäude oder der zu überwachenden Wohnung,
beispielsweise neben dem Haus- oder Wohnungseingang, angeordnet sein kann, und mit
mehreren Handgriffen, wobei es grundsätzlich möglich ist, Handgriffe 10, 10' verschiedener
Ausführungsformen in einem Alarmanlagensystem zu verwenden, bevorzugt aber gleichartige
Handgriffe 10 oder 10', in der Figur 13 beispielhaft Handgriffe 10, zur Anwendung
kommen. Die Handgriffe 10 sind an den Fenstern oder Türen des zu überwachenden Gebäudes
oder der zu überwachenden Wohnung angeordnet. Die in dem Alarmanlagensystem 200 verwendeten
Handgriffe 10 weisen sämtlich jeweils eine Möglichkeit zur drahtlosen Kommunikation
mit der zentralen Steuer- und Auswerteeinheit 210 auf, beispielsweise mittels Funk.
[0056] Für jeden der Handgriffe 10 kann mittels der drei Sensoren 71, 82, 83 eine detaillierte
Zustandsüberwachung durchgeführt werden. Mittels des ersten Sensors 71 kann eine Lageerkennung
des Handgriffs 10 durchgeführt werden, es kann also zumindest festgestellt werden,
ob sich der Handgriff 10 in der 0°-Position, der 90°-Position oder der 180°-Position
befindet. Mittels des zweiten Sensors 82 kann eine Lageerkennung des Fensters oder
der Tür durchgeführt werden, es kann also zumindest ermittelt werden, ob sich das
Fenster- oder Türblatt im Rahmen befindet oder nicht, also, ob es geschlossen ist
oder nicht. Mittels des dritten Sensors 73 kann wenigstens festgestellt werden, ob
das Sperrelement 50 in der ersten Position oder in der zweiten Position angeordnet
ist, also, ob der Handgriff 10 entriegelt oder verriegelt ist.
[0057] Dadurch ergeben sich zumindest die folgenden Kombinationen von Zuständen, welche
in der nachfolgenden Tabelle nochmals zur Übersicht angegeben sind:
| Erster Sensor |
Zweiter Sensor |
Dritter Sensor |
| 0°-Position |
Blatt im Rahmen |
Erste Position (entriegelt) |
| 0°-Position |
Blatt im Rahmen |
Zweite Position (verriegelt) |
| 0°-Position |
Blatt nicht im Rahmen |
Erste Position (entriegelt) |
| 0°-Position |
Blatt nicht im Rahmen |
Zweite Position (verriegelt) |
| 90°-Position |
Blatt im Rahmen |
Erste Position (entriegelt) |
| 90°-Position |
Blatt im Rahmen |
Zweite Position (verriegelt) |
| 90°-Position |
Blatt nicht im Rahmen |
Erste Position (entriegelt) |
| 90°-Position |
Blatt nicht im Rahmen |
Zweite Position (verriegelt) |
| 180°-Position |
Blatt im Rahmen |
Erste Position (entriegelt) |
| 180°-Position |
Blatt im Rahmen |
Zweite Position (verriegelt) |
| 180°-Position |
Blatt nicht im Rahmen |
Erste Position (entriegelt) |
| 180°-Position |
Blatt nicht im Rahmen |
Zweite Position (verriegelt) |
[0058] Selbstverständlich können die Sensoren 71, 82, 73 optional auch weitere Zustände,
beispielsweise Zwischenzustände erkennen.
[0059] Die Information über die Zustände wird vorzugsweise über Funk an die Steuer- und
Auswerteeinheit 210 übertragen, welche die entsprechende Information auswertet und
in Abhängigkeit von der Auswertung einen Alarm auslöst.
[0060] Optional können die Handgriffe 10 auch Signale von weiteren Sensoren weiterleiten,
beispielsweise von Glasbruchsensoren oder Bewegungsmeldern, welche in der Nähe der
jeweiligen Handgriffe 10 angeordnet sein können.
[0061] Mittels der Steuer- und Auswerteeinheit 210 kann einerseits in Abhängigkeit von der
Auswertung der empfangenen Signale ein Alarm ausgelöst werden. Andererseits ist es
mit der Steuer- und Auswerteeinheit 210 auch möglich, die Funktion der Handgriffe
10 vorzugeben und beispielsweise die Bewegung des Sperrelements 50 jedes einzelnen
der ihre zugeordneten Handgriffe 10 auch unabhängig voneinander von der zweiten Position
in die erste Position zu blockieren.
[0062] Es besteht beispielsweise die Möglichkeit, bei Verlassen des Gebäudes oder der Wohnung
das Alarmanlagensystem 200 scharf zu schalten, was beispielsweise so konfiguriert
sein kann, dass alle mit den dem Alarmanlagensystem 200 zugeordneten Handgriffen 10
ausgestatteten Türen und/oder Fenster in der geschlossenen Position, alle Handgriffe
in der geschlossenen Position, d. h. der 0°-Position, und alle Sperrelemente in der
zweiten Position sein müssen, und jede Abweichung davon einen Alarm auslöst. Gewünschtenfalls
kann auch das Alarmanlagensystem 200 so konfiguriert sein, dass auch beim Scharf-Schalten
des Alarmanlagensystems 200 gekippte Fenster und/oder Türen, also Fenster oder Türen,
bei welchen die Handgriffe in der 180°-Position und die Fenster- oder Türblätter nicht
im Rahmen, zulässig sind. Sinnvoll dafür ist allerdings, dass der zweite Sensor 82
nicht nur zwischen den Zuständen "Blatt im Rahmen" und "Blatt nicht im Rahmen" unterscheiden
kann, sondern auch zwischen den Zuständen "Blatt nicht im Rahmen, aber in gekippter
Stellung" und "Blatt geöffnet".
[0063] Falls ein Alarm ausgelöst wird, kann der Alarm beispielsweise entweder durch ein
akustisches Signal im Gebäude oder der Wohnung oder am Mobiltelefon eines Bewohners
oder auch direkt durch eine Meldung an die örtliche Polizei oder einen externen Dienstleister
realisiert werden.
[0064] Sind Personen im Gebäude oder der Wohnung, ist ein Scharf-Schalten des Alarmanlagensystems
200 nicht sinnvoll. Es kann aber beispielsweise eine eingeschränkte Überwachung dahingehend
erfolgen, ob beispielsweise ein Glasbruchsensor anspricht, oder ob ein Handgriff 10
ohne Betätigung des Schalters 110 von außen versucht wird zu betätigen, um auf diese
Weise einen Einbruch zu erkennen und einen Alarm auszulösen.
[0065] Andererseits kann mithilfe der zentralen Steuer- und Auswerteeinheit 210 auch vorgegeben
werden, welcher Handgriff 10 in welchen Zustand überführt werden darf. Es kann beispielsweise
die Möglichkeit bestehen, während Bewohner im Gebäude oder der Wohnung sind, zu definieren,
welche Handgriffe 10 in welche Position überführt werden dürfen. Beispielsweise kann
eine Kindersicherung für Handgriffe 10 von bestimmten Räumen vorgesehen werden, welche
verhindert, dass bei Berühren des Handgriffs 10 ein Überführen des Sperrelements 50
in die erste Position erfolgen kann.
[0066] Die Informationen von einem oder mehreren der Sensoren 71, 82, 73 oder weiteren Sensoren
kann optional auch an eine in jedem der Handgriffe 10 vorhandene Auswerteeinheit weitergeleitet
werden, welche die Information über den Zustand des jeweiligen Handgriffs 10 auswertet
und beispielsweise über die LED 100 anzeigt. Es ist denkbar, über die LED 100 lediglich
anzuzeigen, ob das Sperrelement 50 in der ersten oder zweiten Position ist, also beispielsweise
die LED 100 rot leuchten zu lassen, wenn das Sperrelement 50 in der zweiten Position
angeordnet ist und der Handgriff 10 verriegelt ist, und die LED 100 grün leuchten
zu lassen, wenn das Sperrelement 50 in der ersten Position angeordnet ist und der
Handgriff 10 entriegelt ist. Möglich ist aber auch, weitere Zustände durch andere
Farben der LED 100 anzuzeigen.
Bezugszeichenliste
[0067]
- 10
- Handgriff
- 10'
- Handgriff
- 20
- erster Teil
- 21
- Gehäuse
- 22
- Ausnehmung
- 23
- Ausnehmung
- 25
- Öffnung
- 30
- zweiter Teil
- 31
- Gehäuse
- 33
- Griffelement
- 40
- Kopplungseinheit
- 42
- freies Ende
- 45
- Federelement
- 50
- Sperrelement
- 52
- Bolzen
- 53
- Motor
- 54
- Zahnrad
- 55
- Zahnstangenabschnitt
- 56
- Federelement
- 60
- Batterie
- 70
- Leiterplatte
- 71
- erster Sensor
- 73
- dritter Sensor
- 73a
- Dauermagnet
- 73b
- Magnetsensor
- 80
- Leiterplatte
- 82
- zweiter Sensor
- 90
- Anschluss
- 100
- LED
- 110
- Schalter
- 120
- Funkmodul
- 130
- Mitnehmerplatte
- 131
- erste Öffnung
- 132
- zweite Öffnung
- 200
- Alarmanlagensystem
- 210
- Steuer- und Auswerteeinheit
- A
- Drehachse
- L1
- Längsachse
- L2
- Längsachse
1. Handgriff (10, 10') für ein Fenster oder eine Tür mit einem ersten Teil (20), welches
an dem Fenster oder der Tür befestigbar ist, und einem gegen den ersten Teil (20)
um eine Drehachse (A) drehbar angeordneten zweiten Teil (30), mit einem Kopplungselement
(40) zur Kopplung des zweiten Teils (30) mit einem Fenster- oder Türgetriebe, mit
einem Sperrelement (50), welches elektromechanisch zwischen einer ersten Position
und einer zweiten Position bewegbar ist, wobei in der ersten Position des Sperrelements
(50) eine Drehbewegung des zweiten Teils (30) mittels des Kopplungselements (40) auf
das Fenster- oder Türgetriebe übertragbar ist und wobei in der zweiten Position eine
Betätigung des Fenster- oder Türgetriebes mittels des Handgriffs (10, 10') unterbunden
ist, mit einem ersten Sensor (71) zur Erfassung der Lage des zweiten Teils (30) des
Handgriffs (10, 10') im Raum, mit einem zweiten Sensor (82) zur Erfassung der Lage
des Fensters oder der Tür im Raum und mit einem dritten Sensor (73) zur Erfassung
der Position des Sperrelements (50), wobei der erste Sensor (71) und der dritte Sensor
(73) in dem zweiten Teil (30) des Handgriffs (10, 10') angeordnet sind.
2. Handgriff nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Sensor (71) als 3D-Beschleunigungssensor ausgebildet ist.
3. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Sensor (82) als 3D-Magnetfeldsensor ausgebildet ist.
4. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Sensor (82) in dem ersten Teil (20) des Handgriffs (10, 10') angeordnet
ist.
5. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der dritte Sensor (73) als Kontaktsensor, als Näherungssensor oder als Magnetsensor
ausgebildet ist.
6. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (40) als mit dem zweiten Teil (30) verbundener Stab ausgebildet
ist, welcher insbesondere einen unrunden, vorzugsweise einen quadratischen, Querschnitt
aufweist.
7. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (50) als linear verschiebbarer Bolzen (52) ausgebildet ist.
8. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungselement (40) eine Längsachse (L1) aufweist und das Sperrelement (50)
eine Längsachse (L2) aufweist, wobei die Längsachse (L1) des Kopplungselements (40)
und die Längsachse (L2) des Sperrelements (50) parallel zueinander angeordnet sind.
9. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (40) drehfest mit dem zweiten Teil (30) verbunden ist und das
Sperrelement (50) in der ersten Position innerhalb des zweiten Teils (30) angeordnet
ist und in der zweiten Position eine drehfeste Verbindung zwischen dem zweiten Teil
(30) und dem ersten Teil (20) bildet.
10. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (50) in der zweiten Position in eine an dem ersten Teil (20) angeordnete
Ausnehmung (23) eingreift.
11. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (40) in dem zweiten Teil (30) drehbar gelagert angeordnet ist,
und dass das Sperrelement (50) in der ersten Position eine drehfeste Verbindung zwischen
dem Kopplungselement (40) und dem zweiten Teil (30) herstellt und in der zweiten Position
derart angeordnet ist, dass eine Drehung zwischen dem Kopplungselement (40) und dem
zweiten Teil (30) möglich ist.
12. Handgriff nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (40) eine zwischen dem ersten Teil (20) und dem zweiten Teil
(30) angeordnete Mitnehmerplatte (130) in einer ersten Öffnung (131), welche den gleichen
Querschnitt wie das Kopplungselement (40) aufweist, durchsetzt, wobei in der Mitnehmerplatte
(130) eine zweite Öffnung (132) angeordnet ist, in welche das Sperrelement (50) in
der ersten Position eingreift, wobei das Sperrelement (50) in der zweiten Position
innerhalb des zweiten Teils (30) angeordnet ist.
13. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Handgriff (10, 10') eine Ausgabeeinheit aufweist, mittels welcher ein Signal
des ersten Sensors (71) und/oder ein Signal des zweiten Sensors (82) und/oder ein
Signal des dritten Sensors (73) an eine Auswerteeinheit übertragbar ist.
14. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Handgriff (10, 10') eine Batterie (60) zur Stromversorgung aufweist.
15. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Handgriff (10, 10') eine optische Zustandsanzeige, beispielsweise in Form einer
LED (100), welche vorzugsweise in unterschiedlichen Farben leuchten kann, aufweist.
16. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Handgriff (10, 10') einen Anschluss (90) für weitere Sensoren, beispielsweise
einen Glasbruchsensor, aufweist.
17. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass an dem Handgriff (10, 10') ein Schalter (110) angeordnet ist, welcher insbesondere
als Touch-Feld oder Näherungssensor ausgebildet ist.
18. Handgriff nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schalter (110) derart ausgebildet ist, dass bei Betätigen oder Berühren des Schalters
(110) das Sperrelement (50) von der zweiten Position in die erste Position überführbar
ist.
19. Handgriff nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass bei Drehen des Handgriffs (10, 10') in die Position, in welcher das Fenster- oder
Türgetriebe geschlossen ist, das Sperrelement (50) in die zweite Position überführt
wird.
20. Alarmanlagensystem (200) mit mehreren Handgriffen (10, 10') nach einem der vorhergehenden
Ansprüche und einer zentralen Steuer- und Auswerteeinheit (210).
21. Alarmanlagensystem nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuer- und Auswerteeinheit (210) ein Signal des ersten Sensors (71) und/oder
ein Signal des zweiten Sensors (82) und/oder ein Signal des dritten Sensors (73) jedes
einzelnen der ihr zugeordneten Handgriffe (10, 10') empfängt und auswertet und in
Abhängigkeit von der Auswertung einen Alarm auslöst.
22. Alarmanlagensystem nach einem der Ansprüche 20 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuer- und Auswerteeinheit (210) die Bewegung des Sperrelements (50) jedes einzelnen
der ihr zugeordneten Handgriffe (10, 10') von der zweiten Position in die erste Position
blockieren kann.