[0001] Die Erfindung betrifft einen Treibstangenbeschlag für ein Gebäudeverschlusselement,
der über wenigstens eine an einem Rahmenelement des Gebäudeverschlusselements linear
verlagerbare Treibstange sowie eine an dem Rahmenelement befestigbare und die Treibstange
abdeckende Stulpschiene verfügt, wobei die Treibstange mittels einer Arretierungseinrichtung
bezüglich des Rahmenelements festsetzbar ist. Die Erfindung betrifft weiterhin ein
Gebäudeverschlusselement mit einem Treibstangenbeschlag, ein Verfahren zum Betreiben
eines Treibstangenbeschlags sowie ein Verfahren zum Montieren eines Treibstangenbeschlags.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist beispielsweise die Druckschrift
EP 1 871 964 B1 bekannt. Diese betrifft eine einbruchsichere Fenster- oder Türanordnung eines Hauses,
beispielsweise eine Fenster- oder Türanordnung umfassend zumindest eine Scheibe, die
von einem Rahmen umgeben ist, wobei das Fenster oder die Tür aufweisen: einen Mechanismus
zum Öffnen und Schließen des Fensters oder der Tür, und zumindest eine Sicherungseinheit,
wobei die Sicherungseinheit umfasst: einen Aktuator, wobei der Aktuator auslöst, wenn
ein Sperrsignal an den Aktuator übermittelt wird, eine Sperreinrichtung die dazu in
der Lage ist, zwischen mindestens zwei Positionen zu verschieben, einer nicht gesperrten
Position und einer gesperrten Position. Dabei ist vorgesehen, dass die Sperreinrichtung
so angeordnet ist, dass, wenn der Aktuator betätigt wird, der Aktuator bewirkt, dass
die Sperreinrichtung von einer nicht gesperrten Position in die gesperrte Position
in der Aufnahmeeinrichtung verschoben wird und das Fenster oder die Tür dahingehend
gesperrt ist, durch Verwendung des Öffnungs- und Schließmechanismus des Fensters beziehungsweise
der Tür geöffnet zu werden, und wobei der Aktuator mittels einer Batterie, die in
der Sicherungseinheit angeordnet ist, mit Strom versorgt wird.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Treibstangenbeschlag für ein Gebäudeverschlusselement
vorzuschlagen, welcher gegenüber bekannten Treibstangenbeschlägen Vorteile aufweist,
insbesondere eine hohe Sicherheit aufweist und vielseitig einsetzbar ist, vorzugsweise
besonders einfach nachgerüstet werden kann. Dies wird mit einem Treibstangenbeschlag
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 erreicht. Dabei ist vorgesehen, dass die Arretierungseinrichtung
in einer Arretierungseinstellung die Treibstange unmittelbar mit der Stulpschiene
koppelt und bezüglich dieser festsetzt und in einer Freigabeeinstellung die Treibstange
zur Verlagerung bezüglich der Stulpschiene freigibt.
[0004] Das Gebäudeverschlusselement liegt beispielsweise in Form eines Fensters, einer Tür
oder dergleichen vor. Es ist insoweit zur Anordnung und Befestigung in einer Gebäudeausnehmung
eines Gebäudes vorgesehen und ausgebildet. Das Gebäudeverschlusselement verfügt bevorzugt
über einen Blendrahmen und einen Flügelrahmen, wobei der Blendrahmen zur ortsfesten
Anordnung in der Gebäudeausnehmung vorgesehen und ausgebildet ist, wohingegen der
Flügelrahmen bezüglich des Blendrahmens verlagerbar ist, insbesondere verlagerbar
an dem Blendrahmen gelagert ist. Beispielsweise ist der Flügelrahmen bezüglich des
Blendrahmens um eine Drehachse drehbar. Liegt das Gebäudeverschlusselement in Form
eines Fensters vor, so kann das Fenster beispielsweise als Drehfenster oder als Dreh-Kipp-Fenster
ausgestaltet sein.
[0005] Das Gebäudeverschlusselement verfügt über den Treibstangenbeschlag, welcher wiederum
über die wenigstens eine Treibstange verfügt. An der Treibstange oder an einer mit
dieser, beispielsweise über eine Eckumlenkung, wirkverbundenen weiteren Treibstange
liegt ein Schließzapfen vor, der in einer Verriegelungsstellung mit einem Schließblech
zusammenwirkt, um das Gebäudeverschlusselement geschlossen zu halten. In einer Freigabestellung
hingegen gibt er das Gebäudeverschlusselement zum Öffnen frei. Die Treibstange beziehungsweise
die weitere Treibstange liegt zusammen mit dem Schließzapfen an einem der Rahmenelemente,
also entweder an dem Blendrahmen oder an dem Flügelrahmen vor. Das Schließblech ist
hingegen an dem jeweils anderen Rahmenelement angeordnet. Ist also die Treibstange
beziehungsweise der Schließzapfen an dem Flügelrahmen verlagerbar gelagert oder zumindest
lagerbar, so ist das Schließblech an dem Blendrahmen angeordnet und dort befestigt.
[0006] Der Schließzapfen ist bezüglich des Rahmenelements, an welchem er angeordnet ist,
linear verlagerbar und hierzu an dem Rahmenelement gelagert, nämlich mittels der Treibstange.
Das Schließblech hingegen ist an dem jeweils anderen Rahmenelement ortsfest angeordnet,
insbesondere starr mit diesem verbunden. Bei geschlossenem Gebäudeverschlusselement,
also bei Anordnung des Flügelrahmens bezüglich des Blendrahmens in einer Geschlossenstellung
kann der Schließzapfen mit dem Schließblech zusammenwirken, insbesondere formschlüssig,
beispielsweise durch Hintergreifen. Dies ist in der Verriegelungsstellung des Schließzapfens
der Fall. Liegt der Schließzapfen in der Verriegelungsstellung vor, so kann der Flügelrahmen
nicht aus der Geschlossenstellung heraus verlagert werden, insbesondere nicht in Richtung
einer Offenstellung, in welcher das Gebäudeverschlusselement wenigstens teilweise
geöffnet ist.
[0007] Die Treibstange ist an dem Rahmenelement des Gebäudeverschlusselements linear verlagerbar
lagerbar beziehungsweise gelagert. Unter ersterem ist zu verstehen, dass die Treibstange
zur Lagerung an dem Rahmenelement vorgesehen und geeignet ist, insbesondere solange
der Treibstangenbeschlag nicht an dem Gebäudeverschlusselement montiert ist. Nach
der Montage des Treibstangenbeschlags an dem Gebäudeverschlusselement ist die Treibstange
an dem Rahmenelement linear verlagerbar gelagert. Unter dem Rahmenelement ist entweder
der Flügelrahmen oder der Blendrahmen, vorzugsweise jedoch ersterer, zu verstehen.
Sofern im Rahmen dieser Beschreibung lediglich auf das Rahmenelement eingegangen wird,
so ist ohne gegenteiligen Hinweis stets das Rahmenelement gemeint, an welchem die
Treibstange lagerbar beziehungsweise gelagert ist.
[0008] Zur Lagerung der Treibstange verfügt das Rahmenelement beispielsweise über eine Nut,
in welcher die Treibstange zur Lagerung angeordnet ist. Die Nut kann beispielsweise
als Euronut ausgestaltet sein. Zur Lagerung der Treibstange an dem Rahmenelement und
zudem zur Verbesserung eines optischen Eindrucks des Treibstangenbeschlags verfügt
dieser über die Stulpschiene, welche die Treibstange zumindest bereichsweise abdeckt,
insbesondere nach der Montage des Treibstangenbeschlags an dem Gebäudeverschlusselement.
Die Stulpschiene liegt insoweit auf der dem Rahmenelement abgewandten Seite der Treibstange
vor. Vorzugsweise wird die Treibstange von der Stulpschiene an dem Rahmenelement gehalten.
Hierzu liegt beispielsweise die Treibstange einerseits an dem Rahmenelement und andererseits
an der Stulpschiene an und ist zwischen diesen linear verlagerbar. Die Stulpschiene
ist also derart angeordnet, dass sie der Lagerung der Treibstange an dem Rahmenelement
dient beziehungsweise einen Teil dieser Lagerung bildet.
[0009] Ist die Treibstange in der Nut angeordnet, so kann die Stulpschiene derart ausgestaltet
und angeordnet sein, dass sie die Nut wenigstens bereichsweise verschließt. Die Stulpschiene
ist vorzugsweise parallel zu der Treibstange angeordnet. Sowohl die Treibstange als
auch die Stulpschiene erstrecken sich jeweils über wenigstens einen Teil der Längserstreckung
eines Holms des Rahmenelements, an welchem sie angeordnet und verlagerbar gelagert
sind. Die Stulpschiene ist vorzugsweise unmittelbar an dem Rahmenelement befestigt.
Hierzu ist bevorzugt wenigstens ein Befestigungselement vorgesehen, welches einerseits
an der Stulpschiene und andererseits an dem Rahmenelement angreift. Das Befestigungselement
durchgreift hierbei beispielsweise die Treibstange. Bevorzugt liegt das Befestigungselement
in Form einer Schraube oder eines Bolzens vor.
[0010] Vorstehend wurde bereits darauf eingegangen, dass die Treibstange linear verlagerbar
ist und entsprechend linear verlagerbar gelagert sein soll. Es kann jedoch wünschenswert
sein, die Treibstange in der Verriegelungsstellung festzusetzen, um ein Entriegeln
und ein nachfolgendes Öffnen des Gebäudeverschlusselements zu verhindern. Zu diesem
Zweck verfügt der Treibstangenbeschlag über die Arretierungseinrichtung, welche die
Treibstange bezüglich des Rahmenelements festsetzen kann. In anderen Worten dient
die Arretierungseinrichtung dazu, die Treibstange derart festzusetzen, dass das Entriegeln,
also das Verlagern des Schließzapfens aus der Verriegelungsstellung heraus, insbesondere
bis hin in die Freigabestellung, verhindert wird, sodass das Gebäudeverschlusselement
sicher verriegelt und verschlossen bleibt. Die Arretierungseinrichtung kann beispielweise
Bestandteil eines Betätigungsgriffs sein, mittels welchem die Treibstange verlagerbar
ist. Insbesondere kann es hierbei vorgesehen sein, dass der Betätigungsgriff über
ein Getriebe mit der Treibstange wirkverbunden beziehungsweise gekoppelt ist, wobei
das Getriebe eine Drehbewegung des Betätigungsgriffs in eine lineare Verlagerung der
Treibstange umsetzt.
[0011] Die Arretierungseinrichtung ist nun beispielsweise dem Betätigungsgriff zugeordnet,
insbesondere umfasst sie ein Schloss und/oder einen Knopf, insbesondere einen Druckknopf.
Mittels des Schlosses und/oder durch Betätigung des Knopfs kann der Betätigungsgriff
festgesetzt werden. Entsprechend kann in diesem Fall mittels des Betätigungsgriffs
die Treibstange nicht verlagert werden, sodass auch diese bezüglich des Rahmenelements
festgesetzt ist. In anderen Worten wird die Treibstange lediglich mittelbar bezüglich
des Rahmenelements festgesetzt, nämlich durch Festsetzen des Betätigungsgriffs.
[0012] Bei einem Angreifen unmittelbar an der Treibstange, beispielsweise im Rahmen eines
Einbruchsversuchs, liegt nun ein vergleichsweise langer Kraftschlussweg vor, um die
Treibstange festzusetzen. Die auf die Treibstange wirkende Kraft muss zunächst über
das Getriebe zu dem Betätigungsgriff gelangen und von diesem in das Rahmenelement
eingeleitet werden. Aufgrund des hierbei vorliegenden Spiels, beispielsweise aufgrund
von Toleranzen und/oder elastischen und/oder plastischen Verformungen, kann entsprechend
die Treibstange in gewissem Umfang linear verlagert werden, ohne dass die über den
Betätigungsgriff aus sie wirkende Arretierungseinrichtung dies verhindern könnte.
[0013] Alternativ oder zusätzlich hierzu kann es vorgesehen sein, dass die Arretierungseinrichtung
die Treibstange unmittelbar bezüglich des Rahmenelements festsetzt. Hierzu greift
die Arretierungseinrichtung einerseits unmittelbar an dem Rahmenelement und andererseits
unmittelbar an der Treibstange an, sodass sie unmittelbar aneinander befestigt werden
können. Eine solche Vorgehensweise hat zwar gegenüber der Anordnung der Arretierungseinrichtung
an dem Betätigungsgriff den Vorteil, dass der Kraftschlussweg kürzer ist, sodass ein
zuverlässiges Festsetzen der Treibstange erzielt werden kann.
[0014] Es ist jedoch notwendig, das Rahmenelement so auszugestalten, dass die Arretierungseinrichtung
derart an ihm angreifen kann, dass das zuverlässige Festsetzen der Treibstange gewährleistet
ist. Hierzu ist beispielsweise in dem Rahmenelement eine Armierung oder dergleichen
angeordnet. Bei einer derartigen Ausgestaltung ist es also vorzugsweise vorgesehen,
das Gebäudeverschlusselement beziehungsweise sein Rahmenelement bereits auf das Arretieren
der Treibstange mittels der Arretierungseinrichtung vorzubereiten und entsprechend
stabil auszugestalten. Das Nachrüsten der Arretierungseinrichtung an einem herkömmlichen
Rahmenelement, beispielsweise ohne Armierung, ist daher nicht möglich.
[0015] Erfindungsgemäß ist es aus diesem Grund - alternativ oder zusätzlich - vorgesehen,
dass die Arretierungseinrichtung die Treibstange unmittelbar mit der Stulpschiene
koppelt beziehungsweise koppeln kann. Das bedeutet in anderen Worten, dass die Arretierungseinrichtung
zum Festsetzen der Treibstange einerseits unmittelbar an der Stulpschiene und andererseits
unmittelbar an der Treibstange angreift. An der Arretierungseinrichtung kann die Arretierungseinstellung
und die Freigabeeinstellung eingestellt werden. In der Arretierungseinrichtung setzt
die Arretierungseinrichtung die Treibstange bezüglich der Stulpschiene fest, nämlich
indem sie die Treibstange unmittelbar mit der Stulpschiene koppelt. In der Freigabeeinstellung
gibt die Arretierungseinrichtung hingegen die Treibstange zur Verlagerung bezüglich
der Stulpschiene frei.
[0016] Dies bedeutet, dass die Arretierungseinrichtung völlig unabhängig von dem Gebäudeverschlusselement
und auch unabhängig von dem Betätigungsgriff beziehungsweise dem Getriebe arbeitet.
Bereits bei nicht an dem Gebäudeverschlusselement montiertem Treibstangenbeschlag
kann insoweit bevorzugt die Arretierungseinrichtung bereits zum Festsetzen der Treibstange
bezüglich der Stulpschiene verwendet werden. Weil die Stulpschiene ihrerseits mit
dem Rahmenelement verbunden ist, insbesondere starr an dem Rahmenelement befestigt
ist, ist schlussendlich in der Arretierungseinstellung der Arretierungseinrichtung
die Treibstange bezüglich des Rahmenelements festgesetzt.
[0017] Unter dem unmittelbaren Koppeln der Treibstange mit der Stulpschiene mittels der
Arretierungseinrichtung ist zu verstehen, dass das Koppeln insbesondere nicht über
das Rahmenelement verläuft. Es ist also gerade nicht vorgesehen, dass die Arretierungseinrichtung
die Treibstange über das Rahmenelement mit der Stulpschiene koppelt. Vielmehr greift
sie sowohl unmittelbar an der Treibstange als auch unmittelbar an der Stulpschiene
an. Selbstverständlich kann es jedoch vorgesehen sein, dass die Arretierungseinrichtung
die Treibstange zusätzlich unmittelbar auch mit dem Rahmenelement koppelt, sodass
eine weiter verbesserte Sicherheit erzielt wird. Bei einer derartigen Ausgestaltung
greift die Arretierungseinrichtung einerseits unmittelbar an der Treibstange und andererseits
sowohl unmittelbar an der Stulpschiene als auch unmittelbar an dem Rahmenelement an,
um die Treibstange bei Vorliegen der Arretierungseinstellung jeweils unmittelbar mit
der Stulpschiene und dem Rahmenelement zu verbinden und bezüglich diesen festzusetzen.
[0018] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Arretierungseinrichtung
ein mittels eines Lagers verlagerbar gelagertes Arretierungselement aufweist, das
in einer für die Arretierungseinstellung vorliegenden ersten Stellung die Treibstange
unmittelbar mit der Stulpschiene koppelt und in einer für die Freigabeeinstellung
vorliegenden zweiten Stellung die Treibstange von der Stulpschiene entkoppelt. Das
Arretierungselement ist Bestandteil der Arretierungseinrichtung und verlagerbar gelagert,
nämlich mittels des wenigstens einen Lagers. Das Arretierungselement ist vorzugsweise
linear verlagerbar. Es kann jedoch auch eine drehbare Lagerung oder dergleichen realisiert
sein.
[0019] Zumindest ist das Arretierungselement in der ersten Stellung und der zweiten Stellung
anordenbar. Die erste Stellung liegt für die Arretierungseinstellung und die zweite
Einstellung für die Freigabeeinstellung vor. In der ersten Stellung greift das Arretierungselement
sowohl unmittelbar an der Treibstange als auch unmittelbar an der Stulpschiene an,
um diese miteinander zu koppeln und entsprechend gegeneinander festzusetzen. In der
zweiten Stellung gibt das Arretierungselement die Treibstange bezüglich der Stulpschiene
frei.
[0020] Das Koppeln der Treibstange mit der Stulpschiene durch das Arretierungselement erfolgt
vorzugsweise formschlüssig. Beispielsweise greift das Arretierungselement in der ersten
Stellung in eine Arretierungsausnehmung der Treibstange und in eine Arretierungsausnehmung
der Stulpschiene jeweils formschlüssig ein, wobei die Arretierungsausnehmung und der
Arretierungsbolzen derart ausgestaltet sind, dass bei Eingreifen des Arretierungsbolzens
in die Arretierungsausnehmung das unmittelbare Koppeln und entsprechend das Festsetzen
der Treibstange bezüglich der Stulpschiene vorliegt.
[0021] Die Arretierungsausnehmung der Treibstange und die Arretierungsausnehmung der Stulpschiene
liegen vorzugsweise jeweils als randgeschlossene Ausnehmung vor, weisen also einen
durchgehenden Rand auf. Alternativ ist selbstverständlich auch jeweils eine randoffene
Ausgestaltung realisierbar. Das Arretierungselement liegt bevorzugt in Form eines
Arretierungsbolzens vor. Das Arretierungselement besteht bevorzugt aus einem starren
Material, insbesondere aus demselben Material wie die Treibstange.
[0022] Eine bevorzugte weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das Arretierungselement
als Arretierungsbolzen vorliegt und in der ersten Stellung in eine Arretierungsausnehmung
der Treibstange sowie in eine korrespondierende Arretierungsausnehmung der Stulpschiene
eingreift und in der zweiten Stellung zur Entkopplung von der Treibstange auf der
der Stulpschiene abgewandten Seite der Treibstange vorliegt. Auf die Ausgestaltung
des Arretierungselements als Arretierungsbolzen wurde vorstehend bereits hingewiesen.
Der Arretierungsbolzen kann grundsätzlich einen beliebigen Querschnitt aufweisen,
beispielsweise ist er im Querschnitt rund, elliptisch oder rechteckig, insbesondere
quaderförmig oder quadratisch. In jedem Fall kann der Arretierungsbolzen als Zylinder,
insbesondere als gerader Zylinder, beispielsweise als gerader Kreiszylinder, vorliegen.
Die Treibstange und die Stulpschiene weisen jeweils eine Arretierungsausnehmung auf,
wobei beide Arretierungsausnehmungen an das Arretierungselement formangepasst und/oder
abmessungsangepasst sind, nämlich derart, dass das Arretierungselement bei Eingreifen
in die Arretierungsausnehmungen die Treibstange bezüglich der Stulpschiene formschlüssig
festsetzt.
[0023] Für dieses Festsetzen ist das Arretierungselement in der ersten Stellung angeordnet.
Liegt das Arretierungselement hingegen in der zweiten Stellung vor, so soll es die
Verlagerung von Treibstange und Stulpschiene gegeneinander freigeben. Hierzu liegt
es vorzugsweise auf der der Stulpschiene abgewandten Seite der Treibstange vor, also
schlussendlich auf der dem Rahmenelement zugewandten Seite der Treibstange. Idealerweise
liegt das Arretierungselement vollständig auf dieser Seite vor, um die Treibstange
nicht nur bezüglich der Stulpschiene zur Verlagerung freizugeben, sondern zusätzlich
bezüglich des Rahmenelements. Auch bei einer Lagerung des Arretierungselements an
dem Rahmenelement wird insoweit in der zweiten Stellung die Verlagerbarkeit der Treibstange
bezüglich der Stulpschiene und bezüglich des Rahmenelements sichergestellt.
[0024] Im Rahmen einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass ein Gehäuse der Arretierungseinrichtung unmittelbar an der Stulpschiene
befestigt ist. In oder an dem Gehäuse ist zumindest das Arretierungselement verlagerbar
gelagert. Vorzugsweise ist in dem Gehäuse zusätzlich ein Aktuator zur Verlagerung
des Arretierungselements angeordnet. Das Gehäuse ist auf der der Stulpschiene abgewandten
Seite an der Treibstange angeordnet. Beispielsweise weist das Gehäuse eine Gleitfläche
auf, an welcher die Treibschiene anliegt. Die Gleitfläche dient insoweit der Lagerung
der Treibstange. Das Gehäuse ist unmittelbar an der Stulpschiene befestigt, insbesondere
mittels eines Befestigungselements. Es kann auch vorgesehen sein, dass das Gehäuse
auf der der Treibstange abgewandten Seite der Stulpschiene an dieser befestigt ist.
Entsprechend ist das Gehäuse in einem Falzluftbereich des Gebäudeverschlusselements
angeordnet, welcher bei geschlossenem Gebäudeverschlusselement zwischen dem Flügelrahmen
und dem Blendrahmen als Hohlraum vorliegt.
[0025] Das Befestigungselement durchgreift bevorzugt die Treibstange. Hierzu kann die Treibstange
eine entsprechende Ausnehmung, beispielsweise eine langlochartige Ausnehmung, aufweisen.
Aufgrund der unmittelbaren Befestigung des Gehäuses an der Stulpschiene ist eine gemeinsame
Montage des gesamten Treibstangenbeschlags an dem Rahmenelement des Gebäudeverschlusselements
möglich. Das bedeutet in anderen Worten, dass das Gehäuse zusammen mit der Treibstange
und der Stulpschiene an dem Rahmenelement angeordnet und befestigt wird. Vorzugsweise
ist also das Gehäuse der Arretierungseinrichtung über die Stulpschiene an dem Rahmenelement
befestigt, insbesondere ausschließlich. Zusätzlich oder alternativ kann es selbstverständlich
zur Erzielung einer noch höheren Sicherheit vorgesehen sein, dass das Gehäuse zum
einen unmittelbar an der Stulpschiene befestigt ist und zum anderen an dem Rahmenelement
angreift, insbesondere nach der Montage des Treibstangenbeschlags an dem Gebäudeverschlusselement
an dem Rahmenelement anliegt, sich also an ihm abstützt, oder an dem Rahmenelement
befestigt ist.
[0026] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Gehäuse mittels wenigstens eines
ein Langloch der Treibstange durchgreifenden Befestigungselements an der Stulpschiene
befestigt ist. Hierauf wurde vorstehend bereits hingewiesen. Die unmittelbare Befestigung
des Gehäuses an der Stulpschiene hat insbesondere den Vorteil, dass das Gehäuse zusammen
mit der Stulpschiene und weiter bevorzugt zusammen mit der Treibstange an dem Rahmenelement
montiert werden kann. Zudem ist die Treibstange zuverlässig zwischen dem Gehäuse und
der Stulpschiene verlagerbar gelagert, wobei die Treibstange vorzugsweise einerseits
an dem Gehäuse, insbesondere an der Gleitfläche des Gehäuses, und andererseits an
der Stulpschiene anliegt.
[0027] Eine weitere besonders bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das
Arretierungselement mittels eines Aktuators, insbesondere eines Elektromotors, eines
Elektromagnets oder eines Piezoaktuators, verlagerbar ist. Zur Verlagerung des Arretierungselements
ist insoweit der Aktuator vorgesehen, welcher grundsätzlich beliebig ausgestaltet
sein kann. Besonders bevorzugt liegt er in Form des Elektromotors, des Elektromagnets
oder des Piezoaktuators vor. Der Aktuator ist insbesondere derart ausgestaltet, dass
er eine lineare Verlagerung des Arretierungselements bewirkt. Hierzu verfügt beispielsweise
der Elektromotor über ein entsprechendes Getriebe, beispielsweise ein Zahnstangengetriebe,
welches die Drehbewegung des Elektromotors in eine lineare Bewegung umsetzt. Selbstverständlich
kann alternativ der Elektromotor bereits selbst in Form eines Linearmotors vorliegen.
[0028] In jedem Fall ist der Aktuator ein elektrischer Aktuator, sodass das Arretierungselement
unter Einsatz von elektrischer Energie verlagerbar ist. Die elektrische Energie für
den Betrieb des Aktuators kann beispielsweise aus einem Energiespeicher oder mittels
einer permanenten Stromversorgung bereitgestellt werden. Der Energiespeicher liegt
vorzugsweise in Form einer Batterie, insbesondere einer wiederaufladbaren Batterie,
vor. Alternativ oder zusätzlich kann ein Kondensator vorgesehen sein, dessen Kapazität
bevorzugt derart bemessen ist, dass die in ihm zwischengespeicherte elektrische Energie
wenigstens für eine Verlagerung des Arretierungselements aus der ersten Stellung heraus
in die zweite Stellung und wieder zurück in die erste Stellung zuverlässig und regelmäßig
ausreicht. Unter der permanenten Stromversorgung ist zum Beispiel eine permanente
Anbindung an ein Stromnetz, insbesondere eine kabelgebundene Anbindung, zu verstehen.
Im Falle des Energiespeichers wird dessen Ladestand vorzugsweise permanent oder periodisch
an eine Zentralsteuerung übermittelt.
[0029] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung kann bevorzugt vorsehen, dass die Arretierungseinrichtung
wenigstens einen Zustandssensor zur Erfassung eines Öffnungszustands des Gebäudeverschlusselements
und/oder wenigstens einen Positionssensor zur Erfassung einer Stellung der Treibstange
und/oder einer Stellung des Arretierungselements und/oder einen Erschütterungssensor
zur Erfassung von Erschütterungen und/oder Vibrationen und/oder einen Griffstellungssensor
zur Erfassung einer Stellung eines Betätigungsgriffs des Gebäudeverschlusselements
und/oder ein Drucksensor zur Erfassung einer Druckkraft auf das Arretierungselement
und/oder einen Bruchsensor zur Erfassung eines Bruchs des Arretierungselements aufweist.
Ganz allgemein verfügt die Arretierungseinrichtung über wenigstens einen Sensor, welcher
eine Vielzahl von unterschiedlichen Formen annehmen kann. Der Sensor liegt in Form
einer der folgenden Ausgestaltungen vor: Zustandssensor, Positionssensor, Erschütterungssensor,
Griffstellungssensor, Drucksensor und Bruchsensor. Selbstverständlich können mehrere
oder alle der genannten Sensoren der Arretierungseinrichtung zugeordnet sein.
[0030] Der Zustandssensor dient dem Erfassen des Öffnungszustands des Gebäudeverschlusselements,
also dem Feststellen, ob der Flügelrahmen bezüglich des Blendrahmens in der Geschlossenstellung
oder außerhalb der Geschlossenstellung, insbesondere in der Offenstellung, vorliegt.
Ist der Flügelrahmen des Gebäudeverschlusselements bezüglich des Blendrahmens um mehr
als eine Achse wahlweise drehbar beziehungsweise schwenkbar, beispielsweise im Falle
eines Dreh-Kipp-Fensters, so kann der mittels des Zustandssensors erfassbare Öffnungszustand
beispielsweise einen Geschlossenzustand, einen Drehöffnungszustand und einen Kippöffhungszustand
unterscheiden.
[0031] Der Positionssensor dient hingegen der Erfassung der Stellung der Treibstange und/oder
der Stellung des Arretierungselements und insoweit dem Feststellen, ob das Gebäudeverschlusselement
verriegelt oder entriegelt ist. Vorzugsweise ist mittels des Positionssensors zusätzlich
oder alternativ feststellbar, ob die Treibstange in einer Stellung vorliegt, in der
eine bestimmte Funktionalität des Gebäudeverschlusselements zugelassen ist. Liegt
die Treibstange in dieser Stellung vor, so ist die Funktionalität zugelassen, anderenfalls
unterbunden. Die Funktionalität kann beispielsweise ein Spaltlüften sein, bei dem
das Gebäudeverschlusselement nur um ein bestimmtes Maß, jedenfalls nicht vollständig,
geöffnet werden kann. Die Funktionalität kann auch ein Kippen des Flügelrahmens bezüglich
des Blendrahmens sein, welches um eine Kippachse erfolgt, die von einer Drehachse
verschieden ist, um die der Flügelrahmen bei dem Öffnen des Gebäudeverschlusselements
ansonsten verschwenkt wird.
[0032] Der Erschütterungssensor ist zur Erfassung von Erschütterungen und/oder Vibrationen
ausgestaltet und dient beispielsweise der Erkennung eines Einbruchsversuchs. Zusätzlich
oder alternativ kann mittels des Griffstellungssensors festgestellt werden, in welcher
Stellung sich der Betätigungsgriff des Gebäudeverschlusselements befindet. Der Betätigungsgriff
dient dem Betätigen des Gebäudeverschlusselements beziehungsweise des Treibstangenbeschlags,
insbesondere zur Verlagerung der Treibstange. Der Betätigungsgriff ist hierzu bevorzugt
über das vorstehend bereits erwähnte Getriebe mit der Treibstange wirkverbunden beziehungsweise
gekoppelt.
[0033] Der Drucksensor dient der Erfassung einer auf das Arretierungselement wirkenden Kraft,
beispielsweise einer Scherkraft. Eine solche Scherkraft wird beispielsweise durch
eine auf eine Verlagerung der Treibstange gerichtete Krafteinwirkung auf diese bewirkt.
Insbesondere falls diese Kraft eine Bruchkraft des Arretierungselements überschreitet,
kann es zu einer Beeinträchtigung der Integrität des Arretierungselements, nämlich
einen Bruch des Arretierungselements kommen. Ein solcher kann mittels des Bruchsensors
erfasst werden. Die genannten Sensoren dienen einer zuverlässigen Zustandserkennung
des Treibstangenbeschlags und/oder des Gebäudeverschlusselements. Insbesondere kann
die Arretierungseinrichtung in Abhängigkeit von Messwerten des wenigstens einen Sensors
beziehungsweise der Sensoren ein Signal für eine Zentralsteuereinheit bereitstellen,
beispielsweise einer Zentralsteuereinheit einer Haussteuerung und/oder einer Alarmanlage.
[0034] Schließlich kann im Rahmen einer bevorzugten weiteren Ausführungsform der Erfindung
vorgesehen sein, dass die Arretierungseinrichtung einen Treibstangenantrieb zur linearen
Verlagerung der Treibstange aufweist. Der Treibstangenantrieb ist vorzugsweise ebenfalls
in dem Gehäuse angeordnet. Der Treibstangenantrieb greift zumindest zeitweise an der
Treibstange an, um diese in linearer Richtung zu verlagern. Der Treibstangenantrieb
ist besonders bevorzugt ein elektrischer Treibstangenantrieb. Die Arretierungseinrichtung
dient insoweit nicht nur dem Festsetzen beziehungsweise Freigeben der Treibstange
bezüglich der Stulpschiene, sondern zusätzlich auch ihrer Verlagerung. Somit ist ein
besonders hoher Integrationsgrad der Treibstange und eine hohe Flexibilität realisiert.
[0035] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Gebäudeverschlusselement mit einem Treibstangenbeschlag,
insbesondere einem Treibstangenbeschlag gemäß den Ausführungen im Rahmen dieser Beschreibung,
wobei der Treibstangenbeschlag über wenigstens eine an einem Rahmenelement des Gebäudeverschlusselements
linear verlagerbar gelagerte Treibstange sowie eine an dem Rahmenelement befestigte
und die Treibstange abdeckende Stulpschiene verfügt, wobei die Treibstange mittels
einer Arretierungseinrichtung bezüglich des Rahmenelements festsetzbar ist. Dabei
ist vorgesehen, dass die Arretierungseinrichtung in einer Arretierungsstellung die
Treibstange unmittelbar mit der Stulpschiene koppelt und bezüglich dieser festsetzt
und in einer Freigabeeinstellung die Treibstange zur Verlagerung bezüglich der Stulpschiene
freigibt.
[0036] Auf die Vorteile einer derartigen Ausgestaltung des Gebäudeverschlusselements beziehungsweise
des Treibstangenbeschlags wurde bereits hingewiesen. Sowohl das Gebäudeverschlusselement
als auch der Treibstangenbeschlag können gemäß den Ausführungen im Rahmen dieser Beschreibung
weitergebildet sein, sodass insoweit auf diese verwiesen wird.
[0037] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Arretierungseinrichtung
zumindest bereichsweise in einer Aussparung des Rahmenelements angeordnet ist. Die
Aussparung schließt sich beispielsweise an die Nut, in welcher die Treibstange angeordnet
ist, an. Insbesondere mündet die Aussparung in die Nut ein beziehungsweise geht von
dieser aus. Bei Anordnung der Arretierungseinrichtung in der Aussparung ist die Arretierungseinrichtung
vorzugsweise vollständig verdeckt in dem Rahmenelement angeordnet. Hierzu wird sie
zum Beispiel von der Stulpschiene abgedeckt. Die Aussparung kann bereits bei der Herstellung
des Rahmenelements in diesem ausgebildet werden. Es kann jedoch auch vorgesehen sein,
die Aussparung erst nachträglich in dem Rahmenelement herzustellen. Besonders bevorzugt
ist letzteres im Falle einer Nachrüstung des Treibstangenbeschlags an dem Gebäudeverschlusselement
vorgesehen.
[0038] Beispielsweise liegt zunächst die Aussparung nicht vor. Vielmehr ist ein von dem
erfindungsgemäßen Treibstangenbeschlag verschiedener Treibstangenbeschlag an dem Rahmenelement
beziehungsweise dem Gebäudeverschlusselement montiert. Dieser wird von dem Rahmenelement
entfernt. Anschließend wird die Aussparung in dem Rahmenelement ausgebildet, beispielsweise
durch Fräsen. Nachfolgend ist es ohne weiteres möglich, den erfindungsgemäßen Treibstangenbeschlag
an dem Rahmenelement zu befestigen. Schlussendlich ist es mit einer solchen Vorgehensweise
möglich, den nichterfindungsgemäßen Treibstangenbeschlag gegen einen erfindungsgemäßen
Treibstangenbeschlag auszutauschen, sodass nachfolgend ein zuverlässiges Arretieren
der Treibstange bezüglich der Stulpschiene mittels der Arretierungseinrichtung und
entsprechend ein zuverlässiges Festsetzen der Treibstange bezüglich des Rahmenelements
auch ohne unterstützende Ausgestaltung des Rahmenelements, beispielsweise durch Vorsehen
einer entsprechenden Armierung, umgesetzt werden kann.
[0039] Es kann selbstverständlich auch vorgesehen sein, anstelle der Anordnung der Arretierungseinrichtung
in der Aussparung. auf die Aussparung zu verzichten und stattdessen die Arretierungseinrichtung
an der Stulpschiene auf ihrer dem ihrer Befestigung dienenden Rahmenelement abgewandten
Seite anzuordnen. In diesem Fall ist die Arretierungseinrichtung bei geschlossenem
Gebäudeverschlusselement bevorzugt in einem Falzluftbereich angeordnet, der zwischen
dem Blendrahmen und dem Flügelrahmen vorliegt.
[0040] Bevorzugt ist weiterhin eine Ausgestaltung der Erfindung, bei welcher vorgesehen
ist, dass an dem Rahmenelement ein Betätigungsgriff angeordnet ist, der über ein Getriebe
mit der Treibstange zu deren Verlagerung wirkverbunden ist, und/oder dass die Arretierungseinrichtung
einen Treibstangenantrieb zur linearen Verlagerung der Treibstange aufweist. Zur Verlagerung
der Treibstange in linearer Richtung sind insoweit der Betätigungsgriff, der Treibstangenantrieb
oder beide vorhanden. Der Betätigungsgriff ist an dem Gebäudeverschlusselement beziehungsweise
seinem Rahmenelement gelagert, beispielsweise drehbar gelagert. Der Betätigungsgriff
steht über das Getriebe mit der Treibstange in Wirkverbindung beziehungsweise ist
mit dieser über das Getriebe gekoppelt. Das Getriebe ist bevorzugt dazu vorgesehen
und ausgebildet, eine Drehbewegung des Betätigungsgriffs in eine lineare Verlagerung
der Treibstange umzusetzen. Der in die Arretierungseinrichtung integrierte Treibstangenantrieb
ist vorzugsweise ein elektrischer Treibstangenantrieb, welcher wenigstens einen elektrischen
Aktuator aufweist.
[0041] Eine bevorzugte weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass ein Arretierungselement
der Arretierungseinstellung eine Sollbruchstelle aufweist, die bei Vorliegen der Arretierungseinstellung
zwischen der Treibstange und der Stulpschiene angeordnet ist, wobei die Sollbruchstelle
zur Gewährleistung einer Notöffnung des Gebäudeverschlusselements mittels des Betätigungsgriffs
ausgebildet ist. Mithilfe der Arretierungseinrichtung wird somit zwar ein zuverlässiges
Festsetzen der Treibstange bezüglich der Stulpschiene realisiert. Gleichzeitig wird
jedoch sichergestellt, dass im Notfall die Notöffnung des Gebäudeverschlusselements
durchgeführt werden kann. Hierzu ist jedoch die Verlagerung der Treibstange aus der
Verriegelungsstellung in die Freigabestellung notwendig. Eine solche kann nur vorgenommen
werden, wenn die Treibstange bezüglich der Stulpschiene verlagerbar ist.
[0042] Aus diesem Grund ist es beispielsweise vorgesehen, dass über den Betätigungsgriff
eine Kraft aufgebracht werden, welche zum Brechen des Arretierungselements an der
Sollbruchstelle führt. Die hierzu notwendige Kraft ist deutlich größer als ein während
eines bestimmungsgemäßen Gebrauchs des Gebäudeverschlusselements auftretenden Kraft.
Bevorzugt kann die zum Berechnen des Arretierungselements führende Kraft nur dann
über den Betätigungsgriff aufgebracht werden, wenn an diesem ein zusätzliches Element
angeordnet wird, beispielsweise eine Griffverlängerung. Alternativ oder zusätzlich
kann es vorgesehen sein, dass das Brechen des Arretierungselements an der Sollbruchstelle
mittels eines geeigneten Mittels bewirkt wird, beispielsweise bei Auftreten eines
elektrischen Signals.
[0043] Zusätzlich oder alternativ weist der Treibstangenbeschlag, sein Gehäuse und/oder
das Gebäudeverschlusselement eine Zugriffsmöglichkeit auf das Arretierungselement
auf. Die Zugriffsmöglichkeit wird beispielsweise mittels einer Zugriffsöffnung realisiert,
durch welche ein Benutzer des Gebäudeverschlusselements an dem Arretierungselement
angreifen, insbesondere dieses verlagern kann, vorzugsweise nur von innen beziehungsweise
aus einem Innenraum des Gebäudes. Das Angreifen erfolgt beispielsweise unmittelbar
oder mittelbar mittels eines entsprechenden Werkzeugs. Es kann zum Beispiel an dem
Gehäuse und/oder dem Gebäudeverschlusselement, ein von dem Betätigungsgriff verschiedenes
Bedienelement angeordnet sein, welches mit dem Arretierungselement unmittelbar gekoppelt
ist. Durch Angreifen an dem Arretierungselement und/oder Betätigung des Bedienelements
kann das Arretierungselement in die zweite Stellung verlagert werden, insbesondere
aus der ersten Stellung heraus in die zweite Stellung. Mithilfe der Zugriffsmöglichkeit
kann ein Öffnen des Gebäudeverschlusselements auch bei stromlosem Zustand und/oder
einem Defekt der Arretierungseinrichtung durchgeführt werden.
[0044] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Betreiben eines Treibstangenbeschlags
für ein Gebäudeverschlusselement, insbesondere eines Gebäudeverschlusselements gemäß
den Ausführungen im Rahmen dieser Beschreibung, wobei der Treibstangenbeschlag über
wenigstens eine an einem Rahmenelement des Gebäudeverschlusselements linear verlagerbar
lagerbare Treibstange sowie eine an dem Rahmenelement befestigbare und die Treibstange
abdeckende Stulpschiene verfügt, wobei die Treibstange mittels einer Arretierungseinrichtung
bezüglich des Rahmenelements festsetzbar ist. Dabei ist vorgesehen, dass die Arretierungseinrichtung
in einer Arretierungseinstellung die Treibstange unmittelbar mit der Stulpschiene
koppelt und bezüglich dieser festsetzt und in einer Freigabeeinstellung die Treibstange
zur Verlagerung bezüglich der Stulpschiene freigibt, wobei eine Einstellung aus der
Arretierungseinstellung und der Freigabeeinstellung ausgewählt und an der Arretierungseinrichtung
eingestellt wird. Hinsichtlich möglicher Ausgestaltungen des Treibstangenbeschlags
sowie des Verfahrens zu seinem Betreiben wird erneut auf die Ausführungen im Rahmen
dieser Beschreibung hingewiesen.
[0045] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass mittels eines
Drucksensors eine auf ein Arretierungselement der Arretierungseinrichtung wirkende
Druckkraft ermittelt wird und bei Überschreiten einer Druckkraftschwelle durch die
Druckkraft ein Alarmsignal erzeugt wird. Die Druckkraft liegt beispielsweise in Form
einer Scherkraft auf das Arretierungselement vor, welche bei dem Versuch einer Verlagerung
der Treibstange bezüglich der Stulpschiene auftritt. Diese Druckkraft beziehungsweise
Scherkraft wird ermittelt, beispielsweise mithilfe eines in dem Arretierungselement
angeordneten Drucksensors. Übersteigt diese Druckkraft die Druckkraftschwelle, so
wird das Alarmsignal erzeugt.
[0046] Das Alarmsignal wird beispielsweise einer Zentralsteuerung einer Haussteuerung und/oder
einer Alarmanlage zugeführt. Es kann vorgesehen sein, dass das Erzeugen des Alarmsignals
lediglich dann durchgeführt wird, wenn zusätzlich mittels eines Griffstellungssensors
zur Erfassung einer Stellung eines Betätigungsgriffs des Gebäudeverschlusselements
festgestellt wird, dass derzeit keine Betätigung des Betätigungsgriffs erfolgt. In
diesem Fall kann darauf geschlossen werden, dass die Druckkraft im Rahmen eines Einbruchsversuchs
auf die Treibstange ausgeübt wird. Mit einer derartigen Ausgestaltung wird eine besonders
hohe Sicherheit des Treibstangenbeschlags gegenüber Einbruchsversuchen erzielt.
[0047] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die
Zentralsteuerung die Arretierungseinrichtung ansteuert und aus der Freigabeeinstellung
und der Arretierungseinstellung eine Einstellung auswählt und an der Arretierungseinrichtung
einstellt. Beispielsweise überwacht die Zentralsteuerung, ob wenigstens ein Bewohner
des Gebäudes anwesend ist. Ist dies der Fall, so stellt sie die Freigabeeinstellung
an der Arretierungseinrichtung ein. Ist kein Bewohner anwesend, so wird die Arretierungseinstellung
eingestellt. Es kann vorgesehen sein, dass das Arretierungselement unmittelbar bei
dem Ansteuern der Arretierungseinrichtung durch die Zentralsteuerung verlagert wird,
nämlich entweder in die erste Stellung oder die zweite Stellung.
[0048] Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass das Verlagern des Arretierungselements
in die erste Stellung bei Einstellen der Arretierungseinstellung unmittelbar erfolgt,
das Verlagern in die zweite Stellung bei Einstellen der Freigabeeinstellung jedoch
erst verzögert. Beispielsweise ist es vorgesehen, eine Betätigung des Betätigungsgriffs
zu sensieren und erst bei einem Erkennen auf eine solche Betätigung das Arretierungselement
in die zweite Stellung zu verlagern, wenn zuvor die Zentralsteuerung die Freigabeeinstellung
eingestellt hat und diese noch vorliegt. Das Sensieren erfolgt mittels eines geeigneten
Sensors, welcher zum Beispiel an dem Betätigungsgriff des Gebäudeverschlusselements
angeordnet ist. Der Sensor kann als Kraftsensor, Piezosensor, Drehmomentsensor oder
dergleichen vorliegen. Beispielsweise erkennt er ein auf den Betätigungsgriff wirkendes
Drehmoment und/oder eine auf die Schubstange wirkende Kraft, welches beziehungsweise
welche durch ein Angreifen des Benutzers an dem Betätigungsgriff bewirkt wird. Mit
einer solchen Vorgehensweise wird ein Energieverbrauch der Arretierungseinrichtung
deutlich gesenkt, weil das Verlagern des Arretierungselements in die der Freigabeeinstellung
entsprechende zweite Stellung nur dann erfolgt, wenn das Gebäudeverschlusselement
tatsächlich geöffnet werden soll. Der Kraftsensor ist beispielsweise zum Erfassen
einer auf die Schubstange wirkenden Verschiebekraft vorgesehen und ausgebildet. Der
Kraftsensor kann hierzu mit der Schubstange verbunden sein, insbesondere an ihr angeordnet
sein. Besonders bevorzugt ist eine Ausgestaltung, bei der das Arretierungselement
in Richtung einer der Stellungen, insbesondere in Richtung der ersten Stellung, federvorgespannt
ist. In der jeweiligen Richtung kann das Verlagern des Arretierungselements insoweit
ohne Verwendung des Aktuators erfolgen. In die Gegenrichtung muss hingegen das Arretierungselement
mittels des Aktuators entgegen der Federkraft verlagert werden. Hierbei wird die Federvorspannung
(wieder) aufgebaut. Beispielsweise die Arretierungseinrichtung derart ausgebildet,
dass bei einem Schließen und/oder Verriegeln des Gebäudeverschlusselements das Arretierungselement
automatisch in die erste Stellung verlagert wird, sodass nach dem Schließen beziehungsweise
Verriegeln die Arretierungseinstellung vorliegt und die Treibstange zuverlässig festgelegt
ist.
[0049] Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Montieren eines Treibstangenbeschlags
an einem Gebäudeverschlusselement, insbesondere eines Treibstangenbeschlags gemäß
den Ausführungen im Rahmen dieser Beschreibung, wobei der Treibstangenbeschlag über
wenigstens eine an einem Rahmenelement des Gebäudeverschlusselements linear verlagerbar
lagerbare Treibstange sowie eine an dem Rahmenelement befestigbare und die Treibstange
abdeckende Stulpschiene verfügt, wobei die Treibstange mittels einer Arretierungseinrichtung
bezüglich des Rahmenelements festsetzbar ist. Dabei ist vorgesehen, dass die Arretierungseinrichtung
in einer Arretierungseinstellung die Treibstange unmittelbar mit der Stulpschiene
koppelt und bezüglich dieser festsetzt und in einer Freigabeeinstellung die Treibstange
zur Verlagerung bezüglich der Stulpschiene freigibt, wobei die Arretierungseinrichtung
bei von dem Gebäudeverschlusselement abgenommenen Treibstangenbeschlag an der Stulpschiene
befestigt und gemeinsam mit der Treibstange der Stulpschiene an dem Rahmenelement
des Gebäudeverschlusselements befestigt wird.
[0050] Zu möglichen Ausgestaltungen des Gebäudeverschlusselements beziehungsweise des Verfahrens
zu seinem Montieren wird erneut auf die Ausführungen im Rahmen dieser Beschreibung
verwiesen, welche ergänzend herangezogen werden können.
[0051] Es ist vorgesehen, die Arretierungseinrichtung an dem Treibstangenbeschlag anzuordnen
und zu befestigen, solange dieser von dem Gebäudeverschlusselement entfernt vorliegt.
Es ist also beispielsweise vorgesehen, die Arretierungseinrichtung bereits vor der
Montage des Treibstangenbeschlags an dem Gebäudeverschlusselement beziehungsweise
dem Rahmenelement die Arretierungseinrichtung an dem Treibstangenbeschlag anzuordnen
und zu befestigen und gemeinsam mit der Treibstange und der Stulpschiene an dem Rahmenelement
zu befestigen. Beispielsweise ist der Treibstangenbeschlag zunächst an dem Gebäudeverschlusselement
beziehungsweise dem Rahmenelement montiert. In diesem Fall wird er von dem Gebäudeverschlusselement
entfernt, die Arretierungseinrichtung an dem Treibstangenbeschlag angeordnet und der
Treibstangenbeschlag erneut an dem Gebäudeverschlusselement befestigt. Es kann jedoch
auch vorgesehen sein, einen nichterfindungsgemäßen Treibstangenbeschlag von dem Gebäudeverschlusselement
zu entfernen und durch einen Treibstangenbeschlag zu ersetzen, an welchem die Arretierungseinrichtung
befestigt ist. In beiden Fällen ist ein einfaches Nachrüsten der Arretierungseinrichtung
gewährleistet.
[0052] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert, ohne dass eine Beschränkung der Erfindung erfolgt. Dabei zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Bereichs eines Treibstangenbeschlags für ein Gebäudeverschlusselement,
sowie
- Figur 2
- eine weitere schematische Darstellung des Treibstangenbeschlags.
[0053] Die Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Bereichs eines Treibstangenbeschlags
1 für ein nicht dargestelltes Gebäudeverschlusselement. Das Gebäudeverschlusselement
liegt beispielsweise in Form eines Fensters, einer Tür oder dergleichen vor. Der Treibstangenbeschlag
1 verfügt über eine Treibstange 2, welche linear verlagerbar ist. Weiterhin liegt
eine Stulpschiene 3 vor, die die Treibstange 2 wenigstens bereichsweise abdeckt. Die
Stulpschiene 3 ist üblicherweise unmittelbar an einem Rahmenelement des Gebäudeverschlusselements
befestigt, nämlich mittels einer Schraubverbindung und/oder wenigstens eines Befestigungselements
4, vorzugsweise - wie hier dargestellt - mehreren Befestigungselementen 4. Die Befestigungselemente
4 liegen in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel als Schrauben vor, welche mit
ihrem Schraubenkopf auf der Stulpschiene 3 aufliegen und andererseits in das Rahmenelement
des Gebäudeverschlusselements eingreifen. Das Befestigungselement 4 kann - falls notwendig
- die Treibstange 2 durchgreifen. Hierzu ist in der Treibstange 2 ein Langloch 5 ausgebildet,
welche eine Verlagerung der Treibstange 2 in linearer Richtung trotz des Durchgreifens
durch das Befestigungselement 4 ermöglicht. Die lineare Bewegung der Treibstange 2
ist durch den Doppelpfeil 6 angeordnet.
[0054] Der Treibstangenbeschlag 1 weist weiterhin eine Arretierungseinrichtung 7 auf, die
ein Festsetzen der Treibstange 2 bezüglich des Rahmenelements ermöglicht. Genauer
gesagt setzt die Arretierungseinrichtung 7 bei Vorliegen einer Arretierungseinstellung
die Treibstange bezüglich der Stulpschiene 3 fest, nämlich indem sie die Treibstange
2 unmittelbar mit der Stulpschiene 3 koppelt. Hierzu ist ein Arretierungselement 8
vorgesehen, welches gemäß dem Doppelpfeil 9 in linearer Richtung verlagerbar ist.
Das Arretierungselement 8 liegt beispielsweise in Form eines Arretierungsbolzens vor.
Zum Verlagern des Arretierungselements 8 ist ein Aktuator 10 vorgesehen, welcher in
dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel in Form eines Elektromotors vorliegt, welcher
über ein Zahnstangengetriebe 11 mit dem Arretierungselement 8 gekoppelt beziehungsweise
wirkverbunden ist. Der Aktuator 10 ist vorzugsweise in einem Gehäuse 12 der Arretierungseinrichtung
7 angeordnet.
[0055] Das unmittelbare Koppeln der Treibstange 2 mit der Stulpschiene 3 erfolgt durch ein
Eingreifen oder Durchgreifen des Arretierungselements 8 sowohl in beziehungsweise
durch eine Arretierungsausnehmung 13 der Treibstange 2 als auch in beziehungsweise
durch eine Arretierungsausnehmung 14 der Stulpschiene 3. Insbesondere ist es vorgesehen,
dass das Arretierungselement 8 in einer ersten Stellung sowohl in die Arretierungsausnehmung
13 als auch in die Arretierungsausnehmung 14 eingreift. In einer zweiten Stellung
hingegen liegt es vorzugsweise außerhalb von beiden Arretierungsausnehmungen 13 und
14 vor. Beispielsweise ist es vollständig in dem Gehäuse 12 angeordnet, liegt also
auf der der Stulpschiene 3 abgewandten Seite der Treibstange 2 vor, insbesondere vollständig.
[0056] In dem Gehäuse 12 kann eine Steuereinrichtung 15 vorliegen, welche der Ansteuerung
des Aktuators 10 dient. Eine Energieversorgung des Aktuators 10 und der Steuereinrichtung
15 kann mittels eines Energiespeichers 16 erfolgen, welche in dem hier dargestellten
Ausführungsbeispiel wenigstens eine Batterie 17 aufweist. Die Steuereinrichtung 15
kann wenigstens einen Sensor aufweisen. So ist vorzugsweise ein Zustandssensor 18
vorgesehen, welcher mit einem Magnet 9 zusammenwirkt, um einen Öffnungszustand des
Gebäudeverschlusselements zu bestimmen. Der Magnet 19 ist dabei an dem jeweils anderen
Rahmenelement angeordnet als die Arretierungseinrichtung 7. Beispielsweise liegt der
Magnet 19 an einem Blendrahmen und die Arretierungseinrichtung 7 an einem Flügelrahmen
des Gebäudeverschlusselements vor.
[0057] Weiterhin kann ein Positionssensor 20 vorliegen, mittels welchem eine Stellung der
Treibstange 2 erfassbar ist. Mithilfe des Positionssensors 20 kann insoweit darauf
geschlossen werden, ob die Treibstange 2 zum Verriegeln oder zum Entriegeln des Gebäudeverschlusselements
angeordnet ist. Im Falle des entriegelten Gebäudeverschlusselements kann besonders
bevorzugt mithilfe des Positionssensors 20 darauf geschlossen werden, ob ein Drehöffnen
oder ein Kippöffnen des Gebäudeverschlusselements (im Fall einer Ausgestaltung des
Gebäudeverschlusselements als Dreh-Kipp-Fenster) eingestellt ist. Die Steuereinrichtung
15 kann zudem über eine Kommunikationseinrichtung 21 verfügen, über welche eine Kommunikationsverbindung,
bevorzugt eine drahtlose Kommunikationsverbindung, zu einer Gegenstelle aufgebaut
werden kann. Die Gegenstelle ist beispielsweise Bestandteil eines Steuergeräts einer
Haussteuerung oder eine Alarmanlage. Weiterhin kann ein Positionssensor 27 vorliegen,
mittels welchem eine Stellung des Arretierungselements 8 erfassbar ist. Mit Hilfe
des Positionssensors 27 kann ermittelt werden, ob das Arretierungselement 8 die Treibstange
korrekt festgesetzt hat.
[0058] Die Figur 2 zeigt eine weitere Darstellung des Treibstangenbeschlags 1. Es ist erkennbar,
dass die Arretierungseinrichtung 7 im Rahmen einer Montage formschlüssig mit der Stulpschiene
3 verbunden wird. Hierzu verfügt die Arretierungseinrichtung 7 beziehungsweise ihr
Gehäuse 12 über Formschlussvorrichtungen 22, in dem hier darstellten Ausführungsbeispiel
Formschlussvorsprünge, welche während der Montage in Formschlussverbindung mit Formschlussgegenvorrichtungen
23 der Stulpschiene 3 gebracht werden. Die Formschlussgegenvorrichtungen 23 sind in
dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel als Formschlussausnehmungen ausgebildet.
[0059] Besonders bevorzugt ist es vorgesehen, dass das Montieren der Arretierungseinrichtung
7, also das Herstellen der Formschlussverbindung zwischen der Formschlussvorrichtung
22 und der Formschlussgegenvorrichtung 23 durch Eindrehen der Arretierungseinrichtung
7 bezüglich der Stulpschiene 3 erfolgt. Dies ist durch die Pfeile 24 angedeutet.
[0060] Zusätzlich angedeutet ist ein Getriebe 25 zur mechanischen Anbindung eines Betätigungsgriffs
(nicht dargestellt) an die Treibstange 2. Das Getriebe 25 weist zur Aufnahme des Betätigungsgriffs
beziehungsweise zu seiner Anbindung eine Griffaufnahme 26 auf, in welcher ein Bereich
des Betätigungsgriffs formschlüssig anordenbar ist. Das Getriebe 25 dient dazu, eine
Drehbewegung des Betätigungsgriffs in eine lineare Bewegung der Treibstange 2 umzusetzen.
[0061] Der beschriebene Treibstangenbeschlag 1 hat den Vorteil, dass zum einen ein zuverlässiges
und sicheres Festsetzen der Treibstange 2 bezüglich des Rahmenelements erzielt wird,
nämlich durch unmittelbares Koppeln der Treibstange 2 mit der Stulpschiene 3. Zum
anderen wird auch ein problemloses Nachrüsten des Gebäudeverschlusselements mit der
Arretierungseinrichtung 7 ermöglicht.
1. Treibstangenbeschlag (1) für ein Gebäudeverschlusselement, der über wenigstens eine
an einem Rahmenelement des Gebäudeverschlusselements linear verlagerbar lagerbare
Treibstange (2) sowie eine an dem Rahmenelement befestigbare und die Treibstange (2)
abdeckende Stulpschiene (3) verfügt, wobei die Treibstange (2) mittels einer Arretierungseinrichtung
(7) bezüglich des Rahmenelements festsetzbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungseinrichtung (7) in einer Arretierungseinstellung die Treibstange
(2) unmittelbar mit der Stulpschiene (3) koppelt und bezüglich dieser festsetzt und
in einer Freigabeeinstellung die Treibstange (2) zur Verlagerung bezüglich der Stulpschiene
(3) freigibt.
2. Treibstangenbeschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungseinrichtung (7) ein mittels eines Lagers verlagerbar gelagertes Arretierungselement
(8) aufweist, das in einer für die Arretierungseinstellung vorliegenden ersten Stellung
die Treibstange (2) unmittelbar mit der Stulpschiene (3) koppelt und in einer für
die Freigabeeinstellung vorliegenden zweiten Stellung die Treibstange (2) von der
Stulpschiene (3) entkoppelt.
3. Treibstangenbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierungselement (8) als Arretierungsbolzen vorliegt und in der ersten Stellung
in eine Arretierungsausnehmung (13) der Treibstange (2) sowie eine korrespondierende
Arretierungsausnehmung (14) der Stulpschiene (3) eingreift und in der zweiten Stellung
zur Entkopplung von der Treibstange (2) auf der der Stulpschiene (3) abgewandten Seite
der Treibstange (2) vorliegt.
4. Treibstangenbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gehäuse (12) der Arretierungseinrichtung (7) unmittelbar an der Stulpschiene
(3) befestigt ist.
5. Treibstangenbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (12) mittels wenigstens eines ein Langloch der Treibstange (2) durchgreifenden
Befestigungselements an der Stulpschiene (3) befestigt ist.
6. Treibstangenbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierungselement (8) mittels eines Aktuators, insbesondere eines Elektromotors,
eines Elektromagnets oder eines Piezoaktuators, verlagerbar ist.
7. Treibstangenbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungseinrichtung (7) wenigstens einen Zustandssensor (18) zur Erfassung
eines Öffnungszustands des Gebäudeverschlusselements und/oder wenigstens einen Positionssensor
(20) zur Erfassung einer Stellung der Treibstange (2) und/oder einer Stellung des
Arretierungselements (8) und/oder einen Erschütterungssensor zur Erfassung von Erschütterungen
und/oder Vibrationen und/oder einen Griffstellungssensor zur Erfassung einer Stellung
eines Betätigungsgriffs des Gebäudeverschlusselements und/oder einen Drucksensor zur
Erfassung einer Druckkraft auf das Arretierungselement (8) und/oder einen Bruchsensor
zur Erfassung eines Bruchs des Arretierungselements (8) aufweist.
8. Treibstangenbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungseinrichtung (7) einen Treibstangenantrieb zur linearen Verlagerung
der Treibstange (2) aufweist.
9. Gebäudeverschlusselement mit einem Treibstangenbeschlag (1), insbesondere einem Treibstangenbeschlag
(1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Treibstangenbeschlag
(1) über wenigstens eine an einem Rahmenelement des Gebäudeverschlusselements linear
verlagerbar gelagerte Treibstange (2) sowie eine an dem Rahmenelement befestigte und
die Treibstange (2) abdeckende Stulpschiene (3) verfügt, wobei die Treibstange (2)
mittels einer Arretierungseinrichtung (7) bezüglich des Rahmenelements festsetzbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungseinrichtung (7) in eine Arretierungseinstellung die Treibstange (2)
unmittelbar mit der Stulpschiene (3) koppelt und bezüglich dieser festsetzt und in
einer Freigabeeinstellung die Treibstange (2) zur Verlagerung bezüglich der Stulpschiene
(3) freigibt.
10. Gebäudeverschlusselement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungseinrichtung (7) zumindest bereichsweise in einer Aussparung des Rahmenelements
angeordnet ist.
11. Gebäudeverschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Rahmenelement ein Betätigungsgriff angeordnet ist, der über ein Getriebe (25)
mit der Treibstange (2) zu deren Verlagerung wirkverbunden ist, und/oder dass die
Arretierungseinrichtung (7) einen Treibstangenantrieb zur linearen Verlagerung der
Treibstange (2) aufweist.
12. Gebäudeverschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Arretierungselement (8) der Arretierungseinrichtung (7) eine Sollbruchstelle
aufweist, die bei Vorliegen der Arretierungseinstellung zwischen der Treibstange (2)
und der Stulpschiene (3) angeordnet ist, wobei die Sollbruchstelle zur Gewährleistung
einer Notöffnung des Gebäudeverschlusselements mittels des Betätigungsgriffs ausgebildet
ist.
13. Verfahren zum Betreiben eines Treibstangenbeschlags (1) für ein Gebäudeverschlusselement,
insbesondere eines Treibstangenbeschlags (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, wobei der Treibstangenbeschlag (1) über wenigstens eine an einem Rahmenelement
des Gebäudeverschlusselements linear verlagerbar lagerbare Treibstange (2) sowie eine
an dem Rahmenelement befestigbare und die Treibstange (2) abdeckende Stulpschiene
(3) verfügt, wobei die Treibstange (2) mittels einer Arretierungseinrichtung (7) bezüglich
des Rahmenelements festsetzbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungseinrichtung (7) in einer Arretierungseinstellung die Treibstange
(2) unmittelbar mit der Stulpschiene (3) koppelt und bezüglich dieser festsetzt und
in einer Freigabeeinstellung die Treibstange (2) zur Verlagerung bezüglich der Stulpschiene
(3) freigibt, wobei eine Einstellung aus der Arretierungseinstellung und der Freigabeeinstellung
ausgewählt und an der Arretierungseinrichtung (7) eingestellt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines Drucksensors eine auf ein Arretierungselement (8) der Arretierungseinrichtung
(7) wirkende Druckkraft ermittelt wird und bei Überschreiten einer Druckkraftschwelle
durch die Druckkraft ein Alarmsignal erzeugt wird.
15. Verfahren zum Montieren eines Treibstangenbeschlags (1) an einem Gebäudeverschlusselement,
insbesondere eines Treibstangenbeschlags (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, wobei der Treibstangenbeschlag (1) über wenigstens eine an einem Rahmenelement
des Gebäudeverschlusselements linear verlagerbare Treibstange (2) sowie eine an dem
Rahmenelement befestigbare und die Treibstange (2) abdeckende Stulpschiene (3) verfügt,
wobei die Treibstange (2) mittels einer Arretierungseinrichtung (7) bezüglich des
Rahmenelements festsetzbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungseinrichtung (7) in einer Arretierungseinstellung die Treibstange
(2) unmittelbar mit der Stulpschiene (3) koppelt und bezüglich dieser festsetzt und
in einer Freigabeeinstellung die Treibstange (2) zur Verlagerung bezüglich der Stulpschiene
(3) freigibt, wobei die Arretierungseinrichtung (7) bei von dem Gebäudeverschlusselement
abgenommenem Treibstangenbeschlag (1) an der Stulpschiene (3) befestigt und gemeinsam
mit der Treibstange (2) und der Stulpschiene (3) an dem Rahmenelement des Gebäudeverschlusselements
befestigt wird.