[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Kühlen eines Verbrauchers
sowie ein System mit einer entsprechenden Vorrichtung und einem Verbraucher gemäß
den Oberbegriffen der unabhängigen Patentansprüche.
Stand der Technik
[0002] Hoch- und Mittelspannungskabel sowie Stromschienen können als Hochtemperatursupraleiter
(HTSL) ausgebildet sein. Solche Kabel und Stromschienen können Gleichstrom oder Wechselstrom
führen und werden auch als »HTSL-Stromführungen« bezeichnet. Sie bedürfen einer Kühlung
auf eine Temperatur von weniger als 100 K, bevorzugt weniger als 80 K.
[0003] Wenngleich die vorliegende Erfindung nachfolgend überwiegend unter Bezugnahme auf
HTSL-Stromführungen als Verbraucher beschrieben wird, eignet sie sich in der gleichen
Weise auch zur Kühlung anderer Verbraucher, die eine Kälteleistung auf einem vergleichbaren
Kühltemperaturniveau benötigen, insbesondere Supraleitermaterialien, jedoch auch beispielsweise
Kabel, Stromführungen und weitere Strukturen aus konventionellen Metallen wie Kupfer
und Aluminium.
[0004] Zur Kühlung entsprechender Verbraucher können unterschiedliche Verfahren und Vorrichtungen
eingesetzt werden. Diese arbeiten beispielsweise mit Flüssigstickstoff als Kühlmedium,
wie unten noch im Detail erläutert. Vorrichtungen dieser Art sind beispielsweise aus
der
DE 10 2013 011 212 A1 und der
EP 1 355 114 A3 bekannt. In der
DE 197 55 484 A1 wird ein Verfahren beschrieben, bei dem anstelle von Stickstoff ein flüssiges Gemisch
eingesetzt wird, das aus Stickstoff und Sauerstoff besteht.
[0005] In der unten noch näher erläuterten
DE 10 2012 016 292 A1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Kühlen von Objekten offenbart, bei dem
bzw. der ein Kühlmedium aus einem ersten Vorratsbehälter über eine erste Kühlmediumsleitung
einem zu kühlenden Objekt zugeführt, mit diesem im Wärmekontakt gebracht und anschließend
über eine zweite Kühlmediumsleitung abgeführt wird. Das Kühlmedium wird nach dem Wärmekontakt
mit dem Objekt über die zweite Kühlmediumsleitung einem zweiten Vorratsbehälter zugeführt
und dort gespeichert, bis eine vorgegebene Füllhöhe im ersten oder im zweiten Vorratsbehälter
erreicht wird. Anschließend wird das Kühlmedium aus dem zweiten Vorratsbehälter zwecks
Kühlung dem Objekt zugeführt und mit diesem in Wärmekontakt gebracht und anschließend
in den ersten Vorratsbehälter zurückgeführt, woraufhin es erneut zur Kühlung des Objekts
zur Verfügung steht. Durch die Pendelführung des Kühlmediums zwischen den beiden Vorratsbehältern
sollen zumindest teilweise die gleichen Strömungswege in beiden Strömungsrichtungen
genutzt werden können. Das Verfahren und die Vorrichtung sollen sich insbesondere
zum Kühlen supraleitender Kabel eignen.
[0006] Insbesondere zur Kühlung von Verbrauchern über längere Kühlstrecken, insbesondere
entlang von Kabeln bzw. HTSL-Stromführungen, erweisen sich herkömmliche Kühlvorrichtungen,
beispielsweise hinsichtlich ihres Platzbedarfs, mitunter als nicht zufriedenstellend.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, hier Abhilfe zu schaffen und
verbesserte technische Möglichkeiten zur Kühlung entsprechender Verbraucher unter
Verwendung von Flüssigstickstoff bereitzustellen.
Offenbarung der Erfindung
[0007] Vor diesem Hintergrund schlägt die vorliegende Erfindung ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Kühlung eines Verbrauchers, insbesondere einer Stromführung, vorzugsweise einer
HTSL-Stromführung, sowie ein System mit einer entsprechenden Vorrichtung und einem
Verbraucher mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche vor. Bevorzugte Ausgestaltungen
sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche sowie der nachfolgenden Beschreibung.
[0008] Typischerweise wird der Flüssigstickstoff in den eingangs erwähnten Systemen mittels
einer Pumpe (sogenannte Kreislaufpumpe) gefördert und in einem Unterkühler auf die
erforderliche Kühltemperatur unterkühlt. Der Flüssigstickstoff wird zum Verbraucher
geleitet, dort angewärmt und wieder zur Kreislaufpumpe zurückgeführt. Der auf diese
Weise als Kreislaufstrom geführte Flüssigstickstoff wird auch als »Kreislaufstickstoff«
bezeichnet. Die Bezeichnung »Unterkühler« wird verwendet, weil der Flüssigstickstoff
nach einer entsprechenden Kühlung eine unterkühlte Flüssigkeit darstellt.
[0009] Der Wärmetauscher in einem Unterkühler stellt in der einfachsten Ausführung eine
Rohrschlange dar, die in einem Stickstoffbad (»Badstickstoff«) platziert wird. Der
wärmere Kreislaufstickstoff wird innerhalb der Rohrschlange geführt und durch den
außenliegenden, kälteren Badstickstoff gekühlt. Der Badstickstoff verdampft hierbei
kontinuierlich. Alternativ zu Rohrschlangenwärmetauschern können andere Typen von
Wärmetauschern eingesetzt werden.
[0010] Es können auch Schaltungen eingesetzt werden, in denen eine Unterkühlung des Kreislaufstickstoffs
stromauf der Kreislaufpumpe kombiniert mit einer Unterkühlung stromab der Kreislaufpumpe
vorgenommen wird. Hierzu werden zwei Wärmetauscher benötigt und in geeigneter Weise
im Unterkühler platziert. Ein entsprechendes System ist beispielsweise in der beigefügten
Figur 1 dargestellt. Auch andere Varianten der Unterkühlung, insbesondere nur stromauf
oder nur stromab der Kreislaufpumpe, kommen grundsätzlich in Betracht.
[0011] Der Druck im Kühlkreislauf stromab der Pumpe wird so gewählt, dass der Kreislaufstickstoff
stets flüssig bleibt und keine Dampfblasen entstehen. Aus thermodynamischer Sicht
bedeutet dies, dass der Druck im Kreislauf immer höher sein sollte als im Bad des
Unterkühlers, und dass der Kreislaufstickstoff nicht über den Siedepunkt angewärmt
werden darf.
[0012] Die tiefste Temperatur des Kreislaufstickstoffs wird dabei am Austritt aus dem Unterkühler
erreicht. Diese Temperatur wird im Wesentlichen durch die Temperatur des im Unterkühler
eingesetzten Badstickstoffs (und den Wärmeübergang im Unterkühler) bestimmt. Um eine
Unterkühlung zu bewirken, muss das Stickstoffbad also eine entsprechende Temperatur
gebracht werden.
[0013] Zur Temperaturerniedrigung kann der Druck des Badstickstoffs durch eine Druckreduktion
reduziert werden, bei der verdampfender Stickstoff kontinuierlich unter Verwendung
einer mechanischen (beispielsweise ölgeschmierten) Vakuumpumpe abgepumpt wird. Die
untere Grenze der durch die Druckreduktion erreichbaren Temperatur liegt bei etwa
63 K, was einem Dampfdruck von ca. 0,13 bar entspricht. Bei tieferen Temperaturen
würde der Badstickstoff gefrieren. Eine entsprechende Druckreduktion führt dabei typischerweise
zu Stickstoff- und Kälteverlusten, weil der abgepumpte Stickstoff und dessen Kälte
in der Regel nicht oder nur sehr aufwendig zurückgewonnen werden können.
[0014] Die in dem Unterkühler durch das Verdampfen entstehenden Verluste an Badstickstoff
werden typischerweise durch das Nachfüllen von frischem flüssigem Stickstoff aus einem
geeigneten Reservoir, beispielsweise einem Tieftemperaturtank, kompensiert. Das Reservoir
wird dabei beispielsweise unter Verwendung einer Luftzerlegungsanlage oder eines Stickstoffverflüssigers
befüllt.
[0015] Die Temperatur des Badstickstoffs kann auch verringert werden, indem ein oder mehrere
geschlossene Kühleinrichtungen (auch als Kryokühler bezeichnet) in den Unterkühler
integriert werden. Die eine oder die mehreren Kältemaschinen kühlen und verflüssigen/rekondensieren
den bei der Kühlung verdampfenden Badstickstoff bis auf die erforderliche Kühltemperatur;
eine Vakuumpumpe wird in diesem Fall nicht benötigt. Auf diese Weise können Stickstoff-
und Kälteverluste reduziert werden. Als Kryokühler werden typischerweise Brayton-
oder Stirling-Kühler eingesetzt. Unter dem Begriff »geschlossene« Kühlreinrichtung
wird dabei hier eine Einrichtung verstanden, in der gasförmiger Stickstoff nicht verfahrensbedingt
aus dem System ausgeschleust sondern dieser verflüssigt in das System zurückgeführt
wird.
[0016] Der Einsatz einer mechanischen Vakuumpumpe für die Kälteerzeugung im Unterkühler
stellt (aus Investitionskostensicht) eine relativ preisgünstige, jedoch energetisch
ineffiziente Lösung dar. Dies liegt insbesondere daran, dass die wertvolle (da bei
sehr tiefen Temperaturen vorliegende) Kälte des abgesaugten kalten Stickstoffdampfs
nicht genutzt sondern vernichtet wird. Der Einsatz von Kältemaschinen in den geschlossenen
Kühleinrichtungen ist energetisch in der Regel vorteilhaft, jedoch sind entsprechende
Geräte relativ teuer, sodass ihr Einsatz häufig nicht wirtschaftlich ist.
[0017] Es können daher grundsätzlich auch Systeme eingesetzt werden, in denen beide Techniken
zur Temperaturverringerung verwendet werden. Auf diese Weise kann der Verlust an Stickstoff
und Kälte verringert, gleichzeitig aber der Investitionsaufwand für geschlossene Kühlreinrichtungen
in Grenzen gehalten werden.
[0018] Es ist dabei möglich, einen Unterkühler mit einer entsprechenden Vakuumpumpe und
zusätzlich mit einer geschlossenen Kühlreinrichtung auszustatten. Insbesondere dann,
wenn Verbraucher, beispielsweise Kabel, über längere Kühlstrecken gekühlt werden sollen,
können aber auch Systeme zum Einsatz kommen, in denen an beiden Enden der Kühlstrecke,
nachfolgend als »erstes« und »zweites« Ende bezeichnet, Unterkühler angeordnet sind.
[0019] In derartigen Systemen erstreckt sich die Kühlstrecke also zwischen dem ersten Ende
und einem zweiten Ende. Der flüssige Stickstoff wird in derartigen Systemen in Form
eines Kreislaufstroms wiederholt (d.h. kontinuierlich im Kreislauf) einer ersten Abkühlung
unterworfen, der Kühlstrecke an dem ersten Ende zugeführt, von dem ersten Ende zu
dem zweiten Ende entlang der Kühlstrecke transportiert, der Kühlstrecke an dem zweiten
Ende entnommen, einer zweiten Abkühlung unterworfen, der Kühlstrecke an dem zweiten
Ende wieder zugeführt, von dem zweiten Ende zu dem ersten Ende entlang der Kühlstrecke
transportiert und der Kühlstrecke an dem ersten Ende wieder entnommen. Die erste Abkühlung
wird unter Verwendung eines ersten unterkühlten Stickstoffbads in einem Unterkühler
und die zweite Abkühlung unter Verwendung eines zweiten unterkühlten Stickstoffbads
in einem zweiten Unterkühler durchgeführt.
[0020] In einem entsprechenden System, wie es beispielsweise in der beigefügten Figur 3
dargestellt ist, kann das erste Stickstoffbad zumindest teilweise mittels einer geschlossenen
Kühleinrichtung und das zweite Stickstoffbad zumindest teilweise durch Druckreduktion
auf ein unteratmosphärisches Druckniveau unterkühlt werden. Die Druckreduktion erfolgt
dabei dadurch, dass aus einem Unterkühler mittels einer insbesondere mechanischen
Vakuumpumpe gasförmiger Stickstoff aus einem Kopfraum über einem dem Stickstoffbad
abgepumpt und insbesondere an die umgebende Atmosphäre abgeführt wird.
[0021] Wie bereits erwähnt, wird ein Ausgleich der Stickstoffverluste durch das zur Druckreduktion
erfolgende Abpumpen durch Einspeisen von Stickstoff aus einem Reservoir vorgenommen,
das beispielsweise unter Verwendung einer Luftzerlegungsanlage mit flüssigem Stickstoff
befüllt werden kann.
[0022] Ein Nachteil der beispielsweise in Figur 3 gezeigten Anordnung ist nun allerdings
der, dass an dem ersten Ende und an dem zweiten Ende der Kühlstrecke, d.h. in der
Figur 3 an deren linkem und rechtem Ende, beträchtlichen Bauraum beanspruchende Apparate,
nämlich das Reservoir einerseits und die geschlossene Kühleinrichtung andererseits,
angeordnet werden müssen. Hierdurch können sich insbesondere dann Probleme ergeben,
wenn an dem zweiten Ende der Kühlstrecke, d.h. an dem rechten Ende in der Figur 3,
der Bauraum begrenzt ist.
[0023] Die vorliegende Erfindung schlägt nun zur Überwindung dieses Nachteils vor, das Reservoir
und die geschlossene Kühleinrichtung am ersten Ende der Kühlstrecke, die zur Druckreduktion
erforderliche Vakuumpumpe hingegen am anderen Ender der Kühlstrecke anzuordnen. Eine
entsprechende Vakuumpumpe stellt eine vergleichsweise klein bauende Einheit dar, die
an dem zweiten Ende deutlich einfacher unterbringbar ist, insbesondere wenn an dem
zweiten Ende der Bauraum begrenzt ist. Eine entsprechende Vakuumpumpe kann auch über
eine Leitung an den am zweiten Ende der Kühlstrecke vorgesehenen Unterkühler angebunden
werden und muss nicht und unmittelbarer Nachbarschaft desselben angeordnet werden.
Auf diese Weise kann durch eine Umpositionierung eine weitere günstige Anpassung an
den zur Verfügung stehenden Bauraum vorgenommen werden.
[0024] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden die in dem zweiten Stickstoffbad aufgrund
der Druckreduktion durch das Abpumpen auftretenden Stickstoffverluste ebenfalls aus
einem Reservoir ausgeglichen, das allerdings nun am entgegengesetzten Ende der Kühlstrecke
angeordnet ist. Der zum Ausgleich der Verluste aus dem Reservoir entnommene Stickstoff
wird an dem Ende der Kühlstrecke, an dem das Reservoir angeordnet ist, in den Kreislaufstrom
eingeschleust und an dem anderen Ende der Kühlstrecke, an dem die Druckreduktion erfolgt,
aus dem Kreislaufstrom ausgeschleust und zum Auffüllen des dort angeordneten Stickstoffbads
verwendet. Der Kreislaufstrom dient also zum Transport dieses Stickstoffs.
[0025] Wie bereits erwähnt, geht die vorliegende Erfindung von einem Verfahren zur Kühlung
eines Verbrauchers über eine Kühlstrecke aus, die sich zwischen einem ersten Ende
und einem zweiten Ende erstreckt. In dem Verfahren wird flüssiger Stickstoff in Form
eines Kreislaufstroms wiederholt, d.h. kontinuierlich im Kreislauf und insbesondere
ohne Zwischenspeicherung in einem Behälter einer ersten Abkühlung unterworfen, der
Kühlstrecke an dem ersten Ende zugeführt, von dem ersten Ende zu dem zweiten Ende
entlang der Kühlstrecke transportiert, der Kühlstrecke an dem zweiten Ende entnommen,
einer zweiten Abkühlung unterworfen, der Kühlstrecke an dem zweiten Ende zugeführt,
von dem zweiten Ende zu dem ersten Ende entlang der Kühlstrecke transportiert und
der Kühlstrecke an dem ersten Ende entnommen. Der Kreislaufstrom wird dabei insbesondere
stets in der gleichen Richtung geführt und erfährt nicht, wie beispielsweise in der
DE 10 2012 016 292 A1, eine Richtungsumkehr.Die erste Abkühlung wird unter Verwendung eines ersten unterkühlten
Stickstoffbads und die zweite Abkühlung unter Verwendung eines zweiten unterkühlten
Stickstoffbads durchgeführt, wobei das erste Stickstoffbad zumindest teilweise mittels
einer geschlossenen Kühleinrichtung und das zweite Stickstoffbad zumindest teilweise
durch Druckreduktion auf ein unteratmosphärisches Druckniveau unterkühlt wird. Eine
aufgrund der Druckreduktion auf das unteratmosphärische Druckniveau aus dem zweiten
Stickstoffbad verdampfende Stickstoffmenge wird in dem Verfahren dabei zumindest teilweise
aus einem Reservoir ausgeglichen.
[0026] Der flüssige Stickstoff wird im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens in Form des
Kreislaufstroms insbesondere beim Transport von dem ersten Ende zu dem zweiten Ende
entlang der Kühlstrecke durch eine oder mehrere erste Kühlpassagen geführt und beim
Transport von dem zweiten Ende zu dem ersten Ende entlang der Kühlstrecke durch eine
oder mehrere zweite Kühlpassagen, die fluidisch von der einen oder den mehreren ersten
Kühlpassagen getrennt ist oder sind, geführt. Es sind also für die Führung von dem
ersten zu dem zweiten Ende eine oder mehrere andere Kühlpassagen vorgesehen als für
die Führung von dem zweiten Ende zu dem ersten Ende. Eine "Kühlpassage" bezeichnet
dabei eine Fluidführungsstruktur, die mit Wärmeaustauschflächen versehen ist. Der
Kreislaufstrom wird und kann also im Rahmen der vorliegenden Erfindung nicht in den
gleichen Kühlpassagen geführt werden, wie es in der
DE 10 2012 016 292 A1 aufgrund des dortigen Pendelbetriebs der Fall ist. Ist hier von einer "fluidischen
Trennung" der Kühlpassagen die Rede, sei hiermit selbstverständlich nicht ausgeschlossen,
dass die Kühlpassagen an ihren terminalen Enden geöffnet sind und über Leitungen,
die den Kreislaufstrom führen, miteinander verbunden sind.
Mit anderen Worten umfasst die Kühlstrecke im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine
erste Einspeiseöffnung, eine erste Entnahmeöffnung, eine zweite Einspeiseöffung und
eine zweite Entnahmeöffnung für den flüssigen Stickstoff, wobei die erste Einspeiseöffnung
mit der ersten Entnahmeöffnung insbesondere über die erwähnte(n) erste(n) Kühlpassage(n)
und die zweite Einspeiseöffnung mit der zweiten Entnahmeöffnung insbesondere über
die erwähnte(n) zweite(n) Kühlpassage(n) verbunden sind. Die erste Einspeiseöffnung
und die zweite Entnahmeöffnung befinden sich dabei an dem ersten Ende, die erste Entnahmeöffnung
und die zweite Einspeiseöffnung am zweiten Ende der Kühlstrecke. Eine "Öffnung" bezeichnet
dabei im hier verwendeten Sprachgebrauch einen Anschluss beliebiger Art, beispielsweise
einen Flansch oder Anschlussstutzen. Der flüssige Stickstoff in dem Kreislaufstrom
wird über die erste Einspeiseöffnung an dem ersten Ende der Kühlstrecke dieser Kühlstrecke
bzw. der oder den ersten Kühlpassagen zugeführt und über die erste Entnahmeöffnung
an dem zweiten Ende entnommen. Zeitgleich, d.h. nicht in einem Pendelbetrieb, wird
der flüssige Stickstoff, wenn ein entsprechender Kreislaufstrom gebildet ist, über
die zweite Einspeiseöffnung an dem zweiten Ende der Kühlstrecke dieser Kühlstrecke
bzw. der oder den zweiten Kühlpassagen zugeführt und über die zweite Entnahmeöffnung
am ersten Ende entnommen.
[0027] Zur nochmaligen Verdeutlichung der erfindungsgemäßen Maßnahmen kann die Bildung des
Kreislaufstroms auch unter Beschreibung der vorliegenden Druckniveaus erläutert werden.
Ein erstes Druckniveau des an dem ersten Ende der Kühlstrecke zugeführten flüssigen
Stickstoffs liegt dabei stets oberhalb eines zweiten Druckniveaus des an dem zweiten
Ende der Kühlstrecke entnommenen flüssigen Stickstoffs. Zeitgleich liegt ein drittes
Druckniveau des an dem zweiten Ende der Kühlstrecke zugeführten flüssigen Stickstoffs
stets bei oder unterhalb des zweiten Druckniveaus. Ein viertes Druckniveau des an
dem ersten Ende der Kühlstrecke entnommenen flüssigen Stickstoffs liegt unterhalb
des dritten Druckniveaus. Es ergeben sich für das erste Druckniveau P1, das zweite
Druckniveau P2, das dritte Druckniveau P3 und das vierte Druckniveau P4 also stets
die Beziehungen P1 > P2, P2 ≥ P3 und P3 > P4.
[0028] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird der flüssige Stickstoff dabei vorteilhafterweise
am zweiten Ende der Kühlstrecke keinen druckerhöhenden Maßnahmen unterworfen. Hier
befindet sich also, beispielsweise im Gegensatz zu der mehrfach erwähnten
DE 10 2012 016 292 A1, keine Einrichtung zur Druckaufbauverdampfung und keine Pumpe. Eine entsprechende
Druckerhöhung erfolgt im Rahmen der vorliegenden Erfindung insbesondere nur an dem
ersten Ende der Kühlstrecke unter Verwendung einer Kreislaufpumpe. Ferner wird im
Rahmen der vorliegenden Erfindung der flüssige Stickstoff des Kreislaufstroms, es
sind also keine Umschaltventile vorgesehen.
[0029] Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass aus dem Reservoir flüssiger Stickstoff entnommen
und in den Kreislaufstrom eingeschleust wird, bevor der Kreislaufstrom der Kühlstrecke
an dem ersten Ende zugeführt wird, und dass flüssiger Stickstoff aus dem Kreislaufstrom
ausgeschleust und zumindest teilweise dem zweiten Stickstoffbad zugeführt wird, nachdem
der Kreislaufstrom der Kühlstrecke an dem zweiten Ende entnommen wird. Auf diese Weise
ergeben sich die bereits zuvor erwähnten Vorteile, insbesondere eine Reduzierung des
Bauraums am zweiten Ende der Kühlstrecke.
[0030] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der aus dem Reservoir entnommene
und in den Kreislaufstrom eingeschleuste flüssige Stickstoff vorteilhafterweise unter
Verwendung einer Mischeinrichtung in den Kreislaufstrom eingeschleust. Auf diese Weise
lassen sich insbesondere dann, wenn der eingeschleuste Stickstoff und der bereits
vorliegende Kreislaufstickstoff unterschiedliche Temperaturniveaus aufweisen, Ungleichverteilungen
in der Temperatur vermeiden und ein homogenes Mischtemperaturniveau einstellen.
[0031] Wie bereits erwähnt, kommen in Verfahren der erläuterten Art insbesondere sogenannte
Kreislaufpumpen zum Einsatz. In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird daher der in
Form des Kreislaufstroms geführte flüssige Stickstoff nach seiner Entnahme am ersten
Ende der Kühlstrecke und vor einer erneuten Zuführung am ersten Ende der Kühlstrecke
vorteilhafterweise durch eine Kreislaufpumpe geführt, an derer auch eine geeignete
Druckdifferenz eingestellt werden kann.
[0032] Insbesondere kann dabei der in Form des Kreislaufstroms geführte flüssige Stickstoff
der Kreislaufpumpe auf einem ersten Druckniveau von wenigstens 2 bar (abs.) zugeführt
werden. Beispielsweise kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung das erste Druckniveau
dabei bei ca. 10 bar (abs.) liegen. Ein entsprechendes Druckniveau ergibt sich insbesondere
aus dem Druckniveau stromab der Kreislaufpumpe, das oberhalb des ersten Druckniveaus
und beispielsweise bei ca. 15 bar (abs.) liegen kann, und aus den Druckverlusten über
die Kühlstrecke.
[0033] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der aus dem Reservoir entnommene
und in den Kreislaufstrom eingeschleuste flüssige Stickstoff dem Reservoir insbesondere
auf einem zweiten Druckniveau oberhalb des ersten Druckniveaus entnommen. Der eingeschleuste
Stickstoff wird dabei insbesondere ebenfalls, zusammen mit dem Kreislaufstrom, der
Kreislaufpumpe zugeführt. Durch eine entsprechende Einstellung des ersten und zweiten
Druckniveaus ergibt sich dabei stets zwingend eine Strömungsrichtung aus dem Reservoir
zur Einschleusestelle in den Kreislaufstrom. Der eingeschleuste Stickstoff wird typischerweise
mittels eines geeigneten Ventils von dem zweiten auf das erste Druckniveau entspannt,
bevor er in den Kreislaufstrom eingeschleust wird.
[0034] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung können unterschiedliche Varianten der Abkühlung
zum Einsatz kommen. Der in Form des Kreislaufstroms geführte flüssige Stickstoff kann
dabei der ersten Abkühlung unterworfen werden, bevor und/oder nachdem er durch die
Kreislaufpumpe geführt wird. Details sind auch unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
noch näher erläutert, wobei die in den Figuren 4 bis 6 gezeigten Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung eine Abkühlung vor und nach der Kreislaufpumpe vorsehen.
[0035] Da der flüssige Stickstoff in dem Reservoir typischerweise in nicht unterkühltem
Zustand vorliegt, in dem Kreislaufstrom hingegen unterkühlter Stickstoff vorliegt,
kommt es dann, wenn der aus dem Reservoir eingeschleuste Stickstoff keiner weiteren
Abkühlung unterworfen wird, bevor er in den Kreislaufstrom eingeschleust wird, zu
einer deutlichen Temperaturerhöhung, die durch eine entsprechende Kälteleistung in
dem zugeordneten Unterkühler ausgeglichen werden muss. Dies kann sich als nachteilig
erweisen. Daher ist gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung vorgesehen, dass der aus dem Reservoir entnommene und in den Kreislaufstrom
eingeschleuste flüssige Stickstoff unter Verwendung eines dritten unterkühlten Stickstoffbads
abgekühlt wird, bevor er in den Kreislaufstrom eingeschleust wird.
[0036] Eine derartige Abkühlung des eingeschleusten Stickstoffs kann also insbesondere durch
die Verwendung eines weiteren (dritten) unterkühlten Stickstoffbads vorgenommen werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist dabei vorgesehen, dass das
das dritte unterkühlte Stickstoffbad dadurch bereitgestellt wird, dass weiterer flüssiger
Stickstoff aus dem Reservoir auf dem ersten Druckniveau entnommen und unter teilweiser
Verdampfung auf ein drittes Druckniveau entspannt wird. Das dritte Druckniveau kann
dabei beispielsweise bei Atmosphärendruck oder leicht, d.h. insbesondere maximal 0,5
bar, oberhalb des Atmosphärendrucks liegen. Auf diese Weise kann entsprechende zusätzliche
Kälte generiert werden und es erfolgt eine teilweise Verdampfung des entspannten Stickstoffs.
[0037] Vorteilhafterweise kann ein bei der Entspannung auf das dritte Druckniveau nicht
verdampfter Anteil des weiteren flüssigen Stickstoffs aus dem Reservoir zumindest
teilweise dem dritten Stickstoffbad zugeführt und ein bei der Entspannung auf das
dritte Druckniveau verdampfter Anteil des weiteren flüssigen Stickstoffs aus dem Reservoir
zumindest teilweise als Kühlmittel in der geschlossenen Kühleinrichtung verwendet
werden. In dieser Verfahrensvariante, in der insbesondere als die geschlossene Kühleinrichtung
eine Kühleinrichtung mit einem Brayton-Kühler verwendet wird, ergibt sich eine weitere
Energieeinsparung.
[0038] Die vorliegende Erfindung erstreckt sich auch auf eine Vorrichtung zur Kühlung eines
Verbrauchers über eine Kühlstrecke, die sich zwischen einem ersten Ende und einem
zweiten Ende erstreckt. Die Vorrichtung weist Mittel auf, die dafür eingerichtet sind,
flüssigen Stickstoff in Form eines Kreislaufstroms, d.h. kontinuierlich im Kreislauf
und insbesondere ohne Zwischenspeicherung in einem Behälter, wiederholt einer ersten
Abkühlung zu unterwerfen, der Kühlstrecke an dem ersten Ende zuzuführen, von dem ersten
Ende zu dem zweiten Ende entlang der Kühlstrecke zu transportieren, der Kühlstrecke
an dem zweiten Ende zu entnehmen, einer zweiten Abkühlung zu unterwerfen, der Kühlstrecke
an dem zweiten Ende zuzuführen, von dem zweiten Ende zu dem ersten Ende entlang der
Kühlstrecke zu transportieren und der Kühlstrecke an dem ersten Ende zu entnehmen.
Die Mittel sind insbesondere dafür eingerichtet, den stets in der gleichen Richtung
zu führen, so dass dieser nicht, wie beispielsweise in der
DE 10 2012 016 292 A1, eine Richtungsumkehr erfährt. Diese Mittel umfassen insbesondere entsprechende Leitungen
und eine Kreislaufpumpe.
[0039] Ferner weist die Vorrichtung Mittel auf, die dafür eingerichtet sind, die erste Abkühlung
unter Verwendung eines ersten unterkühlten Stickstoffbads und die zweite Abkühlung
unter Verwendung eines zweiten unterkühlten Stickstoffbads durchzuführen. Die Vorrichtung
umfasst ein entsprechendes erstes und ein entsprechendes zweites Stickstoffbad. Sie
weist ferner eine geschlossene Kühleinrichtung auf, die dafür eingerichtet ist, das
erste Stickstoffbad abzukühlen, und Mittel, die dafür eingerichtet sind, das zweite
Stickstoffbad zumindest teilweise durch Druckreduktion auf ein unteratmosphärisches
Druckniveau zu unterkühlen. Letztere umfassen insbesondere eine entsprechende Vakuumpumpe.
Es sind ferner Mittel vorgesehen, die dafür eingerichtet sind, eine aufgrund der Druckreduktion
auf das unteratmosphärische Druckniveau aus dem zweiten Stickstoffbad verdampfende
Stickstoffmenge zumindest teilweise aus einem Reservoir auszugleichen. Ein entsprechendes
Reservoir ist ebenfalls Teil der vorgeschlagenen Vorrichtung.
[0040] Die erfindungsgemäß vorgesehene Vorrichtung zeichnet sich insbesondere durch Mittel
aus, die dafür eingerichtet sind, aus dem Reservoir flüssigen Stickstoff zu entnehmen
und in den Kreislaufstrom einzuschleusen, bevor der Kreislaufstrom der Kühlstrecke
an dem ersten Ende zugeführt wird, und flüssigen Stickstoff aus dem Kreislaufstrom
auszuschleusen und zumindest teilweise dem zweiten Stickstoffbad zuzuführen, nachdem
der Kreislaufstrom der Kühlstrecke an dem zweiten Ende entnommen wird. Auch diese
Mittel können insbesondere entsprechende Leitungen und dergleichen umfassen.
[0041] Insbesondere sind zum Transportieren des flüssigen Stickstoffs in Form des Kreislaufstroms
von dem ersten Ende zu dem zweiten Ende entlang der Kühlstrecke eine oder mehrere
erste Kühlpassagen und zum Transport von dem zweiten Ende zu dem ersten Ende entlang
der Kühlstrecke eine oder mehrere zweite Kühlpassagen, die fluidisch von der einen
oder den mehreren ersten Kühlpassagen getrennt ist oder sind, bereitgestellt ist oder
sind.
Zu den weiteren Merkmalen und Vorteilen der erfindungsgemäßen Vorrichtung und deren
vorteilhaften Ausgestaltungen sei auf die obigen, das erfindungsgemäße Verfahren und
seine Ausgestaltungen betreffenden Erläuterungen ausdrücklich verwiesen. Explizit
soll dies für die Einspeise- und Entnahmeöffnungen, die Druckbedingungen, die fehlende
Druckerhöhung am zweiten Ende und die fehlenden Umschaltventile gelten, die in der
erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß bevorzugter Ausgestaltungen implementiert sein
können. Vorteilhafterweise ist eine entsprechende Vorrichtung oder eine Ausgestaltung
hiervon dafür eingerichtet, ein entsprechendes Verfahren oder eine Variante hiervon
auszuführen.
[0042] Dies gilt auch für das erfindungsgemäß ebenfalls vorgesehene System mit einem zu
kühlenden Verbraucher, welches sich erfindungsgemäß durch eine entsprechende Vorrichtung
auszeichnet.
[0043] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher
erläutert, in der Ausführungsformen der Erfindung veranschaulicht sind.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0044]
Figur 1 zeigt ein System gemäß einer nicht erfindungsgemäßen Ausführungsform in vereinfachter
schematischer Darstellung.
Figur 2 zeigt ein System gemäß einer nicht erfindungsgemäßen Ausführungsform in vereinfachter
schematischer Darstellung.
Figur 3 zeigt ein System gemäß einer nicht erfindungsgemäßen Ausführungsform in vereinfachter
schematischer Darstellung.
Figur 4 zeigt ein System gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in
vereinfachter schematischer Darstellung.
Figur 5 zeigt ein System gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in
vereinfachter schematischer Darstellung.
Figur 6 zeigt ein System gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in
vereinfachter schematischer Darstellung.
Figur 7 veranschaulicht eine Kühlpassage, die in einem System gemäß den vorstehenden
Figuren bereitgestellt sein kann.
[0045] In den Figuren sind gleiche oder einander funktionell entsprechende Elemente mit
identischen Bezugszeichen angegeben. Auf eine wiederholte Erläuterung derartiger Elemente
wird der Übersichtlichkeit halber verzichtet. Flüssige Medien sind mittels schwarzer
(ausgefüllter), gasförmige Medien mittels weißer (nicht ausgefüllter) Flusspfeile
veranschaulicht.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnung
[0046] In Figur 1 ist ein System gemäß einer nicht erfindungsgemäßen Ausführungsform in
vereinfachter schematischer Darstellung gezeigt.
[0047] Das in Figur 1 gezeigte System umfasst einen Verbraucher 1, bei dem es sich, wie
erwähnt, insbesondere um ein (HTSL-)Kabelsystem handeln kann. Der Verbraucher 1 wird
unter Verwendung von flüssigem Stickstoff, der in einem Kreislaufstrom 2 geführt wird,
gekühlt. Nach der Verwendung zur Kühlung des Verbrauchers 1 wird der flüssige Stickstoff
des Kreislaufstroms 2 im dargestellten Beispiel einer Abkühlung in einem Wärmetauscher
3 unterworfen, einer Kreislaufpumpe 4 zugeführt, in einem weiteren Wärmetauscher 5
abgekühlt, und erneut zur Kühlung des Verbrauchers 1 verwendet. Alternativ zur Darstellung
gemäß Figur 1 kann auch nur einer der beiden Wärmetauscher 3 und 5 vorgesehen sein.
[0048] Die Wärmetauscher 3 und 5, soweit jeweils vorhanden, sind in jeweils in einem unterkühlten
Stickstoffbad in einem Unterkühler 6 angeordnet. Der Stickstoff in dem Kreislaufstrom
2 kann auf diese Weise auf ein Temperaturniveau von beispielsweise ca. 67 K abgekühlt
und auf diesem Temperaturniveau zur Kühlung des Verbrauchers 1 verwendet werden. Er
erwärmt sich bei der Kühlung des Verbrauchers 1 auf ein Temperaturniveau von beispielsweise
ca. 73 K.
[0049] Die Unterkühlung des Stickstoffbads in dem Unterkühler 6 wird durch eine Druckreduktion
unter Verwendung einer Pumpe 7 bewirkt, die aus dem Stickstoffbad verdampfenden Stickstoff
abpumpt und auf diese Weise das Druckniveau in dem Unterkühler 6 verringert. Der abgepumpte
Stickstoff wird beispielsweise an die Atmosphäre (amb) abgeführt. Durch das Abpumpen
entstehende Stickstoffverluste werden durch flüssigen Stickstoff aus einem Reservoir
8 über ein Ventil 9 ausgeglichen. Das Reservoir 8 kann mittels einer Luftzerlegungsanlage
gespeist werden, kann. Das Reservoir 8 ist hier mit einem Druckaufbauverdampfer 10
versehen.
[0050] Zur Einstellung des Druckniveaus des Stickstoffs in dem Kreislaufstrom 2 stromauf
der Kreislaufpumpe 4 ist im dargestellten Beispiel eine nicht gesondert bezeichnete
bidirektionale Verbindung mit dem Reservoir 8 vorgesehen. Das Druckniveau des Stickstoffs
in dem Kreislaufstrom 2 stromauf der Kreislaufpumpe 4 und zugleich in dem Reservoir
liegt dabei typischerweise oberhalb von 2 bar (abs.), beispielsweise bei ca. 10 bar
(abs.). Das Druckniveau des Stickstoffs in dem Kreislaufstrom 2 stromab der Kreislaufpumpe
4 liegt oberhalb hiervon, beispielsweise bei ca. 15 bar (abs.). Das Druckniveau in
dem Unterkühler 6 liegt unterhalb des Atmosphärendrucks, insbesondere bei 0,1 bis
0,5 bar (abs.), beispielsweise bei ca. 0,2 bar (abs.).
[0051] In Figur 2 ist ein System gemäß einer weiteren nicht erfindungsgemäßen Ausführungsform
in vereinfachter schematischer Darstellung gezeigt.
[0052] Da die Druckreduktion in dem Unterkühler 6 durch das Abpumpen des Stickstoffs mittels
der Pumpe 7 zu Stickstoff- und Kälteverlusten führt, kann auch auf eine geschlossene
Kühleinrichtung 11 zurückgegriffen werden, die in dem System gemäß Figur 2 zusätzlich
zu der Pumpe 7 vorgesehen ist. In der Kühleinrichtung 11 wird der Stickstoff aus dem
Unterkühler 6 unter Verwendung einer geeigneten Kältemaschine, die insbesondere einen
oder mehrere Stirling-Kühler und/oder einen oder mehrere, unter Verwendung von Neon
und/oder Helium betriebene Brayton-Kühler umfassen kann, zusätzlich gekühlt. Der Stickstoff
tritt dabei gasförmig in die Kühleinrichtung 11 ein und wird flüssig in den Unterkühler
6 zurückgeführt.
[0053] Ferner ist in dem System gemäß Figur 2 eine Druckregeleinrichtung 21 vorgesehen,
die anstelle der in dem System gemäß Figur 1 vorgesehenen Verbindung mit dem Reservoir
8 zur Druckeinstellung eingerichtet ist. Auf diese Weise kann das Druckniveau in dem
Reservoir 8 auf einen Wert eingestellt werden, der unabhängig von dem Druckniveau
stromauf der Kreislaufpumpe 4 ist.
[0054] In Figur 3 ist ein System gemäß einer weiteren nicht erfindungsgemäßen Ausführungsform
in vereinfachter schematischer Darstellung gezeigt.
[0055] Das System gemäß Figur 3 ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn eine längere Kühlstrecke
überwunden werden soll. Hierbei ist an einem Ende des Verbrauchers 1 bzw. einer entsprechenden
Kühlstrecke der Unterkühler 6 mit den Wärmetauschern 3 und/oder 5 und am anderen Ende
des Verbrauchers 1 bzw. der entsprechenden Kühlstrecke ein weiterer Unterkühler 12
mit einem Wärmetauscher 13 angeordnet. Der Unterkühler 6 ist dabei mit der Pumpe 7
versehen, der weitere Unterkühler 12 ist mit der Kühleinrichtung 11 ausgestattet.
Auf diese Weise kann eine zu starke Erwärmung des Stickstoffs in dem Kreislaufstrom
2 über die (lange) Kühlstrecke verhindert werden. In Figur 4 ist ein System gemäß
einer Ausführungsform der Erfindung in vereinfachter schematischer Darstellung gezeigt
und insgesamt mit 100 bezeichnet.
[0056] Im Gegensatz zu dem in Figur 3 gezeigten System befinden sich in dem System 100 gemäß
Figur 4 die Kühleinrichtung 11 und das Reservoir 8 an demselben Ende des Verbrauchers
1 bzw. einer entsprechenden Kühlstrecke und sind dem dort angeordneten Unterkühler
6 zugeordnet. Der am anderen Ende angeordnete Unterkühler 12 ist hingegen mit der
Pumpe 7 ausgestattet. Auf diese Weise können die viel Bauraum beanspruchenden Einrichtungen,
nämlich die Kühleinrichtung 11 und das Reservoir 8, hier konzentriert werden. Die
Pumpe 7 kann hingegen unter Beanspruchung von wenig Bauraum am anderen Ende angeordnet
werden, an dem ggf. Raumnot herrscht bzw. andere Einrichtungen angeordnet sind.
[0057] Zum Ausgleich des Stickstoffverlusts durch das Abpumpen mittels der Pumpe 7 wird
hier über das Ventil 9 Stickstoff aus dem Reservoir 8 am einen Ende in den Kreislaufstrom
2 und nicht etwa in einen entsprechenden Unterkühler eingeschleust. Dieser zusätzlich
eingeschleuste Stickstoff wird dabei mittels einer Mischeinrichtung 14 in den Kreislaufstrom
2 eingemischt. Am anderen Ende wird dieser Stickstoff aus dem Kreislaufstrom 2 wieder
ausgeschleust und über ein Ventil 15 und eine entsprechende Leitung dem dort vorgesehenen
Unterkühler 12 zugeführt.
[0058] In Abweichung zu dem in Figur 1 dargestellten System wird in dem System 100 gemäß
Figur 4 der Stickstoff nur in Richtung von dem Reservoir 6 zu der Einspeisestelle,
d.h. zu der hier vorgesehenen Mischeinrichtung 14. Es ist kein bidirektionaler Stickstofffluss
vorgesehen, wie in dem in Figur 1 dargestellten System grundsätzlich möglich. Das
Druckniveau in dem Reservoir 8 ist daher (etwas) höher als das Druckniveau des Stickstoffs
in dem Kreislaufstrom 2 stromauf der Kreislaufpumpe 4. Der verwendete Druckunterschied
kann grundsätzlich höher oder niedriger als das Druckniveau des Stickstoffs in dem
Kreislaufstrom 2 stromauf der Kreislaufpumpe 4 sein.
[0059] In Figur 5 ist ein System gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung in vereinfachter
schematischer Darstellung gezeigt und insgesamt mit 200 bezeichnet.
[0060] In dem System 200 gemäß Figur 5 ist das mögliche Problem adressiert, dass der über
das Ventil 9 eingespeiste Stickstoff eine vergleichsweise hohe Temperatur aufweist
und damit bei der Einmischung mittels der Mischeinrichtung 14 zu einer entsprechenden
Temperaturerhöhung in dem Kreislaufstrom 2 führt.
[0061] Daher wird hier ein zweiter bzw. weiterer Unterkühler 18 mit einem entsprechenden
Wärmetauscher 16 eingesetzt. Der in den Kreislaufstrom 2 einzuspeisende Stickstoff
wird dabei nach der Entnahme aus dem Reservoir 8 mittels des Ventils 9 entspannt und
durch den Wärmetauscher 16 geführt. Ein Stickstoffbad in dem weiteren Unterkühler
18 wird durch weiteren Stickstoff, der aus dem Reservoir 8 entnommen und mittels eines
weiteren Ventils 17 auf Atmosphärendruck oder leicht darüber entspannt wird, bereitgestellt.
Der über das Ventil 17 entspannte Stickstoff verdampft zum Teil. Der verdampfte Teil
wird an die Atmosphäre (atm) abgeführt. Der flüssig verbliebene Anteil liegt in unterkühltem
Zustand vor und kann daher als Kühlmedium eingesetzt werden.
[0062] Das Druckniveau in dem weiteren Unterkühler 18 liegt bei Atmosphärendruck oder leicht,
d.h. typischerweise maximal 0,5 bar, darüber. Durch die beschriebene Abkühlung liegt
der in den Kreislaufstrom 2 einzuspeisende Stickstoff bereits auf einem Temperaturniveau
von typischerweise weniger als 80 K vor, so dass entsprechende Verluste bei der Einmischung
über die Mischeinrichtung vermieden werden. Die erforderliche Kühlkapazität der Kühleinrichtung
11 kann auf diese Weise ebenfalls in entsprechendem Umfang verringert werden.
[0063] In Figur 6 ist ein System gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung in vereinfachter
schematischer Darstellung gezeigt und insgesamt mit 300 bezeichnet.
[0064] In Erweiterung zu dem in Figur 5 veranschaulichten System 200 wird hier aus dem weiteren
Unterkühler 18 abströmender gasförmiger Stickstoff auch als Kühlmedium in der Kühleinrichtung
11, die hier insbesondere einen Brayton-Kühler aufweisen kann, verwendet. Hierzu ist
ein entsprechender Wärmetauscher 19 vorgesehen. Auf diese Weise können Energieverluste
weiter verringert werden.
[0065] Ergänzend ist in Figur 7 eine Kühlstrecke veranschaulicht, die in einem System gemäß
den vorstehenden Figuren bereitgestellt sein kann. Diese ist hier mit 1000 zusammengefasst.
Wie zuvor sind ein Verbraucher mit 1 und ein Kreislaufstrom mit 2 angegeben. Durch
eine gestrichelte Linie 1100 getrennte Kühlpassagen sind mit 1010 und 1020 veranschaulicht.
Die Kühlpassagen 1010 und 1020 sind zum Transportieren des flüssigen Stickstoffs in
Form des Kreislaufstroms 2 von dem ersten Ende zu dem zweiten Ende entlang der Kühlstrecke
einerseits ("erste Kühlpassage" 1010) und zum Transport von dem zweiten Ende zu dem
ersten Ende entlang der Kühlstrecke andererseits ("zweite Kühlpassage" 1020) vorgesehen
und im zuvor erläuterten Sinne fluidisch voneinander getrennt.
[0066] Das erste Ende der Kühlstrecke 1000 trägt hier das Bezugszeichen 1001, das zweite
Ende der Kühlstrecke das Bezugszeichen 1002. Eine Einspeiseöffnung (für den Kreislaufstrom
2 am ersten Ende 1001 in die Kühlstrecke 1000 bzw. die erste Kühlpassage 1010) ist
mit 1011 bezeichnet ("erste Einspeiseöffnung"). Eine Entnahmeöffnung (für den Kreislaufstrom
2 am zweiten Ende 1002 aus der Kühlstrecke 1000 bzw. der ersten Kühlpassage 1010)
ist mit 1012 bezeichnet ("erste Entnahmeöffnung"). Eine Einspeiseöffnung (für den
Kreislaufstrom 2 am zweiten Ende 1002 in die Kühlstrecke 1000 bzw. die zweite Kühlpassage
1020) ist mit 1021 bezeichnet ("zweite Einspeiseöffnung"). Eine Entnahmeöffnung (für
den Kreislaufstrom 2 am ersten Ende 1001 aus der Kühlstrecke 1000 bzw. der zweiten
Kühlpassage 1020) ist mit 1022 bezeichnet ("zweite Entnahmeöffnung").
1. Verfahren zur Kühlung eines Verbrauchers (1) über eine Kühlstrecke, die sich zwischen
einem ersten Ende und einem zweiten Ende erstreckt, wobei
- flüssiger Stickstoff in Form eines Kreislaufstroms (2) kontinuierlich und im Kreislauf
wiederholt einer ersten Abkühlung unterworfen, der Kühlstrecke an dem ersten Ende
zugeführt, von dem ersten Ende zu dem zweiten Ende entlang der Kühlstrecke transportiert,
der Kühlstrecke an dem zweiten Ende entnommen, einer zweiten Abkühlung unterworfen,
der Kühlstrecke an dem zweiten Ende zugeführt, von dem zweiten Ende zu dem ersten
Ende entlang der Kühlstrecke transportiert und der Kühlstrecke an dem ersten Ende
entnommen wird,
- die erste Abkühlung unter Verwendung eines ersten unterkühlten Stickstoffbads und
die zweite Abkühlung unter Verwendung eines zweiten unterkühlten Stickstoffbads durchgeführt
wird, wobei das erste Stickstoffbad zumindest teilweise mittels einer geschlossenen
Kühleinrichtung (11) und das zweite Stickstoffbad zumindest teilweise durch Druckreduktion
auf ein unteratmosphärisches Druckniveau unterkühlt wird, und
- eine aufgrund der Druckreduktion auf das unteratmosphärische Druckniveau aus dem
zweiten Stickstoffbad verdampfende Stickstoffmenge zumindest teilweise aus einem Reservoir
(8) ausgeglichen wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass aus dem Reservoir (8) flüssiger Stickstoff entnommen und in den Kreislaufstrom (2)
eingeschleust wird, bevor der Kreislaufstrom (2) der Kühlstrecke an dem ersten Ende
zugeführt wird, und dass flüssiger Stickstoff aus dem Kreislaufstrom (2) ausgeschleust
und zumindest teilweise dem zweiten Stickstoffbad zugeführt wird, nachdem der Kreislaufstrom
(2) der Kühlstrecke an dem zweiten Ende entnommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der flüssige Stickstoff in Form des Kreislaufstroms
(2) beim Transport von dem ersten Ende zu dem zweiten Ende entlang der Kühlstrecke
durch eine oder mehrere erste Kühlpassagen geführt wird und beim Transport von dem
zweiten Ende zu dem ersten Ende entlang der Kühlstrecke durch eine oder mehrere zweite
Kühlpassagen, die fluidisch von der einen oder den mehreren ersten Kühlpassagen getrennt
ist oder sind, geführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der aus dem Reservoir (8) entnommene und
in den Kreislaufstrom (2) eingeschleuste flüssige Stickstoff unter Verwendung einer
Mischeinrichtung (14) in den Kreislaufstrom (2) eingeschleust wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem der in Form des Kreislaufstroms
(2) geführte flüssige Stickstoff nach seiner Entnahme am ersten Ende der Kühlstrecke
und vor einer erneuten Zuführung am ersten Ende der Kühlstrecke durch eine Kreislaufpumpe
(4) geführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem der in Form des Kreislaufstroms (2) geführte flüssige
Stickstoff der Kreislaufpumpe (4) auf einem ersten Druckniveau von wenigstens 2 bar
(abs.) zugeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, bei dem der aus dem Reservoir (8) entnommene und in den
Kreislaufstrom (2) eingeschleuste flüssige Stickstoff dem Reservoir (8) auf einem
zweiten Druckniveau oberhalb des ersten entnommen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem der in Form des Kreislaufstroms (2) geführte flüssige
Stickstoff der ersten Abkühlung unterworfen wird, bevor und/oder nachdem er durch
die Kreislaufpumpe (4) geführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, bei dem der aus dem Reservoir (8) entnommene
und in den Kreislaufstrom (2) eingeschleuste flüssige Stickstoff in den Kreislaufstrom
(2) eingeschleust wird, bevor der Kreislaufstrom (2) durch die Kreislaufpumpe (4)
geführt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 9, bei dem der aus dem Reservoir (8) entnommene
und in den Kreislaufstrom (2) eingeschleuste flüssige Stickstoff unter Verwendung
eines dritten unterkühlten Stickstoffbads abgekühlt wird, bevor er in den Kreislaufstrom
(2) eingeschleust wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem das das dritte unterkühlte Stickstoffbad dadurch
bereitgestellt wird, dass weiterer flüssiger Stickstoff aus dem Reservoir (8) auf
dem ersten Druckniveau entnommen und unter teilweiser Verdampfung auf ein drittes
Druckniveau entspannt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem ein bei der Entspannung auf das dritte Druckniveau
nicht verdampfter Anteil des weiteren flüssigen Stickstoffs aus dem Reservoir (8)
zumindest teilweise dem dritten Stickstoffbad zugeführt und ein bei der Entspannung
auf das dritte Druckniveau verdampfter Anteil des weiteren flüssigen Stickstoffs aus
dem Reservoir (8) zumindest teilweise als Kühlmittel in der geschlossenen Kühleinrichtung
(11) verwendet wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem als die geschlossene Kühleinrichtung (11) eine
Kühleinrichtung mit einem Brayton-Kühler verwendet wird.
13. Vorrichtung zur Kühlung eines Verbrauchers (1) über eine Kühlstrecke, die sich zwischen
einem ersten Ende und einem zweiten Ende erstreckt, wobei die Vorrichtung aufweist:
- Mittel, umfassend Wärmetauscher (3, 5, 13) und eine Kreislaufpumpe (4), die dafür
eingerichtet sind, flüssigen Stickstoff in Form eines Kreislaufstroms (2) kontinuierlich
im Kreislauf und wiederholt einer ersten Abkühlung zu unterwerfen, der Kühlstrecke
an dem ersten Ende zuzuführen, von dem ersten Ende zu dem zweiten Ende entlang der
Kühlstrecke zu transportieren, der Kühlstrecke an dem zweiten Ende zu entnehmen, einer
zweiten Abkühlung zu unterwerfen, der Kühlstrecke an dem zweiten Ende zuzuführen,
von dem zweiten Ende zu dem ersten Ende entlang der Kühlstrecke zu transportieren
und der Kühlstrecke an dem ersten Ende wieder zu entnehmen,
- Mittel, die dafür eingerichtet sind, die erste Abkühlung unter Verwendung eines
ersten unterkühlten Stickstoffbads und die zweite Abkühlung unter Verwendung eines
zweiten unterkühlten Stickstoffbads durchzuführen, eine geschlossene Kühleinrichtung
(11), die dafür eingerichtet ist, das erste Stickstoffbad abzukühlen und Mittel, umfassend
eine Vakuumpumpe (7), die dafür eingerichtet sind, das zweite Stickstoffbad zumindest
teilweise durch eine Druckreduktion auf ein unteratmosphärisches Druckniveau zu unterkühlen,
und
- Mittel, die dafür eingerichtet sind, eine aufgrund der Druckreduktion auf das unteratmosphärische
Druckniveau aus dem zweiten Stickstoffbad verdampfende Stickstoffmenge zumindest teilweise
aus einem Reservoir (8) auszugleichen,
gekennzeichnet durch
- Mittel, die dafür eingerichtet sind, aus dem Reservoir flüssigen Stickstoff zu entnehmen
und in den Kreislaufstrom (2) einzuschleusen, bevor der Kreislaufstrom (2) der Kühlstrecke
an dem ersten Ende zugeführt wird, und flüssigen Stickstoff aus dem Kreislaufstrom
(2) auszuschleusen und zumindest teilweise dem zweiten Stickstoffbad zuzuführen, nachdem
der Kreislaufstrom (2) der Kühlstrecke an dem zweiten Ende entnommen wird.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, bei dem zum Transportieren des flüssigen Stickstoffs
in Form des Kreislaufstroms von dem ersten Ende zu dem zweiten Ende entlang der Kühlstrecke
eine oder mehrere erste Kühlpassagen und zum Transport von dem zweiten Ende zu dem
ersten Ende entlang der Kühlstrecke eine oder mehrere zweite Kühlpassagen, die fluidisch
von der einen oder den mehreren ersten Kühlpassagen getrennt ist oder sind, bereitgestellt
ist oder sind.
15. System (100, 200, 300, 400) mit einem zu kühlenden Verbraucher (1), gekennzeichnet durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 13 oder 14.