Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schiessanordnung gemäss Oberbegriff des Anspruchs
1 sowie eine damit ausgestattete Schiessanlage.
Stand der Technik
[0002] Schiessanlagen zum Erlernen und Trainieren des Gebrauchs von Schusswaffen sind grundsätzlich
in verschiedensten Ausführungsformen bekannt. Das Bedürfnis nach derartigen Anlagen
ist mit der stetig steigenden Anzahl an bewaffnetem Personal gewachsen. Die oft zentralisierten
Infrastrukturen von herkömmlichen, permanent angeordneten Schiessanlagen zwingt jedoch
die meisten Angehörigen, längere Fahr-und Wegstrecken für das Schiesstraining in Kauf
zu nehmen, was letztlich einen enormen zeitlichen wie finanziellen Aufwand bedeutet.
[0003] Vor obigem Hintergrund gibt es bereits Ansätze zur Entwicklung von Schiessanlagen,
die entweder mobil sind oder wenigstens mit vergleichsweise geringem Aufwand auf-
und wieder abgebaut werden können. Voraussetzung für die Akzeptanz und letztlich für
den Erfolg derartiger Anlagen ist allerdings, dass diese sicher und für die Umgebung
wenig störend sind. Insbesondere soll aus den Schiessanlagen je nach Standort möglichst
wenig Lärm an die Umgebung gelangen.
[0004] Die
CH 680384 A5 beschreibt generell eine Vorrichtung zur Dämpfung des Schiesslärms, welche ein tunnelartiges
Dämpfungselement mit schallisolierendem oder -dämpfendem Mantel vorsieht. Das besagte
Dämpfungselement ist als einfaches Hohlprofil ausgestaltet, das zwischen Schussabgabeort
und Zielscheibe aufgestellt wird. Damit wird primär ein Schallschutz in Lateralrichtung
bewirkt. Eine Weiterentwicklung ist in der
FR2934894A1 beschrieben, wobei dort im tunnelartigen Dämpfungselement eine Vielzahl von Trennwänden
mit mittiger Öffnung vorgesehen ist. Dadurch wird ein verbesserter Schallschutz in
axialer Richtung und insbesondere zum Schützen hin erreicht. In beiden Dokumenten
ist die Zielscheibe vom Ausgang des tunnelartigen Dämpfungselementes beabstandet.
[0005] Ein gänzlich anderer Aspekt wird in der
DE 3409768 A1 behandelt, welche eine Raumcontainer-Schiessstätte beschreibt. Dabei bildet das Containergehäuse
die effektive Begrenzung des Schiessraums. Mit anderen Worten müssen die Contaierwände
selbst mit einer durchschussfesten und schalldämpfenden Innenverkleidung ausgestattet
werden, was aufgrund der erheblichen Fläche einen beträchtlichen Aufwand bedingt.
Sowohl etwaige Schalldämpfungsmassnahmen im Inneren des Containers wie auch das Abführen
der bei der Schussabgabe anfallenden Pulverdämpfe ist wegen der Containerabmessungen
aufwändig.
[0006] Eine gattungsgemässe Schiessanlage ist in der
WO2016/046807 A2 beschrieben und umfasst mindestens eine in einem Container eingebaute Schiessanordnung
mit einem rohrförmigen Schiesskanal. Der Schiesskanal ist an seinem Endbereich offen,
d.h. die Zielfläche ist hinter dem Ende des Schiesskanals in einem Abstand positioniert
und noch weiter in Schussabgaberichtung dahinter befindet sich ein Geschossfang. Die
Schiessanlage ist zum Einbau in einen Raumcontainer vorgesehen. Für die Schussabgabe
ist eine ventilierte Schützenkabine vorgesehen. Wegen der offenen Bauweise ist es
zum Schallschutz gegenüber der Aussenwelt erforderlich, um den Schiesskanal herum
schallschützende Wände anzubringen. Die allgemein erwähnte Ventilierung der Schützenkabine
wirkt sich allerdings nicht direkt auf die aus der Mündung der Schusswaffe austretenden
Schadstoffe aus, da wohl die Mündung aus der Schützenkabine hinaus in den Schiesskanal
ragt.
[0007] Trotz der bislang erzielten Fortschritte besteht weiterhin ein Bedürfnis nach einer
verbesserten Infrastruktur zum Erlernen und Trainieren des Gebrauchs von Schusswaffen.
Darstellung der Erfindung
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demnach, eine verbesserte Schiessanordnung
bereitzustellen. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine mit einer derartigen
Schiessanordnung ausgestattete Schiessanlage anzugeben.
[0009] Gelöst werden diese Aufgaben durch die im Anspruch 1 definierte Schiessanordnung
sowie durch die im Anspruch 10 definierte Schiessanlage.
[0010] Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0011] Die erfindungsgemässe Schiessanordnung umfasst mindestens einen durchschussfest und
schallisolierend ausgebildeten Schiesskanal mit einem zur Schussabgabe vorgesehenen
Eingangsbereich und einem davon beabstandeten, als Zielregion vorgesehenen Endbereich,
sowie Positionierungsmittel, um den Schiesskanal in einer gewünschten Höhe ab Boden
und Ausrichtung zu positionieren. Dadurch, dass
- der Schiesskanal durch eine untere Bodenwand und durch eine beabstandet darüber angeordnete
Deckenwand begrenzt ist, wobei die Bodenwand und Deckenwand entweder im Wesentlichen
parallel zueinander oder in Schussabgaberichtung vertikal auseinanderlaufend sind,
wobei der Schiesskanal beim Eingangsbereich eine lichte Höhe von 0.8 bis 1.2 m und
beim Endbereich eine lichte Höhe von 0.8 bis 2.0 m aufweist, und dass
- der Endbereich durch einen als Geschossfang wirkenden, weichballistischen Abschlusskörper
gebildet ist, der zumindest die lichte Höhe im Endbereich des Schiesskanals überbrückt
und eine Schiessstrecke zwischen Eingangsbereich und Abschlusskörper definiert, und
dass
- eine Lüftungsvorrichtung vorhanden ist, mittels welcher der Eingangsbereich mit Frischluft
versorgbar und Abluft vom Eingangsbereich durch den Schiesskanal hindurch abführbar
ist,
ergeben sich erfindungsgemäss mehrere Vorteile.
[0012] Insbesondere ergibt die klar begrenzte Ausgestaltung des durchschussfesten Schiesskanals
mit einer Deckenwand und einer davon beabstandeten Bodenwand eine schusstechnische
Leitwirkung. Fehlschüsse durch falsche Handhabungen oder Fahrlässigkeit oder Unvorsichtigkeiten
können keinerlei Schaden an der Infrastruktur anrichten. Die Bauweise mit einem die
lichte Höhe des Schiesskanals überbrückenden Abschlusskörper verunmöglicht einen seitlichen
Austritt von schräg abgegefeuertern oder umgelenkten Geschossen aus dem Schiesstunnel.
Die weichballistische Ausgestaltung des Abschlusskörpers bewirkt einerseits eine Schallisolation
nach aussen und verhindert das Auftreten von zurückprallenden Geschossfragmenten.
Damit wird auch das Einsammeln der Geschosse erleichtert, da diese als Ganzes in einen
unterhalb des Abschlusskörpers befindlichen Auffangbehälter befördert werden können.
Gleichzeitig hat die Volumenbegrenzung des Schiesskanals auf die schusstechnisch bedingten
Masse der lichten Höhe zur Folge, dass die Frischluftversorgung bzw. das Abführen
der bei der Schussabgabe anfallenden Pulverdämpfe effizient möglich sind. Im Ergebnis
wird dadurch ein optimaler Schutz vor gesundheitsschädlicher Einwirkung der in den
Pulverdämpfen enthaltenen Schadstoffe erreicht, indem diese von der Mündung der Schusswaffe
hauptsächlich oder ausschliesslich durch den Schiesskanal hindurch abgeführt bzw.
in einem Filtersystem aufgefangen werden können.
[0013] Die erfindungsgemässe Schiessanordnung inklusive des Geschossfangs ist ausgelegt
insbesondere für die Verwendung von Kurzwaffenpatronen resp. gängige Kurzwaffenkaliber
mit einer Bewegungsenergie von bis zu 1'500 Joule und ist für das bewaffnete Sicherheitspersonal
wie Grenzwacht, Grenzschutz, Militär, Polizei und Angestellte von Sicherheitsdiensten
vorgesehen. Für derartige Schusswaffen und genannten Kaliber kann mit grundsätzlich
bekannten Materialien und Bauweisen eine Schiessanordnung gebaut werden, die auch
bei intensiverem Gebrauch nicht beschädigt wird. Für noch höher energetische Geschosse
muss ggf. eine mehrlagige und/oder zusätzlich verstärkte Konstruktion verwendet werden.
[0014] Im vorliegenden Zusammenhang ist unter dem Begriff "Schiessanlage" eine Gesamteinrichtung
zu verstehen, die sämtliche für einen geordneten Schiessbetrieb erforderlichen Komponenten
umfasst. Demgegenüber soll der Begriff "Schiessanordnung" denjenigen Teil einer Schiessanlage
bezeichnen, der erfindungsgemäss gewisse Komponenten einer Schiessanlage umfasst.
[0015] Im vorliegenden Zusammenhang ist der Begriff "Schiesskanal" als Gebilde zu verstehen,
das zumindest durch zwei sich gegenüberliegende, in Schussrichtung verlaufende Wände
begrenzt ist. Erfindungsgemäss wird der Schiesskanal zumindest durch eine untere Bodenwand
und eine obere Deckenwand begrenzt.
[0016] Der für den Schützen vorgesehene Schussabgabebereich kann in an sich bekannter Weise
als Schützenstand ausgestaltet sein. Er kann aber auch anders, beispielsweise als
einfache Plattform für die stehende, kniende oder liegende Schussabgabe ausgebildet
sein. Generell grenzt der Schussabgabebereich direkt an den Eingangsbereich des Schiesskanals
an und ist letzterem, in Schussabgaberichtung betrachtet, unmittelbar vorgelagert.
[0017] Die Begriffe "oben", "unten", "seitlich" sind im Zusammenhang mit einer Schiessanordnung
in betriebsbereiten Zustand, insbesondere in einer für den Betrieb vorgesehenen Ausrichtung
zu verstehen.
[0018] Im vorliegenden Zusammenhang sind geometrische Begriffe wie "parallel", "quadratisch",
"rechteckförmig" nicht im strengen mathematischen Sinn, sondern im Kontext der vorgesehenen
Anwendung zu verstehen. Demnach kann beispielsweise ein mehrere Meter langer Schiesskanal
auch noch dann als "parallel" bezeichnet werden, wenn er von der geometrischen Idealform
um einige Millimeter abweicht.
[0019] Als "lichte Höhe" des Schiesskanals ist fachüblich die an einer vorgegebenen Position
entlang der Schiessstrecke vorliegende freie Höhe, d.h. der Abstand zwischen Bodenwand
und Deckenwand im Inneren des Schiesskanals zu verstehen.
[0020] Als "Positionierungsmittel" sind jegliche Bauteile und Baugruppen zu verstehen, die
zur Anordnung und Fixierung des Schiesskanals in einer gewünschten Höhe ab Boden und
in einer gewünschten Ausrichtung geeignet sind. Diese können insbesondere als Rahmenkonstruktion
realisiert sein. Je nach Einsatzbereich können variable bzw. verstellbare Positionierungsmittel
vorgesehen sein, die beispielsweise eine Höhenverstellung und/oder eine Neuausrichtung
des Schiesskanals erlauben.
[0021] Geeignete Materialien zum Bau des Schiesskanals sind Aramidplatten, Polyäthylenplatten,
Hardox 500-Stahl, Stahl mit hoher Festigkeit oder andere Verbundmaterialien aus weich-
oder hartballistischen Materialien oder eine Mischung daraus. Der Schiesstunnel kann
zur besseren Stabilität auch Verstärkungsrippen, Verstärkungsstreben, Verschraubungen
oder Verschweissungen aufweisen. Vorteilhafterweise wird die schallisolierende Wirkung
unter anderem durch eine schallabsorbierende Auskleidung erzielt, welche aus den für
diesen Zweck bekannten Werkstoffen wie Steinwolle, Schlackenwolle, Glaswolle, Filz,
Schaumstoffen und Weichmatten gebildet ist. Sie sollte flammhemmend, schwer brennbar,
formbeständig und wasserfest sein. Die Schalldämmung ist zweckmässigerweise an der
Aussenwand des Schiesskanals angeordnet und kann durch eine Verkleidungsschicht abgedeckt
sein.
[0022] Je nach Anwendungsbereich kann der Schiesskanal unterschiedlich ausgestaltet sein.
Bei einer Ausführungsform (Anspruch 2) weist der Schiesskanal ein rechteckförmiges,
insbesondere quadratisches Querschnittprofil auf. Mit anderen Worten ist der Schiesskanal
in vertikaler Richtung durch die Bodenwand und Deckenwand und zudem in horizontaler
Richtung durch je eine Seitenwand begrenzt. Bei einer Ausführungsform weist der Schiesskanal
in Schussrichtung ein im Wesentlichen konstantes Querschnittprofil auf. Ein derartig
ausgebildeter Schiesskanal ist besonders für ein Grundtraining geeignet, bei dem die
Schussabgabe im Wesentlichen entlang einer vorgegebenen Achse erfolgen soll. Im Folgenden
wird hierfür auch kurz der Begriff "lineare Schiessanordnung" verwendet.
[0023] Gemäss einer anderen Ausführungsform (Anspruch 3) ist der Schiesskanal fächerförmig,
in Schussrichtung horizontal sich aufweitend ausgebildet. Eine derartige sektorförmige
Schiessanordnung ist besonders für ein anspruchsvolleres Schiesstraining verwendbar,
bei dem der Schütze beispielsweise in schneller Folge unterschiedliche Ziele in verschiedenen
Richtungen beschiessen soll. Je nach Anforderungen und Raumverfügbarkeit kann eine
derartige Schiessanlage unterschiedliche horizontale Sektorwinkel von beispielsweise
ungefähr 30º, 90º, aber auch 180º, 270º oder sogar 360º aufweisen. Im Folgenden wird
hierfür auch kurz der Begriff "sektorförmige Schiessanordnung" verwendet.
[0024] Bei einer weiteren Ausführungsform (Anspruch 4) umfasst die Schiessanordnung mindestens
zwei nebeneinander angeordnete Schiesskanäle. Damit ergibt sich die Möglichkeit, eine
entsprechend höhere Anzahl von Schützen gleichzeitig trainieren zu lassen. Daraus
ergibt sich selbstredend eine erhöhte Nutzung bzw. eine entsprechend erhöhte Wirtschaftlichkeit.
Es versteht sich, dass Schiessanordnungen mit mehreren nebeneinander angeordneten
Schiesskanälen vornehmlich für Schiesskanäle mit konstantem oder annähernd konstantem
Querschnittprofil und weniger für sektorförmige Schiesskanäle geeignet sind.
[0025] Die vertikale Positionierung der Schiessanordnung kann je nach Anwendung unterschiedlich
gewählt werden. Gemäss einer vorteilhaften Ausführungsform (Anspruch 5) ist der Schiesskanal
so angeordnet, dass sich die Bodenwand im Eingangsbereich maximal 0.9 bis 1.1 m ab
Boden befindet. Dies umfasst den Fall, dass die Bodenwand praktisch direkt auf Boden
liegt, was insbesondere für die liegende Schussabgabe zweckmässig ist. Andererseits
eignet sich die erwähnte Maximalhöhe für die stehende Schussabgabe durch eine erwachsene
Person. Der Begriff "Boden" im Zusammenhang mit der vertikalen Positionierung der
Schiessanordnung bezieht sich auf das Bodenniveau im Eingangsbereich, also dort, wo
sich der Schütze bei der Schussabgabe befindet.
[0026] Grundsätzlich bestehen für die Länge der Schiessstrecke keine besonderen Einschränkungen.
Zweckmässig ist es jedoch (Anspruch 6), dass die Schiessstrecke eine Länge von 1 bis
25 m hat. Die Länge der Schiessstrecke richtet sich insbesondere nach der verwendeten
Schusswaffe, aber auch nach den Fähigkeiten des Schützen und dem angestrebten Zweck
des Trainings.
[0027] Für die Ausgestaltung der Zielfläche kommen verschiedenste, an sich bekannte Realisierungsarten
in Frage. Vorteilhaft ist es (Anspruch 7), wenn die Schiessanordnung mit einer in
gewünschter Position entlang der Schiessstrecke positionierbaren Zielfläche und vorzugsweise
mit Mitteln zum Erfassen von Treffern ausgestattet ist. Grundsätzlich kann hierfür
eine herkömmliche Laufscheibenanlage vorgesehen werden, bei der die Zielfläche nach
der Schussangabe zwecks Trefferauswertung zum Schützen gefahren wird. Vorteilhaft
sind aber auch optische oder optoelektronische Ausführungsformen, bei denen die Trefferauswertung
ohne Verschieben der Zielfläche erfolgt. Je nach Anwendungsbereich kann die Zielfläche
mit einem permanenten Motiv versehen sein oder sie wird als Anzeigefläche für ein
aufprojiziertes Motiv verwendet. Das Zielscheibenmotiv ist an sich beliebig und kann
insbesondere als klassisches Motiv mit konzentrischen Kreisflächen oder aber als Kampftrainingsmotiv
mit Personensilhouetten oder als Jagdmotiv mit Tiersilhouette gewählt werden. Es ist
vorgesehen, dem Schützen mittels einer digitalen Auswertungseinrichtung und entsprechenden
Anzeigegeräten eine Rückmeldung über die soeben erfolgte Schussabgabe und ggf. korrigierende
Anweisungen zur Verfügung zu stellen. Die besagte Einrichtung kann auch zur audiovisuellen
Wiedergabe von Lehr- bzw. Trainingsprogrammen vorgesehen sein.
[0028] Vorteilhafterweise ist der Endbereich der Schiessanordnung mit einer Einrichtung
zum Sammeln von Projektilen ausgestattet. Aufgrund des verwendeten weichballistischen
Geschossfangs findet praktisch keine Zersplitterung und auch keine Deformation der
Projektile statt, sodass diese in einem unterhalb des Geschossfangs angeordneten Behälter
eingesammelt werden können. Das Einsammeln der Projektile erlaubt in höchst erwünschter
Weise ein Recycling des Projektilmaterials und trägt damit zum Umweltschutz bei.
[0029] Auch für die Ausgestaltung der Lüftungsvorrichtung kommen verschiedene Ausführungsvarianten
in Frage. Grundsätzlich soll mit der Lüftungsvorrichtung eine kontinuierliche Beförderung
von Luft bewirkt werden derart, dass der Eingangsbereich mit Frischluft versorgt und
Abluft vom Eingangsbereich durch den Schiesskanal hindurch abgeführt wird. Nach gegenwärtigen
europäischen Richtlinien wird hierfür eine Strömungsgeschwindigkeit von 0.25 bis 0.3
m/s gefordert. Für ein beispielhaftes Kanalprofil von 80 x 140 cm entspricht dies
einem Volumenfluss von 1'000 bis 1'200 m
3/h.
[0030] Da der als Abschluss wirkende Geschossfang nur eine begrenzte Luftdurchlässigkeit
aufweist, weist der Schiesskanal in der Nähe des Endbereichs zweckmässigerweise mindestens
eine Luftaustrittsöffnung auf. Prinzipiell kann die Lüftungsvorrichtung in einem einfachen
Durchluftmodus betrieben werden, bei dem Frischluft aus der freien Umgebung angesaugt
und die Abluft an anderer Stelle, ggf. gefiltert, wieder an die Umgebung abgegeben
wird. Je nach Situation und Jahreszeit kann es erforderlich sein, die Lufttemperatur
in der Schiessanordnung mittels einer Heizvorrichtung, eines Kühlaggregates und/oder
eines Wärmetauschers in einem gewünschten Bereich zu halten. Gemäss einer vorteilhaften
Ausführungsform (Anspruch 8) ist die Lüftungsvorrichtung als Umluftanlage ausgebildet
und mit einer Filtereinrichtung, beispielsweise mit einem Schwebstoff-Filter (HEPA-Filter)
ausgestattet. Es versteht sich, dass eine Umluftanlage nicht als geschlossener Kreislauf
im strengen Sinn betrieben wird, sondern dass stets für eine ausreichende Zufuhr von
Sauerstoff und eine Abfuhr von CO
2 und anderen Abgasen gesorgt werden muss.
[0031] Bei einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung (Anspruch 9) ist der vor dem Eingangsbereich
befindliche Schussabgabebereich mit einer zusätzlichen Luftzufuhreinrichtung ausgestattet.
Auch bei dieser Ausgestaltung wird der für die effiziente Abführung der Pulverdämpfe
erforderliche Luftstrom durch die an den Eingangsbereich des Schiesskanals angeschlossene
Lüftungsvorrichtung geleistet. Die zusätzliche Luftzufuhreinrichtung im Schussabgabebereich
sorgt darüber hinaus für angemessene Sauerstoffzufuhr und ggf. Temperierung in der
Umgebung des Schützen. Dank einer Sogwirkung des hauptsächlichen Luftstroms im Schiesskanal
ist für die zusätzliche Luftzufuhreinrichtung eine vergleichsweise geringere Leistung
erforderlich.
[0032] Die erfindungsgemässe Schiessanlage, umfasst ein Raumgehäuse sowie eine darin eingebaute
erfindungsgemässe Schiessanordnung. Es handelt sich somit um eine sogenannte Raumschiessanlage.
Das als äussere Hülle wirkende Raumgehäuse muss offensichtlich genügend gross sein,
um die Raumschiessanlage aufzunehmen, ist aber ansonsten in seiner Ausgestaltung keinen
besonderen Bedingungen unterworfen.
[0033] Gemäss einer vorteilhaften Variante wird als Raumgehäuse ein Raumcontainer, also
ein standardisierter Raumbehälter für Land- und Schifftransporte oder Bürocontainer,
verwendet. Typischerweise kann darin eine einzelne oder eine doppelte lineare Schiessanordnung
untergebracht werden. Damit wird es auch möglich, die gesamte Raumschiessanlage mit
vergleichsweise geringem Aufwand zu transportieren. Wesentlich grössere Raumschiessanlagen
lassen sich beispielsweise durch eine Anordnung von mehreren Raumcontainern realisieren,
wobei deren Seiten- und/oder Trennwände teilweise zu entfernen sind. Es ist aber auch
möglich, eine Schiessanordnung in einem Gebäude, beispielsweise in einem Kellerraum
eines Wohnhauses oder in einem Industriegebäude unterzubringen. Insbesondere ist es
auch möglich und zweckmässig, in einem grösseren Raumgehäuse eine Mehrzahl identischer
oder unterschiedlicher Schiessanordnungen unterzubringen. Beispielsweise kann eine
Anzahl von linearen Schiessanordnungen nebeneinander und ggf. zusätzlich eine oder
mehrere sektorförmige Schiessanordnungen in einer Industriehalle untergebracht werden.
[0034] Vorteilhaft ist zudem generell eine modulare Bauweise. Insbesondere ist bei einer
Ausführungsform der Schiessanlage (Anspruch 10) mindestens eine an den Eingangsbereich
der Schiessanordnung ankoppelbare Raumbox vorgesehen. Vorzugsweise kommt ein Baukastensystem
zum Einsatz, bei dem je nach Bedürfnis mehrere Raumboxen mit unterschiedlichen Funktionen
aneinander koppelbar sind. Beispielsweise können Raumboxen als Eingangs- bzw. Aufenthaltsraum,
als Garderobenraum und als Technikraum vorgesehen werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0035] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher
beschrieben, dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Schiessanordnung, in einer vertikalen Schnittdarstellung,
- Fig. 2
- die Schiessanordnung der Fig. 1, als Grundriss;
- Fig. 3
- einen Teil einer Schiessanordnung mit konstanter lichter Höhe, in einer vertikalen
Schnittdarstellung;
- Fig. 4
- einen Teil einer Schiessanordnung mit in Schiessrichtung zunehmender lichter Höhe,
in einer vertikalen Schnittdarstellung;
- Fig. 5
- eine Schiessanordnung mit zwei nebeneinander angeordneten Schiesskanälen, als Grundriss;
- Fig. 6
- eine Schiessanlage mit einer Schiessanordnung mit vier nebeneinander angeordneten
Schiesskanälen, in einer rückwärtigen Ansicht;
- Fig. 7
- eine Schiessanordnung mit einem fächerförmig, in Schussrichtung horizontal sich aufweitenden
Schiesskanal, in einer rückwärtigen Ansicht;
- Fig. 8
- eine Schiessanlage, mit der Schiessanordnung von Fig. 7 und einem vorgelagerten Schützenstand,
als Grundriss; und
- Fig. 9
- Teile einer modularen Schiessanlage, a) im zusammengebauten Zustand, und b) in teilweise
zerlegtem Zustand, jeweils in einer perspektivischen Darstellung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0036] Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Schiessanordnung umfasst einen durchschussfest
und schallisolierend ausgebildeten Schiesskanal 2 mit einem zur Schussabgabe vorgesehenen
Eingangsbereich 4 und einem davon beabstandeten, als Zielregion vorgesehenen Endbereich
6. Weiterhin umfasst die Schiessanordnung eine Anzahl von hier nur schematisch dargestellten
Positionierungsmitteln 8, mittels welcher der Schiesskanal in einer gewünschten Höhe
ab dem Boden 10 und in gewünschter Ausrichtung fixierbar ist. Der Schiesskanal 2 wird
durch eine untere Bodenwand 12 und durch eine beabstandet darüber angeordnete Deckenwand
14 sowie durch Seitenwände 15 begrenzt, wobei im gezeigten Beispiel die Bodenwand
und Deckenwand einerseits und die beiden Seitenwände andererseits jeweils im Wesentlichen
parallel zueinander sind. Der Schiesskanal weist beim Eingangsbereich eine lichte
Höhe h1 von 0.8 bis 1.2 m und beim Endbereich eine lichte Höhe h2 von 0.8 bis 2.0
m auf. Der Endbereich ist durch einen als Geschossfang wirkenden, weichballistischen
Abschlusskörper 16 gebildet, der zumindest die lichte Höhe h2 im Endbereich des Schiesskanals
überbrückt. Dabei wird eine Schiessstrecke L zwischen Eingangsbereich und Abschlusskörper
definiert. Als Zielregion kann insbesondere eine als Zielfläche 18 gestaltete, dem
Schützen zugewandte Seite des Abschlusskörpers vorgesehen sein. Ferner weist die Schiessanordnung
eine schematisch dargestellte Lüftungsvorrichtung 20 auf, mittels welcher der Eingangsbereich
4 des Schiesskanals 2 mit Frischluft versorgbar und Abluft vom Eingangsbereich durch
den Schiesskanal hindurch abführbar ist. Bei der gezeigten Lüftungsvorrichtung wird
Frischluft mittels einer hier nicht dargestellten Umwälzpumpe über einen Zufuhrkanal
22 durch Luftzufuhröffnungen 24 in den Eingangsbereich 4 geführt. Anschliessend wird
die Luft durch den Schiesskanal hindurch befördert und verlässt diesen durch eine
im Endbereich 6 befindliche Austrittsöffnung 26 und passiert danach eine Filtereinrichtung
28. Im gezeigten Beispiel gibt es zudem einen beidseitig des Schiesskanals angeordneten
Abführkanal 30, welcher von der Filtereinrichtung 28 her die nunmehr gereinigte Luft
zurück in den Zufuhrkanal 22 führt. Je nach Bedarf wird noch weitere Luft aus der
Umgebung durch eine nicht dargestellte Eintrittsöffnung zudosiert.
[0037] Im Beispiel der Fig. 1 und 2 befindet sich ein Schütze S in stehender Position in
einem Schussabgabebereich 32, welcher direkt dem Eingangsbereich 4 vorgelagert ist.
Der Schussabgabebereich 32 ist im gezeigten Beispiel mit einer zusätzlichen Luftzufuhr
34 ausgestattet, welche insbesondere für erforderlichenfalls geheizte oder gekühlte
Frischluft vorgesehen ist. Die Ausgestaltung des Schussabgabebereichs umfasst im gezeigten
Beispiel eine horizontale Auflagefläche 36, auf der beispielsweise die Schusswaffe
oder andere Gegenstände abgestellt werden können.
[0038] Die Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform mit einer über die gesamte Schiessstrecke im
Wesentlichen konstanten lichten Höhe h1 = h2, welche, je nach gewünschter Anwendung
und Schiessstrecke, im Bereich von 0.8 bis 1.2 m liegt. Der Schiesskanal 2 ist mittels
der Positionierungsmittel 8 im Wesentlichen horizontal aufgestellt, wobei sich die
Bodenwand 12 in einer Höhe b ab Boden 10 befindet. Für die hier gezeigte stehende
Schussabgabe durch eine erwachsene Person beträgt die Höhe b ab Boden zweckmässigerweise
etwa 0.6 m.
[0039] Die Fig. 4 zeigt eine Ausführungsform mit einer in Schiessrichtung zunehmenden lichter
Höhe, welche ausgehend von h1 = 0.8 bis 1.2 m im Eingangsbereich auf einen entsprechend
grösseren Wert h2 im Endbereich zunimmt, wobei die lichte Höhe h2 auf maximal 2.0
m beschränkt ist. Im gezeigten Beispiel ist die Bodenwand 12 im Wesentlichen horizontal
ausgerichtet. In weiteren, nicht dargestellten Ausführungsformen kann die Bodenwand
20 geneigt, insbesondere in Schussrichtung abwärts oder aufwärts geneigt sein.
[0040] Die Fig. 5 zeigt eine Schiessanordnung für zwei nebeneinander befindliche Schützen
Sa und Sb, welche zwei nebeneinander angeordnete Schiesskanäle 2a, 2b mit zugehörigen
Bereichen 16a, 16b des weichballistischen Abschlusskörpers umfasst. Die entsprechenden
Schussabgabebereiche 32a, 32b sind zweckmässigerweise durch eine vertikale Trennwand
38 voneinander abgegrenzt. Im gezeigten Beispiel sind die Schussabgabebereiche auf
der von der Trennwand abgewandten Seite zusätzlich mit einem vertikalen Wandabschnitt
40a, 40b ausgestattet.
[0041] Die Fig. 6 bis 8 zeigen weitere Ausgestaltungen, welche teilweise die bereits oben
erwähnten Bestandteile aufweisen. Nachfolgend werden deshalb nur ausgewählte zusätzliche
Bestandteile erläutert.
[0042] Die Fig. 6 zeigt eine Schiessanlage mit einer innerhalb eines Raumgehäuses mit einer
Raumdecke 42 und einem Raumboden 10 befindlichen Schiessanordnung. Letztere weist
vier nebeneinander angeordnete lineare Schiesskanäle 2a, 2b, 2c, 2d für ebenso viele
Schützen Sa, Sb, Sc, Sd auf. Ebenfalls dargestellt sind obere Öffnungen 34a, 34b,
34c, 34d für zusätzliche Luftzufuhr.
[0043] Die Fig. 7 zeigt eine Schiessanordnung mit einem fächerförmig, in Schussrichtung
horizontal sich aufweitenden Schiesskanal 2. Der Schussabgabebereich 32 ist offen
gestaltet und grenzt an den Eingangsbereich 4 an, wobei letzterer mit seitlichen Abschlusswänden
44a, 44b versehen ist. Im gezeigten Beispiel ist die halbkreisförmige Zielfläche 18
mit einem vorzugsweise aufprojizierten Motiv M ausgestattet.
[0044] Die Fig. 8 zeigt eine weitere fächerförmige Schiessanordnung, wobei der Schussabgabebereich
32 mit einem vorgelagerten Schützenstand 46 versehen ist. Letzterer wird durch die
hier nicht dargestellte Lüftungsvorrichtung mit Frischluft versorgt.
[0045] Eine Realisierungsmöglichkeit für eine modulare Schiessanlage ist in der Fig. 9 illustriert.
Diese umfasst grundsätzlich eine Schiessanordnung mit zwei nebeneinander angeordneten
Schiesskanälen 2a, 2b, die in einem nicht näher dargestellten Raumcontainer R untergebracht
ist. Im gezeigten Beispiel sind neben der Schiessanordnung zwei Wandelemente 48a,
48b vorgesehen, die insbesondere als zusätzliche akustische Abschirmung dienen. Zweckmässigerweise
ist mindestens ein Wandelement mit einem Wartungseingang 50 ausgestattet.
[0046] Ebenfalls im Raumcontainer untergebracht sind vier an den Eingangsbereich 4 der Schiessanordnung
sequenziell ankoppelbare Raumboxen 52a, 52b, 52c, 52d, welche zweckmässigerweise unterschiedliche
Funktionalitäten bieten. Im vorliegenden Beispiel ist die direkt an den Eingangsbereich
4 angekoppelte erste Raumbox 52a als Instruktionsraum und/oder erweiterter Schützenstand
für den Schussabgabebereich 32 vorgesehen. Die an die erste Raumbox angekoppelte zweite
Raumbox 52b ist als Technikraum vorgesehen und beherbergt insbesondere die erforderlichen
Einrichtungen zur Versorgung, Steuerung, Klimatisierung und Überwachung der Schiessanlage
erforderlichen Gerätschaften. Die an die zweite Raumbox angekoppelte dritte Raumbox
52c ist als Garderoberaum vorgesehen und kann beispielsweise Schliessfächer enthalten.
Die an die dritte Raumbox angekoppelter vierte Raumbox 52d ist als Eingangs- und Aufenthaltsraum
vorgesehen. Die lösbare Ankoppelung der modular zusammensetzbaren Raumboxen erfolgt
mit an sich bekannten Verbindungselementen und Ausrichtungshilfen.
[0047] Die in der Fig. 9 gezeigte Schiessanordnung ist insbesondere zur Unterbringung in
einem einzelnen ISO-Container gedacht, wobei die einzelnen Schiesskanäle 2a, 2b eine
Abmessung von 700 x 80 x 140 cm (LxBxH) haben. Es versteht sich, dass bei Verwendung
von mehreren nebeneinander angeordneten Containern zur Bildung eines grösseren Raumgehäuses
auch grössere und anders geformte Raumboxen implementiert werden können. Ein weiteres
Merkmal der Schiessanordnung ist deren Ausstattung mit einer Laufscheibenanlage 54,
bei der die jeweilige Zielfläche 18 zwischen einer Arbeitsstellung im Ausgangsbereich
des Schiesskanals und einer Ablesestellung im Eingangsbereich des Schiesskanals verschiebbar
ist.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 2, 2a, 2b
- Schiesskanal
- 4
- Eingangsbereich
- 6
- Ausgangsbereich
- 8
- Positionierungsmittel
- 10
- Boden, Raumboden
- 12
- Bodenwand
- 14
- Deckenwand
- 15
- Seitenwand
- 16, 16a, 16b
- Abschlusskörper
- 18
- Zielfläche
- 20
- Lüftungsvorrichtung
- 22
- Zufuhrkanal
- 24
- Luftzufuhröffnung
- 26
- Austrittsöffnung
- 28
- Filtereinrichtung
- 30
- Abführkanal
- 32, 32a, 32b, 32c, 32d
- Schussabgabebereich
- 34
- zusätzliche Luftzufuhr
- 36
- Auflagefläche
- 38
- vertikale Trennwand
- 40a, 40b
- vertikaler Wandabschnitt
- 42
- Raumdecke
- 44a, 44b
- seitliche Abschlusswand
- 46
- Schützenstand
- 48a, 48b
- Akustikwandelemente
- 50
- Wartungseingang
- 52a, 52b, 52c, 52d
- Raumbox
- 54
- Laufscheibenanlage
- R
- Raumcontainer
1. Schiessanordnung, umfassend:
- mindestens einen durchschussfest und schallisolierend ausgebildeten Schiesskanal
(2) mit einem zur Schussabgabe vorgesehenen Eingangsbereich (4) und einem davon beabstandeten,
als Zielregion vorgesehenen Endbereich (6), und
- Positionierungsmittel (8), um den Schiesskanal in einer gewünschten Höhe ab Boden
(10) und Ausrichtung zu positionieren,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Schiesskanal durch eine untere Bodenwand (12) und durch eine beabstandet darüber
angeordnete Deckenwand (14) begrenzt ist, wobei die Bodenwand und Deckenwand entweder
im Wesentlichen parallel zueinander oder in Schussabgaberichtung vertikal auseinanderlaufend
sind, wobei der Schiesskanal beim Eingangsbereich eine lichte Höhe (h1) von 0.8 bis
1.2 m und beim Endbereich eine lichte Höhe (h2) von 0.8 bis 2.0 m aufweist,
- der Endbereich durch einen als Geschossfang wirkenden, weichballistischen Abschlusskörper
(16) gebildet ist, der zumindest die lichte Höhe (h2) im Endbereich des Schiesskanals
überbrückt und eine Schiessstrecke (L) zwischen Eingangsbereich und Abschlusskörper
definiert, und
- eine Lüftungsvorrichtung (20) vorhanden ist, mittels welcher der Eingangsbereich
mit Frischluft versorgbar und Abluft vom Eingangsbereich durch den Schiesskanal hindurch
abführbar ist.
2. Schiessanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schiesskanal ein rechteckförmiges, insbesondere quadratisches Querschnittprofil
aufweist.
3. Schiessanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schiesskanal fächerförmig, in Schussrichtung horizontal sich aufweitend ausgebildet
ist.
4. Schiessanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens zwei nebeneinander angeordnete Schiesskanäle (2a, 2b) umfasst.
5. Schiessanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schiesskanal so angeordnet ist, dass sich die Bodenwand (12) im Eingangsbereich
maximal 0.9 bis 1.1 m ab Boden (10) befindet.
6. Schiessanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schiessstrecke 1 bis 25 m beträgt.
7. Schiessanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dass sie mit einer in gewünschter
Position entlang der Schiessstrecke positionierbaren Zielfläche (18) und vorzugsweise
mit Mitteln zum Erfassen von Treffern ausgestattet ist.
8. Schiessanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Lüftungsvorrichtung (20) als Umluftanlage ausgebildet ist und mit einer Filtereinrichtung
(28) ausgestattet ist.
9. Schiessanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein vor dem Eingangsbereich befindlicher Schussabgabebereich (34) mit einer zusätzlichen
Luftzufuhreinrichtung (34) ausgestattet ist.
10. Schiessanlage, umfassend ein Raumgehäuse (R) sowie eine darin eingebaute Schiessanordnung
nach einem der vorangehenden Ansprüche.
11. Schiessanlage nach Anspruch 10, welche mindestens eine an den Eingangsbereich (4)
der Schiessanordnung ankoppelbare Raumbox (52a, 52b, 52c, 52d) umfasst.