Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Pressmaschine, insbesondere eine handgeführte
Pressmaschine, zum Verpressen von rohrförmigen Werkstücken, sowie ein Verfahren zum
Betreiben einer Pressmaschine.
Stand der Technik
[0002] Im Stand der Technik sind Verfahren zum Verpressen von rohrförmigen Werkstücken,
insbesondere Rohre in der Installationstechnik, bekannt. In einem bekannten Verfahren
werden zwei Rohre mittels eines Pressfittings unlösbar miteinander verbunden. Hierzu
werden die Rohre in Öffnungen eines Pressfittings eingeführt, der zur Abdichtung mit
den Rohren Polymerdichtungen aufweist. Nach dem Einführen der zu verbindenden Rohre
wird der Pressfitting mittels einer geeigneten Pressmaschine verpresst, also so plastisch
verformt, dass die eigesteckten Rohre nicht mehr herausgezogen werden können und die
Dichtung sicher abdichtet.
[0003] Das Verpressen wird mit einem handgeführten und motorbetriebenen Presswerkzeug durchgeführt,
das austauschbare Werkzeuge, wie beispielsweise Pressbacken mit unterschiedlichen
Größen und Geometrien aufweisen kann. Daneben sind Presswerkzeuge auch für andere
Aufgaben bekannt, beispielsweise werden Presswerkzeuge zum Pressen, Crimpen oder Schneiden
von Werkstücken, beispielsweise in der Elektroindustrie, verwendet.
[0004] Bei einer handgeführten Pressmaschine werden die Pressbacken zum Verpressen um den
Pressfitting herum angeordnet. Beim Schließen der Pressbacken wird eine Kraft auf
die Oberfläche des Pressfittings ausgeübt, so dass der Fitting zusammengedrückt wird
und sich dabei plastisch verformt, wodurch die Werkstücke sicher miteinander verbunden
werden. Hierbei können auch die innenliegenden Rohre eine plastische Verformung erfahren.
[0005] Der Pressvorgang wird bei Pressmaschinen des Standes der Technik in der Regel dadurch
beendet, dass bei Erreichen eines bestimmten Maximaldrucks ein Überdruckventil geöffnet
wird. Durch den festgelegten Maximaldruck stellt man sicher, dass eine geeignet hohe
Presskraft auf das Werkstück ausgeübt wurde, um eine ausreichende Verpressung zu gewährleisten.
[0006] So ist aus der Druckschrift
EP 2 501 523 B1 ein handgeführtes Pressgerät zum Verpressen eines Pressfittings in der Installationstechnik
und zum Verpressen von Kabelschuhen bekannt. Zur Erzeugung der erforderlichen hohen
Presskräfte ist das Presswerkzeug mit einer elektrohydraulischen Umwandlungseinrichtung
verbunden. Als Antriebsmotor wird ein bürstenloser Elektromotor verwendet. Sobald
die erforderliche Presskraft erreicht ist, öffnet ein Überdruckventil und die Motordrehzahl
steigt sprunghaft an. Dies wird von einer Steuerung des Pressgeräts erkannt und der
Elektromotor nachfolgend abgeschaltet.
[0007] Das Beenden des Pressvorgangs mittels eines fest eingestellten Überdruckventils hat
jedoch den Nachteil, dass bei Erreichen des Maximaldrucks die Pressbacken des Presswerkzeugs
bereits aneinander anliegen und keine Verformung am Werkstück mehr stattfinden kann.
Der Fitting wurde zuvor während des Pressvorgangs bereits maximal möglich zusammengepresst
und kann keine weitere plastische Verformung mehr erfahren. Das direkte Aufeinanderdrücken
der Pressbacken führt naturgemäß zu einer starken Abnutzung am Werkzeug, an den Kraftübertragungsteilen
und am Antriebsmotor. Darüber hinaus wird unnötig elektrische Energie verbraucht.
[0008] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Pressmaschine bereitzustellen,
welche die oben genannten Probleme überwindet und eine sichere und haltbare Pressverbindung
zwischen rohrförmigen Werkstücken erreicht, ohne dass ein unnötiger Verschleiß an
der Pressmaschine und unnötiger Energieverbrauch auftritt. Weiterhin soll eine entsprechendes
Verfahren zum Betreiben einer Pressmaschine bereitgestellt werden.
Zusammenfassung der Erfindung
[0009] Zumindest eines der oben genannten Probleme wird erfindungsgemäß durch eine Pressmaschine
gemäß Anspruch 1 und einem Verfahren zum Betreiben einer Pressmaschine gemäß Anspruch
10 gelöst.
[0010] Insbesondere wird zumindest ein Problem gelöst durch eine Pressmaschine, zum plastischen
Verformen eines rohrförmigen Werkstücks, insbesondere eines Fittings, wobei die Pressmaschine
einen Motor aufweist, sowie Pressbacken, die vom Motor angetrieben werden und im Betrieb
eine Kraft auf das Werkstück aufbringen können, eine Kraftübertragungseinheit, die
mit dem Motor und den Pressbacken gekoppelt ist, um eine Kraft vom Motor auf die Pressbacken
zu übertragen, mindestens eine Sensoreinheit zum Messen von mindestens einem Pressparameter,
und eine Steuerung, welche den aktuell gemessenen Wert des Pressparameters von der
Sensoreinheit empfängt und mit diesem die Steigung einer Pressparameterkurve des Pressparameters
bestimmt, wobei die Steuerung einen Pressvorgang vor Erreichen einer maximal möglichen
Presskraft beendet, wenn die Steigung der Pressparameterkurve des Pressparameters
ein Abschaltkriterium erfüllt.
[0011] Bei der vorliegenden Erfindung wird die Steigung, also der Anstieg einer Pressparameterkurve
überwacht, die sich während des Pressvorgangs ergibt. Der Anstieg ist dabei charakteristisch
für die Erhöhung der Presskraft auf das Werkstück mit fortschreitendem Pressvorgang.
Wenn das Werkstück am Ende die maximale Verformung erlangt hat und die Pressbacken
der Pressmaschine ganz geschlossen sind, erfolgt mit weiterem Druckanstieg lediglich
eine elastische Verformung an den Pressbacken. Dabei kann ein rein linearer Anstieg
der Werte eines Pressparameters erkannt werden, z.B. bei einem hydraulischen Pressgerät
ein rein linearer Anstieg in der Druck-Zeit-Kurve oder Strom-Zeit-Kurve. Dieser charakteristische
Anstieg am Ende des Pressvorgangs wird von der Steuerung genutzt, um den Motor der
Pressmaschine bereits vor Erreichen einer maximal möglichen Presskraft abzustellen
und so den Pressvorgang zu beenden.
[0012] Das automatische Beenden des Pressvorgangs vor Erreichen der maximal möglichen Presskraft
der Maschine aufgrund der Auswertung der Steigung mindestens einer Pressparameterkurve,
verhindert ein weiteres unnötiges Aufeinanderpressen der Pressbacken, was zu einer
Verringerung der Belastung und des Verschleißes der Pressbacken und anderer Teile
der Maschine und zu einer des Energie- und Zeitersparnis führt. Eine zusätzliche Interaktion
eines Benutzers zum Beenden des Pressvorgangs ist nicht notwendig.
[0013] Der Vergleich der Steigung der Pressparameterkurve der gemessenen Werte des mindestens
einen Pressparameters mit einem Abschaltkriterium berücksichtigt dabei automatisch
die Eigenschaften des zu verpressenden Werkstücks, beispielsweise das Material, die
Größe, die Bauform etc., ohne, dass diese Eigenschaften im Einzelnen der Pressmaschine
vor dem jeweiligen Pressvorgang bekannt gemacht werden müssten. Das Abschaltkriterium
ist unabhängig von den einzelnen Eigenschaften des zu verpressenden Werkstücks. Aufgrund
der Überwachung der Steigung der Pressparameterkurve kann die Steuerung den Pressvorgang
zuverlässig nach der plastischen Verformung des Werkstücks beenden, unabhängig davon,
ab welcher Höhe der Presskraft keine plastischen Verformung des Werkstücks mehr auftritt.
[0014] Bei der Auswertung können ein oder mehrere Pressparameter in beliebiger Kombination
berücksichtigt werden. Die Berücksichtigung von gleichzeitig mehreren Pressparametern
stärkt dabei aufgrund von Redundanz die Robustheit der Analyse gegenüber sogenannten
Ausreisern, d.h. zufälligen Abweichungen.
[0015] Es können verschiedene Sensoren zum Messen von gleichen oder unterschiedlichen Pressparametern
für die Auswertung mit der vorliegenden Steuerung verwendet werden.
[0016] Das jeweilige Abschaltkriterium kann auf den jeweiligen Prozessparameter oder auf
eine Kombination der Prozessparameter angepasst sein.
[0017] Bevorzugt zeigt das Abschaltkriterium an, dass bei einer Fortsetzung des Pressvorgangs
nur noch eine elastische Verformung an den Pressbacken auftritt. Dies ist der Fall,
wenn die Pressbacken vollständig geschlossen sind und keine plastische Verformung
des Werkstücks mehr erfolgt. Die Abschaltkriterien sind bevorzugt vorbestimmte Werte
der Steigung für eine bestimmte Pressparameterkurve, aufgrund der die Steuerung automatisch
entscheiden kann, wann der aktuelle Pressvorgang beendet wird.
[0018] Bevorzugt ist die Kraftübertragungseinheit ein hydraulisches System und die Sensoreinheit
ist ein Drucksensor, welcher den Druck in dem hydraulischen System als Pressparameter
misst. Damit ist ein einfaches Adaptieren der erfindungsgemäßen Steuerung auf bestehende
elektro-hydraulische Pressmaschinen möglich. Über einen Drucksensor kann der Hydraulikdruck
als Prozessparameter einfach und zuverlässig gemessen werden und der Steuerung bereitgestellt
werden. Der Hydraulikdruck ist hierbei direkt proportional zu der am Werkzeug anliegenden
Presskraft, so dass über den Hydraulikdruck eine zuverlässige Bestimmung des Kraftverlaufs
an den Pressbacken möglich ist.
[0019] Wenn die Kraftübertragungseinheit bevorzugt ein mechanisches System ist, ist die
Sensoreinheit ein Kraftsensor, welcher die Kraft an einer Stelle in dem mechanischen
System als Pressparameter misst. Die Steuerung der vorliegenden Erfindung kann auch
auf Pressgeräte mit einer rein mechanischen Kraftübertragung angewendet werden. Bei
mechanischen Pressmaschinen wird eine Kraft von einem Motor über eine oder mehrere
Kraftübertragungseinheiten an die Pressbacken übertragen. In diesem Fall kann die
auftretende Kraft an verschieden Stellen im mechanischen System gemessen werden kann.
Hierzu können übliche Kraftmessdosen, Dehnmessstreifen oder ähnliche Sensoren verwendet
werden. Die gemessene Kraft ist in der Regel ebenfalls direkt proportional zu der
am Werkzeug anliegenden Presskraft, so dass über die Kraft eine zuverlässige Bestimmung
des Kraftverlaufs an den Pressbacken möglich ist.
[0020] Bevorzugt kann als Pressparameter weiterhin ein den Motor durchfließender Strom sein.
Dieser Strom kann mittels der Steuerung gemessen werden, die dann bevorzugt auch die
Aufgabe der Sensoreinheit übernimmt. Aus dem den Motor durchfließenden Strom kann
ebenfalls der Kraftverlauf an den Pressbacken abgeleitet werden.
[0021] Bevorzugt beendet die Steuerung den Pressvorgang erst dann, wenn zusätzlich zum Abschaltkriterium
ein vorher festgelegter Mindestwert für einen Pressparameter (P) überschritten wurde
und / oder wenn die Dauer des Pressvorgangs eine Mindestzeit überschritten hat. Hiermit
bleiben Anlaufeffekte zu Beginn des Pressvorgangs oder Bereiche des Pressvorgangs
unberücksichtigt in denen regelmäßig noch eine plastische Verformung des Werkstücks
stattfindet. Hiermit wird das Risiko von Fehlmessungen und einer ungewollten vorzeitigen
Beendigung des Pressvorgangs verringert. Eine zuverlässige Verpressung eines Werkstücks,
setzt in der Regel eine erreichte Mindestpresskraft voraus, so dass unter dieser Mindestpresskraft
kein automatisches Beenden des Pressvorgangs erfolgen soll.
[0022] Bevorzugt gibt die Steigung der Pressparameterkurve den zeitlichen Verlauf der Werte
eines Pressparameters an und wird bevorzugt aus dem aktuellen und dem zeitlich vorhergehenden
Wert des Pressparameters gebildet. Die Betrachtung des zeitlichen Verlaufs eines Pressparameters
ist einfach in Form einer Zeitreihe möglich, insbesondere, wenn die Steigung der Prozessparameterkurve
aus zeitlich aufeinanderfolgenden Messwerten berechnet wird. Die Betrachtung des aktuellen
und des vorherigen Wertes zur Ermittlung des Anstiegs ist einfach und kann rechentechnisch
schnell umgesetzt werden, so dass Ergebnisse in Echtzeit vorliegen können. Dadurch
kann eine unmittelbare, zeitnahe Steuerung in Reaktion auf die Auswertung erreicht
werden. Der signifikant gleichbleibende, lineare Verlauf der Pressparameterkurve beim
direkten Aufeinanderpressen der Pressbacken am Ende des Pressvorgangs, ermöglicht
hierbei eine robuste und automatische Erkennung dieses Presszustands.
[0023] Bevorzugt kann die Steuerung auch eine Datenbank aufweisen, in der Abschaltkriterien
für bestimmte Pressbacken und/oder Werkstücke, gespeichert sind. Die Abschaltkriterien
sind hierbei bevorzugt digitale Werte der Steigung der Prozessparameterkurve bei denen
eine automatische Abschaltung erfolgen soll. Die Datenbank kann Werte für Abschaltkriterien
enthalten, die von den Eigenschaften der verwendeten Pressbacken, wie Material, Größe,
Art etc. abhängig sein können.
[0024] Bevorzugt ist die Pressmaschine ein elektrisch angetriebenes hydraulisches oder mechanisches
Handpressgerät zum Verpressen von rohrförmigen Werkstücken. Mit Hilfe eines Handpressgeräts
können Verpressungen an verschiedenen Einsatzorten, wie einer Baustelle, flexibel
eingesetzt werden. Dabei können elektrisch angetriebene Handpressgeräte hohe Presskräfte
aufbringen, die eine zuverlässige Verpressung gewährleisten. In einem hydraulischen
Handpressgerät, zum Beispiel, kann im Betrieb ein Hydraulikdruck bis ca. 550 bar aufgebracht
werden, welcher unmittelbar auf das von den Pressbacken eingeschlossene Werkstück
wirkt.
[0025] Zumindest eines der oben genannten Probleme wird auch gelöst durch ein Verfahren
zum Betreiben einer Pressmaschine, zum plastischen Verformen eines rohrförmigen Werkstücks,
insbesondere eines Fittings, wobei das Verfahren die folgenden Schritte in der angegebenen
Reihenfolge aufweist:
- a. Eingreifen des Werkstücks mit Pressbacken der Pressmaschine;
- b. Starten eines Motors der Pressmaschine, um eine Kraft durch die Pressbacken auf
die Oberfläche des eingegriffenen Werkstücks aufzubringen;
- c. Messen eines Werts eines Pressparameters;
- d. Empfangen des aktuell gemessenen Wertes des Pressparameters durch die Steuerung,
und damit Bestimmen der Steigung einer Pressparameterkurve des Pressparameters; und
- e. Stoppen des Motors vor dem Erreichen einer maximal möglichen Presskraft der Pressmaschine
durch die Steuerung, wenn die Steuerung erkennt, dass die Steigung der Pressparameterkurve
des Pressparameters ein Abschaltkriterium erfüllt.
[0026] Bevorzugt ist der Pressparameter ein Druck, eine Kraft, oder ein Strom durch den
Motor oder eine beliebige Kombination dieser Parameter. Diese Parameter sind charakteristisch
für den Pressdruck der Pressmaschine.
[0027] Bevorzugt wird der Motor erst dann gestoppt, wenn zusätzlich zum Abschaltkriterium
ein vorher festgelegter Mindestwert für einen Pressparameter überschritten wurde und
/ oder wenn die Dauer des Pressvorgangs eine Mindestzeit überschritten hat.
[0028] Bevorzugt weist das Verfahren den Schritt des Auslesens von mindestens einem Abschaltkriterium
aus einer Datenbank der Steuerung auf. Das Abschaltkriterium kann in einer Datenbank
in der Steuerung der Pressmaschine abgelegt sein und beispielsweise passend zur verwendeten
Pressbacken ausgelesen und in der Steuerung verwendet werden.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0029] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung anhand
der beigefügten Figuren dargestellt. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der Pressmaschine als hydraulisches
Handpressgerät gemäß der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- ein Diagramm von Pressparameterkurven für unterschiedliche Pressbacken und zu verpressende
Werkstoffe bei einer Pressmaschine nach dem Stand der Technik; und
- Fig. 3
- eine chematische Darstellung der Auswertung einer Pressparameterkurve gemäß der vorliegenden
Erfindung.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
[0030] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung mit Bezug
auf die beigefügten Figuren im Detail beschrieben.
[0031] Die Fig. 1 zeigt ein eine Ausführungsform eines hydraulisches Handpressgerät 10 mit
hydraulischer Kraftübertragungseinheit. Bei diesem hydraulischen Handpressgerät treibt
ein Motor 20 über ein Getriebe 22 einen daran angeschlossenen Exzenter 24 an. Bevorzugt
ist der Motor 20 ein bürstenloser Motor, der von einer Steuerung 40 mit entsprechend
moduliertem Strom aus einem Akku oder einer kabelgebundenen Stromversorgung (nicht
dargestellt) versorgt wird. Das Getriebe 22 reduziert die Drehzahl des Motors 20 und
erhöht das Drehmoment. Der an das Getriebe angeschlossene Exzenter 24 wandelt die
Drehbewegung der Ausgangswelle des Getriebes 22 in eine eindimensionale oszillierende
Bewegung um, um eine Kolbenpumpe 27 des hydraulischen Systems 26 anzutreiben.
[0032] Die Kolbenpumpe 27 pumpt aufgrund ihrer Bewegung eine Hydraulikflüssigkeit aus einem
Reservoir in einen Arbeitszylinder 25, wodurch der Hydraulikdruck im Arbeitszylinder
25 ansteigt. Der steigende Hydraulikdruck drückt einen im Zylinder beweglich geführten
Kolben 28 in der Darstellung der Fig. 1 nach links, in Richtung des Befestigungsbereichs
für austauschbare Pressbacken 30 (nicht im Detail dargestellt). Durch die Verwendung
eines großen Kolbendurchmessers kann der Kolben 28 sehr hohe Drücke auf die Pressbacken
übertragen.
[0033] Der Kolben 28 ist mechanisch mit Rollen 29 verbunden, welche sich mit der Bewegung
des Kolbens 28 mitbewegen. Die Rollen 29 bewegen sich in üblicher Weise zwischen geneigte
Enden von Pressbacken 30, die somit geschlossen werden und das Werkstück mit hoher
Kraft plastisch verformen können. Im Betrieb überträgt sich dadurch der Hydraulikdruck
direkt proportional auf das angeschlossenen Pressbacken 30, und erzeugt eine dem Hydraulikdruck
direkt proportionale Presskraft F auf das Werkstück, die direkt proportional zu dem
ist.
[0034] Durch den beim Verpressen steigenden Hydraulikdruck P und die damit steigende Presskraft
F auf das Werkstück bzw. den Fitting, wird das Werkstück verpresst und plastisch verformt.
Über eine Messung des Hydraulikdrucks P kann die Presskraft F am Werkzeug bestimmt
werden.
[0035] Der Hydraulikdruck P in dem hydraulischen System 26 kann auf einfache Weise mittels
eines Drucksensors 42 gemessen werden. Der Drucksensor 42 übermittelt das gemessene
Drucksignal über Signalleitungen oder drahtlos mit Hilfe einer entsprechenden Funkübertragung
an die Steuerung 40. Drahtlose Signalübertragungsmittel, wie beispielsweise gängige
digitale Drahtlosverbindungen wie z.B. Bluetooth, NFC oder dergleichen können verwendet
werden. Analoge Signale des Drucksensors 42 können in einem A/D-Wandler in digitale
Signale umgewandelt werden, damit diese von der digitalen Steuerung 40 ausgewertet
werden können.
[0036] Die Steuerung 40 weist dazu zumindest eine digitale Recheneinheit, wie einen Mikrocontroller,
DSP, FPGA, ASIC oder dergleichen auf. Zusätzlich kann die Steuereinheit über eine
auf Datenspeichervorrichtungen gespeicherte Datenbank (nicht dargestellt) verfügen,
in der vorbestimmte Werte, die für die Auswertung erforderlich sind, abgerufen werden
können.
[0037] In Abhängigkeit der Auswertungsergebnisse, gibt die Steuerung 40 über eine Leistungselektronik
(nicht dargestellt) entsprechende Steuersignale an den Motor 20 aus. Der Motor 20
wird mit Hilfe dieser Steuersignale angesteuert, um ihm mit einer bestimmten geregelten
Drehzahl zu betreiben und ihn am Ende des Pressvorgangs anzuhalten.
[0038] In einer anderen nicht dargestellten Ausführungsform kann die Pressmaschine auch
als ein rein mechanisches Handpressgerät mit mechanischer Kraftübertragungseinheit
ausgebildet sein. Bei einem mechanischen Handpressgerät erzeugt ein Motor eine Drehbewegung,
die über ein Getriebe auf zumindest eine mechanische Kraftübertragungseinheit, beispielsweise
ein Hebel- oder ein Gewindetrieb, übertragen wird. Die mechanische Kraftübertragungseinheit
wandelt die Drehbewegung in eine lineare Bewegung um, die, entsprechend dem oben beschriebenen
hydraulischen Handpressgerät 10 der Fig. 1, Rollen mit hoher Kraft verschiebt, die
die Pressbacken bewegen. Durch die steigende Kraft der Pressbacken wird ein Werkstück,
beispielsweise ein Fitting, dass sich zwischen den Pressbacken befindet, plastisch
verformt.
[0039] Kraftsensoren, zum Messen der vom Motor auf das Werkzeug übertragenen Kraft F können
an verschiedenen Stellen in dem mechanischen Handpressgerät angeordnet sein, um eine
der Presskraft F proportionale Kraft zu messen und an die Steuerung zu signalisieren.
[0040] Weiterhin verhält sich der vom Motor 40 aufgenommene Strom verhält ebenfalls proportional
zum Motordrehmoment und somit zur Presskraft F an den Pressbacken.
[0041] Die Fig. 2 zeigt eine grafische Darstellung von gemessenen Pressparameterkurven K1,
K2 und K3 von Pressmaschinen nach dem Stand der Technik, welche Hydraulik-Druckwerte
P über die Zeit darstellen. Die Pressparameterkurve K1 wurde dabei beim Verpressen
ohne ein dazwischen eingefügten Fitting, d.h. bei "leeren" Pressbacken, aufgezeichnet.
Die Pressparameterkurve K2 wurde beim Verpressen eines Fittings aus einem ersten Material
mit den gleichen Pressbacken wie bei Kurve K1 aufgezeichnet. Das Material des Fittings
war hierbei ein vergleichsweise weiches Material, wie zum Beispiel Kupfer.
Die Pressparameter Kurve K3 wurde beim Verpressen eines Fittings aus einem zweiten
Material aufgezeichnet. Das Material dieses Fittings wies eine größere Festigkeit
bzw. Härte als bei Kurve K2 auf und ist in einem Ausführungsbeispiel Edelstahl.
[0042] In Fig. 2 ist zu erkennen, dass bei Kurve K1 der Druck zu Beginn relativ konstant
und nahezu Null ist, da beim Schließen der Pressbacke sich kein Fitting dazwischen
befindet. Die Pressbacken können sich bei einem Minimalen Hydraulikdruck, der die
Reibung und Federkräfte im System überwindet, ungehindert schließen. Ab dem Zeitpunkt
T1
K1 sind die Pressbacken vollständig geschlossen und liegen aufeinander an. Ab diesem
Zeitpunkt pressen sie unmittelbar gegeneinander, wodurch die Pressparameterkurve K1
einen konstanten linearen Anstieg ΔT
K1 bis zum Erreichen des Maximaldrucks Pmax
K1 zeigt. Beim Erreichen des Maximaldrucks Pmax
K1 öffnet sich ein Überdruckventil, wodurch sich der Hydraulikdruck schlagartig bis
auf einen Minimaldruck abfällt. Wie aus der Pressparameterkurve K1 ersichtlich zeigen
die Pressbacken daher eine lineare elastische Verformung im vollständig geschlossenen
Zustand. Diese Eigenschaft der Pressbacken nutzt die vorliegende Erfindung, um das
Ende des Pressvorgangs automatisch zu erkennen und dann den Motor 20 abzuschalten,
bevor der Maximaldrucks Pmax
K1 erreicht wird. Dies schont die gesamte Pressmaschine und verringert die benötigte
Energie.
[0043] Der Kurvenverlauf der Pressparameterkurve K2 zeigt einen früheren Hydraulik-Druckanstieg
als die Pressparameterkurve K1, da sich zwischen den Pressbacken ein Fitting aus einem
weichen Material befindet. Ab dem Zeitpunkt T1
K2 steigt die Pressparameterkurve K2 wiederum linear an, da zu diesem Zeitpunkt der
eigentliche Pressvorgang beendet ist, der Fitting vollständig plastisch verformt wurde
und die Pressbacken vollständig geschlossen sind und aufeinander anliegen. Der lineare
Anstieg ΔT
K2 erfolgt mit einer im Wesentlichen gleichen Steigung wie jener der Kurve K1. Bei Erreichen
des Maximaldrucks Pmax
K2 öffnet sich wiederum das Überdruckventils beim Zeitpunkt T2
K2 und die Kurve K2 fällt sehr schnell auf einen Minimaldruck ab.
[0044] Die Pressparameterkurve K3 steigt Aufgrund des härteren Materials des zu verpressenden
Fittings stärker an, als die Pressparameterkurve K2. Weiterhin muss bei der Kurve
K3 insgesamt ein höherer Druck aufgebracht werden als bei Kurve K2, um die Pressbacken
zu schließen und den Fitting vollständig plastisch zu verformen. Zum Zeitpunkt T1
K3 wird der Kurvenverlauf von K
3 linear, was das Ende des eigentlichen Pressvorgangs anzeigt und signalisiert, dass
die Pressbacken vollständig geschlossen sind und aufeinander anliegen. Wie ersichtlich,
entspricht die Steigung des linearen Bereichs ΔT
K3 im Wesentlichen der Steigung der linearen Bereiche ΔT
K1 und ΔT
K2.
[0045] Diese Steigung der Pressparameterkurve ist daher ein charakteristisches Maß für das
Ende des eigentlichen Pressvorgangs am Werkstück.
[0046] Wie aus Fig. 2 weiter zu erkennen ist, ist die Zeitspanne ΔT
K1 signifikant größer bzw. länger als die Zeitspanne ΔT
K2 der Kurve K2 oder Zeitspanne ΔT
K3 der Kurve K3. Je länger die Zeitspanne ΔT ist, umso länger liegen die Pressbacken
des Handpressgeräts direkt aufeinander und pressen unmittelbar gegeneinander. Während
der Zeitspanne ΔT erfolgt keine plastische Verformung des Werkstücks bzw. Fittings.
mehr, so dass in dieser Zeitspanne die Presskraft F unnötig erhöht wird.
[0047] Die Kurven K1, K2 und K3 würden sich auf entsprechende Weise ergeben, wenn statt
dem Hydraulikdruck über die Zeit, eine mechanisch im System wirkende Kraft oder der
Strom durch den Motor 20 über die Zeit aufgetragen wäre. Auch hier lassen sich aus
einem linearen Anstieg der Kurve mit charakteristischer Steigung das Ende des Pressvorgangs
und das Aufeinanderliegen der Pressbacken erkennen.
[0048] In Fig. 3 zeigt beispielhaft den Kurvenverlauf der Pressparameterkurve K2, wenn nun
eine erfindungsgemäße Steuerung 40 verwendet wird. Hierbei bestimmt die Steuerung
40 die Steigung der Pressparameterkurve K2 und kann aus dieser erkennen, ob der eigentliche
Pressvorgang am Werkstück beendet ist. Hierbei vergleicht die Steuerung 40 die Steigung
der Pressparameterkurve K2 mit einem Abschaltkriterium, also im vorliegenden Fall
einer charakteristischen Steigung der verwendeten Pressbacken im vollständig geschlossenen
Zustand. Erfüllt die Steigung das Abschaltkriterium, was die Steuerung feststellt,
bzw. berechnet, beendet sie den Pressvorgang, indem sie den Motor 20 abschaltet, bzw.
nicht weiter mit Strom versorgt. Damit kann die Steuerung 40 den Pressvorgang zuverlässig
beenden, bevor unnötigerweise eine maximal mögliche Presskraft Pmax erreicht ist.
Hiermit verringert sich der Verschleiß in der Pressmaschine, die benötigte Energie
und die benötigte Zeit signifikant. Die Einsparungen sind bei Verpressen weicherer
Fittinge größer als beim Verpressen härterer Fittinge.
[0049] Die Abschaltung des Motors 20 kann von der Steuerung 40 zusätzlich von weiteren Voraussetzungen
abhängig gemacht werden, etwa um Ausreißer der Pressparameterkurve zu erkennen und
auszuschließen. So kann zusätzlich zum Abschaltkriterium es für eine Abschaltung des
Motors 20 notwendig sein, dass ein vorher festgelegter Mindestwert für einen Pressparameter
P überschritten wurde und / oder es kann notwendig sein, dass die Dauer des Pressvorgangs
eine Mindestzeit Tmin überschritten hat.
[0050] Im Beispiel der Kurve K2 der Fig. 3 ist der Mindestwert ein Minimaldrucks Pmin
K2, der einen Zeitpunkt T0
K2 definiert, ab welchem die Steuerung 40 für jeden gemessenen Pressparameterwert ein
Anstieg (dargestellt durch ein Steigungsdreieck 44) zwischen dem aktuellen und dem
vorherigen Wert bestimmt und mit dem Abschaltkriterium vergleicht. Der Minimaldruck
Pmin kann dabei generell festgelegt sein, oder kann variabel sein, z.B. in Abhängigkeit
der verwendeten Pressbacken oder des Werkstücks. Äquivalent kann zum Beispiel auch
ein Mindeststrom am Motor 20 als Kriterium für den Zeitpunkt To verwendet werden.
[0051] Es kann aber auch eine Mindestzeit Tmin vorgegeben werden, die der Pressvorgang mindestens
dauern muss, bevor die Steuerung den Motor 20 abschalten kann.
[0052] Ab dem Zeitpunkt T1
K2 stimmt der von der Steuerung 40 ermittelte Steigungswert mit einem vorbestimmten,
und in der Datenbank der Steuerung 40 hinterlegtem, Steigungswert als Abschaltkriterium
überein. Von diesem Zeitpunkt T1
K2 an, wird dann von der Steuerung 40 bevorzugt die Anzahl an, in einem Zeitbereich
gleichen, Anstiegswerten ermittelt.
[0053] Beim späteren Zeitpunkt T3
K2 wurde dann eine vorbestimmte Anzahl von Anstiegen mit gleichen Anstiegswerten gezählt.
Die gezählten Anstiegswerte stimmen dabei im Wesentlichen mit dem in der Datenbank
hinterlegten, vorbestimmten Anstiegswert überein. Zulässige Toleranzen der Steigungswerte
können empirisch bestimmt werden und in der Steuerung 40 hinterlegt werden.
[0054] Im Beispiel der Fig. 3 dient beispielhaft eine bestimmte vorgegebene Anzahl eines
Steigungswerts des Pressparameters P der Kurve K2 als Abschaltkriterium. Wobei dieses
Abschaltkriterium im vorliegenden Ausführungsbeispiel zum Zeitpunkt T3
K2 erfüllt ist. Der Pressvorgang wird daraufhin von der Steuerung 40 gestoppt. Hierzu
benötigt die Steuerung 40 und der Motor jedoch eine Reaktionszeit zwischen den Zeitpunkten
T3
K2 und T2
K2. Zum Zeitpunkt T2
K2 steht der Motor 20 und der Hydraulikdruck Pstopp
K2 bleibt konstant. Nach einer weiteren Reaktionszeitspanne zwischen den Zeitpunkten
T2
K2 und T4
K2 wird zum Zeitpunkt T4
K2 von der Steuerung 40 das Überdruckventil bzw. ein Rücklaufventil geöffnet, wodurch
der Hydraulikdruck im hydraulischen System des Pressgeräts auf einen Minimal- bzw.
Nominalwert abfällt.
[0055] In Fig. 3 ist mittels gestrichelter Linie K2' zum Vergleich der Kurvenverlauf der
Pressparameterkurve K2 nach dem Stand der Technik ohne die erfindungsgemäße Steuerung
dargestellt. Ohne die erfindungsgemäße Steuerung, würde, wie in Fig. 2 dargestellt,
der Pressvorgang bis zum Erreichen eines Maximaldrucks Pmax
K2 erfolgen. Erst bei Erreichen dieses Maximaldrucks Pmax
K2 würde sich das Überdruckventil öffnen und der Hydraulikdruck würde auf einen Minimalwert
abfallen, wobei erst mit dem Öffnen des Überdruckventils der Pressvorgang beendet
wäre.
[0056] Aus Fig. 3 ist weiterhin eine Druckdifferenz ΔP
K2 ersichtlich, die sich zwischen dem Druck beim erfindungsgemäßen Abschalten des Motors
Pstopp
K2 und dem eingestellten Maximaldruck Pmax
K2 (Überdruckschutz) erstreckt. Diese Druckdifferenz ΔP
K2 repräsentiert den eingesparten, sonst vom Motor 20 aufzubringenden Druck. Gleichzeitig
repräsentiert die Druckdifferenz ΔP
K2 auch die mit der vorliegenden Erfindung eingesparte Energie, da der Motor nach seinem
Abschalten beim Zeitpunkt T2 keine Arbeit mehr verrichten muss. Je größer die Druckdifferenz
ΔP ist, umso effektiver ist die Einsparung durch die vorliegende Erfindung. Sie wird
bei weichen Werkstücken größer sein, als bei härteren Werkstücken, wie aus Fig. 2
ersichtlich.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 10
- hydraulisches Handpressgerät
- 20
- Motor
- 22
- Getriebe
- 24
- Exzenter
- 25
- Arbeitszylinder
- 26
- hydraulisches System
- 27
- Kolbenpumpe
- 28
- Kolben
- 29
- Rollen
- 30
- Befestigungsbereich für austauschbares Werkzeug
- 40
- Steuerung
- 42
- Drucksensor
- 44
- ermittelter Anstieg (dargestellt als Steigungsdreieck)
- K1, K2, K3
- Parameterkurven
- K2'
- nicht-erfindungsgemäßer Verlauf der Parameterkurve K2
- Pmin (K2)
- Mindestdruck in K2 für Abschaltung
- Pmax (K1, K2, K3)
- maximal aufbringbarer Druck in K1, K2, K3
- P-T1 (K2)
- Druck in K2 zum Zeitpunkt T1
- P-T3 (K2)
- Druck zum Zeitpunkt T3
- Pstopp (K2)
- Druck zum Zeitpunkt, wenn Pressvorgang beendet wird
- ΔP (K2)
- Druckdifferenz in K2
- Tmin
- Mindestzeit für Abschaltung
- To (K2)
- Zeitpunkt To: Beginn der Prüfung auf Abschaltkriterium
- T1 (K1, K2, K3)
- Zeitpunkt T1: Beginn der konst. linearen Steigung
- T2 (K1, K2, K3)
- Zeitpunkt T2: Ende des Pressvorgangs
- T3 (K2)
- Zeitpunkt T3: Abschaltkriterium erfüllt
- T4 (K2)
- Zeitpunkt T4: Öffnung Überdruckventil bzw. Rücklauf
- ΔT (K1, K2, K3)
- Zeitdifferenz zw. T1 und T2 (Dauer der konst. linearen Steigung)
1. Pressmaschine (10), zum plastischen Verformen eines rohrförmigen Werkstücks, insbesondere
eines Fittings, wobei die Pressmaschine (10) aufweist:
a. einen Motor (20);
b. Pressbacken, die vom Motor (20) angetrieben werden und im Betrieb eine Kraft auf
das Werkstück aufbringen können;
c. eine Kraftübertragungseinheit, die mit dem Motor (20) und den Pressbacken gekoppelt
ist, um eine Kraft vom Motor (20) auf die Pressbacken zu übertragen;
d. mindestens eine Sensoreinheit (42) zum Messen von mindestens einem Pressparameter
(P); und
e. eine Steuerung (40), welche den aktuell gemessenen Wert des Pressparameters (P)
von der Sensoreinheit (42) empfängt und mit diesem die Steigung (44) einer Pressparameterkurve
(K) des Pressparameters (P) bestimmt; wobei
f. die Steuerung (40) einen Pressvorgang vor Erreichen einer maximal möglichen Presskraft
(Pmax) beendet, wenn die Steigung (44) der Pressparameterkurve (K) des Pressparameters
(P) ein Abschaltkriterium erfüllt.
2. Pressmaschine gemäß Anspruch 1, wobei das Abschaltkriterium anzeigt, dass bei einer
Fortsetzung des Pressvorgangs nur noch eine elastische Verformung an den Pressbacken
auftritt.
3. Pressmaschine gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei die Kraftübertragungseinheit ein hydraulisches
System (26) ist, und die Sensoreinheit (42) ein Drucksensor ist, welcher einen Druck
in dem hydraulischen System (26) als Pressparameter (P) misst.
4. Pressmaschine gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei die Kraftübertragungseinheit ein mechanisches
System ist, und die Sensoreinheit (42) ein Kraftsensor ist, welcher eine Kraft an
einer Stelle in dem mechanischen System als Pressparameter (P) misst.
5. Pressmaschine gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Pressparameter (P) ein
den Motor (20) durchfließender Strom ist.
6. Pressmaschine gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Steuerung (40) den Pressvorgang
erst dann beendet, wenn zusätzlich zum Abschaltkriterium ein vorher festgelegter Mindestwert
(Pmin) für einen Pressparameter (P) überschritten wurde und / oder wenn die Dauer
des Pressvorgangs eine Mindestzeit (Tmin) überschritten hat.
7. Pressmaschine gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Steigung (44) der Pressparameterkurve
(K) den zeitlichen Verlauf der Werte eines Pressparameters (P) angibt und bevorzugt
aus dem aktuellen und dem zeitlich vorhergehenden Pressparameterwert gebildet wird.
8. Pressmaschine gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Steuerung (40) eine Datenbank
aufweist, in der Abschaltkriterien für bestimmte Pressbacken und/oder Werkstücke gespeichert
sind.
9. Pressmaschine gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Pressmaschine (10) ein
elektrisch angetriebenes hydraulisches oder mechanisches Handpressgerät zum Verpressen
von rohrförmigen Werkstücken ist.
10. Verfahren zum Betreiben einer Pressmaschine (10), zum plastischen Verformen eines
rohrförmigen Werkstücks, insbesondere eines Fittings, wobei das Verfahren die folgenden
Schritte in der angegebenen Reihenfolge aufweist:
a. Eingreifen des Werkstücks mit Pressbacken der Pressmaschine (10);
b. Starten eines Motors (20) der Pressmaschine (10), um eine Kraft durch die Pressbacken
auf die Oberfläche des eingegriffenen Werkstücks aufzubringen;
c. Messen eines Werts eines Pressparameters (P);
d. Empfangen des aktuell gemessenen Wertes des Pressparameters (P) durch die Steuerung
(40), und damit Bestimmen der Steigung (44) einer Pressparameterkurve (K) des Pressparameters
(P); und
e. Stoppen des Motors (20) vor dem Erreichen einer maximal möglichen Presskraft (Pmax)
der Pressmaschine durch die Steuerung (40), wenn die Steuerung (40) erkennt, dass
die Steigung (44) der Pressparameterkurve (K) des Pressparameters (P) ein Abschaltkriterium
erfüllt.
11. Verfahren gemäß Anspruch 10, wobei der Pressparameter (P) ein Druck, eine Kraft, oder
ein Strom durch den Motor (20) oder eine beliebige Kombination dieser Parameter ist.
12. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 10 oder 11, wobei der Motor (20) erst dann gestoppt
wird, wenn zusätzlich zum Abschaltkriterium ein vorher festgelegter Mindestwert (Pmin)
für einen Pressparameter (P) überschritten wurde und / oder wenn die Dauer des Pressvorgangs
eine Mindestzeit (Tmin) überschritten hat.
13. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 10 bis 12, weiterhin aufweisend den folgenden
Schritt:
Auslesen von mindestens einem Abschaltkriterium aus einer Datenbank der Steuerung
(40).