[0001] Die Erfindung betrifft eine Nähmaschine mit Stichbildewerkzeuge, wie beispielsweise
zumindest zwei jeweils einen Faden führende Nadeln, zur Erzeugung von Nähten durch
die jeweils einen Faden führenden Stichbildewerkzeuge, wobei die Nähmaschine mit einem
Nähguttransport versehen ist, mittels dem ein Vorschub des Nähguts relativ zu den
Stichbildewerkzeugen ausführbar ist, sowie mit einer - in Bezug auf die vorgesehene
Vorschubrichtung - hinter dem Nähguttransport angeordneten Pullereinrichtung der Nähmaschine,
hierbei die Pullereinrichtung mit zwei oder mehr rotativ angetriebenen Walzen versehen
ist, wobei die beiden Walzen zur Aufbringung vorbestimmter Vorschubrichtungen des
Nähguts vorgesehen sind, insbesondere um anstelle einer geradlinigen Vorschubrichtung
gekrümmte Vorschubrichtungen auf das Nähgut aufzubringen.
[0002] An Hosen und andere Kleidungsstücke wird üblicherweise ein Bund mit zumindest zwei
im wesentlichen parallel zueinander verlaufenden Nähten angenäht, mit dem das Kleidungsstück
auf der Hüfte oder in der Taille des Kleidungsstückträgers aufsitzt. Hierbei ist es
oftmals erwünscht, daß der Bund der anatomischen Form folgt und an diese angepasst
ist. Aus diesem Grund ist es üblich, daß der Bund zumindest Abschnitte aufweist, die
mit einer vorbestimmten Krümmung versehen sind. Üblicherweise weist der Bund sowohl
geradlinige Abschnitte als auch gekrümmte und möglicherweise auch Abschnitte mit unterschiedlichen
Krümmungen auf. Hierbei werden für Kleidungsstücke für Frauen andere Formen gewünscht
als für Kleidungsstücke, die für Männer vorgesehen sind.
[0003] Üblicherweise werden zum Annähen des Bunds Mehrnadelnähmaschinen, insbesondere Mehrnadelkettenstichnähmaschinen,
verwendet, die mit einer sogenannten Pullereinrichtung versehen sind. Bei einer Pullereinrichtung
handelt es sich um eine mit zwei Walzen oder Rädern versehene Einrichtung, die in
Vorschubrichtung des Nähguts gesehen, hinter dem üblichen Stoff- bzw. Nähguttransport
einer Nähmaschine angeordnet ist. Die zumindest zwei Walzen der Pullereinrichtung
sind dazu vorgesehen, auf der gleichen Seite des Nähguts gegen dieses und an eine
Unterlage, insbesondere gegen die Stichplatte der jeweiligen Nähmaschine, zu drücken
und durch Rotation, eine zusätzliche Vorschubbewegung aufdas Nähgut aufzubringen.
Im Gegensatz zum im Bereich des oder der Stichbildewerkzeuge angeordneten Nähguttransports,
kann mit den beiden Walzen der Pullereinrichtung eine Abweichung von der mit dem Nähguttransport
einzig möglichen geradlinigen Vorschubrichtung erzeugt werden. Ist die Pullereinrichtung
mit Walzen unterschiedlichem Durchmesser versehen, können mit der Pullereinrichtung
auch resultierende gekrümmte Vorschubewegungen erzeugt werden, insbesondere solche,
die durch einen Radius beschrieben werden können. Das Verhältnis der unterschiedlichen
Radien der Walzen bestimmt hierbei die Größe der Krümmung des resultierenden Vorschubwegs
des Nähguts.
[0004] An dieser Lösung kann jedoch nicht zufriedenstellen, daß mit ihr nur ein fest vorgegebener
Krümmungsweg erzeugt werden kann. Aus diesem Grund müssen Bünde abschnittsweise hergestellt
werden. Abschnitte eines Bunds mit unterschiedlichen Radien, einschließlich Abschnitte
mit geradlinigem Verlauf, müssen auf unterschiedlichen Nähmaschinen hergestellt und
nachfolgend in einem weiteren Arbeitsschritt miteinander verbunden werden. Ausser
einem großen Fertigungsaufwand und der Notwendigkeit mehrere Nähmaschinen mit unterschiedlich
eingestellten Pullereinrichtungen bereit halten zu müssen, weisen die auf diese Weise
hergestellten Bünde den Nachteil auf, daß sie stets Verbindungsnähte und Übergänge
der einzelnen Abschnitte aufweisen. Dies kann aus Designgründen und aus Gründen des
Tragekomforts unerwünscht sein.
[0005] Alternativ können für die Bildung eines Bunds auch vorkonfektionierte Segmente benutzt
werden, deren Längsverläufe bereits die jeweils gewünschte Krümmung aufweisen und
deshalb auf der gleichen Nähmaschine genäht werden können. Auch solche Segmente bzw.
Abschnitte müssen jedoch in einem separaten Arbeitsschritt zusammengesetzt werden
und haben den zusätzlichen Nachteil, daß sie die gestalterische Freiheit der Designer
von solchen Kleidungsstücke einschränken. Hinzu kommt der Aufwand, durch unterschiedliche
Zuschnitte verschiedene Stoffrohlinge für solche Abschnitte vorkonfektionieren und
nachfolgend am Näharbeitsplatz bereit halten zu müssen.
[0006] Ein weiterer Nachteil dieser bekannten und weit verbreiteten Lösung kann darin gesehen
werden, daß für die Fertigung eines bezüglich seiner Form anderen Bundes die eine
- oder sogar mehrere - Nähmaschinen umgebaut werden müssen, um die entsprechenden
Walzen in die Pullereinrichtung einzubauen, deren Radienverhältnis zum jeweiligen
Vorschubverlauf passen, mit eine bestimmte Krümmung des Bunds erzielt wird. Ein solcher
Umbau ist zeitaufwendig, aufgrund des Produktionsstillstands kostenintensiv und setzt
die Bereithaltung einer Vielzahl von unterschiedlichen Walzen voraus, um die jeweils
geforderte Krümmung des jeweiligen Abschnitts eines Bunds auch durch die Pullereinrichtung
auf das Nähgut aufbringen zu können.
[0007] Aus der
DE 10 2008 051 626 A1 geht eine Differentialvorschub-Nähmaschine hervor, die bei hinsichtlich seiner Dicke
gestuftem Nähgut eine Vorschubteilung aufrecht erhalten kann, auch wenn die Dicke
eines zu nähenden Nähguts variiert. Hierzu weist die Differentialvorschub-Nähmaschine
eine Vorschubeinrichtung auf, die in der Lage ist ein unteres Nähgut und ein oberes
Nähgut mit unterschiedlichen Vorschubgeschwindigkeiten zu versehen und ein Nähen durchzuführen,
während sie auch ein Kräuseln durchführt. Hierzu ist die Vorschubeinrichtung mit einem
oberen Vorschubfuß versehen, der mit zwei Bändern versehen ist, die jeweils einen
separaten Antrieb aufweisen. Der Vorschubfuß ist zusätzlich zu einem Drückerfuß vorgesehen
ist und kann alternierend nach oben und unten bewegt werden, um mittels den angetriebenen
Bändern und einem unteren Nähgutschieber mit dem gestuften Nähgut alternierend in
und außer Kontakt zu kommen und das gestufte Nähgut zu transportieren.
[0008] Aus der
EP 1 897 984 A2 geht eine prinzipiell ähnlich aufgebaute Differentialvorschub-Nähmaschine hervor,
wie sie auch aus der
DE 10 2008 051 626 A1 bekannt ist. In der
EP 1 897 984 A2 wird vorgeschlagen, bogenförmige Bewegungsbahnen des Nähguts dadurch zu erreichen,
daß eine Schlupfdifferenz der angetriebenen Bändern der beiden oberen Stoffschieber
der Nähgutvorschubeinrichtung eingestellt wird. Diese Lösung kann unter anderem bei
empfindlichen Nähgut möglicherweise zu Beschädigungen führen. Außerdem ist zu befürchten,
daß die gezielte Verwendung von Schlupf der Nähgutvorschubeinrichtung zu ungenauen
Vorschubbewegungen führen könnte.
[0009] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde eine Nähmaschine der eingangs genannten
Art zu schaffen, die eine größere Flexibilität bezüglich der Fertigung von unterschiedlichen
Bünden an Kleidungsstücken wie Hosen, Röcke oder dergleichen, ermöglicht.
[0010] Diese Aufgabe wird bei einer Nähmaschine der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß die Pullereinrichtung für jede der zumindest zwei Walzen jeweils
einen eigenen motorischen Antrieb aufweist, wobei die beiden motorischen Antriebe
getrennt und unabängig voneinander ansteuerbar sind, um die zumindest zwei Walzen
gleichzeitig mit jeweils einer von der anderen Walze unabhängigen Antriebsbewegung
zu versehen. Die Aufgabe wird zudem durch ein Verfahren gemäß den Anspruch 7 gelöst.
[0011] Die Erfindung sieht somit vor, anstelle des bisherigen nur einen Motors, mit dem
beide Walzen der Pullereinrichtung gemeinsam und synchron angetrieben werden, nun
jede der in der Regel zwei oder mehr Walzen der Pullereinrichtung separat und unabhängig
voneinander mit jeweils einem von zwei Motoren anzutreiben, der jeweils nur dieser
einen Walze zugeordnet ist. Mit dieser Änderung sind überraschend viele und vor allem
bedeutende Vorteile verbunden. Die erfindungsgemäße Lösung ermöglicht vor allem, ohne
Austausch von Walzen, unterschiedlich verlaufende Vorschubrichtungen und insbesondere
unterschiedliche Krümmungen der resultierenden Vorschubwege für das Nähgut zu erzeugen.
Unterschiedliche Krümmungen der Vorschubwege können nun mit den gleichen Walzen und
nur durch Änderung des Drehzahlverhältnisses der beiden Walzen realisiert werden.
Da die beiden Motoren separat und unabhängig voneinander ansteuerbar sind, können
unterschiedliche Drehzahlverhältnisse durch eine entsprechende unterschiedliche Ansteuerung
durch die Maschinensteuerung der Nähmaschine erreicht werden. Der hierfür erforderliche
technische Aufwand ist äusserst gering. Drehzahlverhältnisse bzw. Solldrehzahlen beider
Walzen können in einem Programm der Maschinensteuerung abgelegt werden. Zeit- und
kostenintensive Umbauten der Pullereinrichtung, insbesondere ein Austausch von Walzen,
um unterschiedliche Krümmungen/Radien nähen zu können, sind im Zusammenhang mit der
Erfindung nicht zwingend erforderlich und können vorzugsweise unterbleiben und vermieden
werden. Da im Zusammenhang mit der Erfindung eine Vielzahl von Nähten mit unterschiedlichem
Krümmungsverlauf mit dem gleichen Walzenpaar der Pullereinrichtung genäht werden können,
ist es auch nicht erforderlich, daß Produzenten solcher Kleidungsstücke eine Vielzahl
an unterschiedlichen Walzen bevorraten müssen, um unterschiedliche Krümmungen/Radien
nähen zu können.
[0012] Mit der Erfindung kann nun in bevorzugten Ausführungsformen insbesondere ein Bund
vollständig und ohne Unterbrechung auf nur einer Nähmaschine erzeugt werden, obwohl
er Abschnitte mit unterschiedlichen Krümmungsradien aufweist. Unter "unterschiedlichen
Krümmungsradien" sollen im Zusammenhang mit der Erfindung auch Radien mit R = ∞, und
damit auch ein geradliniger Verlauf verstanden werden. Es kann nun insbesondere ein
Bund mit zumindest einer Naht genäht werden, der entlang des gesamten Umfangs des
jeweiligen Bunds verläuft. Eine arbeits- zeit- und kostenintensive abschnittsweise
Fertigung eines Bunds und ein Zusammennähen dieser Abschnitte kann mit der Erfindung
vermieden werden. Nichtsdestotrotz umfasst die Erfindung auch Verfahren, bei denen,
beispielsweise aus Designgründen, weiterhin eine abschnittsweise Fertigung des Bunds
erfolgen soll. Auch für eine solche Fertigung kann die Erfindung den Vorteil bereitstellen,
daß sämtliche Abschnitte auf der gleichen Nähmaschine oder zumindest auf mehreren,
aber gleich eingestellten, Nähmaschinen gefertigt werden können, obwohl einzelne Abschnitte
unterschiedlichen Krümmungsverläufe aufweisen und deshalb bisher auf unterschiedlich
eingerichteten Nähmaschinen genäht werden mussten.
[0013] In bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung kann, nachdem das Nähgut in die Nähmaschine
eingebracht und der Nähprozess ausgelöst ist, eine automatische oder zumindest eine
semi-automatische Fertigung eines vollständigen und damit einstückigen Bunds vorgesehen
sein, der mit zumindest einem gekrümmten und einem geradlinigen Abschnitt versehen
ist. Es kann insbesondere automatisch oder halb-automatisch ein einstückiger Bund
genäht werden, der in seiner geometrischen Form mehrfache Krümmungsänderung aufweist.
Die zumindest eine, vorzugsweise die zumindest zwei Nähte, mit denen der Bund abgenäht
und zudem am Kleidungsstück befestigt ist, kann jeweils eine über die gesamte Länge
des Bunds verlaufende Naht sein.
[0014] Für eine solche bevorzugte Fertigung kann in einer Steuerung der Nähmaschine ein
Programm abgelegt sein, das neben Parametern für den Stichbildungsprozess auch Paramter
für die Pullereinrichtung aufweist. Die Steuerung der Nähmaschine steuert somit die
beiden Antriebe, so dass jeder der beiden Antriebe die ihm zugeordnete Walze mit einer
Drehzahl der jeweiligen Antriebsbewegung versorgt, durch die sich ein momentanes Drehzahlverhältnis
beider Walzen ergibt, das einer bestimmten Krümmung der momentanen Bewegungsbahn des
Nähguts entspricht und das Nähgut dementsprechend bewegt. Für einen automatischen
Bewegungsablauf können Mittel vorgesehen sein, mit denen der Beginn bestimmter Abschnitte
des jeweiligen Bunds mit bestimmten Krümmungsverlauf erkannt wird. Eine technisch
unaufwändige Möglichkeit, mit der dies realisiert werden kann, ist eine in die Steuerung
integrierte Stichzählung. Sobald eine dem jeweiligen Abschnitt bestimmte Stichzahl
erreicht ist, schaltet das Programm auf einen anderen Krümmungsverlauf - und damit
auf ein anderes Drehzahlvernältnis der beiden Walzen - um, der dem jeweils nachfolgenden
Abschnitt des Bunds entspricht. Derartige Umschaltvorgänge durch die Steuerung auf
geänderte Drehzahlverhältnisse der Walzen können während der Fertigung eines Bunds
so oft erfolgen, wie sich der Krümmungsverlauf ändert.
[0015] Eine von einer Vielzahl weiterer Möglichkeiten für eine bevorzgute automatische Fertigung
besteht darin, dass mittels Detektionsmitteln Markierungen am Nähgut detektiert werden,
um den Beginn und/oder Ende von Abschnitten mit bestimmten Krümmungsverlauf zu erkennen
und in der Steuerung hinterlegte entsprechenden Einstellungen für jeden der beiden
Antriebe bereitszustellen.
[0016] Für einen vorteilhaften semi-automatischen Fertigungsprozeß kann an der Nähmaschine
zumindest ein Schalter vorgesehen sein, mit dem eine Bedienperson den Fertigungsprozess
manuell von einem auf einen anderen Bewegungsablauf des Nähguts umschaltet. In der
Steuerung können für jeden Schaltvorgang nachfolgend die Ausführung eines bestimmten
Drehzahlverhältnisses und damit eine bestimmte Drehzahl des ersten und eine bestimmte
Drehzahl des zweiten motorischen Antriebs und damit auch der jeweiligen Walze vorgesehen
sein.
[0017] Durch die Erfindung ist nun in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform möglich,
die Pullereinrichtung vorzugsweise mit zwei identischen Walzen zu versehen, die koaxial
zueinander angeordnet und gegen die gleiche Seite des Nähguts in Anlage gebracht werden
können. Im Unterschied zu herkömmlichen Pullereinrichtungen von Nähmaschinen, ist
durch die Erzeugung von unterschiedlichen Antriebsbewegungen mittels separaten Antrieben
für jede Walze beinahe jedes Drehzahlverhältnis der beiden Walzen möglich. Hierdurch
kann ohne Umbau oder einer sonstigen gegenständlichen Anpassung der Pullereinrichtung,
das Nähgut für den jeweiligen Bund entlang sämtlicher Radien bewegt werden, die bei
der Erzeugung eines Bunds üblicherweise vorgesehen werden. Es ist sogar möglich, durch
eine kontinuierliche Veränderung des Drehzahlverhältnisses der beiden Walzen während
des Nähprozesses für das Nähgut andere gekrümmte Bewegungsbahnen als die bisher hierfür
üblichen Radien zu erzeugen. Durch die nun möglichen elliptischen, parabolischen oder
einer in sonstiger Weise gekrümmten Bewegungsbahnen, kann eine noch bessere anatomische
Anpassung des Bunds erfolgen und dem Designer stehen zusätzliche Designmöglichkeiten
zur Verfügung, die auch in Serienproduktionen kostengünstig gefertigt werden können.
[0018] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen,
der Beschreibung und der Zeichnung.
[0019] Die Erfindung wird anhand von in den Figuren rein schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert, es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Nähmaschine mit einer Pullereinrichtung;
- Fig. 2
- eine vergrößerte perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Pullereinrichtung
aus Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Detaildarstellung des Nähbereichs der Nähmaschine aus Fig. 1;
- Fig. 4
- ein Näharbeitsplatz, in den die Nähmaschine aus Fig. 1 integriert ist;
- Fig. 5a)-5d)
- Verschiedene geometrische Formen für einen Bund eines Kleidungsstücks, insbesondere
für einen Hosenbund.
[0020] In Fig. 1 ist in einer stark schematisierten Weise ein Beispiel für eine als Mehrnadelkettenstichnähmaschine
ausgebildete Nähmaschine 1 dargestellt, deren Gehäuse 1 eine untere gehäuseförmige
sogenannte Grundplatte 2 aufweist, von der aus sich ein Ständer 3 im Wesentlichen
senkrecht nach oben erstreckt. An einem oberen Ende des Ständers schließt sich ein
Arm 4 an, der in etwa parallel zur Grundplatte 2 verläuft.
[0021] Die Nähmaschine weist eine im Arm 4 gelagerte und nicht näher dargestellte Armwelle
(Maschinenhauptwelle) auf, die ebenso wie die nachfolgend genannten weiteren grundsätzlichen
Bestandteile der Nähmaschine in Fig. 1 gegebenenfalls nicht, nur teilweise oder stark
schematisiert dargestellt sind. Die Armwelle treibt eine oszillierend und synchron
auf und ab bewegbare Nadelstange 5 an, an deren jeweiligem Nadelhalter zwei Nadeln
6 zur Aufnahme eines Oberfadens (nicht dargestellt) befestigt werden kann. In der
Grundplatte 2 ist eine nicht näher dargestellte Greifervorrichtung mit jeweils einem
Greifer für jede der beiden Nadeln 6 angeordnet, deren oszillierende Bewegung mit
der oszillierenden Bewegung der Nadelstange 5 synchronisiert ist. Von jedem Greifer
wird ein Unterfaden geführt und letzterer ist zur Verschlingung mit den nadelgeführten
Oberfäden vorgesehen, wodurch in an sich bekannter Weise eine Kettenstichnaht erzeugt
wird. Üblicherweise werden die Nadelstange 5 und die Greifervorrichtung von einem
gemeinsamen Antrieb, nämlich einem nicht näher dargestellten Servo-Elektromotor angetrieben,
dessen rotative Antriebsbewegung zu den Nadelstangen 5 und zur Greifervorrichtung
von der Maschinenhauptwelle abgegriffen und in einem bestimmten Verhältnis übersetzt
wird. Anstelle einer Kettenstichnähmaschine kann im Zusammenhang mit der Erfindung
prinzipiell auch eine Steppstichnähmaschine vorgesehen sein.
[0022] Die Nähmaschine 1 weist zudem einen nicht im Detail dargestellten Nähguttransport
9 mit einer Nadel- und/oder Obertransporteinrichtung auf. Demzufolge ist der ebenfalls
über ein entsprechendes Getriebe von der Maschinenhauptwelle angetriebene Stoffschieber
7 zum Durchtritt der Nadel 6 mit einem Stichloch versehen. Der im Bereich des Stichbildeprozesses
und damit im Bereich der Stichbildewerkzeuge Nadel 6 und Greifer angeordnete Nähguttransport
9 kann in an sich bekannter Weise ausgebildet sein.
[0023] Wie in Fig. 1 ebenfalls zu erkennen ist, ist an der Rückseite der Nähmaschine 1 eine
Pullereinrichtung 10 angeordnet und befestigt, wobei die Pullereinrichtung in Fig
2 separat dargestellt ist. Die Pullereinrichtung 10 weist zwei Pullerwalzen 11, 12
auf, die mit Abstand nebeneinander und koaxial zueinander angeordnet sind. Die beiden
Achsen der Pullerwalzen 11, 12 fluchten miteinander, wobei ihre Wellen jeweils an
einem Träger 14 der Pullereinrichtung angeordnet sind. Die beiden Achsen der Walzen
11, 12 sind parallel zur Grundplatte 2 und quer zur Transportichtung des Nähguts ausgerichtet,
wie er vom Nähguttransport alleine stammt.
[0024] Wie in Fig. 2 ebenfalls zu erkennen ist, weist die Pullereinrichtung zwei Motoren
15, 16 auf. Im Ausführungsbeispiel werden als elektrische Antriebsmotoren 15, 16 zwei
identische Schrittmotoren eingesetzt. In anderen erfindungsgemäßen Ausführungsformen
können auch baulich nicht identische Motoren sowie andere Motoren als Schrittmotoren
eingesetzt werden.
[0025] Die nicht weiter dargestellten Antriebsachsen der beiden Motoren 15, 16 verlaufen
im bevorzugten Ausführungsbeispiel von Fig. 1 parallel zueinander sowie parallel zu
den Achsen der Pullerwalzen 11, 12. Hinter jeder der beiden Antriebsachsen der beiden
Motoren 14, 15 ist jeweils ein Getriebe angeordnet, mit dem die Antriebsbewegung des
jeweiligen Motors 14, 15 unter- oder übersetzt wird. In der Darstellung von Fig. 2
sind die beiden Getriebe im Gehäuse 17 der Pullereinrichtung angeordnet und deshalb
nicht zu erkennen. Ausgangsseitig weist jedes Getriebe jeweils ein Ritzel 18, 19 auf,
über das jeweils ein Zahnriemen 20, 21 geführt ist. Jeder Zahnriemen 20, 21 ist zudem
über ein Zahnriemenrad geführt. Hierbei sitzt eines der Zahnriemenräder auf der Welle
der einen Walze 11 und das andere Zahnriemenrad auf der Welle der anderen Walze 12.
In anderen erfindungsgemäßen Ausführungsformen könnten auch die Zahnriemen 20, 21
selbst als Umfangsflächen vorgesehen sein, die mit dem Nähgut in Kontakt stehen und
dieses bewegen.
[0026] Somit treibt jeweils nur ein Motor 15, 16 über jeweils nur eines der Getriebe und
nur einen der Zahnriemen 20, 21 nur eine der beiden Walzen 11, 12 an. Jede der beiden
Pullerwalzen 11, 12 ist somit mit einem separaten Motor 15, 16 wirkverbunden und wird
von diesem angetrieben bzw. jeder der beiden Motoren 15, 16 treibt nur eine der beiden
Pullerwalzen 11, 12 an.
[0027] Schließlich ist die Pullereinrichtung mit Andruckmittel versehen, durch die jede
der beiden Pullerwalzen 11, 12 jeweils gegen die gleiche Seite des Stoffs oder des
sonstigen Nähguts gedrückt wird. Hierzu kann jeder Walze 11, 12 ein Pneumatikzylinder
36, 37 zugeordnet sein. Jeder der Pneumatikzylinder wirkt hierbei auf einen von zwei
Hebeln 38, 39. Jeder der beiden Hebel 38, 39 wirkt wiederum auf eine der beiden Wellen,
mit denen die Walzen 11, t2 an der Puttereinrichtung 10 gelagert sind. Durch Betätigen
der Pneumatikzylinder 36, 37 können somit die Walzen 11, 12 unabhängig voneinander
gegen das Nähgut gedrückt und auch angehoben werden, um das Nähgut freizugeben, bzw.
Nähgut einzulegen.
[0028] Die Pullereinrichtung 10 wird ebenso wie die weiteren Aggregate der Nähmaschine 1
über eine Steuerung der Nähmaschine 1 gesteuert und die einzelnen Aggregate werden
hierdurch miteinander synchronisiert. Die Steuerung ist hierbei derart eingerichtet
und konfiguriert, daß sie die beiden Motoren 11, 12 getrennt voneinander anspricht
und sie jeden Motor 11, 12 unabhängig vom anderen Motor 11, 12 eine Drehzahl erzeugen
lassen kann. Die beiden Motoren 11, 12 können somit sowohl unterschiedliche als auch
die gleiche Drehzahl erzeugen. Die Motoren können ferner sowohl über eine beliebige
Zeitspanne eine gleichbleibende konstante als auch eine ansteigende oder abfallende
Drehzahl erzeugen. Der Anstieg bzw. Abfall der Drehzahl jedes Motors kann hierbei
beliebig, zumindest jedoch mit einer konstanten Steigung oder aber degressiv oder
progressiv erfolgen.
[0029] Die Nähmaschine 1 aus Fig. 1 mit der Pullereinrichtung 10 aus Fig. 2 ist insbesondere
dazu vorgesehen eine vorgefertigte Hose mit einem Hosenbund zu versehen. Der Stoff
für den Bund kann hierbei auf einer Rolle aufgerollt sein. Die Rolle wiederum kann
von einer Aufnahme 23 der Nähmaschine 1 aufgenommen werden. Der Stoff- bzw. Nähguttransport
zieht dann die erforderliche Menge an Stoff ab. Vor dem Nähbereich der Nähmaschine
1 ist eine an sich bekannte Falthilfe 25 angeordnet, die eine Führung für den abgezogenen
Stoff darstellt und den Stoff bei seinem Weg über die Falthilfe zweilagig faltet und
dem Nähbereich zuführt.
[0030] Der Stoff für den Hosenbund 24 gelangt somit zweilagig in den Nähbereich und ist
durch die Falthilfe 25 derart ausgerichtet, daß sich die Oberkannte 26 des Hosenbunds
im Bereich der einen Nadel und der Bereich 27 mit dem der Bund 24 an die Hose angenäht
wird, im Bereich der zweiten Nadel befindet. In Bezug auf die Darstellung von Fig.
1 befindet sich also die Oberkante 26 (vgl. Fig. 5d)) des Hosenbunds 24 im Bereich
der rechten Nadel und der Annähbereich 27 des Bunds 24 im Bereich der linken Nadel.
Um den Bund 24 an die Hose anzunähen wird zudem der Oberkantenbereich 26 entlang des
gesamten Umfangsbereichs der Hose zusammen mit dem Bund unter der einen Nadel, hier
der linken Nadel geführt. Durch den Stoff- bzw. Nähguttransport wird sowohl die Hose
als auch der Bund 24 unter den beiden Nadeln hindurchtransportiert, die hierbei gleichzeitig
die Oberkante 26 des Bunds abnähen, als auch den Bund 24 an die Hose annähen. Die
beiden hierfür vorgesehenen Nähte 29, 30 werden gleichzeitig erzeugt und verlaufen
jeweils einstückig entlang des gesamten Umfangs der Hose.
[0031] Um die Form der fertigen Hose an die anatomische Form ihres Trägers anzupassen, weist
die Hose im Bundbereich sowohl einen oder mehrere geradlinige Abschnitte als auch
in bestimmter Weise gekrümmte Abschnitte auf. Die gekrümmten Abschnitte können insbesondere
entlang eines bestimmten Radius verlaufen. tn Fig. 5d) ist eine Abwicklung eines derart
verlaufenden Bunds 24 gezeigt. Dieser weist in seinen Endbereichen jeweils gekrümmte
Abschnitte 32, 33 auf, die jeweils einem Kreissegment mit einem bestimmten Radius
folgen. Ein zwischen ihnen liegender mittlerer Abschnitt 34 verläuft geradlinig. In
den Fig. 5a), 5b) und 5c) sind weitere Beispiele aus einer Vielzahl von möglichen
geometrisch unterschiedlichen Verläufen eines Bunds gezeigt, der jeweils mit der gleichen
Nähmaschine aus Fig. 1 ohne gegenständliche Veränderung der Nähmaschine genäht werden
kann.
[0032] Zur Fertigung eines solchen Bunds 24 aus Fig. 5d) unter gleichzeitiger Formgebung
und Annähen an die Hose werden sowohl die Hose als auch der Stoff für den Bund der
Nähmaschine 1 in der zuvor angegegeben Weise zugeführt. Durch den Nähguttransport
9 wird hierbei ein Vorschub der Hose und des Stoffs für den Bund erzeugt. Der Bund
gelangt unmittelbar nach dem Nähvorgang bzw. der jeweiligen Stichbildung zu den Walzen
11, 12 wobei die Naht der Oberkante 26 unter der rechten Walze 11 und die Naht im
Annähbereich unter der linken Walze 12 hindurchläuft. Die beiden Walzen 11, 12 rotieren
hierbei und drücken dabei auf den Stoff. Um den ersten kreissegmentartigen gekrümmten
Bereich 32 zu erzeugen, werden die beiden Walzen 11, 12 von der Steuerung derart angesteuert,
daß die rechte Walze 11 mit einer größeren Drehzahl als die linke Walze 12 rotiert.
Das Drehzahlverhältnis der beiden Walzen ist dabei derart vorgesehen, daß der Abschnitt
32 des Bunds sich entlang des gewünschten Radius bewegt.
[0033] Um den sich anschließenden geradlinigen Abschnitt 34 des Bunds zu fertigen veranlaßt
die Steuerung, daß nun die beiden Walzen 11, 12 mit identischen Drehzahlen rotieren,
das Drehzahlverhältnis also 1:1 beträgt. Als Ergebnis hiervon bewegt sich der Abschnitt
34 geradlinig, wodurch auch die Nähte 29, 30 in diesem Abschnitt geradlinig ausgerichtet
werden.
[0034] Sobald der geradlinige Abschnitt 34 gefertigt ist versorgt die Steuerung die Antriebe
wieder mit Steuerungssignalen, durch die die Walzen 11, 12 mittels der beiden Motoren
15, 16 wieder mit ungleichen Drehzahlen angetrieben werden. Da der Abschnitt 33 die
gleiche Krümmung/Radius wie der Abschnitt 32 aufweist, entsprechen die zur Fertigung
des Abschnitts 33 vorgesehenen Drehzahlen der beiden Walzen 11, 12 sowie deren Drehzahlverhältnis
jenen, die auch bei der Fertigung des Abschnitts 32 eingestellt waren. Als Folge hiervon
bewegt sich der Stoff des Abschnitts 33 entlang des gleichen Radius wie zuvor der
Abschnitt 32.
[0035] In Fig. 4 ist ein vollständiger Näharbeitsplatz gezeigt, der mit der Nähmaschine
1 und der an dieser angebrachten Pullereinrichtung 10 versehen ist. Die Nähmaschine
1 ist hierbei an einem Arbeitsgestell 40 mit einer Arbeitsplatte 41 angebracht. Die
Nähmaschine 1 ist mit einem Fußpedal 42 sowie mit einem Knieschalter 43 verbunden,
wobei die Pedalstellung des Fußpedals 42 sowie eine Betätigung des Knieschalters 43
der Steuerung als entsprechende Signale zugeführt werden. Aufgrund der jeweiligen
momentan Pedalstellung stellt die Steuerung eine bestimmte momentane Drehzahl der
Maschinenhauptwelle ein. Die Drehzahl der Maschinenhauptwelle bestimmt wiederum die
Frequenz, mit der sich die Nadeln 6 auf und ab bewegen und damit die Stichbildung
bewirken. Die Steuerung stellt aufgrund der Pedalstellung auch die Drehzahlen der
beiden Motoren 15, 16 ein. Die Drehzahlen für den Antrieb der Walzen 11, 12 sind dabei
derart vorgesehen, daß die sich dadurch einstellenden Umfangsgeschwindigkeiten der
Umfangsflächen der Walzen 11, 12 den jeweils momentanen Vorschubgeschwindigkeiten
des Nähguttransports 9 entsprechen. Zusätzlich wird bei der Einstellung der Drehzahlen
der Walzen 11, 12 die Richtung des Wegs berücksichtigt, welcher der Stoff folgen soll,
ob also geradlinig oder mit einem bestimmten Krümmungsverlauf bewegt werden soll.
Dementsprechend werden die Drehzahlen der Walzen 11, 12 verändert, jedoch entsprechend
des Krümmungsverlaufs ein bestimmtes Drehzahlverhältnis für den jeweiligen Abschnitt
32, 33, 34 beibehalten.
[0036] Mit dem Knieschalter 43 kann der Bediener der Nähmaschine 1 bestimmte Programme oder
Programmteile aktivieren, mit denen der jeweilige Abschnitt 32, 33, 34 des Bunds aus
Fig. 5d) genäht wird. Somit können beispielsweise durch Betätigung des Knieschalters
43 in der Steuerung die Parameter aktiviert werden, welche die Steuerung 44 den einzelnen
Maschinenaggregaten für die Fertigung des Abschnitts 32 zur Verfügung stellt. Mit
dem Knieschalter 43 wird also unter anderem die Steuerung veranlaßt, die Motoren 15,
16 mit Drehzahlen drehen zu lassen, die für die Fertigung der Krümmung des Abschnitts
32 erforderliche Drehzahlverhältnis der Walzen 11, 12 entsprechen. Die absoluten Drehzahlen
werden durch das Fußpedal bestimmt. Bei der nächsten Betätigung des Knieschalters
43 werden dann die Parameter für den Abschnitt 34 und bei nochmaliger Betätigung die
Parameter für den Abschnitt 33 abgerufen und eingestellt. Über ein Panel/Bedieninterface
der Steuerung 44 können Parameter des Nähprozesses eingegeben und damit die Steuerung
für ein Annähen und Abnähen eines Bunds programmiert werden. Hierfür können insbesondere
Parameter für den Krümmungsverlauf, insbesondere für unterschiedliche Krümmungsverläufe,
des Bunds eingegeben und abgespeichert werden, den die Steuerung dann nachfolgend
in einen Nähprozess umsetzt und abarbeitet.
[0037] Die Steuerung der Nähmaschine sieht vorzugsweise auch vor, einen automatischen Ablauf
der Fertigung eines Bunds und dessen gleichzeitigem Annähen an die Hose zu ermöglichen.
In diesem Zusammenhang kann vorgesehen sein, daß durch Betätigung des Knieschalters
43 oder alternativ, durch erstmaliges Betätigen des Fußpedals 42, die Fertigung in
Gang gesetzt wird. Hierbei wird zwischen den einzelnen Abschnitten des Bunds und des
jeweils erforderlichen Drehzahlverhältnisses der Walzen 11, 12 automatisch umgeschaltet.
Um zu erkennen, wann die Umschaltung von einem Abschnitt auf den nächsten umgeschaltet
werden soll, kann die Steuerung mit einer Stichzählung versehen sein. Aufgrund der
eingestellten Stichlänge und der Anzahl der bereits ausgeführten Stiche kann die zurückgelegte
Weglänge bestimmt werden. Sobald die vorbestimmte Länge des jeweiligen Abschnitts
genäht ist, stellt die Steuerung automatisch auf den jeweils nächsten Abschnitt um.
Alternativ oder ergänzend zur Stichzählung kann auch ein Detektionsmittel vorgesehen
sein, das Markierungen an der Hose oder am Bund erkennt, mit denen der jeweilige Übergang
von einem Abschnitt zum nachfolgenden Abschnitt der Hose signalisiert wird. Bei Erkennung
einer solchen Markierung schaltet die Steuerung automatisch auf das Programm für den
nachfolgenden Abschnitt 32, 33, 34 des Bunds um. Auf diese Weisen kann ein Bund automatisch
und vollständig erzeugt sowie an eine Hose angenäht werden, obwohl er Abschnitte mit
unterschiedlichem Richtungsverlauf aufweist. Selbst ein Bund mit mehrfach wechselndem
Richtungsverlauf kann auf diese Weise in einem automatisch ablaufendem Nähprozess
gefertigt und angenäht werden.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Nähmaschine |
26 |
Oberkante |
| 2 |
Grundplatte |
27 |
Annähbereich |
| 3 |
Ständer |
29 |
Naht |
| 4 |
Arm |
30 |
Naht |
| 5 |
Nadelstange |
32 |
gekrümmter Abschnitt |
| 5a |
Nadelhalter |
33 |
gekrümmter Abschnitt |
| 6 |
Nadel |
34 |
geradliniger Abschnitt |
| 7 |
Stoffschieber |
36 |
Pneumatikzylinder |
| 9 |
Nähguttransport |
37 |
Pneumatikzylinder |
| 10 |
Pullereinrichtung |
38 |
Hebel |
| 11 |
Pullerwalze |
39 |
Hebel |
| 12 |
Pullerwalze |
40 |
Arbeitsgestell |
| 14 |
Träger |
42 |
Fußpedal |
| 15 |
Motor |
43 |
Knieschalter |
| 16 |
Motor |
44 |
Steuerung |
| 17 |
Gehäuse |
|
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| 18 |
Ritzel |
|
|
| 19 |
Ritzel |
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|
| 20 |
Zahnriemen |
|
|
| 21 |
Zahnriemen |
|
|
| 23 |
Aufnahme |
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| 24 |
Hosenbund |
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| 25 |
Falthilfe |
|
|
1. Nähmaschine mit Stichbildewerkzeugen, wie beispielsweise zumindest zwei jeweils einen
Faden führende Nadeln, zur Erzeugung von Nähten (29, 30) durch die jeweils einen Faden
führenden Stichbildewerkzeuge, wobei die Nähmaschine (1) mit einem Nähguttransport
(9) versehen ist, mittels dem ein Vorschub des Nähguts relativ zu den Stichbildewerkzeugen
ausführbar ist, sowie mit einer - in Bezug auf die vorgesehene Vorschubrichtung -
hinter dem Nähguttransport (9) angeordneten Pullereinrichtung (10) der Nähmaschine
(1), hierbei die Pullereinrichtung (10) mit zwei oder mehr rotativ angetriebenen Walzen
(11, 12) versehen ist, wobei die beiden Walzen (11, 12) zur Aufbringung vorbestimmter
Vorschubrichtungen des Nähguts vorgesehen sind, insbesondere um anstelle einer geradlinigen
Vorschubrichtung gekrümmte Vorschubrichtungen auf das Nähgut aufzubringen,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Pullereinrichtung (10) für jede der zumindest zwei Walzen (11, 12) jeweils einen
eigenen motorischen Antrieb (15, 16) aufweist, wobei die beiden motorischen Antriebe
(15, 16) getrennt und unabhängig voneinander ansteuerbar
sind, um die zumindest zwei Walzen (11, 12) gleichzeitig mit jeweils einer von der
anderen Walze unabhängigen Antriebsbewegung zu versehen.
2. Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden unabhängig voneinander antreibbaren Walzen (11, 12) der Pullereinrichtung
(10) zumindest im wesentlichen gleiche Durchmesser aufweisen und koaxial zueinander
angeordnet sind.
3. Nähmaschine nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die beiden unabhängig voneinander antreibbaren Walzen (11, 12) der Pullereinrichtung
(10) unterschiedliche Durchmesser aufweisen und ihre Achsen parallel zueinander angeordnet
sind.
4. Nähmaschine nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch Steuerungsmittel der beiden motorischen Antriebe (15, 16), mit denen während einer
Nahtbildung ein Drehzahlverhältnis zwischen den beiden Walzen (11, 12) veränderbar
ist.
5. Nähmaschine nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Größe eines Drehzahlverhältnisses von unterschiedlichen Drehzahlen der beiden
Antriebe (15, 16), in der Steuerung programmierbar sind.
6. Nähmaschine nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Schalter (43), durch dessen Betätigung in der Steuerung der Nähmaschine (1)
während der Fertigung eines Bunds unterschiedliche Einstellungen der Drehzahlen für
die Antriebe (15, 16) der beiden Walzen (11, 12) der Pullereinrichtung (10) aktivierbar
sind.
7. Verfahren zum Annähen eines Bunds an ein Kleidungsstück, wie eine Hose, Rock oder
dergleichen, mittels einer Nähmaschine, bei dem unter Einsatz von zumindest zwei mit
unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten angetrieben rotierenden Walzen (11,12)
einer Pullereinrichtung (10) eine Änderung einer durch eine Nähguttransporteinrichtung
erzeugten Vorschubrichtung bewirkt wird, dadurch gekennzeichnet, die beiden Walzen (11, 12) mit unterschiedlichen motorischen Antrieben (15, 16)
angetrieben werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß Walzen (11, 12) mit gleichen Durchmessern mit unterschiedlichen motorischen Antrieben
angetrieben werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß während der gleichzeitigen Bildung von zwei Nähten (29, 30) das Drehzahlverhältnis
der beiden Walzen (11, 12) verändert wird.
10. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Bund zumindest zwei im wesentlichen parallel zueinander und gleichzeitig
mit nur einer Nähmaschine (1) Nähte (29, 30) erzeugt werden, die in Bezug auf ihren
jeweiligen Verlauf in ihrer Längsrichtung Abschnitte mit unterschiedlichen Krümmungen
oder Radien aufweisen, wobei deren unterschiedlicher Verlauf durch Änderungen des
Drehzahlverhältnisses der beiden durch unterschiedliche motorische Antriebe angetriebenen
Walzen (11, 12) vorgegeben wird.
11. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 10, gekennzeichnet durch einen automatisierten oder halbautomatischen Annähvorgang eines Bunds an ein Kleidungsstück
wie eine Hose, Rock oder dergleichen, bei dem zeitgleich zumindest zwei Nähte erzeugt
werden, die sich über den vollständigen Umfangs des Bunds erstrecken und die entlang
ihres Längsverlaufs unterschiedliche Radien aufweisen.
1. Sewing machine comprising stitch-forming tools, such as at least two needles guiding
a respective thread, for the generation of seams (29, 30) by the stitch-forming tools
guiding a respective thread, wherein the sewing machine (1) is provided with a conveying
system (9) for material to be sewn, by means of which the material to be sewn is feedable
relative to the stitch-forming tools, and also with a puller device (10), which is
arranged downstream - in relation to the intended feed direction - of the conveying
system (9) for material to be sewn, of the sewing machine (1), the puller device (10)
is in this case provided with two or more rotatingly driven rollers (11, 12), wherein
the two rollers (11, 12) are provided for applying predetermined feed directions of
the material to be sewn, in particular in order to apply curved feed directions to
the material to be sewn instead of a rectilinear feed direction,
characterized in that
the puller device (10) has a separate motor drive (15, 16) for each of the at least
two rollers (11, 12), wherein the two motor drives (15, 16) are actuable separately
and independently of one another, in order to simultaneously provide the at least
two rollers (11, 12) with a respective drive movement which is independent of the
other roller.
2. Sewing machine according to Claim 1, characterized in that the two rollers (11, 12) of the puller device (10) which are drivable independently
of one another have at least substantially the same diameter and are arranged coaxially
with respect to one another.
3. Sewing machine according to Claim 1, characterized in that the two rollers (11, 12) of the puller device (10) which are drivable independently
of one another have different diameters and their axes are arranged parallel to one
another.
4. Sewing machine according to at least one of the preceding Claims 1 to 3, characterized by control means of the two motor drives (15, 16), said control means being able to
be used to change a rotational speed ratio between the two rollers (11, 12) during
formation of a seam.
5. Sewing machine according to at least one of the preceding claims, characterized in that the value of a rotational speed ratio of different rotational speeds of the two drives
(15, 16) is programmable in the control system.
6. Sewing machine according to at least one of the preceding claims, characterized by a switch (43), the actuation of which makes it possible to activate different settings
of the rotational speeds for the drives (15, 16) of the two rollers (11, 12) of the
puller device (10) in the control system of the sewing machine (1) during the manufacture
of a waistband.
7. Method for sewing a waistband onto an item of clothing, such as a pair of trousers,
skirt or the like, by means of a sewing machine, in which method a feed direction
generated by a conveying device for material to be sewn is changed using at least
two rotating rollers (11, 12) of a puller device (10) which are driven at different
circumferential speeds, characterized in that the two rollers (11, 12) are driven by different motor drives (15, 16).
8. Method according to Claim 7, characterized in that rollers (11, 12) with identical diameters are driven by different motor drives.
9. Method according to Claim 7 or 8, characterized in that the rotational speed ratio of the two rollers (11, 12) is changed during the simultaneous
formation of two seams (29, 30).
10. Method according to at least one of the preceding Claims 7 to 9, characterized in that at least two seams (29, 30) which are substantially parallel to one another and at
the same time by only one sewing machine (1) are generated on a waistband, said seams
having, in relation to their respective profile, in their longitudinal direction,
portions with different curvatures or radii, wherein the differing profile thereof
is prescribed by changes in the rotational speed ratio of the two rollers (11, 12)
which are driven by different motor drives.
11. Method according to at least one of the preceding Claims 7 to 10, characterized by an automated or semiautomated operation for sewing a waistband onto an item of clothing
such as a pair of trousers, skirt or the like, said operation involving the simultaneous
generation of at least two seams which extend over the full extent of the waistband
and which have different radii along their longitudinal profile.
1. Machine à coudre comprenant des outils de formation de points de piquage, comme par
exemple au moins deux aiguilles guidant chacune un fil, ladite machine à coudre étant
destinée à réaliser des coutures (29, 30) par le biais des outils de formation de
points de piquage guidant chacun un fil, la machine à coudre (1) étant pourvue d'un
moyen de transport de matière à coudre (9) permettant de faire avancer la matière
à coudre par rapport aux outils de formation de points de piquage, et la machine à
coudre (1) comprenant également un dispositif de traction (10) qui est disposé en
arrière du moyen de transport de matière à coudre (9) par rapport à la direction d'avancement
prévue, le dispositif de traction (10) étant pourvu de deux rouleaux (11, 12) ou plus
qui sont entraînés en rotation, les deux rouleaux (11, 12) étant prévus pour conférer
des directions d'alimentation prédéterminées à la matière à coudre, en particulier
pour conférer des directions d'alimentation incurvées, au lieu d'une direction d'alimentation
rectiligne, à la matière à coudre,
caractérisée en ce que
le dispositif de traction (10) comporte un entraînement motorisé propre (15, 16) pour
chacun des au moins deux rouleaux (11, 12), les deux entraînements motorisés (15,
16) pouvant être commandés séparément et indépendamment l'un de l'autre afin de conférer
simultanément à chacun des au moins deux rouleaux (11, 12) un mouvement d'entraînement
indépendant de l'autre rouleau.
2. Machine à coudre selon la revendication 1, caractérisée en ce que les deux rouleaux (11, 12), pouvant être entraînés indépendamment l'un de l'autre,
du dispositif de traction (10) ont au moins sensiblement le même diamètre et sont
disposés coaxialement l'un à l'autre.
3. Machine à coudre selon la revendication 1, caractérisée en ce que les deux rouleaux (11, 12), pouvant être entraînés indépendamment l'un de l'autre,
du dispositif de traction (10) ont des diamètres différents et leurs axes sont disposés
parallèlement l'un à l'autre.
4. Machine à coudre selon l'une au moins des revendications précédentes 1 à 3, caractérisée par des moyens de commande des deux entraînements motorisés (15, 16) qui permettent de
modifier un rapport de vitesse de rotation entre les deux rouleaux (11, 12) pendant
la formation de la couture.
5. Machine à coudre selon l'une au moins des revendications précédentes, caractérisée en ce que la grandeur d'un rapport de vitesses de rotation différentes des deux entraînements
(15, 16) peut être programmée dans la commande.
6. Machine à coudre selon l'une au moins des revendications précédentes, caractérisée par un commutateur (43) dont l'action permet d'activer différents réglages des vitesses
de rotation pour les entraînements (15, 16) des deux rouleaux (11, 12) du dispositif
de traction (10) dans la commande de la machine à coudre (1) pendant la réalisation
d'une ceinture.
7. Procédé de couture d'une ceinture à un vêtement, tel qu'un pantalon, une jupe ou similaire,
à l'aide d'une machine à coudre, procédé dans lequel un changement de direction d'avancement
générée par un dispositif de transport de matière à coudre est provoqué à l'aide d'au
moins deux rouleaux rotatifs, entraînés à des vitesses circonférentielles différentes
(11, 12), d'un dispositif de traction (10), caractérisé en ce que les deux rouleaux (11, 12) sont entraînés par différents entraînements motorisés
(15, 16).
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que des rouleaux (11, 12) de même diamètre sont entraînés avec des entraînements motorisés
différents.
9. Procédé selon la revendication 7 ou 8, caractérisé en ce que le rapport de vitesses de rotation des deux rouleaux (11, 12) est modifié lors de
la formation simultanée de deux coutures (29, 30).
10. Procédé selon l'une au moins des revendications précédentes 7 à 9, caractérisé en ce qu'au moins deux coutures (29, 30) sensiblement parallèles entre elles et simultanément
avec une seule machine à coudre (1) sont réalisées sur une ceinture et comportent,
quant à leur allure respective, des portions de courbures différentes ou de rayons
différents dans leur direction longitudinale, leur allure différente étant déterminée
par des modifications du rapport de vitesses de rotation des deux rouleaux (11, 12)
entraînés par des entraînements motorisés différents.
11. Procédé selon l'une au moins des revendications précédentes 7 à 10, caractérisé par un processus de couture automatisé ou semi-automatisé d'une ceinture sur un vêtement
tel qu'un pantalon, une jupe ou similaire, procédé dans lequel au moins deux coutures
sont réalisées en même temps et s'étendent sur toute la circonférence de la ceinture
et ont des rayons différents sur leur longueur.