[0001] Die Erfindung betrifft eine Trageinrichtung für ein Lawinenairbagsystem, welches
einen Airbag und eine Befüllvorrichtung zum Einbringen wenigstens eines Mediums in
den Airbag umfasst. In einem Behältnis der Trageinrichtung ist bei mit der Trageinrichtung
gekoppeltem Lawinenairbagsystem der in eine Verstaustellung verbrachte Airbag aufgenommen.
Das Behältnis weist wenigstens ein Verschlusselement auf. Nach einem Öffnen des Verschlusselements
ist das Behältnis aus einer Geschlossenstellung in eine Offenstellung verbringbar.
[0002] Derartige Trageinrichtungen in Form von Rucksäcken, welche mit dem Lawinenairbagsystem
bestückt sind, sind im Handel erhältlich. Beispielsweise gibt es Lawinenairbagrucksäcke,
bei welchen ein Behältnis in Form einer Airbagtasche aufreißt, wenn ein in der Airbagtasche
vorliegender Druck, welcher durch das Aufblasen des in der Airbagtasche angeordneten
Airbags bedingt ist, einen bestimmten Wert überschreitet. Dann gibt nämlich ein Reißverschluss
nach, welcher üblicherweise die Airbagtasche geschlossen hält.
[0003] Bei der Airbagtasche handelt es sich meist um eine von einem weiteren Staufach des
Rucksacks getrennte Kammer beziehungsweise ein derartiges Behältnis, in welchem der
Airbag vor einer Beschädigung geschützt aufbewahrt ist. Zudem sorgt die Airbagtasche
dafür, dass der Airbag während des normalen Gebrauchs nicht aus dem Rucksack herausfällt.
Zugleich sollte der Airbag so eng wie möglich gepackt sein, damit nicht unnötig wertvolles
Rucksackvolumen von dem Airbag beansprucht wird. Auch dieser Zweck wird durch die
Airbagtasche beziehungsweise das Behältnis sichergestellt, in welchem der in seine
Verstaustellung verbrachte Airbag aufgenommen ist. Wird jedoch das Lawinenairbagsystem
ausgelöst, so bewirkt dies infolge des Aufblasens der Airbags das Öffnen der Airbagtasche,
sodass der dann freigegebene Airbag weiter befüllt werden kann.
[0004] Zum Füllen des Airbags eines Lawinenairbagsystems kann einerseits komprimiertes Gas
aus einer Kartusche verwendet werden. Bei einem derartigen Lawinenairbagsystem wird
oft zusätzlich eine Venturi-Einrichtung verwendet. Hierbei führt das durch die Venturi-Einrichtung
strömende, aus der Kartusche kommende Gas dazu, dass zusätzlich Umgebungsluft angesaugt
wird. Der Airbag wird bei einem derartigen Lawinenairbagsystem dann sowohl mit dem
Gas aus der Kartusche als auch mit Umgebungsluft befüllt.
[0005] Des Weiteren beschreibt die
WO 2012/035422 A1 einen Rucksack mit einem Lawinenairbagsystem, bei welchem der Airbag durch Betreiben
eines Gebläses befüllt wird, wobei das Gebläse Energie von einer elektrischen Energiequelle
bezieht. Auch hier bewirkt das Aufblasen des Airbags, dass der Airbag aus einer Airbagtasche
des Rucksacks heraus befördert wird.
[0006] Als nachteilig ist bei dem Lawinenairbagsystem der
WO 2012/035422 A1 der Umstand anzusehen, dass ein beträchtlicher Teil der Energie, welche für das Aufblasen
des Airbags zur Verfügung steht, bereits darauf verwendet wird, die Airbagtasche zu
öffnen und den Airbag durch das Aufblasen aus der Airbagtasche zu bringen. Erst wenn
die Airbagtasche geöffnet und der in seiner Verstaustellung eng gefaltete Airbag einmal
entfaltet ist, kann Umgebungsluft (oder Gas aus der Kartusche) frei beziehungsweise
weitgehend ungehindert weiter in den Airbag einströmen.
[0007] Bei einem Lawinenairbagsystem, bei welchem das komprimierte Gas aus der Kartusche
zum Befüllen des Airbags verwendet wird, stellt das Ausbringen des Airbags aus der
Airbagtasche im Hinblick auf den hierfür aufzubringenden Druck keine besondere Herausforderung
dar, da der Druck, welcher am Anfang des Entfaltungsvorgangs vorhanden ist, bei bis
zu 300 bar liegen kann. Dieser sehr hohe Druck des komprimierten Gases in der Kartusche
kann jedoch dazu führen, dass es zu einem unkontrollierten Aufreißen der Airbagtasche
kommt, insbesondere wenn der Öffnungsmechanismus fehlerhaft konstruiert oder beschädigt
ist. Jedoch wird auch beim Verwenden des die Kartusche umfassenden Lawinenairbagsystems
ein Teil des Drucks des komprimierten Gases zum Ausbringen des Airbags aus der Airbagtasche
verwendet. Dies ist einerseits ineffizient, und andererseits könnte ein wertvoller
Zeitgewinn erzielt werden, wenn die Kartusche nicht den zum Aufdrücken der Airbagtasche
erforderlichen Druck bereitzustellen bräuchte.
[0008] Insbesondere bei einem Lawinenairbagsystem, bei welchem der Airbag mittels eines
elektrisch angetriebenen Gebläses befüllt wird, geht jedoch besonders viel Energie
zum Öffnen der der Airbagtasche und zum Ausbringen des Airbags aus der Airbagtasche
verloren. Denn der Druck, welchen ein gewöhnliches Gebläse aufbringt, liegt bei etwa
30 mbar bis 60 mbar. Dieser Wert ist um den Faktor 10.000 bis 5.000 niedriger als
bei einem Lawinenairbagsystem, bei welchem eine Kartusche mit Druckgas zum Einsatz
kommt.
[0009] Um einen höheren Druck bereitzustellen, verwenden Hersteller von Lawinenairbagsystemen
beispielsweise ein als Seitenkanalverdichter ausgebildetes Gebläse. Mit einem solchen
Gebläse kann ein etwas höherer Druck von bis zu etwa 100 mbar bereitgestellt und zum
Öffnen der Airbagtasche sowie zum Ausbringen des Airbags aus der Airbagtasche verwendet
werden. Bei einem solchen Lawinenairbagsystem ist jedoch nachteilig, dass das Gebläse
lediglich einen geringeren Volumenstrom fördern kann als ein Gebläse, welches einen
geringeren Druck beziehungsweise Staudruck aufbringt. Der Elektromotor eines elektrisch
betriebenen Gebläses hat nämlich eine Kennlinie, welche angibt, bei welchem Staudruck
welcher Volumenstrom gefördert werden kann. Ein hoher Staudruck bedeutet zugleich
einen niedrigeren Volumenstrom und umgekehrt. Bei einem auf einen hohen Druck ausgelegten
Gebläse, also etwa bei dem Seitenkanalverdichter, dauert somit das Befüllen des Airbags
nach dem Ausbringen desselben aus der Airbagtasche länger, als dies bei einem Gebläse
der Fall ist, welches auf einen hohen Volumenstrom ausgelegt ist.
[0010] Unabhängig von der Art des verwendeten Gebläses ist jedoch der Anteil der Energie
erheblich, welche bei einem solchen elektrischen Lawinenairbagsystem zum Öffnen der
Airbagtasche und zum Ausbringen des Airbags aufgewendet werden muss. Dementsprechend
wird bei einem Lawinenairbagsystem mit elektrisch betriebener Befüllvorrichtung ein
elektrischer Energiespeicher üblicherweise vergleichsweise groß dimensioniert und
teilweise auch ein vergleichsweise großes Gebläse verwendet, welches auf Verdichtung
ausgelegt ist und somit einen hohen Staudruck bereitstellen kann, und dennoch einen
höheren Volumenstrom fördert als ein kleineres Gebläse, welches denselben Staudruck
bereitstellen kann.
[0011] Beide Maßnahmen führen dazu, dass das Lawinenairbagsystem vergleichsweise schwer,
voluminös und auch teuer ist.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine verbesserte Trageinrichtung
der eingangs genannten Art zu schaffen.
[0013] Diese Aufgabe wird durch eine Trageinrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung
sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
[0014] Die erfindungsgemäße Trageinrichtung, welche insbesondere als Rucksack ausgebildet
sein kann, ist für ein Lawinenairbagsystem vorgesehen, welches wenigstens einen Airbag
und eine Befüllvorrichtung zum Einbringen wenigstens eines Mediums in den wenigstens
einen Airbag umfasst. Die Trageinrichtung umfasst wenigstens ein Behältnis, in welchem
bei mit der Trageinrichtung gekoppeltem Lawinenairbagsystem der wenigstens eine in
eine Verstaustellung verbrachte Airbag aufgenommen ist. Das Behältnis weist wenigstens
ein Verschlusselement auf. Nach einem Öffnen des wenigstens einen Verschlusselements
kann das Behältnis aus einer Geschlossenstellung in eine Offenstellung verbracht werden.
Die Trageinrichtung umfasst wenigstens ein Federelement, welches bei in die Geschlossenstellung
verbrachtem Behältnis gespannt ist. Mittels des wenigstens einen Federelements ist
das Verbringen des Behältnisses aus der Geschlossenstellung in die Offenstellung bewirkbar.
Das wenigstens eine Verschlusselement ist durch Betätigen einer Betätigungseinrichtung
zu öffnen, mittels welcher die Befüllvorrichtung des Lawinenairbagsystems in einen
ausgelösten Zustand verbracht werden kann. In dem ausgelösten Zustand bringt die Befüllvorrichtung
das wenigstens eine Medium in den Airbag ein.
[0015] Das Verschlusselement ist also dazu ausgelegt, dass es durch Betätigen der Betätigungseinrichtung
geöffnet werden kann. Bei geöffnetem Verschlusselement kann wiederum das wenigstens
eine Federelement das Verbringen des Behältnisses aus der Geschlossenstellung in die
Offenstellung bewirken. Das wenigstens eine Federelement drückt also das Behältnis
auf. Durch dieses mechanische Öffnen des Behältnisses, welches insbesondere als sogenannte
Airbagtasche der Trageinrichtung beziehungsweise des Rucksacks ausgebildet sein kann,
braucht nicht von dem Lawinenairbagsystem Energie zum Öffnen des Behältnisses vorgehalten
zu werden. Sowohl bei Auslegung der Trageinrichtung für ein Lawinenairbagsystem, welches
eine Kartusche mit komprimiertem Gas umfasst, als auch für ein Lawinenairbagsystem,
welches eine elektrisch betriebene Befüllvorrichtung aufweist, ist dies vorteilhaft
und die Trageinrichtung dementsprechend verbessert.
[0016] Denn zumindest das Öffnen des Behältnisses, also das Verbringen des Behältnisses
aus der Geschlossenstellung in die Offenstellung, kann unabhängig von den Energiereserven
eines elektrischen Energiespeichers des Lawinenairbagsystems mit elektrisch betriebener
Befüllvorrichtung beziehungsweise unabhängig von dem durch die Kartusche bereitgestellten
Druck realisiert werden.
[0017] Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass dann, wenn das Behältnis geöffnet ist und
der Airbag des Lawinenairbagsystems bereits aus dem Behältnis ausgeworfen ist, wenigstens
10 Prozent der Energie eingespart werden kann, welche zum Aufblasen beziehungsweise
Befüllen des Airbags dann erforderlich ist, wenn das Öffnen des Behältnisses und das
Ausbringen des Airbags aus dem Behältnis durch das Aufblasen des Airbags bewirkt wird.
Das Öffnen der Airbagtasche und das Ausbringen des Airbags aus der Airbagtasche zieht
also signifikant Energie ab.
[0018] Wenn zum Befüllen des Airbags Gas aus einer Kartusche verwendet wird, so kann der
Druck der Kartusche signifikant niedriger sein als bei derzeitigen Lawinenairbagsystemen
üblich und beispielsweise bei lediglich 100 bar liegen. Dies ist beispielsweise dahingehend
von Vorteil, dass in Bezug auf die Beförderung von mit Gas gefüllten Kartuschen in
Flugzeugen Restriktionen bestehen, bei welchen der Druck des in der Kartusche gespeicherten
Gases eine Rolle spielt.
[0019] Ist die Trageinrichtung für ein Lawinenairbagsystem mit einer elektrisch betriebenen
Befüllvorrichtung ausgelegt, so ist das Vorsehen des wenigstens einen Federelements
von besonders großem Vorteil. Denn dann braucht weniger elektrische Energie von einem
elektrischen Energiespeicher des Lawinenairbagsystems vorgehalten zu werden, da nicht
mittels des elektrisch betriebenen Gebläses des Lawinenairbagsystems auch das Behältnis
geöffnet zu werden braucht. Das Lawinenairbagsystem kann dadurch besonders klein und
besonders leicht ausgelegt werden.
[0020] Dies gilt insbesondere, da Lawinenairbagsysteme auch bei sehr tiefen Temperaturen
von bis zu -30 Grad Celsius zuverlässig auslösen müssen. Bei sehr niedrigen Temperaturen
nimmt jedoch die Leistungsfähigkeit von elektrischen Energiespeichern in Form von
zum Beispiel Akkumulatoren im Vergleich zur Leistungsfähigkeit bei höheren Temperaturen
stark ab. Auch um dies zu kompensieren, werden die elektrischen Energiespeicher von
Lawinenairbagsystemen mit einer elektrisch betriebenen Befüllvorrichtung üblicherweise
entsprechend groß ausgelegt.
[0021] Auch diesbezüglich ist es somit von Vorteil, wenn das wenigstens eine Federelement
das Öffnen des Behältnisses zugleich mit dem Betätigen beziehungsweise aufgrund des
Betätigens der Betätigungseinrichtung bewirkt. Denn ein mechanischer Energiespeicher
in Form des wenigstens einen Federelements stellt auch bei sehr tiefen Temperaturen
problemlos diejenige Energie zur Verfügung, welche zum Verbringen des Behältnisses
aus der Geschlossenstellung in die Offenstellung erforderlich ist. Dadurch kann von
dem elektrischen Energiespeicher eines Lawinenairbagsystems mit elektrischer Befüllvorrichtung
mehr Energie zum Befüllen des Airbags verwendet werden. Dies erhöht die Sicherheit
des Lawinenairbagsystems.
[0022] Da das Verbringen des Behältnisses aus der Geschlossenstellung in die Offenstellung
unabhängig vom Befüllen des Airbags durch Einbringen des wenigstens einen Mediums
in den Airbag funktioniert, kann ein besonders rasches und zuverlässiges Befüllen
des Airbags erreicht werden. Denn durch das schnelle und insbesondere vollständige
Öffnen des Behältnisses beziehungsweise der Airbagtasche kann erreicht werden, dass
sich der Airbag mit besonders geringem Vordruck schnell füllen lässt.
[0023] Beispielsweise kann das wenigstens eine Federelement aus einem Federstahl gebildet
sein, welcher beim Einpacken des Airbags beziehungsweise beim Hineindrücken des Airbags
in das Behältnis vorgespannt wird. In analoger Weise kann jedoch auch ein aus einem
Carbonmaterial gebildetes Federelement und/oder ein aus einem faserverstärkten Kunststoff,
insbesondere einem glasfaserverstärkten Kunststoff, gebildetes Federelement etwa in
Form eines Stabs oder dergleichen das Verbringen des Behältnisses aus der Geschlossenstellung
in die Offenstellung bewirken, wenn das Verschlusselement geöffnet ist. Das wenigstens
eine Federelement kann auch als Schraubenfeder ausgebildet sein, deren Spannung das
Öffnen des Behältnisses bewirken kann.
[0024] Die Vorspannung des dem mechanischen Öffnen dienenden wenigstens einen Federelements
kann insbesondere beim Einpacken des Airbags erzeugt werden, also beim Einbringen
des Airbags in einen Aufnahmeraum des Behältnisses.
[0025] Das Behältnis kann einen Grundkörper und ein Deckelelement umfassen, wobei das Spannen
des wenigstens einen Federelements zum Beispiel durch Schließen des Deckelelements
bewirkbar ist. Bei einer derartigen Ausgestaltung des Behältnisses lässt sich das
Verbringen desselben in die Offenstellung mittels des wenigstens einen Federelements
besonders zuverlässig und funktionssicher bewirken.
[0026] Der Grundkörper und/oder das Deckelelement sind bevorzugt eigensteif, ausgebildet,
beispielsweise durch Ausbilden des Grundkörpers beziehungsweise des Deckelelements
aus einem Kunststoff, sodass das Behältnis nach Art einer hartschaligen Box ausgebildet
ist. Dies macht es besonders einfach, wenigstens ein beispielsweise als Schenkelfeder
ausgebildetes Federelement zum Öffnen des Behältnisses an dem Behältnis bereitzustellen.
Beispielsweise können zwei insbesondere als Schenkelfedern ausgebildete Federelemente
nach Art von Scharnieren in einem Bereich des Grundkörpers angebracht sein, in welchem
das Deckelelement an dem Grundkörper angelenkt ist. Auf diese Weise ist eine Trageinrichtung
mit einer besonders robusten und funktionssicheren Öffnungsvorrichtung bereitgestellt.
[0027] Zusätzlich oder alternativ kann das wenigstens eine Federelement einen ersten Bügel
und einen zweiten Bügel umfassen, welche bei in die Offenstellung verbrachtem Behältnis
eine Auslassöffnung des Behältnisses begrenzen. Hierbei können zwei miteinander verbundene
Teilbereiche des Behältnisses, an welchen ein jeweiliger Bügel angeordnet ist, insbesondere
aus einem flexiblen Material, beispielsweise aus einem folienartigen Kunststoffmaterial
und/oder aus einem textilen Material, gebildet sein. Dadurch beansprucht das Behältnis
besonders wenig Volumen, wenn in dem Behältnis kein Airbag aufgenommen ist.
[0028] Zudem kann durch ein flexibles Wandmaterial des Behältnisses, welches beim Verbringen
des Behältnisses in die Offenstellung gespannt wird, ein Auswerfen des Airbags aus
dem Aufnahmeraum des Behältnisses zumindest unterstützt werden. Denn Bereiche der
Bügel, welche in der Geschlossenstellung des Behältnisses einander nahe sind, sind
in der Offenstellung des Behältnisses weiter voneinander weg bewegt. Dies bewirkt
bevorzugt ein Spannen des als flexibles Flächengebilde ausgebildeten Wandmaterials.
Das Spannen des Wandmaterials bewirkt wiederum bevorzugt das Auswerfen des Airbags
aus dem Aufnahmeraum des Behältnisses. Das Flächengebilde kann hierbei nach Art wenigstens
eines Textils aus Fasern und/oder nach Art wenigstens einer Folie aus einem Polymermaterial
beziehungsweise Kunststoffmaterial gebildet sein.
[0029] Zudem kann dann, wenn das wenigstens eine Federelement den ersten Bügel und den zweiten
Bügel umfasst, auf ein anderes Verschlussmittel wie etwa einen Reißverschluss oder
einen Klettverschluss verzichtet werden, um die Auslassöffnung des Behältnisses in
der Geschlossenstellung des Behältnisses zu verschließen.
[0030] Des Weiteren braucht lediglich das wenigstens eine Verschlusselement vorgesehen zu
werden, welches zu öffnen ist, um anschließend das Verbringen des Behältnisses in
die Offenstellung mittels der Bügel zu bewirken. Dies macht den Aufbau des Behältnisses
besonders einfach. Wenn die Bügel des Federelements aufeinander zu bewegt sind, insbesondere
aneinander anliegen, ist das Federelement vorgespannt und das Federelement kann das
Verbringen des Behältnisses in die Offenstellung bewirken. Hierfür braucht lediglich
zunächst die Betätigungseinrichtung betätigt zu werden, um das wenigstens eine Verschlusselement
zu öffnen.
[0031] Vorzugsweise ist das wenigstens eine Federelement dazu ausgebildet, den Airbag aus
einem Aufnahmeraum des Behältnisses heraus zu befördern, welcher zum Aufnehmen des
in seine Verstaustellung verbrachten Airbags ausgebildet ist. Wenn nämlich das wenigstens
eine Federelement nicht nur das Behältnis beziehungsweise die Airbagtasche öffnet,
sondern zudem den Airbag ausbringt, so lässt sich das Befüllen des Airbags besonders
rasch und noch einfacher realisieren.
[0032] Beispielsweise kann ein im Wesentlichen stabförmiges Federelement und/oder eine Schraubenfeder
das Ausbringen des Airbags aus dem Aufnahmeraum des Behältnisses bewirken.
[0033] Als besonders vorteilhaft hat es sich gezeigt, wenn das wenigstens eine Federelement
im gespannten Zustand derart gekrümmt ist, dass das wenigstens eine Federelement den
Aufnahmeraum umschließt. Hierbei sind freie Enden des wenigstens einen Federelements
in dessen entspanntem Zustand weiter voneinander beabstandet als im gespannten Zustand.
Durch ein solches Strecken des wenigstens einen Federelements kann besonders einfach
und zuverlässig sowohl das Öffnen des Behältnisses als auch das Ausbringen des Airbags
aus dem Behältnis bewirkt werden.
[0034] Das wenigstens eine Federelement braucht hierbei den Aufnahmeraum nicht vollständig
zu umschließen, sondern das Federelement kann im gekrümmten Zustand eine U-förmige
beziehungsweise kreisbogenförmige Gestalt aufweisen, bei welcher die freien Enden
des Federelements auch im gespannten Zustand noch voneinander beabstandet sind. Das
Federelement kann in den gekrümmten, gespannten Zustand verbracht werden, indem der
Airbag in den Aufnahmeraum des Behältnisses gedrückt wird.
[0035] Vorzugsweise ist in dem Behältnis eine Mehrzahl von im gespannten Zustand gekrümmten
Federelementen angeordnet. Denn dann lässt sich einerseits das Behältnis sehr gut
öffnen und andererseits der Airbag besonders funktionssicher aus dem Behältnis ausbringen.
Beispielsweise können drei, fünf oder auch mehr Federelemente im gespannten, gekrümmten
Zustand den Aufnahmeraum zumindest bereichsweise umschließen, welche über die Länge
des Aufnahmeraums verteilt und insbesondere gleichmäßig voneinander beabstandet sind.
[0036] Vorzugsweise ist ein erstes der im gespannten Zustand gekrümmten Federelemente durch
das wenigstens eine Verschlusselement in dem gespannten Zustand gehalten. Hierbei
ist wenigstens ein weiteres Federelement dieser Federelemente aufgrund der Geschlossenstellung
des Behältnisses in dem gespannten Zustand gehalten. Mit anderen Worten ist lediglich
das erste Federelement durch das Verschlusselement verriegelt und die übrigen Federelemente,
also die weiteren Federelemente, sind lediglich durch das in seine Geschlossenstellung
verbrachte Behältnis unter Vorspannung gehalten. Dies hat den Vorteil, dass lediglich
durch Lösen beziehungsweise Öffnen des Verschlusselements das erste Federelement entriegelt
zu werden braucht. Die weiteren Federelemente sorgen dann nachfolgend beziehungsweise
jedoch nahezu gleichzeitig mit dem ersten Federelement für das vollständige Öffnen
des Behältnisses. Dadurch ist das Verbringen des Behältnisses in die Offenstellung
besonders rasch und funktionssicher zu realisieren.
[0037] Vorzugsweise weist die Trageinrichtung wenigstens zwei weitere, im gespannten Zustand
gekrümmte Federelemente auf. So lässt sich ein sehr gleichmäßiges und zugleich rasches
Öffnen des Behältnisses bewirken. Dies gilt insbesondere, wenn die wenigstens zwei
weiteren Federelemente im Wesentlichen gleich weit von dem ersten Federelement beabstandet
sind. Es können jedoch auch beispielsweise vier oder auch mehr weitere Federelemente
vorgesehen sein, wobei dann bevorzugt jeweilige Paare von Federelementen gleich weit
von dem ersten Federelement beabstandet sind.
[0038] Vorzugsweise umfasst das wenigstens eine Verschlusselement einen Haken, welcher durch
Betätigen der Betätigungseinrichtung aus einer Eingriffsstellung in eine Freigabestellung
bewegbar ist. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass bei handelsüblichen Lawinenairbagrucksäcken
als Verschlusselement einer Airbagtasche beziehungsweise eines Behältnisses, in welchem
der Airbag verstaut werden kann, ein Klettverschluss zum Einsatz kommt. Nachteilig
an dem Klettverschluss ist jedoch, dass die Haltekraft eines solchen Verschlusselements
stark variiert, je nachdem, wie gut der Klettverschluss angedrückt ist, ob der Klettverschluss
feucht oder beispielsweise voller Schnee ist, und welche Temperatur herrscht.
[0039] Bei der Verwendung eines Klettverschlusses als Verschlusselement kann es daher vorkommen,
dass die Airbagtasche bereits bei normalem Gebrauch aufreißt oder dass die Airbagtasche
sich nicht wie vorgesehen entlang einer Sollbruchstelle etwa in Form eines Aufreiß-Reißverschlusses
(Burst-Zip) öffnet, sondern unkontrolliert aufreißt. Dies kann wiederum dazu führen,
dass sich der Airbag gar nicht, nicht gut oder nur teilweise entfalten kann. Dies
ist im Hinblick auf die Funktion des Lawinenairbagsystems, für den Träger der Trageinrichtung
beziehungsweise des Rucksacks Schutz durch den aufgeblasenen Airbag bereitzustellen,
nachteilig beziehungsweise ein Sicherheitsrisiko.
[0040] Kommt als das wenigstens eine Verschlusselement demgegenüber der Haken zum Einsatz,
so lässt sich das Verschlusselement besonders zuverlässig durch Betätigen der Betätigungseinrichtung
lösen beziehungsweise öffnen. Beispielsweise kann der mit der Betätigungseinrichtung
gekoppelte Haken durch Betätigen der Betätigungseinrichtung in die Freigabestellung
gezogen werden, sodass dann das wenigstens eine Federelement entriegelt ist. Dies
bedeutet dann wiederum, dass durch das Federelement das Behältnis aus der Geschlossenstellung
in die Offenstellung verbracht wird.
[0041] Zusätzlich oder alternativ kann das wenigstens eine Verschlusselement einen Magneten
umfassen. Insbesondere ein Magnet, welcher parallel und/oder senkrecht zu der den
Magneten in seiner Verschlussstellung haltenden Kraft verschoben wird, lässt sich
besonders einfach aus der Verriegelungsstellung in die Freigabestellung bewegen, in
welcher das Verschlusselement geöffnet ist. Zudem ist durch Verwenden eines den Magneten
umfassenden Verschlusselements das Verriegeln des Verschlusselements besonders einfach
zu bewerkstelligen.
[0042] Insbesondere, wenn das Lawinenairbagsystem eine elektrisch betriebene Befüllvorrichtung
umfasst, kann auch ein elektrisch betätigbares Verschlusselement etwa in Form eines
elektrisch betätigbaren Riegels, in Form eines Elektromagneten oder dergleichen vorgesehen
sein.
[0043] Vorzugsweise ist der Airbag in dem Behältnis angeordnet, wobei das wenigstens eine
Federelement mit einem Wandmaterial des Airbags verbunden ist. Beispielsweise kann
das wenigstens eine Federelement in das Wandmaterial des Airbags eingenäht oder auf
das Wandmaterial aufgenäht sein. Zusätzlich oder alternativ kann ein Materialstreifen
mit dem Wandmaterial des Airbags stoffschlüssig verbunden, insbesondere verschweißt,
sein und eine Tasche bilden, in welche das Federelement eingeführt ist. Auf diese
Weise kann das wenigstens eine Federelement das Sich-Entfalten des Airbags unterstützen
beziehungsweise dem Airbag eine gewisse Struktur geben, wenn das Federelement in seinen
entspannten Zustand verbracht wird. Folglich wird das Befüllen des Airbags mit dem
wenigstens einen Medium erleichtert.
[0044] Vorzugsweise ist in der Geschlossenstellung des Behältnisses mittels des Verschlusselements
ein Verschlussmittel gesichert, welches in der Geschlossenstellung eine Auslassöffnung
des Behältnisses verschließt. Bevorzugt ist ein derartiges Verschlussmittel Aufreiß-Reißverschluss
(Burst-Zip) ausgebildet, welcher sich sehr leicht öffnen lässt, sobald an wenigstens
einem Anreißpunkt des Reißverschlusses eine Haltekraft gelöst ist. Ein solcher Aufreiß-Reißverschluss
reißt nämlich nicht undefiniert auf, sondern nur von dem wenigstens einen Anreißpunkt
aus. Des Weiteren kann das Verschlussmittel als Klettverschluss oder dergleichen ausgebildet
sein.
[0045] Durch ein derartiges Verschlussmittel kann insbesondere bei einem Vorsehen mehrerer
Federelemente dafür gesorgt werden, dass zumindest eines dieser Federelemente im gespannten
Zustand gehalten ist, indem das Verschlussmittel in der Geschlossenstellung des Behältnisses
die Auslassöffnung des Behältnisses verschließt.
[0046] Vorzugsweise ist das Lawinenairbagsystem mit der Trageinrichtung gekoppelt, wobei
die Befüllvorrichtung ein Gebläse mit einem Elektromotor und wenigstens einen elektrischen
Energiespeicher zum Versorgen des Elektromotors mit elektrischer Energie umfasst.
Zum Koppeln beziehungsweise Verbinden des Lawinenairbagsystems mit der Trageinrichtung
können in dem Behältnis entsprechende Befestigungsmittel vorgesehen sein, etwa in
Form von Klipsen, Klettverschlüssen, Haken mit verdrehbaren Schnallen, welche durch
Ösen hindurchgeführt werden und dergleichen. Dies ermöglicht es, die insbesondere
als Rucksack ausgestaltete Trageinrichtung je nach Bedarf mit dem Lawinenairbagsystem
auszustatten. Andererseits kann die Trageinrichtung auch ohne das Lawinenairbagsystem
verwendet werden, wobei dann durch das Behältnis zusätzlicher Verstauraum zur Verfügung
steht.
[0047] Insbesondere, wenn das Lawinenairbagsystem die elektrisch betriebene Befüllvorrichtung
umfasst, bei welcher das Gebläse mit dem Elektromotor vorgesehen ist, ist das mechanische
Öffnen und bevorzugt auch das Ausbringen des Airbags des Lawinenairbagsystems aus
dem Behältnis besonders vorteilhaft. Denn dadurch, dass das Öffnen der Airbagtasche
beziehungsweise des Behältnisses und bevorzugt auch das Ausbringen des Airbags aus
dem Aufnahmeraum des Behältnisses unabhängig von der elektrischen Energieversorgung
des Elektromotors ist, kann der wenigstens eine elektrische Energiespeicher besonders
klein dimensioniert werden. Es braucht dann nämlich keine elektrische Energie zum
Öffnen des Behältnisses beziehungsweise zum Ausbringen des Airbags bereitgestellt
zu werden. Vielmehr wird die Energie von dem wenigstens einen Federelement aufgebracht.
[0048] Des Weiteren kann dann das Gebläse so ausgelegt werden, dass es einen großen Volumenstrom
bereitstellt und keinen sehr hohen Staudruck aufzubringen braucht. So lässt sich die
zum Befüllen des Airbags erforderliche Füllzeit besonders kurz halten. Dies führt
wiederum dazu, dass der wenigstens eine elektrische Energiespeicher auch nur über
eine kürzere Zeitspanne hinweg elektrische Energie für den Elektromotor bereitzustellen
braucht. Auch dies trägt dazu bei, dass ein elektrischer Energiespeicher mit einer
vergleichsweise geringen Nennkapazität ausreicht, um den Elektromotor des Gebläses
mit elektrischer Energie zu versorgen.
[0049] Vorzugsweise ist daher das Gebläse als Axialverdichter ausgebildet, da ein solches
Gebläse auf einen hohen Volumenstrom ausgelegt ist. Mittels eines solchen Gebläses
kann beispielsweise innerhalb von etwa drei Sekunden des Befüllvorgangs der Airbag
derart befüllt werden, dass er ein bestimmtes Volumen, beispielsweise ein Volumen
von etwa 150 Litern, an Umgebungsluft enthält. Anschließend kann durch Betätigen des
Gebläses über etwa drei weitere Sekunden in dem auf sein maximales Volumen aufgeblasenen
Airbag der Druck erhöht werden. Soll hierbei ein vergleichsweiser hoher Druck eingestellt
werden, so kann das Gebläse auch beispielsweise als Radialverdichter ausgebildet sein.
Nach dem Aufblasen beziehungsweise Befüllen des Airbags können das Volumen beziehungsweise
der Druck in dem Airbag durch Schließen wenigstens eines Ventils gehalten werden.
[0050] Des Weiteren ist vorzugsweise vorgesehen, dass das Gebläse, welches insbesondere
außerhalb des Behältnisses angeordnet sein kann, in der Trageinrichtung beziehungsweise
in dem Rucksack verbleibt und nicht so wie der Airbag ausgeworfen wird. Auch dies
geht damit einher, dass zum Ausbringen erforderliche Energie eingespart werden kann.
[0051] Vorzugsweise umfasst die Betätigungseinrichtung einen Griff, wobei durch Ziehen an
dem Griff ein Starten des Elektromotors bewirkt werden kann. Durch Ziehen an dem Griff
wird also zum einen die Befüllvorrichtung in den ausgelösten Zustand verbracht, in
welchem die Befüllvorrichtung Umgebungsluft in den Airbag einbringt. Zum anderen bewirkt
das Ziehen an dem Griff zugleich, dass das wenigstens eine Verschlusselement geöffnet
wird und so das wenigstens eine Federelement das Behältnis aus der Geschlossenstellung
in die Offenstellung bewegt.
[0052] Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie
die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine
gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen
Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar,
ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Es sind somit auch Ausführungen als von
der Erfindung umfasst und offenbart anzusehen, die in den Figuren nicht explizit gezeigt
oder erläutert sind, jedoch durch separierte Merkmalskombinationen aus den erläuterten
Ausführungen hervorgehen und erzeugbar sind. Es sind somit auch Ausführungen und Merkmalskombinationen
als offenbart anzusehen, die nicht alle Merkmale eines ursprünglich formulierten unabhängigen
Anspruchs aufweisen. Es sind darüber hinaus Ausführungen und Merkmalskombinationen,
insbesondere durch die oben dargelegten Ausführungen, als offenbart anzusehen, die
über die in den Rückbezügen der Ansprüche dargelegten Merkmalskombinationen hinausgehen
oder von diesen abweichen.
[0053] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen,
der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen sowie anhand der Zeichnungen,
in welchen funktionsgleiche Elemente mit identischen Bezugszeichen versehen sind.
Dabei zeigen:
- Fig. 1
- schematisch einen Lawinenairbagrucksack, bei welchem eine als hartschalige Box ausgebildete
Airbagtasche des Rucksacks geschlossen ist;
- Fig. 2
- schematisch die geschlossene Airbagtasche gemäß Fig. 1 in einer Perspektivansicht;
- Fig. 3
- die Airbagtasche gemäß Fig. 2 in einer Offenstellung;
- Fig. 4
- eine Variante des Lawinenairbagrucksacks, bei welchem die Airbagtasche U-förmig ausgebildet
ist;
- Fig. 5
- die Airbagtasche des Airbagrucksacks gemäß Fig. 4, wobei in der Airbagtasche angeordnete
Federelemente in einem gespannten Zustand gezeigt sind;
- Fig. 6
- eines der Federelemente gemäß Fig. 5 in einer Schnittansicht der Airbagtasche;
- Fig. 7
- das Öffnen der Airbagtasche gemäß Fig. 4 mittels der Federelemente, wobei zugleich
ein in der Airbagtasche aufgenommener Airbag ausgebracht wird;
- Fig. 8
- den Rucksack gemäß Fig. 4 mit geöffneter Airbagtasche und ausgebrachtem Airbag;
- Fig. 9
- eine weitere Perspektivansicht des Rucksacks gemäß Fig. 4, wobei die Airbagtasche
geschlossen ist;
- Fig. 10
- eine Variante des Lawinenairbagrucksacks, wobei die Airbagtasche ein Federelement
mit zwei Bügeln aufweist, welche durch einen Verschluss beziehungsweise eine Verriegelung
in einem gespannten Zustand gehalten sind; und
- Fig. 11
- die Airbagtasche des Rucksacks gemäß Fig. 10, wobei nach dem Öffnen des Verschlusses
die Bügel die Airbagtasche aufgedrückt haben.
[0054] Fig. 1 zeigt schematisch eine Trageinrichtung in Form eines Rucksacks 10, welcher
als Lawinenairbagrucksack ausgebildet ist. Dementsprechend ist der Rucksack 10 mit
einem Lawinenairbagsystem 12 bestückt, welches einen Airbag 14 und eine Befüllvorrichtung
16 zum Befüllen beziehungsweise Aufblasen des Airbags 14 umfasst. Der Airbag 14 ist
in Fig. 1 stark schematisiert in eine Verstaustellung verbracht gezeigt, in welcher
der Airbag 14 zusammengefaltet ist.
[0055] Um den Airbag 14 getrennt von sonstigem Inhalt des Rucksacks 10 und möglichst platzsparend
verstauen zu können, ist der Airbag 14 in einem Behältnis 18 untergebracht, welches
dem Aufbewahren des Airbags 14 dient und somit auch als Airbagtasche bezeichnet werden
kann. In dem Behältnis 18 beziehungsweise der Airbagtasche ist der Airbag 14 vor Nässe,
vor mechanischen Einwirkungen, vor UV-Strahlung und dergleichen gut geschützt. Zudem
stellt das Behältnis 18 beziehungsweise eine derartige Airbagtasche sicher, dass der
Airbag 14 immer für eine zuverlässige Entfaltung richtig positioniert im Rucksack
10 angeordnet ist.
[0056] Die Befüllvorrichtung 16 umfasst vorliegend ein Gebläse 20 mit einem Elektromotor
22 sowie wenigstens einen elektrischen Energiespeicher 24 zum Versorgen des Elektromotors
22 mit elektrischer Energie. Der elektrische Energiespeicher 24 kann insbesondere
durch wenigstens eine Batterie und/oder wenigstens einen Akkumulator und/oder wenigstens
einen Kondensator bereitgestellt sein. Ein Steuergerät 26 der Befüllvorrichtung 16
steuert den Elektromotor 22 an, wenn die Befüllvorrichtung 16 ausgelöst wird. Daraufhin
bläst das Gebläse 20 angesaugte Umgebungsluft in den Airbag 14 ein, bis der Airbag
14 gefüllt ist und einen vorbestimmten Druck aufweist. Zum Auslösen der Befüllvorrichtung
16 wird eine Betätigungseinrichtung 28 betätigt, welche einen Griff 30 umfasst (vergleiche
Fig. 2 und Fig. 4). Durch Ziehen an dem Griff 30 wird somit ein Starten des Elektromotors
22 bewirkt.
[0057] Das Behältnis 18 beziehungsweise die Airbagtasche ist so ausgelegt, dass sie sich
beim normalen Gebrauch des Rucksacks 10 nicht versehentlich öffnet. Des Weiteren ist
es wünschenswert, wenn das Behältnis 18 bei einer Auslösung des Lawinenairbagsystems
12 dem sich füllenden Airbag 14 möglichst wenig Widerstand entgegensetzt, da dies
Energie und wertvolle Zeit kostet.
[0058] Insbesondere ist daher vorliegend dem Umstand Rechnung getragen, dass üblicherweise
von dem Gebläse 20 ein erheblicher Teil der durch den elektrischen Energiespeicher
24 bereitgestellten Energiereserven dafür aufgebracht werden muss, die Airbagtasche
beziehungsweise das Behältnis 18 zu öffnen und den Airbag 14 aus dem Behältnis 18
auszubringen. Die hierfür erforderliche Energie braucht jedoch vorliegend nicht von
dem Gebläse 20 aufgebracht zu werden.
[0059] Denn das Behältnis 18, welches in Fig. 2 ohne den Rucksack 10 gezeigt ist, weist
Federelemente etwa in Form von zwei Schenkelfedern 32 auf, welche in Fig. 2 und Fig.
3 lediglich schematisch angedeutet sind. Wenn das Behältnis 18, wie in Fig. 2 gezeigt,
geschlossen beziehungsweise in eine Geschlossenstellung verbracht ist, so sind die
Schenkelfedern 32 gespannt. Ein Verschlusselement 34 sorgt jedoch dafür, dass die
Schenkelfedern 32 das Behältnis 18 nicht unbeabsichtigt öffnen. Das Verschlusselement
34 ist in Fig. 2 und Fig. 3 ebenfalls lediglich schematisch gezeigt.
[0060] Vorliegend ist das Verschlusselement 34 mit einem beispielsweise als Zugseil 36 ausgebildeten
Element der Betätigungseinrichtung 28 gekoppelt. Dementsprechend weist das Verschlusselement
34 eine Einrichtung auf, welche das Koppeln mit der Betätigungseinrichtung 28, insbesondere
mit dem Zugseil 36 ermöglicht. Eine derartige Einrichtung kann etwa in Form einer
Halterung oder Aufnahme für das Zugseil 36 vorgesehen sein.
[0061] Durch Ziehen an dem Griff 30 der Betätigungseinrichtung 28 zieht das Zugseil 36 somit
an dem Verschlusselement 34, sodass das Verschlusselement 34 geöffnet wird. Das Verschlusselement
34 kann hierfür beispielsweise als mechanisch verriegelbarer Haken oder dergleichen
ausgebildet sein. Durch Ziehen an dem Griff 30 wird dann über das Zugseil 36 der Haken
aus einer Verriegelungsstellung oder Eingriffstellung (vergleiche Fig. 2) in eine
Freigabestellung (vergleiche Fig. 3) bewegt. Dies führt dazu, dass die Schenkelfedern
32 aus dem gespannten Zustand (vergleiche Fig. 2) in einen entspannten Zustand (vergleiche
Fig. 3) überführt werden, indem die Schenkelfedern 32 das Behältnis 18 aufdrücken.
Somit braucht nicht das Gebläse 20 die zum Öffnen des Behältnisses 18 erforderliche
Kraft aufzubringen. Beim Schließen des Behältnisses 18 werden die Schenkelfedern 32
oder dergleichen Federelemente beziehungsweise mechanische Energiespeicher wieder
gespannt, und das Verriegeln oder Verschließen des Verschlusselements 34 sorgt dafür,
dass das Behältnis 18 dennoch in seiner in Fig. 2 gezeigten Geschlossenstellung verbleibt.
[0062] Bei der in Fig. 1 bis Fig. 3 gezeigten Variante des Rucksacks 10 umfasst das Behältnis
18 zwei eigensteife und um eine Schwenkachse 38 relativ zueinander verschwenkbare
Gehäuseteile in Form eines Grundkörpers 40 und eines Deckelelements oder Deckels 42.
Dementsprechend ist bei dem Rucksack 10 gemäß Fig. 1 das Behältnis 18 als hartschalige
Box ausgeführt, bei welcher die Federelemente etwa in Form der Schenkelfedern 32 den
Deckel 42 öffnen und somit das Behältnis 18 in seine in Fig. 3 gezeigte Offenstellung
verbringen können. Der Grundkörper 40 und der Deckel 42 können nach Art von Halbschalen
ausgebildet sein, welche im Wesentlichen eine gleiche Gestalt aufweisen.
[0063] Vorliegend sind in Fig. 3 in dem Behältnis 18 angeordnete Befestigungselemente 44
schematisch gezeigt, welche dem Fixieren des Airbags 14 in einem Aufnahmeraum 50 des
Behältnisses 18 dienen. Die Befestigungselemente 44 umfassen vorliegend nach Art von
Halbmonden ausgebildete Knöpfe 46 oder Schnallen, welche über Riemen 48 an dem Behältnis
18 befestigt sind und in entsprechende Ösen beziehungsweise Schlitze eingefädelt werden
können, welche in Riemen auf Seiten des Airbags 14 vorgesehen sind.
[0064] Bei einem Entriegeln des Verschlusselements 34 durch Ziehen an dem Griff 30 öffnet
sich das unter Federspannung stehende Behältnis 18 sehr schnell. Zusätzlich ist die
Konstruktion vorzugsweise so ausgeführt, dass der Airbag 14 auch aktiv aus dem Behältnis
18 beziehungsweise aus dem Aufnahmeraum 50 heraus befördert wird. Hierfür können zusätzliche
Federelemente beziehungsweise elastische Elemente etwa in Form von Federstahlstäben,
Stäben aus Carbonmaterial und/oder faserverstärkten Kunststoffen, Spiralfedern, Schraubenfedern
oder dergleichen vorgesehen sein. Derartige Federelemente können jedoch auch so wie
die vorliegend beispielhaft beschriebenen Schenkelfedern 32 das Öffnen des Behältnisses
18 bewirken.
[0065] Fig. 4 zeigt eine Variante des Rucksacks 10, bei welcher die Airbagtasche beziehungsweise
das Behältnis 18 im Wesentlichen U-förmig ausgebildet ist, wobei jeweilige Schenkel
der U-Form nach unten weisen und sich entlang von Seiten des Rucksacks 10 erstrecken.
Auch bei dem in Fig. 4 gezeigten Rucksack 10 sind so wie in Fig. 1 Schultergurte 52
sowie Hüftgurte 54 angedeutet.
[0066] Die Befüllvorrichtung 16 des Lawinenairbagsystems 12 umfasst auch bei dem in Fig.
4 gezeigten Rucksack 10 das Gebläse 20 mit dem Elektromotor 22, das Steuergerät 26
und den elektrischen Energiespeicher 24. Zudem ist der in seine Verstaustellung verbrachte
Airbag 14 angedeutet, welcher gefaltet in dem Aufnahmeraum 50 des Behältnisses 18
angeordnet ist (vergleiche Fig. 6). Auch bei der in Fig. 4 und Fig. 5 gezeigten Airbagtasche
beziehungsweise dem Behältnis 18 zum Aufnehmen des Airbags 14 sind Federelemente zum
Verbringen des Behältnisses 18 in die Offenstellung vorgesehen beziehungsweise in
das Behältnis 18 integriert.
[0067] Bei dem Behältnis 18 gemäß Fig. 4 und Fig. 5 sind vorzugsweise mehrere Federelemente
zum Öffnen des Behältnisses 18 vorgesehen. Beispielsweise kommen als derartige Federelemente
Blattfedern 56, 58 zum Einsatz, welche in Fig. 5 und in Fig. 6 in ihrem gekrümmten,
gespannten Zustand gezeigt sind. Diese Blattfedern 56, 58 werden vorzugsweise beim
Packen des Airbags 14 in das Behältnis 18 beziehungsweise die Airbagtasche gedrückt
und hierbei in die in Fig. 5 und Fig. 6 gezeigte gekrümmte Form verbracht. In diesem
gespannten Zustand umschließen die Blattfedern 56, 58 den Aufnahmeraum 50 in Umfangsrichtung
derart, dass freie Enden 60, 62 der jeweiligen Blattfedern 56, 58 (vergleiche Fig.
6) nur ein kleines Stück weit voneinander beabstandet sind.
[0068] An dem ersten Federelement, nämlich an der Blattfeder 56, ist das Behältnis 18 mittels
des Verschlusselements 34 verschlossen beziehungsweise verriegelt. Wird dieses Verschlusselement
34 durch Ziehen an dem Griff 30 beziehungsweise dadurch an dem Zugseil 36 entriegelt
(vergleiche Fig. 4), so bewegt sich diese erste Blattfeder 56 in den in Fig. 7 gezeigten
entspannten Zustand, in welchem die freien Enden 60, 62 weiter voneinander beabstandet
sind.
[0069] Als Verschlussmittel zum Verschließen der in Fig. 5 gezeigten Airbagtasche beziehungsweise
des Behältnisses 18 ist zusätzlich zu dem Verschlusselement 34 ein vorliegend als
Reißverschluss 64 ausgebildetes Verschlussmittel vorgesehen, welcher vorzugsweise
als Aufreiß-Reißverschluss ausgebildet ist. Einander gegenüberliegende Zahnreihen
66, 68 des Reißverschlusses 64 (vergleiche Fig. 8) lassen sich leicht voneinander
trennen, wenn der Reißverschluss 64 am Anreißpunkt beziehungsweise Aufreißpunkt gelöst
ist. Dieser Anreißpunkt ist vorliegend an dem Verschlusselement 34 und somit bezogen
auf die U-Form des Behältnisses 18 beziehungsweise der Airbagtasche im Wesentlichen
mittig angeordnet. Von diesem Anreißpunkt aus können dann die Zahnreihen 66, 68 des
Reißverschlusses 64 her getrennt werden. Dies führt dazu, dass auch die übrigen Blattfedern
58 ungehindert in ihren entspannten beziehungsweise gestreckten Zustand überführt
werden können, welcher in Fig. 8 gezeigt ist. Beim Auslösen des Airbags 14 durch Ziehen
an dem Griff 30 (vergleiche Fig. 4) wird also das erste Federelement beziehungsweise
die erste Blattfeder 56 entriegelt, die übrigen Federelemente beziehungsweise Blattfedern
58 folgen dann automatisch nach.
[0070] Die weiteren, im gespannten Zustand gekrümmten Federelemente beziehungsweise Blattfedern
58 sind vorliegend jeweils gleich weit von der ersten Blattfeder 56 beabstandet, sodass
über die gesamte Erstreckung beziehungsweise Länge des Behältnisses 18 die Blattfedern
56, 58 gut verteilt sind. Vorzugsweise sind zumindest die erste Blattfeder 56 und
zwei weitere Blattfedern 58 vorgesehen. Es können jedoch auch, wie in Fig. 5 beispielhaft
gezeigt, die erste Blattfeder 56 und vier weitere Blattfedern 58 vorgesehen sein.
[0071] Aus Fig. 6 und aus Fig. 7 ist ersichtlich, dass die freien Enden 60, 62 der jeweiligen
Blattfeder 56, 58 über Bänder 70 oder dergleichen Elemente mit den voneinander lösbaren
Teilen des Verschlusselements 34 verbunden sein können. In Fig. 6 ist der Airbag 14
in seiner gefalteten Verstaustellung gezeigt, in welcher der Airbag 14 in dem Aufnahmeraum
50 aufgenommen ist. Gemäß Fig. 7 sorgt das Strecken der Blattfedern 56, 58 in vorteilhafter
Weise dafür, dass der Airbag 14 aus dem Aufnahmeraum 50 ausgebracht beziehungsweise
heraus befördert wird. Der dann frei liegende Airbag 14 kann besonders einfach und
rasch mittels des Gebläses 20 mit Umgebungsluft befüllt werden.
[0072] Der Vorgang des Auslösens des Airbags 14 kann somit in drei Teilschritte untergliedert
werden. Zunächst wird eine Bruchstelle geöffnet beziehungsweise das Verschlusselement
34 entriegelt, dann kommt es zum Auswerfen des Airbags 14 aus dem Aufnahmeraum 50
durch das Überführen der Federelemente etwa in Form der Blattfedern 56, 58 in den
gestreckten, entspannten Zustand. Anschließend wird der Airbag 14 entfaltet beziehungsweise
aufgeblasen, und zwar mithilfe des elektrisch betriebenen Gebläses 20. Das System
ist also so konzipiert, dass der Airbag 14 infolge der Auslösung sicher aus dem Behältnis
18 beziehungsweise der Airbagtasche befördert wird, sodass er unmittelbar danach einfach
mit Luft gefüllt werden kann.
[0073] In Fig. 8 ist gut zu sehen, wie der Airbag 14 aus dem Aufnahmeraum 50 ausgebracht
beziehungsweise heraus befördert ist und somit leicht und rasch mittels des Gebläses
20 aufgeblasen werden kann. In diesem freien, entfalteten Zustand kann sehr rasch
der Airbag 14 mit einem gewünschte Volumen an Umgebungsluft, beispielsweise mit einem
Volumen von etwa 150 Litern, befüllt werden, und das Gebläse 20 braucht hierfür keinen
hohen Druck aufzubringen. Dies liegt daran, dass der Airbag 14 sich nicht mehr in
dem Behältnis 18 befindet. Vielmehr ist der Airbag 14 bereits ausgebracht.
[0074] In Fig. 9 ist der Rucksack 10 mit der U-förmig ausgebildeten Airbagtasche in einer
weiteren Perspektivansicht gezeigt. Aus dieser Ansicht ist besonders gut ersichtlich,
wie mittels des Verschlusselements 34 auch der Reißverschluss 64 geschlossen gehalten
beziehungsweise gesichert ist, wobei der Reißverschluss 64 in der Geschlossenstellung
des Behältnisses 18 beziehungsweise der Airbagtasche eine Auslassöffnung des Behältnisses
18 verschließt. Zudem ist auch in Fig. 9 die Betätigungseinrichtung 28 mit dem Griff
30 und dem Zugseil 36 angedeutet, welche mit dem Verschlusselement 34 derart gekoppelt
ist, dass durch Ziehen an dem Griff 30 das Verschlusselement 34 entriegelt beziehungsweise
geöffnet werden kann.
[0075] Bei der in Fig. 10 gezeigten Variante des Rucksacks 10 umfasst das Lawinenairbagsystem
12 wiederum den Airbag 14 und die elektrische Befüllvorrichtung 16 mit dem Gebläse
20, welches den Elektromotor 22 aufweist. Insofern wird auf die Ausführungen zu den
bereits beschriebenen Varianten des Rucksacks 10 verwiesen.
[0076] Das Behältnis 18 beziehungsweise die Airbagtasche umfasst bei dieser Variante jedoch
ein Federelement mit zwei Bügeln 72, 74 (vergleiche Fig. 11), welche bei in die Geschlossenstellung
verbrachtem Behältnis 18 (vergleiche Fig. 10) aneinander anliegen. In diesem Zustand
ist das Federelement gespannt, welches die beiden Bügel 72, 74 umfasst. Ein Wandmaterial
76 des Behältnisses 18 kann hierbei flexibel ausgebildet und beispielsweise aus einem
textilen Material und/oder aus einem flexiblen, folienartigen Kunststoffmaterial gebildet
sein. Denn die Bügel 72, 74 sorgen für eine gewisse Formgebung des Behältnisses 18.
Wiederum wird das Federelement mittels des Verschlusselements 34 in dem gespannten
Zustand gehalten (vergleiche Fig. 10).
[0077] Wenn durch Ziehen an dem Griff 30 der Betätigungseinrichtung 28 über das Zugseil
36 ein Zug auf das Verschlusselement 34 ausgeübt wird, so wird das Verschlusselement
34 entriegelt. Daraufhin bewegen sich die Bügel 72, 74 voneinander weg, und das Behältnis
18 wird in die in Fig. 11 gezeigte Offenstellung gebracht. Das Federelement mit den
beiden Bügeln 72, 74 ist also nach Art einer Federspange 78 ausgebildet. In Fig. 11
ist das Behältnis ein Stück weit geöffnet gezeigt. Wenn in der Geschlossenstellung
des Behältnisses 18 aneinander anliegende Bereiche der Bügel 72, 74 jedoch maximal
weit voneinander weg bewegt sind und somit das Behältnis 18 komplett geöffnet ist,
so bewirkt ein Spannen des als flexibles Flächengebilde ausgebildeten Wandmaterials
76 das Auswerfen des Airbags 14 aus dem Aufnahmeraum 50. Die Bügel 72, 74 können hierbei
insbesondere in eine gestreckte Stellung verbracht sein. Das Flächengebilde kann insbesondere
durch wenigstens ein textiles Material aus Fasern und/oder durch wenigstens ein folienartiges
Polymermaterial bereitgestellt sein.
[0078] In Fig. 11 ist der Aufnahmeraum 50 des Behältnisses 18 einsehbar, jedoch ist aus
Gründen der Übersichtlichkeit der aus dem Aufnahmeraum 50 ausgebrachte Airbag 14 nicht
dargestellt. Des Weiteren ist aus Fig. 11 ersichtlich, dass bei in die Offenstellung
verbrachtem beziehungsweise geöffnetem Behältnis 18 die beiden Bügel 72, 74 eine Auslassöffnung
des Behältnisses 18 begrenzen, durch welche hindurch der in dem Aufnahmeraum 50 festgelegte
Airbag 14 aus dem Aufnahmeraum 50 ausgebracht beziehungsweise ausgeworfen wird.
1. Trageinrichtung, insbesondere Rucksack (10), für ein Lawinenairbagsystem (12), welches
wenigstens einen Airbag (14) und eine Befüllvorrichtung (16) zum Einbringen wenigstens
eines Mediums in den wenigstens einen Airbag (14) umfasst, mit wenigstens einem Behältnis
(18), in welchem bei mit der Trageinrichtung gekoppeltem Lawinenairbagsystem (12)
der wenigstens eine in eine Verstaustellung verbrachte Airbag (14) aufgenommen ist,
wobei das Behältnis (18) wenigstens ein Verschlusselement (34) aufweist, und wobei
nach einem Öffnen des wenigstens einen Verschlusselements (34) das wenigstens eine
Behältnis (18) aus einer Geschlossenstellung in eine Offenstellung verbringbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Trageinrichtung wenigstens ein Federelement (32, 56, 58, 78) umfasst, welches
bei in die Geschlossenstellung verbrachtem Behältnis (18) gespannt ist, und mittels
welchem das Verbringen des Behältnisses (18) aus der Geschlossenstellung in die Offenstellung
bewirkbar ist, wobei das wenigstens eine Verschlusselement (34) durch Betätigen einer
Betätigungseinrichtung (28) zu öffnen ist, mittels welcher die Befüllvorrichtung (16)
in einen ausgelösten Zustand verbringbar ist, in welchem die Befüllvorrichtung (16)
das wenigstens eine Medium in den Airbag (14) einbringt.
2. Trageinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Behältnis (18) einen, insbesondere eigensteifen, Grundkörper (40) und ein, insbesondere
eigensteifes, Deckelelement (42) umfasst, wobei das Spannen des wenigstens einen,
insbesondere als Schenkelfeder (32) ausgebildeten, Federelements durch Schließen des
Deckelelements (42) bewirkbar ist.
3. Trageinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das wenigstens eine Federelement (78) einen ersten Bügel (72) und einen zweiten Bügel
(74) umfasst, welche bei in die Offenstellung verbrachtem Behältnis (18) eine Auslassöffnung
des Behältnisses (18) begrenzen.
4. Trageinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
das wenigstens eine Federelement (32, 56, 58, 78) dazu ausgebildet ist, den Airbag
(14) aus einem Aufnahmeraum (50) des Behältnisses (18) heraus zu befördern, welcher
zum Aufnehmen des in seine Verstaustellung verbrachten Airbags (14) ausgebildet ist.
5. Trageinrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das wenigstens eine Federelement (56, 58) im gespannten Zustand derart gekrümmt ist,
dass das wenigstens eine Federelement (56, 58) den Aufnahmeraum (50) umschließt, wobei
freie Enden (60, 62) des wenigstens einen Federelements (56, 58) in dessen entspanntem
Zustand weiter voneinander beabstandet sind als im gespannten Zustand.
6. Trageinrichtung nach Anspruch 5
dadurch gekennzeichnet, dass
in dem Behältnis eine Mehrzahl von im gespannten Zustand gekrümmten Federelementen
(56, 58) angeordnet sind.
7. Trageinrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein erstes Federelement (56) der im gespannten Zustand gekrümmten Federelemente (56,
58) durch das wenigstens eine Verschlusselement (34) in dem gespannten Zustand gehalten
ist, und wobei wenigstens ein weiteres Federelement (58) dieser Federelemente (56,
58) aufgrund der Geschlossenstellung des Behältnisses (18) in dem gespannten Zustand
gehalten ist.
8. Trageinrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Trageinrichtung wenigstens zwei weitere Federelemente (58) aufweist, welche insbesondere
im Wesentlichen gleich weit von dem ersten Federelement (56) beabstandet sind.
9. Trageinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
das wenigstens eine Verschlusselement (34) einen Haken umfasst, welcher durch Betätigen
der Betätigungseinrichtung (28) aus einer Eingriffsstellung in eine Freigabestellung
bewegbar ist, und/oder einen Magnet umfasst.
10. Trageinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Airbag (14) in dem Behältnis (18) angeordnet ist, wobei das wenigstens eine Federelement
(32, 56, 58, 78) mit einem Wandmaterial des Airbags (14) verbunden ist.
11. Trageinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der Geschlossenstellung des Behältnisses (18) mittels des wenigstens einen Verschlusselements
(34) ein Verschlussmittel (64) gesichert ist, welches in der Geschlossenstellung eine
Auslassöffnung des Behältnisses (18) verschließt.
12. Trageinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Lawinenairbagsystem (12) mit der Trageinrichtung gekoppelt ist, wobei die Befüllvorrichtung
(16) ein Gebläse (20) mit einem Elektromotor (22) und wenigstens einen elektrischen
Energiespeicher (24) zum Versorgen des Elektromotors (22) mit elektrischer Energie
umfasst.
13. Trageinrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gebläse (20) als Axialverdichter ausgebildet ist.
14. Trageinrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Betätigungseinrichtung (28) einen Griff (30) umfasst, wobei durch Ziehen an dem
Griff (30) ein Starten des Elektromotors (22) bewirkbar ist.