Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Wäschebehandlungsvorrichtung, insbesondere eine Waschmaschine
oder einen Waschtrockner, umfassend einen in einem Gehäuse angeordneten Laugenbehälter,
eine im Laugenbehälter angeordnete Trommel zur Aufnahme von zu schwingender Wäsche,
und eine Lagervorrichtung zum Lagern des Laugenbehälters innerhalb des Gehäuses. Die
Lagervorrichtung umfasst mindestens eine Lagerverbindung mit einem Federelement. Weiter
umfasst die Wäschebehandlungsvorrichtung eine Steuerung und eine Beschickungsöffnung,
durch welche hindurch die Wäsche in die Trommel einlagerbar ist.
Hintergrund
[0002] Waschmaschinen oder Waschtrockner umfassen einen Schleudergang, in welchem der nassen
Wäsche mittels Zentrifugieren das Wasser entzogen wird. Ist die Wäsche innerhalb der
Trommel nicht gleichmässig verteilt, so bildet sich eine Unwucht. Die Trommel dreht
nicht mehr gleichmässig. Die Trommel, der Laugenbehälter und auch das ganze Gehäuse
des Geräts beginnen zu vibrieren.
[0003] Starke Vibrationen sind insbesondere dann unerwünscht, wenn die Geräte in Küchen
eingebaut werden, in welchen verhältnismässig wenig Raum zur Verfügung steht. Können
die Vibrationen reduziert werden, so kann der Abstand zwischen Gerätegehäuse und benachbarter
Wand kleiner gehalten werden, sodass mehr Raum für das Gerät selbst zur Verfügung
steht.
[0004] Damit der Laugenbehälter möglichst kleine Vibrationen auf das Gehäuse überträgt,
müssten die Federsteifigkeiten der Lagerung des Laugenbehälters entsprechend klein
eingestellt werden. Dies führt aber dazu, dass der Laugenbehälter beim Beladen der
Trommel mit Wäsche oder beim Einfüllen von Wasser in den Laugenbehälter stark absinkt.
Darstellung der Erfindung
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Wäschebehandlungsvorrichtung bereitzustellen,
bei welchem während des Schleudervorgangs die Vibrationen reduziert sind.
[0006] Demgemäss umfasst die Wäschebehandlungsvorrichtung, insbesondere die Waschmaschine
bzw. der Waschtrockner,
- ein Gehäuse,
- einen Laugenbehälter und eine im Laugenbehälter angeordneten Trommel zur Aufnahme
von zu schleudernder Wäsche,
- mindestens eine Lagervorrichtung, zum Lagern des Laugenbehälters innerhalb des Gehäuses,
aufweisend mindestens eine Lagerverbindung mit einem Federelement,
- eine Steuerung,
- eine Beschickungsöffnung, durch welche hindurch die Wäsche in die Trommel einlagerbar
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels einem Aktuator eine Bewegung der mindestens einen
Lagerverbindung bewirkbar ist, derart, dass durch diese Bewegung der Laugenbehälter
relativ zur Beschickungsöffnung vertikal bewegbar ist.
[0007] Bei der Lagervorrichtung handelt es sich um eine Vorrichtung zum Lagern des Laugenbehälters
innerhalb des Gehäuses. Der Laugenbehälter kann beispielsweise mittels einer Aufhängung,
mittels Stützen von unten oder mittels einer Kombination von Aufhängung und Stützen
im Gehäuse gelagert sein. Die Lagerung erfolgt insbesondere in elastischer Weise und
besitzt eine Dämpfung.
[0008] Im Weiteren umfasst die Lagervorrichtung mindestens eine Lagerverbindung. Bei der
Lagerverbindung handelt es sich um eine mechanische Verbindung, welche die Kraft vom
Laugenbehälter auf das Gehäuse überträgt.
[0009] Bei der Lagerverbindung handelt es sich beispielsweise um ein Dämpfungselement, welches
am Boden des Gehäuses angeordnet ist und an der Unterseite des Laugenbehälters ansetzt.
Ebenfalls kann es sich um eine Aufhängung handeln, mit welcher der Laugenbehälter
- direkt oder über eine Umlenkung - von oben, beispielsweise an der Decke des Gehäuses,
aufgehängt ist. Ein Laugenbehälter kann insbesondere mittels mindestens zwei, mindestens
drei, oder mindestens fünf Lagerverbindungen im Gehäuse gelagert sein.
[0010] Der Aktuator wirkt auf mindestens eine Lagerverbindung, und zwar so, dass er den
Laugenbehälter vertikal, d.h. in Gravitationsrichtung, bewegen kann. Die vertikale
Bewegung muss aber nicht ausschliesslich vertikal sein. Sie weist aber zumindest eine
vertikale Komponente auf. Die Bewegung des Laugenbehälters kann neben einer vertikalen
Komponente beispielsweise auch eine horizontale Komponente aufweisen. Insbesondere
ist aber auch eine Ausführung denkbar, bei welcher der Laugenbehälter vom Aktuator
ausschliesslich vertikal bewegbar ist.
[0011] Wird beispielsweise Wäsche in die Trommel oder Wasser in den Laugenbehälter eingefüllt,
so sinkt die Trommel, insbesondere bei einer weichen Federung, d.h. einer Federung
mit geringer Federsteifigkeit, mit dem Laugenbehälter aufgrund der Gewichtskraft nach
unten ab und steht nicht mehr in Konzentrizität mit der Beschickungsöffnung.
[0012] Um diese unerwünschte Verschiebung rückgängig zu machen oder dieser entgegenzuwirken,
kann mit der erfindungsgemässen Vorrichtung beispielsweise noch vor dem Starten des
Waschvorgangs oder nach, insbesondere unmittelbar nach, dem Einlassen des Wassers
in den Laugenbehälter mittels dem Aktuator das Federelement der Lagerverbindung gespannt
werden, sodass sich der Laugenbehälter bzw. die Trommel vertikal entgegen der Gravitationsrichtung
zurück in Konzentrizität zur Beschickungsöffnung bewegt.
[0013] In zumindest einer vorteilhaften Ausführung ändern sich die Federsteifigkeit und
somit auch das Lagerungsverhalten dadurch nicht.
[0014] Der Laugenbehälter ist nach der vom Aktuator bewirkten Bewegung der Lagerverbindung
innerhalb des Gehäuses wieder sauber zentriert.
[0015] Insbesondere ist die Lagerverbindung mittels dem Aktuator stufenlos oder in diskreten
Stufen bewegbar.
[0016] Mit Vorteil weist die Wäschebehandlungsvorrichtung eine Messvorrichtung, insbesondere
einen optischen Sensor oder eine Tauchspule, auf, wobei die Messvorrichtung dazu ausgestaltet
ist, eine Position des Laugenbehälters und/oder der Trommel (insbesondere die vertikale
Position), innerhalb des Gehäuses zu bestimmen, und/oder ein beladungsabhängiges Gewicht
des Laugenbehälters zu bestimmen. Insbesondere kann die Steuerung den Aktuator in
Abhängigkeit des Messwerts der Messvorrichtung steuern.
[0017] Dies ermöglicht, dass die Abweichung des Laugenbehälters und/oder der Trommel von
der Sollposition bestimmt oder zumindest abgeschätzt werden kann. In Abhängigkeit
des Messsignals kann sodann der Aktuator präzise angesteuert werden, um die Abweichung
von der Sollposition zu reduzieren oder zu beseitigen.
[0018] Vorteilhaft ist die Steuerung dazu ausgestaltet, eine Abweichung aus der konzentrischen
Lagerung von Trommel und Beschickungsöffnung durch Betätigen des Aktuators zu verringern.
[0019] In einer besonderen Ausführungsform weist der Aktuator einen Elektrozylinder, eine
Spindel, einen Hydraulikzylinder, einen Drehantrieb für einen Torsionsstab, oder eine
Kulissensteuerung auf.
[0020] Der Elektrozylinder kann z.B. elektromotorisch ein Schub- oder Zugmittel linear aus-
und einfahren und durch diese Linearbewegung beispielsweise die Lagerverbindung verkürzen
oder verlängern. Die Spindel weist z.B. ein Gewinde auf, welches mit einer anderen
Komponente wechselwirkt, um eine rotatorische Bewegung in eine translatorische Bewegung
umzuwandeln. Somit kann die Spindel von einem Elektromotor mit rotierender Bewegung
angetrieben werden.
[0021] Mit Vorteil weist die mindestens eine Lagerverbindung eine Anknüpfung (d.h. eine
Befestigungsstelle) am Gehäuse, das Federelement, und eine Anknüpfung (d.h. eine Befestigungsstelle)
am Laugenbehälter auf. Insbesondere bildet der Aktuator die Anknüpfung am Gehäuse
und/oder der Aktuator ist zwischen dem Federelement und der Anknüpfung am Gehäuse
angeordnet.
[0022] Der Aktuator ist somit möglichst weit vom Laugenbehälter entfernt und nahe am Gehäuse
angeordnet. In genügender Entfernung vom Laugenbehälter findet sich genügend Raum,
um den Aktuator innerhalb des Gehäuses anzuordnen.
[0023] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist die mindestens eine Lagerverbindung
mindestens eine Umlenkvorrichtung, insbesondere eine Umlenkrolle, einen Schwenkhebel
oder eine Drehstabfeder, zum Umlenken der Lagerkräfte auf. Insbesondere ist die Umlenkvorrichtung
in der oberen Hälfte, insbesondere im oberen Drittel, insbesondere im oberen Viertel,
des Gehäuses oder an der Gehäusedecke angeordnet oder aufgehängt.
[0024] Die Umlenkvorrichtung ermöglicht, dass der Aktuator an einem beliebigen Ort innerhalb
des Gehäuses angeordnet werden kann. Es ist somit nicht notwendig, den Aktuator auf
direktem Weg zwischen der Anknüpfung am Laugenbehälter und der Anknüpfung am Gehäuse
anzuordnen.
[0025] Während sich die Lagerverbindung zwischen der Anknüpfung am Laugenbehälter und der
Umlenkvorrichtung entsprechend den Bewegungen, insbesondere den Taumelbewegungen,
des Laugenbehälters in unterschiedliche Richtungen bewegt, beschränkt sich die Lagerverbindung
zwischen der Umlenkvorrichtung und der Anknüpfung am Gehäuse auf eine lineare Bewegung,
weil sowohl die Umlenkvorrichtung als auch die Anknüpfung am Gehäuse an fixen Positionen
angeordnet sind. Somit werden beispielsweise ein Aktuator oder eine Messvorrichtung,
welche zwischen Umlenkvorrichtung und Anknüpfung am Gehäuse angeordnet sind, verhältnismässig
geringfügig mechanisch belastet.
[0026] Insbesondere ist die Messvorrichtung entlang der Lagerverbindung zwischen der Umlenkvorrichtung
und der Anknüpfung am Gehäuse oder zwischen der Umlenkvorrichtung und dem Federelement
angeordnet.
[0027] Vorteilhaft ist das Federelement entlang der Lagerverbindung zwischen der Umlenkvorrichtung
und der Anknüpfung am Gehäuse angeordnet, insbesondere ist das Federelement in der
unteren Hälfte des Gehäuses angeordnet.
[0028] Im Weiteren kann die Lagervorrichtung weitere nicht mittels Aktuator bewegbare Lagerverbindungen
aufweisen. Um den Laugenbehälter innerhalb des Gehäuses präzise positionieren zu können,
ist es nicht notwendig, dass jede Lagerverbindung mittels einem Aktuator bewegt werden
kann. Somit kann die Anzahl benötigter Aktuatoren klein gehalten und Herstellungskosten
können gespart werden.
[0029] Mit Vorteil weist die mindestens eine Lagerverbindung eine mittels dem Aktuator aufrollbare
Bandfeder auf. Durch das Aufrollen der Bandfeder wird der Bandabschnitt zwischen der
Rolle und der Anknüpfung am Gehäuse gespannt, sodass der Laugenbehälter in die gewünschte
Position gehoben werden kann.
[0030] Im Weiteren kann die Wäschebehandlungsvorrichtung eine Unwuchtkompensationsvorrichtung,
welche insbesondere eine Mehrzahl von mit Wasser befüllbaren Ausgleichtanks an der
Trommel aufweist, umfassen. Die Unwuchtkompensationsvorrichtung und die Bewegbarkeit
der Lagerverbindung bewirken gemeinsam eine Reduktion der vom Laugenbehälter auf das
Gehäuse übertragenen Vibrationen, da nur dank dieser Kombination eine Lagerung mit
sehr geringer Federsteifigkeit möglich ist, d.h. die Kombination wirkt synergetisch.
[0031] Insbesondere ist die Steuerung derart ausgestaltet, dass sie den Aktuator nach dem
Befüllen der Trommel mit Wäsche und vor dem Einlassen von Wasser in die Trommel, insbesondere
in Abhängigkeit der Menge des noch einzulassenden Wassers, einstellt (d.h. dessen
Einstellung anpasst), und/oder vor, während, und/oder am Ende einer Schleuderphase
einstellt (d.h. dessen Einstellung anpasst).
[0032] In einer Ausführung erfolgt die Einstellung insbesondere bei einer Trommeldrehung
von weniger als 700 Umdrehungen pro Minute. In einer anderen Ausführung erfolgt die
Einstellung insbesondere bei einer Trommeldrehung von mehr als 700 Umdrehungen pro
Minute.
[0033] Da die Wäsche bei ca. 700 bis 800 Umdrehungen pro Minute besonders viel Wasser verliert,
ist die Steuerung des Geräts mit Vorteil dazu ausgestaltet, den oder die Aktuatoren
beim Hochfahren des Zentrifugierungsprozesses im Drehzahlbereich von 700 bis 800 Umdrehungen
pro Minute nachzujustieren.
[0034] Die auf den Laugenbehälter wirkende Gewichtskraft kann sich während des Wäschebehandlungsvorgangs
mehrfach verändern. Eine Veränderung ergibt sich beispielsweise beim Einfüllen der
Wäsche, beim Einlassen und Ablassen von Wasser während des Waschens oder auch während
des Schleudervorgangs, sofern Wasser währenddessen aus dem Laugenbehälter abgelassen
wird. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, den Aktuator während des Prozesses zu
verschiedenen Zeitpunkten zu aktivieren, d.h. dessen Einstellung zu ändern. Insbesondere
ist es auch möglich, den Aktuator bereits nach dem Einfüllen der Wäsche zu betätigen.
Die Bewegung der Lagerverbindung erfolgt sodann in Abhängigkeit der von der Wäsche
und von der noch einzulassenden Wassermenge verursachten Gewichtskraft.
[0035] Im Weiteren weist die Lagervorrichtung mindestens zwei, insbesondere mindestens drei
durch Aktuatoren betätigbare Lagerverbindungen auf.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0036] Weitere Ausgestaltungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen und aus der nun folgenden Beschreibung anhand der Figur
1, welche eine Waschmaschine mit einer erfindungsgemässen Lagervorrichtung schematisch
darstellt.
Weg zur Ausführung der Erfindung
[0037] In der Fig. 1 ist eine Waschmaschine schematisch gezeigt. Diese umfasst ein Gehäuse
1, einen im Gehäuse 1 angeordneten Laugenbehälter 2 und eine im Laugenbehälter angeordnete
Trommel 3. An der Frontseite ist eine Beschickungsöffnung 4 vorhanden, durch welche
hindurch Wäsche in die Trommel 3 eingelagert werden kann. Bei der Beschickungsöffnung
4 handelt es sich um eine Öffnung des Gehäuses 1. Während die Beschickungsöffnung
4 fix am Gehäuse 1 angeordnet ist, können sich der Laugenbehälter 2 und die Trommel
3 relativ zum Gehäuse 1 bewegen.
[0038] Die Trommel 3 dient der Aufnahme der Wäsche und ihre Wände sind mindestens teilweise
wasserdurchlässig, und der sie umgebende Laugenbehälter 2 dient der Aufnahme des Prozesswassers.
[0039] Mit Vorteil besitzt die Trommel 3 eine im Wesentlichen horizontale Drehachse, um
welche sie zwecks Reinigen und/oder Zentrifugieren der Wäsche rotiert werden kann.
Dabei ist eine "im Wesentlichen horizontale Drehachse" eine Achse, die bei bestimmungsgemässer
Gerätemontage zur Horizontalen einen Winkel von höchstens 45°, insbesondere von höchstens
15° einnimmt.
[0040] Mit Vorteil ist die Trommel 3 in einem Drehlager am Laugenbehälter 2 angeordnet.
[0041] Gegen Ende eines Wachvorgangs wird die nasse Wäsche in der Trommel 3 geschleudert.
Die Trommel 3 wird mit hoher Geschwindigkeit gedreht, sodass sich das Wasser aufgrund
der Zentrifugalkraft von der nassen Wäsche wegbewegt. Das Wasser wird fortlaufend
oder intermittierend aus dem Laugenbehälter 2 abgepumpt.
[0042] Ist die Wäsche innerhalb der Trommel 3 nicht gleichmässig verteilt, so bildet sich
eine Unwucht und die Trommel 3 dreht nicht mehr gleichmässig rund. Die Trommel 3 und
der Laugenbehälter 2 bringen das Gehäuse 1 zum Vibrieren.
[0043] Die Vibrationen des Gehäuses können reduziert werden, wenn der Laugenbehälter innerhalb
des Gehäuses möglichst weich gelagert ist. D.h. die Federelemente der Lagervorrichtung
sollten eine tiefe Federsteifigkeit aufweisen. Eine tiefe Federsteifigkeit führt aber
dazu, dass beim Beladen der Trommel 3 mit Wäsche oder beim Einlassen von Wasser in
den Laugenbehälter 2 der Laugenbehälter 2 innerhalb des Gehäuses 1 stark absinkt und
nicht mehr optimal angeordnet ist.
[0044] Zur Lösung dieses Problems wird die Waschmaschine erfindungsgemäss gelagert. Die
Lagervorrichtung weist im vorliegenden Ausführungsbeispiel insgesamt fünf Lagerverbindungen
5 bis 9 auf, welche Kräfte zwischen dem Laugenbehälter 2 und dem Gehäuse 1 übertragen.
Bei den Lagerverbindungen 5 bis 7 handelt es sich um Aufhängungen, bei den Lagerverbindungen
8 und 9 handelt es sich um am Boden des Gehäuses 1 angeordnete Dämpfungselemente.
Die Gewichtskraft des Laugenbehälters 2 wirkt bei der Aufhängung auf Zug und bei den
Dämpfungselementen auf Druck.
[0045] Die Lagerverbindung 5 umfasst eine Anknüpfung 51 am Gehäuse 1, einen Aktuator 52,
ein Federelement 53, eine Messvorrichtung 54, eine Umlenkrolle 55 und eine Anknüpfung
56 am Laugenbehälter 2.
[0046] Beim Aktuator 52 handelt es sich vorliegend um einen Elektrozylinder, mit welchem
das Schubrohr 57 (oder ein anderes Schub- oder Zugmittel) linear aus- und eingefahren
werden kann. Wird das Schubrohr 57 eingefahren, so wird das Federelement 53 näher
zum Boden des Gehäuses 1 hingezogen. Dadurch wird der Laugenbehälter 2 nach oben entgegen
der Gravitationsrichtung verschoben. Wenn die Aktuatoren aller Lagerverbindungen 5
- 7 gleichmässig betätigt werden, wird der Laugenbehälter 2 vertikal nach oben oder
unten bewegt.
[0047] Die Umlenkrolle 55 ist nahe zur Decke an der Seitenwand des Gehäuses 1 angeordnet.
Diese Umlenkung ermöglicht, dass der Elektrozylinder im Bodenbereich des Gehäuses
1 angeordnet werden kann. Die Waschmaschinenkomponenten können dadurch flexibel innerhalb
des Gehäuses 1 angeordnet und der Raum kann optimal ausgenutzt werden.
[0048] An der Lagerverbindung 5 ist auch eine Messvorrichtung 54 angeordnet. Mit dieser
kann gemessen werden, wieviel Zugkraft auf die Lagerverbindung 5 wirkt. Aufgrund dieses
Messwerts kann berechnet werden, wieviel Gewichtskraft auf den Laugenbehälter wirkt
und wo der Laugenbehälter 2 innerhalb des Gehäuses 1 angeordnet ist. Alternativ oder
zusätzlich hierzu kann die Position des Laugenbehälters 2 auch direkt gemessen werden,
z.B. mittels eines optischen Sensors 10, welcher an der Oberseite oder am Boden des
Gehäuses 1 angeordnet ist.
[0049] Die Messvorrichtungen 10 und 54 sind mit der Steuerung 11 verbunden. In Abhängigkeit
der Messsignale steuert die Steuerung 11 die Aktoren und bringt den Laugenbehälter
2 dadurch in die optimale vertikale Position. Die Position des Laugenbehälters 2 ist
beispielsweise dann optimal, wenn die Trommel 3 zur Beschickungsöffnung 4 des Gehäuses
1 konzentrisch angeordnet ist.
[0050] Die Lagerverbindungen 6 und 7 sind zur Lagerverbindung 5 identisch ausgestaltet.
[0051] Es ist allerdings nicht notwendig, dass sämtliche Lagerverbindungen einen Aktor aufweisen.
[0052] Die Lagerverbindungen 8 und 9 sind Dämpfungselemente, welche bei einer Bewegung des
Laugenbehälters z.B. Reibkräfte erzeugen und so dessen Schwingungen dämpfen. Die Dämpfungselemente
können ebenfalls einen Aktuator 82 und/oder ein Federelement 83, welches z.B. im Aktuator
82 integriert ist, umfassen. Insbesondere handelt es sich beim Aktuator um einen Freihubdämpfer.
[0053] Die Steuerung 11 ist derart ausgestaltet, dass eine erste Justierung der Aktuatoren
und somit eine vertikale Bewegung des Laugenbehälter 2 erfolgt, sobald die Wäsche
eingefüllt worden ist. Jeder Aktuator wird dabei in Abhängigkeit des gemessenen Wäschegewichts
und der noch einzulassenden Wassermenge eingestellt. Während des Schleudervorgangs
und am Ende des Schleudervorgangs wird die Einstellung erneut angepasst.
[0054] Alternativ oder zusätzlich hierzu kann eine weitere Einstellung der Aktuatoren nach
oder während dem Einfüllen des Prozesswassers erfolgen.
[0055] Die Trommel weist mehrere Mitnehmer 11 auf, in welchen Ausgleichtanks 12 einer Unwuchtkompensationsvorrichtung
angeordnet sind. Mittels dieser Unwuchtkompensationsvorrichtung lassen sich die Vibrationen
während des Schleudervorgangs zusätzlich reduzieren. Entsprechende Systeme sind z.B.
aus
EP3042992 bekannt.
[0056] Grundsätzlich kann das Gerät auch nur einen Aktuator besitzen, der z.B. vertikal
ober- oder unterhalb des Laugenbehälterschwerpunkts angreift.
[0057] Es ist auch denkbar, dass ein einzelner Aktuator auf mehrere Lagerverbindungen gleichzeitig
wirkt, z.B. indem die Zugmittel (z.B. Zugseile) mehrerer Lagerverbindungen zu einem
gemeinsamen Aktuator geführt werden, um mit nur einem Aktuator mehrere Lagerverbindungen
gleichzeitig und gleichmässig zu justieren. Beispielsweise kann der Aktuator als drehbar
angetriebene Wickelrolle ausgeführt sein, auf welche die Enden der Zugmittel mindestens
zweier Lagerverbindungen aufgewickelt sind.
[0058] Im obigen Beispiel wurde eine Waschmaschine dargestellt. Die Erfindung kann jedoch
natürlich in gleicher Weise z.B. auch bei einem Waschtrockner eingesetzt werden, welcher
zusätzlich zu den Funktionen einer Waschmaschine mit jenen eines Wäschetrockners kombiniert.
[0059] Während in der vorliegenden Anmeldung bevorzugte Ausführungen der Erfindung beschrieben
sind, ist klar darauf hinzuweisen, dass die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist
und in auch anderer Weise innerhalb des Umfangs der folgenden Ansprüche ausgeführt
werden kann.
1. Wäschebehandlungsvorrichtung, insbesondere Waschmaschine oder einen Waschtrockner,
umfassend
- ein Gehäuse (1),
- einen Laugenbehälter (2) und eine im Laugenbehälter (2) angeordneten Trommel (3)
zur Aufnahme von zu schleudernder Wäsche,
- mindestens eine Lagervorrichtung, zum Lagern des Laugenbehälters (2) innerhalb des
Gehäuses (1), aufweisend mindestens eine Lagerverbindung (5, 6, 8, 9) mit einem Federelement
(53),
- eine Steuerung (11),
- eine Beschickungsöffnung (4), durch welche hindurch die Wäsche in die Trommel (3)
einlagerbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels einem Aktuator (52, 82) eine Bewegung der mindestens einen Lagerverbindung
(5, 6, 8, 9) bewirkbar ist, derart, dass durch diese Bewegung der Laugenbehälter (2)
relativ zur Beschickungsöffnung vertikal bewegbar ist.
2. Wäschebehandlungsvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Wäschebehandlungsvorrichtung
eine Messvorrichtung (10, 54), insbesondere einen optischen Sensor (10) oder eine
Tauchspule, aufweist, wobei die Messvorrichtung (10, 54) dazu ausgestaltet ist,
- eine Position des Laugenbehälters (2) und/oder der Trommel (3), innerhalb des Gehäuses
(1) zu bestimmen, und/oder
- ein beladungsabhängiges Gewicht des Laugenbehälters (2) zu bestimmen.
3. Wäschebehandlungsvorrichtung nach Anspruch 2, wobei die Steuerung (11) den Aktuator
(52, 82) in Abhängigkeit des Messwerts der Messvorrichtung (10, 54) steuert.
4. Wäschebehandlungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Steuerung
(11) dazu ausgestaltet ist, eine Abweichung aus einer konzentrischen Lagerung von
Trommel (3) und Beschickungsöffnung (4) durch Betätigen des Aktuators (52, 82) zu
verringern.
5. Wäschebehandlungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Aktuator
(52, 82) einen Elektrozylinder, eine Spindel, einen Hydraulikzylinder, einen Drehantrieb
für einen Torsionsstab, oder eine Kulissensteuerung aufweist.
6. Wäschebehandlungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die mindestens
eine Lagerverbindung (5, 6, 8, 9)
- eine Anknüpfung am Gehäuse (51),
- das Federelement (53), und
- eine Anknüpfung am Laugenbehälter (56) aufweist,
insbesondere wobei der Aktuator (52, 82) die Anknüpfung am Gehäuse bildet und/oder
zwischen dem Federelement (53) und der Anknüpfung am Gehäuse (51) angeordnet ist.
7. Wäschebehandlungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die mindestens
eine Lagerverbindung (5, 6, 8, 9) mindestens eine Umlenkvorrichtung (55), insbesondere
eine Umlenkrolle, einen Schwenkhebel oder eine Drehstabfeder, zum Umlenken der Lagerkräfte
aufweist,
insbesondere wobei die Umlenkvorrichtung (55) in der oberen Hälfte, insbesondere im
oberen Drittel, insbesondere im oberen Viertel, des Gehäuses (1) oder an der Gehäusedecke
angeordnet ist.
8. Wäschebehandlungsvorrichtung nach Anspruch 2 und nach Anspruch 7, wobei die Messvorrichtung
(10, 54) entlang der Lagerverbindung (5, 6, 8, 9) zwischen der Umlenkvorrichtung (55)
und der Anknüpfung am Gehäuse (1), angeordnet ist.
9. Wäschebehandlungsvorrichtung nach Anspruch 6 und nach Anspruch 7 oder 8, wobei das
Federelement (53) entlang der Lagerverbindung (5, 6, 8, 9) zwischen der Umlenkvorrichtung
(55) und der Anknüpfung am Gehäuse (1) oder zwischen der Umlenkvorrichtung (55) und
dem Federelement (53) angeordnet ist, insbesondere wobei das Federelement (53) in
der unteren Hälfte des Gehäuses (1) angeordnet ist.
10. Wäschebehandlungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Lagervorrichtung
weitere nicht mittels Aktuator bewegbare Lagerverbindungen (7) aufweist.
11. Wäschebehandlungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die mindestens
eine Lagerverbindung (5, 6, 8, 9) eine mittels dem Aktuator (52, 82) aufrollbare Bandfeder
aufweist.
12. Wäschebehandlungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, aufweisend eine
Unwuchtkompensationsvorrichtung, welche insbesondere eine Mehrzahl von mit Wasser
befüllbaren Ausgleichtanks (12) an der Trommel (3) aufweist.
13. Wäschebehandlungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Steuerung
(11) derart ausgestaltet ist, dass sie den Aktuator (52, 82)
- nach dem Befüllen der Trommel (3) mit Wäsche und vor dem Einlassen von Wasser, insbesondere
in Abhängigkeit der Menge des noch einzulassenden Wassers, einstellt, und/oder
- vor, während und/oder am Ende einer Schleuderphase einstellt.
14. Wäschebehandlungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Lagervorrichtung
mindestens zwei, insbesondere mindestens drei durch Aktuatoren (52, 82) betätigbare
Lagerverbindungen (5, 6, 8, 9) aufweist.