[0001] Die Erfindung betrifft ein Kernbohrwerkzeug zum Erd- oder Gesteinsbohren mit einem
äußeren ersten Rohrkörper, an dessen unterem Rohrrand Abtragselemente zum Abtragen
von Boden- oder Gesteinsmaterial vorgesehen sind und welcher einen oberen Deckenabschnitt
aufweist, einer Verbindungseinrichtung, welche an dem Deckenabschnitt angebracht und
zum Übertragen eines Bohrdrehmoments ausgebildet ist, und mindestens einem inneren
zweiten Rohrkörper, an dessen unterem Rohrrand Abtragselemente zum Abtragen von Boden-
oder Gesteinsmaterial vorgesehen sind und welcher innerhalb des ersten Rohrkörpers
angeordnet ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Zum Erd- und Gesteinsbohren sind zwei grundsätzliche Arten von Bohrwerkzeugen bekannt.
Eine erste Art betrifft dabei sogenannte Vollschnitt-Bohrwerkzeuge, bei welchen das
anstehende Erd- oder Gesteinsmaterial über den gesamten Bohrdurchmesser vollflächig
abgetragen wird. Derartige Bohrwerkzeuge werden insbesondere bei lockeren Böden eingesetzt.
[0003] Bei harten Böden, insbesondere bei felsigen Böden oder Gestein, werden sogenannte
Kernbohrwerkzeuge eingesetzt. Derartige Kernbohrwerkzeuge weisen einen Rohrkörper
auf, an dessen unterem Rohrrand Abtragselemente angeordnet sind. Beim Bohren wird
so ein ringförmiges Bohrloch erzeugt, wobei ein innerer Bohrkern stehenbleibt. Der
anstehende Bohrkern wird dabei in dem Hohlraum des Rohrkörpers aufgenommen. Insbesondere
bei hartem und sprödem Gestein bricht der Bohrkern ab einer bestimmten Länge aufgrund
der im Bohrbetrieb entstehenden Schwingungen und Erschütterungen. Der so gelöste Bohrkern
kann mit dem Kernbohrwerkzeug aus dem Bohrloch gezogen werden.
[0004] Mit zunehmendem Durchmesser des Bohrkerns wird es schwerer, den Bohrkern vom anstehenden
Gestein zu brechen oder zu lösen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, ist es aus der
CN 102 011 548 A bekannt, innerhalb eines äußeren ersten Rohrkörpers einen oder mehrere weitere innere
Rohrkörper koaxial zueinander anzuordnen. Hierdurch kann ein anstehender Bohrkern
in ein oder mehrere zusätzliche ringförmige Kerne aufgeteilt werden. Diese brechen
dann leichter als ein massiver durchgehender Bohrkern. Ein derartiges Kernbohrwerkzeug
stellt somit eine Zwischenform zwischen einem Vollschnitt-Bohrwerkzeug und einem normalen
Kernbohrwerkzeug dar.
[0005] Bei diesem bekannten Kernbohrwerkzeug sind in einem äußeren ersten Rohrkörper zwei
ringförmige innere Rohrkörper angeordnet, welche an einem oberen Deckenabschnitt des
ersten Rohrkörpers angeschweißt sind. Derartige Kernbohrwerkzeuge sind unter Fertigungs-
und Wartungsgesichtspunkten aufwändig.
[0006] Aus der
CN 102 011 549 A ist ein Kernbohrwerkzeug bekannt, bei welchem koaxial innerhalb des Rohrkörpers ein
in Bohrrichtung vorstehender Pilotbohrer angeordnet ist. Der Pilot ist dabei an einer
feststehenden Stange vorgesehen, welche sich koaxial durch den Rohrkörper erstreckt.
Ein solches Kernbohrwerkzeug erzeugt einen zylindrischen Bohrkern mit einem Mittenloch.
[0007] Aus der
US 9,249,631 B2 geht ebenfalls ein Kernbohrwerkzeug mit einem mittigen Piloten hervor. Dabei ist
der Pilot an einer verschiebbaren Stange angeordnet, so dass dieser nach einem zentrischen
Anbohren nach hinten rückgezogen werden kann.
[0008] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, ein Kernbohrwerkzeug anzugeben, welches besonders flexibel einsetzbar ist.
[0009] Die Aufgabe wird nach der Erfindung durch ein Kernbohrwerkzeug mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0010] Das erfindungsgemäße Kernbohrwerkzeug ist dadurch gekennzeichnet, dass an dem ersten
Rohrkörper eine Kopplungseinrichtung vorgesehen ist, mit welcher der zweite Rohrkörper
lösbar an dem ersten Rohrkörper befestigt ist.
[0011] Eine Grundidee der Erfindung besteht darin, den mindestens einen zweiten Rohrkörper
innerhalb des ersten Rohrkörpers lösbar anzuordnen. Hierfür ist eine Kopplungseinrichtung
vorgesehen, mit welcher der zweite Rohrkörper vorzugsweise formschlüssig mit dem ersten
Rohrkörper verbunden ist. Die Kopplungseinrichtung ist ver- und entriegelbar, so dass
beispielsweise der zweite Rohrkörper ohne weiteres entfernt werden kann. Somit kann
das Bohrwerkzeug mit dem ersten Rohrkörper auch als ein herkömmliches Kernbohrwerkzeug
eingesetzt werden. Weiterhin bietet das erfindungsgemäße Kernbohrwerkzeug die Möglichkeit,
abhängig von der Art des anstehenden Gesteins den mindestens einen zweiten Rohrkörper
leicht zu wechseln, um diesen etwa gegen einen neuen zweiten Rohrkörper oder einen
unterschiedlich ausgebildeten zweiten Rohrkörper auszutauschen. Die Unterschiede können
dabei sowohl in der axialen Länge, dem Durchmesser und/oder der Ausgestaltung der
Abtragselemente des zweiten Rohrkörpers liegen.
[0012] Eine besonders bevorzugte Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Kernbohrwerkzeuges
kann darin gesehen werden, dass die Abtragselemente als feststehende Schneidzähne
und/oder drehbar gelagerte Rollenkörper ausgebildet sind. Die wechselbaren Abtragselemente
können insbesondere auf die anstehenden Bodenverhältnisse angepasst sein.
[0013] Nach einer anderen Weiterbildung der Erfindung ist es bevorzugt, dass die Verbindungseinrichtung
an dem ersten Rohrkörper eine erste Aufnahmehülse mit einer nach oben gerichteten
Aufnahmeöffnung für eine formschlüssige Verbindung aufweist. Die Verbindungseinrichtung
kann insbesondere eine sogenannte Kellybox sein, welche zur Verbindung mit einem Bohrgestänge,
insbesondere einer Kellystange, ausgebildet ist. Die erste Aufnahmehülse kann dabei
ein polygonales Aufnahmeloch aufweisen, insbesondere ein Vierkant-Loch. Derartige
eckige Löcher sind für eine Drehmomentübertragung vorteilhaft. Eine axiale Sicherung
kann insbesondere durch eine Verbolzung mit quer zur Bohrrichtung gerichteten Bolzen
erreicht werden.
[0014] Die Verbindungseinrichtung ist an dem oberen Deckenabschnitt des ersten Rohrkörpers
befestigt. Der Deckenabschnitt kann dabei eine geschlossene oder offene Platte sein,
welche mit dem zylindrischen ersten Rohrkörper verschweißt ist. Der Deckenabschnitt
kann aber auch aus radial gerichteten Streben aufgebaut sein. Eine besonders bevorzugte
Ausführungsform besteht nach der Erfindung darin, dass die Kopplungseinrichtung an
der Unterseite des Deckenabschnitts angeordnet ist. Somit trägt der Deckenabschnitt
sowohl die Verbindungseinrichtung als auch die Kopplungseinrichtung.
[0015] Besonders vorteilhaft ist es dabei, dass die Kopplungseinrichtung eine zweite Aufnahmehülse
mit einer nach unten gerichteten Aufnahmeöffnung aufweist. Die zweite Aufnahmehülse
kann dabei vorzugsweise ähnlich oder gleich der ersten Aufnahmehülse, jedoch mit entgegengesetzter
Anordnung ausgebildet sein.
[0016] Besonders zweckmäßig ist es dabei, dass die erste Aufnahmehülse und die zweite Aufnahmehülse
miteinander verbunden oder einstückig ausgebildet sind. So können etwa die erste Aufnahmehülse
und die zweite Aufnahmehülse als Gleichteile aufgebaut sein, welche in entgegengesetzter
Anordnung miteinander verschweißt oder in sonstiger geeigneter Weise verbunden sind.
Eine besonders stabile Ausführung ergibt sich dadurch, dass die erste Aufnahmehülse
und die zweite Aufnahmehülse einstückig an einem Hülsenelement ausgebildet sind.
[0017] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsvariante der Erfindung besteht darin, dass die
Kopplungseinrichtung ein Steckelement mit einem ersten Steckbereich aufweist, welcher
in die zweite Aufnahmehülse einsteckbar ist. Das Steckelement kann dabei selbst fest
oder lösbar an dem zweiten Rohrkörper angebracht sein. Vorzugsweise weist die zweite
Aufnahmehülse ebenfalls ein polygonales, insbesondere Vierkant-Loch auf. Entsprechend
ist dann der erste Steckbereich des Steckelementes korrespondierend polygonal, insbesondere
viereckig ausgebildet. Eine Axialsicherung kann ebenfalls durch eine quer gerichtete
Verbolzung erfolgen.
[0018] Ein besonders flexibel einsetzbares Kernbohrwerkzeug wird nach einer Weiterbildung
der Erfindung dadurch erzielt, dass an einer Oberseite des zweiten Rohrkörpers eine
dritte Aufnahmehülse mit einer nach oben gerichteten Aufnahmeöffnung vorgesehen ist.
Diese dritte Aufnahmehülse kann vorzugsweise gleich zu der ersten und/oder der zweiten
Aufnahmehülse ausgebildet sein. Die dritte Aufnahmehülse weist ebenfalls vorzugsweise
ein polygonales Aufnahmeloch, insbesondere ein Vierkant-Loch auf. Aus fertigungstechnischer
Sicht es dabei besonders vorteilhaft, dass mindestens eine Aufnahmehülse als eine
Kellybox ausgebildet ist. Vorzugsweise sind alle Aufnahmehülsen als Kellyboxen ausgebildet.
Kellyboxen stellen standardisierte Aufnahmehülsen mit einem Vierkant-Loch dar, in
welche üblicherweise entsprechende Steckbereiche an Kellystangen oder entsprechenden
Bohrgestängen zur Drehmomentübertragung eingefügt werden können. Damit kann als der
innere zweite Rohrkörper ein herkömmliches geeignetes Kernbohrwerkzeug verwendet werden,
welches in den durchmessergrößeren ersten Rohrkörper eingesetzt wird.
[0019] Weiterhin wird eine besonders hohe Flexibilität nach einer Weiterbildung der Erfindung
dadurch erzielt, dass das Steckelement einen zweiten Steckbereich aufweist, welcher
zum ersten Steckbereich entgegengesetzt gerichtet ist und zur Verbindung mit der dritten
Aufnahmehülse ausgebildet ist. Das stangen- oder stabförmige Steckelement stellt somit
einen Zwischenteil zwischen dem ersten Rohrkörper und dem zweiten Rohrkörper dar.
Die Steckbereiche sind vorzugsweise gleich ausgebildet und insbesondere passend zu
genormten Kellyboxen.
[0020] Dabei ist es besonders vorteilhaft, dass das Steckelement zum Einstellen einer Relativposition
zwischen dem ersten Rohrkörper und dem zweiten Rohrkörper durch ein Steckelement mit
unterschiedlicher Länge auswechselbar ist. Das Steckelement kann sozusagen als ein
Adapter dienen, um die Rohrkörper in unterschiedlichen Anordnungsvarianten miteinander
zu verbinden. So ist es etwa durch Auswahl eines Steckelementes mit einer unterschiedlichen
Länge möglich, dass entweder der erste Rohrkörper dem zweiten Rohrkörper voreilt,
oder der zweite Rohrkörper als eine Art Zentrierung dem ersten Rohrkörper voreilt.
Auch können die Abtragselemente des ersten und zweiten Rohrkörpers in einer gemeinsamen
Abtragsebene liegen. Es kann so durch einfaches Austauschen des Steckelementes eine
besonders hohe Anordnungsvielfalt in effizienter Weise erzielt werden.
[0021] Die Erfindung ist nicht auf zwei Rohrkörper beschränkt. Es können mehrere Rohrkörper
mit unterschiedlichen Durchmessern vorgesehen sein, welche alle oder teilweise, wie
oben beschrieben, miteinander koppelbar sind.
[0022] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen erläutert, welche
schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Kernbohrwerkzeugs;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des Kernbohrwerkzeugs von Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Querschnittsansicht zu einem erfindungsgemäßen Kernbohrwerkzeug ohne einen inneren
Rohrkörper;
- Fig. 4
- eine Querschnittsansicht des Kernbohrwerkzeugs von Fig. 3 mit einem eingesetzten zweiten
Rohrkörper in einer Normalposition;
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht des Kernbohrwerkzeugs von Fig. 3 mit einem eingesetzten zweiten
Rohrkörper in einer vorauseilenden Position;
- Fig. 6
- eine Querschnittsansicht des Kernbohrwerkzeugs von Fig. 3 mit einem eingesetzten zweiten
Rohrkörper in einer rückgesetzten Position;
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht eines Steckelementes für ein Kernbohrwerkzeug gemäß Fig.
4;
- Fig. 8
- eine perspektivische Ansicht eines anderen Steckelementes für das Kernbohrwerkzeug
gemäß Fig. 5; und
- Fig. 9
- eine perspektivische Ansicht eines weiteren Steckelementes für das Kernbohrwerkzeug
gemäß Fig. 6.
[0023] Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kernbohrwerkzeuges 5 ist schematisch
in den Figuren 1 und 2 dargestellt. Das Kernbohrwerkzeug 5 weist einen äußeren ersten
Rohrkörper 10 mit einem ersten größeren Durchmesser und einen darin eingesetzten inneren
zweiten Rohrkörper 40 mit einem zweiten kleineren Durchmesser auf. Die Durchmesser
der beiden Rohrkörper 10, 40 sind derart unterschiedlich, dass zwischen dem ersten
Rohrkörper 10 und dem darin angeordneten zweiten Rohrkörper 40 ein ringförmiger Hohlraum
ausgebildet ist. Innerhalb des zweiten Rohrkörpers 40 ist ein zylindrischer Hohlraum
gebildet. An einem Rohrrand 14 des ersten Rohrkörpers 10 sind mehrere Abtragselemente
15 zum Abtragen von Erd- oder Gesteinsmaterial angebracht. Die Abtragselemente 15
weisen dabei schräg gerichtete Schneidzähne 16 und drehbar gelagerte Rollenkörper
18 auf, welche insbesondere zum Abarbeiten von hartem Gesteinsmaterial ausaebildet
sind. In entsorechender Weise sind auch an dem zweiten Rohrrand 44 des zweiten Rohrkörpers
40 Abtragselemente 15 mit Schneidzähnen 16 und Rollenkörper 18 zum Abarbeiten von
Bodenmaterial angeordnet.
[0024] Der erste Rohrkörper 10 weist an dem oberen Endbereich, welcher dem unteren Endbereich
mit den Abtragselementen 15 gegenüberliegt, einen plattenförmigen Deckenabschnitt
12 auf, an welcher eine Verbindungseinrichtung 20 zum Anschluss an ein drehend angetriebenes
Bohrgestänge vorgesehen ist. Die Verbindungseinrichtung 20 weist dabei eine erste
Aufnahmehülse 22 mit einer im Querschnitt viereckigen ersten Aufnahmeöffnung 23 auf.
Die erste Aufnahmehülse 22 ist in grundsätzlich bekannter Weise über mehrere Versteifungsbleche
26 drehfest mit dem Rohrkörper 10 verbunden. Insgesamt ist die Verbindungseinrichtung
20 in dem dargestellten Ausführungsbeispiel als eine sogenannten Kellybox ausgebildet.
Eine Kellybox ist ein Standardanschlusselement, wobei in die eckige erste Aufnahmeöffnung
23 ein entsprechend eckig ausgebildetes Anschlusselement an einem Gestänge einsteckbar
ist. Über Durchgangsöffnungen 24 an der ersten Aufnahmehülse 22 kann eine formschlüssige
Verbindung über Riegelbolzen 28 hergestellt werden, von welchen lediglich ein einzelner
Bolzen 28 dargestellt ist. Entlang der Außenseite des ersten Rohrkörpers 10 ist eine
Förderwendel 19 angebracht, welche sich vom unteren Ende zum oberen Ende hin erstreckt.
[0025] Gemäß Fig. 3 ist eine Querschnittsansicht des ersten Rohrkörpers 10 des Kernbohrwerkzeuges
5 aus den Figuren 1 und 2 gezeigt. Aus Anschaulichkeitsgründen ist der zweite Rohrkörper
40 weggelassen.
[0026] Der Deckenabschnitt 12 weist ein Mittenloch auf, wobei zwischen dem Deckenelement
12 und der oberen hülsenartigen Verbindungseinrichtung 20 eine Kopplungseinrichtung
30 zum lösbaren Verbinden des zweiten Rohrkörpers 40 angeordnet ist. Die Kopplungseinrichtung
30 umfasst eine zweite Aufnahmehülse 32, welche mit einer zweiten Aufnahmeöffnung
33 versehen ist. Vorzugsweise ist dabei die zweite Aufnahmehülse 32 in gleicher Weise
wie die erste Aufnahmehülse 22 der Verbindungseinrichtung 20 ausgebildet, wobei die
beiden Aufnahmeöffnungen 23, 33 ein entsprechendes eckiges Loch aufweisen. Die beiden
Aufnahmehülsen 22, 32 sind gleich ausgebildet, jedoch entgegengesetzt angeordnet.
An ihrem Kontaktbereich sind die beiden Aufnahmehülsen 22, 32 miteinander verschweißt.
Die zweite Aufnahmehülse 32 ist über einen Absatz 36 am Mittenloch des Deckenabschnitts
12 aufgesetzt, wobei hier ebenfalls eine Verschweißung erfolgen kann. Die Gesamtanordnung
der beiden Aufnahmehülsen 22, 32 wird zusätzlich über die Versteifungsbleche 26 stabilisiert
und fest mit dem Deckenabschnitt 12 und damit dem Rohrkörper 10 verbunden. Von der
Unterseite des Deckenabschnitts 12, also vom inneren Hohlraum des Rohrkörpers 10 ist
in die zweite Aufnahmeöffnung 33 der zweiten Aufnahmehülse 32 von unten ein stabförmiges
Steckelement 60 eingesteckt. Das Steckelement 60 weist einen oberen ersten Steckbereich
62 und einen nach unten gerichteten zweiten Steckbereich 64 auf. Zwischen den beiden
Steckbereichen 62, 64 ist ein durchmessergrößerer Mittenbereich 66 angeordnet. Die
beiden Steckbereiche 62, 64 sind gleich und spiegelsymmetrisch zum Mittenabschnitt
66 ausgebildet.
[0027] In den Steckbereichen 62, 64 sind Durchgangsbohrungen 68 angeordnet, welche in der
eingesteckten Position mit den entsprechenden Durchgangsöffnungen 24 etwa an der zweiten
Aufnahmehülse 32 korrespondieren. So kann in der eingesteckten Position eine formschlüssige
und axial feste Verbindung durch Einschieben von Riegelbolzen 28 erreicht werden.
[0028] Fig. 4 zeigt ein erfindungsgemäßes Kernbohrwerkzeug 5 in Querschnittsansicht, wobei
über die Kopplungseinrichtung 30 mit dem eingesteckten Steckelement 60 der zweite
Rohrkörper 40 lösbar innerhalb des ersten Rohrkörpers 10 befestigt ist. Der zweite
Rohrkörper 40 weist ähnlich dem Aufbau des ersten Rohrkörpers 10 einen plattenförmigen
Deckenabschnitt 42 auf, welcher an einem oberen Endbereich des zweiten Rohrkörpers
40 angeschweißt ist. An diesem Deckenabschnitt 42 des zweiten Rohrkörpers 40 ist zum
Ankoppeln des zweiten Rohrkörpers 40 eine dritte Aufnahmehülse 52 mit einer dritten
Aufnahmeöffnung 53 angebracht. Auch diese dritte Aufnahmehülse 52 mit der dritten
Aufnahmeöffnung 53 ist in gleicher Weise wie die zuvor beschriebenen Aufnahmehülsen
als eine Kellybox ausgebildet. In die nach oben gerichtete dritte Aufnahmeöffnung
53 der dritten Aufnahmehülse 52 ist der nach unten gerichtete zweite Steckbereich
64 des Steckelementes 60 eingesteckt und, wie zuvor beschrieben, über mindestens einen
eingeschobenen Riegelbolzen 28 formschlüssig axial verriegelt.
[0029] Insgesamt ist der Mittenbereich 66 des Steckelementes 60 so ausgebildet, dass der
Mittenbereich 66 als ein Anschlagelement fungiert. Dabei liegt der Mittenbereich 66
sowohl an der oberen zweiten Aufnahmehülse 32 als auch an der unteren dritten Aufnahmehülse
52 auf Anschlag an.
[0030] In dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Steckelement 60 mit dem
Mittenbereich 66 derart ausgebildet, dass die Abtragselemente 15 sowohl des ersten
Rohrkörpers 10 als des zweiten Rohrkörpers 40 auf gleicher Höhe liegen. Es kann so
eine im Wesentlichen plane Bearbeitung erfolgen, wobei sich ein zylindrischer mittiger
Bohrkern innerhalb des zweiten Rohrkörpers 40 und ein zweiter ringförmiger Bohrkern
in dem ringförmigen Zwischenraum zwischen dem ersten Rohrkörper 10 und dem zweiten
Rohrkörper 40 ausbildet. Das bei dem Kernbohrwerkzeug 5 gemäß Fig. 4 eingesetzte Steckelement
60 ist in Fig. 7 vergrößert dargestellt.
[0031] Eine andere Anordnungsform des erfindungsgemäßen Kernbohrwerkzeuges 5 ist in Fig.
5 dargestellt. In Abweichung von der Normalposition gemäß Fig. 4 ragt der zweite Rohrkörper
40 aus dem ersten Rohrkörper 10 heraus, so dass der zweite Rohrkörper 40 voreilt.
Der zweite Rohrkörper 40 kann bei dieser Anordnung als eine Art Zentrierung fungieren,
wobei weiterhin ein mittiger Bohrkern erstellt wird.
[0032] Die Anordnungsvariante gemäß Fig. 5 wird durch Verwendung eines abgewandelten Steckelementes
60 mit einem axial längeren Mittenabschnitt 66 erreicht. Bei dem Steckelement 60 gemäß
Fig. 5 sind der erste Steckbereich 62 und der zweite Steckbereich 64 gleich zu den
entsprechenden Steckbereichen des Steckelementes 60 gemäß den Figuren 4 und 7 ausgebildet.
Zum Erreichen der Konfiguration gemäß Fig. 5 ist also lediglich das Steckelement 60
gegenüber der Anordnung von Fig. 4 zu wechseln. Das Steckelement 60, welches bei der
Anordnung gemäß Fig. 5 verwendet wird, ist näher in Fig. 8 dargestellt.
[0033] Eine weitere Anordnungsalternative für ein erfindungsgemäßes Kernbohrwerkzeug 5 ist
aus Fig. 6 ersichtlich. Dabei ist der innere zweite Rohrkörper 40 gegenüber dem äußeren
ersten Rohrkörper 10 rückversetzt. Dies kann ebenfalls für bestimmte Bodenverhältnisse
wünschenswert sein.
[0034] Diese Anordnung kann in einfacher Weise nach der Erfindung dadurch erzielt werden,
dass ein abgewandeltes Steckelement 60 mit einem axial kleineren Mittenbereich 66
verwendet wird, wie dies anschaulich auch in Fig. 9 dargestellt ist. Der erste Steckbereich
62 und der zweite Steckbereich 64 des Steckelementes 60 können dabei wie bei den anderen
Steckelementen 60 gemäß den Figuren 7 und 8 gleich und mit einer eckigen Ausführung,
insbesondere gemäß dem Standard einer Kellybox, ausgebildet sein.
1. Kernbohrwerkzeug zum Erd- oder Gesteinsbohren mit
- einem äußeren ersten Rohrkörper (10), an dessen unterem Rohrrand (14) Abtragselemente
(15) zum Abtragen von Boden- oder Gesteinsmaterial vorgesehen sind und welcher einen
oberen Deckenabschnitt (12) aufweist,
- einer Verbindungseinrichtung (20), welche an dem Deckenabschnitt (12) angebracht
und zum Übertragen eines Bohrdrehmoments ausgebildet ist, und
- mindestens einem inneren zweiten Rohrkörper (40), an dessen unterem Rohrrand (14)
Abtragselemente (15) zum Abtragen von Boden- oder Gesteinsmaterial vorgesehen sind
und welcher innerhalb des ersten Rohrkörpers (10) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass an dem ersten Rohrkörper (10) eine Kopplungseinrichtung (30) vorgesehen ist, mit
welcher der zweite Rohrkörper (40) lösbar an dem ersten Rohrkörper (10) befestigt
ist.
2. Kernbohrwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abtragselemente (15) als feststehende Schneidzähne und/oder drehbar gelagerte
Rollenkörper (18) ausgebildet sind.
3. Kernbohrwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungseinrichtung (20) an dem ersten Rohrkörper (10) eine erste Aufnahmehülse
(22) mit einer nach oben gerichteten Aufnahmeöffnung für (23) eine formschlüssige
Verbindung aufweist.
4. Kernbohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kopplungseinrichtung (30) an einer Unterseite des Deckenabschnitts (12) angeordnet
ist.
5. Kernbohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kopplungseinrichtung (30) eine zweite Aufnahmehülse (32) mit einer nach unten
gerichteten zweiten Aufnahmeöffnung (33) aufweist.
6. Kernbohrwerkzeug nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Aufnahmehülse (22) und die zweite Aufnahmehülse (32) miteinander verbunden
oder einstückig ausgebildet sind.
7. Kernbohrwerkzeug nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kopplungseinrichtung (30) ein Steckelement (60) mit einem ersten Steckbereich
(62) aufweist, welcher in die zweite Aufnahmehülse (32) einsteckbar ist.
8. Kernbohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einer Oberseite des zweiten Rohrkörpers (40) eine dritte Aufnahmehülse (52) mit
einer nach oben gerichteten dritten Aufnahmeöffnung (54) vorgesehen ist.
9. Kernbohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 3 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Aufnahmehülse (22, 32, 52) als eine Kellybox ausgebildet ist.
10. Kernbohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Steckelement (60) einen zweiten Steckbereich (64) aufweist, welcher zum ersten
Steckbereich (62) entgegengesetzt gerichtet ist und zur Verbindung mit der dritten
Aufnahmehülse (52) ausgebildet ist.
11. Kernbohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Steckelement (60) zum Einstellen einer Relativposition zwischen dem ersten Rohrkörper
(10) und dem zweiten Rohrkörper (40) durch ein Steckelement (60) mit unterschiedlicher
Länge auswechselbar ist.