[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Multi-Faktor-Authentifizierung.
Weiterhin betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
zur Multi- Faktor-Authentifizierung.
[0002] Bekanntermaßen wird zur Authentifizierung von Entitäten, beispielsweise von Sicherheitsdokumenten,
mindestens ein sogenannter Faktor überprüft, wobei grundsätzlich zwischen den folgenden
drei Gruppen von Faktoren unterschieden werden kann: Wissen, Besitz oder inhärente
Merkmale. Inhärente Merkmale sind beispielsweise biometrische Eigenschaften. Werden
mindestens zwei Faktoren bei der Prüfung kombiniert, wird damit eine starke Nutzerauthentifizierung
ermöglicht. In der DIN ISO/IEC 29115, welche das "Level of Assurance (LOA)" beschreibt,
werden die Entitäten in vier Level untergliedert. Die DIN/IEC 29115 bietet einen Rahmen
zur Authentifizierung beliebiger Entitäten. Das LOA beschreibt den Grad des Vertrauens
in die Prozesse, welche zur Authentifizierung führen und diese umfassen. Es gibt die
Höhe der Sicherheit wieder, dass die Entität, welche eine bestimmte Identität beansprucht,
tatsächlich die Entität ist, welche der Identität zugeordnet ist.
[0003] Aus der
DE 10 2015 219 393 A1 ist ein Verfahren zur Identifikation eines Gegenstandes bekannt, wobei ein Identifikationsmerkmal
durch Bestrahlung in einem definierten Wellenlängenbereich sichtbar wird. Das Identifikationsmerkmal
wird mit Bilddaten verglichen, so dass die Identität und/oder die Echtheit des Gegenstandes
geprüft werden.
[0004] Die
WO 2013/034603 A1 beschreibt ein Verfahren zur Verifikation eines Sicherheitsdokumentes mit einem Sicherheitsmerkmal
in Form eines fluoreszierenden Druckelements.
[0005] Aus der
DE 10 2014 100 463 A1 ist ein Verfahren bekannt, welches dem Identifizieren eines Benutzers unter Verwendung
eines Kommunikationsgerätes dient. Das Verfahren sieht vor, dass erfasste biometrische
Merkmale eines Identifikationsdokumentes eines Benutzers an einen elektronischen Identifikationsdienst
übermittelt werden.
[0006] In der
DE 10 2016 107 250 A1 wird ein Verfahren zur Multi- Faktor-Authentifizierung und/oder Identifizierung von
Benutzern beschrieben. Der Benutzer wird mittels einer Computereingabe und Elektromyografie-Signalen
authentifiziert bzw. identifiziert.
[0007] Die Verwendung von nur einem Faktor zur Authentifizierung kommt regelmäßig zum Einsatz.
Eine Authentifizierung mit einem weiteren Faktor, also eine sogenannte Multi-Faktor-
Authentifizierung ist grundsätzlich bekannt. Dabei kommen mindestens zwei zuvor festgelegte
Faktoren zur Authentifizierung einer Identität zur Anwendung. Multi-Faktor-Authentifizierungen,
bei denen mehrere Faktoren zur Anwendung kommen, sind meist kompliziert und wenig
flexibel.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht ausgehend vom vorliegenden Stand der
Technik darin, ein vereinfachtes Verfahren zur Multi-Faktor-Authentifizierung der
Identität eines Anwenders bereitzustellen, welches eine flexible Multi- Faktor-Authentifizierung
ermöglicht.
[0009] Erfindungsgemäß erfolgt die Lösung der Aufgabe durch ein Verfahren zur Multi-Faktor-Authentifizierung
einer Identität eines Anwenders gemäß dem beigefügten Anspruch 1 und durch eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens gemäß dem beigefügten nebengeordneten Anspruch 7 oder
8.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren dient der Identitätsfeststellung eines Anwenders mittels
einer Multi- Faktor-Authentifizierung. In einem ersten Verfahrensschritt werden ein
erster und mindestens ein zweiter zur Authentifizierung geeigneter Faktor ausgewählt,
welche durch eine Datenverarbeitungseinheit verarbeitet bzw. geprüft werden können.
Die mindestens zwei Faktoren dienen der Authentifizierung der Anwenderidentität und
sind demnach Bestandteil der Multi-Faktor-Authentifizierung. Es kann eine Entität
mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens geprüft werden. In einem weiteren Verfahrensschritt
wird eine erste Einzel-Faktor-Authentifizierung mittels der Datenverarbeitungseinheit
durchgeführt, wobei der erste Faktor auf Authentizität und/oder auf Integrität geprüft
wird. Authentizität steht für die Echtheit bzw. Sicherheit, wobei beispielsweise die
Echtheit eines Dokumentes geprüft wird. Ein "Dokument" kann bspw. ein Ausweis-, Wert-
oder Sicherheitsdokument, insbesondere ein hoheitliches Dokument, insbesondere ein
papierbasiertes und/oder kunststoffbasiertes und/oder elektronisches Dokument, wie
zum Beispiel ein Reisepass, Personalausweis, Visum, Führerschein, Fahrzeugschein,
Fahrzeugbrief, Gesundheitskarte, oder ein Firmenausweis o.dgl. sein.
[0011] Der Begriff Integrität steht für Unversehrtheit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit,
Fehlerfreiheit, wobei beispielsweise ein Verfälschen eines Bildes festgestellt und
damit dessen Verwendung verhindert werden kann. Anschließend wird in einem weiteren
Verfahrensschritt das Ergebnis der ersten Einzel- Faktor-Authentifizierung des ersten
Faktors von der Datenverarbeitungseinheit ausgegeben. Ein weiterer Verfahrensschritt
sieht vor, dass das Ergebnis der ersten Einzel-Faktor-Authentifikation mittels eines
weiteren Faktors überprüft wird, wobei der zweite Faktor auf Authentizität und/oder
Integrität überprüft wird. Die Überprüfung des weiteren Faktors erfolgt durch Ausführen
einer zweiten Einzel- Faktor-Authentifizierung mit Hilfe der Datenverarbeitungseinheit.
Anschließend wird das Ergebnis der zweiten Einzel-Faktor-Authentifizierung ausgegeben.
Die Ausgabe der Einzel-Faktor-Authentifizierungen erfolgt bspw. intern in der Datenverarbeitungseinheit
an ein den weiteren Schritt der Bestätigung der Identität des Anwenders durchführenden
Berechnungsmodul bzw. entsprechende Programmeinheit.
[0012] In einem weiteren Verfahrensschritt wird die Identität des Anwenders durch die Datenverarbeitungseinheit
bestätigt, wenn die jeweiligen Einzel-Faktor-Authentifizierungen des ersten und des
zweiten Faktors die Authentizität des Anwenders bestätigt haben. Die mehreren Einzel-Faktor-Authentifizierungen
sind Bestandteil der Multi-Faktor-Authentifizierung und ergeben diese zusammengenommen.
Sofern mindestens eine der beiden Einzel-Faktor-Authentifizierungen die Identität
des Anmelders nicht bestätigen konnte, kann ein Fehlersignal generiert und ausgegeben
werden.
[0013] In einer Ausführungsform des Verfahrens ist das Verfahren als einstufiger Prozess
ausgebildet, wobei für die Multi-Faktor-Authentifizierung die mindestens zwei Faktoren
einer Einzel-Faktor-Authentifizierung unterzogen werden und nach erfolgreicher Authentifizierung
der Faktoren die Identität des Anwenders bestätigt wird. Die Multi-Faktor-Authentifizierung
kann auf Basis einer Uridentität erfolgen, welche beispielsweise ein Reisepass oder
ein Personalausweis ist. Das Verfahren der Multi-Faktor-Authentifizierung als einstufiger
Prozess ist datensparsam, da lediglich die Daten, welche zur Authentifizierung notwendig
sind, gespeichert in einem digitalen Speicher zu hinterlegen sind. Das Verfahren umfasst
die zuvor beschriebenen Verfahrensschritte.
[0014] In einem weiteren alternativen Verfahrensschritt wird mindestens ein zusätzlicher
Faktor zur Identitätsfeststellung einer Einzel-Faktor-Authentifizierung unterzogen,
wobei die Einzel-Faktor-Authentifizierung Bestandteil der Multi-Faktor- Authentifizierung
ist.
[0015] Vorzugsweise werden drei Faktoren einer Einzel-Authentifizierung unterzogen und zur
Multi-Faktor- Authentifizierung verwendet. Besonders bevorzugt werden fünf Faktoren
einer Einzel-Authentifizierung unterzogen und zur Multi-Faktor-Authentifizierung verwendet.
Alternativ bevorzugt werden sieben Faktoren einer Einzel-Authentifizierung unterzogen
und zur Multi-Faktor-Authentifizierung verwendet.
[0016] In einer alternativen Ausführungsform ist das Verfahren als mehrstufiger Prozess
ausgebildet. Die Authentifizierung kann auf Basis einer Uridentität erfolgen, die
nur einmalig verifiziert werden muss, beispielsweise durch persönliche Überprüfung
der Identität durch eine beauftragte Kontrollperson, wie es z.B. beim sogenannten
POSTIDENT Verfahren möglich ist. In einem weiteren Verfahrensschritt wird aus den
authentifizierten Faktoren bzw. aus den Ergebnissen der Multi-Faktor-Authentifizierung
eine digitale ID bzw. ein digitaler Identifikator erzeugt und durch die Datenverarbeitungseinheit
in einen gesicherten Speicherbereich übertragen, wenn die Identität des Anwenders
beispielsweise als Ergebnis der POSTIDENT Authentifizierung bestätigt wurde.
[0017] Bevorzugt ist der gesicherte Speicherbereich ein intelligenter Datenspeicher, der
vor Fremdzugriffen geschützt ist, so dass auch der digitale Identifikator geschützt
ist und der intelligente Datenspeicher als digitaler Tresor dient. In einem weiteren
Verfahrensschritt wird eine Teilidentität aus dem gespeicherten digitalen Identifikator
durch die Datenverarbeitungseinheit zu einem späteren Zeitpunkt erzeugt. In einem
weiteren Verfahrensschritt wird eine dritte Einzel- Faktor-Authentifizierung auf der
Datenverarbeitungseinheit durchgeführt, bei welcher ein dritter Faktor auf Authentizität
und/oder Integrität geprüft wird. Weiterhin erfolgt von der Datenverarbeitungseinheit
eine Ausgabe eines Ergebnisses der dritten Einzel-Faktor-Authentifizierung. In einem
anschließenden Verfahrensschritt wird das Ergebnis der dritten Einzel-Faktor-Authentifizierung
mit der erzeugten Teilidentität durch die Datenverarbeitungseinheit zu einer kombinierten
digitalen ID kombiniert. Im weiteren Verfahrensschritt wird die Identität des Anwenders
durch die Datenverarbeitungseinheit mit Hilfe der kombinierten digitalen ID bestätigt.
Durch die beschriebenen Verfahrensschritte wird eine schnelle, flexible Authentifizierung
der Anwenderidentität gewährleistet. Im bereits erwähnten Beispielfall kann durch
POSTIDENT einmalig die Uridentität bestätigt und daraufhin eine digitale ID als Alltags
ID erzeugt werden, die mit einem weiteren Faktor in zahlreichen Anwendungen verwendet
werden kann.
[0018] Der digitale Identifikator kann mit weiteren Faktoren, welche eine Einzel-Faktor-Authentifizierung
durchlaufen haben, erweitert werden. Der digitale Identifikator kann stetig durch
den Anwender erweitert und angepasst werden, so dass der digitale Identifikator bzw.
dessen Sicherheit stetig wächst.
[0019] Bevorzugt werden die Verfahrensschritte mehrfach durchgeführt. Vorzugsweise wird
die digitale ID über eine sichere Kommunikationsverbindung auf einen gesicherten externen
Speicherbereich außerhalb der Datenverarbeitungseinheit übertragen. Vorzugsweise wird
mindestens einer der Faktoren auf Integrität und Authentizität geprüft, so dass die
Echtheit und die Unverfälschtheit jedes Faktors gewährleistet sind.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgen die Einzel- Faktor-Authentifizierungen
anhand von Referenzdaten.
[0021] Vorzugsweise sind die Referenzdaten in einem digitalen Datenspeicher gespeichert
bzw. hinterlegt. Besonders bevorzugt sind die Referenzdaten in einem digitalen Datenspeicher
verschlüsselt gespeichert bzw. hinterlegt. Die Referenzdaten sind den jeweiligen Faktoren,
welche zur Authentifizierung verwendet werden, zugeordnet. Beispielsweise können die
Referenzdaten in einem intelligenten Datenbanksystem mit einer intrinsischen Sicherheit
gespeichert sein. Bevorzugt erfolgt die Speicherung der Referenzdaten in einem zentralen
Speicher. Alternativ bevorzugt erfolgt die Speicherung der Referenzdaten in einem
dezentralen Speicher. Die Speicherung kann in einem externen Speicher, beispielsweise
auf einem entfernt liegenden Server erfolgen.
[0022] Besonders bevorzugt sind die mindestens zwei Faktoren aus unterschiedlichen Gruppen
wählbar und in diese einzuordnen. Die Gruppen, zu welchen die Faktoren zuzuordnen
sind, sind: Besitz, Wissen, Merkmal und Zusatz. Weitere Gruppierungen können definiert
werden. Alternativ bevorzugt sind die mindestens zwei Faktoren aus der gleichen Gruppe
wählbar und in diese einzuordnen.
[0023] Ein Besitz-Faktor ist der Gruppe Besitz zugeordnet. Der Besitz-Faktor ist ein Gegenstand,
welcher sich in dem Besitz des Anwenders befindet und durch den Anwender nutzbar ist.
Der Besitz-Faktor kann gebildet sein durch den Besitz: eines Ausweisdokuments, eines
Mobiltelefons, eines Wearable oder einer Smartwatch. Alternativ kann der Besitz-Faktor
einer anderen nicht aufgeführten Art sein, welche in dem Besitz des Anwenders befindlich
ist und welche durch den Anwender nutzbar ist.
[0024] Ein Wissens-Faktor ist der Gruppe Wissen zugeordnet. Der Wissens-Faktor ist eine
Information, welche der Anwender kennt und ggf. wiedergeben kann. Alternativ ist der
Wissens-Faktor eine in einem Speicher oder einer Datenverarbeitungseinheit hinterlegte
Information. Der Wissens-Faktor kann gebildet sein durch Kenntnis: einer Nummer, eines
Passworts, einer Geste, eines E-Mail-Accounts, eines Social-Media-Accounts oder die
Art und/oder die Anzahl und/oder die Kombination der einzelnen zur Multi-Faktor-Authentifizierung
verwendeten Faktoren. Es können andere, hier nicht aufgeführte, Arten von Wissens-
Faktoren für das Verfahren zur Anwendung kommen.
[0025] Ein Merkmals-Faktor ist der Gruppe Merkmal zugeordnet. Der Merkmals-Faktor ist ein
körperliches bzw. physisches Merkmal des Anwenders, so dass eine Authentifizierung
nicht ohne den Anwender erfolgen kann. Die Merkmals-Faktoren umfassen vorzugsweise
Eigenschaften des Anwenders. Der Merkmals-Faktor kann gebildet sein durch: ein Anwender-Gesicht,
eine Anwender-Iris, ein Anwender-Fingerabdruck, eine Anwender-Vene, ein Anwender-Muskel,
ein Anwender-Gang oder eine Anwender- Eigenschaft. Weitere Anwender-Merkmale als Merkmals-Faktoren
sind möglich.
[0026] Ein Zusatz-Faktor ist der Gruppe Zusatz zugeordnet. Der Zusatz-Faktor kann gebildet
sein durch: eine Position, eine Historie oder ein Anwenderverhalten, oder durch einen
Bürgen bzw. eine Beziehung mit einer weiteren Identität, wobei die weitere Identität
bereits authentifiziert ist.
[0027] Das erfindungsgemäße Verfahren ist ein dynamisches Verfahren, was den Vorteil der
flexiblen Wahl der für die Anwenderidentifikation verwendeten Faktoren durch einen
Anwender mit sich bringt.
[0028] Die Einzel-Faktor-Authentifizierung und somit die Überprüfung der einzelnen gewählten,
im Verfahren zur Anwendung kommenden Faktoren erfolgt anhand spezifischer Merkmale
der jeweiligen Faktoren. Mittels Sensoren können die spezifischen Merkmale der jeweiligen
Faktoren überprüft werden. Nachfolgend sind Beispiele für die jeweiligen aufgeführten
Faktoren der verschiedenen Gruppen genannt. Alternative Authentifizierungen und/oder
Integritätsprüfungen der Einzel-Faktoren sind denkbar.
[0029] Das Ausweisdokument als Besitz-Faktor kann mit einem Nahvideo mit LED oder NFC auf
Unverfälschtheit und Echtheit (Authentizität und Integrität) überprüft werden. Mittels
des Nahvideos wird die Anwenderidentität überprüft, wobei ein Video des Ausweisdokumentes
zusammen mit dem Anwender erstellt wird. Mittels Vergleich eines Anwenderfotos, welches
auf dem Ausweisdokument befindlich ist, mit einer Aufnahme des Gesichtes des Anwenders
kann die Überprüfung erfolgen. Alternativ kann das Anwenderfoto des Ausweisdokumentes
mit einem Referenzbild verglichen wird. Das Referenzbild kann in einem internen oder
externen Speicher hinterlegt sein.
[0030] Weiterhin kann das Ausweisdokument mittels einer alternativen Daten- und Sicherheitsmerkmalsprüfung
(z.B. Emission bestimmter Strahlung bei vorbestimmter Anregung) auf Unverfälschtheit
und Echtheit überprüft werden. Die Datenprüfung kann anhand auf dem Ausweisdokument
befindlicher bibliografischer Daten erfolgen.
[0031] Vorzugsweise besitzen die Faktoren Sicherheitsmerkmale. Mittels der Sicherheitsmerkmale
sind die Faktoren einer Gruppe voneinander unterscheidbar. Alternativ bevorzugt weisen
die Faktoren mehrere verschiedene Sicherheitsmerkmale auf.
[0032] Beispielsweise kann ein Ausweisdokument ein mit einer elektromagnetischen Strahlung
anregbares Sicherheitselement aufweisen.
[0033] Das Mobiltelefon als Besitz-Faktor kann überprüft werden, indem die SIM oder die
IMEI des Mobiltelefons validiert werden, wobei eine hinterlegte Referenz der SIM und/oder
der IMEI zum Vergleich zum Einsatz kommt. Insbesondere werden gerätespezifische Merkmale
überprüft. Andere mobile Endgeräte sind als Besitz-Faktor ebenso einsetzbar, beispielsweise
ein Tablet. Das Wearable oder die Smartwatch als Besitz-Faktor kann durch Überprüfung
der SNR (Seriennummer des Geräts) oder der ID des jeweiligen Gerätes authentifiziert
werden.
[0034] Die Wissens-Faktoren umfassen bevorzugt Verschlüsselungen, Accounts oder Referenzen.
Der Wissens-Faktor Nummer, Passwort oder eine Geste des Anwenders kann durch ein Login
bzw. eine Anmeldung überprüft und authentifiziert werden. Bevorzugt werden Verschlüsselungen
durch Eingabe der entsprechenden Daten und Vergleich mit Referenzdaten geprüft. Der
Wissens- Faktor E-Mail-Account oder Social-Media-Account kann mit Hilfe der Datenverarbeitungseinheit
durch einen Link oder einen übertragenen Code überprüft werden. Ein weiterer Wissens-
Faktor, nämlich die Art, die Anzahl und/oder die Kombination der verschiedenen Faktoren,
welche zur Multi-Faktor- Authentifizierung zur Anwendung kommen, kann mit hinterlegten
Referenzen verglichen werden.
[0035] Gesicht und/oder Iris des Anwenders als Merkmals-Faktor können mittels einem intelligenten
Live-Video oder Selfie-Video bzw. einem Anwendervideo durch Vergleich mit einem Ausweislichtbild
oder mit Ausweisdaten oder mit hinterlegten Referenzdaten authentifiziert werden.
Der Merkmals-Faktor Fingerabdruck und/oder Venen sind durch Sensoraufnahmen zu erfassen
und mit Ausweisdaten oder hinterlegten Referenzdaten zu vergleichen. Der Merkmals-Faktor
der Anwendereigenschaft oder des Ganges des Anwenders kann durch eine Datenaufnahme
mittels Beschleunigungssensoren und oder Gyroskop und oder GPS und Datenvergleich
mit einem mobilen Endgerät, welches die erforderlichen Daten erfasst, und unter Verwendung
von Referenzdaten überprüft werden. Ein dafür geeignetes mobiles Endgerät ist beispielsweise
ein Mobiltelefon oder eine Smartwatch oder ein Wearable. Alternativ können die Eigenschaften
oder der Gang des Anwenders durch Vergleich von Referenzdaten mit Daten, welche per
Videoanalyse des Anwenders mit einem Fernsystem oder Nahsystem erstellt wurden, überprüft
werden.
[0036] Die Position als Zusatz-Faktor ist durch einen Vergleich von MNO- und/oder GPS-Daten
zu authentifizieren (Geo-Fencing). Der Zusatz-Faktor Historie und/oder Verhalten ist
durch Vergleich der letzten, hinterlegten Login-Daten, der letzten Einkäufe oder der
Lieblingsorte des Anwenders zu überprüfen. Der Zusatz-Faktor Bürge und/oder Beziehung
ist durch Bestätigung mittels mindestens einer weiteren Identität in Echtzeit oder
mittels einer hinterlegten Referenzidentität zu authentifizieren.
[0037] Die Erfassung der jeweiligen Merkmale der Einzel-Faktoren erfolgt vorzugsweise mit
dafür ausgelegten Geräten oder Vorrichtungen. Besonders bevorzugt werden die spezifischen
Merkmale der Einzel-Faktoren mittels dafür ausgelegten Sensoren erfasst.
[0038] Vorzugsweise werden die Einzel-Faktor-Authentifizierungen nacheinander bzw. zeitlich
beabstandet ausgeführt. Alternativ können die Einzel-Faktor-Authentifizierungen gleichzeitig
ausgeführt werden.
[0039] Vorzugsweise werden Faktoren für die Multi-Faktor- Authentifizierung verwendet, welche
dem Anwender zeitnah zur Verfügung stehen.
[0040] Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden bevorzugt klassische Faktoren und neue
Technologien zur Authentifizierung einer Identität kombiniert, wodurch sich vorteilhafterweise
ein sicheres Verfahren zur Anwenderidentifikation ergibt. Ein Vorteil des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist, dass eine starke Anwenderauthentifizierung vorliegt, da mehrere Faktoren
zur Authentifizierung verwendet werden. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist es,
dass das Verfahren benutzerfreundlich ist und der Anwender die Faktoren, deren Anzahl
und Kombination frei wählen kann. Dabei kann der Anwender vorrangig die ihm zur Verfügung
stehenden Faktoren und Geräte verwenden. Alternativ bevorzugt sind die Art, die Anzahl
und die Kombination der Faktoren automatisch und/oder dynamisch wählbar. Als vorteilhaft
hat es sich erwiesen, dass der Anwender keine weiteren bzw. zusätzlichen Geräte zu
Authentifizierung seiner Identität benötigt. Unter einer dynamischen Multifaktorauthentifizierung
ist im Rahmen dieser Anmeldung insbesondere eine Multifaktorauthentifizierung zu verstehen,
bei der die Art und Anzahl der Faktoren in Abhängigkeit von dem jeweils erforderlichen
Authentifizierungsgrad für jede Authentifizierungsanfrage dynamisch festgelegt werden.
Das Verfahren ist also in dem Sinne dynamisch, dass die Auswahl der für eine erfolgreiche
Authentifizierung des Nutzers nachzuweisende Kombination von Merkmalen auf ein Empfangen
der Authentifizierungsanfrage hin erfolgt. Im Gegensatz zu einem statischen Verfahren
kann die Auswahl mithin für jede Authentifizierungsanfrage individuell, also dynamisch,
erfolgen. Insbesondere kann die Auswahl für identische Authentifizierungsanfragen
unterschiedlich sein. Dies erhöht die Sicherheit des Verfahrens. Selbst wenn die bei
einer ersten Authentifizierungsanfrage zur erfolgreichen Authentifizierung notwendigen
Messwerte durch Diebstahl und/oder Manipulation in die Hände eines Unberechtigten
gelangen sollten, kann dieser sich selbst bei einer identischen Authentifizierungsanfrage
nicht erfolgreich authentifizieren, wenn sich die nachzuweisende Kombination von Merkmalen
dynamisch ändert. Des weiteren kann bspw. die Auswahl abhängig von geänderten Rahmenbedingungen
oder einer Erkennung von Unregelmäßigkeiten (wie bspw. einer Anfrage von einem anderen
Endgerät, als üblich) angepasst bzw. geändert werden.
[0041] Zur automatischen Wahl der Faktoren und deren Kombination, Anzahl und Art, kann ein
Rechner zur Anwendung kommen. Vorzugsweise werden der Datenverarbeitungseinheit Vorgabewerte
zur Art, Anzahl und/oder Kombination der Faktoren eingespeist. Die Prüfung der Authentizität
und/oder der Integrität kann auch als Verifikation bezeichnet werden.
[0042] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist dazu ausgebildet das zuvor beschriebene Verfahren
zur Multi-Faktor- Authentifizierung einer Identität eines Anwenders anhand zweier
Faktoren mit Sicherheitsmerkmalen auszuführen. Die Vorrichtung umfasst mindestens
einen Sensor, welcher der Erfassung der Sicherheitsmerkmale der Faktoren dient. Der
Sensor kann sein: ein Bildsensor, ein Bewegungssensor oder Beschleunigungssensor,
ein biometrischer Sensor oder ein Positionserfassungssensor. Andere Sensorarten können
in der Vorrichtung zur Multi-Faktor-Authentifizierung zur Anwendung kommen. Der Sensor
ist dazu ausgebildet, ein Signal des Sicherheitsmerkmals zu erfassen. Weiterhin umfasst
die Vorrichtung eine Datenverarbeitungseinheit. Die Datenverarbeitungseinheit empfängt
das von dem Sensor erfasste Signal. Weiterhin unterzieht die Datenverarbeitungseinheit
das erfasste Signal jeweils einer Einzel-Faktor-Authentifizierung um die Identität
des Anwenders zu bestätigen, sofern die Ergebnisse sowohl der ersten als auch der
zweiten Einzel-Faktor-Authentifizierung die Authentizität des Anwenders bestätigen.
[0043] Ein Bildsensor kann in einer Bildaufnahmeeinheit zur Aufnahme eines Bildes, einer
Bildserie oder eines Videos integriert sein. Die Bildaufnahmeeinheit ist beispielsweise
eine Kamera. Der Bewegungssensor oder Beschleunigungssensor ist bevorzugt zur Aufnahme
einer Bewegung oder einer Gangart eines Anwenders ausgebildet. Vorzugsweise ist der
biometrische Sensor ein Sensor zu Aufnahme eines Fingerabdrucks des Anwenders. Alternativ
bevorzugt ist der biometrische Sensor ein Sensor zu Aufnahme der Iris des Anwenders
ausgebildet. Weiterhin kann der biometrische Sensor dazu ausgebildet sein, die Muskelaktivität
des Anwenders zu erfassen.
[0044] In einer alternativen Ausführungsform umfasst die Vorrichtung zur Multi-Faktor-Authentifizierung
der Identität eines Anwenders anhand eines Sicherheitsdokumentes mit Anwenderdaten
und/oder einem auf elektromagnetische Strahlung reagierendem Sicherheitsmerkmal eine
Bildaufnahmeeinheit, eine Beleuchtungseinheit und eine Datenverarbeitungseinheit.
Die Bildaufnahmeeinheit dient der Aufnahme eines Bildes, einer Bildserie oder eines
Videos des Sicherheitsdokumentes, wobei ein Signal oder Datensatz erzeugt wird, der
der Authentifizierung eines ersten Faktors dient. Das Signal oder der Datensatz, welche
beispielsweise ein Foto des Sicherheitsdokumentes wiederspiegelt, dient der Authentifizierung
der Anwenderidentität. Die Bildaufnahmeeinheit kann einen oder mehrere Sensoren umfassen.
Die Beleuchtungseinheit ist dazu ausgebildet eine elektromagnetische Strahlung zu
erzeugen. Die Beleuchtungseinheit ist so gegenüber dem Sicherheitsdokument anzuordnen,
dass die elektromagnetische Strahlung auf das Sicherheitsdokument, insbesondere auf
das Sicherheitsmerkmal einstrahlt. Das Sicherheitsdokument kann die elektromagnetische
Strahlung empfangen und wird zur Reaktion bzw. zur Lumineszenz angeregt. Die Datenverarbeitungseinheit
dient dem Ausführen einer ersten Einzel-Faktor-Authentifizierung des ersten Faktors
anhand des Bildes, der Bilderserie oder des Videos der Anwenderdaten mit hinterlegten
Referenzdaten.
[0045] Weiterhin dient die Datenverarbeitungseinheit dem Ausführen einer zweiten Einzel-Faktor-Authentifizierung
anhand des zur Lumineszenz angeregten Sicherheitsmerkmals.
[0046] Vorzugsweise erfolgt die zweite Einzel-Faktor- Authentifizierung anhand des Bildes,
der Bilderserie oder des Videos des zur Lumineszenz angeregten Sicherheitsmerkmals
auf dem Sicherheitsdokument mittels Vergleich mit einem Referenzwert des angeregten
Sicherheitsmerkmals. Weiterhin dient die Datenverarbeitungseinheit der Bestätigung
der Identität des Anwenders, sofern die Ergebnisse der Einzel- Faktor-Authentifizierungen
die Authentizität des Anwenders bestätigen.
[0047] Bevorzugt ist die Beleuchtungseinheit beabstandet gegenüber dem Sicherheitsdokument
anzuordnen. Die Beleuchtungseinheit ist bevorzugt ein LED-Licht. Bevorzugt ist auf
dem Sicherheitsdokument ein Sicherheitsmerkmal aufgebracht. Vorzugsweise ist das Sicherheitsmerkmal
ein Lumineszenzmaterial, welches durch elektromagnetische Strahlung zur Photolumineszenz
anregbar ist. Das Sicherheitsmerkmal kann als ein Muster ausgebildet sein. Bevorzugt
ist das Sicherheitsmerkmal zumindest teilweise auf einem auf dem Sicherheitsdokument
befindlichen Anwenderfoto überlappend angeordnet.
[0048] Bevorzugt ist die Vorrichtung zum Ausführen des Verfahrens zur Multi-Faktor-Authentifizierung
ein mobiles Endgerät. Alternativ bevorzugt ist die Vorrichtung zum Ausführen des Verfahrens
zur Multi-Faktor-Authentifizierung ein Tablet. Besonders bevorzugt ist die Vorrichtung
zum Ausführen des Verfahrens zur Multi-Faktor-Authentifizierung ein Smartphone ist.
Die Beleuchtungseinheit kann eine Blitzfunktion des mobilen Endgerätes sein. Vorzugsweise
ist die Beleuchtungseinheit ein LED-Licht eines Smartphones, wobei mit dem LED-Licht
eine Blitzfunktion einer Kamera ausführbar ist. Die Ausgabe des Ergebnisses der Multi-Faktor-Authentifizierung
erfolgt bevorzugt über ein Display bzw. einen Monitor der Vorrichtung, insbesondere
des mobilen Endgerätes. Die Ausgabe des Ergebnisses der Multi-Faktor-Authentifizierung
erfolgt alternativ bevorzugt über eine akustische Schnittstelle der Vorrichtung, insbesondere
des mobilen Endgerätes.
[0049] Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen, unter Bezugnahme auf die
Zeichnung.
Figur 1 eine Anordnung zur Ausführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Multi-Faktor-Authentifizierung
einer Identität eines Anwenders.
Figur 2 zeigt eine Anordnung zur Ausführung eines alternativen Verfahrensschritts
des Verfahrens.
Figur 3 zeigt eine tabellarische Aufstellung einer Anzahl möglicher Faktoren für die
erfindungsgemäße Auswahl.
[0050] Figur 1 zeigt eine stark vereinfachte Darstellung einer Anordnung zur Ausführung
eines Verfahrensschritts eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Multi-Faktor- Authentifizierung
einer Identität eines Anwenders (in Figur 2 gezeigt), welches mit einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung ausgeführt wird. Die Vorrichtung ist hierbei ein mobiles Endgerät, insbesondere
ein Smartphone 01 des Anwenders. Das Smartphone 01 umfasst eine Kamera (nicht gezeigt)
und eine der Kamera zugeordnete Beleuchtungseinheit (nicht gezeigt). Mittels der Kamera
des Smartphones 01 kann eine Aufnahme eines Bildes, einer Bildserie oder eines Videos
von einem Personalausweis 02 erfolgen. Der Personalausweis 02 ist ein Sicherheitsdokument,
welches einem Anwender 07 zugeordnet ist. Der Personalausweis 02 umfasst neben einem
Foto 03 bzw. Lichtbild des Anwenders 07 auch dessen persönliche Daten 04. Weiterhin
umfasst der Personalausweis 02 mindestens ein Sicherheitsmerkmal 06. Das Sicherheitsmerkmal
06 kann ein auf dem Personalausweis 02 aufgebrachtes Lumineszenzmaterial sein, welches
durch elektromagnetische Strahlung zur Photolumineszenz anregbar ist. Die elektromagnetische
Strahlung ist durch die Beleuchtungseinheit, beispielsweise ein LED-Licht, des Smartphones
01 erzeugbar. Um ein Verfälschen des Personalausweises 02 zu verhindern, ist das Sicherheitsmerkmal
06 zumindest teilweise in das auf dem Personalausweis 02 befindliche Foto 03 integriert,
beispielsweise durch Verwendung von Leuchtpigmenten in einer das Foto überdeckenden
transparenten Schutzschicht. Dadurch wird die Vertrauenswürdigkeit, die Integrität,
des Personalausweises 02 gewährleistet. Die Überprüfung der Echtheit, also der Authentizität,
erfolgt durch Prüfung des Sicherheitsmerkmals 06 auf dem Personalausweis 02, wobei
das Sicherheitsmerkmal 06 beispielsweise ausgemessen wird.
[0051] Die Prüfung und Einzel-Faktor-Authentifizierung des Sicherheitsmerkmals 06 als einem
ersten Faktor, spiegelt einen Verfahrensschritt der Multi-Faktor-Authentifizierung
des erfindungsgemäßen Verfahrens wieder. Als weiterer Einzel-Faktor, welcher der Multi-Faktor-Authentifizierung
dient und einer Einzel-Faktor-Authentifizierung unterzogen wird, können die persönlichen
Daten 04 des Anwenders überprüft werden. Die persönlichen Daten 04 bzw. biografischen
Daten des Anwenders 07 können mit, auf einem Rechner gespeicherten, Referenzdaten
verglichen werden. Der Personalausweis 02 befindet sich im Besitz des Anwenders und
ist ein Besitz-Faktor, welcher für die Multi-Faktor-Authentifizierung genutzt werden
kann.
[0052] Ein weiterer Besitz-Faktor ist das Smartphone 01 des Anwenders, welches in einem
weiteren Verfahrensschritt ebenfalls zur Multi-Faktor-Authentifizierung genutzt werden
kann. Die Einzel-Authentifizierung des Smartphones 01 kann mittels Überprüfung der
Gerätenummer mit einer hinterlegten Referenznummer erfolgen.
[0053] Die zuvor beschriebene Multi-Faktor-Authentifizierung erfolgt mittels zweier Besitz-Faktoren.
Sind beide Faktoren authentifiziert, gilt die Identität des Anwenders als bestätigt.
[0054] Fig. 2 zeigt einen alternativen Verfahrensschritt des Verfahrens zur Multi-Faktor-Authentifizierung,
wobei der Anwender 07 mit einem, in seinem Besitz befindlichen, Smartphone 01 sowie
mit seinem Personalausweis 02 eine Multi- Faktor-Authentifizierung durchführt. Die
Überprüfung der Authentizität und Integrität des Personalausweises 02 und des Smartphones
01 erfolgen, wie zu Fig. 1 beschrieben, anhand eines Sicherheitsmerkmals 06 des Personalausweises
02 und der Gerätenummer des Smartphones 01. Weiterhin erfolgt eine Einzel-Authentifizierung
des Anwenders 07 mit dem Personalausweis 02, wobei der Anwender 07 mit der Kamera
des Smartphones 01 ein Live-Video erzeugt. Anschließend oder in Echtzeit wird das
Gesicht des Anwenders 07 anhand des Livebildes mit dem Foto 03, welches auf dem Personalausweis
02 befindlich ist, verglichen.
[0055] In dem in Fig. 2 gezeigten Verfahren werden drei Faktoren zur Multi-Faktor-Authentifizierung
verwendet. Sind alle drei Faktoren authentifiziert, gilt die Identität des Anwenders
als bestätigt.
Bezugszeichenliste
[0056]
- 01
- Vorrichtung / mobiles Endgerät
- 02
- Sicherheitsdokument
- 03
- Foto
- 04
- persönliche Daten
- 05
- -
- 06
- Sicherheitsmerkmal
- 07
- Anwender
1. Verfahren zur Multi-Faktor-Authentifizierung der Identität eines Anwenders (07), folgende
Schritte umfassend:
- Auswahl eines ersten und mindestens eines zweiten zur Authentifizierung geeigneten
Faktors (01; 02), die von einer Datenverarbeitungseinheit prüfbar sind, als Bestandteil
der Multi-Faktor-Authentifizierung;
- Ausführen einer ersten Einzel-Faktor-Authentifizierung auf der Datenverarbeitungseinheit,
bei welcher der erste Faktor (01; 02) auf Authentizität und/oder Integrität geprüft
wird und von der Datenverarbeitungseinheit eine Ausgabe eines Ergebnisses der ersten
Einzel-Faktor- Authentifizierung erfolgt;
- Ausführen einer zweiten Einzel-Faktor-Authentifizierung auf der Datenverarbeitungseinheit,
bei welcher der zweite Faktor (01; 02)auf Authentizität und/oder Integrität geprüft
wird und von der Datenverarbeitungseinheit eine Ausgabe eines Ergebnisses der zweiten
Einzel-Faktor-Authentifizierung erfolgt; und
- Bestätigung der Identität des Anwenders (07) durch die Datenverarbeitungseinheit,
sofern die Ergebnisse sowohl der ersten als auch der zweiten Einzel-Faktor- Authentifizierung
die Authentizität des Anwenders bestätigt haben.
2. Verfahren nach Anspruch 1, weiterhin folgende Schritte umfassend:
- Übertragung des Ergebnisses der Multi-Faktor- Authentifizierung als digitale ID
(Identifikator) durch die Datenverarbeitungseinheit in einem gesicherten Speicherbereich,
wenn die Identität des Anwenders (07) bestätigt wurde;
- Erzeugen einer Teilidentität aus der gespeicherten digitalen ID durch die Datenverarbeitungseinheit
zu einem späteren Zeitpunkt;
- Ausführen einer dritten Einzel-Faktor-Authentifizierung auf der Datenverarbeitungseinheit,
bei welcher ein dritter Faktor (01; 02) auf Authentizität und/oder Integrität geprüft
wird und von der Datenverarbeitungseinheit eine Ausgabe eines Ergebnisses der dritten
Einzel-Faktor-Authentifizierung erfolgt;
- Kombinieren des Ergebnisses der dritten Einzel-Faktor- Authentifizierungen und der
erzeugten Teilidentität durch die Datenverarbeitungseinheit zu einer kombinierten
digitalen ID;
- Bestätigung der Identität des Anwenders (07) durch die Datenverarbeitungseinheit
mit Hilfe der kombinierten digitalen ID.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verfahrensschritt mehrfach mit weiteren Faktoren (01; 02) durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenverarbeitungseinheit Vorgabewerte zur Art, Anzahl und/oder Kombination der
Faktoren (01; 02), welche durch die Datenverarbeitungseinheit einer Einzel-Faktor-Authentifizierung
unterzogen werden, eingespeist werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Faktoren, welche durch die Datenverarbeitungseinheit einer Einzel-Faktor- Authentifizierung
unterzogen werden, ausgewählt sind aus
- der folgenden Liste:
- Sicherheitsdokument (02),
- mobile Kommunikationseinheit (01) mit gespeicherten Identifikationsdaten,
- auf einem entfernten Server gespeicherte,
- benutzerbezogene Dateien;
- Historie von Anwendungsdaten;
- Beziehung zu einer bereits authentifizierten Identität.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die digitale ID über eine sichere Kommunikationsverbindung auf einen gesicherten
externen Speicherbereich außerhalb der Datenverarbeitungseinheit übertragen wird.
7. Vorrichtung zum Ausführen des Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 zur Multi-Faktor-Authentifizierung
der Identität eines Anwenders anhand zweier Faktoren (01; 02) mit Sicherheitsmerkmalen
(06), umfassend mindestens einen Sensor zum Erfassen der Sicherheitsmerkmale der Faktoren,
wobei der Sensor aus folgender Liste wählbar ist:
- Bildsensor,
- Biometrischer Sensor,
- Bewegungssensor oder Beschleunigungssensor,
- Positionserfassungssensor,
und wobei der Sensor der Erfassung eines Signals des Sicherheitsmerkmals (06) dient;
weiterhin umfassend eine Datenverarbeitungseinheit, welche das von dem Sensor erfasste
Signal empfängt und dieses jeweils einer Einzel-Faktor-Authentifizierung unterzieht,
um die Identität des Anwenders zu bestätigen, sofern die Ergebnisse sowohl der ersten
als auch der zweiten Einzel-Faktor-Authentifizierung die Authentizität des Anwenders
bestätigen.
8. Vorrichtung zum Ausführen des Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 zur Multi-Faktor-Authentifizierung
der Identität eines Anwenders anhand eines Sicherheitsdokumentes mit Anwenderdaten
und/oder einem auf elektromagnetische Strahlung reagierendem Sicherheitsmerkmal, umfassend:
- eine Bildaufnahmeeinheit zur Aufnahme eines Bildes, einer Bildserie oder eines Videos
des Sicherheitsmerkmals des Sicherheitsdokumentes, wobei das Bild, die Bildserie oder
das Video zur Authentifizierung ein erster Faktors dienen;
- eine Beleuchtungseinheit, die ausgebildet ist, um eine elektromagnetische Strahlung
zu erzeugen, welche durch das Sicherheitsmerkmal des Sicherheitsdokumentes empfangen
und zu einer Reaktion angeregt werden kann; und
- eine Datenverarbeitungseinheit zum Ausführen einer ersten Einzel-Faktor-Authentifizierungen
des ersten Faktors anhand des Bildes, der Bilderserie oder des Videos der Anwenderdaten
mit hinterlegten Referenzdaten, und zum Ausführen einer zweiten Einzel-Faktor- Authentifizierung
eines zweiten Faktors anhand des zur Lumineszenz angeregten Sicherheitsmerkmals, zur
Bestätigung der Identität des Anwenders, sofern die Ergebnisse der Einzel-Faktor-Authentifizierungen
die Authentizität des Anwenders bestätigen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein mobiles Endgerät, insbesondere ein Smartphone ist.
10. Computerprogramm mit Programmcodemitteln, um alle Schritte eines Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 6 durchzuführen, wenn das Computerprogramm auf einer Datenverarbeitungseinheit
ausgeführt wird.