[0001] Die Erfindung betrifft eine Verdichtereinheit für ein Streckwerk einer Textilmaschine,
mit wenigstens einem Verdichtungskanal für einen fertig verzogenen Faserverband, wobei
die Verdichtereinheit einen Halter und zwei Faserverbandführungen aufweist, in deren
Längsrichtung der Faserverband verlaufen kann, wobei die Faserverbandführungen so
an dem Halter angeordnet sind, dass sie in Längsrichtung der Faserverbandführungen
voneinander beabstandet sind und wobei eine erste Faserverbandführung wenigstens eine
Führungsfläche für den Faserverband und die zweite Faserverbandführung einen Verdichtungskanal
für den Faserverband aufweist, und wenigstens eine der Faserverbandführungen eine
Auflagefläche für eine Streckwerkswalze aufweist.
[0002] Aus der
EP 2 314 743 A1 ist ein Druckwalzenaggregat für ein Streckwerk einer Textilmaschine bekannt. Das
Druckwalzenaggregat weist einen Grundkörper und zwei sich nicht berührende Druckwalzenzwillinge
auf, die in dem Grundkörper aufgenommen sind. Das Druckwalzenaggregat weist weiterhin
eine Verdichtereinheit auf, welche an einem Halter befestigt ist. Die Verdichtereinheit
ist frei beweglich an dem Grundkörper angeordnet. An der Verdichtereinheit sind verschleißfeste
Bauteile befestigt, welche einerseits für eine geeignete Auflagerung der Verdichtereinheit
auf einer Streckwerkswalze dient und andererseits zur Verdichtung eines aus einem
davor angeordneten Streckwerk zugelieferten Faserverbands vorgesehen ist.
[0003] Die Verdichtereinheit weist zwei verschleißfeste Bauteile auf, welche in Kontakt
mit dem Faserverband treten. Dabei dient das erste verschleißfeste Bauteil zur Führung
und zur leichten Verdichtung des Faserverbandes. Das zweite verschleißfeste Bauteil
weist einen Verdichtungskanal auf, welcher den Faserverband stark kompaktiert und
damit zu einer Verbesserung des im Anschluss an die Verdichtereinheit folgenden Verspinnens
des Faserverbandes zu einem Garnen dient.
[0004] Die
EP 3 073 000 A1 offenbart eine Verdichtereinheit, bei der das erste verschleißfeste Bauteil nicht
direkt auf der Streckwerkswalze aufsitzt. Hierdurch ist eine Anpassung des verschleißfesten
Bauteils an die Streckwerkswalze nicht unmittelbar erforderlich, wodurch eine kostengünstigere
Herstellung der gesamten Verdichtereinheit möglich ist. Die Auflagefläche für die
Streckwerkswalze im Bereich der ersten Faserverbandführung ist aus einem weniger verschleißfesten
Material hergestellt. Dieses weniger verschleißfeste Material, welches beispielsweise
Kunststoff sein kann, ist dabei in der Lage, sich durch einen gezielten Verschleiß
an die aus Metall bestehende Streckwerkswalze anzupassen. Hierdurch wird nach bereits
kurzer Betriebszeit eine sehr dichte Auflagefläche gegenüber der Streckwerkswalze
erzielt. Das zweite verschleißfeste Bauteil ist aus Stahl oder Keramik hergestellt.
und muss sehr genau gefertigt sein, um eine exakte Anpassung an die Streckwerkswalze
zu ermöglichen.
[0005] Nachteilig bei den bekannten Verdichtereinheiten ist es, dass die verschleißfesten
Bauteile mit ihren verschleißfesten Oberflächen auf der Streckwerkswalze aufsitzen
oder deren Halter stark verschleißen. Es ist daher erforderlich, dass eine sehr genaue
Fertigung der beiden verschleißfesten Bauteile erfolgen muss, um zu gewährleisten,
dass beide Auflageflächen, welche in der Regel entsprechend dem Umfang der Streckwerkswalze
gewölbt sind, bündig mit der Streckwerkswalze abschließen. Sie müssen gegebenenfalls
angepasst und eingestellt werden, um zu gewährleisten, dass kein unzulässig großer
Spalt zwischen den verschleißfesten Bauteilen und der Streckwerkswalze entsteht, in
welchen Fasern des Faserverbandes eindringen könnten. Ist die Auflage aus einem verschleißenden
Material hergestellt, so besteht die Gefahr, dass zu Beginn des Einsatzes der Verdichtereinheit
die Anpassung des Bauteiles an die Streckwerkswalze noch nicht optimal ist. Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es somit eine Verdichtereinheit zu schaffen, welche
kostengünstig herzustellen ist und darüber hinaus die Verdichtung eines auf einer
Streckwerkswalze befindlichen und durch die Verdichtereinheit geführten und verdichteten
Faserverbandes fehlerfrei zu bewirken.
[0006] Die Aufgabe wird gelöst mit einer Verdichtereinheit mit den Merkmalen des Anspruchs
1.
[0007] Eine erfindungsgemäße Verdichtereinheit für ein Streckwerk einer Textilmaschine,
weist wenigstens einen Verdichtungskanal für einen fertig verzogenen Faserverband
auf. Die Verdichtereinheit umfasst einen Halter und zwei Faserverbandführungen, in
deren Längsrichtung der Faserverband verlaufen kann, wobei die Faserverbandführungen
so an dem Halter angeordnet sind, dass sie in Längsrichtung der Faserverbandführungen
voneinander beabstandet sind. Eine erste Faserverbandführung weist wenigstens eine
Führungsfläche für den Faserverband und die zweite Faserverbandführung weist einen
Verdichtungskanal für den Faserverband auf. Wenigstens eine der Faserverbandführungen
hat eine Auflagefläche für eine Streckwerkswalze. Die erste Faserverbandführung führt
den Faserverband auf die Streckwerkswalze und leitet ihn der nachfolgenden zweiten
Faserverbandführung zu. Die zweite Faserverbandführung mit ihrem Verdichtungskanal
verdichtet den Faserverband, in der Regel dadurch, dass der Faserverband kompakt zusammengedrückt
wird, indem er seitlich ausgelenkt wird und dabei an eine Seitenwand des Verdichtungskanals
angedrückt wird. Durch diese Verdichtung des Faserverbandes kann nachfolgend ein sehr
hochwertiges Garn, beispielsweise mittels einer Ringspinnspindel erzeugt werden.
[0008] Erfindungsgemäß ist die Auflagefläche der Faserverbandführung aus einem Kunststoff
hergestellt, der Gleitlagereigenschaften aufweist. Der Kunststoff ist somit verschleißarm
bei Kontakt mit den aus Stahl hergestellten Streckwerkswalzen. Außerdem hat dieser
Kunststoff einen geringen Reibwiderstand in Verbindung mit Stahl, wodurch der Betrieb
des Streckwerks mit der erfindungsgemäßen Verdichtereinheit sehr energiesparend erfolgen
kann. Die Bearbeitung des Kunststoffes, um ihn in die gewünschte Form zu bringen,
ist darüber hinaus auch wesentlich einfacher als gegenüber der Keramik-Lösung aus
dem Stand der Technik. Die Faserverbandführungen sind an dem Halter angeordnet und
drücken dabei den Faserverband von oben auf die Streckwerkswalze bzw. komprimieren
ihn zwischen der Faserverbandführung und der Streckwerkswalze. Es entsteht eine enge
Öffnung zwischen der ersten Faserverbandführung und der Streckwerkswalze, durch welche
der Faserverband hindurchläuft und eine erste Kompaktierung erfährt. Die zweite, wesentlich
stärkere Kompaktierung wird auf den Faserverband durch die zweite Faserverbandführung
aufgebracht, welche einen Verdichtungskanal aufweist, in welchem der Faserverband
wesentlich stärker komprimiert wird.
[0009] Enthält der Kunststoff in einer bevorzugten Ausführung einen Festschmierstoff, so
ist die Verdichtereinheit für eine sehr lange Einsatzzeit geeignet. Die Gleiteigenschaften
des Kunststoffs sind damit besonders gut.
[0010] In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung weist die Auflagefläche für die Auflage
auf der Streckwerkswalze eine Wölbung auf. Die Wölbung ermöglicht eine definierte
Position der Verdichtereinheit in Bezug auf die Streckwerkswalze.
[0011] Weist die Wölbung einen Radius auf, der im Wesentlichen dem Radius der zur Auflage
vorgesehenen Streckwerkswalze entspricht, so ist die Position der Verdichtereinheit
besonders genau definiert. Auch ist die Lagerung der Verdichtereinheit hierdurch besonders
gut und dauerhaft ermöglicht.
[0012] Wenn der Kunststoff eine Beständigkeit gegenüber einer Einsatztemperatur von über
200°C, insbesondere mindestens 230°C aufweist, so widersteht er auch höchsten Anforderungen
der Verdichtereinheit. Auch bei langer Einsatzdauer ist zu erwarten, dass keine höhere
Temperatur an der Lagerung auftreten wird, welche den Kunststoff beschädigen könnte.
[0013] Ist die Führung für den Faserverband und die Auflagefläche für die Streckwerkswalze
im Bereich der ersten Faserverbandführung einteilig mit der Verdichtereinheit hergestellt,
so ist ein sehr kostengünstiges Bauteil geschaffen, welches in hohem Maße funktionsfähig
für die Verdichtung des Faserbandes geeignet ist.
[0014] Ganz besonders vorteilhaft ist es, wenn zumindest eine der Faserverbandführungen
ein verschleißfestes Bauteil aus Stahl oder Keramik zur Führung des Faserverbandes
aufweist. Stahl oder insbesondere Keramik weisen eine besonders hohe Verschleißfestigkeit
gegenüber dem Faserverband auf, so dass insgesamt ein besonders langlebiges Bauteil
geschaffen wird.
[0015] Ist die Führungsfläche des verschleißfesten Bauteils ein verschleißfester Stift,
welcher zur Führung des Faserverbandes auf den Faserverband drücken kann und keinen
Kontakt zur Streckwerkswalze hat, so ist es nicht erforderlich, dass dieses verschleißfeste
Bauteil bezüglich seines Umfanges exakt der Streckwerkswalze zugeordnet sein muss.
[0016] Sind an dem Halter zwei Faserverbandführungen zum Verdichten von zwei Faserverbänden
zweier paralleler Streckwerke angeordnet, so kann die Verdichtereinheit vorteilhafterweise
an einem für zwei Streckwerke vorgesehenen Druckarm angeordnet sein. Die Verdichtereinheit
weist damit jeweils zwei erste und zweite Faserverbandführungen für zwei parallel
verlaufende Faserverbände auf.
[0017] Weist die Verdichtereinheit wenigstens eine Aufnahme für ein Belastungselement zum
Erzeugen einer Auflagekraft an den Auflageflächen auf, so wird die Verdichtereinheit
ausreichend fest gegen die Streckwerkswalze gedrückt, so dass kein Spalt entsteht,
in welchen einzelne Fasern des Faserverbandes eingezogen werden könnten.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Verdichtereinheit eine Verschleißanzeige für
die Auflagefläche der Faserverbandführung aufweist. Nachdem die Faserverbandführung
aus einem Kunststoff hergestellt ist, ist mit einem gewissen Verschleiß zu rechnen,
auch wenn dieser Kunststoff Gleitlagereigenschaften aufweist. Die Verschleißanzeige
dient dazu, zu erkennen, wann der Verschleiß der Auflagefläche so stark ist, dass
eine ordnungsgemäße Führung des Faserverbandes nicht mehr sicher gewährleistet werden
kann. Wenn daher die zum Beispiel bündig mit der Verschleißanzeige ist oder sogar
in die Verschleißanzeige hineinragt, kann der Bediener der Maschine erkennen, dass
die Verdichtereinheit ausgetauscht werden muss.
[0019] Ist an zumindest einer der Auflageflächen der Faserverbandführungen eine Einführschräge
für den Faserverband angeordnet, so ist das Anspinnen bzw. die Einführung des Faserverbandes
in die Verdichtereinheit erleichtert. Der Faserverband kann dabei zum Beispiel seitlich
zwischen der Streckwerkswalze und der Verdichtereinheit angelegt und in Richtung quer
zum Lauf des Faserverbandes unter die Verdichtereinheit bewegt werden. Der Faserverband
wird dabei mittels der Einführschräge schnell und zuverlässig in die Führung bzw.
den Verdichtungskanal eingeführt.
[0020] Vorteilhafterweise ist an zumindest einer der Faserverbandführungen ein Überlaufschutz
für den Faserverband angeordnet. Der Überlaufschutz ist dabei beispielsweise oberhalb
der Faserverbandführungen, das heißt an dem der Auflagefläche abgewandten Seite der
Verdichtereinheit angeordnet. Dieser Überlaufschutz stellt sicher, dass der Faserverband
nicht ganz oder teilweise oberhalb der Faserverbandführungen gelangen kann. Einzelne
Fasern werden an dem Überlaufschutz gestoppt, werden im Idealfall in die Führung bzw.
den Verdichtungskanal zurückgeleitet und ziehen jedenfalls nicht den ganzen Faserverband
aus der Führung bzw. dem Verdichtungskanal heraus. Eine Einlaufschräge, insbesondere
ein Einlaufradius, für den Faserverband, welche an zumindest einer der Faserverbandführungen
angeordnet ist, dient vorteilhafterweise dem besseren Anspinnen bzw. Einführen des
Faserverbandes in die Verdichtereinheit in deren Längsrichtung bzw. Laufrichtung des
Faserverbandes. Die Einlaufschräge ist dabei an der einlaufseitigen Kante der Faserverbandführungen
angeordnet, welche der Streckwerkswalze zugewandt ist..
[0021] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es zeigt
- Figur 1
- eine Seitenansicht auf eine Verdichtereinheit an einer Streckwerkswalze,
- Figur 2
- eine Ansicht von unten auf eine Verdichtereinheit für zwei Faserverbände,
- Figur 3
- eine Ansicht von vorne auf eine Verdichtereinheit für zwei Faserverbände,
- Figur 4a
- einen Schnitt durch eine erste Faserverbandführung,
- Figur 4b
- einen Schnitt durch eine alternative erste Faserverbandführung,
- Figur 5a
- einen Schnitt durch eine zweite Faserverbandführung,
- Figur 5b
- eine Seitenansicht auf eine zweite Faserverbandführung,
- Figur 6a
- eine Ansicht von unten auf eine weitere Verdichtereinheit für zwei Faserverbände und
- Figur 6b
- eine Seitenansicht auf die Verdichtereinheit der Figur 6a.
[0022] Figur 1 zeigt eine Seitenansicht einer Verdichtereinheit 1, welche über einer Streckwerkswalze
2 angeordnet ist. Die Verdichtereinheit 1 weist eine erste Faserverbandführung 3 und
eine zweite Faserverbandführung 4 auf. Zwischen der ersten Faserverbandführung 3 und
der zweiten Faserverbandführung 4 sowie nach der zweiten Faserverbandführung 4 ist
jeweils eine Druckwalze 5 angeordnet, welche einen Faserverband 6 auf die untere Streckwerkswalze
2 drücken. Die Druckwalzen 5 sind an einem Druckarm 7 befestigt, welcher sowohl die
Druckwalzen 5 als auch die Verdichtereinheit 1 auf die Streckwerkswalze 2 drückt.
[0023] Die erste Faserverbandführung 3 und die zweite Faserverbandführung 4 sind mittels
eines Halters 8 miteinander verbunden. Die beiden Faserverbandführungen 3 und 4 sind
fest an dem Halter 8 angeordnet und können sich relativ zu dem Halter 8 nicht bewegen.
An dem Halter 8 ist eine Aufnahme 9 angeordnet, welche mit einem Belastungselement
10 zusammenwirkt, welches die Verdichtereinheit 1 relativ zum Druckarm 7 beweglich
lagert und damit ein exaktes und festes Andrücken der Verdichtereinheit 1 auf die
Streckwerkswalze 2 bewirkt.
[0024] In der ersten Faserverbandführung 3 ist eine Führung 11 angeordnet, welche den Faserverband
6 leicht zusammenfasst und ihn an die Streckwerkswalze 2 drückt. Die zweite Faserverbandführung
4 dient zur Verdichtung des Faserverbandes 6 und weist dementsprechend einen Verdichtungskanal
13 auf. Die zweite Faserverbandführung 4 weist neben dem Verdichtungskanal 13 eine
Auflagefläche 15 auf, welche im Wesentlichen entsprechend der Rundung der Streckwerkswalze
2 ausgebildet ist und damit vorzugsweise satt auf der Streckwerkswalze 2 aufliegt.
Auch die erste Faserverbandführung 3 hat eine Auflagefläche 16 zur Auflage auf der
Streckwerkswalze 2. Beide Auflageflächen 15 und 16 weisen eine Wölbung auf, so dass
sie sich an die Streckwerkswalze 2 anpassen können.
[0025] Die beiden Faserverbandführungen 3 und 4 sind zusammen mit dem Halter 8 und vorzugsweise
auch der Aufnahme 9 einteilig aus Kunststoff hergestellt. Die Aufnahme 9 dient zur
Befestigung des Halters 8 an dem Belastungselement 10. Der Kunststoff ist besonders
gut gleitfähig. Insbesondere die Auflageflächen 15 und 16 der Faserverbandführung
3, 4 sind aus einem Kunststoff hergestellt, der Gleitlagereigenschaften aufweist.
Diese Kunststoffe, die üblicherweise für Gleitlager eingesetzt werden, haben eine
besonders gute Verschleißfestigkeit und einen geringen Gleitreibungswiderstand in
Verbindung mit Stahl, aus dem die Streckwerkswalze 2 hergestellt ist. Enthält der
Kunststoff einen Festschmierstoff, so ist eine hohe Standzeit ermöglicht. Weist der
Kunststoff eine Beständigkeit gegenüber einer Einsatztemperatur von über 200°C, insbesondere
mindestens 230°C auf, so ist auch eine Verwendung unter extremen Bedingungen ermöglicht.
[0026] In Figur 2 ist eine Unteransicht auf eine Verdichtereinheit 1 für zwei Faserverbände
6 dargestellt. In einer der beiden Führungen 11 der beiden ersten Faserverbandführungen
3 ist ein verschleißfestes Bauteil in Form eines Stiftes 12 angeordnet (siehe auch
Figur 4a). In der anderen Führung 11 ist selbstverständlich auch ein Stift 12 möglich,
wurde hier aber zur Verdeutlichung der unterschiedlichen Ausführungsmöglichkeiten
weggelassen. Ebenso können beide Führungen 11 auch ohne Stift 12 aufgeführt werden.
Die wesentlichen Führungskräfte für den Faserverband 6 werden von diesem Stift 12
übernommen. Der Stift 12 ist in der Faserverbandführung 3 befestigt. Er besteht beispielsweise
aus Stahl oder aus Keramik, ist gegenüber den entlanggleitenden Fasen verschleißfest
und sitzt in einer Aussparung der aus Kunststoff bestehenden Faserverbandführung 3.
Die erste Faserverbandführung 3 komprimiert somit den Faserverband 6 zwischen diesem
Stift 12 und der Streckwerkswalze 2.
[0027] Die Verdichtereinheit 1 der Figur 2 ist als doppelseitiges Bauteil gestaltet, so
dass zwei Faserverbände 6, welche an benachbarten Spinnstellen gesponnen werden, mittels
eines Halters 8, an welchen zwei Verdichtereinheiten 1 angeordnet sind, bedient werden
können. Bezüglich der Führung des Faserverbandes 6 ist ersichtlich, dass in der ersten
Faserverbandführung 3 mit der Führung 11 und der Streckwerkswalze 2 eine erste Komprimierung
des Faserverbandes 6 erfolgt. Nach dieser ersten Komprimierung des Faserverbandes
6 gelangt dieser in den Verdichtungskanal 13 der zweiten Faserverbandführung 4. Dort
wird der bereits vorkomprimierte Faserverband 6 an zumindest eine Seitenwand des schräg
zur Laufrichtung des Faserverbandes 6 angeordneten Verdichtungskanals 13 angedrückt
und weiter kompaktiert. Dadurch entsteht ein besonders vorteilhafter, dichter Faserverband
6, welcher anschließend versponnen werden kann.
[0028] In Figur 3 ist eine Vorderansicht auf eine Verdichtereinheit 1 für zwei Faserverbände
6 dargestellt. Zu sehen ist die zweite Faserverbandführung 4 der beiden parallelen
Streckwerke. Die Verdichtungskanäle 13 sind zur Streckwerkswalze 2 hin offen. Die
Verdichtereinheit 1 liegt mit den Auflageflächen 15 auf der Streckwerkswalze 2 auf.
Zwischen den Faserverbandführungen 4 ist die Aufnahme 9 angeordnet, mit welcher der
Halter 8 an dem Belastungselement 10 befestigt werden kann. Der Halter 8 kann ebenso
wie die Auflageflächen 15 oder die nicht zu sehenden Auflageflächen 16 auf der Streckwerkswalze
2 aufliegen. Eine bessere Auflage der Verdichtereinheit 1 auf der Streckwerkswalze
2 ist aber zu erhalten, wenn nur die Auflageflächen 15 und 16 auf der Streckwerkswalze
2 aufliegen.
[0029] In Figur 4a ist ein Schnitt durch eine erste Faserverbandführung 3 dargestellt. In
dieser Faserverbandführung 3 ist ein Stift 12 angeordnet. Der Stift 12 steckt in einer
Aufnahme, welche als Aussparung ausgebildet ist. Der Stift 12 bildet die obere Seite
der Führung 11, welche zur Auflagefläche 16 hin offen ist. Die seitlichen Bereiche
der Führung 11 sind durch das Kunststoffmaterial des Halters 8 gebildet. Der Faserverband
6 wird in diesem, hier rechteckig dargestellten Bereich der Führung 11 geführt. Nachdem
die höheren Reibungskräfte des Faserverbands 6 an der oberen Seite der Führung 11
zu erwarten sind, ist es vorteilhaft, wenn der Stift 12 aus Stahl oder Keramik ausgebildet
ist, um so eine dauerhafte, gleichbleibende Führung des Faserverbandes 6 zu bewirken.
Dieser Stift 12 kann insbesondere dann vorteilhaft sein, wenn besonders aggressive
Materialen versponnen werden sollen.
[0030] Figur 4b zeigt einen Schnitt durch eine alternative erste Faserverbandführung 3.
Diese Faserverbandführung 3 ist ähnlich aufgebaut, wie die Ausführung gemäß Figur
4a, weist aber keinen Stahl- bzw. Keramikstift 12 auf. Für normale Anwendungen mit
einem weniger aggressiven Fasermaterial ist diese Ausführung, insbesondere wegen des
Kunststoffs, welcher auch für Gleitlager eingesetzt wird, ausreichend.
[0031] Figur 5a zeigt einen Schnitt durch eine zweite Faserverbandführung 4. Der Halter
8 und die zweite Faserverbandführung 4 sind aus demselben Kunststoff hergestellt.
Die Auflagefläche 15 und der Verdichtungskanal 13 sind integraler Bestandteil des
Halters 8. Der Gleitlagerkunststoff ist besonders gut geeignet, sowohl die gleitende
Reibung des Faserverbandes als auch die gleitende Reibung der Streckwerkswalze 2 aufzunehmen,
ohne dass er übermäßig verschleißt oder Energie verbrauchen würde.
[0032] Zwischen dem Halter 8 und den Auflageflächen 15 bzw. 16 der Figuren 4a, 4b und 5a
ist ein kleiner Absatz angedeutet. Durch diesen Absatz wird sichergestellt, dass die
Auflagerung der Verdichtereinheit 1 auf der Streckwerkswalze 2 nur an den Auflageflächen
15 und 16 erfolgt, nicht aber an dem Halter 8. Wenn es vorteilhaft ist, kann aber
auch eine vollständige Auflagerung mit den Auflageflächen 15 und 16 sowie der Unterseite
des Halters 8 auf der Streckwerkswalze 2 erfolgen.
[0033] Figur 5b zeigt eine Seitenansicht auf eine zweite Faserverbandführung 4. Die seitliche
Darstellung zeigt die abgerundete konische Form der Faserverbandführung 4, um sich
an die Druckwalzen 5 anschmiegen zu können. Auch bei einem Kontakt mit den Druckwalzen
5 ist das verwendete Kunststoffmaterial vorteilhaft, weil es einen Verschleiß und
Reibungsverluste mindert. Der Verdichtungskanal 13 ist mit einer gestrichelten Linie
angedeutet. Die Auflagefläche 15 ist in der Verdichtereinheit 1 integriert und ist
gewölbt, um sich an die Streckwerkswalze 2 anschmiegen zu können.
[0034] Figur 6a zeigt eine Ansicht von unten auf eine weitere Verdichtereinheit 1 für zwei
Faserverbände 6. Die Verdichtereinheit 1 weist eine Verschleißanzeige 20 für die Auflageflächen
15 und 16 der Faserverbandführungen 3 und 4 auf. Die Verschleißanzeige 20 ist als
eine Fläche zwischen den beiden Faserverbandführungen 3 und 4 im Bereich des Halters
8 ausgeführt. Wenn die Auflageflächen 15 und 16 nach längerem Einsatz, bei dem sie
auf der sich drehenden Streckwerkswalze 2 aufliegen, abgenutzt sind, ist die Verdichtereinheit
1 in radialer Richtung der Streckwerkswalze 2 verkürzt. Dadurch wird der radiale Abstand
zwischen Auflageflächen 15 und 16 und der Verschleißanzeige 20 verkürzt oder sogar
ganz aufgebraucht. Im Extremfall wird sogar Material von der Verschleißanzeige 20
abgetragen. Dies ist das Zeichen für einen Bediener, dass die Verdichtereinheit 1
ausgetauscht werden muss, da die Führung des Faserverbandes 6 nicht mehr ausreichend
gewährleistet werden kann.
[0035] Um den Faserverband 6 beim Anspinnen bzw. beim Einlegen des Faserverbandes 6 schnell
und ohne Beschädigung zwischen die Verdichtereinheit 1 und die Streckwerkswalze 2
seitlich in die Verdichtereinheit 1einführen zu können, ist an zumindest einer der
Auflageflächen 15, 16 der Faserverbandführungen 3, 4 - hier bei den Faserverbandführungen
4 - eine Einführschräge 21 für den Faserverband 6 angeordnet. Die jeweilige Einführschräge
21 ist außen an der Faserverbandführung 4 angeordnet, um den Faserverband 6 von außen
an die Verdichtereinheit 1 anlegen und in die Führung 11 bzw. in den Verdichtungskanal
13 einführen zu können.
[0036] An der Faserverbandführung 3 ist ein Überlaufschutz 22 für den Faserverband 6 angeordnet.
Der Überlaufschutz 22 ragt von der Auflagefläche 15 weg und bewirkt, dass der Faserverband
6 nicht versehentlich über die Faserverbandführung 3 statt durch die Führung 11 hindurchlaufen
kann.
[0037] An den Faserverbandführungen 3 und 4 ist jeweils eine Einlaufschräge, hier ein Einlaufradius
23, für den Faserverband 6 angeordnet. Diese Einlaufschräge, die, wenn sie abgerundet
ist einen Einlaufradius 23 bildet, bewirkt, dass der Faserverband 6 zuverlässig in
die Führung 11 bzw. den Verdichtungskanal 13 einlaufen kann. Das Abspreizen von einzelnen
Fasern oder gar des ganzen Faserverbandes 6 wird damit zuverlässig verhindert.
[0038] Figur 6b zeigt eine Seitenansicht auf die Verdichtereinheit 1 der Figur 6a. Hier
sind insbesondere nochmal deutlich die Verschleißanzeige 20, die Einführschräge 21,
der Überlaufschutz 22 sowie der Einlaufradius 23 zu erkennen. Insbesondere wird bei
diesem Ausführungsbeispiel auch deutlich, dass die Führung 11 eine Auflagefläche 16
aufweist, die nur an einer Seite eine Rundung aufweist, die auf der Streckwerkswalze
2 aufliegt. Die andere Seite, insbesondere die äußere Seite, ist verkürzt, so dass
zwar noch eine Führung des Faserverbandes 6 erfolgen kann, andererseits aber auch
das seitliche Einführen des Faserverbandes 6 einfach zu bewerkstelligen ist.
[0039] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine
Kombination der Merkmale, auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind. Merkmale der ersten Faserverbandführung können auch
mit Merkmalen der zweiten Faserverbandführung kombiniert werden und umgekehrt.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Verdichtereinheit
- 2
- Streckwerkswalze
- 3
- erste Faserverbandführung
- 4
- zweite Faserverbandführung
- 5
- Druckwalze
- 6
- Faserverband
- 7
- Druckarm
- 8
- Halter
- 9
- Aufnahme
- 10
- Belastungselement
- 11
- Führung
- 12
- Stift
- 13
- Verdichtungskanal
- 15
- Auflagefläche
- 16
- Auflagefläche
- 20
- Verschleißanzeige
- 21
- Einführschräge
- 22
- Überlaufschutz
- 23
- Einlaufradius
1. Verdichtereinheit für ein Streckwerk einer Textilmaschine, mit wenigstens einem Verdichtungskanal
für einen fertig verzogenen Faserverband (6),
wobei die Verdichtereinheit (1) einen Halter (8) und zwei Faserverbandführungen (3,
4) aufweist, in deren Längsrichtung der Faserverband verlaufen kann,
wobei die Faserverbandführungen (3, 4) so an dem Halter (8) angeordnet sind, dass
sie in Längsrichtung der Faserverbandführungen (3, 4) voneinander beabstandet sind
und wobei eine erste Faserverbandführung (3) wenigstens eine Führungsfläche für den
Faserverband (6) und die zweite Faserverbandführung (4) einen Verdichtungskanal (13)
für den Faserverband (6) aufweist,
und wenigstens eine der Faserverbandführungen (3, 4) eine Auflagefläche (15, 16) für
eine Streckwerkswalze (2) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auflagefläche (15, 16) der Faserverbandführung (3, 4) aus einem Kunststoff hergestellt
ist, der Gleitlagereigenschaften aufweist.
2. Verdichtereinheit nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff einen Festschmierstoff enthält.
3. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche (15, 16) für die Auflage auf der Streckwerkswalze (2) eine Wölbung
aufweist.
4. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wölbung einen Radius aufweist, der im Wesentlichen dem Radius der zur Auflage
vorgesehenen Streckwerkswalze (2) entspricht.
5. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff eine Beständigkeit gegenüber einer Einsatztemperatur von über 200°C,
insbesondere mindestens 230°C aufweist.
6. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche (15, 16) der Faserverbandführung (3, 4) und zumindest eine der
beiden Faserverbandführungen (3, 4) einteilig mit dem Halter (8) ausgebildet ist.
7. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der Faserverbandführungen (3, 4) ein verschleißfestes Bauteil aus
Stahl oder Keramik zur Führung des Faserverbandes (6) aufweist.
8. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das verschleißfeste Bauteil (3) ein verschleißfester Stift (12) ist, welcher zur
Führung des Faserverbandes (6) den Faserverband (6) auf eine der Streckwerkswalzen
(2) drücken kann, aber keinen Kontakt zur Streckwerkswalze (2) hat.
9. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Halter (8) zwei Faserverbandführungen (3, 4) zum Verdichten von zwei Faserverbänden
(6) zweier paralleler Streckwerke angeordnet sind.
10. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtereinheit (1) wenigstens eine Aufnahme (9) für ein Belastungselement
zum Erzeugen einer Auflagekraft an den Auflageflächen (15, 16) aufweist.
11. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtereinheit (1) eine Verschleißanzeige (20) für die Auflagefläche (15,
16) der Faserverbandführung (3, 4) aufweist.
12. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an zumindest einer der Auflageflächen (15, 16) der Faserverbandführungen (3, 4) eine
Einführschräge (21) für den Faserverband (6) angeordnet ist.
13. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an zumindest einer der Faserverbandführungen (3, 4) ein Überlaufschutz (22) für den
Faserverband (6) angeordnet ist.
14. Verdichtereinheit nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an zumindest einer der Faserverbandführungen (3, 4) eine Einlaufschräge, insbesondere
ein Einlaufradius (23) für den Faserverband (6) angeordnet ist.