[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Rahmenaufbau beim Tunnelbau oder bei der
Tunnelsanierung von Tunnelröhren, insbesondere einen Multifunktionsrahmen für den
Ausbau der Innenschale einer Tunnelröhre, und ein Verfahren zur Durchführung des Ausbaus
der Innenschale einer Tunnelröhre bei der Sanierung oder auch beim Neubau von Tunnelröhren.
[0002] Befahrbare Tunnelröhren, insbesondere solche mit Gleisbett und zwei oder mehr Gleisen,
aber auch mit Straßenbelag versehene Tunnelröhren müssen nach einer bestimmten Betriebszeit
saniert werden, was nicht nur die eigentliche Fahrbahn bzw. die Gleise betrifft, sondern
vor allen Dingen die Tunnelwand. Hier kommt es üblicherweise zu Verschleiß durch Korrosion
und auch zu Ausbrüchen, was eine Gefahr für die die Tunnelröhre passierenden Menschen
und Maschinen darstellt.
[0003] Aus verkehrstechnischen Gründen können bei der Sanierung von manchen Tunnelröhren
lediglich während der Betriebsruhe oder der verkehrsarmen Zeitabschnitte die Tunnelwandung
gesäubert, abgebohrt, verfestigt oder herausgebrochene Abschnitte der Tunnelwandung
mit Material verputzt und Dichtungsmaterial abgedichtet werden. Es gibt ebenfalls
Fälle, bei denen nach entsprechender Vorbereitung und Abdichtung der Tunnelwandung
oder der Gebirgswand an dieser eine neue Innenschale anbetoniert wird. Dabei werden
die benötigten Maschinen und Baumaterialien vor Ort geparkt, nach Abschluss oder bei
Unterbrechung der Arbeiten aus der Tunnelröhre herausgebracht und an geeigneten Plätzen
gelagert, um anschließend für den nächsten Arbeitszeitabschnitte wieder in die Tunnelröhre
hineingebracht zu werden. Dies erfordert einen hohen logistischen Aufwand und damit
Kosten.
[0004] Bei bekannten Verfahren des Tunnelneubaus wie z. B. der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise
(NÖT) wird unmittelbar nach Ausbruch zur Sicherung des Gebirges eine Außenschale aus
Spritzbeton aufgebracht und gegebenenfalls zusätzlich gesichert. Diese Außenschalen
bei Tunnelneubauten werden wie entsprechend verputzte alte Tunnelaußenwände abgedichtet,
und anschließend wird eine Innenschale aus Ortbeton als dauerhafter Ausbau des Tunnels
eingebracht. Die Dicke der Schale beträgt üblicherweise etwa 30 cm bis 70 cm, kann
aber auch größer sein. Die Abschnitte der Innenschale werden meist in Längen von etwa
8 m bis etwa 25 m betoniert und sind in der Regel bewehrt.
[0005] Außen- und Innenschale eines Tunnelgebäudes sind üblicherweise mittels einer Dichtungsfolie
gegeneinander abgedichtet, die die Innenschale und auch den Innenraum vor aggressivem
Bergwasser schützt. Damit die Dichtungsfolie bzw. die Kunststoffdichtbahn (KDB) nicht
beschädigt wird, darf die Bewehrung der Innenschale nicht unmittelbar an der Außenschale
des Tunnelgebäudes fixiert werden. Dies macht selbsttragende Bewehrungsrahmen erforderlich,
bestehend aus Tragbögen mit dazwischen angeordneten Bewehrungslagen, die häufig als
Doppellage ausgeführt sind.
[0006] Derartige Bewehrungsrahmen sind beispielsweise in der
DE 20 2017 105 802 U1, der
AT 362 739 B, oder der
DE 39 27 446 C1 beschrieben. Nachteilig an diesen Konstruktionen ist jedoch, dass zur Betonauf- bzw.
-hinterfüllung des Bewehrungsrahmens Schalwagen eingesetzt werden, was sehr aufwändig,
kostenintensiv und daher nur mit vollständiger Streckensperrung möglich ist.
[0007] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Rahmenkonstruktion und
ein Verfahren für den Ausbau der Innenschale eines Tunnelgebäudes bereit zu stellen,
die bzw. das im Wesentlichen die oben genannten Nachteile des Standes der Technik
überwindet, preisgünstig zu realisieren ist, einen unkomplizierten Aufbau aufweist,
eine selbsttragende Betoninnenschale und insbesondere eine abschnittsweise Betonierung
ohne Schalwagen ermöglicht.
[0008] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. des
Anspruchs 10 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0009] Erfindungsgemäß bereitgestellt wird eine Rahmenkonstruktion für den Ausbau der Innenschale
eines Tunnelgebäudes mit einer Mehrzahl von Rahmenelementen, die aufweisen: einen
Stahlträgerbogen mit einer Innenseite und einer Außenseite, eine Bewehrungslage auf
der Innenseite und/oder der Außenseite des Stahlträgerbogens, die an dem Stahlträgerbogen
mittels Halteelementen angebracht ist, eine abnehmbare Schalungslage in einem vorbestimmten
Abstand zur Innenseite des Stahlträgerbogens, erste Abstandhalter auf der Außenseite
des Stahlträgerbogens zur Abstützung an der Außenwandung oder der Gebirgswand des
Tunnelgebäudes und zweite Abstandhalter auf der Innenseite des Stahlträgerbogens zur
Fixierung der Schalungslage, wobei die Rahmenkonstruktion dazu eingerichtet ist, abschnittsweise
mit Beton aufgefüllt bzw. hinterfüllt zu werden und dabei den hydrostatischen Druck
des Betons aufzunehmen. Diese Konstruktion ermöglicht einen abschnittsweisen Ausbau
eines Tunnelgebäudes mit einer selbsttragenden Stahlbetoninnenschale, ohne die Tunnelstrecke
allzu lange mit Sperrzeiten zu belegen, weil durch die verkürzten Arbeitsabschnitte
und Arbeitspakete beispielsweise keine Schalung mit Schalwagen notwendig ist. Abschnittsweise
bedeutet sowohl vertikal als auch horizontal, wobei die bereits betonierten Abschnitte
die Rahmenkonstruktion zusätzlich stabilisieren. Dabei trägt sich die Konstruktion
mit der Bewehrung selbst und stützt sich in den Seitenwänden des Tunnels gegen die
Gebirgswandung bzw. die Alttunnelschale ab. Auch eine bisher oft nötige aufwändige
Verwendung von teurem Spritzbeton wird vermieden. Darüber hinaus ist durch die Einstellmöglichkeiten
eine flexible Positionierung der Rahmenelemente sowie auch der Bewehrung möglich,
wodurch die geforderten Sicherheitsabstände problemlos eingehalten werden können.
[0010] Vorzugsweise weist jeder Stahlträgerbogen an seinen beiden Enden eine Fußplatte auf,
die auf einem Fundament fixierbar ist. Damit ist die Rahmenkonstruktion optimal mit
dem Untergrund des Tunnelgebäudes verankerbar und bietet eine zentrale Lastabtragung.
Bevorzugt ist die Fußplatte mit der Stirnseite des Stahlträgerbogens verschweißt.
Das Fundament kann flexibel als Punktfundament ausgebildet sein oder alternativ als
zumindest teilweise durchgehender Fundamentstreifen jeweils am Rande des Tunnelgebäudes.
[0011] Mit besonderem Vorteil weist die Rahmenkonstruktion eine Mehrzahl von in Tunnelrichtung
in Reihe hintereinander angeordneten Rahmenelementen auf. Dies trägt zur Modularität
und damit beispielsweise zu einem abschnittsweisen Vorgehen bei der Tunnelsanierung
bei. Durch die geeignete Auswahl der Länge der Rahmenelemente können besondere Bedingungen
des Ausbruchs oder eines Alttunnels wie Fugen und dergleichen berücksichtigt werden.
[0012] Bevorzugt ist ein Stahlträgerbogen als Doppel-T-Träger mit HEA oder HEB Profil ausgebildet.
Derartige normierte Profilstähle sind für die meisten öffentlichen Ausschreibungen
gefordert. Alternativ zu einem Doppel-T-Profil sind auch andere Profilstähle denkbar,
beispielsweise mit U-Profil oder T-Profil.
[0013] Insbesondere vorteilhaft ist es, wenn der Stahlträgerbogen mehrteilig und derart
ausgebildet ist, dass mehrere Stahlträgerbogen in ihrer Längsrichtung miteinander
verbindbar sind. Bei großen Tunnelquerschnitten können die Stahlträgerbogen außerhalb
des Tunnelgebäudes vorbereitet, aufeinander gesetzt und beispielsweise mittels geeigneter
Verbindungsplatten miteinander verschraubt werden. Dadurch erhöht sich die Flexibilität
der Konstruktion, und die Kosten können gesenkt werden.
[0014] Mit weiterem Vorteil sind die Halteelemente derart ausgebildet, dass der Abstand
zwischen der Bewehrungslage und dem Stahlträgerbogen einstellbar ist. Damit wird die
Möglichkeit geschaffen, die notwendige Mindestbetonabdeckung der Stahlbetonbauteile
je nach Geometrie vor Ort durch entsprechende Einstellung zu gewährleisten. Besonders
geeignet ist das Halteelement, das ein L-förmiges Profilblech und ein gerades Halteblech
mit Langloch und Gewindestange aufweist. Diese Konstruktion ist einfach, gut handhab-
sowie einstellbar und ausreichend stabil und kann mit Standardprofilen ausgeführt
werden. Diese Abstandseinstellung kann auch nach Anbringen der Bewehrungslage(n) noch
vorgenommen werden, was zusätzliche Flexibilität bringt.
[0015] Besonders bevorzugt weist die Bewehrungslage eine Mehrzahl von Bewehrungsstäben als
Längs- und Querbewehrung auf. Die mittels der Halteelemente im Abstand genau einstellte
Bewehrungslage besteht im Wesentlichen aus handelsüblichen Bewehrungsstahlstäben,
die den einschlägigen Normen genügen. Die Befestigung der Bewehrungsstahlstäbe erfolgt
durch Verrödelung der Stäbe, also durch Zusammenbinden mittels Rödeldraht, so dass
ein engmaschiges Netz und damit Tragwerk aus Bewehrungsstahlstäben entsteht. Denkbar
ist auch der Einsatz von vorgefertigten Bewehrungsmatten, die entsprechend mittels
der Halteelemente an den Stahlträgerbogen fixiert werden.
[0016] Mit weiterem Vorteil weisen die ersten Abstandhalter eine Lastverteilungsplatte auf,
die insbesondere wandseitig angebracht ist. Da die Lasten an der abgedichteten Tunnelwandung
erheblich sein können und eine Beschädigung der Dichtungsfolie unbedingt vermieden
werden muss, werden solche Lastverteilungsplatten verwendet, die beispielsweise ein
quadratische (z. B. 25 cm x 25 cm) oder eine Kreisform aufweisen können, um die quasi
punktförmige Last der ersten Abstandhalter in die Fläche zu verteilen. Die Abstandhalter
können Gewinde aufweisen, womit der Abstand zwischen abgedichteter Tunnelwandung und
Stahlträgerbogen exakt einstellbar ist. Alternative sind auch andere Abstandsmechanismen
wie z. B. mittels Querstäben in Umfangslöchern möglich.
[0017] Weiterhin erfindungsgemäß ist ein Verfahren zur Durchführung des Ausbaus der Innenschale
eines Tunnelgebäudes mit den folgenden Schritten: a) Fixieren einer Mehrzahl von Stahlträgerbogen
auf dafür eingerichteten Fundamenten, b) Anbringen einer Bewehrungslage auf der Innenseite
und/oder auf der Außenseite der Stahlträgerbogen mittels Halteelementen in einem einstellbaren
Abstand, c) Anbringen einer ersten Schalungslage einer ersten Schalungshöhe auf der
Innenseite der Stahlträgerbogen mittels Abstandhaltern jeweils beginnend am Fußpunkt
der Stahlträgerbogen auf beiden Seiten des Tunnelgebäudes, d) Betonieren einer ersten
Betonschicht entsprechend der ersten Schalungshöhe der ersten Schalungslage, e) Anbringen
einer nächsthöheren Schalungslage einer vorbestimmten Schalungshöhe auf der Innenseite
der Stahlträgerbogen mittels Abstandhaltern beginnend jeweils am freien Ende der unteren
Schalungslagen, f) Betonieren einer nächsthöheren Betonschicht jeweils entsprechend
der vorbestimmten Schalungshöhe der nächsthöheren Schalungslagen, g) Wiederholen der
Schritte e) und f), bis die Betonschichten auf beiden Seiten aneinander stoßen, so
dass sich eine geschlossene Innenschale im Tunnelgebäude ergibt. Dieses Verfahren
ermöglicht eine auch vertikal abschnittsweise Installation einer sehr stabilen, selbsttragenden
Innenschale in einem Tunnelgebäude, so dass der Streckenbetrieb nicht für eine längere
Zeit unterbrochen werden muss. Dadurch wird unter anderem die teure und zeitaufwändige
Verwendung eines Schalwagens vermieden. Weiterhin ermöglicht das Verfahren eine sehr
exakte, auch nachträglich noch veränderbare Positionierung der Bewehrungslagen, so
dass die notwendige Mindestbetondeckung eingehalten werden kann. Durch die Selbsttragung
ist eine zusätzliche Unterstützung im Firstbereich nicht erforderlich.
[0018] Mit besonderem Vorteil wird in Schritt b) der Abstand der Bewehrungslage(n) mit Hilfe
der Halteelemente eingestellt. Dadurch wird eine Flexibilität gegeben, die möglicherweise
vorhandene große Toleranzen ausgleichen kann, um beispielsweise die Mindestbetondeckung
der verbauten Stahlbetonbauteile von ca. 5 cm zu gewährleisten. Auch nach dem Anbringen
der inneren oder äußeren Bewehrungslage ist eine Einstellung des Abstands noch möglich.
[0019] Das Verfahren weist des Weiteren bevorzugt den Schritt des Entfernens der Schalungslagen
auf. Die Schalung eines bereits betonierten Abschnitts, ob vertikal oder horizontal,
kann nach Trocknung bzw. Fixierung des Betons zeitnah entfernt, gesäubert, gegebenenfalls
geschmiert und danach wieder für den nächsten Abschnitt verwendet werden. Das spart
zusätzliches Baumaterial, was bei kurzen Arbeitszeitabschnitten bei der Sanierung
von Bahntunnels ohne Vollsperrung auch eine Zeitersparnis mit sich bringt.
[0020] Weiterhin vorteilhaft ist es, dass die Schritte d) und f) mit Ortbeton ausgeführt
werden. Das aufwändige Verwenden von Spritzbeton, der teurer und weniger haltbar als
Ortbeton ist, kann dadurch vermieden werden.
[0021] Weitere Vorteile der Erfindungen ergeben sich aus den nachfolgenden Zeichnungen,
die eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung darstellen. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch ein Tunnelgebäude, in dem eine bevorzugte Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Rahmenkonstruktion installiert ist;
- Fig. 2
- einen Ausschnitt aus Fig. 1, der den Aufbau der erfindungsgemäßen Rahmenkonstruktion
zur Tunnelwand hin veranschaulicht;
- Fig. 3
- einen Ausschnitt aus Fig. 1, der ein Detail der erfindungsgemäßen Rahmenkonstruktion
nach innen darstellt;
- Fig. 4
- ein Detail der Rahmenkonstruktion aus Fig. 1, das die Verbindung von zwei Stahlträgerbogen
genauer darstellt;
- Fig. 5
- ein Detail aus Fig. 1, das die Verbindung der erfindungsgemäßen Rahmenkonstruktion
zum Tunnelboden hin darstellt;
- Fig. 6
- eine Querschnittsansicht der erfindungsgemäßen Rahmenkonstruktion aus Fig. 1 im Detail
eines Bogens darstellt; und
- Fig. 7
- einen Ausschnitt von Elementen aus Fig. 6, die die Befestigung der Bewehrungslagen
am Stahlträgerbogen näher darstellen.
[0022] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch ein Tunnelgebäude, in dem eine bevorzugte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Rahmenkonstruktion 1 installiert ist. In dem hier vorgestellten
Fall ist ein Tunnelgebäude eines zu sanierenden Bahntunnels dargestellt, in dem die
Rahmenkonstruktion 1, die aus mehreren Rahmenelementen 2 besteht, die in Längsrichtung
des Tunnelgebäudes angeordnet sind, die Basis für eine Betoninnenschale bildet, die
auf der Innenseite einer bereits existierenden Außenschale 3 eines Alttunnels angebracht
ist. Der Boden des Tunnelgebäudes umfasst ein Gleisbett 5, auf dem im Wesentlichen
in der Mitte zwei Gleise 7 angeordnet sind, sodass ein eingleisiger Zugbetrieb in
diesem Bahntunnel möglich ist. Es ist anzumerken, dass die vorliegende Erfindung sich
jedoch auch auf mehrgleisige Bahntunnel oder auch auf Tunnelgebäude beziehen kann,
die Fahrbahnen für Lastkraftwagen oder Personenkraftwagen aufweisen.
[0023] Das Rahmenelement 2 selbst umfasst als Basiselement einen Stahlträgerbogen 9, der
in der dargestellten Ausführungsform als Doppel-T-Träger aus einem HEB S355 Stahlprofil
gebildet ist. Der Stahlträgerbogen 9 ist jeweils an seinen Enden mit einer angeschweißten
Fußplatte 11 versehen, die auf einem Fundament 13 befestigt ist. Das Fundament 13
kann in Längsrichtung des Tunnelgebäudes durchgehend vorhanden sein, es ist jedoch
auch möglich, dass die Fundamente 13 nur teil- oder abschnittsweise als Punktfundamente
innerhalb des Tunnelgebäudes vorgesehen sind, nämlich dort, wo die Stahlträgerbogen
9 auf den Boden des Tunnelgebäudes treffen. In jedem Fall muss eine ausreichende Verankerung
im Boden des Tunnelgebäudes durch das Fundament gewährleistet sein.
[0024] Die Stahlträgerbogen 9A weisen an ihrer Innenseite und auch an ihrer Außenseite,
jedoch nicht direkt an ihren Flanschen, jeweils eine Bewehrungslage 15, 17 auf, die
mittels Halteelementen an den Stahlträgerbogen 9 fixiert sind. Details hierzu sind
in der vorliegenden Beschreibung bezüglich der nachfolgenden Figuren beschrieben.
[0025] Da die Außenschale 3 des Tunnelgebäudes mit einer Dichtungsfolie 4, d. h. einer Kunststoffdichtbahn,
zum Zwecke der Abdichtung des Tunnelinneren vor dem Eindringen von Bergwasser wasserdicht
abgeschlossen ist, darf die Rahmenkonstruktion 1 mit der Außenschale 3 nicht derart
verbunden sein, dass die Dichtungsschicht unterbrochen oder beschädigt wird. Deshalb
sind die Stahlträgerbogen 9 über erste Abstandhalter mit der Innenfläche der Dichtungsfolie
4 verbunden, wobei die ersten Abstandhalter 19 mit Lastverteilungsplatten 20 versehen
sind, wie unter Bezugnahme auf Fig. 2 ausführlich weiter unten beschrieben ist. Die
Lastverteilungsplatten 20 werden nicht auf der Dichtungsfolie 4 fixiert, sondern nach
Positionierung der Stahlträgerbogen 9 gegen die Dichtungsfolie 4 gepresst. In der
bevorzugten Ausführungsform sind die ersten Abstandhalter 19 dazu mit entsprechenden
Gewinden versehen. Darüber hinaus können so Toleranzen im Zwischenraum zwischen der
Außenschale 3 des Tunnelgebäudes und den Stahlträgerbogen 9 auf einfache Weise ausgeglichen
werden können. Das Material der ersten Abstandhalter 19 und der Lastverteilungsplatten
20 sowie deren Abmessungen sind derart ausgewählt, dass die Abstützkräfte der Rahmenkonstruktion
1 auf die Dichtungsfolie 4 die für die Folie zulässigen Lasten einhalten. Darüber
hinaus gilt für das Material, dass bevorzugt Kunststoff, kunststoffummantelte Stahlstifte
oder auch Edelstahlgewindestangen verwendet werden, um eine mögliche Korrosion nahe
an der Außenschale 3 des Tunnelgebäudes zu verhindern.
[0026] Auf der Innenseite des Stahlträgerbogens 9 ist über zweite Abstandhalter 21 eine
Schalungslage 23 angebracht, die mehrere Schalungselemente 24 umfasst. Um eine Selbsttragung
der Rahmenkonstruktion 1 zu ermöglichen, wird die Schalungslage 23 in verschiedene
Schalungselemente unterschiedlicher Höhe aufgeteilt, sodass eine abschnittsweise Betonierung,
d. h. eine Hinterfüllung der entsprechenden Schalungselemente mit Beton, ermöglicht
wird. Eine ausführliche Beschreibung des Verfahrens ist weiter unten in dieser Beschreibung
angegeben.
[0027] Die Stahlträgerbogen 9 sind üblicherweise derart dimensioniert, dass sie in ihrer
Längserstreckung nicht den gesamten Tunnelbogen abdecken, sondern in zwei oder drei
Teilsegmente aufgeteilt sind. Diese Teilsegmente können über ein oder mehrere Verbindungselement(e)
25 miteinander verbunden werden, das auf mindestens einer Seite des Stegs angebracht
wird, wie in Fig. 1 im Firstbereich des Tunnelgebäudes dargestellt.
[0028] Die Hinterfüllung der Rahmenkonstruktion 1 mit Stahlbeton erfolgt in der dargestellten
Ausführungsform bevorzugt abschnittsweise derart, dass zunächst eine erste, untere
Schalungslage 23, d. h. bis zu einer Höhe eines ersten Schalungselements 24 verschalt
wird und anschließend Ortbeton hinter die Schalung gegossen wird, sodass der vollständige
Längenabschnitt der Rahmenkonstruktion 1 bis zur Höhe des ersten Schalungselements
24 mit Ortbeton hinterfüllt wird, wobei sich die Betonmasse in sämtliche Zwischenräume
um die Stahlträgerbogen 9, die inneren und äußeren Bewehrungslagen 15, 17 sowie um
die ersten und zweiten Abstandhalter 19, 21 sowie die Halteelemente 14 herum bewegt
und aufgrund der Verdichtung im Wesentlichen keine Lufteinschlüsse oder andere Leerräume
zwischen der Außenschale 3 und der Schalungslage 23 vorhanden sind.
[0029] Fig. 2 zeigt ein Detail der Darstellung aus Fig. 1, wobei insbesondere der Übergangsbereich
zwischen der Außenschale 3 des Tunnelgebäudes zur Rahmenkonstruktion 1 ausführlich
gezeigt ist. Man erkennt auf der Innenseite der Außenschale 3 eine Dichtungsfolie
4, die in Fig. 2 strichpunktiert dargestellt ist. Die Dichtungsfolie 4 ist durchgängig
etwa 2 mm dick und robust, sodass von außen kein Bergwasser in das Innere des Tunnels
eindringen kann. Zwischen der Dichtungsfolie 4 und der Außenschale 3 können Gewebematten,
Geotextil oder ähnliche Materialien angeordnet sein, um die Dichtungsfolie 4 vor Beschädigungen
zu schützen und um für eine möglichst gleichmäßige Kraftverteilung zu sorgen. Auf
der Dichtungsfolie 4 sind nach innen die Lastverteilungsplatten 20 angebracht, die
in der bevorzugten Ausführungsform aus Kunststoff mit einer Größe von etwa 25 cm x
25 cm ausgebildet und mit der Dichtungsfolie 4 verklebt sind und in der Mitte einen
Gewindeabschnitt aufweisen, in den ein erster Abstandhalter 19 eingreifen kann, der
ebenfalls mit einem Gewinde versehen ist. Der erste Abstandshalter 19 sowie die Lastverteilungsplatte
20 können aus Kunststoff ausgebildet sein, um das Korrosionsrisiko der Stahlbetonelemente
zu minimieren. Auf der Innenseite ist der erste Abstandhalter 19 mit dem äußeren Flansch
des Stahlträgerbogens 9 verschraubt. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, je nach
Ausbildung des Zwischenraums Toleranzen im Abstand zwischen der Außenschale 3 und
den Stahlträgerbogen 9 auszugleichen.
[0030] In Fig. 2 ebenfalls sichtbar ist die äußere Bewehrungslage 17, die in Bogenrichtung
angeordnete Bewehrungsstäbe sowie senkrecht dazu angeordnete Bewehrungsstäbe aufweist.
Die Befestigung der äußeren Bewehrungslage 17 erfolgt durch Verrödelung mittels Draht
an den Bewehrungsbogen 16, die in Fig. 2 unmittelbar angrenzend an den äußeren Flansch
des Stahlträgerbogens 9 dargestellt sind und deren Befestigung ausführlich unter Bezugnahme
auf die Fig. 3 beschrieben wird.
[0031] Fig. 3 zeigt ein Detail der erfindungsgemäßen Rahmenkonstruktion 1 in der bevorzugten
Ausführungsform. Besonderes Augenmerk wird bei der Beschreibung der Fig. 3 auf die
innere Lage der Rahmenkonstruktion 1 gelegt. Da die Details hin zur Außenwand bereits
unter Bezugnahme auf Fig. 2 beschrieben wurden, werden diese Ausführungen hier nicht
wiederholt. Man erkennt in Fig. 3, dass die innere Bewehrungslage 15 spiegelbildlich
zur äußeren Bewehrungslage 17 ausgebildet ist, d. h. auch hier ist ein Bewehrungsbogen
16 parallel zum inneren Flansch des Stahlträgerbogens 9 angeordnet, wobei dieser Bewehrungsbogen
16 über Halteelemente 14 mit dem Steg des Stahlträgerbogens 9 verschraubt ist. Einzelheiten
zu dem Halteelement werden unter Bezugnahme auf die Fig. 6 und 7 beschrieben. Die
innere Bewehrungslage 15 wird analog zur äußeren Bewehrungslage 17 mit den entsprechenden
Bewehrungsbogen 16 mit Rödeldraht fest miteinander verbunden bzw. vernetzt. Diesen
Schritt führt der Bewehrungstrupp aus, wobei bei der erfindungsgemäßen Rahmenkonstruktion
vorzugsweise die äußere Bewehrungslage 17 zuerst montiert wird und anschließend die
innere Bewehrungslage 15. Es ist ebenfalls grundsätzlich möglich, den entsprechenden
Stahlträgerbogen 9 mit innerer und äußerer Bewehrungslage 15, 17 schon außerhalb des
Tunnelgebäudes oder vor Befestigung des Stahlträgerbogens am Fundament 13 entsprechend
vorzubereiten.
[0032] Nach innen ist am inneren Flansch des Stahlträgerbogens 9 eine Mehrzahl von zweiten
Abstandhaltern 21 befestigt, an deren anderem Ende die Schalungslage 23 angebracht
wird. Die zweiten Abstandhalter 21 sind in der hier dargestellten Ausführungsform
als Stahlschrauben ausgebildet, die mit einer schützenden Kunststoffhülle umrandet
sind, sodass der Kunststoffmantel eine direkte Verbindung zwischen Stahlbeton und
Abstandhalter verhindert. Die Ausbildung als Schraube ermöglicht es ähnlich wie bei
den ersten Abstandhaltern 19, dass der Abstand zwischen der Schalungslage 23 und dem
inneren Flansch des Stahlträgerbogens 9 exakt eingestellt werden kann, und so Toleranzen
ausgeglichen werden können.
[0033] Die Schalungslage 23 umfasst handelsübliche Schalbretter, die aus Kunststoff, Holz
oder auch aus Metall ausgebildet sein können. Bevorzugt sind übliche Holzverschalungen.
In Fig. 3 ebenfalls erkennbar ist, dass nach Hinterfüllung der Rahmenkonstruktion
sowie nach entsprechender Verdichtung der Stahlbeton 27 den gesamten Zwischenraum
zwischen Außenschale 3 und Schalungslage 23 ausfüllt, ohne dass Hohlräume oder sonstigen
Einschlüsse verbleiben.
[0034] In Fig. 4 ist ein Detail aus der Fig. 1 vergrößert dargestellt, das im Firstbereich
des Tunnelgebäudes liegt. In der dargestellten Ausführungsform weist die Rahmenkonstruktion
1 rechts und links je einen Stahlträgerbogen 9 auf, die im Firstbereich im Wesentlichen
aneinanderstoßen und dort mittels eines Verbindungselements 25 miteinander verbunden
sind. Das Verbindungselement 25 ist auf mindestens einer Seite des Stegs des Stahlträgerbogens
angeordnet und mit dem jeweiligen Ende verschraubt. Bevorzugt ist das Verbindungselement
25 auf beiden Seiten des Stegs angeordnet, um für eine noch stabilere Verbindung zu
sorgen. Je nach Dimension der Stahlträgerbogen 9 können zwei, drei, vier oder auch
noch mehr Teilsegmente von Stahlträgerbogen 9 den kompletten Bogen der Rahmenkonstruktion
1 bilden, die dann jeweils in ihren Stirnbereichen mittels mindestens je eines Verbindungselements
25 miteinander verbunden werden können. Auf eine Wiederholung der bereits unter Bezugnahme
auf die Fig. 2 und 3 beschriebenen Elemente aus Fig. 4 wird an dieser Stelle verzichtet.
Alternativ bieten sich auch andere Möglichkeiten der Verbindung der Enden zweier Stahlträgerbogen
9 an, z. B. die Verschraubung von zwei Fußplatten, die wie bereits beschrieben auf
die Stirnseiten der Stahlträgerbogen angeschweißt sind.
[0035] Fig. 5 zeigt den Ausschnitt aus Fig. 1, in dem der Stahlträgerbogen 9 mit dem eigens
dafür vorgesehenen Fundament 13 verbunden ist. Eine Fußplatte 11 ist auf der Stirnseite
des Doppel-T-Trägerbogens 9 angeschweißt. Diese im Wesentlichen quadratische Fußplatte
11 weist in jedem ihrer Eckbereiche eine Bohrung auf, durch die eine Gewindestange
31 geführt ist. Diese Gewindestange 31 ist auf beiden Seiten der Fußplatte 11 mit
einer Befestigungsmutter 29 bzw. einer Justiermutter 30 fixiert und ist in Bohrungen
im Fundament 13 mittels eines Vergusses 12 eingelassen. Es sind neben der hier dargestellten
Befestigungsart auch andere Möglichkeiten denkbar, die Fußplatte 11 mit dem Fundament
13 zu verbinden, sodass sich eine stabile Position ergibt.
[0036] Fig. 6 zeigt in Draufsicht eine Querschnittsansicht einer Seite der erfindungsgemäßen
Rahmenkonstruktion 1 in Bodennähe. Man erkennt, dass die Fußplatte 11 vollflächig
auf dem Fundament 13 aufliegt und an ihm befestigt ist. Das Fundament 13 ist wie hier
dargestellt als Punktfundament ausgeführt, es könnte jedoch auch durchgängig über
die gesamte Länge des Tunnelgebäudes mit der hier dargestellten Breite ausgebildet
sein. Wie bereits ausführlich erläutert, ist der Stahlträgerbogen 9 mit der Fußplatte
11 fest verschweißt. Die Darstellung in Fig. 6 soll dazu dienen, die flexibel einstellbare
Befestigung der inneren und äußeren Bewehrungslagen 15, 17 am Stahlträgerbogen 9 mittels
der Halteelemente 14 näher zu erläutern. Das Halteelement 14 umfasst ein L-förmiges
Winkelprofilblech 32, das jeweils auf einer Seite des Stegs des Stahlträgerbogens
9 befestigt ist, z. B. mittels einer Schweißverbindung. An dem Abschnitt des Winkelprofilblechs
32, der parallel zum Steg des Stahlträgerbogens 9 ist, ist ein Halteblech 34 angeordnet,
dessen Ausdehnung ebenfalls parallel zur Stegfläche des Stahlträgerbogens 9 ist. Die
Verbindung erfolgt mittels einer Gewindestange oder einer üblichen Schraube/Mutter-Verbindung,
wobei das Halteblech 34 entlang eines mittig angeordneten Langlochs 35 verschoben
werden kann. An einem freien Ende des Halteblechs 34 ist der Bewehrungsstab 16 angeordnet,
der quasi parallel zum inneren bzw. äußeren Flansch des Stahlträgerbogens 9 verläuft
und als Basis für die Fixierung der inneren bzw. äußeren Bewehrungslagen 15, 17 dient.
Die Verbindung zwischen Halteblech 34 und Bewehrungsstab 16 ist üblicherweise eine
Schweißverbindung, kann aber auch auf andere Weise erfolgen wie z. B. Kleben und dergleichen.
In Fig. 6 ist erkennbar, wie an dem Bewehrungsstab 16 zunächst die senkrecht dazu
verlaufenden Bewehrungsstähle als Längsbewehrung befestigt werden, an denen wiederum
dann noch weiter außen die Querbewehrungsstäbe der inneren bzw. äußeren Bewehrungslage
15, 17 befestigt sind. Die Befestigung erfolgt mittels Verrödelung, d. h. durch Anbringen
von Drahtschleifen aus Rödeldraht an den Kreuzungen der Bewehrungsstäbe.
[0037] In Fig. 7 ist im Detail noch einmal das Halteelement 14 dargestellt mit seinen Bestandteilen,
dem Winkelprofilblech 32 sowie dem Halteblech 34. Derartige Bleche können aus einem
geeigneten Profilstahl ausgebildet sein, beispielsweise mit einem U-Profil. In Zusammenschau
der Fig. 6 und 7 wird deutlich, dass der Abstand der inneren und äußeren Bewehrungslagen
15, 17 zu den Flanschen der Stahlträgerbogen 9 über eine entsprechende Fixierung der
Halteelemente 14 eingestellt werden kann. Damit können Toleranzen berücksichtigt werden.
[0038] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend ausführlich beschrieben. In das Tunnelgebäude,
dessen Außenwand mittels einer Dichtfolie 4 im Wesentlichen wasserdicht gegen Bergwasser
abgedichtet ist, werden die Stahlträgerbogen 9 eingebracht und auf den vorher dafür
eingerichteten Fundamenten 13 fixiert. Wie in Fig. 4 dargestellt können mehr als ein
Stahlträgerbogen 9 den gesamten Tunnelbogen bilden; eine entsprechende Verbindung
kann beispielsweise über Verbindungselemente 25 herbeigeführt werden. Der Abstand
zwischen Stahlträgerbogen 9 und Dichtungsfolie 4 wird über erste Abstandhalter 19
eingestellt, die bevorzugt mittels Lastverteilungsplatten 20 an der Dichtungsfolie
4 angeordnet sind. Die Befestigung der Lastverteilungsplatten 20 erfolgt durch Pressen,
d.h. durch die an den Abstandhaltern 19 vorhandenen Gewinde, die ein Drehen und damit
die Einstellung des Abstands und des Anpressdrucks auf die Dichtungsfolie 4 ermöglichen.
Dieser erste Schritt wird von einem dafür ausgebildeten Bautrupp vorgenommen und nach
Fertigstellung entsprechend abgenommen.
[0039] Nun kann die Montage der inneren und/oder der äußeren Bewehrungslagen 15, 17 erfolgen.
Üblich sind meist zwei Bewehrungslagen. Die Halterungen 14 mit Winkelprofilblech 32
und Halteblech 34 sind schon an den Stegen der Stahlträgerbogen 9 angebracht oder
werden nun dort angeschweißt. Es ist vorteilhaft, dass die Halteelemente 14 für die
innere Bewehrungslage 15 auf derselben einen Stegseite angeordnet sind und für die
äußere Bewehrungslage 17 auf der anderen, gegenüber liegenden Seite. An den Halteblechen
34 werden zunächst parallel zu den Stahlträgerbogen 9 die Bewehrungsstäbe 16 befestigt,
bevorzugt mittels Schweißverbindung. Auch andere Befestigungstechniken sind möglich
wie Löten, Kleben, Verschrauben oder dergleichen. Anschließend werden die quer zu
den Bewehrungsstäben 16 verlaufenden Bewehrungsstähle der inneren bzw. äußeren Bewehrungslagen
befestigt, d.h. die in Tunnellängsrichtung verlaufenden. Dazu wird Rödeldraht verwendet,
der nach seinem Anordnen am gewünschten Ort per Werkzeug verdrillt wird und damit
für eine ausreichend feste Verbindung von zwei sich kreuzenden Bewehrungsstählen sorgt.
Nun kann jeweils vom Stahlträgerbogen 9 gesehen die weiter entfernt gelegene Bewehrungslage
auf die gleiche Art und Weise befestigt werden. Ergebnis ist ein relativ engmaschiges
Netz aus Bewehrungsstählen, das sich zumindest soweit ausdehnt, dass der erste zu
gießende Abschnitt ausreichend mit Bewehrung bedeckt ist.
[0040] Hier ist anzumerken, dass der Abstand der inneren und äußeren Bewehrungslagen 15,
17 auch nach Anbringung der Bewehrungsstäbe noch angepasst werden kann. Dies kann
erforderlich sein, um Toleranzen auszugleichen oder auf bereits gemessene unterschrittene
Mindestabstände zu reagieren.
[0041] Als nächstes wird die Schalungslage angebracht. Dazu werden die zweiten Abstandhalter
21, die in der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform mit einer Kunststoffumhüllung
versehen sind, in die dafür vorgesehenen Gewindebohrungen im inneren Flansch des Stahlträgerbogens
gedreht und damit dort unter Berücksichtigung des überbrückten Abstands befestigt.
Sind alle zweiten Abstandhalter 21 für den Abschnitt vorhanden, werden die Schalungsbretter
der Schalungslage 23 per Schraubenverbindung angebracht. Je nach Material der Schalung
kann eine andere Technik bei der Befestigung sinnvoll sein. Im dargestellten Beispiel
wird eine Holzverschalung eingesetzt, die nach Betonierung abgenommen, gereinigt,
aufbereitet und wieder verwendet werden kann. Der Vorteil der vorliegenden Erfindung
ist an dieser Stelle, dass nur der Bereich mit einer Schalung zu versehen ist, der
direkt im Anschluss betoniert werden soll. Dadurch ergibt sich eine flexible Verwendung
der Arbeitsmittel und Einteilung der Arbeitstrupps, die entsprechend koordiniert zu
den erlaubten Zeiten im Tunnel arbeiten können. Des Weiteren ist die vorliegende Rahmenkonstruktion
selbst tragend und selbstverstärkend, da eine bereits betonierte untere Schicht die
darüber liegende Schicht stützt und dadurch die Gesamtkonstruktion verstärkt. Mit
anderen Worten nimmt der Rahmen den hydrostatischen Druck aus dem Frischbeton auf.
[0042] Die nächsthöheren Betonlagen bzw. -abschnitte können betoniert werden, sobald die
darunter liegenden Abschnitte abgetrocknet sind, d. h. in aller Regel nach etwa 12
bis 20 Stunden.
[0043] Zusammengefasst sind die Vorteile der vorliegenden Erfindung, dass das Betonieren
der Innenschale ohne den Einsatz von Bewehrungswagen und Schalwagen auskommt, was
Zeitaufwand und Kosten einspart. Zudem sind keine aufwändigen Bohrungen und Verankerungen
der Rahmenkonstruktion im Fels notwendig. Der teure Einsatz von Spritzbeton wird vermieden,
und die Tunnelabdichtung wird nicht durchdrungen. Auch bleibt ein größtmöglicher Lichtraum
im Tunnelgebäude erhalten.
[0044] Mit dem Gegenstand der vorliegenden Erfindung wurde eine Rahmenkonstruktion und ein
Verfahren für den Ausbau der Innenschale eines Tunnelgebäudes bereitgestellt, die
preisgünstig zu realisieren ist, einen unkomplizierten Aufbau aufweist, eine selbsttragende
Betoninnenschale und insbesondere eine abschnittsweise Betonierung ohne Schalwagen
ermöglicht.
1. Rahmenkonstruktion (1) für den Ausbau der Innenschale eines Tunnelgebäudes mit einer
Mehrzahl von Rahmenelementen (2), die aufweisen:
einen Stahlträgerbogen (9) mit einer Innenseite und einer Außenseite,
eine Bewehrungslage (15, 17) auf der Innenseite und/oder der Außenseite des Stahlträgerbogens
(9), die an dem Stahlträgerbogen (9) mittels Halteelementen (14) angebracht ist,
eine abnehmbare Schalungslage (23) in einem vorbestimmten Abstand zur Innenseite des
Stahlträgerbogens (9),
erste Abstandhalter (19) auf der Außenseite des Stahlträgerbogens (9) zur Abstützung
an der Außenwandung (3) oder der Gebirgswand des Tunnelgebäudes und
zweite Abstandhalter (21) auf der Innenseite des Stahlträgerbogens (9) zur Fixierung
der Schalungslage (23),
wobei die Rahmenkonstruktion (1) dazu eingerichtet ist, abschnittsweise mit Beton
(27) aufgefüllt zu werden und dabei den hydrostatischen Druck des Betons aufzunehmen.
2. Rahmenkonstruktion (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Stahlträgerbogen (9) an seinen beiden Enden eine Fußplatte (11) aufweist, die
auf einem Fundament (13) fixierbar ist.
3. Rahmenkonstruktion (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Mehrzahl von in Tunnelrichtung in Reihe hintereinander angeordneten Rahmenelementen
(2) aufweist.
4. Rahmenkonstruktion (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahlträgerbogen (9) als Doppel-T-Träger mit HEA oder HEB Profil ausgebildet
ist.
5. Rahmenkonstruktion (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahlträgerbogen (9) mehrteilig und derart ausgebildet ist, dass mehrere Stahlträgerbogen
(9) in Längsrichtung miteinander verbindbar sind.
6. Rahmenkonstruktion (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteelemente (14) derart ausgebildet sind, dass der Abstand zwischen der Bewehrungslage
(15, 17) und dem Stahlträgerbogen (9) einstellbar ist.
7. Rahmenkonstruktion (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Halteelement (14) ein L-förmiges Profilblech (32) und ein gerades Halteblech
(34) mit Langloch (35) und Gewindestange aufweist.
8. Rahmenkonstruktion (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungslage (15, 17) eine Mehrzahl von Bewehrungsstäben als Längs- und Querbewehrung
aufweist.
9. Rahmenkonstruktion (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Abstandhalter (19) eine Lastverteilungsplatte (20) aufweisen, die insbesondere
wandseitig angebracht ist.
10. Verfahren zur Durchführung des Ausbaus der Innenschale eines Tunnelgebäudes mit den
folgenden Schritten:
a) Fixieren einer Mehrzahl von Stahlträgerbogen (9) auf dafür eingerichteten Fundamenten
(13),
b) Anbringen einer Bewehrungslage (15, 17) auf der Innenseite und/oder auf der Außenseite
der Stahlträgerbogen (9) mittels Halteelementen (14) in einem einstellbaren Abstand,
c) Anbringen einer ersten Schalungslage (23) einer ersten Schalungshöhe auf der Innenseite
der Stahlträgerbogen (9) mittels Abstandhaltern jeweils beginnend am Fußpunkt der
Stahlträgerbogen (9) auf beiden Seiten des Tunnelgebäudes,
d) Betonieren einer ersten Betonschicht entsprechend der ersten Schalungshöhe der
ersten Schalungslage (23),
e) Anbringen einer nächsthöheren Schalungslage (23) einer vorbestimmten Schalungshöhe
auf der Innenseite der Stahlträgerbogen (9) mittels Abstandhaltern beginnend jeweils
am freien Ende der unteren Schalungslagen,
f) Betonieren einer nächsthöheren Betonschicht jeweils entsprechend der vorbestimmten
Schalungshöhe der nächsthöheren Schalungslagen,
g) Wiederholen der Schritte e) und f), bis die Betonschichten auf beiden Seiten aneinander
stoßen, so dass sich eine geschlossene Innenschale im Tunnelgebäude ergibt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) der Abstand der Bewehrungslage (15, 17)(n) mit Hilfe der Halteelemente
(14) eingestellt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, das des Weiteren den Schritt des Entfernens der
Schalungslagen (23) aufweist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Schritte d) und f) mit Ortbeton ausgeführt werden.