[0001] Die Erfindung betrifft einen drahtlosen Kopfhörer, zumeist "true-wireless" genannt,
entsprechend der
US 2012/0244813 Alund dem einleitenden Teil des Anspruches 1. Von den "true-wireless" Geräten sind
die normalen Schnurlos-Geräte zu unterscheiden, bei denen der Benutzer zwar die Daten
über Funk odgl. an eine für beide Kopfhörerseiten gemeinsame Empfangsstelle empfängt,
Daten und Leistung aber von dieser gemeinsamen Empfangsstelle über Drähte zu den Lautsprechern
im Kopfhörer geleitet werden.
[0002] Kopfhörer entsprechend der genannten Druckschrift und ähnliche zeichnen sich dadurch
aus, dass die beiden Ohrstöpsel jeweils eine Batterie bzw. einen Akkumulator aufweisen,
und die akustisch zu übertragenden Daten über Funk, zumeist Bluetooth, empfangen.
Der Benutzer trägt dabei ein Datenübertragungsgerät am Körper, bzw. im Gewand, dieses
ist in den meisten Fällen auch als Aufbewahrungsort für die Stöpsel ausgebildet, die
sodann auch in diesem Gehäuse aufgeladen werden, weil im Gehäuse eine ausreichend
große Batterie (wird im Folgenden, so wie im Fachjargon, auch synonym für Akkumulatoren
verwendet) vorhanden ist, es dient auch als Ladestation.
[0003] Um solches Nachladen zu vermeiden, ist, wenig überraschend, auch die Möglichkeit
eines Batteriewechsels für die Batterien in den Stöpseln vorgeschlagen worden, so
in der
US2006/0 039 574 A1. Das Hantieren mit den kleinen Teilen, meist in freier Natur und unter Umständen
während einer sportlichen Betätigung ist umständlich und die Austauschteile sind stark
verlustgefährdet.
[0004] Aus der
EP 2 506 597 B1 ist es bekannt, zwei Stöpsel in Abhängigkeit von einem Musikspieler im "true-wireless"
Modus zu betreiben und bei leeren Batterien mittels einer Leitung miteinander und
dem Musikspieler zu verbinden und dann die Daten über die Leitung zu übertragen, wobei
als Kern der Erfindung angesehen wird, dass der Musikspieler den Modus, in dem er
arbeiten soll, selbständig erkennt.
[0005] Bei den meisten Ausführungsformen solcher Kopfhörer handelt es sich, wie in der eingangs
genannten Druckschrift, um sogenannte "in-ear-plugs", die somit keinen Bügel und auch
keine eigentliche Muschel aufweisen, sondern, jeweils für sich, ins Ohr gesteckt werden,
in der letztgenannten Druckschrift wird beim Betrieb im Leitungsmodus eine Art Drahtbügel
vorgeschlagen, der auch die Steckbuchse aufweist.
[0006] In vielen Fällen sind in den Ohrstöpseln auch Mikrophone integriert, die, beispielsweise
beim oft bei derartigen Geräten vorgesehenen Umschalten von Musik auf Handybetrieb,
ebenfalls über Bluetooth einen bidirektionalen Betrieb ermöglichen.
[0007] Derartige Geräte haben sich im Großen und Ganzen bewährt, leiden aber intrinsisch
an der Tatsache, dass wegen ihres nun wirklich winzigen Volumens die Kapazität der
in jedem Stöpsel vorhandenen Batterie nicht für längeres Empfangen und Hören ausreicht.
Während des Ladens in der Schatulle, oder einer anderen Ladestation, ist eine Benutzung
nicht möglich.
[0008] Eine Beschränkung ganz anderer Art ist in manchen Anwendungsgebieten von außen her
vorgegeben, nämlich überall dort, wo aus Sicherheitsgründen die Verwendung der Funkübertragung
nicht gestattet ist, beispielsweise in Flugzeugen, aber auch in sensiblen Bereichen
am Boden.
[0009] Es besteht somit ein Bedarf an einem Kopfhörer, der die genannten Nachteile nicht
aufweist, somit insbesondere auch während des Ladens benutzbar ist, und, zumindest
in einer Ausgestaltung, auch in Umgebungen verwendet werden kann, in denen die Benutzung
von Bluetooth, oder ähnlichen drahtlosen Übertragungsverfahren, nicht zulässig oder
möglich ist.
[0010] Die Erfindung löst diese Probleme und erreicht diese Ziele durch die im kennzeichnenden
Teil des Anspruches 1 genannten Merkmale; mit anderen Worten, es wird eine Ladestation
vorgesehen, mit der die Stöpsel bei Bedarf mittels Leitungen mit der Ladestation verbunden
werden, sodass es möglich ist, die im Stöpsel befindliche Batterie während der Benutzung
im Ohr aufzuladen. In einer Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, die Ladestation
mit einem Empfänger für die Daten zu versehen und die Daten über diese Leitung zu
den Stöpseln zu leiten, sodass während des Aufladens im Betrieb auf die Übermittlung
über Bluetooth oder ähnliches zu den Stöpseln verzichtet werden kann. In einer Weiterbildung
dieser Ausgestaltung wird die Ladestation mit einer Eingangsbuchse für eine Datenzuleitung
versehen, wodurch eine Benutzung der Vorrichtung auch in sensiblen Umgebungen ermöglicht
wird. Dass in solchen Einsatzumständen die Kopfhörer nicht als "true-wireless" sondern
einfach als "wireless" oder "schnurlos", im sensiblen Bereich nicht einmal als das,
verwendet werden, stellt im Vergleich zu den erzielbaren Vorteilen einen leicht vernachlässigbaren
Nachteil dar.
[0011] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt
bzw. zeigen
die Fig. 1a eine Prinzipskizze eines erfindungsgemäßen Kopfhörers im "true-wireless"-Betrieb
mit multifunktionaler Ladestation, mit einer Nebenfigur die schematisch einen Stöpsel
mit Batterie zeigt,
die Fig. 1b eine Prinzipskizze eines erfindungsgemäßen Kopfhörers im "true-wireless"-Betrieb
mit einer reinen Ladestation,
die Fig. 2 den Kopfhörer der Fig. 1 im Ladebetrieb und
die Fig. 3 im "Draht"-Betrieb.
[0012] Wie aus
Fig. 1a ersichtlich ist, sind zwei Stöpsel 1 jeweils in einem Ohr 2 eines Benutzers 3 eingesteckt
und empfangen Daten aus einer multifunktionalen Ladestation 4, beispielsweise über
Bluetooth, angedeutet durch Wellenfronten 5. Die Stöpsel weisen auf an sich bekannte
Weise jeweils eine Batterie, einen Funkempfänger, eine elektronische Schaltung zur
Datenverarbeitung und zumindest einen Lautsprecher zur Tonabgabe auf. In vielen Fällen
ist auch zumindest ein Mikrophon zur Schaffung einer bidirektionalen Datenübertragung,
eine entsprechend ausgestaltete Elektronik und ein Funksender vorgesehen. Eine multifunktionale
Ladestation verfügt nicht nur über ausreichende Batteriekapazität sondern auch über
einen Speicher für Daten (Musik) und eine entsprechende Hard- und Software für deren
Verwaltung und Wiedergabe.
[0013] Die
Fig.1b stellt eine einfache Variante, entsprechend dem Stand der Technik, dar, bei der die
Stöpsel 1 im "true-wireless" Betrieb die Daten von einem Funksender, der Funk-Datenquelle
10 (z.B. Smartphone, etc.) erhalten. Ob der Nutzer eine Ladestation 4 (wie strichliert
angedeutet) mit sich führt oder nicht, ist davon unberührt.
[0014] Ob die multifunktionale Ladestation 4 bzw. die die Daten übermittelnde Station 10
ihrerseits über Bluetooth, Kabel, Funkverbindung oder andere Übertragungstechniken
Daten erhält und gegebenenfalls auch rückübermittelt, beispielsweise bei Verwendung
als Head-Set, ist für die Erfindung nicht von ausschlaggebender Bedeutung und kann
vom Fachmann in Kenntnis der Erfindung leicht passend gewählt und vorgesehen werden.
[0015] Aus
Fig. 2 ist ersichtlich, dass, wenn nun die Batterie(en) (Akkumulator(en)) 7 im Stöpsel 1
leer wird (werden) und der Benutzer 3 nichts mehr hört, er eine Ladeleitung 6 von
der Ladestation 4 zum Stöpsel 1 legen kann, die am Stöpsel 1, entweder durch magnetische
Wirkung, oder auch mit einer Art Schnappverbindung oder auf andere Weise, gehalten
und fixiert wird. Mittels dieser Ladeleitung 6 wird (werden) die Batterie(en) 7 aufgeladen.
Dabei werden die Daten entweder weiterhin über Bluetooth oder Ähnliches von der Datenquelle
10 oder, insbesondere bei multifunktionaler Ladestation, über die Ladeleitung 6 übertragen.
Trotz dieser Multifunktionalität wird diese Leitung weiterhin, entsprechend ihrem
Hauptzweck, als Ladeleitung bezeichnet.
[0016] Der Funk-Datenempfänger in den Stöpseln 1, bevorzugt für Bluetooth, wird bei Datenübertragung
über die Ladeleitung 6 aus Energieeinsparungsgründen ausgeschaltet. Dies kann händisch
oder automatisch erfolgen. Die automatische Umschaltung kann hierbei in den Stöpseln
durch eine mechanische Umschaltung oder eine elektronische Signalerkennung erfolgen.
Bei Übertragung der Daten über die Ladeleitung 6 ist es natürlich notwendig, dass
das Ladegerät 4 über eine entsprechende Ausrüstung für die Übermittlung von Daten
verfügt.
[0017] In einer in
Fig. 3 dargestellten Ausgestaltung ist es, unabhängig vom Ladezustand der Batterie(en) 7,
möglich, der gegebenenfalls multifunktionalen Ladestation 4 mittels einer Datenein-Leitung
8 Daten über eine Leitungs-Datenquelle (Informations- oder Unterhaltungszentrum eines
Flugzeuges oder ähnliches) 9 zu verbinden und die so erhaltenen Daten über die Ladeleitung
6 den Stöpseln 1 zu übermitteln, eine auch strengen Sicherheitserfordernissen entsprechende
Datenübertragung.
[0018] Wenn der Benutzer die Kopfhörer nicht benutzt, bringt er sie in der Ladestation 4
unter, und sie werden, wie im Stand der Technik, aufgeladen, soferne die Ladestation
selbst geladen ist oder mit einer Stromquelle (nicht dargestellt) passend verbunden
ist, wobei in letzterem Fall auch sie selbst wieder aufgeladen wird.
[0019] Bevorzugt kann auch die Ladeleitung 6 im Ladegerät 4 untergebracht werden, wenn sie
nicht benötigt wird. Natürlich ist es für Spezialfälle möglich, die Ladestation so
klein zu gestalten, dass sie die Stöpsel/Ladeleitung nicht aufnehmen kann, sie werden
dann stets über die Ladeleitung 6 oder in einer anderen Ladestation geladen.
[0020] Die Ladeleitung 6 kann entweder, wie dargestellt, die Konfiguration eines "V" oder
auch eines "Y" aufweisen, es ist aber auch möglich, sie "in Serie" zu schalten, das
hängt von der Philosophie des Herstellers und den Vorlieben der Benutzer ab und ist
in Kenntnis der Erfindung gleichermaßen problemlos realisierbar. Die kommunikative
Verbindung der Ohrteile (Stöpsel) miteinander wird dabei mit einem Userinterface (Taste,
Ann. kapazitiv) ausgestattet welches dem Benutzer erlaubt z.B. das Musiksignal zu
steuern (lauter/leiser, vor/zurück, usw.). D.h. z.B. links kurzer Druck = leiser,
rechts kurzer Druck = lauter. Um diese Information für beide Seiten im kabelgebunden
Fall zu synchronisieren und zur Verfügung zu stellen, müssen die Steuersignale bidirektional
zur Verfügung stehen, was für den Fachmann in Kenntnis der Erfindung keine Probleme
bereitet. Im Wireless-Fall (z.B. Bluetooth) übernimmt diese Kommunikation das BT-Protokoll
(oder das entsprechende anwendbare Protokoll) und die per BT (oder entsprechend) verbundene
mobile Quelle.
[0021] Wenn im Betrieb mit Datenübertragung über die Ladeleitung 6 mit Stöpseln 1 mit Mikrophon
auch eine Sprechmöglichkeit gegeben sein soll, so kann dies ebenfalls über die Ladeleitung
vorgesehen werden.
[0022] Die Ladestation kann als Armreifen ausgebildet sein, sie kann am Gürtel getragen
werden oder mit einem Band um den Hals, sie kann in einer Tasche des Gewandes untergebracht
sein und in Sonderfällen an der Kopfbedeckung (Helm) oder knapp beim Benutzer am Fahrrad,
Rucksack und dergleichen mehr.
[0023] Wie bereits ausgeführt, können die einzelnen Bauteile für die einzelnen Funktionen
der Ladestation in getrennten Gehäusen/Geräten vorgesehen sein, wesentlich ist nur,
dass es möglich ist, eine galvanische Verbindung zum Laden der Batterien der Stöpsel
während deren Benutzung herzustellen, Ausgestaltungen betreffen dann die Umschaltmöglichkeit
auf Datenübertragung über diese Ladeleitung 6, automatisch oder händisch, und die
Dateneinspeisung über die Datenein-Leitung 8 in die Ladestation 4, somit zum Übergang
auf völlig leitungsgebundene, sichere Datenübertragung.
[0024] Die Erfindung eignet sich besonders für in-ear-plugs, doch ist sie auch für klassische
Kopfhörer vorteilhaft einsetzbar, es können dann, wegen des Wegfalles der Raumnot,
übliche Stecker für die Ladeleitung 6 vorgesehen werden.
[0025] Es ist auch möglich, die Erfindung für Kopfhörer von sogenannten Headsets oder im
Zusammenhang mit Freisprecheinrichtungen zu verwenden, das zugehörige Mikrophon kann
auf beliebige, aus dem Stand der Technik bekannte Weise mit der multifunktionalen
Ladestation bzw. einer eigenen Datentransfervorrichtung in Verbindung gebracht werden.
Bezugszeichenliste:
| 01 |
Stöpsel |
06 |
Ladeleitung |
| 02 |
Ohr |
07 |
Batterie im Stöpsel |
| 03 |
Benutzer |
08 |
Datenein-Leitung |
| 04 |
Ladestation |
09 |
Leitungs-Datenquelle |
| 05 |
Wellenfront |
10 |
Funk-Datenquelle |
1. Kopfhörer, insbesondere "in ear plugs" (1) jeweils mit eigener Batterie (7) und Daten-Empfangsvorrichtung
für den Betrieb im "true wireless" Modus, mit einer Funk-Datenquelle (10) und einer
Ladestation (4), gegebenenfalls vereint in einem gemeinsamen Gehäuse, dadurch gekennzeichnet, dass zum Laden der im Kopfhörer befindlichen Batterie(n) (7) diese auch während des Betriebes
mittels einer Ladeleitung (6) mit der Ladestation (4) verbindbar und so aufladbar
ist (sind).
2. Kopfhörer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladeleitung (6) wahlweise auch die Daten von der Ladestation (4) zum Kopfhörer
überträgt.
3. Kopfhörer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladeleitung (6) eine Kommunikationsverbindung zwischen den beiden Kopfhörern,
insbesondere "in ear plugs" (1), herstellt.
4. Kopfhörer nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladestation (4) mittels einer Datenein-Leitung (8) mit einer Datenquelle (9)
verbunden ist.
5. Kopfhörer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass er in Kombination mit zumindest einem Mikrophon als Headset (Sprechgarnitur) oder
Freisprechanlage verwendet wird.
6. Kopfhörer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Umschalten mechanisch oder durch elektronische Signalerkennung in den Stöpseln
erfolgt.