[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckeinrichtung zum Bedrucken eines oder mehrerer zu
bedruckender Nutzen eines zu verarbeitenden bogenförmigen Substrats. Außerdem betrifft
die Erfindung ein Verarbeitungssystem mit einer solchen Druckeinrichtung und ein Verfahren
zum Bedrucken eines oder mehrerer zu bedruckender Nutzen eines zu verarbeitenden bogenförmigen
Substrats.
[0002] Vorrichtungen zum Bedrucken eines bogenförmigen Substrats sind bekannt. Bei der Herstellung
von Sicherheitsdokumenten, insbesondere von Reisepässen, werden beim Herstellungsprozess
Bogen verwendet, aus denen nach dem Bedrucken sogenannte Nutzen vereinzelt werden.
Jeder Nutzen bildet ein eigenständiges Sicherheitsdokument oder einen Teil davon.
Ein Bogen kann eine Vielzahl von Nutzen enthalten. Dabei ist es möglich, dass nur
einzelne Nutzen des Bogens individualisiert und/oder personalisiert bedruckt werden
müssen. Beim Beispiel des deutschen Reisepasses sind auf (Papier-)Seite eins unter
den Ziffern 11 bis 14 personalisierte Daten oder Informationen eingedruckt wie Wohnort,
Größe, Augenfarbe bzw. Ordens- oder Künstlername. Die Passbuchseiten oder Visaseiten
des Visabogens bleiben weitestgehend druckfrei und nur einzelne Passbuchseiten werden
mit einem personalisierten oder individualisierten Druck versehen. Die hierbei verwendeten
Druckeinrichtungen haben sich als nachteilig erwiesen, da diese sehr groß sein müssen,
um die Bogen zu bedrucken. Zudem hat es sich als nachteilig herausgestellt, dass beim
Vorbeiführen der Bogen an der Druckeinrichtung Wellen in dem Bogen entstehen, die
dazu führen, dass der Bogen an der Druckeinrichtung streift, wodurch der Bogen verschmutzt
wird. Darunter leidet auch die Genauigkeit des Druckprozesses.
[0003] Es hat sich zudem als sehr zeitaufwändig gezeigt, den vollständigen Visabogen einer
Druckeinrichtung zum Bedrucken auf einer Vorderseite zuzuführen, ihn zu wenden, um
ihn dann auf seiner Rückseite nochmals zu bedrucken. Aufgrund des Transports des vollständigen
Visabogens ist außerdem ein großer Platzbedarf notwendig. Die Ausrichtung des großen
Visabogens für den Druck ist ungenau, so dass das Druckergebnis häufig nicht optimal
ist.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Druckeinrichtung, ein Verarbeitungssystem
und ein Verfahren anzugeben, die die vorstehend genannten Nachteile überwinden.
[0005] Die die Druckeinrichtung betreffende Aufgabe wird durch eine Druckeinrichtung gemäß
Anspruch 1 gelöst, die insbesondere eine Mehrzahl von auf einer geschlossenen Schienenbahn
beweglich angeordneten Nutzenaufnehmern umfasst. Die Nutzenaufnehmer sind jeweils
ausgestaltet, den zu bedruckenden Nutzen an einem Andienplatz aufzunehmen und an einem
Zusammentragplatz abzulegen. Außerdem weist die erfindungsgemäße Druckeinrichtung
eine zwischen dem Andienplatz und dem Zusammentragplatz angeordnete Druckeinheit zum
Bedrucken des zu bedruckenden Nutzens auf. Hierdurch ist es möglich, eine sehr schnelle
Einrichtung zu schaffen, mit der es möglich ist, mehrere zu bedruckende Nutzen nacheinander
aufzunehmen und der Druckeinheit zuzuführen. Von der Bezeichnung Schienenbahn sind
dabei alle möglichen Strukturen umfasst, insbesondere also auch Strukturen, die nicht
nur kreisförmig, sondern beispielsweise auch elliptisch oder entlang einer anders
gearteten geschlossenen Trajektorie verlaufen. Die Nutzenaufnehmer können dabei beispielsweise
durch einen Elektroantrieb verstellt werden, der vorteilhafterweise in der Schienenbahn
angeordnet oder dieser zugeordnet ist. Zudem kann in der Schienenbahn auch eine Einheit
zur Positionserfassung für die Nutzenaufnehmer angeordnet oder dieser zugeordnet.
[0006] Die Geschwindigkeit des Druckvorgangs kann zudem weiter gesteigert werden, wenn die
Geschwindigkeit und/oder die Laufrichtung der einzelnen Nutzenaufnehmer individuell
steuerbar sind. Hierdurch ist es möglich, die Geschwindigkeit einzelner Nutzenaufnehmer
beispielsweise beim eigentlichen Drucken oder bei der Aufnahme oder dem Ablegen der
zu bedruckenden Nutzen zu reduzieren - gegebenenfalls bis zum Stillstand - und danach
auch wieder zu beschleunigen, während die anderen Nutzenaufnehmer ungebremst bewegt
werden. Als besonders vorteilhaft hat es sich auch erwiesen, wenn die Richtung, in
der die Nutzenaufnehmer verstellt werden, individuell verändert werden kann, dass
also einige der Nutzenaufnehmer in die eine Richtung und andere wiederum in die entgegengesetzte
Richtung verfahren werden. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass es zu keiner
Kollision zwischen den in entgegengesetzten Richtungen fahrenden Nutzenaufnehmern
kommt.
[0007] Um eine besonders einfache Handhabung der zu bedruckenden Nutzen zu erzielen, hat
es sich zudem auch bewährt, wenn die Nutzenaufnehmer als Sauggreifer ausgebildet sind.
Hierdurch lassen sich die zu bedruckenden Nutzen einfach von dem Andienplatz aufnehmen
und auf dem Zusammentragplatz wieder ablegen.
[0008] Als besonders vorteilhaft hat es sich auch erwiesen, wenn eine Wendeeinrichtung und/oder
einer zweite Druckeinheit vorgesehen ist. Durch die Wendeeinrichtung, die beispielsweise
als Greifer ausgebildet sein kann, ist es möglich, den zu bedruckenden Nutzen zu wenden,
so dass auch dessen Unterseite der ersten Druckeinheit oder der zweiten Druckeinheit
zugeführt werden kann. Der Greifer ist also insbesondere derart ausgestaltet, dass
dieser den zu bedruckenden Nutzen in dessen Randbereich ergreifen und umdrehen bzw.
wenden kann. Vorzugsweise ist die Wendeeinheit der Schienenbahn zugewiesen, insbesondere
seitlich neben dieser angeordnet. Die Verwendung der zweiten Druckeinheit bietet dabei
auch den Vorteil, dass das Bedrucken des zu bedruckenden Nutzens schneller durchgeführt
werden kann. Zudem bietet dies auch die Möglichkeit, das Bedrucken auch dann fortzusetzen,
wenn eine der Druckeinheiten defekt ist oder gewartet werden muss. Hierbei kann dann
zunächst die erste Seite der zu bedruckenden Nutzens bedruckt werden, danach wird
dieser in der Wendeeinrichtung gewendet und dann erneut der noch funktionierenden
Druckeinheit zugeführt, um auch die zweite Seite zu bedrucken. Explizit wird jedoch
auch darauf hingewiesen, dass die Druckeinrichtung auch dann funktioniert, wenn von
vornherein nur eine Druckeinheit und die Wendeeinrichtung vorgesehen ist.
[0009] Als besonders vorteilhaft hat es sich auch erwiesen, wenn die erste Druckeinheit
und/oder die zweite Druckeinheit jeweils eine Mehrzahl von Druckdüsen umfasst, die
derartig angeordnet sind, dass die Druckbreite größer ist, als die Breite der zu bedruckenden
Nutzen. Hierdurch kann der zu bedruckende Nutzen einfach unter der Druckeinheit hindurchgefahren
werden, ohne dass ein Druckkopf der Druckeinheit verstellt werden müsste. Dies bewirkt
eine zusätzliche Beschleunigung des Druckprozesses. Die Druckdüsen können dabei in
einzelnen Druckmodulen zusammengefasst sein, die jeweils nur eine Farbe drucken. Typische
Druckbreiten sind dabei in einem Bereich von 80 bis 120 mm.
[0010] Die das Verarbeitungssystem zum Bedrucken eines oder mehrerer zu bedruckenden Nutzen
eines zu verarbeitenden bogenförmigen Substrats betreffende Aufgabe wird durch ein
System gemäß Anspruch 10 gelöst. Es umfasst insbesondere eine Schneideinrichtung zum
Zuschneiden eines mehrere Nutzen aufweisenden, zu verarbeitenden bogenförmigen Substrats.
Außerdem ist eine Vereinzelungseinrichtung zum Vereinzeln oder Trennen eines oder
mehrerer zu bedruckender Nutzen von einem oder von mehreren nicht zu bedruckenden
Nutzen vorgesehen. Sie besitzt ferner eine Druckeinrichtung zum Bedrucken des zu bedruckenden
Nutzens auf einer ersten Nutzenseite und weist einen Zusammentragplatz zum Zusammentragen
des bedruckten zu bedruckenden Nutzens mit dem einen oder den mehreren nicht zu bedruckenden
Nutzen auf. Zudem ist die Druckeinrichtung vertikal versetzt gegenüber der Vereinzelungseinrichtung
angeordnet.
[0011] Durch ein derartiges System, bei dem die Druckeinrichtung eine Mehrzahl von Nutzenaufnehmern
umfasst, die vorzugsweise durch die Erzeugung von Unterdruck die zu bedruckenden Nutzen
aufnehmen können und die vorzugsweise einzeln ansteuerbar sind, lässt sich die Arbeitsgeschwindigkeit
signifikant steigern und es ist möglich, insbesondere durch die zumindest teilweise
vertikale Staffelung der Komponenten eine äußerst kompakte Gestaltung des Systems
zu erreichen. Außerdem lässt sich der Herstellungsprozess eines Ausweis-, Wert- oder
Sicherheitsdokuments enorm verkürzen. Der Herstellungsprozess ist weniger fehleranfällig,
da beim Druckvorgang anstelle eines bogenförmigen Substrats nur der vereinzelte zu
bedruckende Nutzen verarbeitet bzw. bearbeitet wird. Vertikal versetzt angeordnet
bedeutet dabei im Sinne der Erfindung, dass die Druckeinrichtung oberhalb oder unterhalb
der Vereinzelungseinrichtung angeordnet ist. Im Rahmen der Erfindung ist es hierbei
auch vorgesehen, dass der Andienplatz Teil der Vereinzelungseinrichtung ist, oder
dass der zu bedruckende Nutzen von der Vereinzelungseinrichtung zu dem Andienplatz
gebracht wird.
[0012] Bewährt hat es sich dabei auch, wenn die Druckeinrichtung eine erste Druckeinheit
zum Bedrucken der ersten Nutzenseite, eine Wendeeinheit zum Wenden des zu bedruckenden
Nutzens und eine zweite Druckeinheit zum Bedrucken einer zweiten Nutzenseite umfasst.
Hierdurch kann eine beidseitige Bedruckung besonders einfach erreicht werden. Zudem
muss der Druckprozess nicht unterbrochen werden, wenn eine der beiden Druckeinheiten
ausfallen sollte. In diesem Fall kann der Nutzenaufnehmer den zu bedruckenden Nutzen
nach dem Wenden der noch funktionierenden Druckeinheit zuführen.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Systems sieht vor, dass die Vereinzelungseinrichtung
als eine Übergabeeinrichtung gebildet ist. Diese ist ausgestaltet, den zu bedruckenden
Nutzen der Druckeinrichtung zuzuführen und den einen oder die mehreren nicht zu bedruckenden
Nutzen zu einem Stapel nicht zu bedruckender Nutzen zusammenzutragen. Diese Übergabeeinrichtung
kann beispielsweise als ein Sauggreifer gebildet sein.
[0014] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Systems weist einen Bogenanleger auf,
der ausgestaltet ist, das zu verarbeitende bogenförmige Material einem Magazin vereinzelt
zu entnehmen und der Schneideinrichtung zuzuführen. Hierdurch lässt sich eine Vielzahl
an Sicherheitsdokumenten nacheinander fertigen, so dass eine hohe Durchflussgeschwindigkeit
für den Herstellprozess erzielbar ist.
[0015] Als besonders günstig hat es sich auch erwiesen, wenn der Zusammentragplatz einen
ersten Platz zum Zusammentragen des bedruckten zu bedruckenden Nutzens sowie einen
zweiten Platz zum Zusammentragen der nicht bedruckten Nutzen aufweist. Hierdurch wird
die Handhabung erleichtert.
[0016] Die das Verfahren betreffende Aufgabe wird mit einem Verfahren gemäß dem Merkmalsbestand
des Anspruchs 13 gelöst. Es umfasst insbesondere die folgenden Schritte:
- Zuführen des zu verarbeitenden bogenförmigen Substrats an eine Schneideinrichtung;
- Zuschneiden des bogenförmigen Substrats auf einzelne Nutzen;
- Vereinzeln oder Trennen des zu bedruckenden Nutzens von einem oder von mehreren nicht
zu bedruckenden Nutzen;
- Zuführen des zu bedruckenden Nutzens an eine vertikal bezüglich der Schneideeinrichtung
angeordnete Druckeinrichtung, die eine Mehrzahl von auf einer geschlossenen Schienenbahn
angeordneten Nutzenaufnehmern umfasst;
- Bedrucken des zu bedruckenden Nutzens auf einer ersten Nutzenseite; und
- Zusammentragen des bedruckten zu bedruckenden Nutzen und des einen oder der mehreren
nicht zu bedruckenden Nutzens.
[0017] Mit diesem Verfahren ist der Vorteil verbunden, dass jetzt lediglich der zu individualisierende
oder zu personalisierende Nutzen des Visabogens bedruckt werden muss. Durch die Nutzenaufnehmer
kann die Geschwindigkeit des Verfahrens deutlich erhöht werden. Auch ist für den Bedruckvorgang
ein sehr viel geringerer Platzbedarf notwendig. Es sind auch nur einzelne Passbuchseiten
des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments zu verarbeiten; mithin ist also nicht
mehr ein vollständiger Bogen zu bedrucken und/oder zu wenden, um ihn erneut zu bedrucken.
Beim Druckvorgang selbst lässt sich eine exaktere Ausrichtung durch den vorherigen
exakten Schnitt nach Schnittmarken am zu verarbeitenden bogenförmigen Substrat erzielen.
[0018] In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn nach dem Bedrucken
der ersten Nutzenseite des zu bedruckenden Nutzens, die folgenden Schritte folgen:
- Wenden des zu bedruckenden Nutzens; und
- Bedrucken des zu bedruckenden Nutzens auf einer zweiten Nutzenseite.
[0019] Da nur noch der einzelne, zu bedruckende Nutzen und nicht mehr der gesamte Bogen
gewendet werden muss, lässt sich hierdurch ebenfalls eine sehr kurze Prozesszeit beim
Herstellvorgang erzielen.
[0020] In diesem Zusammenhang hat es sich als sinnvoll erwiesen, wenn die ersten Nutzenseite
mit einer ersten Druckeinheit bedruckt wird, wenn der zu bedruckende Nutzen mit einer
Wendeeinheit gewendet wird, und wenn die zweiten Nutzenseite mit einer zweiten Druckeinheit
bedruckt wird. Auch hierdurch lässt sich eine schnelle Durchlaufzeit für das Bedrucken
eines zu bedruckenden Nutzens auf Vorder- und Rückseite erreichen. Außerdem wird nur
die zu bedruckende Visaseite exakt ausgerichtet und unter zwei Druckern durchgeführt,
wobei sie vor dem zweiten Druck gewendet wird. Auch die Verwendung von zwei Druckeinheiten
bietet einen schnelleren Prozessdurchlauf.
[0021] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung ist dadurch gekennzeichnet, dass mehrere
bogenförmige Substrate in einem Magazin bereitgestellt werden, und dass ein Bogenanleger,
insbesondere eine zum Vereinzeln von bogenförmigen Substraten ausgestaltete Greif-
und/oder Saugeinrichtung das zu verarbeitende bogenförmige Substrat dem Magazin entnimmt
und einer Schneideinrichtung zuführt. Dabei lässt sich nach dem Konzept des "One-piece-flow"
eine schnelle Durchlaufzeit für den Gesamt-Bearbeitungsprozess des Ausweis-, Wert-
oder Sicherheitsdokuments erreichen.
[0022] Um eine zusätzliche Zeitersparnis hervorzurufen, hat es sich als sinnvoll erwiesen,
wenn der eine oder die mehreren nicht zu bedruckenden Nutzen zusammengetragen werden
zu einem Stapel nicht zu bedruckender Nutzen. Dabei lässt sich das Sicherheitsdokument
besonders schnell herstellen, wenn das Zusammentragen der nicht zu bedruckenden Nutzen
simultan zu dem Bedrucken des zu bedruckenden Nutzens erfolgt.
[0023] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird der bedruckte zu bedruckende Nutzen
einem ersten Platz zugeführt, während der Stapel nicht zu bedruckender Nutzen einem
zweiten Platz zugeführt wird. Anschließend werden der Stapel nicht zu bedruckender
Nutzen und der eine oder die mehreren bedruckten zu bedruckende Nutzen zusammengetragen.
Somit entsteht ein "Heft" an Passbuchseiten, die gegebenenfalls mit einer Naht miteinander
verbunden werden.
[0024] Im Folgenden wird die Erfindung an in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- ein Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument,
- Fig. 2
- ein System zum Verarbeiten von Passbuchseiten eines Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments;
und
- Fig. 3
- eine Detailansicht einer erfindungsgemäßen Druckeinrichtung.
[0025] In Figur 1 ist ein buchförmiges Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument 100 gezeigt.
Das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument 100 ist beispielsweise ein Identifikationsdokument,
insbesondere ein Reisepass oder ein Personalausweis.
[0026] Das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument 100 weist einen Einband 102 sowie einen
im Einband 102 gehaltenen Passbuchblock 104 auf. Der Passbuchblock 104 besteht aus
einer Datenkarte 106, mehreren Passbuchseiten 108, einem Vorblatt 110 sowie einem
Fälzelband 112, die mit einer Naht 114 miteinander verbunden sind.
[0027] Die Datenkarte 106 ist eine kunststoff- oder papierbasierte Karte, auf der personen-
und/oder dokumentenspezifische Informationen aufgebracht sind. Beispielsweise kann
die Datenkarte 106 ein Passbild 116 und personenbezogene Informationen 118 eines Nutzers
aufweisen. Die Informationen 118 sind vorzugsweise in einer maschinenlesbaren Form
auf die Datenkarte 106 aufgebracht. Des Weiteren weist die Datenkarte 106 ein ebenfalls
maschinenlesbares Identifikationsmerkmal auf, das die Datenkarte 106 eindeutig während
des Herstellungsprozesses des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments 100 identifiziert.
Die Datenkarte 106 kann des Weiteren einen Chip aufweisen, in dem personen- und/oder
dokumentenspezifische Informationen gespeichert werden können. Insbesondere weist
der Chip einen gesicherten Speicherbereich zur Speicherung der personen- und/oder
dokumentenspezifischen Informationen auf. Des Weiteren kann die Datenkarte 106 sichtbare
und/oder unsichtbare Sicherheitsmerkmale aufweisen, die ein Fälschen der Datenkarte
106 verhindern.
[0028] An der Datenkarte 106 ist eine flexible Lasche 120 vorgesehen, die aus einem Endlosband
hergestellt ist. Das Endlosband besteht aus einem Gewebe, das mit einem flexiblen
Kunststoffmaterial beschichtet und/oder ummantelt ist. Die Lasche 120 ist form- und/oder
stoffschlüssig an der Datenkarte 106 befestigt und somit Teil der Datenkarte 106.
Auf der Lasche 120 können weitere Sicherheitsmerkmale vorgesehen sein.
[0029] Die Passbuchseiten 108 sind jeweils aus einem Bogen, vorzugsweise einem Papierbogen
geschnitten und entlang ihrer Mittellinie 122 gefaltet. Die Passbuchseiten 108 können
bedruckt sein, beispielsweise mit weiteren personen- und/oder dokumentenspezifischen
Informationen, Seitenzahlen oder andere Daten oder Informationen. Im Falle des deutschen
Reisepasses werden diese personen- und/oder dokumentenspezifischen Daten oder Informationen
unter Ziffern 11 bis 14 auf der ersten oder den ersten Passbuchseiten 108 aufgedruckt
oder aufgebracht sein. Die Passbuchseiten 108 können des Weiteren für den Empfang
von Stempel, beispielsweise Visastempel, vorbereitet sein. Vorzugsweise enthalten
die Passbuchseiten 108 eben-falls Sicherheitsmerkmale, die ein Fälschen der Passbuchseiten
108 verhindern. Die Sicherheitsmerkmale können beispielsweise aufgedruckt, in die
Passbuchseiten 108 eingearbeitet oder in diese eingebracht sein. Beispielsweise enthalten
die Passbuchseiten 108 eine Perforation, wobei sich die Perforation durch die Passbuchseiten
108 vorzugsweise konisch verjüngt.
[0030] Das Vorblatt 110 bildet den äußeren Abschluss des Passbuchblocks 104. Mit der Außenseite
124 des Vorblattes 110 wird der Passbuchblock 104 auf die Innenseite 126 des Einbandes
102 aufgeklebt.
[0031] Das Fälzelband 112 dient als Verstärkung des Nahtbereichs und ist vor dem Vernähen
des Passbuchblocks 104 auf die Außenseite 124 des Vorblattes 110 aufgeklebt.
[0032] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit einem System und einer Druckeinrichtung
211 zur Herstellung der Passbuchseiten 108 des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
100 sowie mit einem korrespondierenden Verfahren. Als Grundlage für die Herstellung
der Passbuchseiten 108 diente bisher ein Substratbogen, der zunächst mit einer Druckvorrichtung
auf einer ersten Bogenseite bedruckt wurde. Anschließend wurde der Substratbogen mit
einer Wendevorrichtung gewendet, um ihn dann erneut der Druckvorrichtung zuzuführen
und auf der zweiten Bogenseite zu bedrucken. Mittels einer Schneidvorrichtung wurde
der Substratbogen in Einzelnutzen zerschnitten, die dann zu einem Heft zusammengetragen
wurden.
[0033] Das wiederholte Handling des vollständigen Substratbogens erforderte stets sehr große,
raumfüllende Maschinen und führte immer wieder zu Schwierigkeiten im Herstellprozess,
welche nunmehr beseitigt werden durch das in Figur 2 - schematisch - gezeigte System
(bzw. Vorrichtung) zum Herstellen bzw. Verarbeiten von Passbuchseiten 108 eines Ausweis-,
Wert- oder Sicherheitsdokuments 100.
[0034] Das System umfasst ein Magazin 205, durch welches bogenförmige Substrate 200 bereitgestellt
werden. Neben dem Magazin 205 ist ein Bogenanleger 203 vorhanden, der ausgestaltet
ist, ein bogenförmiges Substrat 200 zu vereinzeln, und um das vereinzelte und zu verarbeitende
bogenförmige Substrat 200 einer Schneideinrichtung 204 zuzuführen. Das durch das Magazin
205 bereitgestellte bogenförmige Substrat 200 ist vorzugsweise ein Papierbogen. Der
Papierbogen kann in Abhängigkeit von einer empfangenen Stückliste aus dem Magazin
205 entnommen werden, in welchem auch unterschiedliche Papierbogen, beispielsweise
für verschiedene Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokumente 100, vorhanden sind. Die
Papierbogen können bereits für den jeweiligen Typ des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokumentes
100 vorbereitet sein, beispielsweise durch einen Aufdruck oder entsprechende Sicherheitsmerkmale.
[0035] Der Bogenanleger 203 verfügt über geeignete Greifmittel oder über eine Saugeinrichtung,
um bogenförmige Substrate 200 betriebssicher aus dem Magazin 205 zu entnehmen und
betriebssicher der Schneideinrichtung 204 zuzuführen.
[0036] Die Schneideinrichtung 204 kann optische Erkennungsmittel umfassen, um auf dem zu
verarbeitenden bogenförmigen Substrats 200 angebrachte Schnittmarken zu erkennen.
Die Schneideinrichtung 204 ist ausgestaltet, das zu verarbeitende bogenförmige Substrat
200 auf einzelne Nutzen 201, 202 zuzuschneiden anhand der am bogenförmigen Substrat
200 angebrachten Schnittmarken. Für das Zuschneiden kann die Schneideinrichtung 204
mehrere im Bereich einer Vortriebseinrichtung des bogenförmigen Substrats 200 vorgesehene
Rollenmesser aufweisen, deren Schneidrichtung parallel zu einer Transportrichtung
206 verläuft. Die Schneideinrichtung 204 kann auch ein einzelnes, quer zur Transportrichtung
206 bewegbares Messer aufweisen, das vor oder auch nach der Vortriebseinrichtung angeordnet
sein kann. Durch das Messer und die Rollenmesser werden die Nutzen 201, 202 des bogenförmigen
Substrats 200 voneinander getrennt.
[0037] Die getrennten Nutzen 201, 202 lassen sich von einer Vereinzelungseinrichtung 207
aufnehmen, die vorzugsweise zugleich als eine Übergabeeinrichtung 208 agiert. Diese
Vereinzelungseinrichtung 207 trennt einen oder mehrere der zu bedruckenden Nutzen
201 von einem oder mehreren nicht zu bedruckenden Nutzen 202 des zu verarbeitenden
bogenförmigen Substrats 200. Die Übergabeeinrichtung 208 ist ausgestaltet, die nicht
zu bedruckenden Nutzen 202 zu einem Stapel 209 nicht zu bedruckender Nutzen 202 zusammenzutragen.
Das Zusammentragen kann an einem Zwischenzusammentragplatz 210 erfolgen. Die Übergabeeinrichtung
208 ist außerdem ausgestaltet, den zu bedruckenden Nutzen 201 einer nachgeordneten
Druckeinrichtung 211 zuzuführen, die erfindungsgemäß eine Mehrzahl von bewegbar auf
einer geschlossenen Schienenbahn 230 angeordneten Nutzenaufnehmern 220 umfasst und
die vertikal versetzt gegenüber der Vereinzelungseinrichtung 207 angeordnet ist und
zwar in der gezeigten Ausführungsform oberhalb der Vereinzelungseinrichtung 207, um
ein möglichst kompaktes System zu erlangen.
[0038] Die Druckeinrichtung 211 ist ausgestaltet, den zu bedruckenden Nutzen 201 zumindest
auf einer ersten Nutzenseite 300 - insbesondere individualisiert oder personalisiert
- zu bedrucken. Der zu bedruckende Nutzen 201 kann in einer alternativen Ausführungsform
aber durch die Druckeinrichtung 211 auch beidseitig bedruckt werden. Ein beidseitiger
Druck ist zum Beispiel durch ein abschnittsweises oder vollständiges Wenden des Nutzens
201 durch eine Wendeeinheit 330 oder durch eine entsprechend ausgebildete zweiseitige
Druckeinrichtung 211 möglich.
[0039] Von der Druckeinrichtung 211 wird der bedruckte zu bedruckenden Nutzen 201 an einen
Zusammentragplatz 213 übergeben, der einen ersten Platz 213.1 zum Zusammentragen des
bedruckten zu bedruckenden Nutzens 201 sowie einen zweiten Platz 213.2 für die nicht
bedruckten Nutzen aufweist. Zudem kann eine weitere Übergabeeinheit 212 vorgesehen
sein, um den Stapel 209 nicht zu bedruckender Nutzen dem Zwischenzusammentragplatz
210 zu entnehmen und dem Zusammentragplatz 213 zuzuführen. Die weitere Übergabeeinheit
212 kann ein Erkennungsmittel umfassen, die die einzelnen Passbuchseiten 108 erfassen
kann. Die weitere Übergabeeinheit 212 ist in diesem Falle dann ausgestaltet, die Passbuchseiten
108 anhand eines vorgebbaren Musters (beispielsweise anhand von aufgedruckten Seitenzahlen)
zu sortieren. Individualisierte oder personalisierte Passbuchseiten 108 lassen sich
damit beispielsweise an einer gewünschten Position des zusammengetragenen Heftes anordnen.
Vorzugsweise ist also die Übergabeeinheit 212 und/oder die Übergabeeinrichtung 208
ausgestaltet, eine vorgegebene Sortierreihenfolge der Passbuchseiten 108 umzusetzen.
[0040] In Figur 3 ist ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckeinrichtung 211
dargestellt. Um eine möglichst geringe Durchlaufzeit für den Herstellungsprozess der
Visaseiten eines Wert-, Ausweis- oder Sicherheitsdokuments 100 erzielen zu können,
weist die oberhalb der Vereinzelungseinrichtung 207 angeordnete Druckeinrichtung 211
eine erste Druckeinheit 320, eine Wendeeinheit 330 und eine zweite Druckeinheit 340
auf. Mit der ersten Druckeinheit 320 wird der zu bedruckende Nutzen 201 auf einer
ersten Nutzenseite 300 bedruckt. Mit der Wendeeinheit 330 wird der zu bedruckende
Nutzen 201 gewendet. Mit der zweiten Druckeinrichtung 340 wird der zu bedruckende
Nutzen 202 auf seiner zweiten Nutzenseite 301 bedruckt.
[0041] Die Druckeinrichtung 211 weist eine geschlossene Schienenbahn 230 auf, an dem eine
Mehrzahl von Nutzenaufnehmern 220 bewegbar angeordnet sind, die die zu bedruckenden
Nutzen 202 durch die Erzeugung von Unterdruck von einem Andienplatz 225 aufnehmen
und an der ersten Druckeinheit 320, der Wendeeinheit 330 und der zweiten Druckeinheit
340 vorbeiführen. Dabei ist es möglich, dass die Druckköpfe der Druckeinheiten 320,
340 statisch bezüglich der Schienenbahn 230 angeordnet sind und beim Druckvorgang
der Vorschub des zu bedruckenden Nutzens 201 durch das Verstellen der Nutzenaufnehmer
220 erfolgt. Hierbei sind die Nutzenaufnehmer 220 einzeln individuell ansteuerbar,
so dass es möglich ist, deren Geschwindigkeit und Laufrichtung individuell anzupassen.
Der zu bedruckende Nutzen 201 wird von einem der Nutzenaufnehmer 220 aufgenommen und
zunächst der ersten Druckeinheit 320 zugeführt, die mehrere Druckmodule 321, 322,
323, 324 aufweist. Jedes der Druckmodule 321, 322, 323, 324 kann den zu bedruckenden
Nutzen 201 beispielsweise mit einer eigenständigen Farbe bedrucken; häufigstes Beispiel
ist die Verwendung der Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK-Farbraum). Es
ist aber auch möglich, dass einzelne der Druckmodule 321, 322, 323, 324 mehrfarbig
drucken können und weitere der Druckmodule 321, 322, 323, 324 dann zur Veredelung
(z.B. zur Lackierung) des bedruckten zu bedruckenden Nutzens 201 vorgesehen sind.
Die einzelnen Druckmodule 321, 322, 323, 324 umfassen jeweils eine Mehrzahl von vorzugsweise
einzeln ansteuerbaren Druckdüsen, mit denen sich ein Druckbereich realisieren lässt,
der breiter ist als die Breite der zu bedruckenden Nutzen 201. Außerdem kann eine
in die Schienenbahn 230 integrierte oder diesem zugeordnete Positionserfassungseinheit
zur Erfassung der Position der Nutzenaufnehmer 220 vorgesehen sein. Vorzugsweise ist
zusätzlich ein Triggersystem vorgesehen, welches positionsbezogen zum zu bedruckenden
Substrat Triggersignale an die Druckeinheiten 320, 340 senden kann, durch welche,
selbst bei inkonstanter Fahrt unter dem Druckkopf hindurch, exakte Druckergebnisse
erzielt werden können. Auch können Trocknungseinrichtungen vorgesehen sein, durch
welche sich die bedruckte Nutzenseite trocknen lässt.
[0042] Die Wendeeinheit 330 ist dazu ausgelegt, den zu bedruckenden Nutzen 201 zu wenden
und umfasst einen Greifer 338, der den zu bedruckenden Nutzen 201 in dessen Randbereich
ergreift und umdreht.
[0043] Nach dem Wenden transportiert der Nutzenaufnehmer 220 den gewendeten, zu bedruckenden
Nutzen 201 weiter zu der zweiten Druckeinheit 340, die ebenfalls mehrere Druckmodule
341, 342, 343 aufweist. Die Druckmodule 341, 342, 343 der zweiten Druckeinheit 340
können den zu bedruckenden Nutzen 201 nun auf seiner zweiten Nutzenseite 302 bedrucken.
Wie bei der ersten Druckeinheit 320 können die Druckmodule 341, 342, 343 der zweiten
Druckeinheit 340 wieder einzelne Farben auf die zweite Nutzenseite aufbringen (CMYK-
oder auch RGB-Farbraum). Auch das Aufbringen von mehreren Farben durch ein einziges
Druckmodul 341, 342, 343 ist möglich, wobei auch Sonderfarben Einsatz finden können.
[0044] Nach dem Bedrucken der zweiten Nutzenseite 301 wird der nun beidseitig bedruckte
zu bedruckende Nutzen 201 durch den Nutzenaufnehmer 220 über den Zusammentragplatz
213 geführt und abgelegt. Hier wird er beispielsweise mit dem Stapel 209 nicht zu
bedruckender Nutzen 201 zusammengetragen.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 100
- Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument
- 102
- Einband
- 104
- Passbuchblock
- 106
- Datenkarte
- 108
- Passbuchseite
- 110
- Vorblatt
- 112
- Fälzelband
- 114
- Naht
- 116
- Passbild
- 118
- personenbezogene Information / personenbezogene Daten
- 120
- Lasche
- 122
- Mittellinie
- 124
- Außenseite
- 126
- Innenseite
- 200
- bogenförmiges Substrat
- 201
- zu bedruckender Nutzen
- 202
- nicht zu bedruckender Nutzen
- 203
- Bogenanleger
- 204
- Schneideinrichtung
- 205
- Magazin
- 206
- Transportrichtung
- 207
- Vereinzelungseinrichtung
- 208
- Übergabeeinrichtung
- 209
- Stapel
- 210
- Zwischenzusammentragplatz
- 211
- Druckeinrichtung
- 212
- Übergabeeinheit
- 213
- Zusammentragplatz
- 213.1
- erster Platz
- 213.2
- zweiter Platz
- 220
- Nutzenaufnehmer
- 225
- Andienplatz
- 230
- Schienenbahn
- 320
- erste Druckeinheit
- 321
- Druckmodul
- 322
- Druckmodul
- 323
- Druckmodul
- 324
- Druckmodul
- 330
- Wendeeinheit
- 338
- Greifer
- 340
- zweite Druckeinheit
- 341
- Druckmodul
- 342
- Druckmodul
- 343
- Druckmodul
1. Druckeinrichtung (211) zum Bedrucken eines oder mehrerer zu bedruckenden Nutzen (201)
eines zu verarbeitenden bogenförmigen Substrats (200), mit einer Mehrzahl von auf
einer geschlossenen Schienenbahn (230) beweglich angeordneten Nutzenaufnehmern (220),
die jeweils ausgestaltet sind, den zu bedruckenden Nutzen an einem Andienplatz (225)
aufzunehmen und an einen Zusammentragplatz (213) abzulegen, und mit einer zwischen
dem Andienplatz (225) und dem Zusammentragplatz (213) angeordneten Druckeinheit (320)
zum Bedrucken des zu bedruckenden Nutzens (201).
2. Druckeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit und/oder die Transportrichtung (206) der einzelnen Nutzenaufnehmer
(220) individuell steuerbar sind.
3. Druckeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nutzenaufnehmer (220) als Sauggreifer ausgebildet sind.
4. Druckeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Wendeeinrichtung (330) zum Wenden des zu bedruckenden Nutzens (201) vorgesehen
ist.
5. Druckeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wendeeinrichtung (330) der Schienenbahn (230) zugewiesen und neben der Schienenbahn
(230) angeordnet ist.
6. Druckeinrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Wendeeinrichtung (330) als ein Greifer ausgebildet ist.
7. Druckeinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer ausgestaltet ist, den zu bedruckenden Nutzen (201) in dessen Randbereich
zu ergreifen und umzudrehen.
8. Druckeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Druckeinheit (340) zum Bedrucken des zu bedruckenden Nutzens (201) auf
einer zweiten Nutzenseite vorgesehen ist.
9. Druckeinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Druckeinheit (320) und/oder die zweite Druckeinheit (340) jeweils eine
Mehrzahl von Druckdüsen umfasst, die derartig angeordnet sind, dass die Druckbreite
größer ist, als die Breite der zu bedruckenden Nutzen (201).
10. Verarbeitungssystem zum Bedrucken eines oder mehrerer zu bedruckenden Nutzen (201)
eines zu verarbeitenden bogenförmigen Substrats (200),
mit einer Schneideinrichtung (204) zum Zuschneiden eines mehrere Nutzen (201, 202)
aufweisenden, zu verarbeitenden bogenförmigen Substrats (200), mit einer Vereinzelungseinrichtung
(207) zum Vereinzeln oder Trennen eines oder mehrerer zu bedruckender Nutzen (201)
von einem oder von mehreren nicht zu bedruckenden Nutzen (202),
mit einer Druckeinrichtung (211) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zum Bedrucken des
zu bedruckenden Nutzens (201) auf einer ersten Nutzenseite (300), und
mit mindestens einem Zusammentragplatz (213) zum Zusammentragen des bedruckten zu
bedruckenden Nutzens (201) mit dem einen oder den mehreren nicht zu bedruckenden Nutzen
(202), wobei die Druckeinrichtung (211) vertikal versetzt gegenüber der Vereinzelungseinrichtung
(207) angeordnet ist.
11. Verarbeitungssystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vereinzelungseinrichtung (207) als eine Übergabeeinrichtung (208) gebildet ist,
dass die Übergabeeinrichtung (208) ausgestaltet ist, den zu bedruckenden Nutzen (201)
der Druckeinrichtung (211) zuzuführen, und dass die Übergabeeinrichtung (208) ausgestaltet
ist, den einen oder die mehreren nicht zu bedruckenden Nutzen (202) zu einem Stapel
(209) nicht zu bedruckender Nutzen (202) zusammenzutragen.
12. Verarbeitungssystem nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bogenanleger (203) vorgesehen ist, der ausgestaltet ist, das zu verarbeitende
bogenförmige Material (200) einem Magazin (205) vereinzelt zu entnehmen und der Schneideinrichtung
(204) zuzuführen.
13. Verfahren zum Bedrucken eines oder mehrerer zu bedruckender Nutzen (201) eines zu
verarbeitenden bogenförmigen Substrats (200), dieses umfassend die folgenden Schritte:
- Zuführen des zu verarbeitenden bogenförmigen Substrats (200) an eine Schneideinrichtung
(204);
- Zuschneiden des bogenförmigen Substrats (200) auf einzelne Nutzen (201, 202);
- Vereinzeln oder Trennen des zu bedruckenden Nutzen (201) von einem oder von mehreren
nicht zu bedruckenden Nutzen (202);
- Zuführen des zu bedruckenden Nutzens (201) an eine vertikal bezüglich der Schneideeinrichtung
(204) angeordnete Druckeinrichtung (211), nach einem der Ansprüche 1 bis 9;
- Bedrucken des zu bedruckenden Nutzens (201) auf einer ersten Nutzenseite; und
- Zusammentragen des bedruckten zu bedruckenden Nutzens (201) und des einen oder der
mehreren nicht zu bedruckenden Nutzens (202).
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Bedrucken der ersten Nutzenseite (300) des zu bedruckenden Nutzens (201),
die Schritte folgen:
- Wenden des zu bedruckenden Nutzens (201); und
- Bedrucken des zu bedruckenden Nutzens (201) auf einer zweiten Nutzenseite.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Nutzenseite mittels einer ersten Druckeinheit (320) einer Druckeinrichtung
(211) bedruckt wird, und dass die zweite Nutzenseite mittels einer zweiten Druckeinheit
(340) der Druckeinrichtung (211) bedruckt wird.