[0001] Die Erfindung betrifft ein System zur Herstellung und Bearbeitung eines buchförmigen
Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments. Außerdem betrifft die Erfindung ein entsprechendes
Verfahren.
[0002] Buchförmige Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokumente, beispielsweise Reisepässe,
umfassen einen Einband und einen Passbuchblock. Der Passbuchblock weist eine Datenkarte,
mehrere Passbuchseiten oder Visaseiten, ein Vorsatzblatt und ein Fälzelband auf, wobei
die Datenkarte eine entlang eines Randes mit einer Datenkarte verbundene Lasche aufweist.
Die Lasche der Datenkarte, die Passbuchseiten, das Vorsatzblatt und das Fälzelband
sind mit einer Naht miteinander vernäht. Eine Innenseite des Einbands ist mit einer
Außenseite des Vorsatzblattes verklebt. Außerdem sind der Einband und der Passbuchblock
miteinander verklebt und gefaltet. Ein Bestandteil des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
weist ein Identifikationsmerkmal auf, das die Art des buchförmigen Ausweis-, Wert-
oder Sicherheitsdokuments festlegt.
[0003] Das System umfasst eine Annahmevorrichtung für den Empfang der Datenkarte. Außerdem
ist eine Erkennungsvorrichtung vorgesehen, die ausgestaltet ist, das Identifikationsmerkmal,
welches vorzugsweise an der Datenkarte angebracht ist, zu erfassen und eine individuelle
Stückliste für das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument in Abhängigkeit von dem
erfassten Identifikationsmerkmal zu erstellen. Außerdem ist eine Anbringungsvorrichtung
vorgesehen zur Anbringung der Lasche an der Datenkarte. Diese Lasche ist dabei als
Bestandteil der Datenkarte zu erachten. Zusätzlich ist eine Passbuchseitenvorrichtung
vorgesehen zum Vereinzeln und Sortieren der Passbuchseiten, welche personen- und/oder
dokumentenspezifische Informationen enthalten können oder beispielsweise als Visaseiten
zur Aufnahme von Visastempel ausgebildet sind. Um das Fälzelband am Vorsatzblatt anbringen
zu können, ist eine Klebevorrichtung vorgesehen. Zusätzlich ist eine Nähvorrichtung
vorhanden zum Verbinden der Passbuchseiten, des Vorsatzblattes, des Fälzelbandes und
der Lasche mittels der Naht zu dem Passbuchblock. Das System weist außerdem eine Bereitstellungsvorrichtung
auf zur Bereitstellung des Einbandes, sowie eine Klebe-und Faltvorrichtung zum Verbinden
des Vorsatzblattes mit dem Einband und zum Falten zu einem Passbuchrohling. Um den
Passbuchrohling durch Beschneiden der Außenkanten des Passbuchrohlings zu bearbeiten,
ist eine Randbearbeitungsvorrichtung vorgesehen. Weiterhin ist eine Endbearbeitungsvorrichtung
mit mindestens einer Einheit zur Personalisierung des Ausweis-, Wert-, oder Sicherheitsdokuments
vorhanden, bei der beispielsweise in einem Speicherbereich eines Chips der Datenkarte
personen- und/oder dokumentenspezifische Daten gespeichert werden. Um die Datenkarte,
den Passbuchblock, den Passbuchrohling und/oder das Ausweis-, Wert-, oder Sicherheitsdokument
zwischen den einzelnen Vorrichtungen transportieren zu können, sind eine oder mehrere
Halte- und Transportvorrichtungen vorhanden.
[0004] Ein Herstellverfahren zur Herstellung eines Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
mit einem solchen System umfasst die folgenden Schritte:
A) Empfang einer Datenkarte mittels einer Annahmevorrichtung,
B) Erfassen eines Identifikationsmerkmals , welches vorzugsweise an der Datenkarte
angebracht ist, mittels einer Erkennungsvorrichtung,
D) Erstellen einer Stückliste für das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument in
Abhängigkeit von dem erfassten Identifikationsmerkmal,
E) Anbringen einer Lasche an einem Rand der Datenkarte mittels einer Anbringungsvorrichtung
zur Anbringung einer Lasche an der Datenkarte,
F) Bereitstellen eines Vorsatzblattes und Anbringen eines Fälzelbandes am Vorsatzblatt
mittels einer Klebevorrichtung zur Bereitstellung und Anbringung des Fälzelbandes,
G) Zusammentragen und Sortieren von Passbuchseiten in Abhängigkeit von der Stückliste
mittels einer Passbuchseitenvorrichtung zum Sammeln und Verbinden der Passbuchseiten,
H) Bereitstellen eines mit einer Klebstoffschicht beschichteten Einbandes für das
Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument mittels einer Bereitstellungsvorrichtung
zur Bereitstellung des Einbandes,
I) Verbinden der Passbuchseiten, des Vorsatzblattes, des Fälzelbandes sowie der Lasche
zu einem Passbuchblock mittels einer Nähvorrichtung,
J) Verbinden des Vorsatzblattes mit dem Einband zu einem Passbuchrohling und Falten
des Passbuchrohlings mittels einer Klebe- und Faltvorrichtung,
K) Randbearbeitung des Passbuchrohlings durch Erstellung der äußeren Form des Ausweis-,
Wert- oder Sicherheitsdokuments mittels einer Randbearbeitungsvorrichtung, und
L) Personalisieren und/oder Kontrollieren des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
mittels einer Endbearbeitungsvorrichtung.
[0005] In der
DE 10 2015 202 995 A1 ist ein System gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 gezeigt. Außerdem wird darin
ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 15 beschrieben. Das System und das
Verfahren haben sich sehr gut bewährt. Bei diesem bekannten System lässt sich eine
Taktzeit von ungefähr 30 bis 40 Sekunden pro Ausweis-, Wert-, oder Sicherheitsdokument
erzielen. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass sich die Taktzeit, die Durchlaufzeit
oder Herstellzeit des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments beim Auftreten einer
Störung an einer ersten Vorrichtung des Systems verzögert, weil dann auch dazu nachfolgende
oder dazu parallele, störungsfrei produzierende Vorrichtungen des Systems in ihrer
Weiterproduktion beeinträchtigt sind.
[0006] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein System und ein Verfahren
zur Herstellung eines Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments bereitzustellen, bei
denen der Durchsatz oder die Taktzeit verbessert ist.
[0007] Die das System betreffende Aufgabe wird durch ein System mit dem Merkmalsbestand
des Anspruchs 1 gelöst. Insbesondere ist dabei ein erstes Pufferlager vorgesehen,
das vorzugsweise einem ersten Portalsystem angehört.
[0008] Das erste Portalsystem, insbesondere dessen erstes Pufferlager, ist puffereingangsseitig
oder portaleingangsseitig mit der Passbuchseitenvorrichtung, der Anbringungsvorrichtung
und der Klebevorrichtung produktionsverbunden. Das erste Portalsystem, insbesondere
dessen erstes Pufferlager, ist pufferausgangsseitig oder portalausgangseitig mit der
Nähvorrichtung produktionsverbunden zur Entkopplung eines ersten Produktionsflusses
von einem zweiten Produktionsfluss.
[0009] Unter "produktionsverbunden" ist eine Verbindung im Sinne eines Produktionsflusses
zu verstehen, so dass nicht notwendigerweise eine physische Verbindung vorhanden sein
muss. "Produktionsverbunden" bedeutet also, dass eine Übergabe der Einzelbestandteile
des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments zwischen den einzelnen Vorrichtungen
und dem Portalsystem erfolgt.
[0010] Mit dem System ist der Vorteil verbunden, dass der erste Produktionsfluss, der sich
vorzugsweise aus einem Teilproduktionsfluss der Passbuchseitenvorrichtung, einem Teilproduktionsfluss
der Anbringungsvorrichtung und einem Teilproduktionsfluss der Klebevorrichtung zusammensetzt,
durch das erste Portalsystem und dessen ersten Pufferlager von einem zweiten Produktionsfluss
entkoppelt ist. Die Pufferung findet gezielt bereits vor der Bearbeitung durch eine
Nähvorrichtung statt, um die einzelnen Teilproduktionsflüsse in der Passbuchseitenvorrichtung,
in der Anbringungsvorrichtung und in der Klebevorrichtung flexibel produzieren zu
lassen.
[0011] Die Passbuchseitenvorrichtung kann dabei einen Stapel an Passbuchseiten bearbeiten
oder produzieren und im ersten Pufferlager ablegen. Zeitgleich kann die Anbringungsvorrichtung
die Lasche an der Datenkarte anbringen und ebenfalls dem ersten Pufferlager zuführen.
Ebenfalls zeitgleich kann die Klebevorrichtung das Fälzelband am Vorsatzblatt anbringen
und dem ersten Pufferlager zuführen. Im Pufferlager kann eine Mehrzahl von Passbuchseitenstapeln,
eine Mehrzahl von Datenkarten mit Lasche und eine Mehrzahl von Vorsatzblättern mit
Fälzelband gelagert werden, die in der im Herstellprozess nachgelagerten Nähvorrichtung
- mithin also im zweiten Produktionsfluss - weiterverarbeitet werden können; und zwar
auch dann, wenn innerhalb des ersten Produktionsflusses eine Störung auftreten sollte.
[0012] Um die Taktzeit für die Herstellung des Ausweis-, Wert-, oder Sicherheitsdokuments
weiter herabsetzen zu können, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn ein zweites
Pufferlager vorgesehen ist, das vorzugsweise einem zweiten Portalsystem angehört.
Das zweite Pufferlager ist puffereingangsseitig oder portaleingangsseitig mit der
Klebe- und Faltvorrichtung und pufferausgangsseitig oder portalausgangseitig mit der
Randbearbeitungsvorrichtung produktionsverbunden zur Entkopplung des zweiten Produktionsflusses
von einem dritten Produktionsfluss. Die mittels der Klebe- und Faltvorrichtung mit
dem Passbuchblock verbundenen Einbände (also die Passbuchrohlinge) werden dabei dem
zweiten Pufferlager zugeführt, bevor sie in den dritten Produktionsfluss eintreten.
Sollte also an der Nähvorrichtung oder der Bereitstellungsvorrichtung für den Einband
eine Störung auftreten, so kann die nachfolgende Randbearbeitungsvorrichtung und/oder
die nachfolgende Endbearbeitungsvorrichtung im dritten Produktionsfluss weiterarbeiten,
und zwar so lange, bis das zweite Pufferlager leer ist. Auch hierdurch ist also eine
Entkopplung geschaffen, die die Taktzeit für die Herstellung des Ausweis-, Wert-oder
Sicherheitsdokuments verringert.
[0013] Alternativ oder zusätzlich weist das System ein drittes Pufferlager auf zur Entkopplung
eines Prozesses des Bereitstellens des Einbandes und eines Prozesses des Zusammenführens
des Einbandes mit dem Passbuchblock. Somit ist auch hier gewährleistet, dass die Kaschierung
des Einbandes bei einer Störung in einem der anderen Produktionsflüsse nicht beeinträchtigt
ist. Kaschierte Einbände werden dann in das dritte Pufferlager zwischengelagert bevor
diese mit dem Passbuchblock zusammengetragen und/oder verklebt werden.
[0014] Von Vorteil ist außerdem, wenn die Passbuchseitenvorrichtung eine Schneideinrichtung
zum Zuschneiden eines Druckbogens auf einzelne Nutzen umfasst. Zusätzlich umfasst
dann die Passbuchseitenvorrichtung eine Druckeinrichtung zum Bedrucken zumindest eines
der vereinzelten Nutzen sowie eine Zusammentrageinrichtung zum Zusammentragen des
bedruckten Nutzens mit einem oder mit mehreren nicht bedruckten Nutzen zu einem Stapel
an Passbuchseiten oder zur Bereitstellung des zusammengetragenen Stapels an Passbuchseiten.
Auch hierdurch werden Störungen des Systems vermieden, denn die Passbuchseitenvorrichtung
kann nunmehr kontrolliert kleinere Blätter bedrucken. Zusätzlich ist ein sehr viel
geringerer Platzbedarf für die Herstellung der Passbuchseiten notwendig. Außerdem
lässt sich eine exaktere Ausrichtung durch den vorherigen exakten Schnitt nach Schnittmarken
der Nutzen zum Bedrucken erzielen. Auch beim Handling des Druckbogens kommt es jetzt
nicht mehr vor, dass sich dieser wellt und gegebenenfalls am Druckkopf der Druckeinrichtung
streift, was üblicherweise zu Streifen im Druckbild der Passbuchseiten geführt hatte.
[0015] Ein Wellen des Druckbogens lässt sich außerdem dadurch verhindern, dass die Schneideinrichtung
der Passbuchseitenvorrichtung eine Transporteinrichtung aufweist, die ein oder mehrere
Transportbandpaare an gegenpolig magnetisierten oder magnetisierbaren Transportbändern
umfasst, und dass zwischen den Transportbändern zumindest zeitweise ein Transportspalt
vorhanden ist zum ziehenden Transport des Druckbogens mittels der Transportbänder.
Die Transportbänder können durch die gegenseitige magnetische Anziehung einen Druckbogen
zwischen sich klemmen und transportieren.
[0016] Eine besonders kompakte Schneideinrichtung und damit kompakte Passbuchseitenvorrichtung
ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl der Transportbandpaare vorhanden ist,
welche derart zueinander ausgerichtet sind, dass ein oder mehrere Spaltenzwischenräume
und ein oder mehrere Reihenzwischenräume entstehen. In diesen Spaltenzwischenräumen
und/oder den Reihenzwischenräumen ist ein oder sind mehrere rotierend antreibbare
Rollenmesser und/oder ein oder mehrere verschiebbar geführte Messer der Schneideinrichtung
angeordnet. Diese sind ausgestaltet, den Druckbogen in einer Längsrichtung und in
einer Querrichtung auf einzelne Nutzen zuzuschneiden.
[0017] Um auch beim Bedrucken des einzelnen zu bedruckenden Nutzens eine möglichst geringe
Taktzeit erzielen zu können, hat es sich als sinnvoll erwiesen, wenn die Druckeinrichtung
der Passbuchseitenvorrichtung eine Transporteinrichtung mit einer Mehrzahl von auf
einer geschlossenen Schienenbahn beweglich angeordneten Nutzenaufnehmern zum vereinzelten
Aufnehmen des zu bedruckenden Nutzens aufweist, und wenn die Druckeinrichtung eine
erste Druckeinheit zum Bedrucken des zu bedruckenden Nutzens auf zumindest einer ersten
Nutzenseite umfasst. Die Nutzenaufnehmer können dabei getrennt voneinander angesteuert
werden, und auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit entlang der Schienenbahn verstellt
werden. Dadurch kann also der Nutzenaufnehmer im Bereich der Druckeinheit mit einer
geringeren (oder auch höheren) Geschwindigkeit entlang der Schienenbahn verfahren
werden als dies außerhalb dieses Bereiches der Fall ist. Außerdem kann auch einer
der Nutzenaufnehmer stillstehen und einen zu bedruckenden Nutzen aufnehmen, während
ein zweiter Nutzenaufnehmer entlang der Schienenbahn verstellt wird und einen bereits
bedruckten Nutzen wieder einem (ersten) Zwischenzusammentragplatz zuführt.
[0018] In diesem Zusammenhang hat es sich auch als sinnvoll erwiesen, wenn die Druckeinrichtung
eine Wendeeinheit umfasst. Somit kann die erste Druckeinheit den zu bedruckenden Nutzen
auf einer ersten Nutzenseite bedrucken und der Nutzenaufnehmer mit dem auf der ersten
Nutzenseite bedruckten Nutzen dann zur Wendeeinheit verstellt werden. Diese wendet
den zu bedruckenden Nutzen. Anschließend kann der Nutzenaufnehmer den gewendeten zu
bedruckenden Nutzen der ersten Druckeinheit erneut zuführen, wo er auf seiner zweiten
Nutzenseite ebenfalls bedruckt wird. Um diesen Prozess weiter zu beschleunigen, hat
es sich als sinnvoll erwiesen, wenn die Druckeinrichtung eine, insbesondere der Wendeeinheit
nachgelagerte zweite Druckeinheit umfasst, um den Nutzen auf seiner zweiten Nutzenseite
zu bedrucken.
[0019] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Passbuchseitenvorrichtung eine Entkopplungseinheit
umfasst zur Entkopplung des Zuschneidens des Druckbogens durch die Schneideinrichtung
von dem Bedrucken der Nutzen durch die Druckeinrichtung. Auch beim Ausfall eines der
Druckeinheiten der Druckeinrichtung kann - verlangsamt - weiter produziert werden.
Die Druckeinrichtung ist damit auch in sich entkoppelt.
[0020] Um den zweiten Produktionsfluss im Falle einer Störung bei der Klebe- und Faltvorrichtung
aufrechtzuerhalten, hat es sich als bevorzugt gezeigt, dass ein redundantes Falzlaminationssystem
vorgesehen ist, das eine erste und eine zweite Klebe- und Faltvorrichtung umfasst.
Dabei kann diejenige Klebe- und Faltvorrichtung weiter produzieren, welche keiner
Störung unterliegt.
[0021] Um den zweiten Produktionsfluss zusätzlich zu verkürzen, hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, wenn die Nähvorrichtung eine Redundanz aufweist. Die Nähvorrichtung besitzt
dann eine erste Näheinheit und eine zweite Näheinheit, die ausgestaltet sind, die
Passbuchseiten, das Vorsatzblatt, das Fälzelband und die Lasche mittels der Naht zum
Passbuchblock zu verbinden.
[0022] Es ist sinnvoll, wenn der Randbearbeitungsvorrichtung eine Entkopplungseinheit zugeordnet
ist. Hierbei kann die Entkopplungseinheit als ein Rundtakttisch gebildet sein. Diese
Entkopplungseinheit kann zugleich eine Zuführeinrichtung darstellen.
[0023] Außerdem ist es möglich, dass die Endbearbeitungsvorrichtung eine, vorzugsweise optische,
Einheit zur Qualitätskontrolle der Datenkarte und/oder eines Druckbildes von Bestandteilen
des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments aufweist, dass die Endbearbeitungsvorrichtung
eine Einheit zur Anbringung einer, vorzugsweise mittels eines Lasers erzeugten, Perforation
aufweist, und dass die Endbearbeitungsvorrichtung eine Einheit aufweist, die ausgestaltet
ist, personen- und/oder dokumentenspezifischen Informationen in einen im Ausweis-,
Wert- oder Sicherheitsdokument vorgesehenen Chip mit einem Speicherbereich zu schreiben
und eine, vorzugsweise optische, Qualitätskontrolle der Perforation durchzuführen.
Hierdurch lässt sich bei der Endbearbeitung oder Personalisierung ein vorwärts gerichteter
Prozessablauf erzielen, der keine Rückschritte machen muss.
[0024] Während des Transports des buchförmigen Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
kann es vorkommen, dass sich dieses auffaltet, oder dass eine Zuordnung des Dokuments
zu einer bestimmten Person oder zu einer bestimmten Behörde oder Gesellschaft fehlschlägt.
Um außerdem Störungen durch das Auffalten des Buches zu vermeiden, hat es sich als
sinnvoll erwiesen, wenn die Endbearbeitungsvorrichtung einen Etikettenapplikator aufweist
zur Anbringung eines Etiketts an einer oder um eine vom Buchrücken abweichenden Kante
des Ausweis-, Wert-, oder Sicherheitsdokuments. Damit kann das Ausweis-, Wert- oder
Sicherheitsdokument mittels des Etiketts geschlossen gehalten werden und gegebenenfalls
zusätzlich mit einem darauf vorgesehenen Druck oder einer Prägung personen- und/oder
dokumentenspezifisch individualisiert werden.
[0025] Die das Verfahren betreffende Aufgabe wird durch ein Verfahren mit dem Merkmalsbestand
des Anspruchs 15 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind nachstehend angegeben.
Insbesondere wird das bekannte Verfahren dahingehend verändert, dass beim oder nach
dem Erfassen des Identifikationsmerkmals das Anbringen der Lasche am Rand der Datenkarte
mittels der Anbringungsvorrichtung (Schritt E)), das Bereitstellen des Vorsatzblattes
mit dem Fälzelband mittels einer Klebevorrichtung (Schritt F)) oder das Zusammentragen
und Sortieren der Passbuchseiten (Schritt G)) in Abhängigkeit von der Stückliste mittels
der Passbuchseitenvorrichtung beim Erfassen des Identifikationsmerkmals eines nachfolgenden
Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments begonnen wird, auch wenn einer der beiden
übrigen Schritte E), F) oder G) des vorherigen Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
noch nicht abgeschlossen ist. Damit ist es möglich, dass die einzelnen Vorrichtungen
unabhängig voneinander weiterproduzieren, auch wenn an einer der Vorrichtungen eine
Störung auftreten sollte.
[0026] In diesem Zusammenhang hat es sich als sinnvoll erwiesen, wenn während des Anbringens
einer Lasche am Rand der Datenkarte (Schritt E)) bereits eine weitere Datenkarte eines
nachfolgenden Ausweis-, Wert-, oder Sicherheitsdokuments mittels der Annahmevorrichtung
empfangen und deren Identifikationsmerkmal mittels der Erkennungsvorrichtung erfasst
wird, wobei eine weitere Stückliste für das nachfolgende Ausweis-, Wert-oder Sicherheitsdokument
erstellt wird. Diese Stückliste wird vorzugsweise elektronisch, insbesondere vorrichtungsbezogen
allen Vorrichtungen des Systems zugeführt oder übermittelt.
[0027] Es ist von Vorteil, wenn nach der Herstellung der Datenkarte mit Lasche (Schritt
E)) und/oder nach der Herstellung des Vorsatzblattes mit Fälzelband (Schritt F)) und/oder
nach der Herstellung der zusammengetragenen Passbuchseiten (Schritt G)) diese einem
ersten Pufferlager, welches vorzugsweise einem ersten Portalsystem angehört, zugeführt
werden, welches pufferausgangsseitig oder portalausgangseitig mit der Nähvorrichtung
produktionsverbunden ist. Hierdurch lässt sich ein erster Produktionsfluss von einem
zweiten Produktionsfluss entkoppeln, so dass Störungen oder Verzögerungen durch Nachlegen
eines Rohmaterials für die Teilproduktionsflüsse des ersten Produktionsflusses nicht
zu Verzögerungen im zweiten Produktionsfluss führen.
[0028] In diesem Zusammenhang ist es ebenfalls vorteilhaft, wenn der Passbuchrohling nach
seiner Herstellung einem zweiten Pufferlager, welches vorzugsweise einem zweiten Portalsystem
angehört, zugeführt wird, welches pufferausgangsseitig oder portalausgangseitig mit
der Randbearbeitungsvorrichtung produktionsverbunden ist. Hierdurch lässt sich der
zweite Produktionsfluss von einem dritten Produktionsfluss entkoppeln, was zu einer
geringeren Durchlauf- oder Taktzeit führt.
[0029] Zur Reduzierung der Taktzeit der Herstellung des Ausweis-, Wert-, oder Sicherheitsdokuments
hat es sich als sinnvoll erwiesen, wenn die Einbände nach Anbringen einer Klebstoffschicht
(Schritt H)), das heißt nach dem Kaschieren der Einbände, einem dritten Pufferlager
zugeführt werden.
[0030] Eine weitere Verringerung der Taktzeit oder der Durchlaufzeit für die Erstellung
des Ausweis-, Wert oder Sicherheitsdokuments lässt sich erreichen, wenn das erste
Pufferlager und/oder das zweite Pufferlager und/oder das dritte Pufferlager in einem
Normalbetrieb des Systems bei einem Füllgrad von zwischen 40 und 60 Prozent einer
Gesamtkapazität des jeweiligen Pufferlagers gehalten wird. Vorzugsweise wird das jeweilige
Pufferlager mit einem Füllstand von 50 Prozent gehalten, wodurch der durch das Pufferlager
bereitgestellte Puffer immer in zwei Richtungen wirkt. Dies bedeutet, dass bei einer
vor dem Pufferlager auftretenden Störung der nachfolgende Produktionsprozess aus dem
zwischen 40 und 60 Prozent liegenden Füllgrad bedient und damit aufrechterhalten bleiben
kann. Bei einer im Produktionsprozess nach dem Pufferlager auftretenden Störung kann
der dem Pufferlager vorgelagerte Produktionsprozess weiterhin aufrechterhalten bleiben
und damit "in" das jeweilige Pufferlager weiterproduzieren. Unter "Normalbetrieb des
Systems" ist damit also ein Betrieb des Systems zu verstehen, bei dem alle Vorrichtungen
störungsfrei funktionieren oder produzieren.
[0031] Es hat sich als besonders bevorzugt erwiesen, wenn im Rahmen des Schrittes L) eine
optische Qualitätskontrolle der Datenkarte und/oder eines Druckbildes von Bestandteilen
des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments mittels einer Einheit der Endbearbeitungsvorrichtung
durchgeführt wird, wenn daran anschließend eine Perforation in das oder in Bestandteile
des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments mittels einer Einheit der Endbearbeitungsvorrichtung
eingebracht wird, und wenn daran anschließend eine Qualitätskontrolle der Perforation
mittels einer Einheit der Endbearbeitungsvorrichtung durchgeführt wird, wobei das
Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument mittels der Halte- und Transportvorrichtung
entlang einer umkehrpunktfreien Trajektorie zwischen den Einheiten bewegt wird. Damit
lässt sich ein vorwärts gerichteter Produktionsablauf für die Endbearbeitung realisieren,
der keine Rückschritte machen muss.
[0032] Im Folgenden wird die Erfindung an einem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel
näher erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines buchartigen Ausweis-, Wert-, oder Sicherheitsdokuments,
- Fig. 2a-2f)
- Verfahrensschritte zur Herstellung des buchartigen Ausweis-, Wert-oder Sicherheitsdokuments
aus Figur 1,
- Fig. 3a
- ein System zur Herstellung und Bearbeitung eines buchförmigen Ausweis-, Wert-, oder
Sicherheitsdokuments,
- Fig. 3b
- das System aus Figur 3a mit eingezeichneten Produktionsflüssen,
- Fig. 4
- eine Passbuchseitenvorrichtung des Systems aus Figur 3,
- Fig. 5
- einen Ausschnitt einer Transporteinrichtung der Passbuchseitenvorrichtung aus Figur
4,
- Fig. 6
- einen weiteren Ausschnitt der Transporteinrichtung der Passbuchseitenvorrichtung aus
Figur 4,
- Fig. 7
- eine Schneideinrichtung der Passbuchseitenvorrichtung aus Figur 4,
- Fig. 8
- eine Detailansicht der Schneideinrichtung aus Figur 7,
- Fig. 9
- eine weitere Detailansicht der Schneideinrichtung aus Figur 7,
- Fig. 10
- die Druckeinrichtung der Passbuchseitenvorrichtung aus Figur 4,
- Fig. 11
- eine Klebevorrichtung des Systems aus Figur 3a,
- Fig. 12
- eine Anbringungsvorrichtung des Systems aus Figur 3a,
- Fig. 13
- eine Bereitstellungsvorrichtung des Systems aus Figur 3a,
- Fig. 14
- eine Klebe- und Faltvorrichtung des Systems aus Figur 3a,
- Fig. 15
- eine Randbearbeitungsvorrichtung des Systems aus Figur 3a,
- Fig. 16
- eine Halte-und Transportvorrichtung des Systems aus Figur 3a, und
- Fig. 17
- einen Etikettenapplikator des Systems aus Figur 3a.
[0033] In Figur 1 ist ein buchförmiges Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument 100 gezeigt.
Das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument 100 ist beispielsweise ein Identifikationsdokument,
insbesondere ein Reisepass oder ein Personalausweis. Das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument
100 weist einen Einband 102 sowie einen im Einband 102 gehaltenen Passbuchblock 104
auf. Der Passbuchblock 104 besteht aus einer Datenkarte 106, mehreren Passbuchseiten
108, einem Vorsatzblatt 110 sowie einem Fälzelband 112, die mit einer Naht 114 miteinander
verbunden sind.
[0034] Die Datenkarte 106 ist eine kunststoff-, oder papierbasierte Karte, auf der personen-
und/oder dokumentenspezifische Informationen aufgebracht sind. Beispielsweise kann
die Datenkarte 106 ein Passbild 116 und personenbezogene Informationen 118 eines Nutzers
aufweisen. Die Informationen 118 sind vorzugsweise in einer maschinenlesbaren Form
auf die Datenkarte 106 aufgebracht. Die Datenkarte 106 weist ebenfalls ein maschinenlesbares
Identifikationsmerkmal auf, das die Datenkarte 106 eindeutig während des Herstellungsprozesses
des Ausweis-, Wert-oder Sicherheitsdokuments 100 identifiziert. Die Datenkarte 106
weist des Weiteren einen Chip auf, in dem personen- und/oder dokumentenspezifische
Informationen gespeichert werden können. Insbesondere weist der Chip einen gesicherten
Speicherbereich zur Speicherung der personen- und/oder dokumentenspezifischen Informationen
auf. Des Weiteren kann die Datenkarte 106 sichtbare und/oder unsichtbare Sicherheitsmerkmale
aufweisen, die ein Fälschen der Datenkarte 106 verhindern.
[0035] An der Datenkarte 106 ist eine, insbesondere flexible, Lasche 120 vorgesehen, die
aus einem Endlosband 220 hergestellt ist. Das Endlosband 220 besteht aus einem Gewebe,
das mit einem flexiblen Kunststoffmaterial beschichtet und/oder ummantelt ist. Die
Lasche 120 ist form- und/oder stoffschlüssig an der Datenkarte 106 befestigt und somit
Teil der Datenkarte 106. Auf der Lasche 120 können weitere Sicherheitsmerkmale vorgesehen
sein.
[0036] Die Passbuchseiten 108 sind jeweils aus einem Druckbogen 304, vorzugsweise einem
Papierbogen geschnitten und entlang ihrer Mittellinie 122 gefaltet. Die Passbuchseiten
108 können bedruckt sein, beispielsweise mit weiteren personen- und/oder dokumentenspezifischen
Informationen, Seitenzahlen oder anderen Informationen. Im Falle des deutschen Reisepasses
werden diese personen- und/oder dokumentenspezifischen Daten und Informationen unter
Ziffern 11 bis 14 auf der ersten oder den ersten Passbuchseiten 108 aufgedruckt oder
aufgebracht sein. Die Passbuchseiten 108 können des Weiteren für den Empfang von Stempeln,
beispielsweise Visastempeln, vorbereitet sein. Vorzugsweise enthalten die Passbuchseiten
108 ebenfalls Sicherheitsmerkmale, die ein Fälschen der Passbuchseiten 108 verhindern.
Die Sicherheitsmerkmale können beispielweise aufgedruckt, in die Passbuchseiten 108
eingearbeitet oder in diese eingebracht sein. Beispielsweise enthalten die Passbuchseiten
108 eine Perforation, wobei sich die Perforation durch die Passbuchseiten 108 vorzugsweise
konisch verjüngt.
[0037] Das Vorsatzblatt 110 bildet den äußeren Abschluss des Passbuchblocks 104. Mit einer
Außenseite 124 des Vorsatzblattes 110 wird der Passbuchblock 104 auf eine Innenseite
126 des Einbandes 102 aufgeklebt.
[0038] Das Fälzelband 112 dient als Verstärkung des Nahtbereichs und ist vor dem Vernähen
des Passbuchblocks 104 auf die Außenseite 124 des Vorsatzblattes 110 aufgeklebt.
[0039] Die Herstellung des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments 100 soll nachfolgend
anhand der Figuren 2a bis 2f beschrieben werden.
[0040] In einem ersten Verfahrensschritt wird die Datenkarte 106 bereitgestellt und die
Lasche 120 an der Datenkarte angebracht (Figur 2a). Dabei wird die Lasche 120 in einem
Überlappungsbereich 121 form- und/oder stoffschlüssig mit der Datenkarte 106 verbunden
und auf die gewünschte Länge geschnitten.
[0041] Anschließend wird das Fälzelband 112 auf den Nahtbereich des Vorsatzblattes 110 aufgebracht
und der Passbuchblock 104 bestehend aus den Passbuchseiten 108, der Datenkarte 106
und dem Vorsatzblatt 110 zusammengestellt (Figur 2b). Die Datenkarte 106 wird derart
in den Passbuchblock 104 eingelegt, dass die Lasche 120 im Nahtbereich angeordnet
ist.
[0042] Anschließend wird der Passbuchblock 104 mit einer Naht 114 entlang der Mittellinie
122 der Passbuchseiten 108 vernäht (Figur 2c).
[0043] Nach oder zeitgleich mit dem Vernähen des Passbuchblocks 104 wird der Einband 102
bereitgestellt. Die Innenseite 126 des Einbands 102 wird mit der Außenseite 124 des
Vorsatzblattes 110 verklebt und der so entstandene Passbuchrohling 128 gefaltet (Figuren
2d und 2e).
[0044] Anschließend werden die freien Ränder des Passbuchrohlings 128 bearbeitet und somit
der Passbuchrohling 128 auf das endgültige Format des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
100 geschnitten (Figur 2f). Als freie Ränder werden die an den Buchrücken angrenzenden
Ränder sowie der dem Buchrücken gegenüberliegende Rand des Passbuchrohlings 128 bzw.
des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments 100 angesehen.
[0045] Nachfolgend können weitere Sicherheitsmerkmale, beispielsweise eine Perforation,
auf die Passbuchseiten 108 aufgebracht oder in diese eingebracht werden. Nach der
Herstellung des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments 100 erfolgt üblicherweise
eine weitere Bearbeitung in Form einer Qualitätskontrolle und ein Personalisieren
des Chips der Datenkarte 106.
[0046] Die Herstellung eines solchen Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments 100 erfolgt
in einem in Figuren 3a und 3b schematisch dargestellten System 150.
[0047] Dieses System 150 ist in einem Systemgehäuse 156 angeordnet. Es umfasst eine Anbringungsvorrichtung
200 zum Anbringen der Lasche 120 der Datenkarte 106, eine Passbuchseitenvorrichtung
300 zur Herstellung der Passbuchseiten 108, eine Klebevorrichtung 400 zur Bereitstellung
und Anbringung des Fälzelbandes 112 am Vorsatzblatt 110, sowie eine Nähvorrichtung
500 zum Verbinden der Passbuchseiten 108, des Vorsatzblattes 110, des Fälzelbandes
112 und der Lasche 120. Weiterhin umfasst das System 150 eine Bereitstellungsvorrichtung
600 für die Bereitstellung des mit einer Klebstoffschicht 612 versehenen Einbandes
102. Zusätzlich ist eine Klebe- und Faltvorrichtung 700 vorgesehen, die ausgestaltet
ist, den Passbuchblock 104 mit dem Einband 102 zu falten und anschließend zu verkleben.
Außerdem weist das System 150 eine Randbearbeitungsvorrichtung 800, eine Endbearbeitungsvorrichtung
850 sowie mehrere Halte- und Transportvorrichtungen 950, 952, 954, 1000 für den Transport
der Datenkarte 106, des Passbuchblocks 104, des Passbuchrohlings 128 und/oder eines
Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments 100 auf. Die Halte- und Transportvorrichtungen
950, 952, 954, 1000 sind also ausgestaltet, das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument
100 oder Bestandteile davon vorzugsweise vereinzelt zu transportieren.
[0048] Vorliegend sind die Halte- und Transportvorrichtung 950, die Halte- und Transportvorrichtung
952 und die Halte- und Transportvorrichtung 954 jeweils als ein linear verfahrbarer
Handling gebildet. Diese Handlinge weisen gegenüber Mehrachsrobotern den Vorteil auf,
dass sie sehr viel schneller zwischen den entsprechenden Annahme- oder Übergabepositionen
der einzelnen Vorrichtungen des Systems 150 verfahren werden können.
[0049] Darüber hinaus ist eine Annahmevorrichtung 250 für die Datenkarte 106 vorgesehen,
die in der hier gezeigten Ausführungsform Teil der Anbringungsvorrichtung 200 ist.
Die Annahmevorrichtung 250 kann die Datenkarte 106 einzeln oder blockweise entgegennehmen
und der weiteren Herstellungsvorrichtung zuführen.
[0050] Des Weiteren ist eine Steuerung 152 vorgesehen, die mit den Vorrichtungen 200, 250,
300, 400, 500, 600, 700, 800, 850, dem Etikettenapplikator 860 sowie den Halte- und
Transportvorrichtungen 950, 952, 954, 1000 gekoppelt ist oder in einer Kommunikationsverbindung
steht. Die Steuerung 152 ist vorzugsweise derart ausgebildet, dass diese die Position
der Datenkarte 106 bzw. der Bestandteile des der Datenkarte 106 zugeordneten Ausweis-,
Wert- oder Sicherheitsdokuments 100 nachverfolgen kann. Somit kann die Steuerung 152
das Identifikationsmerkmal oder eine mit dem Identifikationsmerkmal in Verbindung
stehende Stückliste an die jeweiligen Vorrichtungen des Systems 150 übermitteln.
[0051] Erfindungsgemäß weist das System 150 ein erstes Portalsystem 900 auf, welches ein
erstes Pufferlager 902 umfasst. Das Portalsystem 900 ist eingangsseitig mit der die
Passbuchseiten 108 bereitstellenden Passbuchseitenvorrichtung 300, der die Datenkarte
106 mit Lasche 120 bereitstellenden Anbringungsvorrichtung 200 und der das Vorsatzblatt
110 mit den Fälzelband 112 bereitstellenden Klebevorrichtung 400 produktionsverbunden.
Das erste Portalsystem 900 mit seinem ersten Pufferlager 902 ist portalausgangseitig
mit der den Passbuchblock 104 vernähenden Nähvorrichtung 500 produktionsverbunden.
[0052] Dies ist anhand von Figur 3b näher verdeutlicht. Darin ist ein erster Produktionsfluss
904 zu erkennen, der zum ersten Portalsystem 900 bzw. zu dessen ersten Pufferlager
902 führt. Der erste Produktionsfluss 904 untergliedert sich in einen Teilproduktionsfluss
906, bei welchem die Passbuchseiten 108 bzw. die Visablätter hergestellt werden und
diese dann dem ersten Pufferlager 902 zugeführt werden. Weiterhin untergliedert sich
der erste Produktionsfluss 904 in einen Teilproduktionsfluss 908, bei welchem das
Fälzelband 112 am Vorsatzblatt 110 angebracht wird und diese dann dem ersten Pufferlager
902 zugeführt werden. Letztlich zergliedert sich der erste Produktionsfluss 904 auch
in den Teilproduktionsfluss 910, bei dem die Lasche 120 einer Datenkarte 106 an einer
laschenlosen Datenkarte 106 angebracht wird und diese dann dem ersten Pufferlager
902 zugeführt wird.
[0053] Dieses erste Pufferlager 902 entkoppelt den ersten Produktionsfluss 904 mit seinen
Teilproduktionsflüssen 906, 908, 910 von einem dem ersten Pufferlager 902 nachfolgenden
zweiten Produktionsfluss 924.
[0054] Der zweite Produktionsfluss 924 umfasst einen Teilproduktionsfluss 926, bei dem die
Passbuchseiten 108, das Vorsatzblatt 110 mit dem Fälzelband 112, sowie die Datenkarte
106 mittels der Nähvorrichtung 500 miteinander zum Passbuchblock 104 vernäht werden.
Weiterhin umfasst der zweite Produktionsfluss 924 einen Teilproduktionsfluss 930,
der das Herstellen und das Bereitstellen des Einbandes 102 mit einer Klebstoffschicht
612 sowie das Zuführen an ein drittes Pufferlager 934 umfasst. Der zweite Produktionsfluss
924 umfasst in seinem Teilproduktionsfluss 930 außerdem das Zusammenführen des Passbuchblocks
104 mit einem der Einbände 102 aus dem dritten Pufferlager 934 an einem Zusammenführplatz
730. Beim Teilproduktionsfluss 932 des zweiten Produktionsflusses 924 werden der Einband
102 und der mit diesem zusammengeführte Passbuchblock 104 mittels der Klebe- und Faltvorrichtung
700 gefaltet und anschließend verklebt bevor der so gebildete Passbuchrohling 128
dem zweiten Pufferlager 922 zugeführt wird.
[0055] Im gezeigten Ausführungsbeispiel des Systems 150 ist das zweite Pufferlager 922 Teil
eines zweiten Portalsystems 920. Das zweite Portalsystem 920 mit seinem zweiten Pufferlager
922 ist portaleingangsseitig mit der Klebe- und Faltvorrichtung 700 produktionsverbunden,
so dass der durch die Klebe- und Faltvorrichtung 700 bereitgestellte Passbuchrohling
128 diesem zweiten Pufferlager 922 im Rahmen des zweiten Produktionsflusses 924 ebenfalls
zugeführt werden kann. Das zweite Portalsystem 920 ist portalausgangseitig mit der
Randbearbeitungsvorrichtung 800 produktionsverbunden, womit also der zweite Produktionsfluss
924 von einem dritten Produktionsfluss 944 entkoppelt wird. Nach einem Drei-Seiten-Beschnitt
des Passbuchrohlings 128 wird das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument 100 mittels
der vorzugsweise als Linearhandling gebildeten Halte- und Transportvorrichtung 954
an die Halte- und Transportvorrichtung 1000 übergeben. Die Halte- und Transportvorrichtung
1000 ist ausgestaltet, um das Ausweis-, Wert-oder Sicherheitsdokument 1000 den Einheiten
858, 852, 854, 856, 860, 890 der Endbearbeitungsvorrichtung 850 zuzuführen. Hierbei
erfolgt die Endbearbeitung innerhalb des Systems 150 entlang dem rückschrittfreien
dritten Produktionsfluss 944. Nach dem Durchlaufen des dritten Produktionsflusses
944 liegt das fertige und gegebenenfalls etikettierte Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument
100 vor.
[0056] Mit dem gezeigten System 150 ist es zudem möglich, dass der mit der Klebstoffschicht
612 versehene Einband 102 über einen Übergabeplatz 630 einem dritten Pufferlager 934
zugeführt wird, um auch hier eine Entkoppelung innerhalb des zweiten Produktionsflusses
924 herbeizuführen. Außerdem ist der Randbearbeitungsvorrichtung 800 eine Entkopplungseinheit
816, vorzugsweise in Form eines Rundtakttisches, zugewiesen, um eine Entkoppelung
innerhalb des dritten Produktionsflusses 944 herbeizuführen.
[0057] Nachfolgend werden die einzelnen Vorrichtungen des Systems 150 näher besch rieben:
Zunächst sei anhand der Figuren 4 bis 10 die Passbuchseitenvorrichtung 300 beschrieben.
Sie ist in Figur 4 schematisch dargestellt und umfasst mindestens ein Magazin 302,
in welchem ein oder mehrere Druckbogen 304 bereitgestellt werden. Anhand von Figur
3a ist zu erkennen, dass dieses Magazin 302 redundant zweifach vorhanden ist, wobei
auch eine abweichende Anzahl, mithin also auch drei, vier oder mehr Magazine 302 vorhanden
sein können. Die Passbuchseitenvorrichtung 300 umfasst eine Übergabeeinrichtung 306
in Form eines Bogenanlegers zur vereinzelten Entnahme der Druckbogen 304 aus dem Magazin
302. Dieser Bogenanleger ist ausgestaltet, den Druckbogen 304 einer Transporteinrichtung
360 der Schneideinrichtung 308 zuzuführen. Die Schneideinrichtung 308 ist ausgestaltet,
den Druckbogen 304 auf einzelne Nutzen 310, 312 zuzuschneiden bevor eine Übergabeeinrichtung
314 die zu bedruckenden Nutzen 310 von den nicht zu bedruckenden Nutzen 312 trennt
und einem Andienplatz 316 einer Druckeinrichtung 322 zuführt. Die nicht zu bedruckenden
Nutzen 312 werden mittels der Übergabeeinrichtung 314 einem zweiten Zwischenzusammentragplatz
352 zugeführt und mittels einer Zwischenzusammentrageinrichtung 394 zu einem Stapel
an nicht zu bedruckenden Nutzen 312 zusammengetragen. Der zu bedruckende Nutzen 310
wird mittels einer Transporteinrichtung 392 zumindest einer ersten Druckeinheit 324
der Druckeinrichtung 322 zugeführt, bevor der dann bedruckte Nutzen 310 einem ersten
Zwischenzusammentragplatz 350 übergeben wird.
[0058] Der Stapel an nicht zu bedruckenden Nutzen 312 an dem zweiten Zwischenzusammentragplatz
352 und der eine oder die mehreren bedruckten Nutzen 310 an dem ersten Zwischenzusammentragplatz
350 werden mittels einer Zusammentrageinrichtung 390 an einem Zusammentragplatz 348
zusammengetragen zu einem fertigen Stapel an Passbuchseiten 108.
[0059] In Figur 5 ist ein Teil der Transporteinrichtung 360 der Schneideinrichtung 308 gezeigt.
Die Transporteinrichtung 360 umfasst ein oder mehrere Transportbandpaare 362 mit gegenpolig
magnetisierten oder magnetisierbaren Transportbändern 356, 358. Zwischen den beiden
Transportbändern 356, 358 ist zumindest zeitweise ein Transportspalt 364 vorhanden,
in dem in einer Transportrichtung 318 ein Druckbogen 304 eingebracht werden kann.
Das in der Figur 5 dargestellte obere erste Transportband 356 ist um ein motorisch
antreibbares oder angetriebenes Antriebsrad 354 und um ein mitlaufendes Rad 366 gewickelt.
Das in der Figur dargestellte untere zweite Transportband 358 ist ebenfalls um ein
angetriebenes oder antreibbares Antriebsrad 354 und um ein mitlaufendes Rad 366 gewickelt.
Die Transportbänder 356, 358 sind vorzugsweise als ein Zahnriemen gestaltet, der auf
dem als Ritzel gebildeten Antriebsrad 354 und/oder als Ritzel gebildeten Rad 366 gelagert
ist. Anstelle der Räder 354, 366 kommt auch der Einsatz von Walzen oder dergleichen
in Betracht. Zur Bildung der Transportbänder 356, 358 als Endlosbänder ist es auch
möglich jedes anders geartete Umlenkmittel einzusetzen, soweit eben gewährleistet
ist, dass sich die Transportbänder 356, 358 in entgegengesetzten Richtungen (Uhrzeigersinn
/ Gegenuhrzeigersinn) antreiben lassen. Ist der Druckbogen 304 zwischen die beiden
Transportbänder 356, 358 gebracht, so wird zwischen ihnen eine die beiden Bändern
gegenseitig anziehende Magnetkraft angelegt. Hierdurch wird der Querschnitt des Transportspalts
364 verringert und der Druckbogen 304 zwischen den Bändern geklemmt. Werden nun die
Antriebsräder 354 (gegenläufig) angetrieben, wird der Druckbogen 304 ziehend entlang
der Transportrichtung 318 transportiert.
[0060] Wie sich aus Figur 6 ergibt, ist das Transportbandpaar 362 in eine Plattenkonfiguration
eingebracht. So ist das obere erste Transportband 356 in eine Oberplatte 368 und das
untere zweite Transportband 358 in eine Unterplatte 370 eingebracht. Auch zwischen
der Oberplatte 368 und der Unterplatte 370 verbleibt der Transportspalt 364, durch
welchen der Druckbogen 304 transportiert werden kann.
[0061] In Figur 7 ist zu erkennen, dass eine Mehrzahl der Transportbandpaare 362 in der
Oberplatte 368 und der Unterplatte 370 eingebracht ist. Die Transportbandpaare 362
sind derart zueinander ausgerichtet, dass mehrere Spaltenzwischenräume 372 und mehrere
Reihenzwischenräume 374 entstehen. Hierzu sind also die Transportbandpaare 362 selbst
in Reihen und Spalten angeordnet. In den Spaltenzwischenräumen 372 und/oder in den
Reihenzwischenräumen 374 sind vorliegend mehrere rotierend antreibbare Rollenmesser
384 vorgesehen, die einen Druckbogen 304 entlang der Transportrichtung 318 zerschneiden.
Außerdem ist in einem der Spaltenzwischenräume 372 ein Messer 378 in einer Messerführung
376 geführt, um den Druckbogen 304 in einer senkrecht zur Transportrichtung 318 orientierten
Richtung zu zerschneiden. Dies ermöglicht einen oder mehrere Längsschnitte und einen
oder mehrere Querschnitte des Druckbogens 304 auf einzelne Nutzen 310, 312.
[0062] In Figur 8 ist eine schematische Ansicht des in der Messerführung 376 geführten Messers
378 gezeigt, welches sich in ein Obermesser 380 und ein Untermesser 382 untergliedern
lässt.
[0063] In Figur 9 ist ein Detailausschnitt eines Rollenmessers 384 gezeigt, welches sich
in ein Oberrollenmesser 386 und ein Unterrollenmesser 188 untergliedern lässt.
[0064] In Figur 10 ist die Druckeinrichtung 322 der Passbuchseitenvorrrichtung 300 genauer
gezeigt. Sie umfasst einen Andienplatz 316 an dem der zu bedruckende Nutzen 310 bereitgestellt
wird. Außerdem umfasst sie einen ersten Zwischenzusammentragplatz 350 an dem der eine
oder die mehreren bedruckten Nutzen 310 zwischengelagert oder zwischenzusammengetragen
werden, bevor sie mit den nicht bedruckten Nutzen 312 zu einem Stapel an Passbuchseiten
108 zusammengetragen werden. Die Druckeinrichtung 322 umfasst eine Transporteinrichtung
392, an der eine Mehrzahl von auf einer geschlossenen Schienenbahn 346 beweglich angeordneten
Nutzenaufnehmern 320 zum vereinzelten Aufnehmen der zu bedruckenden Nutzen 310 gelagert
ist. Die Nutzenaufnehmer 320 sind als Sauggreifer ausgestaltet und können individuell
steuerbar sein. Durch die individuelle Ansteuerbarkeit der Nutzenaufnehmer 320 lässt
sich innerhalb der Passbuchseitenvorrichtung 300 eine Entkopplung herstellen. Der
Nutzenaufnehmer 320 nimmt am Andienplatz 316 den zu bedruckenden Nutzen 310 auf und
verfährt ihn entlang der Schienenbahn 346 zu einer ersten Druckeinheit 324, um den
zu bedruckenden Nutzen 310 auf einer ersten Nutzenseite zu bedrucken. Die erste Druckeinheit
324 umfasst vorliegend insgesamt vier Druckmodule 330, 332, 334, 336, welche einen
gemeinsamen Druckkopf bilden können. Jedes Druckmodul 330, 332, 334, 336 umfasst eine
eigenständige Düse und kann eine vorgegebene Farbe auf den zu bedruckenden Nutzen
310 auf seiner ersten Nutzenseite aufbringen. Typischerweise sind diese Farben Cyan,
Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK), wobei aber auch Sonderfarben oder Beschichtungen
wie Lacke oder dergleichen aufgebracht werden können. Nach dem Bedrucken der ersten
Nutzenseite wird der Nutzenaufnehmer 320 zu einer Wendeeinheit 326 verstellt, deren
Greifeinheit 338 ausgestaltet ist, den zu bedruckenden Nutzen 310 zu wenden. Diese
Greifeinheit 338 kann wie ein Greiferfinger ausgestaltet sein, der den Nutzen 310
seitlich ergreifen und wenden kann. Nach dem Wenden des Nutzens 310 wird dieser vom
Nutzenaufnehmer 320 zu einer zweiten Druckeinheit 328 verstellt, wo er mittels der
drei Druckmodule 340, 342, 344 auf seiner zweiten Nutzenseite bedruckt wird. Bei beiden
Druckeinheiten 334, 328 ist der Einsatz einer beliebigen Anzahl an Druckmodulen 330,
332, 334, 336, 340, 342, 344 möglich. Nach dem Bedrucken der zweiten Nutzenseite wird
der nunmehr bedruckte Nutzen 310 mittels des Nutzenaufnehmers 320 am ersten Zwischenzusammentragplatz
350 abgelegt, bevor er dann mittels der Zusammentrageinrichtung 390 mit den nicht
bedruckten Nutzen 112 zu einem Stapel an Passbuchseiten 108 zusammengetragen wird.
Der zusammengetragene Stapel an Passbuchseiten 108 wird dann beispielsweise mittels
der Halte- und Transportvorrichtung 950 oder mittels einer Übergabeeinrichtung des
ersten Portalsystems 900 dem ersten Pufferlager 902 zugeführt (Figuren 3a und 3b).
[0065] In Figur 11 ist die Klebevorrichtung 400 näher gezeigt, mit der das Fälzelband 112
am Vorsatzblatt 110 angebracht wird. Die Klebevorrichtung umfasst eine Auflage 406,
auf die ein Vorsatzblatt 110 aufgelegt wird, welches vorzugsweise mittels einer Übergabeeinrichtung
einem Magazin 412 entnommen wurde. Die Klebevorrichtung 400 hat außerdem eine Bereitstellungseinrichtung
402 für das Fälzelband 112, welches auf einer Rolle 414 gelagert ist. Diese Rolle
414 ist mittels eines Antriebs 416 verdrehbar, so dass das Fälzelband 112 von der
Rolle 414 abgewickelt werden kann. Das Fälzelband 112 ist auf der Rolle 414 als ein
Endlosband aufgerollt. Vorzugsweise sind mehrere solcher Rollen 414 vorhanden, so
dass diese im laufenden Betrieb gewechselt werden können, falls auf einer Rolle 414
kein Endlosband mehr vorhanden sein sollte. Das von der Rolle 414 abgewickelte Fälzelband
112 wird mittels einer Zuführeinrichtung 408 ebenfalls der Auflage 406 zugeführt und
dabei auf das Vorsatzblatt 110 aufgelegt. Um das Fälzelband 112 zu vereinzeln, ist
eine Schneideinrichtung 404 vorgesehen, die das Endlosband in einzelne Abschnitte
zerteilt. Mittels einer Heizeinrichtung 410 wird eine auf dem Fälzelband 112 vorgesehene
Klebstoffschicht bis zu einer Aktivierungstemperatur erwärmt, bei der sie adhäsive
Eigenschaften entwickelt. Dabei bleibt das auf das Vorsatzblatt 110 aufgelegte Fälzelband
112 am Vorsatzblatt 110 haften. Um das jeweilige Vorsatzblatt 110 einer entsprechenden
Datenkarte 106 zuordnen zu können, weist die Klebevorrichtung 400 ebenfalls eine Erkennungsvorrichtung
208 auf, die vor und/oder nach der Baugruppe für die eigentliche Anbringung des Fälzelbandes
112 an das Vorsatzblatt 110 angeordnet sein kann. Auch die Klebevorrichtung 400 des
gezeigten Systems 150 weist einen redundanten Aufbau auf, so dass deren Bestandteile
mehrfach, insbesondere zweifach vorgesehen sind. Mittels der Halte- und Transportvorrichtung
950 kann dann das fertige Vorsatzblatt 110 mit dem Fälzelband 112 dem ersten Portalsystem
900, insbesondere dem ersten Pufferlager 902 zugeführt werden (Figuren 3a und 3b).
Vorliegend wird die Weitergabe des Vorsatzblattes 110 mit dem Fälzelband 112 durch
ein Portalhandling durchgeführt und ersetzt gegenüber bekannten Systemen eine Schwenkeinrichtung,
die in einen Kollisionsbereich eines Roboters schwenken konnte.
[0066] In Figur 12 ist die Anbringungsvorrichtung 200 zum Anbringen der Lasche 120 an der
Karte der Datenkarte 106 näher gezeigt. Eine durch die Annahmevorrichtung 250 empfangene
Datenkarte 106 wird mittels der Erkennungsvorrichtung 208 ausgelesen, wobei deren
Identifikationsmerkmal erfasst wird. Die Anbringungsvorrichtung 200 umfasst eine Bereitstellungseinheit
204 zum Bereitstellen der Lasche 120, eine Bearbeitungseinheit 206 zum Anbringen der
Lasche 120 an der laschenlosen Datenkarte 106 sowie eine Halte- und Transporteinrichtung
224 zum Transport der Datenkarte 106. Auch hier ist mittels der Bereitstellungseinheit
204 ein Endlosband 220 in einem Magazin 228 für das Endlosband 220 bereitgestellt.
Mit einer Schneideinrichtung 222 kann das Endlosband 220 in einzelne Laschen 120 unterteilt
werden. Ist das Endlosband 220 von einer ersten Rolle 230 vollständig abgewickelt,
wird automatisch das Endlosband 220 einer zweiten Rolle 230 nachgeführt und mit dem
Ende des Endlosbandes 220 der ersten Rolle 230 verbunden, so dass keine Unterbrechung
des Herstellungszyklus erfolgt. Die Bearbeitungseinheit 206 weist eine Aufnahme für
die laschenlose Datenkarte 106 auf. Eine Steuerung kann anschließend eine Halte- und
Transporteinrichtung 224 so ansteuern, dass die Datenkarte 106 in der gewünschten
Position in die Aufnahme gelegt werden kann. Die Bearbeitungseinheit 206 weist des
Weiteren Mittel 216 zum form- und/oder stoffschlüssigen Verbinden der Lasche 102 mit
der laschenlosen Datenkarte 106 in einem Überlappungsbereich 121 auf. Die Mittel 216
sind durch eine Sonotrode gebildet, durch die die Lasche 120 mit der laschenlosen
Datenkarte 106 ultraschallverschweißt wird. Die Bereitstellungseinheit 204 weist außerdem
eine Zuführeinrichtung 218 für das Endlosband 220 für die Lasche 120 auf, ferner eine
Schneideinrichtung 222 für das Zerschneiden des Endlosbands 220, sowie eine Greifeinrichtung
226 für das Endlosband 120. Auch hier kann das Magazin der Bereitstellungseinheit
204 mit einem Antrieb versehen sein, um die Rolle 230 aktiv abwickeln zu können. Wurde
die Lasche 120 an der Datenkarte 106 befestigt, so wird diese mittels der Halte- und
Transportvorrichtung 950 dem ersten Portalsystem 900 bzw. dessen ersten Pufferlager
902 zugeführt (Figuren 3a und 3b).
[0067] In Figur 13 ist die Bereitstellungsvorrichtung 600 für die Bereitstellung des Einbandes
102 ausschnittsweise gezeigt. Diese Bereitstellungsvorrichtung 600 kann eine Klebstoffschicht
612 auf einen aus einem Magazin bereitgestellten Einband 102 aufbringen. Wie sich
aus Figur 3a ergibt, können mehrere Magazine für den klebstofflosen Einband 102 sowie
mehrere Magazine 618 für eine Trägerfolie 610 für eine Klebstoffschicht 612 vorhanden
sein. Die Bereitstellungsvorrichtung 600 hat eine Klebeeinheit mit einer ebenen Auflage
606, über die in einer Transportrichtung 608 eine mit einer Klebstoffschicht 612 versehene
Trägerfolie 610 geführt ist. Diese Trägerfolie 610 ist über einen in Transportrichtung
618 gesehenen vorderen Rand 614 und einen hinteren Rand 616 der Auflage 606 geführt,
die vorzugsweise abgerundete Kanten aufweisen. Die Breite der Auflage 606 entspricht
im Wesentlichen der Breite der Trägerfolie 610 und/oder der Klebstoffschicht 612,
wobei die Länge der Auflage 606 im Wesentlichen der Länge der für das Ausweis-, Wert-
oder Sicherheitsdokument 100 benötigten Klebstoffschicht 612 entspricht. Unterhalb
der Auflage 606 ist das Magazin 618 für die Trägerfolie 610 mit der darauf aufgebrachten
Klebstoffschicht 612 vorgesehen. Auch hier ist die Trägerfolie 610 auf eine Rolle
620 aufgewickelt, die im Magazin 618 drehbar gelagert ist. Auch hier kann zum drehenden
Antrieb der Rolle 620 ein Antrieb vorgesehen sein. Des Weiteren ist eine zweite Rolle
622 zum Aufrollen der leeren Trägerfolie 610 vorgesehen, welche ebenfalls einen Antrieb
aufweisen kann. Die Trägerfolie 610 wird von der ersten Rolle 620 über die Auflage
606 zur zweiten Rolle 622 geführt. Mittels einer Heizeinrichtung 626 kann die Klebstoffschicht
612, auf der Trägerfolie 610 auf eine Aktivierungstemperatur erhitzt werden, bei der
sie adhäsive Eigenschaften entwickelt. Die Heizeinrichtung 626 ist vorzugsweise unterhalb
der Auflage 606 angeordnet oder an dieser vorgesehen. Außerdem ist an einem in Transportrichtung
608 hinteren Rand 616 eine Schneideinrichtung 628 vorgesehen, die die Klebstoffschicht
612 durchtrennen kann, wobei die Trägerfolie 610 vorzugsweise nicht durchtrennt wird.
Um auch hier eine redundante Vorrichtung zu bilden, sind vorzugsweise zwei Transporteinrichtungen
624 mit jeweils einer Trägerfolie 610 vorgesehen. Alternativ kann die gesamte Baugruppe
aus Transporteinrichtung 624, Auflage 606 und Heizeinrichtung 626 doppelt vorhanden
sein, so dass auch hier eine redundante Bereitstellungsvorrichtung 600 vorliegen kann.
Auf die auf die Aktivierungstemperatur erwärmte Klebstoffschicht 612 wird ein klebeschichtloser
Einband 102, vorzugsweise mittels einer nicht dargestellten Halte-und Transporteinrichtung
aufgenommen und auf die Klebstoffschicht 612 aufgelegt, wobei die Klebstoffschicht
612 an der Innenseite 126 des Einbandes 102 anhaftet. Anschließend wird der Einband
102 von der Trägerfolie 610 abgehoben, wobei die Klebstoffschicht 612 von der Trägerfolie
610 gelöst wird. Der so beschichtete Einband 102 wird dann mittels der Halte- und
Transportvorrichtung 952 an einen Übergabeplatz 630 oder direkt in ein drittes Pufferlager
934 befördert (Figuren 3a und 3b).
[0068] Mittels der Nähvorrichtung 500 wird der Stapel an Passbuchseiten 108, das Vorsatzblatt
110 mit dem Fälzelband 112 und die Lasche 120 der Datenkarte 106 mit der Naht 114
zu einem Passbuchblock 104 vernäht. Der Nähvorrichtung 500 ist dabei eine oder mehrere
Rütteleinrichtungen 506 zugeordnet, die die zu vernähenden Bestandteile des Ausweis-,
Wert- oder Sicherheitsdokuments 100 zueinander ausrichtet. Die Rütteleinrichtung 506
kann auch außerhalb der eigentlichen Nähvorrichtung 500 angeordnet sein. Um auch hier
eine redundante und damit ausfallsichere Vorrichtung zu schaffen, weist die Nähvorrichtung
500 eine erste Näheinheit 502 und eine zweite Näheinheit 504 auf. Jede Näheinheit
502, 504 umfasst ein eigenes Magazin, das einen auf einer Rolle bereitgestellten Faden
enthält, der mittels einer Zuführeinrichtung der jeweiligen Näheinheit 502, 504 zugeführt
werden kann. Mittels der Halte- und Transportvorrichtung 952 kann der vernähte Passbuchblock
104 einem Zusammenführplatz 730 für die Zusammenführung des Passbuchblocks 104 mit
dem eine Klebstoffschicht 612 aufweisenden Einband 102 überführt werden (Figuren 3a
und 3b). Mit einer Übergabeeinheit 632 kann der Passbuchblock 104 mit dem Einband
102 einer im Herstellfluss nachfolgenden Klebe- und Faltvorrichtung 700 übergeben
werden.
[0069] Diese Klebe- und Faltvorrichtung 700 ist in Figur 14 näher gezeigt. Diese umfasst
eine Falteinheit 704, bei der der unverklebte Passbuchrohling 128 zunächst in eine
Halteeinrichtung 716 bewegt und mit einem Backen 718 und einem Stempel 720 fixiert
wird, derart, dass eine Buchhälfte aus der Halteeinrichtung 716 herausragt. Ein zweiter
Stempel 722 wird quer zu einer Einschubrichtung 710 verschoben, wodurch der unverklebte
Passbuchrohling 128 mittig, mithin an einer Faltkante 728 im Bereich der Mittellinie
122 der Passbuchseiten 108 gefaltet wird. Nachdem der zweite Stempel 722 wieder zurückgezogen
wurde, wird der erste Stempel 720 mit dem am diesem gehaltenen Passbuchrohling 128
in Einschubrichtung 710 in einen Spalt 714 zwischen Rollen 708 bewegt, wobei der Einband
102 mit den Rollen 708 in Anlage kommt. Bei einer weiteren Bewegung des Stempels 720
in Einschubrichtung 710 werden die beiden Buchhälften des Passbuchrohlings 128 relativ
zueinander durch die Rollen 708 umgefaltet und seitlich gegen den Stempel 720 gedrückt.
Nach dem Falten des Passbuchrohlings 128 wird der Stempel 720 zurückgezogen und der
gefaltete Passbuchrohling 128 durch die Rollen 708, mithin zwischen den Rollenpaaren
712 in eine nicht näher dargestelltes fixierte Stellung bewegt. In dieser fixierten
Stellung oder in einer nicht näher dargestellten Fixiereinheit wird die Klebstoffschicht
612 auf eine Aushärtetemperatur erwärmt mittels einer Heizeinrichtung 726. Durch das
Erwärmen und das anschließende Abkühlen vernetzt die Klebstoffschicht 612 und härtet
aus, so dass der Einband 102 und der Passbuchblock 104 stoffschlüssig miteinander
verbunden sind. Nach dem Aushärten und Vernetzen der Klebstoffschicht 612 kann der
Passbuchrohling 128 aus der Fixiereinheit entnommen und weiterbearbeitet werden. Vorliegend
wird der Passbuchrohling 128 jedoch zunächst dem zweiten Portalsystem 920, insbesondere
dessen zweiten Pufferlager 922 zugeführt zur Entkopplung des zweiten Produktionsflusses
924 vom dritten Produktionsfluss 944 (Figuren 3a und 3b).
[0070] In Figur 15 ist die Randbearbeitungsvorrichtung 800 gezeigt. Ein aus dem zweiten
Pufferlager 922 entnommener Passbuchrohling 128 kann mit dieser Randbearbeitungsvorrichtung
800 an drei Seiten beschnitten werden. Die Randbearbeitungsvorrichtung 800 umfasst
eine Halteeinrichtung 802 zum Fixieren des Passbuchrohlings 128, wobei der Passbuchrohling
128 derart fixiert ist, dass die freien Ränder des Passbuchrohlings 128 frei bleiben.
Als freie Ränder werden die an den Buchrücken angrenzenden Ränder sowie der dem Buchrücken
gegenüberliegende Rand des Passbuchrohlings 128 bzw. des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
100 angesehen. Die Halteeinrichtung 802 ist vorliegend durch zwei sich gegenüberliegende
Greifelemente 804, 806 gebildet, die den Passbuchrohling 128 einspannen können. Die
Greifelemente 804, 806 sind derart ausgestaltet, dass beim Greifen des Passbuchrohlings
128 die freien Ränder für eine Bearbeitung frei bleiben. Um einen zuverlässigen Beschnitt
herbeizuführen, ist des Weiteren eine Ausrichteeinrichtung 810 vorgesehen, um den
Passbuchrohling 128 in einer definierten Ausrichtung in die Halteeinrichtung 802 einzulegen.
Mit einer Randbearbeitungseinrichtung 808 werden die freien Ränder des Passbuchrohlings
128 bearbeitet; mithin beschnitten. Diese Randbearbeitungseinrichtung 808 umfasst
vorliegend eine Fräseeinheit 812, die mittels einer Steuerung 814 gesteuert wird.
Die Steuerung 814 ist hierbei mit der Halteeinrichtung 802, der Ausrichteeinrichtung
810 und der Randbearbeitungsvorrichtung 808 kommunikationsverbunden. Nach dem Drei-Seiten-Beschnitt
des Passbuchrohlings 128 entsteht ein Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument 100.
Dieses kann nunmehr weiteren Bearbeitungsschritten unterworfen oder auch einem dritten
Portalsystem 940 zugeführt werden, bevor es der Endbearbeitungsvorrichtung 850 übergeben
wird (Figuren 3a und 3b).
[0071] Um das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument 100 in der Endbearbeitungsvorrichtung
850 bearbeiten zu können, ist vorliegend eine Halte-und Transportvorrichtung 1000
vorgesehen. Diese Halte- und Transportvorrichtung 1000 ist in Figur 16 näher dargestellt
und im Wesentlichen als ein kreisförmiges Transportsystem zu verstehen. Sie ist, insbesondere
vertikal entlang von Führungsschienen höhenverstellbar, innerhalb des Systemgehäuses
156 angeordnet. Sie umfasst vorzugsweise zwei oder mehr Führungseinheiten 1002, an
denen jeweils eine Halteaufnahme 1006 zum Halten des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
100 angeordnet ist. Die beiden Führungseinheiten 1002 sind (vertikal) unabhängig voneinander
verstellbar, wobei die Halteaufnahmen rotatorisch, insbesondere auf einer Kreisbahn
mittels jeweils eines Antriebs 1014 verstellt werden können. Jede Halteaufnahme 1006
weist eine erste Haltefläche 1028 auf zum Halten einer ersten Passbuchhälfte und eine
zweite Haltefläche 1030 zum Halten einer zweiten Passbuchhälfte auf. Dabei sind Arretierungsmittel
1034 vorgesehen, wobei Rasthebel 1036 für das Fixieren der ersten Passbuchhälfte und
Klemmelemente 1038 für das Fixieren der zweiten Passbuchhälfte Verwendung finden können.
[0072] Durch diese Halte- und Transportvorrichtung 1000 kann das Ausweis-, Wert-oder Sicherheitsdokument
100 für die Bearbeitung gegenüber einer (Blätter-)Einheit 858 zum Durchblättern dessen
Seiten angeordnet werden, bevor es einer (Kontroll-)Einheit 852 zur Qualitätsüberprüfung
der Karte und des Druckbildes zugeführt wird (Figuren 3a und 3b). Nach der Prüfung
durch die Einheit 852 kann das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument 100 auch mit
der Halte- und Transportvorrichtung 1000 derart positioniert werden, dass mittels
einer (Laserperforations-)Einheit 854 eine (Laser-)Perforation anbringbar ist. Anschließend
kann das Ausweis-, Wert-oder Sicherheitsdokument 100 auch einer (Schreib-)Einheit
856 zum Beschreiben des Chips, insbesondere zum Beschreiben dessen Speicherbereichs
der Datenkarte 106 zugeführt werden. Vorzugsweise handelt es sich hierbei um einen
RFID-Chip, der mit einem entsprechenden RFID-Schreibverfahren beschrieben wird. Eine
vorteilhafte Weitergestaltung der Schreibeinheit 856 umfasst eine weitere Kontrolleinrichtung
zur Qualitätskontrolle der zuvor angebrachten Perforation. Bei der Endbearbeitung
wird damit ein vorwärts gerichteter Herstellprozess eingehalten, der keinen Rückschritten
unterliegt.
[0073] Außerdem kann die Halte- und Transportvorrichtung 1000 auch ein (inzwischen geschlossenes)
Ausweis-, Wert-, oder Sicherheitsdokument 100 gegenüber einem Etikettenapplikator
860 positionieren, damit ein Etikett 864 an diesem angebracht werden kann. In Figur
17 ist ein solcher Etikettenapplikator 860 gezeigt, der neben einem Etikettenmagazin
862 angeordnet ist, welches Etiketten 864 bereitstellt. Um Platz zu sparen, ist das
Etikettenmagazin 862 unter einem Winkel bezüglich der Längsachse des Etikettenapplikators
860 neben diesem angeordnet. Der Etikettenapplikator 860 umfasst eine Halteeinrichtung
866 für das Halten und Bereitstellen eines Etiketts 864, sowie eine Aufnahmeeinrichtung
868, die einen Aufnahmespalt 870 aufweist. Die Halteeinrichtung 866 zeigt mindestens
eine, vorliegend mehrere Ansaugöffnungen 872, die mit einem Anschluss 874 an eine
Unterdruckeinrichtung angeschlossen werden können. Mit diesen Ansaugöffnungen 872
kann ein Etikett 864 mit seiner der Klebefläche abgewandten Seite stirnseitg und sich
über den Aufnahmespalt 870 erstreckend an der Halteeinrichtung 866 gehalten werden.
Wird nun ein Dokument in den Aufnahmespalt 870 eingebracht, so wickelt sich das Etikett
864 zumindest teilweise um dieses Dokument, wobei Rollen 876 beim Einschiebe- oder
Einziehvorgang unterstützend mitwirken. Vorliegend kann das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument
100 gegen eine Anschlagfläche 879 gepresst werden, die Bestandteil einer Rückstelleinrichtung
878 ist. Diese Rückstelleinrichtung 878 umfasst des Weiteren mindestens eine, vorliegend
genau zwei Rückstellfedern 880, so dass ein in den Aufnahmespalt 870 eingedrücktes
Dokument durch die Rückstelleinrichtung 878 wieder aus dem Aufnahmespalt 870 herausgedrückt
werden kann. Um das Etikett 864 aus dem Etikettenmagazin 862 entnehmen zu können,
ist eine Schwenkeinrichtung 882 vorgesehen. Sie verschwenkt beim Anlegen eines Druckes
an einem der Anschlüsse 884. Die Halteeinrichtung 866 nimmt dann das Etikett 864 aus
dem Etikettenmagazin 862 auf durch Anlegen eines Unterdruckes an dem Anschluss 874
und an den Ansaugöffnungen 872. Anschließend wird es mittels der Schwenkeinrichtung
882 zurück verschwenkt, vorzugsweise bis es auf einer gemeinsamen Achse mit einem
mittels einer Halteaufnahme 1006 gehaltenen Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
100 liegt. Anschließend wird die Halteeinrichtung 866 mit der Aufnahmeeinrichtung
868 mittels einer Linearverstellungseinrichtung 886 durch Anlegen eines Druckes an
einem der Anschlüsse 888 linear verstellt. Bei der linearen Verstellung wird die Halteeinrichtung
866 mit dem daran gehaltenen Etikett 864 auf die Halteaufnahme 1006 zubewegt, derart,
dass das darin enthaltene Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument 100 in den Aufnahmespalt
870 des Etikettenapplikators 860 eingedrückt wird. Dabei wird das Etikett 864 auf
das Dokument aufgebracht. Anschließend wird die Linierverstellungseinrichtung 886
in die entgegengesetzte Richtung verstellt, um das nunmehr etikettierte Ausweis-,
Wert- oder Sicherheitsdokument 100 wieder freizugeben. Die eine Rückstellkraft aufbringende
Rückstelleinrichtung 878 gewährleistet dabei, dass das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument
100 nicht aus der Halteaufnahme 1006 gezogen wird, wenn der Etikettenapplikator 860
mittels der Linearverstellungseinrichtung 886 zurückgestellt wird.
[0074] Anschließend kann das mit einem Etikett versehene Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument
100 an die Ausgabeeinrichtung 890 übergeben werden (Figuren 3a und 3b).
BEZUGSZEICHENLISTE
[0075]
- 100
- Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument
- 102
- Einband
- 104
- Passbuchblock
- 106
- Datenkarte
- 108
- Passbuchseiten
- 110
- Vorsatzblatt
- 112
- Fälzelband
- 114
- Naht
- 116
- Passbild
- 118
- Daten oder Informationen
- 120
- Lasche
- 121
- Überlappungsbereich
- 122
- Mittellinie
- 124
- Außenseite des Vorsatzblattes
- 126
- Innenseite des Einbandes
- 128
- Passbuchrohling
- 150
- System zur Herstellung und Bearbeitung eines buchförmigen Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
- 152
- Steuerung
- 154
- Speicher
- 156
- Systemgehäuse
- 200
- Anbringungsvorrichtung (Anbringen der Lasche der Datenkarte)
- 204
- Bereitstellungseinheit
- 206
- Bearbeitungseinheit
- 208
- Erkennungsvorrichtung
- 216
- Mittel zum Verbinden der Lasche und der Datenkarte
- 218
- Zuführeinrichtung
- 220
- Endlosband
- 222
- Schneideinrichtung
- 224
- Halte- und Transporteinrichtung
- 226
- Greifeinrichtung
- 228
- Magazin für Endlosband
- 230
- Rolle für Endlosband
- 234
- Mittel zum Versiegeln der Ränder der Lasche
- 250
- Annahmevorrichtung
- 300
- Passbuchseitenvorrichtung
- 302
- Magazin
- 304
- Druckbogen
- 306
- Übergabeeinrichtung (Bogenanleger)
- 308
- Schneideinrichtung
- 310
- zu bedruckender Nutzen (Passbuchseite)
- 312
- nicht zu bedruckender Nutzen (Passbuchseite)
- 314
- Übergabeeinrichtung
- 316
- Andienplatz
- 318
- Transportrichtung
- 320
- Nutzenaufnehmer
- 322
- Druckeinrichtung
- 324
- erste Druckeinheit
- 326
- Wendeeinheit
- 328
- zweite Druckeinheit
- 330
- Druckmodul
- 332
- Druckmodul
- 334
- Druckmodul
- 336
- Druckmodul
- 338
- Greifeinheit
- 340
- Druckmodul
- 342
- Druckmodul
- 344
- Druckmodul
- 346
- Schienenbahn
- 348
- Zusammentragplatz
- 350
- erster Zwischenzusammentragplatz (zu bedruckende Nutzen)
- 352
- zweiter Zwischenzusammentragplatz (nicht zu bedruckende Nutzen)
- 354
- Antriebsrad
- 356
- erstes Transportband
- 358
- zweites Transportband
- 360
- Transporteinrichtung
- 362
- Transportbandpaar
- 364
- Transportspalt
- 366
- Rad
- 368
- Oberplatte
- 370
- Unterplatte
- 372
- Spaltenzwischenraum
- 374
- Reihenzwischenraum
- 376
- Messerführung
- 378
- Messer
- 380
- Obermesser
- 382
- Untermesser
- 384
- Rollenmesser
- 386
- Oberrollenmesser
- 388
- Unterrollenmesser
- 390
- Zusammentrageinrichtung
- 392
- Transporteinrichtung
- 394
- Zwischenzusammentrageinrichtung (unbedruckte Nutzen)
- 400
- Klebevorrichtung (Bereitstellung und Anbringung des Fälzelbandes)
- 402
- Bereitstellungseinrichtung
- 404
- Schneideinrichtung
- 406
- Auflage
- 408
- Zuführeinrichtung
- 410
- Heizeinrichtung
- 412
- Magazin
- 414
- Rolle
- 416
- Antrieb
- 500
- Nähvorrichtung zum Verbinden der Passbuchseiten, des Vorsatzblattes, des Fälzelbandes
und der Lasche
- 502
- erste Näheinrichtung
- 504
- zweite Näheinrichtung
- 506
- Rütteleinrichtung
- 600
- Bereitstellungsvorrichtung (Bereitstellen des Einbandes)
- 604
- Magazin
- 606
- Auflage
- 608
- Transportrichtung
- 610
- Trägerfolie
- 612
- Klebstoffschicht
- 614
- vorderer Rand
- 616
- hinterer Rand
- 618
- Magazin
- 620
- Rolle
- 622
- zweite Rolle
- 624
- Transporteinrichtung
- 626
- Heizeinrichtung
- 628
- Schneideinrichtung
- 630
- Übergabeplatz
- 632
- Übergabeeinheit
- 700
- Klebe- und Faltvorrichtung
- 704
- Falteinheit
- 708
- Rollen
- 710
- Einschubrichtung
- 712
- Rollenpaare
- 714
- Spalt
- 716
- Halteeinrichtung
- 718
- Backen
- 720
- Stempel (vertikaler Stempel)
- 722
- zweiter Stempel (horizontaler Stempel)
- 726
- Heizeinrichtung
- 728
- Faltkante
- 730
- Zusammenführplatz (Zusammenführung Passbuchblock und Einband)
- 800
- Randbearbeitungsvorrichtung
- 804
- Greifelement
- 802
- Halteeinrichtung
- 806
- Greifelement
- 808
- Randbearbeitungseinrichtung
- 810
- Ausrichteeinrichtung (Erfassungseinrichtung)
- 812
- Fräseeinheit
- 814
- Steuerung
- 816
- Entkopplungseinheit
- 850
- Endbearbeitungsvorrichtung
- 852
- Einheit der Endbearbeitungsvorrichtung (Qualitätskontrolle der Datenkarte und/oder
des Druckbildes)
- 854
- Einheit der Endbearbeitungsvorrichtung (Anbringen einer Laserperforation)
- 856
- Einheit der Endbearbeitungsvorrichtung (Beschreiben und/oder Qualitätskontrolle einer
Laserperforation)
- 858
- Einheit der Endbearbeitungsvorrichtung (Blättereinheit)
- 860
- Etikettenapplikator
- 862
- Etikettenmagazin
- 864
- Etikett
- 866
- Halteeinrichtung
- 868
- Aufnahmeeinrichtung
- 870
- Aufnahmespalt
- 872
- Ansaugöffnung
- 874
- Anschluss
- 876
- Rolle
- 878
- Rückstelleinrichtung
- 879
- Anschlagfläche
- 880
- Rückstellfeder
- 882
- Schwenkeinrichtung
- 884
- Anschluss
- 886
- Linearverstellungseinrichtung
- 888
- Anschluss
- 890
- Ausgabeeinrichtung
- 900
- erstes Portalsystem
- 902
- erstes Pufferlager
- 904
- erster Produktionsfluss
- 906
- Teilproduktionsfluss (des ersten Produktionsflusses)
- 908
- Teilproduktionsfluss (des ersten Produktionsflusses)
- 910
- Teilproduktionsfluss (des ersten Produktionsflusses)
- 920
- zweites Portalsystem
- 922
- zweites Pufferlager
- 924
- zweiter Produktionsfluss
- 926
- Teilproduktionsfluss (des zweiten Produktionsflusses)
- 928
- Teilproduktionsfluss (des zweiten Produktionsflusses)
- 930
- Teilproduktionsfluss (des zweiten Produktionsflusses)
- 932
- Teilproduktionsfluss (des zweiten Produktionsflusses)
- 934
- drittes Pufferlager
- 944
- dritter Produktionsfluss
- 950
- Halte- und Transportvorrichtung (Roboter / Handling)
- 952
- Halte- und Transportvorrichtung (Roboter / Handling)
- 954
- Halte- und Transportvorrichtung (Roboter / Handling)
- 1000
- Halte- und Transportvorrichtung (z.B. kreisförmiges Transportsystem)
- 1002
- Führungseinheiten
- 1006
- Halteaufnahme
- 1014
- Antrieb
- 1028
- erste Haltefläche
- 1030
- zweite Haltefläche
- 1034
- Arretierungsmittel
- 1036
- Rasthebel (für erste Passbuchhälfte)
- 1038
- Klemmelemente (für zweite Passbuchhälfte)
1. System (150) zur Herstellung und Bearbeitung eines buchförmigen Ausweis-, Wert- oder
Sicherheitsdokuments (100), welches einen Einband (102) sowie einen Passbuchblock
(104) umfasst,
wobei der Passbuchblock (104) eine Datenkarte (106), mehrere Passbuchseiten (108),
ein Vorsatzblatt (110) und ein Fälzelband (112) aufweist,
wobei die Datenkarte (106) eine entlang eines Randes mit der Datenkarte (106) verbundene
Lasche (120) aufweist,
wobei die Datenkarte (106) mit der Lasche (120), die Passbuchseiten (108), das Vorsatzblatt
(110) und das Fälzelband (112) mit einer Naht (114) miteinander vernäht sind,
wobei der Einband (102) mit einer Innenseite (126) mit einer Außenseite (124) des
Vorsatzblattes (110) verklebt ist,
wobei der Einband (102) und der Passbuchblock (104) gefaltet und miteinander verklebt
werden,
wobei ein Bestandteil des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments (100) ein Identifikationsmerkmal
aufweist, das die Art des buchförmigen Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments (100)
festlegt,
wobei vorgesehen sind:
- eine Annahmevorrichtung (250) für den Empfang der Datenkarte (106),
- eine Erkennungsvorrichtung (208), die ausgestaltet ist, das Identifikationsmerkmal
zu erfassen und eine individuelle Stückliste für das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument
(100) in Abhängigkeit von dem erfassten Identifikationsmerkmal zu erstellen,
- eine Anbringungsvorrichtung (200) zur Anbringung der Lasche (120) an der Datenkarte
(106),
- eine Passbuchseitenvorrichtung (300) zum Vereinzeln und Sortieren der Passbuchseiten
(108),
- eine Klebevorrichtung (400) zur Bereitstellung und Anbringung des Fälzelbandes (112)
am Vorsatzblatt (110),
- eine Nähvorrichtung (500) zum Verbinden der Passbuchseiten (108), des Vorsatzblattes
(110), des Fälzelbandes (112) und der Lasche (120) mittels der Naht (114) zu dem Passbuchblock
(104),
- eine Bereitstellungsvorrichtung (600) zur Bereitstellung des Einbandes (102),
- eine Klebe- und Faltvorrichtung (700) zum Verbinden des Vorsatzblattes (110) mit
dem Einband (102) und zum Falten zu einem Passbuchrohling (128),
- eine Randbearbeitungsvorrichtung (800) für den Passbuchrohling (128), die ausgestaltet
ist, Außenkanten des Passbuchrohlings (128) zu beschneiden,
- eine Endbearbeitungsvorrichtung (850) mit mindestens einer Einheit (854, 856) zur
Personalisierung des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments (100), und
- eine oder mehrere Halte- und Transportvorrichtungen (950, 952, 954 1000) für den
Transport der Datenkarte (106), des Passbuchblocks (104), des Passbuchrohlings (128)
und/oder eines Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments (100) zwischen den Vorrichtungen,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein erstes Pufferlager (902) vorgesehen ist, das puffereingangsseitig mit der Passbuchseitenvorrichtung
(300), der Anbringungsvorrichtung (200) und der Klebevorrichtung (400) und pufferausgangsseitig
mit der Nähvorrichtung (500) produktionsverbunden ist zur Entkopplung eines ersten
Produktionsflusses (904) von einem zweiten Produktionsfluss (924).
2. System (150) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweites Pufferlager (922) vorgesehen ist, das puffereingangsseitig mit der Klebe-und
Faltvorrichtung (700) und pufferausgangsseitig mit der Randbearbeitungsvorrichtung
(800) produktionsverbunden ist zur Entkopplung eines zweiten Produktionsflusses (924)
von einem dritten Produktionsfluss (944).
3. System (150) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein drittes Pufferlager (934) vorgesehen ist zur Entkopplung eines Prozesses des
Bereitstellens des Einbandes (102) und eines Prozesses des Zusammenführens des Einbandes
(102) mit dem Passbuchblock (104).
4. System (150) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Passbuchseitenvorrichtung (300) eine Schneideinrichtung (308) zum Zuschneiden
eines Druckbogens (304) auf einzelne Nutzen (310, 312), eine Druckeinrichtung (322)
zum Bedrucken zumindest eines der vereinzelten Nutzen (310) und eine Zusammentrageinrichtung
(390) zum Zusammentragen des bedruckten Nutzens (310) mit einem oder mehreren der
nicht bedruckten Nutzen (312) zu einem Stapel an Passbuchseiten (108) oder zur Bereitstellung
des zusammengetragenen Stapels an Passbuchseiten (108) aufweist.
5. System (150) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (308) der Passbuchseitenvorrichtung (300) eine Transporteinrichtung
(360) aufweist, die ein oder mehrere Transportbandpaare (362) an gegenpolig magnetisierten
oder magnetisierbaren Transportbändern (356, 358) umfasst, und dass zwischen den Transportbändern
(356, 358) zumindest zeitweise ein Transportspalt (364) vorhanden ist zum ziehenden
Transport des Druckbogens (308) mittels der Transportbänder (356, 358).
6. System (150) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl der Transportbandpaare (362) vorhanden ist, welche derart zueinander
ausgerichtet sind, dass ein oder mehrere Spaltenzwischenräume (372) und ein oder mehrere
Reihenzwischenräume (374) entstehen, in denen ein oder mehrere rotierend antreibbare
Rollenmesser (384) und/oder ein oder mehrere verschiebbar geführte Messer (378) der
Schneideinrichtung (308) angeordnet sind zum Zuschneiden des Druckbogens (304) auf
die einzelnen Nutzen (310, 312).
7. System (150) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckeinrichtung (322) der Passbuchseitenvorrichtung (300) eine Transporteinrichtung
(392) mit einer Mehrzahl von auf einer geschlossenen Schienenbahn (346) beweglich
angeordneten Nutzenaufnehmern (320) zum vereinzelten Aufnehmen des zu bedruckenden
Nutzens (310) aufweist, und dass die Druckeinrichtung (322) eine erste Druckeinheit
(324) zum Bedrucken des zu bedruckenden Nutzens (310) auf zumindest einer ersten Nutzenseite
umfasst.
8. System (150) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckeinrichtung (322) der Passbuchseitenvorrichtung (300) eine Wendeeinheit
(326) zum Wenden des vom Nutzenaufnehmer (320) bereitgestellten Nutzens (310) und
eine zweite Druckeinheit (328) zum Bedrucken des Nutzens (310) auf einer zweiten Nutzenseite
umfasst.
9. System (150) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Passbuchseitenvorrichtung (300) eine Entkopplungseinheit zur Entkopplung des
Zuschneidens des Druckbogens (304) durch die Schneideinrichtung (308) von dem Bedrucken
der Nutzen (310) durch die Druckeinrichtung (322) umfasst.
10. System (150) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein redundantes Falzlaminationssystem mit einer ersten und einer zweiten Klebe- und
Faltvorrichtung (700) vorgesehen ist.
11. System (150) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Nähvorrichtung (500) eine erste Näheinheit (502) und eine zweite Näheinheit (504)
umfasst.
12. System (150) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Randbearbeitungsvorrichtung (800) eine Entkopplungseinheit (816) zugeordnet ist.
13. System (150) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Endbearbeitungsvorrichtung (850) eine Einheit (852) zur Qualitätskontrolle der
Datenkarte (106) und/oder eines Druckbildes von Bestandteilen des Ausweis-, Wert-
oder Sicherheitsdokuments (100) aufweist, dass die Endbearbeitungsvorrichtung (850)
eine Einheit (854) zur Anbringung einer Perforation aufweist, und dass die Endbearbeitungsvorrichtung
(850) eine Einheit (856) aufweist, die ausgestaltet ist, personen- und/oder dokumentenspezifischen
Informationen in einen im Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument (100) vorgesehenen
Chip mit einem Speicherbereich zu schreiben und eine Qualitätskontrolle der Perforation
durchzuführen.
14. System (150) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Endbearbeitungsvorrichtung (850) einen Etikettenapplikator (860) aufweist zur
Anbringung eines Etiketts (864) an einer oder um eine vom Buchrücken abweichenden
Kante des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments (100).
15. Verfahren zur Herstellung eines Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments (100) mit
einem System (150) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit folgenden Schritten:
A) Empfang einer Datenkarte (106) mittels einer Annahmevorrichtung (250),
B) Erfassen eines Identifikationsmerkmals mittels einer Erkennungsvorrichtung (208),
D) Erstellen einer Stückliste für das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument (100)
in Abhängigkeit von dem erfassten Identifikationsmerkmal,
E) Anbringen einer Lasche (120) an einem Rand der Datenkarte (106) mittels einer Anbringungsvorrichtung
(200) zur Anbringung einer Lasche (120) an der Datenkarte (106),
F) Bereitstellen eines Vorsatzblattes (110) und Anbringen eines Fälzelbandes (112)
am Vorsatzblatt (110) mittels einer Klebevorrichtung (400) zur Bereitstellung und
Anbringung des Fälzelbandes (112),
G) Zusammentragen und Sortieren von Passbuchseiten (108) in Abhängigkeit von der Stückliste
mittels einer Passbuchseitenvorrichtung (300) zum Sammeln und Verbinden der Passbuchseiten
(108),
H) Bereitstellen eines mit einer Klebstoffschicht (612) beschichteten Einbandes (102)
für das Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokument (100) mittels einer Bereitstellungsvorrichtung
(600) zur Bereitstellung des Einbandes (102),
I) Verbinden der Passbuchseiten (108), des Vorsatzblattes (110), des Fälzelbandes
(112) sowie der Lasche (120) zu einem Passbuchblock (104) mittels einer Nähvorrichtung
(500),
J) Verbinden des Vorsatzblattes (110) mit dem Einband (102) zu einem Passbuchrohling
(128) und Falten des Passbuchrohlings (128) mittels einer Klebe- und Faltvorrichtung
(700),
K) Randbearbeitung des Passbuchrohlings (128) durch Erstellung der äußeren Form des
Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments (100) mittels einer Randbearbeitungsvorrichtung
(800), und
L) Personalisieren und/oder Kontrollieren des Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments
(100) mittels einer Endbearbeitungsvorrichtung (850),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schritt E) und/oder der Schritt F) und/oder der Schritt G) beim Erfassen des Identifikationsmerkmals
eines nachfolgenden Ausweis-, Wert- oder Sicherheitsdokuments (100) begonnen wird,
auch wenn einer der beiden übrigen Schritte E), F) oder G) des vorherigen Ausweis-,
Wert- oder Sicherheitsdokuments (100) noch nicht abgeschlossen ist.