[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Bereitstellung eines
Identifikationsträgers zwecks dessen Befestigung an einem Sicherheitsdokument, insbesondere
einem Passbuch sowie ein System zur Bereitstellung und Befestigung eines Identifikationsträgers
an einem Sicherheitsdokument sowie ein Verfahren zur Befestigung eines Identifikationsträgers
an einem Sicherheitsdokument.
[0002] Nach der Herstellung, Personalisierung und ggf. Prüfung von Sicherheitsdokumenten,
beispielsweise Passbüchern, werden diese für den Versand vorbereitet und an ihren
Bestimmungsort transportiert. Zur Vorbereitung des Versands werden die Sicherheitsdokumente
mit einem Identifikationsmerkmal versehen, welches die Identifikation des Sicherheitsdokuments
erlaubt. Beispielsweise wird ein Identifikationsträger wie etwa ein selbstklebendes
Etikett am Sicherheitsdokument angebracht, welches einen eindeutigen Code aufweist.
Dieses kann derart angeordnet sein, dass es auch im geschlossenen Zustand des Sicherheitsdokuments
lesbar ist.
[0003] Typischerweise finden die Schritte Identifizierung des vorliegenden Sicherheitsdokuments,
Herstellung des Identifikationsträgers, Anordnung des Identifikationsmerkmals am Identifikationsträger,
Anordnung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument und Prüfen des angeordneten
Identifikationsträgers nacheinander in einer Vielzahl unterschiedlicher Module statt.
Es ist ersichtlich, dass die dazu genutzten, aus dem Stand der Technik bekannten Systeme
einen hohen gerätetechnischen Aufwand, einen großen Bauraum sowie eine komplexe Automatisierung
mit sich bringen.
[0004] Es ist somit die Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung, ein System, ein Verfahren
zur Bereitstellung und ein Verfahren zur Befestigung zur Verfügung zu stellen, mit
denen unter Behebung der vorgenannten Nachteile und auf besonders einfache und platzsparende
Weise die Bereitstellung eines Identifikationsträgers zwecks dessen Befestigung an
einem Sicherheitsdokument möglich ist.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch die Vorrichtung zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers
gemäß Anspruch 1, das System zur Bereitstellung und Befestigung eines Identifikationsträgers
gemäß Anspruch 13, das Verfahren zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers gemäß
Anspruch 14 sowie das Verfahren zur Befestigung eines Identifikationsträgers an einem
Sicherheitsdokument gemäß Anspruch 15. Ausgestaltungen der Vorrichtung sind in den
Unteransprüchen 2-12 angegeben.
[0006] Ein erster Aspekt der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers
an einem Sicherheitsdokument, insbesondere einem Passbuch. Diese umfasst eine erste
Bereitstellungseinrichtung zur Bereitstellung wenigstens eines Identifikationsträgers
mit mindestens einem ersten Identifikationsmerkmal und eine Befestigungseinrichtung
zur Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument. Weiterhin umfasst
die Vorrichtung eine Bewegungseinrichtung zur Realisierung einer Relativbewegung zwischen
der ersten Bereitstellungseinrichtung und der Befestigungseinrichtung zwecks Abholung
des Identifikationsträgers von der ersten Bereitstellungseinrichtung mittels der Befestigungseinrichtung.
[0007] Ein Identifikationsträger im Sinne der Erfindung ist ein Träger eines Identifikationsmerkmals,
insbesondere ein Etikett. Beispielsweise kann ein selbstklebendes Etikett bzw. Klebeetikett
gemeint sein.
[0008] Unter einem Sicherheitsdokument ist ein Dokument zu verstehen, das derart ausgebildet
ist, dass die Echtheit des Dokuments verifizierbar ist. Es weist somit mindestens
ein Sicherheitsmerkmal auf, anhand dessen die Echtheit des Dokuments verifiziert werden
kann. Beispielsweise können buchartige Sicherheitsdokumente gemeint sein, also solche,
welche wenigstens zwei Buchseiten aufweisen, die miteinander verbunden sind. Insbesondere
sind die Buchseiten an einen Rücken angebunden sind, wie z. B. im Fall eines Passbuchs.
Jede Buchseite kann allein für sich bereits ein Sicherheitsdokument sein. Zuzüglich
zu den Seiten kann ein Buch einen Bucheinband aufweisen, der Deckel umfasst. Unter
einem Element eines Sicherheitsdokuments wird eine Seite bzw. ein Deckel des Sicherheitsdokuments
verstanden. Die einzelnen Elemente sind schwenkbar miteinander verbunden, insbesondere
im Bereich des Buchrückens.
[0009] Ein Identifikationsmerkmal ist ein Merkmal, anhand dessen ein damit gekennzeichneter
Gegenstand identifizierbar ist, insbesondere eine codierte Information. Er kann beispielsweise
eine eindeutig zuzuordnende Nummer aufweisen. Insbesondere sind optisch auslesbare
Identifikationsmerkmale gemeint, wie etwa Barcodes. Das Identifikationsmerkmal kann
weitere Informationen enthalten, beispielsweise bezüglich einer Bestellnummer oder
Behörden-Kennzahl zur Kennzeichnung der Bestimmungsbehörde des Sicherheitsdokuments.
Alle Informationen oder Teile der Informationen können codiert und/oder schriftlich
auf dem Identifikationsträger angeordnet werden.
[0010] Die erste Bereitstellungseinrichtung kann dazu geeignet sein, einen Identifikationsträger
herzustellen und/oder einen Identifikationsträger mit einem Identifikationsmerkmal
zu versehen.
[0011] Insbesondere ist die Bewegungseinrichtung dazu eingerichtet, den mittels der ersten
Bereitstellungseinrichtung bereitgestellten und/oder an der Befestigungseinrichtung
angeordneten Identifikationsträger zu bewegen. Sie ist dazu eingerichtet, eine Bewegung
entlang zumindest einer Bewegungsrichtung zu realisieren. Sie kann somit dem Transport
des Identifikationsträgers zu einer Position dienen, die für dessen Befestigung am
Sicherheitsdokument vorteilhaft ist.
[0012] In einer Ausgestaltung ist zusätzlich zur Bewegungseinrichtung eine Dokumentenbewegungseinrichtung,
insbesondere eine Vorschubeinrichtung vorgesehen, die eine zur Befestigung des Identifikationsträgers
am Sicherheitsdokument geeignete Relativbewegung zwischen Sicherheitsdokument und
Identifikationsträger bzw. Befestigungseinrichtung realisiert. Dies kann etwa eine
lineare Verschiebung des Sicherheitsdokuments in Bezug zur Befestigungseinrichtung
sein. Diese Einrichtung kann Teil der Vorrichtung sein.
[0013] Die Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument meint insbesondere
ein Ankleben eines Identifikationsträgers, wie beispielsweise eines Etiketts, an das
Sicherheitsdokument. Die Befestigungseinrichtung kann derart angeordnet und ausgestaltet
sein, dass eine Relativbewegung zwischen Sicherheitsdokument und Identifikationsträger
zur Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument im in einem sogenannten
Carrier angeordneten Zustand des Sicherheitsdokuments realisierbar sind. Ein Carrier
ist eine bewegliche Aufnahmeeinrichtung zur Aufnahme und insbesondere Fixierung des
Sicherheitsdokuments zwecks Transports des Sicherheitsdokuments.
[0014] Die erste Bereitstellungseinrichtung, die Bewegungseinrichtung und/oder die Befestigungseinrichtung
können an einem Grundkörper der Vorrichtung angeordnet sein.
[0015] Es ist ersichtlich, dass das Sicherheitsdokument während der Bereitstellung und der
Abholung des Identifikationsträgers sowie gegebenenfalls während dessen Befestigung
am Sicherheitsdokument, auch als Applikation bezeichnet, innerhalb der Vorrichtung
verbleiben kann. Die Schritte zur Herstellung von Sicherheitsdokumenten, deren Personalisierung,
Prüfung und Vorbereitung für den Versand können in einer maschinellen Einheit realisiert
werden. Unnötige Transportwege entfallen und die Herstellung von Sicherheitsdokumenten
bzw. deren Vorbereitung für den Versand wird beschleunigt und vereinfacht. Darüber
hinaus benötigt die erfindungsgemäße Vorrichtung einen besonders geringen Bauraum.
[0016] Eine Ausgestaltung der Vorrichtung zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers
ist dadurch gekennzeichnet, dass die erste Bereitstellungseinrichtung als Druckeinrichtung
zum Drucken mindestens eines optisch auslesbaren ersten Identifikationsmerkmals, insbesondere
eines Barcodes, auf den Identifikationsträger ausgestaltet ist. Insbesondere ist die
Druckeinrichtung zum Drucken von Identifikationsmerkmalen auf selbstklebende Etiketten
eingerichtet.
[0017] Diese Ausgestaltung ermöglicht eine besonders einfache und kostengünstige Bereitstellung
der Identifikationsträger. Das Drucken der Identifikationsmerkmale ermöglicht weiterhin
eine rasche und flexible Ausgabe bzw. Aufbringung der vom Identifikationsmerkmal umfassten
Informationen, eine einfache Automatisierbarkeit und eine Vielzahl an Möglichkeiten
zur digitalen Steuerung.
[0018] In einer weiteren Ausgestaltung weist die Befestigungseinrichtung eine erste Andrückeinrichtung,
insbesondere eine erste Andrückrolle, zum Andrücken zumindest eines ersten Abschnitts
des Identifikationsträgers an das Sicherheitsdokument entlang einer ersten Andrückrichtung
auf.
[0019] Insbesondere dient die erste Andrückeinrichtung zum Ankleben eines mit einer Klebfläche
bzw. einem Klebstoff versehenen Identifikationsträgers an das Sicherheitsdokument.
[0020] Die erste Andrückeinrichtung dient dem Andrücken des Identifikationsträgers an zumindest
einen Bereich des Sicherheitsdokuments bzw. eines Elements des Sicherheitsdokuments,
wie beispielsweise einer Seite oder eines Deckels des Sicherheitsdokuments.
[0021] Eine drehbar angeordnete Andrückrolle dient dem Rollen entlang der Oberfläche des
Identifikationsträgers und der gleichzeitigen Druckausübung während einer insbesondere
linearen Relativbewegung zwischen Rollenachse und Identifikationsträger. Auf diese
Weise kann der Identifikationsträger bei geringer mechanischer Beanspruchung besonders
einfach und gleichmäßig an die Oberfläche des Sicherheitsdokuments angedrückt werden.
[0022] Diese Ausgestaltung bringt den Vorteil mit sich, dass die Befestigung des Identifikationsträgers
am Sicherheitsdokument auf besonders einfache und sichere Weise realisierbar ist.
[0023] In einer weiteren Ausgestaltung weist die Befestigungseinrichtung eine zweite Andrückeinrichtung,
insbesondere eine zweite Andrückrolle, zum Andrücken wenigstens eines zweiten Abschnitts
des Identifikationsträgers an das Sicherheitsdokument entlang einer zweiten Andrückrichtung
auf. Dabei ist die zweite Andrückrichtung der ersten Andrückrichtung im Wesentlichen
entgegengesetzt.
[0024] Diese Ausgestaltung ermöglicht das Befestigen des Identifikationsträgers nach Art
einer Banderole, wobei der Identifikationsträger um eine Kante bzw. Schmalseite des
Sicherheitsdokuments herum gelegt wird und beidseitig dieser Kante bzw. Schmalseite
am Sicherheitsdokument befestigt wird. Die Andrückeinrichtungen können entgegengesetzt
wirkende Kräfte aufbringen, um den Identifikationsträger beidseitig am Sicherheitsdokument
zu befestigen. Beispielsweise können auf diese Weise Passbücher mittels eines um den
Rand, nicht jedoch im Bereich des Buchrückens, verlaufenden und beidseitig angeklebten
Klebeetiketts verschlossen werden.
[0025] Die Andrückeinrichtungen können zwecks Einstellung eines Abstands zwischen den Andrückeinrichtungen
relativ zueinander bewegbar sein.
[0026] Mit anderen Worten ist die erste und/oder zweite Andrückeinrichtung beweglich angeordnet,
sodass eine Relativbewegung der beiden Andrückeinrichtungen in Bezug zueinander realisierbar
ist. Dies erlaubt die Anpassung der Befestigungseinrichtung in Abhängigkeit der Dicke
des mit einem Identifikationsträger zu versehenen Sicherheitsdokuments.
[0027] Die erste und/oder zweite Andrückeinrichtung kann linear verschieblich in Bezug zur
jeweils anderen Andrückeinrichtung angeordnet sein, wobei die Richtung der linearen
Verschiebung parallel zur jeweiligen Andrückrichtung verlaufen kann. Sie kann bzw.
können auch drehbar gelagert sein und auf diese Weise die Relativbewegung ermöglichen.
[0028] In einer Ausgestaltung weist die Befestigungseinrichtung eine Kraftausübungseinrichtung,
insbesondere eine Feder, zur Realisierung einer Kraft auf die erste und/oder die zweite
Andrückeinrichtung auf. Dies dient dem Andrücken der jeweiligen Andrückeinrichtung
auf den ersten bzw. zweiten Abschnitt des Identifikationsträgers und dem Andrücken
des jeweiligen Abschnitts an das Sicherheitsdokument. Die Kraft kann entlang der jeweiligen
Andrückrichtung ausgeübt werden.
[0029] Somit kann die zumindest eine beweglich angeordnete Andrückeinrichtung mit einer
Kraft beaufschlagt werden, um das Andrücken des Identifikationsträgers zu verbessern.
[0030] In einer Ausgestaltung ist die Kraftausübungseinrichtung als Feder ausgestaltet,
welche derart in mechanischer Verbindung mit wenigstens einer beweglich angeordneten
Andrückeinrichtung steht, dass zur Verringerung und/oder Vergrößerung des Abstands
zwischen den Andrückeinrichtungen das Überwinden einer von der Feder realisierten
Federkraft notwendig ist. In einer weiteren Ausgestaltung ist die Kraftausübungseinrichtung
als Feder ausgestaltet, welche die beiden Andrückeinrichtungen derart mechanisch miteinander
verbindet, dass zur Verringerung und/oder Vergrößerung des Abstands zwischen den Andrückeinrichtungen
das Überwinden einer von der Feder realisierten Federkraft notwendig ist. Hierdurch
ist einerseits die Ausübung einer definierten Kraft möglich und andererseits ist die
Einstellung der Befestigungseinrichtung auf die Dicke des Sicherheitsdokuments besonders
einfach möglich.
[0031] In einer weiteren Ausgestaltung weist die Befestigungseinrichtung eine Ansaugeinrichtung
mit wenigstens einem Ansaugelement zum Ansaugen wenigstens eines Bereichs des Identifikationsträgers
zwecks Fixierung des Bereichs des Identifikationsträgers an dem Ansaugelement auf.
[0032] Insbesondere ist eine temporäre Fixierung zwecks anschließender Befestigung des Identifikationsträgers
am Sicherheitsdokument gemeint. Der Identifikationsträger kann somit an der Befestigungseinrichtung
fixiert werden und es kann mittels der Bewegungseinrichtung die Relativbewegung durchgeführt
werden. Weiterhin kann der Identifikationsträger mittels der Befestigungseinrichtung
am Sicherheitsdokument befestigt werden. Die Ansaugeinrichtung ist insbesondere derart
ausgestaltet, dass während des Befestigens des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument
dieser vom Ansaugelement gelöst wird.
[0033] Das Ansaugelement ist ein Element mit einer Ansaugöffnung zum Ansaugen des Bereichs
des Identifikationsträgers an dem die Öffnung ausbildenden Material. Insbesondere
kann das die Öffnung ausbildende Material als Ansaugelement bezeichnet werden.
[0034] Insbesondere weist die Ansaugeinrichtung mehrere Ansaugelemente auf, etwa um den
Identifikationsträger im Wesentlichen und insbesondere vollständig zu fixieren, sodass
er unbeweglich in Bezug zur Ansaugeinrichtung bzw. zu zumindest einem Bereich der
Befestigungseinrichtung ist. Die jeweiligen Ansaugelemente bzw. Ansaugöffnungen liegen
dabei insbesondere in einer gemeinsamen Ebene.
[0035] Diese Ausgestaltung bringt den Vorteil mit sich, dass die temporäre Fixierung des
Identifikationsträgers besonders einfach und ohne bewegliche Teile realisierbar ist.
Weiterhin ist auch das notwendige Lösen des Identifikationsträgers von der Befestigungseinrichtung
zwecks Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument besonders einfach
möglich.
[0036] Die Bewegungseinrichtung der Vorrichtung kann zwecks Realisierung der Relativbewegung
eine Linearführungseinrichtung zur Realisierung einer linearen Bewegung aufweisen.
Insbesondere ist eine lineare Bewegung der Befestigungseinrichtung gemeint. Die Bewegungseinrichtung
der Vorrichtung kann zwecks Realisierung der Relativbewegung alternativ oder ergänzend
eine Rotationseinrichtung zur rotatorischen Bewegung aufweisen. Insbesondere ist eine
rotatorische Bewegung der Befestigungseinrichtung gemeint. Die lineare bzw. rotatorische
Bewegung ist insbesondere eine solche in Bezug zur ersten Bereitstellungseinrichtung
und/oder zu einem Grundkörper der Vorrichtung.
[0037] Insbesondere ist die Linearführungseinrichtung bzw. die Rotationseinrichtung zur
Realisierung einer Bewegung der Befestigungseinrichtung in Bezug zur ersten Bereitstellungseinrichtung
und/oder zu einem Grundkörper der Vorrichtung eingerichtet. Somit kann der bereitgestellte
Identifikationsträger auf besonders einfache Weise von der ersten Bereitstellungseinrichtung
abgeholt bzw. an die Befestigungseinrichtung übergeben werden.
[0038] Die Linearführungseinrichtung bzw. die Rotationseinrichtung kann dazu ausgestaltet
sein, die Befestigungseinrichtung zwecks Abholung des Identifikationsträgers an die
erste Bereitstellungseinrichtung heranzufahren und nach der Übernahme des Identifikationsträgers
durch die Befestigungseinrichtung den Abstand zwischen diesem und der ersten Bereitstellungseinrichtung
zu vergrößern. Sie kann ebenso dazu eingerichtet sein, mittels ihrer Bewegung den
Abstand zwischen dem Identifikationsträger und dem Sicherheitsdokument zu verringern.
[0039] Diese Ausgestaltungen bringen den Vorteil mit sich, dass die Relativbewegung auf
besonders einfache, kostengünstige und platzsparende Weise realisiert werden kann.
[0040] Die Rotationseinrichtung kann beispielsweise zum Schwenken der Befestigungseinrichtung
bzw. eines daran angeordneten Identifikationsträgers auf die Achse der Relativbewegung
der Bewegungseinrichtung dienen. Auf diese Weise kann im Anschluss eine Relativbewegung
zwischen dem Identifikationsträger und dem Sicherheitsdokument ausgeführt werden,
etwa eine lineare Bewegung, mittels welcher der Identifikationsträger durch die Befestigungseinrichtung
am Sicherheitsdokument befestigt werden kann. Beispielweise umfasst die Rotationseinrichtung
eine Antriebseinrichtung, etwa einen pneumatischen Schwenkzylinder.
[0041] Eine weitere Ausgestaltung der Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung
eine optische Prüfungseinrichtung zur optischen Erkennung von Informationen des Identifikationsträgers,
insbesondere zum Lesen des Identifikationsträgers, zwecks Prüfens des ersten Identifikationsmerkmals
und/oder zur Aufnahme optischer Informationen zwecks Prüfens einer bestimmungsgemäßen
Anordnung bzw. Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument aufweist.
[0042] Die optische Erkennung von Informationen bzw. das Lesen des Identifikationsträgers
meint dabei insbesondere das Lesen bzw. Auslesen wenigstens einer auf dem Identifikationsträger
gespeicherten Information, nämlich einer mittels des ersten Identifikationsmerkmals
gespeicherten Information.
[0043] Insbesondere dient das Lesen des Identifikationsträgers dem Prüfen eines ersten Identifikationsmerkmals
des Identifikationsträgers in dessen befestigtem Zustand am Sicherheitsdokument. Dies
kann beispielsweise der Identifizierung des Sicherheitsdokuments vor der Weiterverarbeitung
dienen.
[0044] Die bestimmungsgemäße Anordnung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument
meint insbesondere dessen Anordnung an der gewünschten Position am Sicherheitsdokument.
Die bestimmungsgemäße Befestigung meint insbesondere die sichere und feste Fixierung,
bei einem Klebeetikett beispielsweise ein flächiger und ungestörter Kontakt des klebenden
Bereichs mit der Oberfläche des Sicherheitsdokuments.
[0045] Die optische Prüfungseinrichtung kann weiterhin eine Auswertungseinrichtung aufweisen,
mittels welcher die aufgenommenen Informationen mit anderen Information verglichen,
weiterverarbeitet und/oder gespeichert werden.
[0046] Diese Ausgestaltung bringt den Vorteil mit sich, dass neben der Bereitstellung und
der Anordnung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument auch die Prüfung des
Identifikationsträgers in der Vorrichtung realisierbar ist, was weitere Transportwege
unnötig macht und somit die Vorbereitung von Sicherheitsdokumenten für den Versand
weiter beschleunigt und vereinfacht.
[0047] In einer weiteren Ausgestaltung weist die Vorrichtung eine Leseeinrichtung zur optischen
Erkennung von Informationen eines an einer Aufnahmeeinrichtung zur Aufnahme eines
Sicherheitsdokuments angeordneten zweiten Identifikationsmerkmals auf.
[0048] Insbesondere befindet sich das zweite Identifikationsmerkmal auf einem zweiten Identifikationsträger,
welcher an einer Aufnahmeeinrichtung bzw. einem Carrier angeordnet ist. Die Leseeinrichtung
ist typischerweise eine optische Leseeinrichtung zur Aufnahme optischer Informationen.
Mit anderen Worten dient die Leseeinrichtung der optischen Erkennung von Informationen
eines an der Aufnahmeeinrichtung angeordneten zweiten Identifikationsträg ers.
[0049] Die Leseeinrichtung dient der Identifikation des von der Aufnahmeeinrichtung aufgenommenen
Sicherheitsdokuments vor der Befestigung des ersten Identifikationsträgers. Auf diese
Weise kann sichergestellt werden, dass der bereitgestellte Identifikationsträger an
dem passenden Sicherheitsdokument befestigt wird. Dabei können das erste und das zweite
Identifikationsmerkmal identisch sein.
[0050] Dazu kann die zweite Leseeinrichtung mit einer Vergleichseinrichtung verbunden sein,
die zum Vergleichen wenigstens eines Teils des mittels der zweiten Leseeinrichtung
erfassten zweiten Identifikationsmerkmals mit wenigstens einem Teil einer von einem
Informationsspeicher, der ersten Leseeinrichtung bzw. der ersten Bereitstellungseinrichtung
zur Verfügung gestellten Information, etwa betreffend das erste Identifikationsmerkmal,
eingerichtet ist.
[0051] Diese Ausgestaltung bringt den Vorteil mit sich, dass die Identifizierung des Sicherheitsdokuments
vor der Befestigung des Identifikationsträgers möglich ist, was die Sicherheit der
Vorbereitung der Sicherheitsdokumente für den Versand wesentlich verbessert.
[0052] In einer weiteren Ausgestaltung weist die Vorrichtung eine zweite Bereitstellungseinrichtung
zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers zwecks Herstellung einer Redundanz
der Bereitstellungseinrichtungen auf.
[0053] Mit anderen Worten umfasst die Vorrichtung somit zwei Bereitstellungseinrichtungen,
wobei jede Bereitstellungseinrichtung allein bereits zur Bereitstellung des ersten
Identifikationsträgers mit dem ersten Identifikationsmerkmal ausreichend ist. Die
zweite Bereitstellungseinrichtung kann analog zur ersten Bereitstellungseinrichtung
ausgestaltet und/oder angeordnet sein. Es ergibt sich der Vorteil, dass im Falle eines
Ausfalls einer Bereitstellungseinrichtung, beispielweise eines Druckers, die redundante
Sicherheitsstufe dafür sorgt, dass der Herstellungs- bzw. Vorbereitungsprozess der
Sicherheitsdokumente nicht unterbrochen wird.
[0054] Die Vorrichtung kann zur Herstellung einer Redundanz eine zweite Befestigungseinrichtung
zur Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument aufweisen.
[0055] Eine weitere Ausgestaltung der Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung
eine Verfahreinrichtung umfasst, mit der zumindest ein Teil der Vorrichtung verfahren
werden kann. Die Verfahreinrichtung kann beispielsweise eine Linearführungseinrichtung
bzw. ein System aus Linearführungseinrichtungen sein. Alternativ oder zusätzlich ist
auch eine Rotationseinrichtung möglich.
[0056] Die Verfahreinrichtung kann an eine Aufstell- bzw. Fixierungseinrichtung zum Aufstellen
der Vorrichtung bzw. zum Fixieren der Vorrichtung an einer externen Einrichtung befestigt
sein, etwa mit ihrem Grundkörper. Diese kann von der Vorrichtung umfasst sein. Zumindest
die erste Bereitstellungseinrichtung, die Bewegungseinrichtung und/oder die Befestigungseinrichtung
können mittels der Verfahreinrichtung beweglich in Bezug zur Aufstell- bzw. Fixierungseinrichtung
angeordnet sein und auf diese Weise zwecks Steigerung der Zugänglichkeit bewegt werden.
[0057] Insbesondere dient die Verfahreinrichtung dem Herausschieben von zumindest einem
Teil der Vorrichtung, sodass dieses besser zugänglich ist, beispielsweise um besser
gewartet und repariert werden zu können. Insbesondere umfasst der verfahrbare Teil
der Vorrichtung wenigstens die erste Bereitstellungseinrichtung, die Bewegungseinrichtung
und/oder die Befestigungseinrichtung.
[0058] Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, dass sie eine wesentlich vereinfachte Wartung
der Vorrichtung ermöglicht.
[0059] Ein zweiter Aspekt der Erfindung ist ein System zur Bereitstellung und Befestigung
eines Identifikationsträgers an einem Sicherheitsdokument, insbesondere einem Passbuch.
Dieses umfasst eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers
sowie eine Dokumentenbewegungseinrichtung, insbesondere eine Vorschubeinrichtung,
zur Bewegung eines Sicherheitsdokuments in Bezug zur Befestigungseinrichtung zwecks
Befestigung des Identifikationsträgers an dem Sicherheitsdokument.
[0060] Insbesondere ist die Dokumentenbewegungseinrichtung zur Realisierung einer linearen
Vorschubbewegung des Sicherheitsdokuments, welches in einer Aufnahmeeinrichtung angeordnet
sein kann, in Bezug zu Befestigungseinrichtung.
[0061] Ein dritter Aspekt der Erfindung ist ein Verfahren zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers
zwecks dessen Befestigung an einem Sicherheitsdokument, insbesondere einem Passbuch.
Dieses umfasst das Bereitstellen einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Bereitstellung
eines Identifikationsträgers zwecks dessen Befestigung an einem Sicherheitsdokument
oder eines erfindungsgemäßen Systems zur Bereitstellung und Befestigung eines Identifikationsträgers
an einem Sicherheitsdokument, das Bereitstellen wenigstens eines Identifikationsträgers
mit mindestens einem ersten Identifikationsmerkmal mittels der ersten Bereitstellungseinrichtung
sowie das Realisieren einer Relativbewegung zwischen der ersten Bereitstellungseinrichtung
und der Befestigungseinrichtung. Letzteres erfolgt derart, dass der Identifikationsträger
mittels der Befestigungseinrichtung von der ersten Bereitstellungseinrichtung abgeholt
wird. Insbesondere erfolgt weiterhin das Befestigen des Identifikationsträgers am
Sicherheitsdokument mittels der Befestigungseinrichtung.
[0062] Alternativ oder gleichzeitig kann auch mittels der zweiten Bereitstellungseinrichtung
der Identifikationsträger bereitgestellt werden.
[0063] Das Bereitstellen des Identifikationsträgers mit dem ersten Identifikationsmerkmal
kann dabei ein Drucken des ersten Identifikationsmerkmals mittels einer Druckeinrichtung
auf ein Etikett sein.
[0064] Das Befestigen des Identifikationsträgers erfolgt insbesondere derart, dass mittels
der Dokumentenbewegungseinrichtung eine lineare Vorschubbewegung des Sicherheitsdokuments,
welches in einer Aufnahmeeinrichtung aufgenommen sein kann, in Bezug zur Befestigungseinrichtung
erfolgt. Der an der Befestigungseinrichtung mittels der Ansaugeinrichtungen befestigte
Identifikationsträger gelangt in Kontakt mit dem Sicherheitsdokument und wird von
den Andrückeinrichtungen angedrückt und somit am Sicherheitsdokument befestigt.
[0065] Ein vierter Aspekt der Erfindung ist ein Verfahren zur Befestigung eines Identifikationsträgers
an einem Sicherheitsdokument. Dabei wird das erfindungsgemäße Verfahren zur Bereitstellung
eines Identifikationsträgers zwecks dessen Befestigung an einem Sicherheitsdokument
durchgeführt. Dabei ist das Sicherheitsdokument ein buchartiges Sicherheitsdokument
wie z. B. ein Passbuch. Das Befestigen des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument
erfolgt derart, dass zwei Abschnitte des Identifikationsträgers an einander gegenüberliegenden
Seiten des Sicherheitsdokuments außerhalb eines Buchrückens des Sicherheitsdokuments
befestigt werden, sodass ein Aufblättern des Sicherheitsdokuments mittels des Identifikationsträgers
blockiert wird.
[0066] Insbesondere gelangt das Sicherheitsdokument bei Durchführung der Relativbewegung
in Kontakt mit dem Identifikationsträger und verformt diesen, sodass die beiden Abschnitte
des Identifikationsträgers auf den einander gegenüberliegenden Seiten des Sicherheitsdokuments
angeordnet bzw. befestigt werden. Die Abschnitte werden insbesondere jeweils angedrückt.
[0067] In dieser Ausgestaltung ist der Identifikationsträger insbesondere länglich ausgestaltet,
weist also in einer ersten Erstreckungsrichtung eine um wenigstens den Faktor 1,5
und insbesondere wenigstens den Faktor 2 größere Ausdehnung auf als in einer zweiten
Erstreckungsrichtung, die senkrecht zur ersten Erstreckungsrichtung verläuft. Insbesondere
ist der Identifikationsträger im Wesentlichen rechteckig. Seine Längsachse ist entlang
der längeren Erstreckungsrichtung definiert. Im Falle eines im Wesentlichen quadratischen
Identifikationsträgers ist dessen Längsachse eine der beiden Achsen.
[0068] Der Identifikationsträger kann zwei Identifikationsmerkmale aufweisen, welche zumindest
einen überschneidenden Informationsgehalt haben. Insbesondere kann er zweimal das
erste Identifikationsmerkmal aufweisen. Dieses ist typischerweise auf beiden Seiten
einer senkrecht zur Längsachse verlaufenden Mittellinie des Identifikationsträgers
angeordnet, welche dessen Oberfläche in zwei gleich große Teilflächen unterteilt.
Auf diese Weise ist im Falle der erfindungsgemäßen Befestigung des Identifikationsträgers
an den gegenüberliegenden Seiten des Sicherheitsdokuments, also beispielsweise an
Buchdeckel und Buch-Rückseite, wobei die Mittellinie im Wesentlichen senkrecht zur
vom Identifikationsträger umschlossenen Kante des Sicherheitsdokuments verläuft, auf
beiden Seiten des Sicherheitsdokuments das Sicherheitsmerkmal lesbar bzw. auslesbar.
[0069] In einer Ausgestaltung des Verfahrens wird vor der Befestigung des Identifikationsträgers
am Sicherheitsdokument an den beiden Abschnitten jeweils ein Identifikationsmerkmal
angeordnet, insbesondere jeweils das erste Identifikationsmerkmal, sodass unabhängig
von der Ausrichtung des Sicherheitsdokuments ein Identifikationsmerkmal lesbar ist.
[0070] Mit anderen Worten werden die Abschnitte des Identifikationsträgers an unterschiedlichen
Elementen des Sicherheitsdokuments angeordnet bzw. befestigt und verhindern auf diese
Weise eine Relativbewegung der Elemente zueinander und somit ein Öffnen des buchartigen
Dokuments.
[0071] Diese Ausgestaltung bringt den Vorteil mit sich, dass der Identifikationsträger neben
der Kennzeichnung des Sicherheitsdokuments mit dem darauf angeordneten Identifikationsmerkmal
gleichermaßen zum Verschließen des Sicherheitsdokuments nutzbar ist, was einen unbefugten
Zugriff verhindert und somit den Transport sicherer macht.
[0072] Eine Ausgestaltung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass vor der Befestigung
des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument eine lineare Bewegung der Befestigungseinrichtung
in Richtung auf die erste Bereitstellungseinrichtung zum Abholen des Identifikationsträgers
von der ersten Bereitstellungseinrichtung erfolgt.
[0073] Eine weitere Ausgestaltung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass vor der
Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument und insbesondere nach
dem Abholen des Identifikationsträgers von der ersten Bereitstellungseinrichtung eine
Rotationsbewegung der Befestigungseinrichtung zur Positionierung der Befestigungseinrichtung
auf der Achse der Relativbewegung zur Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument
erfolgt. Dies kann mittels der Rotationseinrichtung erfolgen. Die Rotation kann um
einen Winkel von etwa 90° erfolgen. Auf diese Weise kann eine besonders platzsparende
Anordnung der ersten Bereitstellungseinrichtung, der Bewegungseinrichtung und der
Befestigungseinrichtung erzielt werden.
[0074] Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist eine Befestigungseinrichtung zur Befestigung
eines Identifikationsträgers an einem Sicherheitsdokument.
[0075] Die Erfindung wird im Folgenden anhand des in den beiliegenden Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiels erläutert.
[0076] Es zeigen
Fig. 1: eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 2: eine erste perspektivische Detaildarstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
sowie
Fig. 3: eine zweite perspektivische Detaildarstellung der Vorrichtung aus Figur 2.
[0077] Figur 1 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers
an einem Sicherheitsdokument. Diese umfasst, an einem Grundkörper 12 angeordnet, eine
erste Bereitstellungseinrichtung 20 zur Bereitstellung von Identifikationsträgern
mit jeweiligen Identifikationsmerkmalen, eine Befestigungseinrichtung 40 zu Befestigung
der Identifikationsträger an jeweiligen Sicherheitsdokumenten sowie eine Bewegungseinrichtung
30 zur Realisierung einer Relativbewegung zwischen der ersten Bereitstellungseinrichtung
20 und der Befestigungseinrichtung 40 zum Abholen des Identifikationsträgers von der
ersten Bereitstellungseinrichtung 20 mittels der Befestigungseinrichtung 40.
[0078] Die erste Bereitstellungseinrichtung 20 ist eine Druckeinrichtung 22 zum Drucken
eines Barcodes auf selbstklebende Etiketten. Unterhalb der ersten Bereitstellungseinrichtung
20 ist eine zweite Bereitstellungseinrichtung 24 angeordnet, sodass die dadurch hergestellte
Redundanz eine erhöhte Ausfallsicherheit der Bereitstellung bietet.
[0079] Die Vorrichtung 10 umfasst eine Aufstell- bzw. Fixierungseinrichtung 70, welche zur
Befestigung der Vorrichtung 10 dient. An der Aufstell- bzw. Fixierungseinrichtung
70 sind alle funktionalen Teile der Vorrichtung 10 mittels mehrerer Verfahreinrichtungen
72 beweglich angeordnet. Auf diese Weise können sie zur Steigerung der Zugänglichkeit,
beispielsweise zwecks Wartung, herausgeschoben werden. Die Leitungselemente, beispielsweise
elektrische Kabel und Druckluftleitungen, werden bei derartigen Bewegungen mittels
der Kabelführungen 74 vor Knicken geschützt.
[0080] Die Vorrichtung 10 umfasst weiterhin eine optische Prüfungseinrichtung 60 zum Lesen
des an dem Sicherheitsdokument zu befestigenden bzw. befestigten Identifikationsträgers
bzw. zur Aufnahme optischer Informationen zum Prüfen der bestimmungsgemäßen Anordnung
sowie zur Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument.
[0081] Figur 2 zeigt die Bewegungseinrichtung 30 sowie die Befestigungseinrichtung 40 in
einer vergrößerten Detaildarstellung. Die Bewegungseinrichtung 30 umfasst eine Linearführungseinrichtung
35 zur Realisierung einer linearen Bewegung der Befestigungseinrichtung 40 entlang
der Bewegungsrichtung 32 in Bezug zum Grundkörper der Vorrichtung 10 bzw. zu der an
diesem befestigten ersten Bereitstellungseinrichtung 20 (hier nicht dargestellt).
[0082] Die Befestigungseinrichtung 40 umfasst eine erste Andrückeinrichtung 42 und eine
zweite Andrückeinrichtung 45. Jede der Andrückeinrichtungen dient dem Andrücken eines
Abschnitts des Identifikationsträgers an das Sicherheitsdokument entlang einer jeweiligen
Andrückrichtung 43, 46, wobei die erste Andrückrichtung 43 und die zweite Andrückrichtung
46 einander entgegengesetzt sind.
[0083] Jede Andrückeinrichtung 42, 45 ist als Andrückrolle ausgestaltet, wobei die jeweiligen
Drehachsen parallel zueinander ausgerichtet sind und senkrecht zu einer Vorschubrichtung
stehen, mittels welcher das Sicherheitsdokument in Bezug zur Befestigungseinrichtung
40 zwecks Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument zu bewegen
ist. Die Vorschubrichtung verläuft dabei parallel zur oben beschriebenen Bewegungsrichtung
32 der Linearführungseinrichtung 35.
[0084] Die Andrückeinrichtungen 42, 45 sind relativ zueinander beweglich, um auf diese Weise
einen Abstand A zwischen den Andrückeinrichtungen 42, 45 einstellen zu können. Somit
kann die Befestigungseinrichtung 40 in Abhängigkeit der Dicke des mit dem Identifikationsträger
zu versehenen Sicherheitsdokuments eingestellt werden. Die Beweglichkeit ist dadurch
realisiert, dass jede der Andrückeinrichtungen 42, 45 an einem schwenkbaren Bügel
angeordnet ist. Die jeweiligen Schwenkachsen der Bügel verlaufen parallel zueinander
sowie parallel zu den Drehachsen der Andrückrollen. Auf diese Weise kann der Abstand
A der beiden Andrückrollen über deren gesamte Längserstreckung gleichmäßig verändert
werden.
[0085] Die Befestigungseinrichtung 40 weist eine Kraftausübungseinrichtung 49, nämlich eine
Feder, auf, mit welcher eine Kraft auf die erste Andrückeinrichtung 42 sowie die zweite
Andrückeinrichtung 45 ausgeübt wird. Diese dient dem Andrücken beider Andrückeinrichtungen
42, 45 entlang der jeweiligen Andrückrichtungen 43, 46 auf die jeweiligen Abschnitte
des Identifikationsträgers zwecks Andrückens der jeweiligen Abschnitte an das Sicherheitsdokument.
Die Feder ist als Druckfeder ausgestaltet und verbindet die beiden schwenkbaren Bügel
an deren den Andrückrollen gegenüberliegenden Seiten miteinander.
[0086] Die Befestigungseinrichtung 40 umfasst weiterhin eine Ansaugeinrichtung 50 mit vier
Ansaugelementen 52 zum Ansaugen wenigstens eines Bereichs des Identifikationsträgers.
Diese dienen der jeweiligen Befestigung einer Ecke des im Wesentlichen rechteckigen
Identifikationsträgers, sodass dieser in einer vertikalen Ausrichtung neben den Andrückrollen
positioniert ist. Die Klebefläche des Identifikationsträgers weist dabei von den Andrückrollen
weg. Wird nun das Sicherheitsdokument entlang der oben beschriebenen Vorschubrichtung
nach rechts bewegt, kommt ein jeweiliger Abschnitt des Identifikationsträgers auf
je einer Seite des Sicherheitsdokuments zur Anlage und wird mittels der Andrückrollen
dort angedrückt und auf diese Weise befestigt. Weiterhin sind strömungstechnisch mit
den Ansaugelementen 52 verbundene Schlauchanschlüsse 54 dargestellt, an welchen eine
Unterdruckquelle anzuschließen ist.
[0087] Darüber hinaus ist eine Antriebseinrichtung 38 dargestellt, auf welche im Folgenden
mit Bezug auf Figur 3 detaillierter eingegangen wird. Die Antriebseinrichtung 38 ist
ein pneumatischer Schwenkantrieb, der Teil der Rotationseinrichtung 36 ist. Die Rotationseinrichtung
36 dient der Rotation der Befestigungseinrichtung 40 in Bezug zum Grundkörper der
Vorrichtung und somit in Bezug zur ersten Bereitstellungseinrichtung um die Rotationsachse
39.
[0088] Mittels der Rotationseinrichtung 36 kann eine Rotation der Befestigungseinrichtung
40 um etwa 90° im Uhrzeigersinn erfolgen, sodass die Befestigungseinrichtung 40 auf
der Achse der Relativbewegung zur Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument
positioniert wird. Dabei stehen die Drehachsen der als Andrückrollen ausgestalteten
Andrückeinrichtungen 42, 45 senkrecht zu der Achse der Relativbewegung, sodass das
Sicherheitsdokument zwischen die Andrückrollen eingeschoben werden kann.
Bezugszeichenliste
| 10 |
Vorrichtung |
| 12 |
Grundkörper |
| 20 |
Erste Bereitstellungseinrichtung |
| 22 |
Druckeinrichtung |
| 24 |
Zweite Bereitstellungseinrichtung |
| 30 |
Bewegungseinrichtung |
| 32 |
Bewegungsrichtung |
| 35 |
Linearführungseinrichtung |
| 36 |
Rotationseinrichtung |
| 38 |
Antriebseinrichtung |
| 39 |
Schwenkachse |
| 40 |
Befestigungseinrichtung |
| 42 |
erste Andrückeinrichtung |
| 43 |
erste Andrückrichtung |
| 45 |
zweite Andrückeinrichtung |
| 46 |
zweite Andrückrichtung |
| A |
Abstand |
| 49 |
Kraftausübungseinrichtung |
| 50 |
Ansaugeinrichtung |
| 52 |
Ansaugelement |
| 54 |
Schlauchanschluss |
| 60 |
optische Prüfungseinrichtung |
| 70 |
Aufstell- bzw. Fixierungseinrichtung |
| 72 |
Verfahreinrichtung |
| 74 |
Kabelführung |
1. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers zwecks dessen Befestigung
an einem Sicherheitsdokument, insbesondere einem Passbuch, umfassend:
- eine erste Bereitstellungseinrichtung (20) zur Bereitstellung wenigstens eines Identifikationsträgers
mit mindestens einem ersten Identifikationsmerkmal,
- eine Befestigungseinrichtung (40) zur Befestigung des Identifikationsträgers am
Sicherheitsdokument, sowie
- eine Bewegungseinrichtung (30) zur Realisierung einer Relativbewegung zwischen der
ersten Bereitstellungseinrichtung (20) und der Befestigungseinrichtung (40) zwecks
Abholung des Identifikationsträgers von der ersten Bereitstellungseinrichtung (20)
mittels der Befestigungseinrichtung (40).
2. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Bereitstellungseinrichtung (20) als Druckeinrichtung (22) zum Drucken mindestens
eines optisch auslesbaren ersten Identifikationsmerkmals, insbesondere eines Barcodes,
auf den Identifikationsträger ausgestaltet ist.
3. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (40) eine erste Andrückeinrichtung (42), insbesondere
eine erste Andrückrolle, zum Andrücken zumindest eines ersten Abschnitts des Identifikationsträgers
an das Sicherheitsdokument entlang einer ersten Andrückrichtung (43) aufweist.
4. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (40) eine zweite Andrückeinrichtung (45), insbesondere
eine zweite Andrückrolle, zum Andrücken wenigstens eines zweiten Abschnitts des Identifikationsträgers
an das Sicherheitsdokument entlang einer zweiten Andrückrichtung (46) aufweist, wobei
die zweite Andrückrichtung (46) der ersten Andrückrichtung (43) im Wesentlichen entgegengesetzt
ist.
5. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass zwecks Einstellung eines Abstands (A) zwischen den Andrückeinrichtungen (42, 45)
diese relativ zueinander bewegbar sind.
6. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers nach einem der Ansprüche
4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (40) eine Kraftausübungseinrichtung (49), insbesondere
eine Feder, zur Realisierung einer Kraft auf die erste (42) und/oder die zweite Andrückeinrichtung
(45) zwecks Andrückens der jeweiligen Andrückeinrichtung (42, 45) auf den ersten bzw.
zweiten Abschnitt des Identifikationsträgers und Andrückens des jeweiligen Abschnitts
an das Sicherheitsdokument aufweist.
7. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (40) eine Ansaugeinrichtung (50) mit wenigstens einem
Ansaugelement (52) zum Ansaugen wenigstens eines Bereichs des Identifikationsträgers
zwecks Fixierung des Bereichs des Identifikationsträgers an dem Ansaugelement (52)
aufweist.
8. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungseinrichtung (30) zwecks Realisierung der Relativbewegung eine Linearführungseinrichtung
(35) zur linearen Bewegung und/oder eine Rotationseinrichtung (36) zur rotatorischen
Bewegung aufweist.
9. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) eine optische Prüfungseinrichtung (60) zur optischen Erkennung
von Informationen des Identifikationsträgers zwecks Prüfens des ersten Identifikationsmerkmals
und/oder zur Aufnahme optischer Informationen zwecks Prüfens einer bestimmungsgemäßen
Anordnung bzw. Befestigung des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument aufweist.
10. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Leseeinrichtung zur optischen Erkennung von Informationen eines
an einer Aufnahmeeinrichtung zur Aufnahme eines Sicherheitsdokuments angeordneten
zweiten Identifikationsmerkmals aufweist.
11. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) eine zweite Bereitstellungseinrichtung (24) zur Bereitstellung
eines Identifikationsträgers zwecks Herstellung einer Redundanz der Bereitstellungseinrichtungen
(20, 24) aufweist.
12. Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) eine Verfahreinrichtung (72) umfasst, mit der zumindest ein
Teil der Vorrichtung (10) verfahren werden kann.
13. System zur Bereitstellung und Befestigung eines Identifikationsträgers an einem Sicherheitsdokument,
insbesondere einem Passbuch, umfassend eine Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines
Identifikationsträgers gemäß einem der Ansprüche 1-12 sowie eine Dokumentenbewegungseinrichtung,
insbesondere eine Vorschubeinrichtung, zur Bewegung eines Sicherheitsdokuments in
Bezug zur Befestigungseinrichtung (40) zwecks Befestigung des Identifikationsträgers
an dem Sicherheitsdokument.
14. Verfahren zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers zwecks dessen Befestigung
an einem Sicherheitsdokument, insbesondere einem Passbuch, umfassend die Schritte
- Bereitstellen einer Vorrichtung (10) zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers
zwecks dessen Befestigung an einem Sicherheitsdokument gemäß einem der Ansprüche 1-12
oder eines Systems zur Bereitstellung und Befestigung eines Identifikationsträgers
an einem Sicherheitsdokument gemäß Anspruch 13,
- Bereitstellen wenigstens eines Identifikationsträgers mit mindestens einem ersten
Identifikationsmerkmal mittels der ersten Bereitstellungseinrichtung (20),
- Realisieren einer Relativbewegung zwischen der ersten Bereitstellungseinrichtung
(20) und der Befestigungseinrichtung (40), sodass der Identifikationsträger mittels
der Befestigungseinrichtung (40) von der ersten Bereitstellungseinrichtung (20) abgeholt
wird, sowie
- Insbesondere Befestigen des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument mittels
der Befestigungseinrichtung (40).
15. Verfahren zur Befestigung eines Identifikationsträgers an einem Sicherheitsdokument,
bei dem das Verfahren zur Bereitstellung eines Identifikationsträgers an einem Sicherheitsdokument
nach Anspruch 14 durchgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitsdokument ein buchartiges Sicherheitsdokument wie z. B. ein Passbuch
ist und dass das Befestigen des Identifikationsträgers am Sicherheitsdokument derart
erfolgt, dass zwei Abschnitte des Identifikationsträgers an einander gegenüberliegenden
Seiten des Sicherheitsdokuments außerhalb eines Buchrückens des Sicherheitsdokuments
befestigt werden, sodass ein Aufblättern des Sicherheitsdokuments mittels des Identifikationsträgers
blockiert wird.