[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Auftraggerät zum Auftragen eines flüssigen
oder pastösen Auftragsmediums, z. B. einer Tinte oder eines anderen mit Pigmenten
versetzten Fluids auf eine Oberfläche.
Technologischer Hintergrund
[0002] Die vorliegend insbesondere interessierenden Auftraggeräte sind solche, welche über
eine von einem Nutzer betätigbare Ventileinrichtung verfügen, die sich zwischen einem
Reservoir für das flüssige Auftragsmedium und einem kapillarem Auftragelement an der
Spitze des Auftraggeräts befindet. Entsprechende Auftraggeräte werden auch "Ventilmarker"
genannt. Sie beinhalten üblicherweise flüssiges Auftragsmedium mit vergleichsweise
hohem Anteil an Pigmenten, d.h. stark pigmentierte Tinten. Aus diesem Grund befinden
sich innerhalb des Reservoirs lose darin enthaltene Mischkörper (z.B. Kugeln), die
eine durch Schütteln des Auftraggeräts erfolgende Durchmischung des flüssigen Auftragsmediums
im Reservoir bewirken. Um flüssiges Auftragsmedium vom Reservoir zum Auftragelement
zu befördern, wird bei derartigen Auftraggeräten die Ventileinrichtung vom Nutzer
üblicherweise mehrfach betätigt. Durch dieses "Pumpen" kann flüssiges Auftragsmedium
vom Reservoir zum Auftragelement nachgeführt werden. Derartige Auftraggeräte werden
vor allem zum Aufbringen von Lacken auf Oberflächen zu Dekorationszwecken, Markierungszwecken
und/oder Ausbesserungszwecken verwendet. Derartige Auftraggeräte können ebenso gut
auch im Bereich der Kosmetik oder Medizin eingesetzt werden. Im kapillaren Auftragelement
sollte bei der Nutzung idealerweise nur so viel flüssiges Auftragsmedium vorhanden
sein, dass ein kontinuierlicher gleichmäßiger Auftrag gewährleistet ist. Dementsprechend
sollte beim Auftrag das Auftraggerät nicht klecksen oder keine plötzliche Unterbrechung
des Auftrags an flüssigem Medium auftreten. Ventilmarker beinhalten üblicherweise
einen Feststoffanteil bzw. Pigmentanteil in dem flüssigen Auftragsmedium von ca. 5
bis 30 Gew.-%. Es können aber bei derartigen Auftraggeräten auch Tinten ohne Pigmente
auf Farbstoffbasis zum Einsatz kommen.
Druckschriftlicher Stand der Technik
[0003] Ein Auftraggerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus der
DE 10 2010 009 691 A1 bekannt. Das Auftraggerät umfasst eine Schreibspitze und einen Aufnahmeraum, in dem
eine Ventileinrichtung angeordnet ist, welche ein Ventilgehäuse mit Ventilkorb sowie
einen über eine Rückstellfeder beaufschlagten Ventilverschlusskörper aufweist, der
beweglich in dem Ventilgehäuse gelagert ist und mit dem Ventilkorb zusammenwirkt.
Die Schreibspitze des Auftraggeräts ist unter Betätigung des Ventilverschlusskörpers
relativ zum Aufnahmegehäuse ein- und ausfahrbar gelagert, wobei die Schreibspitze
in Nichtgebrauchsstellung ausgefahren und die Ventileinrichtung geschlossen ist. Die
Schreibspitze kann eingefahren und hierdurch die Ventileinrichtung geöffnet werden.
Die Betätigung des Ventilverschlusskörpers der Ventileinrichtung erfolgt durch Andrücken
der beweglichen Schreibspitze gegen ein Gegenlager wie z. B. die Schreibunterlage,
so dass über die Schreibspitze der mit der Rückstellfeder beaufschlagte Ventilverschlusskörper
betätigt werden kann. Dies bedingt zum einen, dass lediglich Schreibspitzen mit einer
bestimmten Mindesthärte zum Einsatz kommen können, so dass das Auftraggerät für weiche
Spitzen nicht verwendbar ist. Zum anderen können, vor allem bei Temperaturschwankungen,
Druckänderungen auf das Auftragsmedium auftreten, was dazu führen kann, dass das Auftragsmedium
schwallartig an der Schreibspitze herausquillt. Ferner ist die bekannte Konstruktion
aufgrund ihrer Teilevielzahl aufwendig und vergleichsweise teuer in der Herstellung.
[0004] Eine Auftraggerät für weiche Schreibspitzen ist aus der
DE 10 2008 050 066 B4 bekannt. Dieses weist eine Ventileinrichtung zum Verschließen des Speicherbehälters
sowie ein zentrales, kapillar förderndes, weiches Auftragelement und ein das Auftragelement
umgebendes, formstabiles hartes Hülsenelement auf, wobei das Hülsenelement vorderseitig
mit einer Schulter aus dem Auftraggerät vorsteht und das zentrale Auftragelement mit
einem Auftragabschnitt über die Schulter aus dem Hülsenelement heraus ragt. Zum Öffnen
der Ventileinrichtung ist ein formstabiles hartes Betätigungselement mit Betätigungsstirnabschnitt
sowie Aufnahmeloch zur Anlage an der Schulter des Hülsenelementes notwendig, welches
üblicherweise in die Kappe integriert ist. Auch diese Konstruktion ist aufwendig.
Zudem benötigt man zum Betätigen der Ventileinrichtung beide Hände, so dass zur Betätigung
der Ventileinrichtung der Auftragvorgang in jedem Fall unterbrochen werden muss. Schließlich
bedingt diese Konstruktion auch, dass die Kappe durch die Aktivierung der Ventileinrichtung
rasch stark verschmutzt und eine häufige Reinigung erforderlich macht. Das weiche
Auftragelement beherbergt auch die Gefahr, dass dieses durch das Betätigungselement
ersteres verbogen wird und als Folge davon Tinte nicht mehr bis zur Spitze des Auftragelement
gelangen kann, wodurch sich die Schreibqualität erheblich vermindert.
[0005] Die
DE 20 2004 020 008 U1 beschreibt ein Auftraggerät mit einer Ventileinrichtung, bei dem ein Auftragorgan
einen ersten sowie zweiten Auftragorganbereich aufweist, wobei der erste Auftragorganbereich
weich und kapillarfördern und der zweite Auftragorganbereich formstabil und hart ist.
Der zweite Auftragorganbereich dient zum Betätigen der Ventileinrichtung.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein gattungsgemäßes Auftraggerät
mit einer verbesserter Handhabbarkeit und Auftragsqualität zur Verfügung zu stellen.
Lösung der Aufgabe
[0007] Die vorstehende Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige
Ausgestaltungen der Erfindung werden in den abhängigen Ansprüchen beansprucht.
[0008] Dadurch, dass ein im Inneren des Auftraggeräts befindliches bewegliches Funktionsteil
mittels einer Handhabe über einen magnetischen Kraftschluss betätigbar ist, kann die
Teilevielzahl der Auftraggeräte stark reduziert und hierdurch der konstruktive Aufbau
erheblich vereinfacht werden.
[0009] Insbesondere kann eine Ventileinrichtung vorgesehen sein, mit der die Zuführung von
Auftragsmedium vom Reservoir zum Auftragelement beinflussbar ist, indem mittels des
beweglichen Kraft-beaufschlagbaren Funktionselements in Abhängigkeit der Stellung
desselben die Ventileinrichtung betätigbar ist. Zwischen der Handhabe und dem Funktionselement
herrscht erfindungsgemäß ein magnetischer Kraftschluss vor.
[0010] Durch die Erfindung können auch vergleichsweise weiche, kapillarfördernde Auftragelemente
zum Einsatz kommen. Auch kürzere Auftragelemente könne verwendet werden. Auf eine
Druckbeaufschlagung zur Betätigung der Ventileinrichtung über das Auftragelement kann
verzichtet werden. Ferner ermöglicht es die Erfindung, dass während der Nutzung also
während des Auftrags mit der das Auftraggerät haltenden Hand sogleich auch über die
Handhabe die Ventileinrichtung betätigt und damit die Zufuhr von Auftragsmedium sogar
auch während des Auftrags gesteuert werden kann. Das Absperrelement kann durch die
Handhabe in einfacher Weise vor- und/oder zurückgeschoben werden, um die Ventileinrichtung
zu steuern. Diese Möglichkeit führt wiederum dazu, dass das flüssige Austragsmedium
genau dosiert und hierdurch eine optimale Menge an flüssigem Ausgangsmedium zugeführt
werden kann, sodass das Auftraggerät weder ausläuft bzw. beim Auftrag kleckst noch
es zu einer Unterbrechung des Auftrags durch zu wenig Auftragsmedium im Auftragelement
kommt. Aufgrund des magnetischen Kraftschlusses zwischen Handhabe und Absperrelement
kann darüber hinaus die konstruktive Ausgestaltung der Ventileinrichtung sehr viel
einfacher ausgeführt werden als dies beim Stand der Technik möglich war. Während des
Auftragens eines Striches ist kein Unterbrechen durch Absetzen notwendig. Die Erfindung
gewährleistet ein sauberes klecksfreies Arbeiten. Darüber hinaus können "endlos" lange
Striche gemacht werden, da die Bedienungsperson durch ein Zurückhalten des Absperrelements
über die Handhabe die Ventileinrichtung dauerhaft geöffnet halten kann, sodass ein
kontinuierlicher Tintenfluss, d.h. ein endloser Strich, möglich ist. Letzteres ist
vor allem auch bei Industrieanwendungen sowie in der Möbelindustrie von besonderer
Bedeutung. Schließlich ermöglicht die Erfindung sogar eine stufenlose Feindosierung,
wobei je nachdem in welche Längsposition die Handhabe bzw. das Absperrelement zum
Auftraggerät geschoben wird, das Ventil mehr oder weniger geöffnet ist. Es können
sogar nicht kapillarfördernde Auftragselemente zum Einsatz kommen, da ein Speicher
oder Puffer in der Schreibspitze nicht mehr benötigt wird, da der Nutzer beim Schreiben
permanent / kontinuierlich fein nachdosieren kann.
[0011] Zweckmäßig umfasst die Ventileinrichtung ein erstes Ventilelement, mit dem das Funktionselement
zur Einstellung bzw. Veränderung des Durchlassquerschnitts der Ventileinrichtung zusammenwirkt.
[0012] Ganz besonders vorteilhaft ist es weiterhin, dass es die Konstruktion ermöglicht,
das Auftragelement starr im bzw. am Auftraggerät zu fixieren. Aufgrund der beweglichen
Handhabe muss das Auftragelement nicht unbedingt beweglich ausgebildet sein. Daraus
wiederum resultiert der Vorteil einer besonders einfachen konstruktiven Ausgestaltung
des Spitzenbereichs des erfindungsgemäßen Auftraggeräts. Darüber hinaus kann das Auftragelement
selbst kürzer ausgeführt sein als die beweglichen Auftragelemente des Standes der
Technik, die zwangsläufig eine bestimmte Mindestlänge aufgrund des Eintauchens in
das Auftraggerät aufweisen mussten. Hierdurch können die Herstellungskosten des Auftraggeräts
reduziert werden.
[0013] Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung ist die Handhabe ringförmig oder zumindest
teilringförmig ausgebildet und umgibt das Auftraggerät außenseitig. Die Handhabe kann
hierdurch in einfacher Weise montiert werden. Ferner kann bei einer entsprechend ausgebildeten
Handhabe das Auftraggerät in jeder Winkelstellung zur Hand optimal betätigt werden.
[0014] Gemäß einer alternativen Ausgestaltung kann die Handhabe auch einseitig an der Außenseite
am Auftraggerät positioniert sein, beispielsweise in Form einer Erhebung oder Nase,
die außen am Auftraggerät vorragt und ebenso wie die ringförmige Handhabe vor- und
zurückgeschoben werden kann.
[0015] Sofern eine Führung für die Handhabe vorgesehen ist, kann hierdurch der Bewegungsbereich
der Handhabe entlang des Auftraggeräts je nach Bedarf begrenzt werden. Eine entsprechende
Führung kann beispielsweise dadurch realisiert werden, dass zusammenfügbare Gehäuseteile
des Auftraggeräts eine Teilausnehmung umfassen, die im zusammengesetzten Zustand die
Ausnehmung für die Handhabe bilden.
[0016] Dadurch, dass das Funktionselement gegen das erste Ventilelement z. B. gegen den
Ventilkorb vorgespannt ist, befindet sich die Ventileinrichtung ohne Betätigung der
Handhabe in geschlossenem Zustand. Erst bei Betätigung der Handhabe zur Öffnung der
Ventileinrichtung kann Auftragsmedium vom Reservoir in den Bereich des Auftragelements
gelangen. Die Vorspannung des Funktionselements gegen das erste Ventilelement erfolgt
zweckmäßigerweise durch ein elastisches Element, beispielsweise eine Feder, die das
Funktionselement gegen das erste Ventilelement drückt.
[0017] Gemäß einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung verfügt
das Auftraggerät über Mittel zur Abschirmung magnetischer Feldlinien. Hierdurch wird
erreicht, dass sich benachbarte Auftraggeräte nicht gegenseitig beeinträchtigen, d.h.
anziehen oder Auftraggeräte in größeren Display- oder Verpackungseinheiten sich nicht
in ihrer Positionierung aufgrund der magnetischen Kräfte innerhalb der Display- bzw.
Verpackungseinheit verändern. Die Mittel zur Abschirmung magnetischer Feldlinie sind
vorzugsweise im Bereich der Handhabe angeordnet und schirmen die magnetischen Feldlinien
von der Handhabe nach außen hin ab.
[0018] Vorzugsweise kann die Handhabe einen ersten Handhabebereich sowie einen zweiten Handhabebereich
aufweisen, wobei der erste Handhabebereich im äußeren Bereich der Handhabe angeordnet
ist und als Mittel zur Abschirmung magnetischer Feldlinien dient, wohingegen der zweite
Handhabebereich als Magnet ausgebildet ist bzw. aus magnetischem oder magnetisiertem
Material besteht. Vorzugsweise kann der erste Handhabebereich aus Eisen oder einem
eisenhaltigen Material bestehen. Hierdurch werden die magnetischen Feldlinien im Wesentlichen
auf den innenliegenden, eine magnetische Wirkung aufweisenden zweiten Handhabebereich
begrenzt.
[0019] Dadurch, dass die Ventileinrichtung derart ausgebildet ist, dass durch Betätigen
der Handhabe in Abhängigkeit der jeweiligen Stellung der Handhabe bzw. des damit gekoppelten
Funktionselement bzw. Absperrelements zum Ventilkorb unterschiedliche Durchlassquerschnitte
festlegbar sind, kann die Durchflussmenge des Mediums zum Auftragelement durch Betätigung
der Handhabe gezielt gesteuert werden. Insbesondere kann eine stufenlose Feindosierung
von sehr viel bis sehr wenig Medium je nach Bedarf vorgenommen werden. Aufgrund dessen
können auch Medien mit einem sehr hohen Pigmentierungsgrad besonders gut dosiert und
aufgetragen werden.
[0020] Ebenso können bei Bedarf Rastpositionen für die Handhabe am Auftraggerät, vorzugsweise
in dessen Außenbereich, vorgesehen sein, beispielsweise Rastpositionen für geschlossen,
leicht geöffnet, gut geöffnet sowie voll geöffnet. Die betreffenden Rastpositionen
können vorzugsweise am Auftraggerät für den Nutzer sichtbar mit Markierungen versehen
sein.
[0021] Das Funktionselement des erfindungsgemäßen Auftraggeräts kann gemäß einer zweckmäßigen
Ausgestaltung ein Stößel sein. Ein Stößel hat den Vorteil, dass er einerseits zum
Steuern der Ventilfunktion (z. B. Öffnen, Schließen der Ventileinrichtung) dient,
andererseits aufgrund seiner Längserstreckung auf seiner gegenüberliegenden Seite
im geöffneten Zustand der Ventileinrichtung einen Verschluss im Bereich des Reservoirs,
der z.B. durch eine dort befindliche Kugel begründet wird, betätigen d. h. aufheben
kann.
[0022] Alternativ ermöglicht es die erfindungsgemäße Idee, das Funktionselement auch kugelförmig
auszubilden, d.h. als Absperrelement eine Kugel zu verwenden. Gerade dies begründet
eine ganz erhebliche Vereinfachung der Konstruktion sowie eine Reduzierung der Herstellungskosten
im Vergleich zu den Auftraggeräten des Standes der Technik, da Kugeln billige Standard-Bauteile
darstellen, die als Massenware bezogen werden können. Durch das Bewegen eines kugelförmigen
Funktionselements kann darüber hinaus eine optimale Durchmischung des flüssigen Mediums,
d.h. der darin enthaltenen Pigmente, erfolgen, bevor das Medium in das Auftragelement
eintritt. Vorzugsweise könnte die Durchmischung mit dem kugelförmigen Funktionselement
auch nahezu über die gesamte Stiftlänge d. h. über das gesamt Reservoir erfolgen.
Diese Variante kann konstruktiv sehr einfach realisiert werden, da bei dieser Variante
der Bereitstellungstraum und das Reservoir nicht voneinander getrennt wären. Ein kugelförmiges
Funktionselement kann darüber hinaus sehr einfach montiert werden. Ferner führt ein
kugelförmiges Absperrelement dazu, dass im Gegensatz zum Stand der Technik Toträume
zwischen Reservoir und Auftragelement in vorteilhafterweise weitgehend vermieden werden
können. Diese Ausgestaltung ermöglicht es zudem, flüssige Medien mit besonders hohen
Pigmentanteilen bzw. Pigmenten mit vergleichsweise großen Korngrößen zu verwenden.
[0023] Auch kann das flüssige Auftragsmedium innerhalb des Auftraggeräts unter Überdruck
gehalten werden, sodass es bereits weitgehend aufgrund des Überdrucks vom Reservoir
zum Auftragelement strömt. Somit muss lediglich durch Bedienung der Handhabe sichergestellt
werden, dass von Zeit zu Zeit die Ventileinrichtung geöffnet wird, sodass das flüssige
Medium selbsttätig durch die Ventileinrichtung hindurch zum Auftragelement strömt.
[0024] Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung ist der magnetische Kraftschluss derart festgelegt,
dass sich das Funktionselement bei Entlastung der Handhabe allein aufgrund magnetischer
Kraft selbsttätig in eine vorher festgelegte Position, z. B. in die Schließstellung
der Ventileinrichtung zurückbewegt. Auch dies ermöglicht es, die Konstruktion des
Auftraggeräts im Vergleich zum Stand der Technik sehr stark zu vereinfacht. Diese
Konstruktion macht es sogar möglich, auf eine Rückstellfeder vollständig zu verzichten.
[0025] Alternativ kann die Verschlussfunktion hierbei auch bei Bedarf durch die Kraft eines
Federelements unterstützt werden.
[0026] Dadurch, dass zwischen dem Reservoir und dem Auftragelement ein Funktionselement
in Form eines Speicherelements für das Auftragsmedium vorgesehen ist, kann bei einer
vollständig geöffneten Ventileinrichtung ein unkontrollierter Tintenfluss vermieden
werden, da das Speicherelement eine Art Pufferfunktion für das Auftragsmedium gewährleistet.
Das Speicherelement kann vorzugsweise zwischen Auftragelement und Ventileinrichtung
und/oder zwischen Reservoir und Ventileinrichtung platziert sein.
[0027] Gemäß einer besonderen Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann das Speicherelement
auch zur Dosierung des Durchflusses an Auftragsmedium verwendet werden und/oder hierbei
als solches als Ventileinrichtung dienen. Hierfür ist das Speicherelement aus einem
Material konzipiert, welches einen magnetischen Kraftschluss mit einer manuell betätigbaren
Handhabe ermöglicht. Durch Betätigen des Speicherelements mit einer Handhabe kann
der Durchfluss durch das Speicherelement oder/oder an diesem vorbei gesteuert werden
und/oder auf das Speicherelement Druck ausgeübt werden. Auf einen Stößel oder eine
Kugel als Absperrelement könnte hierbei im Bedarfsfall bei auch verzichtet werden.
[0028] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist im Reservoir ein mittels eines Betätigungselements
lageveränderbares Funktionselement, z. B. in Form einer Wand oder eines Kolbens, vorgesehen,
wodurch bei abnehmenden Füllgrad des Reservoirs ein Druck auf das flüssige Auftragsmedium
innerhalb des Reservoirs aufgebracht werden kann. Erfindungsgemäß herrscht zwischen
dem Betätigungselement d. h. der Handhabe und dem Funktionsteil ein magnetischer Kraftschluss
vor. Letztere Konstruktion hat den Vorteil einer sehr einfachen konstruktiven Umsetzung.
[0029] Alternativ oder zusätzlich kann das Funktionselement auch mittels der Kraft eines
Federelements oder durch ein Gas vorgespannt sein, um Druck auf das flüssige Auftragsmedium
auszuüben.
Beschreibung der Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
[0030] Zweckmäßige Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung werden anhand von Ausführungsbeispielen
nachstehend näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Teilschnittdarstellung eines Teils einer ersten Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Auftraggeräts mit der Ventileinrichtung in Schließstellung;
- Fig. 2
- eine Teilschnittdarstellung der Ausgestaltung nach Fig. 1 mit der Ventileinrichtung
in geöffneter Stellung;
- Fig. 3
- eine Teilschnittdarstellung eines Teils einer zweiten Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Auftraggeräts mit der Ventileinrichtung in Schließstellung;
- Fig. 4
- eine Teilschnittdarstellung der Ausgestaltung nach Fig. 3 mit der Ventileinrichtung
in geöffneter Stellung;
- Fig. 5
- eine Teilschnittdarstellung eines Teils einer dritten Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Auftraggeräts mit der Ventileinrichtung in Schließstellung;
- Fig. 6
- eine Teilschnittdarstellung eines Teils einer vierten Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Auftraggeräts;
- Fig. 7
- eine Teilschnittdarstellung eines Teils einer fünften Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Auftraggeräts mit der Ventileinrichtung in Schließstellung sowie
- Fig. 8
- eine Teilschnittdarstellung eines Teils einer sechsten Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Auftraggeräts mit Ventileinrichtung in Schließstellung.
[0031] Die Bezugsziffer 10 zeigt eine erste Ausgestaltung eines Auftraggeräts gemäß der
vorliegenden Erfindung. Das Auftraggerät 10 umfasst ein erstes Gehäuseteil 7a sowie
ein im vorderen Bereich vorgesehenes zweites Gehäuseteil 7b. Die beiden Gehäuseteile
7a, 7b bestehen vorzugsweise aus Kunststoff und sind in einem gemeinsamen Verbindungsbereich
miteinander verbunden, vorzugsweise miteinander verklebt und/oder verschweißt. Der
erste Gehäuseteil 7a ist in Fig. 1 lediglich teilweise dargestellt. Er umgibt ein
Reservoir 1 für ein z. B. flüssiges Auftragsmedium. Das Reservoir 1 wird innerhalb
des ersten Gehäuseteils 7a von einer Wand 9 begrenzt, die mit einem Durchlass 9a sowie
zur Innenseite des Reservoirs hin mit einer konusförmigen umlaufenden Flanke 9b versehen
ist. Innerhalb des Reservoirs befinden sich z.B. zwei Mischelemente 8 in Form von
Kugeln, z.B. Metallkugeln, die bei Schütteln des Auftraggeräts 10 eine innige Durchmischung
des flüssigen Auftragsmediums innerhalb des Reservoirs 1 begründen. Eine Kugel verschließt
im Gebrauchszustand des Auftraggeräts 10 aufgrund der konusförmigen Seitenwand 9b
der Wand 9 schwerkraftbedingt das Reservoir zur Vorderseite des Auftraggeräts 10 hin.
[0032] Auf der dem Reservoir 1 gegenüberliegenden Seite der Wand 9 befindet sich ein Bereitstellungsraum
14 für das flüssige Auftragsmedium. Im vorderen Bereich des Auftraggeräts 10 ist ein
kapillares Auftragelement 2 vorgesehen, welches im Betrieb mit dem flüssigen Auftragsmedium
getränkt ist und dazu dient, das flüssige Auftragsmedium auf eine in Fig. 1 nicht
dargestellte Oberfläche aufzubringen. Das Auftragelement 2 ist im Auftraggerät 10
starr befestigt, d.h. relativ zum Gehäuse nicht axial verschiebbar. Hierzu kann das
Auftragelement unmittelbar im zweiten Gehäuseteil 7b positionsfest untergebracht,
z.B. eingeklebt, sein.
[0033] Das Auftraggerät 10 kann an seiner Vorderseite über eine (in Fig. 1 nicht dargestellte)
Kappe bei Nichtgebrauch verschlossen werden.
[0034] Da mittels des Auftragelements 2 lediglich ein Auftrag an flüssigem Auftragsmedium
vorgenommen werden muss, d.h. das Auftragelement 2 keine Druckkraft auf innere Teile
des Auftraggeräts 10 übertragen muss, kann das Auftragelement 2 vorteilhaft aus vergleichsweise
weichem Material bestehen. Bei dem Auftragelement 2 handelt es sich z. B. um ein Material,
welches durch dessen offene Kapillarität das flüssige Auftragsmedium, welches im Bereitstellungsraum
14 ansteht, aufsaugt. Es können aber auch andere Auftragelemente verendet werden.
[0035] Im Inneren des Bereitstellungsraums 14 befindet sich eine Ventileinrichtung 3 mit
einem Funktionselement 4 oder Absperrelement. Die Ventileinrichtung 3 ist dazu vorgesehen,
durch Hin- und Her-Bewegen des Funktionselements 4 oder Absperrelements flüssiges
Auftragsmedium aus dem Bereitstellungsraum 14 nach vorn zum Auftragelement 2 zu dosieren
oder zu "pumpen". Hierbei wird die Zufuhr von flüssigem Auftragsmedium vom Reservoir
1 zum Auftragelement 2 ermöglicht und die Ventileinrichtung 3 danach wieder geschlossen.
[0036] Die Ventileinrichtung 3 kann, wie in Fig. 1 gezeigt, aus einem ersten Ventilelement
3a (z. B. Ventildeckel) sowie einem damit verbundenen zweiten Ventilelement 3b (z.
B. Ventilkorb) aufgebaut sein. Im Bereich des zweiten Ventilelements 3a sind mindestens
eine, vorzugsweise eine Mehrzahl von Öffnungen 3c vorgesehen, um flüssiges Auftragsmedium
durch die Öffnungen 3c hindurch in das Innere der Ventileinrichtung 3 strömen zu lassen.
Innerhalb der Ventileinrichtung 3 befindet sich das Funktionselement 4, beispielsweise
in Form eines Stößels, wie er in Fig. 1 dargestellt ist. Das Funktionselement 4 ist
innerhalb der Ventileinrichtung 3 axial bewegbar und begründet mit dem ersten Ventilelement
3a einen Ventilsitz, der in der in Fig. 1 dargestellten Position des Funktionselements
4 einen Durchlass von flüssigem Auftragsmedium hin zum Auftragelement 2 blockiert.
Das Funktionselement 4 sowie das erste Ventilelement 3a weisen hierzu zueinander korrespondierende
Schrägflächen auf.
[0037] Zudem ist innerhalb der Ventileinrichtung 3 eine Rückstellfeder 6 angeordnet, die
das Funktionselement 4 gegen das erste Ventilelement 3a drückt und auf diese Weise
die Ventileinrichtung 3 in Schließstellung hält.
[0038] Gemäß der vorliegenden Erfindung kann das Funktionselement 4 über eine Handhabe 5
bei Bedarf in seiner Position verändert werden. Die Handhabe 5 und das Funktionselement
4 sind zu diesem Zweck ausschließlich über einen magnetischen Kraftschluss miteinander
gekoppelt.
[0039] Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform ist die Handhabe 5 vollumfänglich
ringförmig ausgebildet und befindet sich an der Außenseite des Gehäuses des Auftraggeräts
10. Durch axiales Verschieben der Handhabe 5 kann somit das Funktionselement 4 manuell
entgegen der Kraft der Rückstellfeder 6 in Fig. 1 nach oben bewegt werden und hierdurch
die Ventileinrichtung 3 geöffnet werden, vgl. Fig. 2. Alternativ kann sich die ringförmige
Handhabe 5 auch nur über einen Teilbereich des Umfangs des Auftraggeräts 10 erstrecken.
[0040] Zur Gewährleistung des magnetischen Kraftschlusses zwischen Handhabe 5 und Funktionselement
4 kann eines der Teile oder auch beide einen Magneten, d.h. einen Dauermagneten oder
zumindest einen dauermagnetischen Werkstoff, umfassen.
[0041] Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform befindet sich der Magnet beispielsweise
lediglich im Bereich der Handhabe, wohingegen das Funktionselement 4 aus einem Material,
z.B. Eisen, besteht, wodurch eine Anziehungskraft zu dem Magneten begründet wird.
[0042] Um den magnetischen Kraftschluss lediglich auf den Bereich um das Funktionselement
4 zu begrenzen, umfasst das erfindungsgemäße Auftragelement 10 Mittel zur Abschirmung
magnetischer Feldlinien zur Außenseite hin. Als solche Mittel kann z.B. eine Konstruktion
vorgesehen sein, bei der die Handhabe 5 einen ersten Handhabebereich 5a umfasst, welcher
einen zweiten Handhabebereich 5b, welcher einen Magneten umfasst, außenseitig oder
vorzugsweise sowohl im Außen- als auch im Seitenbereich umgibt, wie dies in Fig. 1
dargestellt ist. Hierdurch kann wirksam vermieden werden, dass sich magnetische Feldlinien
nach außen hin erstrecken.
[0043] Aufgrund der Handhabe 5, die mit dem Funktionselement 4 über den magnetischen Kraftschluss
verbunden ist, kann der Benutzer des Auftraggeräts 10 während des Auftragens von flüssigem
Auftragsmedium auf eine Oberfläche die Ventileinrichtung 3 ein- oder auch mehrfach
betätigen und hierdurch flüssiges Auftragsmedium vom Bereitstellungsraum 14 hin zum
Auftragelement 2 "pumpen". Es ist somit nicht mehr erforderlich, den Auftrag zu unterbrechen
und die Spitze gegen den Untergrund zu drücken oder, wie beim Stand der Technik, mit
einem zusätzlichen Gegenstand, z.B. einer Kappe des Auftraggeräts 10, das Ventil zu
betätigen.
[0044] In der in Fig. 2 dargestellten Öffnungsstellung bewirkt die Längsverschiebung des
Funktionselements 4, dass flüssiges Auftragsmedium über einen Ringspalt 15 in den
Auftragelement-seitigen Bereich des Bereitstellungsraums 14 gelangen kann. Darüber
hinaus bewirkt die Längsverschiebung des Absperrelements 4 auch im Reservoir 1 ein
Anheben des Mischelements 8 relativ zu der konusförmigen Flanke 9b der Wand 9, wodurch
flüssiges Auftragsmedium aus dem Reservoir 1 in den Bereitstellungsraum 14 nachströmen
kann. Das dem Auftragelement 2 gegenüberliegende Ende des Funktionselements 4 durchgreift
hierzu den Durchlass 9a der Wand 9 und hebt das Mischelement 8 geringfügig an.
[0045] Sobald der Nutzer die Handhabe 5 loslässt, drückt die Rückstellfeder 6 das Funktionselement
4 wieder nach vorne auf das erste Ventilelement 3a, wodurch die Ventileinrichtung
3 wieder geschlossen wird. Aufgrund des magnetischen Kraftschlusses wird die Handhabe
5 wieder in die Ausgangsposition nachgezogen.
[0046] Bei der in Fig. 3 dargestellten weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Auftraggeräts
10 ist als Funktionselement 4 statt ein Stößel eine Kugel vorgesehen. Die Ventileinrichtung
3 umfasst hierbei ein zweites Ventilelement 3b in Form eines ringförmigen Teils, welches
in das erste Gehäuseteil 7a eingesetzt ist und eine Ventilöffnung 3c umfasst. An der
gegenüberliegenden Seite der Ventileinrichtung 3 befindet sich ein ebenfalls ringförmig
ausgebildeter Ventilkorb 3b, der mit dem Absperrelement 4 einen Ventilsitz bildet.
Auch bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform kann eine Rückstellfeder 6 vorgesehen
sein, die das Absperrelement 4 gegen den Ventilkorb 3b vorspannt. Das zweite Ventilelement
3b bildet das Gegenlager für die Rückstellfeder 6.
[0047] Wie aus Fig. 3 deutlich wird, kann der Aufbau der Ventileinrichtung 3 aufgrund der
Verwendung eines kugelförmigen Funktionselements 4 ganz besonders einfach gestaltet
werden. Darüber hinaus sind innerhalb der Ventileinrichtung 3 sowie auch im Bereitstellungsraum
14 keinerlei Toträume vorhanden, in denen flüssiges Auftragsmedium verklumpen und
den Weiterfluss desselben behindern kann. Das kugelförmige Funktionselements 4 bewirkt
darüber hinaus eine innige Durchmischung des flüssigen Auftragsmediums im Bereich
der Ventileinrichtung 3. Die Betätigung des kugelförmigen Funktionselements 4 erfolgt
auch hier durch die Handhabe 5 in der gleichen Art und Weise, wie sie bereits im Zusammenhang
mit Fig. 1 beschrieben worden ist.
[0048] Die Ausgestaltung gemäß Fig. 4 zeigt die Ventileinheit 3 in geöffneter Stellung.
Hierbei wird durch die zurückgezogene Position der Handhabe 5 das kugelförmige Funktionselement
4 gegen die Kraft der Rückstellfeder 6 in Fig. 4 nach oben, also gegen das zweite
Ventilelement 3b, gedrückt. Sobald die Handhabe 5 vom Nutzer losgelassen wird, wird
das kugelförmige Funktionselement 4 wiederum nach vorne gegen das erste Ventilelement
3b gedrückt und die Ventileinrichtung 3 hierdurch geschlossen. Der Abstand des Funktionselements
4 zum zweiten Ventilelement 3a kann hierbei auch noch geringer festgelegt sein, als
dies in Fig. 4 gezeichnet ist.
[0049] Die Ausgestaltung gemäß Fig. 5 zeigt eine Abwandlung des erfindungsgemäßen Auftraggeräts
10, bei dem die Handhabe 5 lediglich seitlich am Gehäuse des Auftraggeräts 10 angeordnet
ist. Bei einer derartigen Ausgestaltung ist es vorteilhaft, eine Führung 16 vorzusehen,
die den Bewegungsweg der Handhabe 5 begrenzt. Die Führung 16 kann hierbei derart ausgebildet
sein, dass jedes Gehäuseteil 7a, 7b ein Führungsteil 16a bzw. 16b beinhaltet, sodass
im zusammengesetzten Zustand der beiden Gehäuseteile 7a, 7b die Führung 16 komplettiert
ist.
[0050] Bei Bedarf können zusätzlich Rastpunkte (z. B. vier Rastpunkte) im Bereich der Führung
16 für die Handhabe 5 vorgesehen sein, die in Fig. 5 mit den Buchstaben A-D entlang
der Verschiebestrecke rein schematisch angegeben sind. Bei dem Rastpunkt A ist die
Ventileinrichtung 3 voll geöffnet, beim Rastpunkt D ist sie geschlossen. Beim Rastpunkt
C ist der Durchlassquerschnitt an flüssigem Medium etwas geringer als beim Rastpunkt
B. Folglich können in Abhängigkeit der Verschiebepositionen unterschiedliche Durchflussquerschnitte
für das flüssige Medium in Form einer besonders einfachen konstruktiven Maßnahme geschaffen
werden.
[0051] In Bezug auf den geöffneten Zustand der Ventileinrichtung 3 wird, um Wiederholungen
zu vermeiden, auf die Ausgestaltung gemäß Fig. 4 verwiesen.
[0052] Ferner kann aufgrund der einfachen Konstruktion des erfindungsgemäßen Auftraggeräts
10 zwischen Ventileinrichtung 3 und Auftragelement 2 in Speicherelement 19 z. B. aus
schwammartigem Material für flüssiges Auftragsmedium positioniert sein. Das Speicherelement
19 puffert den Zufluss an Auftragsmedium und trägt hierdurch bei geöffneter Ventileinrichtung
3 zur Vermeidung eines unkontrollierten Flusses an Auftragsmedium bei.
[0053] Fig. 6 zeigt eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Auftraggeräts 10, bei dem mittels
eines außenseitigen Betätigungselements 12 ein weiteres Funktionselement 18 im Inneren
des Reservoirs 1 betätigt werden kann. Bei dem Funktionsteil 18 handelt es sich beispielsweise
um eine verschiebbare Wand, einen verschiebbaren Kolben oder ein verschiebbares kolbenartiges
Teil. Über eine manuelle Betätigung des Betätigungselements 12 kann das Funktionsteil
18 bei beispielsweise geringer werdendem Füllgrad des Reservoirs 1 innerhalb des Reservoirs
1 verschoben, der Druck auf das darin befindliche flüssige Auftragsmedium dadurch
erhöht und ein weiterer Zufluss an flüssigem Auftragsmedium hin zum Auftragelement
2 gesichert werden.
[0054] Auch hierbei erfolgt ein magnetischer Kraftschluss zwischen Betätigungselements 12
und dem Funktionselement 18. Die Ausgestaltung des Betätigungselements 12 kann in
gleicher Weise erfolgen, wie dies im Zusammenhang mit der Handhabe 5 für das Funktionselement
4 beschrieben worden ist. Beispielsweise kann ein Betätigungselements 12a einen weiteren,
magnetischen Betätigungselements 12b an drei Seiten umschließen, um eine Abschirmwirkung
der magnetischen Feldlinien des zweiten magnetischen Betätigungselements 12b nach
außen zu gewährleisten. Bei der Ausgestaltung nach Fig. 6 sind der Bereitstellungsraum
14 und das Reservoir 1 durch keine Wand getrennt.
[0055] Die in Fig. 6 dargestellte Ausführungsform hat den Vorteil, dass auf sehr einfache
Art und Weise ein Überdruck innerhalb des Reservoirs 1 aufrechterhalten werden kann
und damit stets eine kontinuierliche Zuführung von flüssigem Auftragsmedium hin zum
Bereitstellungsraum 14 sichergestellt ist.
[0056] Alternativ kann das Funktionselement 18 auch mittels einer (nicht dargestellten)
Feder beaufschlagt werden oder der Nachfluss mittels eines ebenfalls nicht dargestellten
Gases bewirkt werden.
[0057] Fig. 7 zeigt eine Ausgestaltung des Auftraggeräts 10, bei dem sich das Funktionselement
19 in Form des Speicherelements vor dem Funktionselements 4 in Form des Absperrelements
befindet. Das Funktionselement 19 wirkt hierbei gleichzeitig als Rückstellelement
für das Funktionselement 4.
[0058] Medium aufnehmende oder speichernde Funktionselemente 19 können bei Bedarf auch um
das Funktionselement 4 d. h. den Stößel herum angeordnet sein, wie dies aus Fig. 8
ersichtlich ist. Hierbei kann es sich z. B. um magnetische Metallwolle handeln. Die
Metallwolle gewährleistet folgende Vorteile (i) leine Toträume sowie hierdurch verursachte
Pigmentablagerungen, (ii) Sedimentierte Tinte / Pimentschlemme wird durch Quetschen
der Metallwolle wieder aufgemischt und (iii) bei geöffneter Ventilstellung "schießt"
das Medium nicht ungehindert zur Spitze nach vorne, da der Metallschwamm als "Bremse"
wirkt. Bei geöffneter Ventilstellung wird der mit Tinte und Pigmenten gefüllte Metallschwamm
gequetscht. Dadurch wird das darin enthaltene Medium abgegeben bzw. freigesetzt und
kann durch die Öffnungen im zweiten Ventilelement nach vorne zur Spitze des Auftraggeräts
fließen.
[0059] Bei Daueröffnung des Ventils ist auch der Metallschwamm dauern komprimiert. Folglich
fließt dauernd Tinte nach, allerdings in gebremster bzw. dosierter Form, sodass der
Marker nicht ausläuft oder kleckst. Bei teilweiser Ventilöffnung ist der Metallschwamm
nur teilweise komprimiert, sodass man auch hier eine Dosierung an Auftragsmedium erhält.
[0060] Sobald der Metallschwamm gequetscht wird (faktisch bei jeder Ventilbetätigung / Betätigung
der Handhabe), wird auch die darin enthaltene Tinte aufgerührt und führt zu einem
besseren Schreibergebnis und einer längeren Lebensdauer des Markers.
[0061] Bei teilweiser Ventilöffnung ist der Metallschwamm nur teilweise komprimiert, sodass
man auch hier eine Dosierung erhält
[0062] Zur Verwirklichung des magnetischen Kraftschlusses wird jeweils ein Magnet (z. B.
Dauermagnet) entweder im Bereich der Handhabe 5 bzw. des Betätigungselements 12 oder
im Bereich des jeweiligen Funktionselements 4, 18 oder 19 verwendet. Das gegenüberliegende
Teil umfasst ein von einem Magneten angezogenes Material wie z. B. Eisen oder eisenhaltiges
Material. Es können aber bei den gegenüberliegenden Teilen auch zwei sich anziehende
Magnete verwendet werden.
[0063] Reservoir 1 sowie Bereitstellungsraum 14 können bei Bedarf auch einen einzigen durchgehenden
Raum bilden, bei dem demnach keine Wand 9 vorgesehen ist.
[0064] Es wird ausdrücklich daraufhin gewiesen, dass auch Einzelmerkmale oder Teilmerkmalsgruppen
der verschiedenen Ausführungsformen als erfindungswesentlich zu betrachten sind und
beliebig untereinander kombiniert werden können. Auch diese gehören für sich deshalb
ausdrücklich zum Offenbarungsgehalt der Anmeldung.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0065]
- 1
- Reservoir
- 2
- Auftragelement
- 3
- Ventileinrichtung
- 3a
- erstes Ventilelement
- 3b
- zweites Ventilelement
- 3c
- Öffnung
- 4
- Funktionselement
- 5
- Handhabe
- 5a
- erster Handhabebereich
- 5b
- zweiter Handhabebereich
- 6
- Rückstellfeder
- 7a
- erstes Gehäuseteil
- 7b
- zweites Gehäuseteil
- 8
- Mischelement
- 9
- Wand
- 9a
- Durchlass
- 9b
- konusförmige Flanke
- 10
- Auftraggerät
- 11
- Kolben
- 12
- Betätigungselement
- 13
- Federelement
- 14
- Bereitstellungsraum
- 15
- Ringspalt
- 16
- Führung
- 16a
- erstes Führungsteil
- 16b
- zweites Führungsteil
- 17
- Handhabe
- 18
- Funktionsteil
- 19
- Speicherelement
1. Auftraggerät zum Auftragen eines Auftragsmediums flüssiger oder pastöser Konsistenz
auf eine Oberfläche mit
einem Reservoir (1) zur Bevorratung des Auftragsmediums in dem Auftraggerät (10),
einem Auftragelement (2) zur Bereitstellung des Auftragsmediums zum Auftrag auf die
Oberfläche durch Kontaktierung letzterer, wobei das Auftragelement (2) mit dem Auftragsmedium
aus dem Reservoir (1) versorgt ist, dadurch gekennzeichnet, dass
am Auftraggerät (10) eine manuell betätigbare Handhabe (5) sowie im Inneren des Auftraggeräts
(1) ein bewegliches Funktionselement (4) vorgesehen sind und
zwischen der Handhabe (5, 12) und dem Funktionselement (4, 18, 19) ein magnetischer
Kraftschluss vorherrscht.
2. Auftraggerät nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass
eine Ventileinrichtung (3) vorgesehen ist, mit der die Zuführung von Auftragsmedium
vom Reservoir (1) zum Auftragelement (2) beinflussbar ist, indem mittels des Funktionselement
(4, 19) in Abhängigkeit der Stellung des Funktionselement (4, 19) die Ventileinrichtung
(3) betätigbar ist, und
zwischen der Handhabe (5) und dem Funktionselement (4, 19) ein magnetischer Kraftschluss
vorherrscht.
3. Auftraggerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventileinrichtung (3) ein erstes Ventilelement (3a) umfasst, mit dem das Funktionselement
(4) zur Einstellung des Durchlasses der Ventileinrichtung (3) zusammenwirkt.
4. Auftraggerät mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Auftragelement (2) aus dem Auftraggerät (1) vorsteht und starr am Auftraggerät
(10) fixiert ist.
5. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Handhabe (5, 12) das Aufraggerät (10) ringförmig umgibt.
6. Auftraggerät mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Funktionselement (4) einseitig am Auftraggerät (10) positioniert ist.
7. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Führung für die Handhabe (5) vorgesehen ist.
8. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Handhabe (5) gegen das erste Ventilelement (3a) vorgespannt ist.
9. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Handhabe (5) Mittel zur Abschirmung magnetischer Feldlinien vorgesehen
sind.
10. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Handhabe (5, 12) einen ersten Handhabebereich (5a, 12a) sowie einen zweiten Handhabebereich
(5b, 12b) aufweist, wobei der erste Handhabebereich (5a) im äußeren Bereich der Handhabe
(5) angeordnet ist und als Mittel zur Abschirmung magnetischer Feldlinien dient, und
der zweite Handhabebereich (5b, 12b) als Magnet ausgebildet ist.
11. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventileinrichtung (3) derart ausgebildet ist, dass durch Betätigen der Handhabe
(5) in Abhängigkeit der jeweiligen Stellung der Handhabe (5) bzw. des damit gekoppelten
Absperrelementes (4) zum ersten Ventilelement (3a) unterschiedliche Durchlassquerschnitte
festlegbar sind.
12. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Rastpositionen für die Handhabe (5) im Außenbereich des Auftraggeräts (1) vorgesehen
sind.
13. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Funktionselement (4) ein Stößel ist.
14. Auftraggerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Funktionselement (4) kugelförmig ist.
15. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Auftragsmedium unter Überdruck steht, so dass es aufgrund des Überdrucks vom
Reservoir (1) zum Auftragelement (2) strömt.
16. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der magnetische Kraftschluss derart festgelegt ist, dass sich das Funktionselement
(4) bei Entlastung der Handhabe (5) aufgrund magnetischer Kraft selbsttätig in eine
festgelegte Ausgangsposition der Ventileinrichtung (3), insbesondere in deren Schließstellung,
zurückbewegt.
17. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Reservoir (1) und dem Auftragelement (2), vorzugsweise zwischen der
Ventileinrichtung (3) und dem Auftragelement (2) oder zwischen Reservoir (1) und der
Ventileinrichtung (3), als Funktionselement (19) ein Speicherelement für flüssiges
Auftragsmedium vorgesehen ist.
18. Auftraggerät nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass als Speicherelement ein Material mit offener Porosität, vorzugsweise ein schwammartiges
Material vorgesehen ist.
19. Auftraggerät nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Funktionselement (19) und der Handhabe (5) ein magnetischer Kraftschluss
vorherrscht.
20. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Funktionselement (18) ein im Reservoir (1) mittels eines Betätigungselements
(12) lageveränderbarer Kolben vorgesehen ist und zwischen dem Betätigungselements
(12) und dem Funktionselement (18) ein magnetischer Kraftschluss vorherrscht.
21. Auftraggerät nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Reservoir (1) ein mittels der Kraft eines Federelements lageveränderbares Funktionselement
vorgesehen ist.