[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erkennen von Wäschewicklern in einem Wäschetrocknungsgerät
mit einer horizontal drehbaren Wäschetrommel. Die Erfindung betrifft auch ein Wäschetrocknungsgerät,
das zur Durchführung des Verfahrens eingerichtet ist.
[0002] Bei einem Bewegen von Wäsche in einer drehbaren Wäschetrommel eines Wäschetrocknungsgeräts
kann es zu sog. "Wäschewicklern" (auch als Wäscheverknotung bezeichnet) kommen, welche
das Trocknungsergebnis negativ beeinflussen. Unter Wäschewicklern wird ein Aufrollen
von Wäschestücken oder ein Einrollen von Wäschestücken in andere Wäschestücke verstanden,
so dass die verwickelten Wäschestücke sich nicht mehr frei in der Wäschetrommel bewegen
können.
[0003] Es ist eine Wäschetrommel bekannt, bei der zwei speziell geformte Mitnehmer sich
gegenüberliegend angeordnet sind. Durch die Mitnehmer wird die Wäsche so bewegt, dass
nur wenige Wäschewickler entstehen oder sich Wickler lösen können, weil sie im passenden
Winkel auf die Mitnehmer fallen. Jedoch kann durch die Mitnehmer nicht zuverlässig
verhindert werden, dass sich Wäschewickler bilden und auch bestehen bleiben.
[0004] DE 10 2013 215 675 A1 offenbart ein Verfahren zum Betreiben eines Wäschetrocknungsgeräts mit einer horizontal
gelagerten, drehbaren Wäschetrommel, wobei das Verfahren mindestens den Schritt eines
Bestimmens eines Grades einer Wäscheverknotung (Wicklerbildung) von in der Wäschetrommel
befindlichen Wäschestücken aufweist. Der Schritt des Bestimmens kann ein Bestimmen
des Grades der Wäscheverknotung aus einer Auswertung von regelmäßig wiederkehrenden
Spitzen eines über eine Drehlage der Wäschetrommel bestimmten elektrischen Motorsignals,
insbesondere Motorstromsignals, umfassen.
[0005] Es sind zudem Wäschetrockner bekannt, bei denen eine Feuchtigkeit der Wäsche mittels
einer elektrischen Widerstandsmessung bestimmt wird. Der Widerstandsmesseinrichtung
zugehörige Messelektroden sind dabei im Lagerschild oder in der Trommel angeordnet.
Beispielsweise können die Messelektroden zwei Metallstreifen sein, die parallel zueinander
an einer unteren Türöffnungskante in dem Lagerschild angebracht sind. Zur Widerstandsmessung
wird ausgenutzt, dass die Wäsche die Messelektroden elektrisch überbrückt. Der elektrische
Widerstand der Wäsche ist dabei von der Menge des in der Wäsche gebundenen Wassers
abhängig: je trockener die Wäsche wird, desto höher wird ihr elektrischer Widerstand.
Zur Widerstandsmessung sind zwei unterschiedliche Methoden bekannt. Bei einer ersten
Methode zur Feuchtigkeitsbestimmung wird an die Messelektroden eine niedrige Gleichspannung
angelegt. Das sich ergebende Messsignal wird über einen Spannungsteiler geleitet.
Aus dem, ggf. gemittelten, Messsignal wird der Widerstandswert bestimmt. Aus dem Widerstandswert
wiederum werden die Feuchtigkeit bzw. der Trockengrad der Wäsche anhand einer entsprechenden
Kennlinie bestimmt. Bei einer zweiten Methode wird an die Messelektroden ein rechteckiges
Wechselspannungssignal mit hoher Frequenz angelegt. Das sich ergebende Messsignal
kann über eine Brückenschaltung, z.B. eine H-Brücke, geleitet werden. Zur Glättung
der Messsignale können aus mehreren (z.B. jeweils acht aufeinanderfolgenden) Messsignalen
das Messsignal mit dem höchsten Wert und das Messsignal mit dem niedrigsten Wert gestrichen
werden und dann das Messsignal mit dem niedrigsten Wert der verbleibenden Werte zur
Weiterverarbeitung ausgewählt werden. Die ausgewählten Messsignale können mittels
eines Bessel-Filters weiter geglättet werden. Der Trockengrad kann aus dem oder den
Bessel-gefilterten Messsignal(en) bestimmt werden, z.B. mittels einer Kennlinie.
[0006] Beispielsweise
EP 2 593 601 B1 offenbart ein Verfahren zum Betreiben eines Wäschetrocknergeräts zum Trocknen von
Wäsche, bei dem ein Wechselspannungssignal an Wäsche angelegt wird, ein Feuchtigkeitsgehalt
der Wäsche bestimmt wird, indem ein durch die Wäsche fließender Strom gemessen wird,
wobei zum Bestimmen des Feuchtigkeitsgehalts aus dem gemessenen Strom ein Hüllkurvensignal
aufeinanderfolgender Abtastwerte erzeugt wird.
EP 2 593 601 B1 offenbart auch, dass ein Wäschetrocknergerät so ausgelegt sein kann, dass es zum
Trocknen von Wäsche durch ein Verfahren betrieben wird, bei dem: ein Wechselspannungssignal
an Wäsche angelegt wird und ein Feuchtigkeitsgehalt der Wäsche bestimmt wird, indem
ein durch die Wäsche geleiteter Strom gemessen wird, und zum Bestimmen des Feuchtigkeitsgehalts
aus dem gemessenen Stromwert ein Hüllkurvensignal aufeinanderfolgender Abtastwerte
erzeugt wird. Das Wäschetrocknergerät umfasst beispielsweise einen Wechselspannungsgenerator,
der eine Wechselspannung erzeugt, mindestens eine Elektrode, die mit Ausgängen des
Wechselspannungsgenerators verbunden ist, wobei die mindestens eine Elektrode von
der Wäsche bedeckt sein kann, und einen Steuerkreis, der zum Bestimmen einer kennzeichden
Größe für einen Feuchtigkeitsgehalt der Wäsche aus einem gemessenen Wechselstrom zwischen
den Elektroden funktionell mit der mindestens einen Elektrode verbunden ist.
[0007] WO 2016/085252 A1 offenbart einen Wäschetrockner, dessen Steuereinrichtung eine Informationsempfangseinheit
zum Empfangen von Informationen über zu trocknende Gegenständen, die einen Zustand
der zu trocknenden Gegenstände innerhalb einer Trommel anzeigen. Zusätzlich vergleicht
die Steuereinrichtung eine zeitliche Heizleistung eines Heizgeräts mit einer Ausgabe
während eines normalen Betriebs und verringert die Heizleistung des Heizgeräts auf
der Basis des Zustands der zu trocknenden Gegenstände, beruhend auf den Informationen,
oder steuert eine Trocknungsdauer auf Basis des Zustands der zu trocknenden Gegenstände
und der Heizleistung.
[0008] JP 2010051431 A offenbart eine Methode zur Bestimmung eines Verwicklungszustands von Wäsche. Eine
Waschmaschine umfasst dazu eine Vibrationserfassungseinheit zum Erfassen einer Vibration
einer Aufnahmewanne und eine Verwicklungszustandsbestimmungseinheit, die eine Änderung
der durch die Vibrationserfassungseinheit erfassten Vibration erfasst. Wenn eine Änderung
der gemessenen Größe einen vorbestimmten Wert überschreitet, der angibt, dass die
Wäsche verwickelt ist, wird eine Trommeldrehung gesteuert. Dazu berechnet die Verwicklungszustandsbestimmungseinheit
eine Änderung eines Amplitudenwerts und eines Frequenzkomponentenwerts eines Signals,
das von der Vibrationserfassungseinheit erhalten wird, und bestimmt, ob die Wäsche
verwickelt ist oder nicht.
[0009] Es ist die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik zumindest teilweise
zu überwinden und insbesondere eine besonders zuverlässige und preiswert umsetzbare
Möglichkeit bereitzustellen, Wäschewickler in einer drehbaren Wäschetrommel zu erkennen.
[0010] Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen sind insbesondere den abhängigen Ansprüchen entnehmbar.
[0011] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Erkennen von Wäschewicklern in einem
Wäschetrocknungsgerät mit einer horizontal drehbaren Wäschetrommel, bei dem ein zeitlicher
Verlauf eines elektrischen Widerstands von in der Wäschetrommel befindlicher Wäsche
während eines Trocknungsvorgangs bei sich drehender Wäschetrommel aufgenommen wird,
der zeitliche Verlauf in ein Frequenzmuster transformiert wird, eine zeitliche Abfolge
einer Frequenzlage mindestens einer Frequenzspitze in dem Frequenzmuster überwacht
wird und dann, wenn eine Frequenzänderung der mindestens einen überwachten Frequenzlage
mindestens eine vorgegebene Größe erreicht, auf einen Wäschewickler von in der Wäschetrommel
befindlicher Wäsche geschlossen wird. Die Kenntnis eines Vorliegens von Wäschewicklern
wiederum ermöglicht es, Maßnahmen zu ergreifen, um eine Energieeinsparung und/oder
ein genaueres Erreichen eines gewünschten Trockengrads zu erreichen.
[0012] Dieses Verfahren nutzt das Prinzip des mechanischen Schlupfs aus, um Wäschewickler
von einem normalen Wäschefall zu differenzieren. Die drehende Trommel nimmt nämlich
durch Reibhaftung und ggf. in der Wäschetrommel vorhandene Mitnehmer die Wäsche in
ihrer rotatorischen Bewegung mit. Dies erzeugt im Frequenzspektrum des Widerstandssignals
mindestens eine Frequenzspitze (auch als "Frequenzpeak" bezeichnet), bei einer bestimmten
Frequenz. Wenn die Wäsche sich zusammenrollt, ändert sich ihre Drehzahl, und die Frequenzspitze
bzw. deren Frequenzlage verschiebt sich in dem Frequenzspektrum. Wenn sich die Lage
der Frequenzspitze über den Trocknungsverlauf stark genug verändert, wird darauf geschlossen,
dass ein Wäschewickler vorliegt. Diese Erkennung von Wäschewicklern über das Frequenzspektrum
ist besonders zuverlässig, robust und präzise. Dies liegt auch daran, dass die Frequenzlage
der Frequenzspitze(n) unabhängig von der Anfangsfeuchtigkeit der Wäsche, der Prozesslufttemperatur
und der Wasserzusammensetzung (z.B. Leitfähigkeit, Härte, ...) ist.
[0013] Zudem sind vorteilhafterweise keine baulichen Veränderungen an Wäschetrocknungsgeräten
nötig, die bereits mit Messelektroden zur Widerstandsmessung ausgerüstet sind, z.B.
um darüber einen Feuchtigkeitsgrad zu bestimmen. So kann das Verfahren besonders kostengünstig
umgesetzt werden. Zudem ist das Verfahren für verschiedene Arten von Wäschetrocknungsgeräten
geeignet, und zwar auch für Wäschetrocknungsgeräte mit Wärmepumpe.
[0014] Das Wäschetrocknungsgerät kann ein Wäschetrockner oder ein kombiniertes Wasch- und
Wäschetrocknungsgerät ("Waschtrockner") sein. Das Wäschetrocknungsgerät kann ein Umluft-
oder ein Abluftgerät sein. Das Wäschetrocknungsgerät kann eine Wärmepumpe aufweisen.
Das Wäschetrocknungsgerät kann ein Haushaltsgerät sein.
[0015] Die Wäschetrommel kann frontseitig beschickbar sein. Die Wäschetrommel kann an ihrer
Innenseite angebrachte Mitnehmer aufweisen.
[0016] Der zeitliche Verlauf des elektrischen Widerstands bzw. der bestimmten Widerstandswerte
entspricht insbesondere einer Verknüpfung der Widerstandswerte mit zugehörigen, jeweils
unterschiedlichen Messzeitpunkten. Die Widerstandswerte können unmittelbar bestimmte
Werte oder bearbeitete (z.B. geglättete, um Ausreißer bereinigte usw.) Werte sein.
Der zeitliche Verlauf des elektrischen Widerstands kann auch als Messkurve oder Widerstandskurve
bezeichnet werden. Ein Frequenzmuster kann auch als Frequenzkurve oder Frequenzverlauf
bezeichnet werden.
[0017] In dem Frequenzspektrum können eine oder mehrere Frequenzspitzen auftreten. Treten
in dem Frequenzspektrum mehrere Frequenzspitzen auf, können davon genau eine oder
mehrere Frequenzspitzen bzw. deren Frequenzlagen überwacht bzw. ausgewertet werden.
[0018] Das Verfahren umfasst ferner, dass die Frequenzänderung eine Frequenzverschiebung
mindestens einer überwachten Frequenzspitze bzw. Frequenzlage ist, die mindestens
eine vorgegebene Größe mindestens ein vorgegebener erster Schwellwert ist und dann
auf einen Wäschewickler geschlossen wird, wenn die Frequenzverschiebung den ersten
Schwellwert erreicht oder überschreitet. Dies ergibt den Vorteil, dass ein Wäschewickler
besonders zuverlässig erkannt werden kann. Bewegt sich z.B. eine überwachte Frequenzspitze
von einer Frequenzlage f(ti) zu einer Frequenzlage f(tj) = (f(ti) + Δfa) mit tj >
ti und Δfa > 0 und/oder zu einer Frequenzlage f(tj) = f(ti) - Δfb mit Δfb > 0, so
kann auf einen Wäschewickler geschlossen werden, wenn die Frequenzverschiebungen Δfa
und/oder Δfb einen vorgegebenen ersten Schwellwert erreichen oder überschreiten. Die
den Frequenzverschiebungen Δfa und Δfb zugeordneten ersten Schwellwerte können gleich
oder unterschiedlich sein. Die mindestens eine Frequenzspitze kann auch nur auf Erfüllung
einer dieser Bedingungen überwacht werden. Bei Überwachen mehrerer Frequenzspitzen
können jeweiligen Frequenzspitzen unterschiedliche erste Schwellwerte für die Frequenzverschiebungen
Δfa und/oder Δfb zugeordnet sein.
[0019] Es ist eine Weiterbildung, dass dann auf einen Wäschewickler geschlossen wird, wenn
die Frequenzverschiebung Δfa und/oder Δfb einen vorgegebenen ersten Schwellwert innerhalb
einer vorgegebenen Zeitdauer erreicht oder überschreitet. So kann eine noch größere
Zuverlässigkeit bei der Erkennung von Wäschewicklern erreicht werden, da nicht durch
eine Bildung eines Wäschewicklers bedingte langfristige Frequenzverschiebungen effektiver
ausgeschlossen werden können. Die vorgegebene Zeitdauer kann eine fest vorgegebene
Zeitdauer sein, die z.B. als ein (mitlaufendes) Überwachungs-Zeitfenster bezeichnet
werden kann. Die vorgegebene Zeitdauer kann auch eine sich im Laufe des Trocknungsvorgangs
ändernde Zeitdauer sein, die beispielsweise von einem Trocknungsparameter wie einem
Feuchtigkeitsgrad usw. und/oder von einem Programmparameter wie einer aktuellen Resttrocknungszeit
usw. abhängig sein kann. Alternativ kann die Zeitdauer der gesamten bisher vergangenen
Zeitdauer des Trocknungsvorgangs entsprechen.
[0020] Das Verfahren umfasst zusätzlich oder alternativ, dass die Frequenzänderung eine
zeitliche Frequenzänderung einer überwachten Frequenzspitze ist, die vorgegebene Größe
mindestens ein vorgegebener zweiter Schwellwert ist und dann auf einen Wäschewickler
geschlossen wird, wenn die zeitliche Frequenzänderung den vorgegebenen zweiten Schwellwert
erreicht oder überschreitet. Auch dies ergibt den Vorteil, dass ein Wäschewickler
besonders zuverlässig erkannt werden kann. Dabei wird ausgenutzt, dass sich Wäschewickler
häufig innerhalb einer typischen vorgegebenen Zeitdauer Δt bilden. Bewegt sich z.B.
eine überwachte Frequenzspitze innerhalb der vorgegebenen Zeitdauer Δt von einer Frequenzlage
f1(ti) zu einer Frequenzlage f(tj) = (f(ti) +/- Δf) mit tj > ti, Δt ≥ (tj - ti) und
Δf > 0, so kann auf einen Wäschewickler geschlossen werden, wenn die zeitliche Frequenzänderung
(Δf / Δt) oder ∂f/∂t den vorgegebenen zweiten Schwellwert erreicht oder überschreitet.
Analog zur oben beschriebenen Auswertung einer Frequenzverschiebung können auch hierbei
von einer Richtung der zeitlichen Frequenzänderung abhängige zweite Schwellwerte angenommen
werden. Dabei kann auch hier die mindestens eine Frequenzspitze nur auf Erfüllung
einer dieser Bedingungen überwacht werden. Bei Überwachen mehrerer Frequenzspitzen
können jeweiligen Frequenzspitzen unterschiedliche zweite Schwellwerte für die zeitliche
Frequenzänderung zugeordnet sein.
[0021] Es ist eine Ausgestaltung, dass die mindestens eine überwachte Frequenzspitze eine
höchste Frequenzspitze bzw. Frequenzlage der höchsten Frequenzspitze umfasst. Eine
solche Frequenzspitze ist besonders einfach auffindbar und auswertbar. Zudem kann
die Frequenzlage hierbei besonders genau bestimmt werden. Insbesondere kann die mindestens
eine Frequenzspitze nur die höchste Frequenzspitze umfassen oder sein, was einen numerischen
Aufwand gering hält. Die höchste Frequenzspitze kann z.B. durch den höchsten Wert
(Amplitude) in dem gesamten Frequenzmuster oder durch den höchsten Wert in einem vorgegebenen
Frequenzausschnitt (z.B. einem Ausschnitt, in dem die erste Frequenzspitze zu erwarten
ist) bestimmt werden.
[0022] Es ist eine weitere Ausgestaltung, dass die mindestens eine überwachte Frequenzspitze
zusätzlich mindestens eine weitere Frequenzspitze umfasst, z.B. eine zweithöchste
Frequenzspitze usw. Dies ergibt den Vorteil, dass die Beladung besonders präzise bestimmbar
ist. Die ausgewählten Frequenzspitzen können alternativ oder zusätzlich durch ihre
Frequenzlage bestimmt sein, z.B. eine zweithöchste Frequenzspitze in einem Bereich
mit höheren Frequenzen als der Frequenzlage der höchsten Frequenzspitze usw.
[0023] Es ist eine Weiterbildung, dass das Transformieren mittels einer reellwertigen, diskreten,
linearen, orthogonalen Transformation durchgeführt wird. Die Transformation kann z.B.
eine diskrete Kosinustransformation (DCT) oder eine diskrete Fourier-Transformation
(DFT) sein. Die Nutzung einer diskreten Fourier-Transformation weist den Vorteil auf,
dass sich im Frequenzbereich besonders deutlich voneinander beabstandete Frequenzspitzen
und damit Frequenzlagen ergeben.
[0024] Es ist eine Ausgestaltung, dass das Transformieren mittels einer schnellen Fourier-Transformation
oder FFT-Transformation durchgeführt wird, was besonders einfach implementierbar und
numerisch effizient ist.
[0025] Die Messwerte des elektrischen Widerstands können auf grundsätzlich bekannt Weise
bestimmt werden, z.B. nach den beiden eingangs beschriebenen Methoden. So ist es eine
Ausgestaltung, dass die Feuchtigkeitsmessung mittels Anlegens eines rechteckigen Wechselspannungssignals
an zugehörige Messelektroden durchgeführt wird.
[0026] Es ist eine Weiterbildung, dass die Messwerte mit einer konstanten Wiederholdauer
aufgenommen bzw. die Widerstandswerte mit einer konstanten Wiederholdauer gemessen
werden, z.B. eine vorgegebene Zahl von Messwerten pro Sekunde aufgenommen werden.
[0027] Es ist ferner eine Ausgestaltung, dass die Wäschetrommel zum Aufnehmen des zeitlichen
Verlaufs des elektrischen Widerstands mit einer konstanten Soll-Drehzahl betrieben
wird. Dies ermöglicht vorteilhafterweise eine besonders scharfe Lage der Frequenzspitzen
und damit eine besonders genaue Erkennung der Wäschewickler.
[0028] Es ist auch eine Ausgestaltung, dass die Wäschetrommel mittels eines bürstenlosen
Gleichstrommotors angetrieben wird. Dieser weist den Vorteil auf, dass mit seiner
Hilfe eine Ist-Drehzahl der Wäschetrommel an oder nahe an der Soll-Drehzahl gehalten
werden kann, was mit einfachen Mitteln eine besonders scharfe Lage der Frequenzspitzen
und damit eine besonders genaue Bestimmung eines Wäschewicklers ermöglicht. Jedoch
können grundsätzlich auch andere Motoren zum Antrieb der Wäschetrommel verwendet werden,
beispielsweise eine Drehstrom-Asynchronmaschine oder ASM-Motor.
[0029] Es ist eine Ausgestaltung, dass nachdem dann, wenn auf einen Wäschewickler geschlossen
worden ist, mindestens eine Aktion oder Maßnahme ausgelöst wird. So kann vorteilhafterweise
auf einen Wäschewickler reagiert werden, z.B. um Energie einzusparen und/oder um ein
Trocknungsergebnis zu verbessern.
[0030] Es ist eine Ausgestaltung, dass die mindestens eine Aktion einen zeitgesteuerten
Drehrichtungswechsel bzw. ein Reversieren der Wäschetrommel umfasst. So sich Wäschewickler
wieder auflösen und eine gleichmäßigere Trocknung der Wäschestücke erreicht werden.
[0031] Es ist eine Ausgestaltung, dass die mindestens eine Aktion ein Anpassen, insbesondere
Verlängern, einer Restlaufzeit eines Trocknungsvorgangs umfasst. Dadurch kann eine
durch - ggf. zeitweilig auftretende - Wäschewickler bewirkte schlechtere Trocknungseffizienz
ausgeglichen werden. Unter einer Restlaufzeit kann insbesondere eine in einer Anzeigeeinrichtung
des Wäschetrocknungsgeräts angezeigte Zeit verstanden werden.
[0032] Es ist eine Ausgestaltung, dass die mindestens eine Aktion ein Anpassen mindestens
eines Schaltparameters des Trocknungsvorgangs umfasst. Auch dadurch kann eine durch
Wäschewickler bewirkte schlechtere Trocknungseffizienz ausgeglichen werden. Unter
einem Schaltparameter kann ein Wert eines Betriebsparameters (z.B. einer Feuchtigkeit,
einer Temperatur usw.) und/oder oder mindestens eine vorgegebene Zeit, die den Programmablauf
beeinflusst, gemeint sein. Beispielsweise können so bei Feststellung eines Wäschewicklers
- ggf. bei gleicher Restlaufzeit - die Zeiten bzw. Zeitdauern bestimmter Programmabschnitte
und/oder Temperatureinstellungen für bestimmte Programmabschnitte abgepasst werden.
So kann eine Dauer eines Wärmeeinbringungs-Programmabschnitts gegenüber einem Anti-Knitter-Programmabschnitt
verlängert werden usw.
[0033] Die Aufgabe wird auch gelöst durch ein Wäschetrocknungsgerät, das zum Durchführen
des Verfahrens eingerichtet ist. Das Wäschetrocknungsgerät kann analog zu dem Verfahren
ausgebildet werden und weist die gleichen Vorteile auf.
[0034] Es ist ein besonderer Vorteil, dass das Verfahren auf Wäschetrocknungsgeräten ablaufen
kann, die wie bisher konstruktiv oder "hardwäremäßig" ausgebildet sind. So kann das
Wäschetrocknungsgerät wie ein in
EP 2 593 601 B1 beschriebenes Wäschetrocknungsgerät aufgebaut sein, das zusätzlich zum Durchführen
des Verfahrens angepasst worden ist, beispielsweise durch ein entsprechendes Programmieren
einer Datenverarbeitungseinrichtung. Folglich können sämtliche in
EP 2 593 601 B1 beschriebenen Merkmale auch für das vorliegende Wäschetrocknungsgerät verwendet werden.
[0035] Das Wäschetrocknungsgerät weist dazu auf: eine horizontal drehbare Wäschetrommel
zur Aufnahme von zu trocknender Wäsche, eine Widerstandsmesseinrichtung zum Messen
eines elektrischen Widerstands der Wäsche, welche Widerstandsmesseinrichtung mindestens
zwei zur Berührung mit der Wäsche angeordnete Messelektroden aufweist, eine mit der
Widerstandsmesseinrichtung gekoppelte Datenverarbeitungseinrichtung zum Transformieren
eines zeitlichen Verlaufs der gemessenen elektrischen Widerstandswerte in ein Frequenzmuster,
zum Überwachen bzw. Auswerten einer zeitliche Abfolge bzw. eines zeitlichen Verlaufs
mindestens einer Frequenzspitze in dem Frequenzmuster und zum Bestimmen bzw. Erkennen
eines Wäschewicklers, wenn eine Frequenzänderung einer Frequenzlage der mindestens
einen überwachten Frequenzspitze mindestens eine vorgegebene Größe erreicht.
[0036] Die Widerstandsmesseinrichtung kann zugehörige Messelektroden aufweisen. Diese können
beispielsweise in einem Lagerschild oder in der Wäschetrommel angeordnet sein. Beispielsweise
können die Messelektroden zwei Metallstreifen sein, die parallel zueinander an einer
unteren Türöffnungskante in dem Lagerschild angebracht sind.
[0037] Das Wäschetrocknungsgerät, insbesondere dessen Widerstandsmesseinrichtung oder dessen
Datenverarbeitungseinrichtung, kann eine Spannungserzeugungseinrichtung zum Anlegen
einer niedrigen Gleichspannung an die Messelektroden aufweisen. Die Spannungserzeugungseinrichtung
kann mit der Widerstandsmesseinrichtung und/oder der Datenverarbeitungseinrichtung
gekoppelt sein.
[0038] Das Wäschetrocknungsgerät, insbesondere dessen Widerstandsmesseinrichtung oder dessen
Datenverarbeitungseinrichtung, kann alternativ oder zusätzlich eine Spannungserzeugungseinrichtung
zum Anlegen eines - insbesondere rechteckigen - Wechselspannungssignals mit z.B. hoher
Frequenz an die Messelektroden aufweisen. Die Spannungserzeugungseinrichtung kann
mit der Widerstandsmesseinrichtung und/oder der Datenverarbeitungseinrichtung gekoppelt
sein. Das Wäschetrocknungsgerät kann ferner eine Brückenschaltung, z.B. eine H-Brücke,
aufweisen, über die sich ergebenden Messsignale geleitet werden.
[0039] Die Datenverarbeitungseinrichtung kann dazu eingerichtet sein, Messsignale oder Widerstandsmesswerte
zu glätten, z.B. über eine Brückenschaltung geleitete Werte, z.B. durch einen Ausreißertest,
bei dem ein größter und/oder ein kleinster Wert nicht berücksichtigt werden. Die Datenverarbeitungseinrichtung
kann ferner dazu eingerichtet oder ausgebildet sein, Messsignale oder Widerstandsmesswerte
durch Filterung, z.B. eine Bessel-Filterung, zu glätten.
[0040] Das Wäschetrocknungsgerät kann dazu eingerichtet sein, eine Wäschebeladung der Wäschetrommel
zu erkennen. Die Datenverarbeitungseinrichtung kann dazu eingerichtet sein, einen
Wäschewickler in Abhängigkeit von der Wäschebeladung zu erkennen. Beispielsweise können
die Schwellwerte in Abhängigkeit von der Wäschebeladung angepasst werden. Die Datenverarbeitungseinrichtung
dazu eingerichtet sein, aus dem zeitlichen Verlauf des elektrischen Widerstands zusätzlich
zum Erkennen eines Wäschewicklers die Wäschebeladung zu erkennen. So wird eine besonders
preiswerte Umsetzung ermöglicht.
[0041] Die Datenverarbeitungseinrichtung kann eine Auswerteeinrichtung sein oder eine Auswertefunktion
aufweisen. Sie kann einen Mikrocontroller, Mikroprozessor, ASIC, FPGA usw. aufweisen.
Sie kann einen oder mehrere flüchtige und/oder nichtflüchtige Speicher aufweisen,
z.B. zum Speichern von Kennlinien, Steuerprogrammen usw.
[0042] Die Datenverarbeitungseinrichtung kann eine Einheit oder ein verteiltes System sein.
Die Datenverarbeitungseinrichtung kann eine Steuereinrichtung zum Betreiben des Wäschetrocknungsgeräts
sein, insbesondere dessen zentrale Steuereinrichtung oder Steuereinheit.
[0043] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden schematischen Beschreibung eines Ausführungsbeispiels,
das im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert wird.
- Fig.1
- zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht ein Wäschetrocknungsgerät mit einer
horizontal drehbaren Wäschetrommel;
- Fig.2A -2D
- zeigen als Schnittdarstellung in Frontansicht die mit Wäsche ohne Wäschewickler beladene
Wäschetrommel in mehreren Drehstellungen;
- Fig.3A -3D
- zeigen als Schnittdarstellung in Frontansicht die mit verwickelter Wäsche beladene
Wäschetrommel in mehreren Drehstellungen;
- Fig.4
- zeigt als Auftragung einer Amplitude gegen eine Frequenz ein aus einer Folge von Messwerten
transformiertes Frequenzmuster; und
- Fig.5
- zeigt als Auftragung einer Frequenz gegen die Zeit einen Verlauf einer Frequenzlage
der höchsten Frequenzspitze des Frequenzmusters aus Fig.4 während eines Trocknungsvorgangs.
[0044] Fig.1 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht ein Wäschetrocknungsgerät 1 mit einer
horizontal drehbaren Wäschetrommel 2 zur Aufnahme von zu trocknender Wäsche W (siehe
Fig.2A-2D und Fig. 3A-3D). Das Wäschetrocknungsgerät 1 weist ferner eine Widerstandsmesseinrichtung
3 zum Messen eines elektrischen Widerstands der Wäsche W auf, welche zwei zur Berührung
mit der Wäsche W angeordnete Messelektroden 4 aufweist. Von der Widerstandsmesseinrichtung
3 ist hier nur eine Messelektrode 4 eingezeichnet, die an einer unteren Türöffnungskante
in einem frontseitigen Lagerschild 5 angebracht ist.
[0045] Das Wäschetrocknungsgerät 1 ist dazu eingerichtet, an die Messelektroden 4 eine Gleichspannung
oder eine Wechselspannung anzulegen. Die Widerstandsmesseinrichtung 3 ist mit einer
Datenverarbeitungseinrichtung in Form einer Steuereinrichtung 6 verbunden. Die Steuereinrichtung
6 kann den Betrieb des Wäschetrocknungsgeräts 1 steuern und dient zur Erkennung von
Wäschewicklern, ggf. auch zur Bestimmung einer Feuchtigkeit der Wäsche W und/oder
ggf. zur Bestimmung der Wäschebeladung, nämlich hier einer Bestimmung eines Gewichts
der trockenen Wäsche W.
[0046] In der Wäschetrommel 2 sind innenseitig parallel zu einer Drehachse D der Wäschetrommel
2 angeordnete Mitnehmer 7 vorhanden. Die Wäschetrommel 2 wird mittels eines Motors
8 angetrieben, z.B. mittels eines BLDC-Motors oder eines ASM-Motors. Die Steuereinrichtung
6 ist mit dem Motor 8 zu dessen Betrieb verbunden und kann eine Soll-Drehzahl nsoll
vorgeben. Die Wäschetrommel 2 dreht sich dann mit einer Ist-Drehzahl nist, wobei z.B.
für den Fall eines BLDC-Motors nist = nsoll gilt.
[0047] Das Wäschetrocknungsgerät 1 kann bauteiltechnisch analog zu
EP 2 593 601 B1 aufgebaut sein, ist aber nun alternativ oder zusätzlich zur Erkennung von Wäschewicklern
eingerichtet, z.B. durch eine entsprechende Programmierung der Steuereinrichtung 6.
[0048] Fig.2A bis
Fig.2D zeigen als Schnittdarstellung in Frontansicht eine mit Wäsche W ohne Wäschewickler
beladene Wäschetrommel 2 in mehreren im Uhrzeigersinn verdrehten Drehstellungen. Die
drehende Wäschetrommel 2 nimmt durch Reibhaftung und die Mitnehmer 7 die Wäsche W
in ihrer rotatorischen Bewegung mit. Eine "Wäsche-"Drehzahl nw der Wäsche W entspricht
bei voller Beladung der Trommel ungefähr einer Ist-Drehzahl nist der Wäschetrommel
2, d.h., dass nw ≈ nist gilt. Ein Wäscheschlupf nw - nist ist dadurch vernachlässigbar
gering. Wenn die Trommel nicht voll beladen ist, gilt nw > nist, so dass dann ein
merklicher Wäscheschlupf auftritt.
[0049] Fig.3A bis
Fig.3D zeigen analog zu Fig.2A bis Fig.2D als Schnittdarstellung in Frontansicht eine mit
verwickelter Wäsche W beladene Wäschetrommel 2 in mehreren im Uhrzeigersinn verdrehten
Drehstellungen. Wenn die Wäschetrommel 2 Wäschewickler enthält, ist sie kompakter
als ohne Wäschewickler. Somit nimmt die Kontaktfläche zwischen der Wäsche und der
Trommel ab. Ein Massenmittelpunkt der Wäsche stimmt nicht mehr mit der Drehachse der
Trommel überein. Mitnehmer müssen eine größere Masse bewegen und die Wäsche löst sich
früher von der Trommel ab und kehrt in den unteren Bereich der Trommel zurück. Dadurch
ist der Weg, den ein Wäschestück zurücklegt, kürzer und die Wäsche rotiert schneller.
Dies bewirkt, dass die Wäsche W sich mit einer höheren Wäsche-Drehzahl in der Wäschetrommel
2 dreht. Der Wäscheschlupf ist daher in der Regel merklich größer als bei einer Abwesenheit
von Wäschewicklern.
[0050] Ein zeitlicher Verlauf eines elektrischen Widerstands kann über die Messelektroden
4 dadurch aufgenommen werden, dass für eine vorgegebene Zeitdauer mehrere Messwerte
m des elektrischen Widerstands pro Sekunde bestimmt werden, beispielsweise über eine
der beiden eingangs beschriebenen Methoden. Beispielsweise können für einen Zeitbereich
von p Sekunden (z.B. von p = 128 Sekunden) q Messwerte (z.B. q = 4) Messwerte m pro
Sekunde bestimmt werden, wodurch sich ein zeitlicher Verlauf bzw. eine Messkurve aus
n = (p · q), z.B. 512, Messwerten [m] = [m(t1), ..., m(tn)], ergibt. Dieser zeitliche
Verlauf wird von der Steuereinrichtung 6 mittels einer schnellen Fouriertransformation
in ein Frequenzmuster transformiert. Dabei ist es zur einfachen Durchführung der schnellen
Fouriertransformation besonders vorteilhaft, wenn eine Folge von 2
r (mit r z.B. 6, 7, 8 usw.) Messwerten [m] ausgewertet wird. Mittels der Steuereinrichtung
6 wird in dem Frequenzmuster mindestens eine Frequenzspitze identifiziert und ihre
Frequenzlage f mit einer zugehörigen Zeitmarke abgespeichert. Die Zeitmarke kann z.B.
der Zeitpunkt des letzten Widerstandsmesswerts m der zugehörigen Messkurve bzw. der
Folge von Messwerten [m] sein.
[0051] Dieser Vorgang kann in einem mitlaufenden Zeitbereich mehrfach wiederholt werden,
z.B. mit Folgen von Messwerten [m] = [m(t2), ..., m(t(n+1))], [m(t3), ..., m(t(n+2))]
usw., mit Messwerten [m] = [m(t(n+1)), ..., m(t(2n))], [m(t(2n+1)), ..., m(t(3n))]
usw., oder auch mit Messwerten [m] = [m(t(n/2+1)), ..., m(t(3n/2))], [m(t(n+1)), ...,
m(t(2n))] usw. Daraus wiederum ergibt sich ein zeitlicher Verlauf [f] der Frequenzlage
f. Folgend überwacht die Steuereinrichtung 6 diese Frequenzlage f bzw. deren zeitlichen
Verlauf [f] auf eine Frequenzänderung hin und wertet sie auf ein Vorliegen eines Wäschewicklers
hin aus.
[0052] Fig.4 zeigt als Auftragung einer Amplitude A in beliebigen Einheiten gegen eine Frequenz
f in Hz ein aus einer Folge von Messwerten [m] transformiertes Frequenzmuster. In
dem Frequenzmuster treten mehrere Frequenzspitzen P1, P2, P3 und P4 bei Frequenzlagen
f1, f2, f3 bzw. f4 auf, wobei die Frequenzspitze P1 die höchste Frequenzspitze ist.
Obwohl die Frequenzspitzen P1 bis P4 hier als diskrete Linien eingezeichnet sind,
können sie grundsätzlich auch eine endliche Kurvenbreite aufweisen. Die Steuereinrichtung
6 kann zum, Erkennen von Wäschewicklern die Frequenzlage f1, f2, f3 und/oder f4 genau
einer Frequenzspitze P1 bis P4 (insbesondere die höchste Frequenzspitze P1) oder mehrere
der Frequenzspitzen P1 bis P4 nutzen.
[0053] Fig.5 zeigt als Auftragung einer Frequenz gegen die Zeit einen Verlauf [f1] der Frequenzlage
f1 der höchsten Frequenzspitze P1 während eines Trocknungsvorgangs. Es wird dann,
wenn eine Frequenzänderung dieser Frequenzlage f1 eine vorgegebene Größe erreicht,
auf einen Wäschewickler von in der Wäschetrommel befindlicher Wäsche geschlossen wird.
[0054] In diesem Ausführungsbeispiel wird eine Frequenzänderung in Form einer Frequenzverschiebung
Δf1 der Frequenzlage(n) f1 in dem zugehörigen Verlaufs [f1] ausgewertet, und zwar
hier rein beispielhaft ausgehend von dem ersten Zeitpunkt (Zeitmarke) des gesamten
Verlaufs [f1]. Alternativ kann die Frequenzverschiebung Δf1 z.B. ausgehend von einem
ersten Zeitpunkt eines mitlaufenden Überwachungszeitfensters (o. Abb.) usw. ausgewertet
werden.
[0055] Überschreitet der Wert der Frequenzverschiebung Δf1 einen vorgegebenen Schwellwert
S, was hier zu einem Zeitpunkt tw geschieht, wird dies von der Steuereinrichtung 6
als Vorliegen eines Wäschewicklers erkannt. Folgend kann die Steuereinrichtung 6 eine
Drehrichtung reversieren, wodurch der Wäschewickler, wie anhand der sich wieder verringernden
Frequenzverschiebung Δf1 erkennbar, wieder aufgelöst wird. Alternativ oder zusätzlich
kann eine Resttrocknungszeit des Trocknungsvorgangs erhöht werden, um einen nutzereingestellten
Trocknungsgrad besonders zuverlässig zu treffen.
[0056] Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiel
beschränkt.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 1
- Wäschetrocknungsgerät
- 2
- Wäschetrommel
- 3
- Widerstandsmesseinrichtung
- 4
- Messelektrode
- 5
- Lagerschild
- 6
- Steuereinrichtung
- 7
- Mitnehmer
- 8
- Motor
- A
- Amplitude
- D
- Drehachse
- Δf
- Frequenzverschiebung
- f
- Frequenz
- nist
- Ist-Drehzahl der Wäschetrommel
- nw
- Wäschedrehzahl
- S
- Schwellwert
- t
- Zeit
- tw
- Zeitpunkt einer Erkennung eines Wäschewicklers
- W
- Wäsche
1. Verfahren zum Erkennen von Wäschewicklern in einem Wäschetrocknungsgerät (1) mit einer
horizontal drehbaren Wäschetrommel (2), bei dem
- ein zeitlicher Verlauf eines elektrischen Widerstands von in der Wäschetrommel (2)
befindlicher Wäsche (W) bei drehender Wäschetrommel (2) aufgenommen wird,
- der zeitliche Verlauf in ein Frequenzmuster (P1-P4) transformiert wird,
- eine zeitliche Abfolge einer Frequenzlage (f1) mindestens einer Frequenzspitze (P1)
des Frequenzmusters (P1-P4) überwacht wird und
- dann, wenn eine Frequenzänderung (Δf) der mindestens einen überwachten Frequenzlage
(f1) mindestens eine vorgegebene Größe (S) erreicht, auf einen Wäschewickler von in
der Wäschetrommel (2) befindlicher Wäsche (W) geschlossen wird,
wobei
- die Frequenzänderung (Δf) eine Frequenzverschiebung ist, die mindestens eine vorgegebene
Größe (S) mindestens ein vorgegebener erster Schwellwert ist und dann auf einen Wäschewickler
geschlossen wird, wenn die Frequenzverschiebung (Δf) den vorgegebenen ersten Schwellwert
(S) erreicht oder überschreitet,
und/oder wobei
- die Frequenzänderung eine zeitliche Frequenzänderung ist, die mindestens eine vorgegebene
Größe mindestens ein vorgegebener zweiter Schwellwert ist und dann auf einen Wäschewickler
geschlossen wird, wenn die zeitliche Frequenzänderung den vorgegebenen zweiten Schwellwert
erreicht oder überschreitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die mindestens eine überwachte Frequenzspitze (P1)
eine höchste Frequenzspitze umfasst oder ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem die mindestens eine überwachte Frequenzspitze zusätzlich
mindestens eine weitere Frequenzspitze umfasst.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Transformieren in das
Frequenzmuster (P1-P4) mittels einer FFT-Transformation durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der zeitliche Verlauf des
elektrischen Widerstands mittels eines Anlegens eines rechteckigen Wechselspannungssignals
an zugehörige Messelektroden (4) ermittelt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Wäschetrommel (2) zum
Aufnehmen des zeitlichen Verlaufs des elektrischen Widerstands mit einer konstanten
Soll-Drehzahl betrieben wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem nachdem dann, wenn auf
einen Wäschewickler geschlossen worden ist, mindestens eine Aktion ausgelöst wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei die mindestens eine Aktion ein Reversieren der Wäschetrommel
(2) umfasst.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8, wobei die mindestens eine Aktion ein
Anpassen, insbesondere Verlängern, einer Restlaufzeit eines Trocknungsvorgangs umfasst.
10. Wäschetrocknungsgerät (1), wobei das Wäschetrocknungsgerät (1) zur Durchführung des
Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche eingerichtet ist und dazu mindestens
aufweist:
- eine horizontal drehbare Wäschetrommel (2) zur Aufnahme von zu trocknender Wäsche
(W),
- eine Widerstandsmesseinrichtung (3) zum Messen eines elektrischen Widerstands der
Wäsche (W), welche Widerstandsmesseinrichtung (3) mindestens zwei zur Berührung mit
der Wäsche angeordnete Messelektroden (4) aufweist und
- eine mit der Widerstandsmesseinrichtung (3) gekoppelte Datenverarbeitungseinrichtung
(6), die zur Durchführung des Verfahrens eingerichtet ist.
1. Method for identifying laundry tangles in a tumble dryer appliance (1) with a laundry
drum (2) that can rotate horizontally, in which
- a temporal course of an electrical resistance of laundry (W) located in the laundry
drum (2) is recorded while the laundry drum (2) is rotating,
- the temporal course is transformed into a frequency pattern (P1-P4),
- a temporal sequence of a frequency position (f1) of at least one frequency peak
(P1) of the frequency pattern (P1-P4) is monitored and
- when a change in frequency (Δf) of the at least one monitored frequency position
(f1) reaches at least one predefined variable (S), a laundry tangle consisting of
laundry (W) located in the laundry drum (2) is inferred,
wherein
- the change in frequency (Δf) is a frequency shift, the at least one predefined variable
(S) is at least one predefined first threshold value and a laundry tangle is inferred
when the frequency shift (Δf) reaches or exceeds the predefined first threshold value
(S),
and/or wherein
- the change in frequency is a change in frequency over time, the at least one predefined
variable is at least one predefined second threshold value and a laundry tangle is
inferred when the change in frequency over time reaches or exceeds the predefined
second threshold value.
2. Method according to claim 1, in which the at least one monitored frequency peak (P1)
comprises or is a highest frequency peak.
3. Method according to claim 2, in which the at least one monitored frequency peak additionally
comprises at least one further frequency peak.
4. Method according to one of the preceding claims, in which the transformation into
the frequency pattern (P1-P4) is performed by means of a fast Fourier transformation
(FFT).
5. Method according to one of the preceding claims, in which the temporal course of the
electrical resistance is ascertained by means of applying a rectangular AC voltage
signal to associated measuring electrodes (4).
6. Method according to one of the preceding claims, in which the laundry drum (2) is
operated at a constant setpoint rotational speed to record the temporal course of
the electrical resistance.
7. Method according to one of the preceding claims, in which, once a laundry tangle is
inferred, at least one action is triggered.
8. Method according to claim 7, wherein the at least one action comprises reversing the
laundry drum (2).
9. Method according to one of claims 7 or 8, wherein the at least one action comprises
adapting, in particular extending, a remaining running time of a drying procedure.
10. Tumble dryer appliance (1), wherein the tumble tryer appliance (1) is configured to
perform the method according to one of the preceding claims and at least has:
- a laundry drum (2) that can rotate horizontally for accommodating laundry (W) to
be dried,
- a resistance measuring facility (3) for measuring an electrical resistance of the
laundry (W), which resistance measuring facility (3) has at least two measuring electrodes
(4) arranged for contact with the laundry and
- a data processing facility (6), which is coupled to the resistance measuring facility
(3) and is configured to perform the method.
1. Procédé permettant la reconnaissance d'enroulements de linge dans un appareil de traitement
du linge (1) avec un tambour à linge (2) apte à tourner horizontalement, dans lequel
- un déroulement temporel d'une résistance électrique est reçu par le linge (W) qui
se trouve dans le tambour à linge (2) lorsque le tambour à linge (2) est en rotation,
- le déroulement temporel est transformé en un modèle de fréquence (P1-P4),
- une séquence temporelle d'une position de fréquence (f1) d'au moins un pic de fréquence
(P1) du modèle de fréquence (P1-P4) est surveillée et
- ensuite lorsqu'une modification de fréquence (Δf) de l'au moins une position de
fréquence (f1) surveillée atteint au moins une grandeur (S) prédéfinie, il en est
déduit un enroulement de linge du linge (W) qui se trouve dans le tambour à linge
(2),
dans lequel
- la modification de fréquence (Δf) est un déplacement de fréquence, l'au moins une
grandeur (S) prédéfinie est au moins une première valeur de seuil prédéfinie et ensuite
il en est déduit un enroulement de linge lorsque le déplacement de fréquence (Δf)
atteint ou devient supérieur à la première valeur seuil (S) prédéfinie,
et/ou dans lequel
- la modification de fréquence est une modification de fréquence temporelle, l'au
moins une grandeur prédéfinie est au moins une seconde valeur de seuil prédéfinie
et ensuite il en est déduit un enroulement de linge lorsque la modification de fréquence
temporelle atteint ou devient supérieure à la seconde valeur de seuil prédéfinie.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel l'au moins un pic de fréquence (P1)
surveillé comprend ou est un pic de fréquence le plus élevé.
3. Procédé selon la revendication 2, dans lequel l'au moins un pic de fréquence surveillé
comprend en outre au moins un autre pic de fréquence.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel la transformation
est mise à exécution dans le modèle de fréquence (P1-P4) au moyen d'une transformation
FFT.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le déroulement
temporel de la résistance électrique est déterminé au moyen d'une création d'un signal
à tension alternative rectangulaire au niveau d'électrodes de mesure (4) concernées.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le tambour
à linge (2) est mis en service pour la réception du déroulement temporel de la résistance
électrique avec un régime théorique constant.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel par la
suite lorsqu'il en a été déduit un enroulement de linge, au moins une action est déclenchée.
8. Procédé selon la revendication 7, dans lequel l'au moins une action comprend une inversion
du tambour à linge (2).
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 7 ou 8, dans lequel l'au moins une
action comprend une adaptation, en particulier un allongement, d'une durée résiduelle
d'un processus de séchage.
10. Appareil de traitement du linge (1), dans lequel l'appareil de séchage du linge (1)
est conçu pour la réalisation du procédé selon l'une quelconque des revendications
précédentes et présente à cet effet au moins :
- un tambour à linge (2) apte à tourner horizontalement pour la réception de linge
à sécher (W),
- un dispositif de mesure de résistance (3) permettant de mesurer une résistance électrique
du linge (W), lequel dispositif de mesure de résistance (3) présente au moins deux
électrodes de mesure (4) disposées en contact avec le linge et
- un dispositif de traitement de données (6) couplé au dispositif de mesure de résistance
(3) et qui est conçu pour la réalisation du procédé.