[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich in einem ersten Aspekt auf einen Drehkolbenmotor
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] In einem zweiten Gesichtspunkt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben
eines Drehkolbenmotors nach dem Oberbegriff des Anspruchs 13.
[0003] Drehkolbenmotoren werden vielfältig zur Energiewandlung eingesetzt, insbesondere
um Druck- oder Bewegungsenergie eines strömenden Fluids umzuwandeln in Rotationsenergie
von einem oder mehreren Drehkolben.
[0004] Ein gattungsgemäßer Drehkolbenmotor umfasst ein Gehäuse, welches einen Innenraum
bildet, und mindestens zwei Drehkolben, die im Innenraum angeordnet sind. Am Innenraum
sind ein Einlass und ein Auslass zum Durchleiten eines Fluids durch den Innenraum
gebildet. Hiebei strömt das Fluid an den Drehkolben entlang, so dass insbesondere
die Drehkolben von durchströmendem Fluid angetrieben werden können.
[0005] Das Fluid kann prinzipiell beliebig sein, beispielweise eine beliebige Flüssigkeit,
ein beliebiges Gas oder ein Gemisch hieraus, welches auch Festpartikel enthalten kann.
Genutzte Fluide unterscheiden sich insbesondere je nach Einsatzgebiet des Drehkolbenmotors.
Beispielsweise kann es sich beim Fluid um Abgas eines Verbrennungsmotors oder einer
anderen Verbrennungskraftmaschine handeln. Auch kann es sich um ein Fluid in einem
Kreisprozess handeln, mit dem Abwärme genutzt wird. Dies kann bei Kraftwerken, Fertigungsanlagen,
Heizanlagen und einer Vielzahl anderer Anlagen gewünscht sein.
[0006] Für einen möglichst hohen Wirkungsgrad eines Drehkolbenmotors sind dessen Dichtungseigenschaften
bedeutsam. Bei dem gattungsgemäßen Drehkolbenmotor umfasst jeder Drehkolben an seinem
Außenumfang mindestens zwei Dichtleisten, welche über eine Federung nach außen gedrückt
werden. Hierdurch können Die Dichtleisten dichtend die Gehäuseinnenwand, welche den
Innenraum begrenzt, kontaktieren.
[0008] Bei einem entsprechenden gattungsgemäßen Verfahren zum Betreiben eines Drehkolbenmotors
wird ein Fluid durch einen Einlass an einem Gehäuse eingeleitet. Das Gehäuse bildet
einen Innenraum, in dem mindestens zwei Drehkolben angeordnet sind. Beim Durchströmen
des Innenraums zu einem Auslass hin treibt das Fluid die Drehkolben an. Jeder Drehkolben
umfasst an seinem Außenumfang mindestens zwei Dichtleisten, welche über eine jeweilige
Federung nach außen gedrückt werden.
[0009] Als eine
Aufgabe der Erfindung kann angesehen werden, einen Drehkolbenmotor und ein Verfahren zum
Betreiben eines Drehkolbenmotors anzugeben, welcher eine besonders hohe Effizienz
bei möglichst hoher Lebensdauer des Motors ermöglicht.
[0010] Diese Aufgabe wird durch den Drehkolbenmotor mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und
durch das Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.
[0011] Vorteilhafte Varianten des erfindungsgemäßen Drehkolbenmotors und des erfindungsgemäßen
Verfahrens sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche und werden außerdem in der folgenden
Beschreibung erläutert.
[0012] Bei dem Drehkolbenmotor der oben genannten Art sowie dem Verfahren der oben genannten
Art umfasst erfindungsgemäß jeder Drehkolben mindestens zwei Hohlräume, in denen jeweils
ein elastischer länglicher oder zylinderförmiger Deformationskörper angeordnet ist.
Die Dichtleisten ragen in die Hohlräume hinein und gegen den im jeweiligen Hohlraum
aufgenommenen elastischen Deformationskörper, wodurch die Dichtleisten radial nach
außen gedrückt werden.
[0013] Ein elastischer länglicher Deformationskörper kann insbesondere ein Schlauch sein,
insbesondere aus Silikon oder einem anderen elastischen, metallfreien Material.
[0014] Als ein Vorteil bewirkt ein elastischer länglicher oder zylinderförmiger Deformationskörper
einen weitgehend gleichmäßigen Druck auf die Dichtleiste über deren gesamte Länge.
Die Länge ist hierbei die Abmessung in Axialrichtung der Drehkolben. Zudem werden
durch die Form und Gestaltung eines zylinderförmigen Deformationskörpers eine stabile
und langlebige Ausführung bereitgestellt, welche ihre Funktion, auf die Dichtleisten
hinreichend Druck auszuüben, selbst bei Rissen im Deformationskörper noch weitgehend
ausführt. Dabei bestehen keine wesentlichen Gefahren der Beschädigung des Motors bei
Schäden am Deformationskörper, was insbesondere gegenüber metallischen Federungen
ein wichtiger Vorteil ist.
[0015] So werden beim Stand der Technik in der Regel metallische Federn eingesetzt, um die
Dichtleisten nach außen vorzuspannen. Bei Schäden oder Brüchen metallischer Federn
besteht die Gefahr, dass Metallsplitter in andere Motorbereiche eindringen und dort
erhebliche Schäden verursachen können. Zudem üben Metallfedern einen Druck nur in
einem verhältnismäßig kleinen Bereich aus, so dass eine Dichtleiste nicht gleichmäßig
über ihre Länge nach außen gedrückt wird. Ein ungleichmäßiger Druck führt aber unweigerlich
dazu, dass in manchen Bereichen ein unnötig hoher Druck vorliegt, womit Reibungsverluste
unnötig steigen, während in anderen Bereichen ein zu niedriger Druck bestehen könnte,
welcher keine hinreichende Dichtung erreicht und somit den Wirkungsgrad des Motors
verschlechtert.
[0016] Beispielsweise wird in
DE 102007019958 A1 eine metallische Blattfeder 17 verwendet, welche keinen gleichmäßigen Druck über
die Länge der Dichtleiste 4 erreicht. Zudem kann ein Bruch der metallischen Blattfeder
schwerwiegende Beschädigungen des Motors herbeiführen. Bei
GB 576603 A werden Spiralfedern 19 eingesetzt, welche ebenfalls keinen gleichmäßigen Druck ausüben
und wohl aus Metall gefertigt sind. In vergleichbarer Weise werden in
GB 2486787 A eine Feder 52 und in
WO 2010081469 A2 spiralförmig dargestellte Federn verwendet. Gerade durch Vibrationen besteht hier
eine ernste Gefahr von Beschädigungen der Federn mit Folgeschäden am Motor.
[0017] Demgegenüber bietet die Erfindung eine gleichmäßigere und dabei reibungsärmere Dichtung
über die Dichtleisten, wobei Risiken durch Materialermüdung verringert sind. Vorzugsweise
umfasst oder besteht der Deformationskörper aus einem nicht metallischen Material,
insbesondere Gummi oder Silikonelastomere wie Silikon oder andere siliziumorganische
Verbindungen, Karbon, Nylon oder Kunststoff. In dieser Weise kann die gesamte Federung
der Dichtleisten ohne Metalle gestaltet sein.
[0018] Als ein weiterer Vorteil können zylindrische Deformationskörper besonders einfach
nach einem bestimmten Wartungsintervall ausgetauscht werden. Eine feinmotorische Positionierung
wie bei Spiralfedern ist nicht erforderlich.
[0019] Die Hohlräume, in denen die zylindrischen Deformationskörper aufgenommen sind, können
ebenfalls zylinderförmig sein und in Längsrichtung der Drehkolben, insbesondere parallel
zur Längsachse / Rotationsachse der Drehkolben, verlaufen. Die Hohlräume sowie die
aufgenommenen Deformationskörper befinden sich jeweils radial inwärts von einer zugehörigen
Dichtleiste.
[0020] Der Schlauch / zylindrische Deformationskörper kann sich über die gesamte Länge des
Hohlraums erstreckt, wobei der Schlauch über die gesamte Länge in Kontakt mit der
zugehörigen Dichtleiste steht und diese nach außen drückt. Insbesondere kann der Kontakt
über die gesamte Länge des Hohlraums durchgängig, also lückenlos, sein, was im Gegensatz
zu herkömmlicherweise verwendeten Spiralfedern oder Blattfedern steht.
[0021] Der Deformationskörper in einem Hohlraum kann einstückig gebildet sein oder prinzipiell
auch durch mehrere separate zylinderförmige Deformationskörpereinheiten gebildet sein,
welche in Längsrichtung hintereinander im Hohlraum angeordnet sind, beispielsweise
mehrere aneinandergereihte Schläuche. Zur sprachlichen Vereinfachung wird in dieser
Beschreibung in der Regel von einem Deformationskörper oder einem Schlauch geredet,
der in einem Hohlraum angeordnet ist; dies muss nicht heißen, dass nicht weitere,
gleich oder anders gestaltete Deformationskörper/Schläuche zusätzlich im selben Hohlraum
angeordnet sind. Dies kann vorteilhaft sein, um eine gewisse Entkoppelung hinsichtlich
möglicher Rissbildungen an einem von mehreren Deformationskörpern im selben Hohlraum
zu erzielen. Allerdings kann ein einziger Deformationskörper pro Hohlraum sinnvoll
sein, um einfache Wartungs- oder Austauschvorgänge zu ermöglichen. Die Beschreibung
als "länglicher" Deformationskörper kann so definiert sein, dass dessen Länge (oder
Ausdehnung in Richtung der Drehachse des zugehörigen Drehkolbens) mindestens 5mal
so groß ist wie dessen Durchmesser (oder Abmessung in einer Richtung senkrecht zur
Drehachse des Drehkolbens).
[0022] Eine Gestaltung des elastischen zylinderförmigen Deformationskörpers als Schlauch
bietet eine besonders gute Elastizität mit großem Federweg, bei gleichzeitig hoher
Stabilität und Lebensdauer. Unter einem Schlauch wird ein länglicher, hohler Körper
verstanden, wobei der Deformationskörper prinzipiell aber auch eine massive Stangenform
haben kann, wodurch die Langlebigkeit unter Umständen weiter verbessert sein kann.
Vorzugsweise ist der Deformationskörper selbst aus einem elastischen Material, wobei
es aber auch denkbar ist, dass eine elastische Lagerung einen nichtelastischen Zylinderkörper/Deformationskörper
gegen die Dichtleisten drückt.
[0023] Die Deformationskörper können im Querschnitt jeweils kreisförmig oder oval geformt
sein, wobei wie beschrieben eine hohle Ringform eingesetzt werden kann. Aber auch
andere Querschnittsformen, beispielsweise eckige, rechteckige oder sternförmige Formen,
können eingesetzt werden. Der Querschnitt soll in der gesamten vorliegenden Beschreibung
als ein Schnitt senkrecht zu einer Längs- oder Rotationachse der Drehkolben angesehen
werden.
[0024] Unter der Zylinderform kann verstanden werden, dass der Deformationskörper eine längliche
Form hat, deren Ausdehnung in Axialrichtung des Drehkolbens mindestens fünfmal so
groß ist wie seine Querschnittsausdehnung. Die Zylinderform kann über ihre Länge eine
gleiche Querschnittsform oder -größe haben.
[0025] Der Schlauch oder Deformationskörper kann einen Außenradius haben, welcher im Wesentlichen
gleich einem Radius des Hohlraums ist, in welchem der Deformationskörper aufgenommen
ist. Hat der Hohlraum im Querschnitt keine Kreisform, so kann unter seinem Radius
der kleinste Abstand vom Hohlraummittelpunkt zu einer Wand des Hohlraums angesehen
werden.
[0026] Anstelle eines kreisförmigen Querschnitts kann der Hohlraum auch im Querschnitt einen
oder mehrere Kreisformabschnitte sowie einen oder mehrere weitere andersgeformte Bereiche
umfassen, wodurch ein Einführen des schlauchartigen Deformationskörpers in den Hohlraum
erleichtert sein kann.
[0027] Im Querschnitt hat jeder Hohlraum eine Ausdehnung in Radialrichtung des zugehörigen
Drehkolbens sowie eine Ausdehnung senkrecht hierzu, das heißt in Umfangsrichtung des
zugehörigen Drehkolbens. Die Ausdehnung in Radialrichtung kann nun kleiner sein als
die Ausdehnung in Umfangsrichtung. Hierdurch kann erreicht werden, dass bei eingesetztem
Schlauch oder Deformationskörper noch ein Teil des Hohlraums in Umfangsrichtung frei
ist, während der Schlauch oder Deformationskörper in radialer Richtung den Hohlraum
ausfüllt oder weitestgehend ausfüllt. Bei einer Kompression des Schlauchs in Radialrichtung
des Drehkolbens kann sich der Schlauch in den noch freien Teil des Hohlraums ausdehnen.
In dieser Weise wird die mögliche radiale Kompressionsstrecke des Schlauchs erhöht.
[0028] Jede Dichtleiste kann im Querschnitt einen verbreiteten Mittelbereich haben. Dieser
greift in eine entsprechende Haltenut im jeweiligen Drehkolben ein. Hierdurch wird
ein Bewegungsfreiraum der Dichtleiste in Radialrichtung des Drehkolbens beziehungsweise
nach außen begrenzt. Unter einem verbreiteten Mittelbereich soll eine Verbreiterung
verstanden werden, die in einem entlang der Radialrichtung mittigen Bereich der Dichtleiste
gebildet ist. Die Begrenzung des Bewegungsfreiraums nach außen führt auch dazu, dass
bei hohen Drehzahlen die Dichtleisten nicht zu stark durch Fliehkräfte nach außen
gedrückt werden.
[0029] In anderen Worten weist ein Drehkolben also einen Hohlraum auf, der über einen Schlitz
radial nach außen offen ist. In dem Schlitz ist die Dichtleiste angeordnet. Der Schlitz
kann seitlich durch die Dichtleiste dichtend ausgefüllt sein. Der Schlitz ist schmaler
als der Deformationskörper im Hohlraum, so dass der Deformationskörper nicht durch
den Schlitz austreten kann. Am Schlitz ist in einem mittigen Bereich, das heißt weder
direkt an den Hohlraum angrenzend, noch am radial äußeren Ende des Schlitzes, eine
breitere Öffnung vorhanden, welche als Haltenut bezeichnet wird. Die Dichtleiste ragt
in diese breitere Öffnung hinein, so dass ihr Bewegungsfreiraum in radialer Richtung
beschränkt wird.
[0030] Anstelle oder zusätzlich zur Haltenut können auch andere Mechanismen vorgesehen sein,
um eine Bewegung der Dichtleiste nach außen zu begrenzen. Beispielsweise können der
Schlitz und die Dichtleiste nach außen (in radialer Richtung) schmaler werden. Der
dickere Innenbereich der Dichtleiste verhindert so, dass die Dichtleiste durch den
Schlitz nach außen rutscht.
[0031] Die Dichtleisten können anfänglich eine Radialabmessung haben, welche etwas größer
ist als für eine Abdichtung erforderlich; überschüssiges Material wird sodann im Betrieb
abgerieben, bis eine Radiallänge erreicht wird, bei welcher kaum Reibung an den Dichtleisten
und demnach wenig Abrieb entsteht.
[0032] Jede Dichtleiste hat im Querschnitt eine Länge oder Radiallänge, die in Radialrichtung
des zugehörigen Drehkolbens definiert ist, sowie eine Breite senkrecht hierzu. Es
kann vorgesehen sein, dass die Radiallänge mindestens dreimal so groß ist wie die
Breite. Die Seitenverhältnisse der Dichtleiste sind relevant für die Verformung der
Dichtleiste unter Druck. Insbesondere wenn die Dichtleiste mit einem sie umgebenden
Zahn des Drehkolbens in eine Mulde des jeweils anderen Drehkolbens eingreift, ist
ein Druck auf die Dichtleiste wichtig, um diese geringfügig nach innen zu verformen.
Hierdurch wird die Reibung zwischen Dichtleiste und Mulde reduziert. Insbesondere
kann sich ein Luftfilm oder eine Luftschmierung ausbilden, durch welche kein oder
kaum Kontakt zwischen einer Dichtleiste und dem anderen Drehkolben entsteht und somit
Materialabrieb minimiert ist. Diese gewünschte Wirkung kann aber nur eintreten, wenn
die Radialverformung der Dichtleiste bei einem Druck genügend groß ist. Dazu sollte
die Radiallänge der Dichtleiste wenigstens die dreifache Breite der Dichtleiste betragen.
Dies steht im Gegensatz zu beispielsweise
GB 2486787 A, wo eine breite und kurze Dichtleiste 54 nicht die gewünschte Verformung erzielen
kann.
[0033] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann bei dem gattungsgemäßen Drehkolbenmotor
vorgesehen sein, dass jeder Drehkolben an seinem Außenumfang einen Zahnkranz aufweist.
Die Zahnkränze beider Drehkolben greifen ineinander und stellen so eine dichtende
Verbindung zwischeneinander her. Zudem werden hierdurch eine definierte Rotationsstellung
beider Kolben zueinander sowie eine gemeinsame Rotationsgeschwindigkeit beider Drehkolben
sichergestellt. Jeder Zahnkranz ist unterbrochen durch:
- mindestens zwei Auswölbungen, welche über den jeweiligen Zahnkranz radial hervorstehen
und jeweils einen Schlitz zum Aufnehmen einer der Dichtleisten umfassen, und
- mindestens zwei Mulden, in welche die Auswölbungen des jeweils anderen Drehkolbens
bei einem gemeinsamen Rotieren beider Drehkolben eingreifen.
[0034] Bei dieser Ausführungsform sind die Auswölbungen und die Mulden so geformt, dass
bei einem Eingreifen einer der Auswölbungen in eine der Mulden ein dichtender Kontakt
zwischen den Zahnkränzen unmittelbar vor der Mulde hergestellt ist und ein erster
Kontakt zwischen dieser Auswölbung und dieser Mulde an einer hinteren Seite der Auswölbung
zu einem hinteren Teil der Mulde erfolgt, so dass ein Gaseinschluss und eine Gaskompression
in der Mulde erfolgen. Durch eine weitere Gaskompression bei Weiterdrehung der Drehkolben
steigt der Druck soweit, dass das Gas allmählich entweicht, indem sich ein Gasfilm
zwischen den Drehkolben bildet. Der Gasfilm wirkt reibungsreduzierend und kann auch
als Luftschmierung bezeichnet werden. Dadurch steigt der Wirkungsgrad des Motors und
ein Verschleiß, insbesondere der Dichtleisten, tritt nur sehr langsam ein. Diese Ausführung
ist besonders wirkungsvoll, wenn ein Gas als Fluid verwendet wird, da hier die Kompressionswirkung
stärker ist als bei Flüssigkeiten. Aber auch bei Flüssigkeiten kann diese Ausführung
vorteilhaft eingesetzt werden.
[0035] Mit dem ersten Kontakt wird vorstehend bezeichnet, an welcher Stelle eine Auswölbung
von einem Drehkolben und eine Mulde des anderen Drehkolbens sich bei gemeinsamer Rotation
als erstes berühren oder am nächsten kommen. Der hintere Teil einer Mulde und die
hintere Seite der Auswölbung sind hierbei als hintere Seite im Sinne einer Drehrichtung
der zugehörigen Drehkolben zu verstehen. Eine Auswölbung hat demnach drei Bereiche:
- eine vordere Seite, welche gewölbt / gekrümmt ist und in Drehrichtung des Drehkolbens
nach vorne zeigt;
- einen mittigen Bereich, welcher am weitesten hervorsteht und in welchem der Schlitz
für die Dichtleiste gebildet ist, und
- eine hintere Seite welche gewölbt / gekrümmt ist und in Drehrichtung des Drehkolbens
nach hinten zeigt.
[0036] Die Form jeder Auswölbung kann beidseitig des Schlitzes je einen Plateaubereich bilden.
In dem Plateaubereich (dem mittigen Bereich) fällt ein Drehkolbenradius, der bis zum
Mittelpunkt des Drehkolbens definiert ist, nicht ab. Der Radius fällt demnach erst
außerhalb des Plateaubereichs ab, also an der vorderen und hinteren Seite der Auswölbung.
Dadurch erfolgt bei einem Eingreifen einer der Auswölbungen in eine der Mulden der
erste Kontakt zwischen der Mulde und dem hinteren der Plateaubereiche, oder zwischen
der Mulde und der hinteren Seite der Auswölbung, das heißt dem Krümmungsabschnitt
der Auswölbung, welcher hinter dem Plateaubereich folgt.
[0037] Die Abmessungen der zwei flachen Bereiche des Plateaubereichs neben der Dichtleiste
sollten zusammen so breit wie oder breiter als die Dichtleiste sein, damit der gewünschte
Kontakt der gewölbten Hinterseite mit der Muldenwand des anderen Drehkolbens eintritt.
Insbesondere sollten die beiden flachen Bereiche summiert eine Breite haben, die mindestens
80%, der Breite der Dichtleiste beträgt. Der Plateaubereich muss nicht vollkommen
eben sein, sondern kann eine geringfügige Krümmung haben, insbesondere so, dass der
Plateaubereich einen konstanten Außenradius gemessen ab dem Drehkolbenmittelpunkt
hat. Als ein wichtiger Vorteil wird durch die Formung der Auswölbungen und der Mulden
erreicht, dass sich ein Gasfilm / Luftfilm an den äußeren Enden der Auswölbungen und
der Dichtleisten, die in den Auswölbungen gehalten sind, bildet, wodurch Reibung verringert
wird. Es kann besonders bevorzugt sein, diese Gestaltung zusammen mit der vorbeschriebenen
Federung der Dichtleisten durch zylindrische Deformationskörper einzusetzen.
[0038] Der erfindungsgemäße Drehkolbenmotor kann für prinzipiell beliebige Einsatzzwecke
genutzt werden, beispielsweise in Biogasanlagen, Heizkraftwerken, gekoppelt mit Generatoren
zur Stromerzeugung, zum Antreiben von Fahrzeugen oder Schiffen, zur Abwärmenutzung,
insbesondere bei Kraftwerken, Fahrzeugen oder Schiffen, oder auch in Gestaltung als
Verbrennungsmotor. In diesem Fall kann es sein, dass der Deformationskörper / Silikonschlauch
vor zu hohen Temperaturen der Verbrennung geschützt werden sollte, wozu beispielsweise
eine Vorkammer zur Entzündung eingesetzt werden kann, und bei der Verbrennung entstehende
Gase erst von der Vorkammer (über beispielsweise eine Schlitzwalze) in den hier beschriebenen
Innenraum mit den Drehkolben eintreten muss. Auch kann der Drehkolbenmotor die Turbine
eines Turboladers ersetzen, als Pumpenantrieb dienen oder in Werkzeugen eingesetzt
werden. Bei den beschriebenen Einsatzzwecken als Motor wird der Fluiddruck oder die
Fluidströmung genutzt, um die Drehkolben in Rotation zu versetzen. Der Motor kann
bei Varianten der Erfindung auch umgekehrt genutzt werden, indem die Drehkolben rotiert
werden, um hierdurch ein Fluid zu transportieren, womit der Motor als Pumpe, Kompressor
oder Verdichter wirkt. Die als zusätzliche Merkmale des Drehkolbenmotors beschriebenen
Eigenschaften der Erfindung ergeben bei bestimmungsgemäßem Gebrauch auch Varianten
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0039] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung werden nachstehend mit Bezug auf die
beigefügten schematischen Figuren beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt eines Drehkolbenmotors gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 2
- eine weitere Querschnittsdarstellung eines Drehkolbenmotors gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
- Fig. 3
- einen vergrößerten Ausschnitt des Drehkolbenmotors aus Fig. 2;
- Fig. 4A, 4B, 4C
- Querschnittsansichten des Drehkolbenmotors aus Fig. 2 in unterschiedlichen Rotationsstellungen.
[0040] Gleiche und gleich wirkende Bestandteile sind in den Figuren in der Regel mit denselben
Bezugszeichen gekennzeichnet.
[0041] Erfindungsgemäße Ausführungsbeispiele eines Drehkolbenmotors 100 werden zunächst
unter Bezug auf die Figuren 1 und 2 beschrieben. Der Drehkolbenmotor 100 umfasst zwei
Drehkolben 20, 30, die gemeinsam rotieren und von einem durchströmenden Fluid angetrieben
werden können. Die Drehachsen beider Drehkolben 20, 30 verlaufen durch die jeweiligen
Mittelpunkte der Drehkolben 20, 30. Die Querschnittsdarstellungen der Figuren 1 und
2 sind Schnittansichten senkrecht zu diesen Drehachsen.
[0042] Der Drehkolbenmotor 100 umfasst ein Gehäuse 10, beispielsweise ein Metallgehäuse,
welches in seinem Inneren einen Innenraum 11 bildet. Der Innenraum 11 kann bis auf
einen Einlass 13 und einen Auslass 15 fluiddicht gebildet sein. Im Innenraum 11 sind
die beiden Drehkolben 20, 30 so angeordnet, dass sie jeweils einen dichtenden Kontakt
zur Wand des Innenraums 11 bilden und auch einander dichtend berühren, unabhängig
von ihrer momentanen Rotationsstellung. Wird ein Fluid durch den Einlass 13 in den
Innenraum 11 geleitet, so kann es folglich nur zum Auslass 15 gelangen, wenn es an
den Drehkolben 20, 30 entlang strömt und diese in Rotation versetzt. Die Rotationsenergie
der Drehkolben 20, 30 kann in prinzipiell bekannter Weise für an sich beliebige Einsatzzwecke
genutzt werden, beispielweise als mechanischer Antrieb oder zur Erzeugung elektrischer
Energie mittels eines Generators.
[0043] Die beiden Drehkolben 20, 30 haben den gleichen Durchmesser und haben an ihrem Außenumfang
jeweils einen Zahnkranz 22, 32. Die beiden Zahnkränze 22, 32 greifen ineinander ein.
Hierdurch wird eine Dichtung zwischen den beiden Drehkolben 20, 30 erreicht und ein
Fluiddurchtritt an dieser Stelle wird verhindert. Außerdem drehen sich die beiden
Drehkolben 20, 30 durch die Zahnkränze 22, 32 synchron (einer im Uhrzeigersinn, der
andere entgegengesetzt hierzu).
[0044] Zusätzlich hat jeder Drehkolben 20, 30 jeweils zwei Auswölbungen 25, 35, die über
den jeweiligen Zahnkranz 22, 32 radial nach außen hervorstehen. Außer durch die Auswölbungen
25, 35 sind die beiden Zahnkränze 22, 32 auch von zwei Mulden 24, 34 unterbrochen.
In den Bereichen der Mulden 24, 34 hat der jeweilige Drehkolben 20, 30 also einen
kleineren Radius. Bei einer gemeinsamen Rotation der Drehkolben 20, 30 greift die
Auswölbung 35 von einem der Drehkolben 30 in die Mulde 24 des anderen Drehkolben 20
ein, und umgekehrt.
[0045] Jede Auswölbung 25, 35 hat einen Schlitz, der sich in radialer Richtung erstrecken
kann. In jedem Schlitz ist eine Dichtleiste 21, 31 angeordnet, welche aus dem Schlitz
nach außen hervorragt. Die Dichtleisten 21, 31 können je nach Drehstellung der Drehkolben
20, 30 die Wand des Innenraums dichtend berühren.
[0046] Die Gestaltung der Dichtleiste sowie ihre Halterung und Federung sind von großer
Bedeutung für Reibungs- und Dichtungseigenschaften des Motors, wodurch die Effizienz
des Motors maßgeblich bestimmt wird. Häufig sind Dichtleisten sowie ihren Federungen
außerdem diejenigen Komponenten, die dem größten Verschleiß unterliegen, sodass die
Gestaltung der Dichtleisten und ihrer Federungen auch für Wartungsintervalle und die
Lebensdauer des Motors von großer Bedeutung ist.
[0047] Jede Dichtleiste 21, 31 ist in einem Schlitz in einer der Auswölbungen 25, 35 an
den Drehkolben aufgenommen. Die Schlitze münden jeweils in einen Hohlraum 27, 37.
Bei herkömmlichen Drehkolbenmotoren befindet sich am Ende solcher Schlitze eine Feder,
beispielsweise eine Spiralfeder oder Blattfeder. Diese verursachen jedoch einen ungleichmäßigen
Druck: In Axialrichtung (aus der Zeichenebene heraus) hat eine Blattfeder nur in ihrer
Mitte einen hohen Druck, der zum Rand stark abfällt. Spiralfedern wirken ebenfalls
punktuell. Außerdem besteht die Gefahr, dass bei einem Bruch einer solchen Metallfeder
kleine Metallpartikel in andere Motorenbereiche eindringen und schwerwiegende Schäden
verursachen. Diese Nachteile werden überwunden, indem in jedem Hohlraum 27, 37 ein
oder mehrere zylindrische Deformationskörper 28, 38 angeordnet sind, die aus einem
elastischen Material wie Silikon oder Gummi bestehen. Bei einer bevorzugten Gestaltung
handelt es sich hierbei um einen Schlauch, insbesondere einen Silikonschlauch. Die
Dichtleiste 21, 31 ragt bis an oder in den Hohlraum 27, 37 und gegen den Silikonschlauch.
Dieser wird dadurch komprimiert und übt einen radial nach außen gerichteten Druck
auf die Dichtleiste 21, 31 aus. In Axialrichtung kann dieser zylindrische Deformationskörper
einen gleichen Querschnitt haben, so dass ein gleichmäßiger Druck über die Axiallänge
hinweg ausgeübt wird. Zudem werden keine Metallteile verwendet, so dass bei einem
Bruch des Schlauchs / Deformationskörpers keine Gefahr von Folgeschäden am Motor bestehen.
[0048] In Figur 2 ist zur Veranschaulichung am Drehkolben 30 nur eine einzige Dichtleiste
mit zugehörigem Schlauch gezeigt, während der zweite Hohlraum 37 und der daran angrenzende
Schlitz leer dargestellt sind. Im Gebrauch sind selbstverständlich auch hier ein Schlauch
als Federung im Hohlraum 37 und eine Dichtleiste im Schlitz angeordnet.
[0049] Jeder Drehkolben kann symmetrisch aufgebaut sein, das heißt die Formen der Auswölbungen,
Dichtleisten und Mulden sind zur Fluid-Anströmungsseite unabhängig vom Drehsinn des
Drehkolbens. Dadurch kann der Drehkolbenmotor in beide Drehrichtungen gleichermaßen
betrieben werden. Für einen Richtungswechsel wird allein die Einleitung des Fluids
umgekehrt, also durch den Auslass 15 in den Innenraum 11 und durch den Einlass 13
hinaus.
[0050] Ein vergrößerter Ausschnitt des Drehkolbens 30 ist in Fig. 3 gezeigt. Die Dichtleiste
31 ragt radial nach außen über die Auswölbung 35 hinaus und ragt nach innen in den
Hohlraum 37 hinein, in welchem hier ein hohler Schlauch 38B als Deformationskörper
38 verwendet wird. Die Dichtleiste 31 hat in einem mittleren Bereich eine Verdickung
31A. Der Spalt oder Schlitz für die Dichtleiste hat an entsprechender Stelle eine
Ausnehmung (Haltenut), in welche die Verdickung 31A hineinragt. Die Dichtleiste 31
hat demnach einen kreuzförmigen Querschnitt. Hierdurch wird die Dichtleiste 31 im
Schlitz gehalten und kann weder radial nach außen noch radial nach innen aus dem Schlitz
austreten. Die Querschnittsabmessungen der Dichtleiste 31 sowie die Position der Ausnehmung
am Schlitz sind so gewählt, dass die Dichtleiste 31 in den Hohlraum 37 hineinragt
und (bei Stillstand des Motors) den Schlauch 30B komprimiert. Der Schlauch 30B ist
demnach vorgespannt und bewirkt bei Stillstand oder beim Anlaufen des Motors einen
dichtenden Kontakt der Dichtleiste 31 zur Innenwand des Gehäuses. Der Schlauch 38B
hat einen runden Querschnitt, welcher ohne Vorspannung kreisförmig sein kann und durch
die Vorspannung gegen die Dichtleiste 31 eine eingewölbte oder ovale Form haben kann.
Bei höheren Drehzahlen des Motors bewirken auch die Fliehkräfte einen Druck der Dichtleiste
nach außen und stellen somit eine dichtende Wirkung bereit. Damit der Druck der Dichtleisten
nach außen nicht unnötig groß wird und unnötige Reibung erzeugt, wird durch die Verdickung
31A ein Bewegungsraum der Dichtleiste 31 nach außen begrenzt. Wird bei höheren Fliehkräften
die Dichtleiste 31 durch ihr Eigengewicht nach außen gedrückt, wird hierdurch der
Silikonschlauch 38B entlastet, was sich positiv auf die Lebensdauer des Silikonschlauchs
38B auswirkt.
[0051] Die Verdickung 31A an der Dichtleiste 31 kann prinzipiell auch an ihrem inneren Ende
gebildet sein, also direkt am Deformationskörper 38. Ein möglicher Kompressionsweg
des Deformationskörpers 38 ist allerdings größer, wenn die Kontaktfläche zur Dichtleiste
nicht zu groß ist, so dass es vorteilhaft sein kann, wenn die Verdickung 31A in einem
mittigen Bereich geformt ist. Außerdem begrenzt die Verdickung 31A auch die Bewegungsmöglichkeit
der Dichtleiste 31 nach innen, wodurch ein Austausch des Deformationskörpers 38 zu
Wartungszwecken leichter möglich ist.
[0052] Die dichtende Wirkung der Dichtleisten 21, 31 ist für den Kontakt zur Gehäuseinnenwand
gewünscht; hingegen wird eine Dichtung zwischen den beiden Drehkolben 20, 30 bereits
durch die ineinandergreifenden Zahnkränze 22, 32 bewirkt und auch dadurch, dass die
Auswölbungen 25, 35 in die Mulden 24, 34 eingreifen. Daher ist ein Kontakt der Dichtleisten
21, 31 zu den Mulden 34, 24 nicht erforderlich und kann im Gegenteil sogar unerwünscht
sein, da hierdurch die Dichtleisten 21, 31 abgeschliffen werden und nach kürzerer
Zeit ausgetauscht werden müssten.
[0053] Um diese Nachteile zu überwinden, wird eine spezielle Form der Drehkolben und der
Dichtleisten genutzt, welche zu besonders geringer Reibung zwischen den Drehkolben
führt. Dies wird näher mit Bezug auf die Figuren 4A bis 4C beschrieben. Diese Figuren
zeigen den Kontaktbereich zwischen den zwei Drehkolben 20, 30, wobei die Figuren sich
in den momentanen Drehstellungen der Drehkolben 20, 30 unterscheiden. Bei Figur 4A
befindet sich die Auswölbung 25 noch außerhalb der Mulde 34, während bei Figur 4B
die Auswölbung 25 gerade in die Mulde 34 eintaucht, und bei Figur 4C fast vollständig
in der Mulde 34 aufgenommen ist.
[0054] Ein dichtender Kontakt zwischen den Drehkolben 20, 30 wird bei Fig. 4A bereits durch
die ineinandergreifenden Zahnkränze 22, 32 erreicht, bevor die Auswölbung 25 eine
Wand der Mulde 34 berührt. Die Mulde 34 ist somit vom Fluid im Innenraum 11 ausgefüllt,
wobei die Zahnkränze 22, 32 ein Austreten des Fluids aus der Mulde 34 in Drehrichtung
der beiden Drehkolben verhindern. Wird die Auswölbung 25 nun in die Mulde 34 eingedreht
(Fig. 4B), so wird das Fluid in der Mulde 34 komprimiert. Der hohe Druck in der Mulde
34 drückt die Dichtleiste 21 in ihren Schlitz hinein. Hierdurch kommt die Dichtleiste
21 nicht oder kaum in Kontakt mit der Wand der Mulde 34, so dass kaum Verschleiß und
Reibung an der Dichtleiste 21 eintreten. Beim Weiterdrehen der Drehkolben 20, 30 entweicht
die komprimierte Luft / das komprimierte Fluid aus der Mulde 34, und zwar entgegen
der Drehrichtung der Kolben 20, 30 (weil in Drehrichtung der Kolben durch die Zahnkränze,
bei denen stets mindestens zwei Zähne von jedem Kolben in zwei Rillen des anderen
Kolbens eingreifen, kein Fluid entweichen kann). Durch dieses Entweichen der Luft
entsteht ein Luftfilm oder eine Luftschmierung an der Dichtleiste 21 und der Auswölbung
25, womit der Kontakt reduziert wird und somit unnötige Reibung vermieden wird (Fig.
4C). Dieser vorteilhafte Effekt kann experimentell durch die Geräuschentwicklung der
Luftkompression gut nachgewiesen und von herkömmlichen Aufbauten unterschieden werden,
bei denen zwar Auswölbungen in Mulden eingreifen, aber keine hinreichende Dichtung
entsteht, die zur Luftkompression und dem reibungsmindernden Luftfilm führt.
[0055] Beispielsweise fehlt bei
GB2486787A eine Verzahnung, die eine genügende Dichtung in Drehrichtung erzeugt, wodurch erst
eine stärkere Luftkompression möglich wird. Zudem ist die Form der Aufwölbung wichtig,
welche nachstehend präziser beschrieben wird. Wie in Fig. 3 gezeigt, hat eine Auswölbung
einen mittigen geraden Bereich 35B, welcher über gewölbte Seitenbereiche 35A und 35C
zum Zahnkranz 32 übergeht. Um die aufgenommene Dichtleiste 31 vor Abrieb an der Wand
der Mulde 24 zu schützen, ist es vorteilhaft, wenn eine Luftkompression in der Mulde
24 eintritt, bevor die Dichtleiste in Kontakt mit der Muldenwand kommt. Hierzu kann
beim Eintauchen der Auswölbung 35 in die Mulde 24 ein erster Kontakt (oder alternativ
ein kleinster Abstand) zwischen der Auswölbung 35 und der Mulde 24 an einer Stelle
der Auswölbung 35 hinter (das heißt in Rotationsrichtung gesehen hinter) der Dichtleiste
31 erfolgen. Dies ist entweder der gewölbte Bereich 35C (Krümmungsabschnitt 35C) in
Fig. 3 oder der mittige Plateaubereich 35B zwischen der Dichtleiste 31 und dem gewölbten
Bereich 35C. Um dies zu erreichen, muss die Auswölbung 35 genügend breit sein. Dies
kann insbesondere der Fall sein, wenn der Plateaubereich zwischen der Dichtleiste
31 und dem gewölbten Bereich 35C mindestens 40% der Dichtleistenbreite entspricht.
[0056] Vorzugsweise wird diese reibungsmindernde Nutzung eines Luftfilms zusammen mit der
Dichtleistenfederung über einen Silikonschlauch oder einen ähnlichen zylindrischen
Deformationskörper eingesetzt. So bietet die Erfindung einen Drehkolbenmotor mit überragendem
Wirkungsgrad, wobei gleichzeitig Verschleiß gering ist.
1. Drehkolbenmotor umfassend:
- ein Gehäuse (10), welches einen Innenraum (11) bildet, und
- mindestens zwei Drehkolben (20, 30), welche im Innenraum (11) angeordnet sind,
- wobei am Innenraum (11) ein Einlass (13) und ein Auslass (15) gebildet sind zum
Durchleiten eines Fluids durch den Innenraum (11) an den Drehkolben (20, 30) entlang,
- wobei jeder Drehkolben (20, 30) an seinem Außenumfang mindestens zwei Dichtleisten
(21, 31) aufweist, welche über eine Federung nach außen gedrückt werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Drehkolben (20, 30) mindestens zwei Hohlräume (27, 37) aufweist, in denen jeweils
ein elastischer länglicher Deformationskörper (28, 38) angeordnet ist, wobei die Dichtleisten
(21, 31) in die Hohlräume hinein und gegen den darin aufgenommenen elastischen länglichen
Deformationskörper (28, 38) ragen und durch diesen radial nach außen gedrückt werden.
2. Drehkolbenmotor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder elastische Deformationskörper (28, 38) durch jeweils einen Schlauch (38B) gebildet
ist.
3. Drehkolbenmotor nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder elastische längliche Deformationskörper (28, 38) zylindrisch ist und eine Längsache
parallel zu einer Drehachse des zugehörigen Drehkolbens (20, 30) hat.
4. Drehkolbenmotor nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Hohlraum (27, 37) eine Zylinderform mit einer Längsachse hat, die sich parallel
zu einer Längsachse der Drehkolben (20, 30) erstreckt, und dass sich jeder Schlauch
(38B) über die gesamte Länge des zugehörigen Hohlraums (37) erstreckt, wobei der jeweilige
Schlauch (38B) über die gesamte Länge in Kontakt mit der zugehörigen Dichtleiste (31)
steht und diese nach außen drückt.
5. Drehkolbenmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der elastische längliche Deformationskörper (28, 38) aus einem nicht metallischen
Material besteht, insbesondere aus Silikon oder Gummi.
6. Drehkolbenmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Deformationskörper (28, 38) einen runden oder kreisförmigen Querschnitt hat.
7. Drehkolbenmotor nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Schlauch (38B) einen Außenradius hat, welcher im Wesentlichen gleich einem
Radius des zugehörigen Hohlraums (37) ist, in welchem der jeweilige Schlauch (38B)
aufgenommen ist.
8. Drehkolbenmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Hohlraum (27, 37) eine Ausdehnung in Umfangsrichtung des zugehörigen Drehkolbens
(20, 30) hat, welche größer ist als eine Ausdehnung des Hohlraums (27, 37) in Radialrichtung
des zugehörigen Drehkolbens (20, 30).
9. Drehkolbenmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Dichtleiste (21, 31) im Querschnitt einen verbreiteten Mittelbereich (31A) hat,
welcher in eine entsprechende Haltenut im jeweiligen Drehkolben (20, 30) eingreift,
wodurch ein Bewegungsfreiraum der Dichtleiste (21, 31) in Radialrichtung begrenzt
ist.
10. Drehkolbenmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Drehkolben (20, 30) an seinem Außenumfang einen Zahnkranz (22, 32) aufweist,
welcher unterbrochen ist durch:
- mindestens zwei Auswölbungen (25, 35), welche über den Zahnkranz (22, 32) hervorstehen
und jeweils einen Schlitz zum Aufnehmen einer der Dichtleisten (21, 31) umfassen,
und
- mindestens zwei Mulden (24, 34), in welche die Auswölbungen (25, 35) des jeweils
anderen Drehkolbens (20, 30) während einer Rotation der Drehkolben eingreifen,
wobei die Auswölbungen (25, 35) und die Mulden (24, 34) so geformt sind, dass bei
einem Eingreifen einer der Auswölbungen (25, 35) in eine der Mulden (24, 34) ein dichtender
Kontakt zwischen den Zahnkränzen (22, 32) unmittelbar vor der Mulde (24, 34) hergestellt
ist und ein erster Kontakt zwischen dieser Auswölbung (25, 35) und dieser Mulde (24,
34) an einer hinteren Seite der Auswölbung (25, 35) zu einem hinteren Teil der Mulde
(24, 34) erfolgt, so dass ein Gaseinschluss und eine Gaskompression in der Mulde (24,
34) erfolgen, wodurch sich durch eine weitere Gaskompression bei Weiterdrehung der
Drehkolben ein reibungsreduzierender Gasfilm zwischen den Drehkolben bildet.
11. Drehkolbenmotor nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Form jeder Auswölbung (35) beidseitig des Schlitzes je einen Plateaubereich (35B)
bildet, über welchen ein Drehkolbenradius, der bis zum Mittelpunkt des Drehkolbens
(30) definiert ist, nicht abfällt, so dass bei einem Eingreifen einer der Auswölbungen
(35) in eine der Mulden (24) der erste Kontakt zwischen der Mulde (24) und dem hinteren
der Plateaubereiche (35B) erfolgt, oder zwischen der Mulde (24) und einem Krümmungsabschnitt
(35C) der Auswölbung (35), welcher hinter dem Plateaubereich (35B) folgt.
12. Drehkolbenmotor nach einem der Ansprüche 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Dichtleiste (21, 31) im Querschnitt eine Länge und eine Breite hat, wobei die
Länge in Radialrichtung des zugehörigen Drehkolbens (20, 30) definiert ist, und wobei
die Länge mindestens dreimal so groß ist wie die Breite.
13. Verfahren zum Betreiben eines Drehkolbenmotors, umfassend:
- Einleiten eines Fluids durch einen Einlass (13) an einem Gehäuse (10), welches einen
Innenraum (11) bildet, wobei mindestens zwei Drehkolben (20, 30) im Innenraum (11)
angeordnet sind, wobei das Fluid beim Durchströmen des Innenraums (11) zu einem Auslass
(15) hin die Drehkolben (20, 30) antreibt,
- wobei jeder Drehkolben (20, 30) an seinem Außenumfang mindestens zwei Dichtleisten
(21, 31) aufweist, welche über eine Federung nach außen gedrückt werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Drehkolben (20, 30) mindestens zwei Hohlräume (27, 37) aufweist, in denen jeweils
ein elastischer länglicher Deformationskörper (28, 38) angeordnet ist, wobei die Dichtleisten
(21, 31) in die Hohlräume hinein und gegen den darin aufgenommenen elastischen länglichen
Deformationskörper (28, 38) ragen und durch diesen radial nach außen gedrückt werden.