[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur optischen Prüfung
eines Sicherheitsdokuments, insbesondere eines Passbuches. Die Vorrichtung ist insbesondere
zur mehrfachen, ortsgleichen Inspektion von Sicherheitsdokumenten geeignet.
[0002] Nach dem Stand der Technik sind Sicherheitsdokumente wie z.B. Reisepässe bekannt,
die sogenannte Sicherheitsmerkmale oder charakteristische Merkmale zum Schutz gegen
Missbrauch, Verfälschung und/ oder Totalfälschung aufweisen. Mittels solcher Sicherheitsmerkmale
ist es möglich, die Echtheit des Sicherheitsdokuments zu überprüfen, da die Sicherheitsmerkmale
von Fälschern teilweise nicht oder in nur in unzureichender Qualität reproduziert
werden können.
[0003] Auch während der Produktion bzw. Bearbeitung müssen Sicherheitsdokumente inspiziert,
z.B. optisch auf ihre Sicherheitsmerkmale geprüft werden. So können z.B. Produktionsfehler
identifiziert werden, die insbesondere bei der Echtheitsprüfung zu fehlerhaften Ergebnissen
führen können.
[0004] Aktuelle Prüfungsverfahren für Sicherheitsdokumente sind unflexibel und nicht in
der Linienfertigung der Sicherheitsdokumente integriert, das heißt für jeden Prüfvorgang,
insbesondere nach jedem Bearbeitungsschritt, wird nach dem Stand der Technik eine
separate Prüfvorrichtung benötigt.
[0005] Daher ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine kostengünstige und platzsparende
Vorrichtung sowie ein entsprechendes Verfahren und System zur optischen Prüfung eines
Sicherheitsdokuments zur Verfügung zu stellen, welche eine flexible Prüfung von Dokumenten
ermöglichen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des unabhängigen Vorrichtungsanspruchs 1,
des unabhängigen Verfahrensanspruchs 8 und des unabhängigen Systemanspruchs 15 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen der Vorrichtung sind in den Unteransprüchen 2 bis 7
angegeben und vorteilhafte Ausführungsformen des Verfahrens sind in den Unteransprüchen
9 bis 14 angegeben. Diese und weitere Ausführungsformen werden im Folgenden beschrieben.
[0007] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur optischen Prüfung eines
Sicherheitsdokuments, insbesondere eines Passbuches, wobei die Vorrichtung zur optischen
Prüfung
- eine erste optische Erfassungseinrichtung, insbesondere eine Kamera, zur Erfassung
optisch wahrnehmbarer Informationen, insbesondere eines oder mehrerer optisch wahrnehmbarer
Merkmale, bevorzugt Sicherheitsmerkmale, aufweist, wobei die erste optische Erfassungseinrichtung
dazu eingerichtet ist, ein Sicherheitsdokument in einer ersten Richtung optisch zu
prüfen, das heißt optische Informationen zu erfassen, und
- mindestens eine zweite optische Erfassungseinrichtung, insbesondere eine Kamera, zur
Erfassung optisch wahrnehmbarer Informationen aufweist, die dazu eingerichtet ist,
das Sicherheitsdokument in einer von der ersten Richtung abweichenden zweiten Richtung
oder in der ersten Richtung von einer anderen Seite als die erste optische Erfassungseinrichtung
optisch zu prüfen.
[0008] Dabei ist unter einem Sicherheitsdokument ein Dokument zu verstehen, das derart ausgebildet
ist, dass die Echtheit des Dokuments verifizierbar ist. Mit anderen Worten, das Sicherheitsdokument
weist mindestens ein Sicherheitsmerkmal auf, anhand dessen die Echtheit des Dokuments
verifiziert werden kann. Solche Sicherheitsmerkmale sind derart ausgestaltet, dass
es insbesondere für Fälscher schwierig ist, die Sicherheitsmerkmale originalgetreu
nachzubilden.
[0009] Sicherheitsdokumente können z.B. Pässe (wie Reise- oder Diplomatenpässe), Ausweise,
Führerscheine, Kreditkarten oder Geldscheine sein.
[0010] Insbesondere handelt es sich bei den Sicherheitsmerkmalen um Oberflächenstrukturen
oder um gedruckte Angaben. Bei den gedruckten Merkmalen kann es sich insbesondere
um eine, insbesondere mehrfarbige, Guilloche, eine Mikroschrift, einen unter UV-Beleuchtung
lumineszierenden Aufdruck, ein gedrucktes Merkmal mit einer optisch variablen Farbe,
ein Hologramm, insbesondere ein holografisches Portrait, ein Kinegramm, eine maschinenlesbare
Zone oder ein Wasserzeichen handeln. Eine Oberflächenstruktur kann z.B. eine Gravur,
insbesondere eine Lasergravur, ein taktiles Merkmal, eine Oberflächenprägung, ein
Fenster oder eine Perforation, insbesondere eine Laserperforation, sein. Weiterhin
kann es sich bei dem optisch detektierbaren Merkmal z.B. um eine, insbesondere lumineszierende,
Melierfaser oder einen Sicherheitsfaden handeln.
[0011] Insbesondere kann das Sicherheitsdokument die folgenden Sicherheitsmerkmale (wie
z.B. auf der Titelseite und/oder der Datenseite des deutschen Reisepasses) aufweisen:
mehrfarbige Guillochen (z.B. des Bundesadlers), positive und negative Mikroschriftelemente
in verschiedenen Größen, unter UV-Beleuchtung lumineszierende Aufdrucke, optisch variable
Farben, holografische Porträts (z.B. holografische Lichtbilder des Inhabers), holografische
3D-Symbole (z.B. einen 3D-Bundesadler), kinematische Bewegungsstrukturen, Farbintegrationen
in einer Kunststoffkarte, Lasergravuren, taktile Merkmale (insbesondere per Lasergravur
appliziert), unter sichtbarem Licht unsichtbare Melierfasern, die unter UV-Beleuchtung
lumineszieren, erhabene oder vertiefte Oberflächenprägungen, maschinenlesbare Zonen,
Fenster, personalisierte Sicherheitsfäden (insbesondere metallisierte, maschinell
prüfbare Sicherheitsfäden, die mit einer Seriennummer und/oder einem Namen eines Inhabers
des Sicherheitsdokuments versehen sind, insbesondere mit zusätzlichen optisch variablen
Elementen), Wasserzeichen und/ oder perforierte, insbesondere laserperforierte Seriennummern
(wobei vorzugsweise die Seriennummer mittels Laser in die Papierseiten und in den
hinteren Einbanddeckel/ Buchdeckel perforiert ist, und wobei der Durchmesser der Löcher
zum hinteren Einband hin abnimmt).
[0012] Dabei werden als Guillochen Schutzmuster aus feinen, ineinander verschlungenen Linien
bezeichnet, wobei die Linienstrukturen bei Reproduktionen des Originals in punktierte
Rasterstrukturen aufgelöst werden.
[0013] Als Hologramme werden im Kontext der vorliegenden Erfindung mit holografischen Techniken
hergestellte, insbesondere fotografische, Aufnahmen bezeichnet, die bei Beleuchtung
mit kohärentem Licht ein echtes dreidimensionales Abbild des Ursprungsgegenstandes
wiedergeben.
[0014] Ein Kinegramm, auch als kinematische Bewegungsstruktur, optisch variables Merkmal
oder optisch variables Element bezeichnet, ist im Kontext dieser Spezifikation ein
in Abhängigkeit des Betrachtungswinkels veränderliches zweidimensionales Bild. Solche
Elemente können z.B. nur in einem bestimmten Betrachtungswinkel wahrnehmbar sein bzw.
in Abhängigkeit des Betrachtungswinkels eine unterschiedliche Farbe aufweisen.
[0015] Als taktiles Merkmal wird im Zusammenhang der Erfindung eine fühlbare Schrift bezeichnet.
[0016] Die gedruckten Merkmale können z.B. Schriften mit so geringer Schriftgröße sein,
dass diese nur mit hochpräzisen Druckverfahren originalgetreu wiedergegeben werden
können.
[0017] Unter einer optischen Prüfung ist insbesondere das Erfassen von sichtbarem oder nicht
sichtbarem (z.B. UV- und/oder IR-Strahlung) Licht zu verstehen, das von dem Sicherheitsdokument
gestreut, reflektiert oder ausgestrahlt oder von diesem durchstrahlt bzw. transmittiert
wird. Dazu wird das Sicherheitsdokument z.B. von einer geeigneten Lichtquelle beleuchtet
und es wird z.B. die Intensität und/oder die Wellenlänge des gestreuten, reflektierten,
ausgestrahlten oder transmittierten Lichts mittels der jeweiligen optischen Erfassungeinrichtung
oder Erfassungseinrichtungen erfasst bzw. gemessen. Insbesondere wird mittels der
optischen Erfassungseinrichtung mindestens ein Bild des Sicherheitsdokuments aufgenommen,
z.B. dann, wenn die jeweilige Erfassungseinrichtung als Kamera ausgebildet ist.
[0018] Bei der optischen Prüfung wird insbesondere ein Bild des Sicherheitsdokuments erfasst
bzw. aufgenommen. Es versteht sich, dass die optische Prüfung nach Aufnahme des Bildes
weitere Schritte umfassen kann, insbesondere Datenverarbeitungs- und/ oder Bildbearbeitungsschritte,
welche z.B. mit einem mit den optischen Erfassungseinrichtungen verbundenen Computer
durchgeführt werden können.
[0019] Die optischen Erfassungseinrichtungen sind dazu eingerichtet, das Sicherheitsdokument
in einer ersten bzw. zweiten Richtung optisch zu prüfen. Dabei ist unter der optischen
Prüfung ,in einer Richtung' zu verstehen, dass das Sicherheitsdokument von einer Betrachtungsposition
aus optisch geprüft wird, wobei die jeweilige Richtung entlang einer eine Verbindungslinie
zwischen der Betrachtungsposition und dem Sicherheitsdokument bzw. dem zu erfassenden
Merkmal des Sicherheitsdokuments verläuft.
[0020] Dabei kann sich z.B. eine Kameralinse der optischen Erfassungseinrichtung an der
Betrachtungsposition befinden. Insbesondere in diesem Fall handelt es sich bei der
Richtung um eine Blickrichtung der Erfassungseinrichtung. Alternativ ist es aber auch
möglich, die optische Erfassungseinrichtung beabstandet von der Betrachtungsposition
zu positionieren, wobei das von dem Sicherheitsdokument gestreute, reflektierte, ausgestrahlte
oder transmittierte Licht z.B. von einem Spiegel oder einem Lichtleiter (optische
Faser) derart umgelenkt wird, dass es auf die optische Erfassungseinrichtung trifft.
Im letztgenannten Fall sei als Beobachtungsposition der Spiegel bzw. ein dem Sicherheitsdokument
zugewandtes Ende des Lichtleiters definiert, so dass die entsprechende Richtung von
dem Spiegel bzw. Ende des Lichtleiters zu dem Sicherheitsdokument verläuft.
[0021] Die zweite Richtung, in der die zweite Erfassungseinrichtung die optische Prüfung
durchführt, weicht insbesondere von der ersten Richtung ab, in der die erste Erfassungseinrichtung
das Sicherheitsdokument prüft. Das heißt, die erste Richtung ist nicht parallel zu
der zweiten Richtung, sondern die erste und die zweite Richtung weisen zueinander
einen Winkel auf, der größer als 0° und kleiner als 180° ist.
[0022] Für den Fall, dass die zweite Erfassungseinrichtung die optische Prüfung ebenfalls
in der ersten Richtung durchführt, wird die optische Prüfung durch die zweite Erfassungseinrichtung
von einer anderen Seite als die optische Prüfung durch die erste Erfassungseinrichtung
durchgeführt. Das heißt, eine Verbindungslinie zwischen der Betrachtungsposition der
ersten Erfassungseinrichtung und dem Sicherheitsdokument und eine Verbindungslinie
zwischen der zweiten Betrachtungsposition und dem Sicherheitsdokument sind antiparallel
zueinander, weisen also einen Winkel von 180° auf. Mit anderen Worten: die Betrachtungsposition
der zweiten Erfassungseinrichtung liegt der Betrachtungsposition der ersten Erfassungseinrichtung
gegenüber und das Sicherheitsdokument ist zwischen der Betrachtungsposition der ersten
Erfassungseinrichtung und der Betrachtungsposition der zweiten Erfassungseinrichtung
positioniert.
[0023] Insbesondere ist die Vorrichtung zur optischen Prüfung dazu eingerichtet, das Sicherheitsdokument
in einem Prüfungsschritt mittels der ersten optischen Erfassungseinrichtung und der
zweiten optischen Erfassungseinrichtung optisch zu prüfen. Dabei kann in dem Prüfungsschritt
eine gleichzeitige optische Prüfung mittels der ersten und zweiten optischen Erfassungseinrichtung
erfolgen oder die optische Prüfung mittels der ersten und zweiten optischen Erfassungseinrichtung
kann kurz nacheinander stattfinden.
[0024] Die erfindungsgemäße Vorrichtung erlaubt eine Inspektion des Sicherheitsdokumentes
an einer physikalischen Position, wobei die Ausführung der Inspektion konfigurierbar
ist.
[0025] Mittels der Vorrichtung lässt sich die Anlagenkomplexität und der für Bearbeitungs-
und/oder Prüfstationen benötigte Bauraum und Automatisierungsaufwand vorteilhafterweise
reduzieren. Die Erfindung ermöglicht daher ein variables, kundenorientiertes Inspektionskonzept
für Sicherheitsdokumente.
[0026] Durch die erfindungsgemäß vorgesehenen mindestens zwei optischen Erfassungseinrichtungen
kann vorteilhafterweise Platz für zusätzliche Vorrichtungen mit lediglich einer Erfassungseinrichtung
eingespart werden.
[0027] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die erste und die
zweite optische Erfassungseinrichtung in einem gemeinsamen Gehäuse bzw. auf einer
gemeinsamen Trägereinrichtung in einem Modul angeordnet sind.
[0028] Nach einer weiteren Ausführungsform ist die erste optische Erfassungseinrichtung
dazu eingerichtet, einen ersten Bereich des Sicherheitsdokuments in der ersten Richtung
optisch zu prüfen, wobei die zweite optische Erfassungseinrichtung dazu eingerichtet
ist, zusätzlich zur optischen Prüfung des ersten Bereichs mittels der ersten optischen
Erfassungseinrichtung einen zweiten Bereich des Sicherheitsdokuments in der zweiten
Richtung oder in der ersten Richtung von der anderen Seite optisch zu prüfen.
[0029] Insbesondere überlappt dabei der erste Bereich nicht mit dem zweiten Bereich. Vorzugsweise
sind der erste und der zweite Bereich zueinander beabstandet. Dabei kann z.B. der
erste Bereich des Sicherheitsdokuments in einer senkrecht zu der ersten Richtung erstreckten
Ebene positioniert sein und/ oder der zweite Bereich des Sicherheitsdokuments kann
in einer senkrecht zu der zweiten Richtung erstreckten Ebene positioniert sein.
[0030] Bei den Bereichen kann es sich z.B. um Seiten oder Buchdeckel eines Passbuches oder
um Abschnitte einer Seite oder eines Buchdeckels des Passbuches handeln.
[0031] Mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es vorteilhafterweise möglich, mehrere
Bereiche eines Sicherheitsdokuments in einem einzelnen Modul, insbesondere in nur
einem Prüfungsschritt, optisch zu prüfen. Dadurch können weitere Prüfungsmodule eingespart
werden, und es ergibt sich eine Platz-, Prüfzeit- und Kosteneinsparung.
[0032] Eine weitere Ausführungsform sieht vor, dass die Vorrichtung weiterhin eine dritte
optische Erfassungseinrichtung zur Erfassung optisch wahrnehmbarer Informationen aufweist,
die dazu eingerichtet ist, zusätzlich zur optischen Prüfung des Sicherheitsdokuments
mittels der ersten optischen Erfassungseinrichtung und zur optischen Prüfung des Sicherheitsdokuments
mittels der zweiten optischen Erfassungseinrichtung das Sicherheitsdokument, insbesondere
einen dritten Bereich des Sicherheitsdokuments, in einer von der ersten Richtung und
der zweiten Richtung abweichenden dritten Richtung oder in der ersten oder zweiten
Richtung von einer anderen Seite als die erste oder zweite optische Erfassungseinrichtung
optisch zu prüfen.
[0033] Dies hat den Vorteil, dass insbesondere ein weiterer Bereich des Sicherheitsdokuments
in einem Modul, insbesondere gleichzeitig mit den anderen Bereichen, optisch geprüft
werden kann. Hierdurch ergibt sich eine weitere Platz-, Prüfzeit- und Kosteneinsparung.
[0034] Gemäß einer weiteren Ausführungsform verläuft die erste Richtung winkelig, insbesondere
senkrecht, zu der zweiten Richtung, das heißt die erste Richtung verläuft unter einem
Winkel von 90° zu der zweiten Richtung.
[0035] Insbesondere verläuft die erste Richtung winkelig, insbesondere senkrecht, zu der
dritten Richtung. Weiterhin kann die zweite Richtung winkelig, insbesondere senkrecht,
zu der dritten Richtung verlaufen.
[0036] Eine senkrechte Anordnung der Richtungen kann z.B. dann vorteilhaft sein, wenn es
sich bei dem zu prüfenden Sicherheitsdokument um ein Passbuch handelt, dass derart
aufgeblättert ist, dass die Buchdeckel des Passbuches senkrecht zueinander angeordnet
sind. In diesem Fall können z.B. zwei verschiedene Seiten des Passbuchs, insbesondere
gleichzeitig, optisch geprüft werden.
[0037] Nach einer weiteren Ausführungsform ist die Vorrichtung zur optischen Prüfung dazu
eingerichtet, das Sicherheitsdokument gleichzeitig mittels der ersten optischen Erfassungseinrichtung
und der zweiten optischen Erfassungseinrichtung optisch zu prüfen. Dabei erfolgt insbesondere
eine gleichzeitige Prüfung mittels der ersten, zweiten und/oder dritten optischer
Erfassungseinrichtung. Alternativ kann natürlich auch die Prüfung mittels der ersten
und zweiten optischen Erfassungseinrichtung kurz nacheinander erfolgen.
[0038] Durch eine gleichzeitige oder nahezu gleichzeitige Prüfung wird vorteilhafterweise
Zeit bei der Prüfung des Sicherheitsdokuments eingespart.
[0039] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist die erste, zweite und/ oder dritte Erfassungseinrichtung
dazu eingerichtet, mittels von dem Sicherheitsdokument ausgestrahlten Lichts ein optisch
wahrnehmbares Merkmal, insbesondere ein Sicherheitsmerkmal, des Sicherheitsdokuments
zu erfassen.
[0040] Dabei ist ein optisch wahrnehmbares Merkmal jedes Merkmal des Sicherheitsdokuments,
das mittels von dem Sicherheitsdokument reflektierten, gestreuten, ausgestrahlten
oder transmittierten Lichts, insbesondere sichtbaren Lichts, ultravioletter Strahlung
bzw. ultravioletten Lichts und/ oder Infrarotstrahlung bzw. Infrarotlichts, von einem
geeigneten Sensor oder Detektor wahrnehmbar ist.
[0041] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Vorrichtung ist vorgesehen, dass die Vorrichtung
zur optischen Prüfung mindestens eine Lichtquelle zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments
mit sichtbarem Licht (auch als Weißlicht bezeichnet) aufweist, wobei die erste optische
Erfassungseinrichtung, die zweite optische Erfassungseinrichtung und/ oder die dritte
optische Erfassungseinrichtung dazu eingerichtet ist, das optisch wahrnehmbare Merkmal
mittels des von dem Sicherheitsdokument reflektierten, gestreuten und/ oder transmittierten
sichtbaren Lichts zu erfassen, so dass das Sicherheitsdokument mittels des sichtbaren
Lichts optisch geprüft werden kann.
[0042] Dabei bedeutet ,transmittiert' insbesondere, dass das Licht mindestens eine Öffnung
oder einen transparenten Bereich des Sicherheitsdokuments durchtritt.
[0043] Unter sichtbarem Licht bzw. Weißlicht ist im Zusammenhang der vorliegenden Spezifikation
elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge zwischen 380 nm und 780 nm zu verstehen.
[0044] Nach einer weiteren Ausführungsform ist/ sind die erste optische Erfassungseinrichtung,
die zweite optische Erfassungseinrichtung und/ oder die dritte optische Erfassungseinrichtung
dazu eingerichtet ist, das optisch wahrnehmbare Merkmal mittels einer von dem Sicherheitsdokument
ausgestrahlten Infrarotstrahlung zu erfassen, so dass das Sicherheitsdokument mittels
der ausgestrahlten Infrarotstrahlung optisch geprüft werden kann. Dabei weist die
Vorrichtung zur optischen Prüfung insbesondere eine Infrarotstrahlungsquelle auf,
die dazu ausgebildet bzw. eingerichtet ist, das Sicherheitsdokument mit Infrarotstrahlung
zu bestrahlen, so dass sich das Sicherheitsdokument erwärmt.
[0045] Unter dem Begriff Infrarotstrahlung bzw. Infrarotlicht (auch als IR-Licht bzw. IR-Strahlung
bezeichnet) ist im Zusammenhang der vorliegenden Spezifikation elektromagnetische
Strahlung mit einer Wellenlänge von 780 nm bis einschließlich 1 mm zu verstehen.
[0046] Dabei kann eine Strahlungsquelle zum Bestrahlen des Sicherheitsdokuments mit Infrarotstrahlung
bzw. Infrarotlicht vorgesehen sein, wobei verschiedene Bereiche des Sicherheitsdokuments
sich durch die Bestrahlung mit der Infrarotstrahlung unterschiedlich stark erwärmen,
insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Materialzusammensetzung dieser Bereiche.
Die verschiedenen Bereiche des erwärmten Sicherheitsdokuments strahlen dann Infrarotstrahlung
mit unterschiedlicher Wellenlänge und/oder unterschiedlicher Intensität aus, wobei
die Infrarotstrahlung von der ersten, zweiten und/ oder dritten optischen Erfassungseinrichtung
erfasst und zur optischen Prüfung des Sicherheitsdokuments verwendet wird. Hierbei
dient das Bestrahlen mit dem Infrarotlicht insbesondere dazu, ein thermisches Ungleichgewicht
zwischen den verschiedenen Bereichen des Sicherheitsdokuments herzustellen.
[0047] Alternativ kann das thermische Ungleichgewicht auch auf eine andere Weise erzeugt
werden, z.B. durch direktes Erwärmen (über Wärmeleitung) oder durch Überführen des
Sicherheitsdokuments von einer wärmeren Umgebung in eine kältere Umgebung.
[0048] Insbesondere kann auch ein Bearbeitungsschritt des Sicherheitsdokuments, z.B. ein
Druckvorgang oder eine Perforation, dazu führen, dass verschiedene Bereiche des Sicherheitsdokuments
unterschiedlich stark erwärmt werden. Insbesondere dann, wenn das Sicherheitsdokument
unmittelbar nach einem solchen Bearbeitungsschritt mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur optischen Prüfung geprüft wird, kann die von den verschiedenen Bereichen des Sicherheitsdokuments
mit unterschiedlicher Wellenlänge und/oder unterschiedlicher Intensität ausgestrahlte
Infrarotstrahlung zur optischen Prüfung des Sicherheitsdokuments verwendet werden.
[0049] Ferner kann z.B. auch ein RFID-Transponder des Sicherheitsdokuments durch Wirkung
eines elektromagnetischen Wechselfeldes, z.B. eines geeigneten Lesegeräts, derart
mit Energie versorgt werden, dass sich der RFID-Transponder erwärmt. Die Wärmestrahlung
des im Vergleich zu dem übrigen Sicherheitsdokument wärmeren RFID-Transponders kann
dann mittels der entsprechend konfigurierten optischen Erfassungseinrichtung erfasst
werden.
[0050] Bei der optischen Erfassungseinrichtung handelt es sich bei einer optischen Prüfung
mittels Infrarotstrahlung insbesondere um eine Wärmebildkamera.
[0051] Insbesondere ist die Lichtquelle zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments mit Infrarotlicht
auch zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments mit dem sichtbaren Licht eingerichtet,
das heißt dieselbe Lichtquelle wird zum Erzeugen des sichtbaren Lichts und des Infrarotlichts
genutzt. Dabei ist vorzugsweise eine Schaltvorrichtung zum Umschalten zwischen der
Erzeugung des sichtbaren Lichts und des Infrarotlichts vorgesehen. Alternativ dazu
kann die Vorrichtung zur optischen Prüfung natürlich auch eine Weißlichtquelle zum
Beleuchten des Sicherheitsdokuments mit dem sichtbaren Licht und eine separate Infrarotlichtquelle
zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments mit dem Infrarotlicht aufweisen.
[0052] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist die Vorrichtung zur optischen Prüfung
mindestens eine Lichtquelle zum Bestrahlen des Sicherheitsdokuments mit ultraviolettem
Licht bzw. ultravioletter Strahlung auf, wobei die erste optische Erfassungseinrichtung,
die zweite optische Erfassungseinrichtung und/ oder die dritte optische Erfassungseinrichtung
dazu eingerichtet ist/sind, das optisch wahrnehmbare Merkmal mittels aufgrund der
Bestrahlung mit dem ultravioletten Licht von dem Sicherheitsdokument ausgestrahlten
Lichts zu erfassen, so dass das Sicherheitsdokument mittels des ausgestrahlten Lichts
optisch geprüft werden kann.
[0053] Unter ultraviolettem Licht bzw. ultravioletter Strahlung (UV-Licht bzw. UV-Strahlung)
ist im Zusammenhang der vorliegenden Spezifikation elektromagnetische Strahlung mit
einer Wellenlänge von 1 nm bis einschließlich 380 nm zu verstehen.
[0054] Von dem Sicherheitsdokument wird hier vorzugsweise sichtbares Licht ausgestrahlt.
Alternativ kann auch UV-Licht von dem Sicherheitsdokument ausgestrahlt werden. Bei
dem ausgestrahlten UV-Licht kann es sich z.B. um von dem Sicherheitsdokument gestreutes,
reflektiertes und/ oder transmittiertes UV-Licht handeln.
[0055] Dabei kann z.B. das Sicherheitsdokument, insbesondere an bestimmten Positionen (z.B.
in Form lumineszierender Buchstaben oder Melierfasern), eine lumineszierende Substanz
enthalten, welche bei Bestrahlung mit UV-Licht sichtbares Licht ausstrahlt, welches
von der ersten, zweiten und/ oder dritten Erfassungseinrichtung erfasst wird. Eine
lumineszierende Substanz kann z.B. eine fluoreszierende oder phosphoreszierende Substanz
sein.
[0056] Die Lichtquelle zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments mit dem ultravioletten Licht
ist insbesondere auch zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments mit dem sichtbaren Licht
eingerichtet, das heißt dieselbe Lichtquelle wird zum Erzeugen des sichtbaren Lichts
und des UV-Lichts genutzt. Ebenso kann die Lichtquelle zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments
mit dem ultravioletten Licht auch zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments mit dem
Infrarotlicht eingerichtet sein. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass die
Lichtquelle zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments mit dem UV-Licht sowohl zum Beleuchten
des Sicherheitsdokuments mit dem sichtbaren Licht als auch zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments
mit dem Infrarotlicht eingerichtet ist. Dabei ist vorzugsweise eine Schaltvorrichtung
zum Umschalten zwischen der Erzeugung des sichtbaren Lichts, des UV-Lichts und/oder
des Infrarotlichts vorgesehen. Alternativ dazu kann die Vorrichtung zur optischen
Prüfung natürlich auch eine Weißlichtquelle zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments
mit dem sichtbaren Licht und eine separate UV-Lichtquelle zum Beleuchten des Sicherheitsdokuments
mit dem UV-Licht bzw. jeweils mindestens eine separate Weißlichtquelle, Infrarotlichtquelle
und/ oder UV-Lichtquelle aufweisen.
[0057] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur optischen Prüfung eines
Sicherheitsdokuments mittels einer Vorrichtung zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments
gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung, wobei ein Sicherheitsdokument, insbesondere
ein Passbuch, der Vorrichtung zur optischen Prüfung zugeführt wird, und wobei das
Sicherheitsdokument mittels der ersten optischen Erfassungseinrichtung in der ersten
Richtung optisch geprüft wird, und wobei das Sicherheitsdokument mittels der zweiten
optischen Erfassungseinrichtung in der zweiten Richtung oder in der ersten Richtung
von der anderen Seite optisch geprüft wird, wobei insbesondere das Sicherheitsdokument
mittels der dritten optischen Erfassungseinrichtung in der dritten Richtung oder in
der ersten oder zweiten Richtung von der anderen Seite optisch geprüft wird.
[0058] Dabei kann die jeweilige optische Prüfung zeitabschnittsweise versetzt und/oder auch
gleichzeitig durchgeführt werden.
[0059] Das Verfahren ist dabei derart ausgestaltet, dass die mehreren optischen Prüfungen
an einem in bzw. an der Vorrichtung verbleibenden Sicherheitsdokument durchgeführt
werden. Das bedeutet, dass das Sicherheitsdokument zwischen den einzelnen optischen
Prüfungen nicht aus bzw. von der Vorrichtung entfernt wird, sondern vorzugsweise weiterhin
in einem Halter zur Fixierung des Sicherheitsdokuments an bzw. in der Vorrichtung
positioniert verbleibt und in dieser Position die optischen Prüfungen am Sicherheitsdokument
durchgeführt werden.
[0060] Gemäß einer Ausführungsform des Verfahrens wird mittels der ersten optischen Erfassungseinrichtung
ein erster Bereich des Sicherheitsdokuments optisch geprüft, wobei mittels der zweiten
optischen Erfassungseinrichtung zusätzlich zur optischen Prüfung des ersten Bereichs
ein zweiter Bereich des Sicherheitsdokuments optisch geprüft wird, und wobei insbesondere
zusätzlich zur optischen Prüfung des ersten Bereichs und des zweiten Bereichs mittels
der dritten optischen Erfassungseinrichtung ein dritter Bereich des Sicherheitsdokuments
optisch geprüft wird.
[0061] Insbesondere können dabei einzelne Prüfvorgänge gleichzeitig erfolgen.
[0062] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird mittels von dem Sicherheitsdokument
ausgestrahlten Lichts ein optisch wahrnehmbares Merkmal, insbesondere ein Sicherheitsmerkmal,
des Sicherheitsdokuments erfasst.
[0063] Nach einer weiteren Ausführungsform wird das Sicherheitsdokument mit sichtbarem Licht
beleuchtet, wobei ein optisch wahrnehmbares Merkmal mittels des von dem Sicherheitsdokument
reflektierten, gestreuten und/ oder transmittierten sichtbaren Lichts erfasst wird,
so dass das Sicherheitsdokument mittels des sichtbaren Lichts optisch geprüft wird.
[0064] Eine weitere Ausführungsform des Verfahrens sieht vor, dass ein optisch wahrnehmbares
Merkmal mittels einer von dem Sicherheitsdokument ausgestrahlten Infrarotstrahlung
erfasst wird, so dass das Sicherheitsdokument mittels der Infrarotstrahlung optisch
geprüft wird. Insbesondere wird das Sicherheitsdokument vor Erfassung der Infrarotstrahlung
erwärmt oder das Sicherheitsdokument wird von einer wärmeren in eine kältere Umgebung
überführt. Dabei wird insbesondere das Sicherheitsdokument vor Erfassung der Infrarotstrahlung
mit Infrarotstrahlung bestrahlt.
[0065] Nach einer weiteren Ausführungsform wird das Sicherheitsdokument vor der Erfassung
der Infrarotstrahlung derart bearbeitet, dass sich das Sicherheitsdokument erwärmt.
Eine solche Bearbeitung kann z.B. ein Bedrucken oder eine Laserperforation des Sicherheitsdokuments
sein.
[0066] Das Sicherheitsdokument kann mit ultraviolettem Licht bestrahlt werden, wobei ein
optisch wahrnehmbares Merkmal mittels von dem Sicherheitsdokument aufgrund der Bestrahlung
mit dem ultravioletten Licht ausgestrahlten Lichts erfasst wird, so dass das Sicherheitsdokument
mittels des ausgestrahlten Lichts optisch geprüft wird. Bei dem aufgrund der Bestrahlung
mit dem ultravioletten Licht ausgestrahlten Licht kann es sich z.B. um Lumineszenzlicht
einer lumineszierenden Substanz handeln, welche durch das UV-Licht angeregt wird.
[0067] In einer alternativen Verfahrensweise wird das Sicherheitsdokument mit sichtbarem
Licht beleuchtet, wobei ein optisch wahrnehmbares Merkmal mittels des von dem Sicherheitsdokument
reflektierten, gestreuten und/ oder transmittierten sichtbaren Lichts erfasst wird,
und es wird, insbesondere vor oder nach der Beleuchtung mit dem sichtbaren Licht und
der Erfassung des sichtbaren Lichts, ein optisch wahrnehmbares Merkmal mittels einer
von dem Sicherheitsdokument ausgestrahlten Infrarotstrahlung erfasst.
[0068] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird das Sicherheitsdokument
mit sichtbarem Licht beleuchtet, wobei ein optisch wahrnehmbares Merkmal mittels des
von dem Sicherheitsdokument reflektierten, gestreuten und/ oder transmittierten sichtbaren
Lichts erfasst wird, und es wird, insbesondere vor oder nach der Beleuchtung mit dem
sichtbaren Licht und der Erfassung des sichtbaren Lichts, das Sicherheitsdokument
mit ultraviolettem Licht bestrahlt, wobei ein optisch wahrnehmbares Merkmal mittels
von dem Sicherheitsdokument aufgrund der Bestrahlung mit dem ultravioletten Licht
ausgestrahlten Lichts erfasst wird.
[0069] Es kann ein ein optisch wahrnehmbares Merkmal mittels einer von dem Sicherheitsdokument
ausgestrahlten Infrarotstrahlung erfasst werden, wobei, insbesondere vor oder nach
der Erfassung der Infrarotstrahlung, das Sicherheitsdokument mit ultraviolettem Licht
bestrahlt wird, wobei ein optisch wahrnehmbares Merkmal mittels von dem Sicherheitsdokument
aufgrund der Bestrahlung mit dem ultravioletten Licht ausgestrahlten Lichts erfasst
wird.
[0070] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird das Sicherheitsdokument
mit sichtbarem Licht beleuchtet, wobei ein optisch wahrnehmbares Merkmal mittels des
von dem Sicherheitsdokument reflektierten, gestreuten und/ oder transmittierten sichtbaren
Lichts erfasst wird, und es wird, insbesondere vor oder nach der Beleuchtung mit dem
sichtbaren Licht und der Erfassung des sichtbaren Lichts, ein optisch wahrnehmbares
Merkmal mittels einer von dem Sicherheitsdokument ausgestrahlten Infrarotstrahlung
erfasst, und wobei, insbesondere vor oder nach der Beleuchtung mit dem sichtbaren
Licht und der Erfassung des sichtbaren Lichts und vor oder nach der Erfassung der
Infrarotstrahlung, das Sicherheitsdokument mit ultraviolettem Licht bestrahlt wird,
wobei ein optisch wahrnehmbares Merkmal mittels von dem Sicherheitsdokument aufgrund
der Bestrahlung mit dem ultravioletten Licht ausgestrahlten Lichts erfasst wird.
[0071] Das heißt, in diesem Fall wird seriell, also zeitlich nacheinander eine optische
Prüfung mittels sichtbarem Licht, Infrarotstrahlung und UV-Licht durchgeführt, es
werden also mehrere Arten der Inspektion seriell durchgeführt.
[0072] Dabei ist die Durchführung des Verfahrens nicht auf die dargestellte Reihenfolge
eingeschränkt, sondern die einzelnen, in der Art des Lichtes sich unterscheidenden
Prüfungen können auch in anderer Reihenfolge bzw. zumindest teilweise gleichzeitig
durchgeführt werden.
[0073] Vorteilhafterweise erlaubt dies, verschiedenste optisch wahrnehmbare Merkmale des
Sicherheitsdokuments mittels eines einzigen Prüfmoduls auch mittels verschiedener
Arten von Licht zu erfassen.
[0074] Das Sicherheitsdokument ist gemäß einer weiteren Ausführungsform ein Buchdokument,
insbesondere ein Passbuch, z.B. ein Reisepass, wobei das Buchdokument einen Bucheinband
mit einem ersten Buchdeckel und einem an einem Buchrücken mit dem ersten Buchdeckel
klappbar bzw. faltbar verbundenen zweiten Buchdeckel sowie mindestens eine mit dem
Buchrücken verbundene zwischen dem ersten Buchdeckel und dem zweiten Buchdeckel anordenbare
Seite aufweist.
[0075] Dabei kann die mindestens eine Seite aus einem beliebigen Material, insbesondere
Papier oder einem Kunststoff, bestehen. Abhängig von Material und Dicke kann die Seite
eine unterschiedliche Festigkeit bzw. Biegesteifigkeit aufweisen. Natürlich kann das
Buchdokument gemäß einer Ausführungsform sowohl Papierseiten als auch Seiten aus Kunststoff
aufweisen.
[0076] Gemäß einer Ausführungsform umfasst die mindestens eine Seite des Buchdokuments den
ersten, mittels der der ersten optischen Erfassungseinrichtung zu überprüfenden, Bereich.
[0077] Dabei kann mindestens eine Seite auch eine Kunststoff-Karte mit integriertem Chip
sein.
[0078] Insbesondere kann der erste oder zweite Buchdeckel des Buchdokuments den zweiten,
mittels der zweiten optischen Erfassungseinrichtung zu überprüfenden, Bereich umfassen
wobei insbesondere der erste oder zweite Buchdeckel des Buchdokuments auch den dritten
Bereich umfasst.
[0079] Dabei können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren die optisch wahrnehmbaren Merkmale
mehrerer Seiten und/ oder Buchdeckel eines Sicherheitsdokuments, insbesondere gleichzeitig,
mittels einer einzigen Vorrichtung optisch geprüft werden. Z.B. können insbesondere
gleichzeitig die Sicherheitsmerkmale der Titelseite und der Datenseite eines Passbuchs
sowie die Perforation der Seriennummer auf dem hinteren Buchdeckel des Passbuchs geprüft
werden.
[0080] Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird das Sicherheitsdokument mittels der Vorrichtung
zur optischen Prüfung optisch geprüft, wobei das Sicherheitsdokument nach der optischen
Prüfung, insbesondere zur Durchführung eines Bearbeitungsschrittes, von der Vorrichtung
zur optischen Prüfung weggeführt wird, und wobei das Sicherheitsdokument, insbesondere
nach der Durchführung des Bearbeitungsschrittes, der Vorrichtung zur optischen Prüfung
erneut zugeführt wird, und wobei das Sicherheitsdokument nach der erneuten Zuführung
erneut mittels der Vorrichtung zur optischen Prüfung optisch geprüft wird. Die Vorrichtung
zur optischen Prüfung bzw. die Prüfstation wird also wiederholt angefahren.
[0081] Das bedeutet, dass in einem ersten Prüfvorgang das Sicherheitsdokument durch wenigstens
einen optischen Prüfvorgang mittels einer oder mehrerer optischer Erfassungseinrichtungen
geprüft wird, sodann zur weiteren Be- bzw. Verarbeitung von der Vorrichtung entfernt
wird und zu einem späteren Zeitpunkt wieder der Vorrichtung zugeführt wird und in
bzw. an der Vorrichtung ein weiterer Prüfvorgang vorgenommen wird.
[0082] Somit kann ein und dieselbe erfindungsgemäße Vorrichtung vorteilhafterweise für verschiedene
Prüfvorgänge z.B. nach verschiedenen Bearbeitungsschritten eingesetzt werden.
[0083] Entsprechend müssen in einem Gesamtsystem zur Herstellung von Sicherheitsdokumenten,
insbesondere Passbüchern, keine mehreren Module zur Überprüfung des Sicherheitsdokumentes
angeordnet werden, sondern es reicht die Anordnung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
sowie der mehrfachen Zu- bzw. Abführung des Dokumentes zu dieser Vorrichtung, um alle
relevanten Prüfvorgänge realisieren zu können. Ein dritter Aspekt der Erfindung betrifft
ein System zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments, aufweisend mindestens
eine Vorrichtung zur Bearbeitung eines Sicherheitsdokuments und eine Vorrichtung zur
optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung,
wobei das System zur optischen Prüfung eine Transportvorrichtung aufweist, die dazu
eingerichtet ist, ein Sicherheitsdokument zwischen der Vorrichtung zur Bearbeitung
und der Vorrichtung zur optischen Prüfung zu bewegen, so dass das Sicherheitsdokument
nach der Durchführung eines Bearbeitungsschrittes durch die Vorrichtung zur Bearbeitung
mittels der Transportvorrichtung der Vorrichtung zur optischen Prüfung zuführbar ist
und das Sicherheitsdokument mittels der Vorrichtung zur optischen Prüfung optisch
prüfbar ist und/ oder so dass das Sicherheitsdokument nach der optischen Prüfung der
Vorrichtung zur Bearbeitung zuführbar ist und das Sicherheitsdokument mittels der
Vorrichtung zur Bearbeitung bearbeitet werden kann.
[0084] Im Folgenden werden weitere Aspekte der Erfindung anhand einer Figur beschrieben,
aus der weitere Ausführungsformen und Vorteile abgeleitet werden können.
[0085] Dabei zeigt die
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur optischen
Prüfung eines Sicherheitsdokuments.
[0086] Die Figur 1 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Vorrichtung 1 zur optischen
Prüfung eines Sicherheitsdokuments gemäß der vorliegenden Erfindung. Die Vorrichtung
1 weist ein Gehäuse 100 auf, das über Schienen 80, insbesondere beweglich, auf einer
Grundplatte 70 angeordnet ist. Weiterhin sind an der Grundplatte 70 insbesondere Kabelkanäle
90 zum Aufnehmen Leitungen, z.B. elektrischen Leistungen oder pneumatischen Leitungen,
vorgesehen.
[0087] Weiterhin ist in Fig. 1 ein Sicherheitsdokument 2, insbesondere ein Passbuch, mit
einem Bucheinband 3 dargestellt, wobei der Bucheinband 3 einen ersten Buchdeckel 4
und einen an einem Buchrücken 5 mit dem ersten Buchdeckel 4 verbundenen zweiten Buchdeckel
6 aufweist. Zwischen den Buchdeckeln 4,6 sind mit dem Buchrücken 5 verbundene Seiten
7 angeordnet. Insbesondere handelt es sich bei mindestens einer Seite 7 um eine Kunststoffkarte,
wobei weitere Seiten 7 aus Papier gebildet sind.
[0088] Das Sicherheitsdokument 2 ist derart an einem Niederhalter 60 der Vorrichtung 1 zur
optischen Prüfung angeordnet, dass das Sicherheitsdokument 2 aufgeblättert ist, wobei
der erste Buchdeckel 4 in einer ersten Ebene positioniert ist, die senkrecht zu einer
von dem zweiten Buchdeckel 6 gebildeten zweiten Ebene verläuft. Die erste Ebene verläuft
dabei in dem hier gezeigten Beispiel vertikal, das heißt hochkant, und die zweite
Ebene verläuft horizontal.
[0089] Die Vorrichtung 1 zur optischen Prüfung weist eine erste optische Erfassungseinrichtung
10 zur Erfassung optisch wahrnehmbarer Informationen, die hier insbesondere als Kamera
ausgebildet ist. Die erste optische Erfassungseinrichtung 10 ist gemeinsam mit zwei
als Flächenstrahler ausgebildeten ersten Lichtquellen 40a zum Beleuchten bzw. Bestrahlen
des Sicherheitsdokuments 2 an einer Haltevorrichtung 12 montiert.
[0090] Weiterhin ist eine als Leuchtdiodenfeld ausgebildete zweite Lichtquelle 40b zum Beleuchten
bzw. Bestrahlen des Sicherheitsdokuments 2 sowie eine dritte Lichtquelle 40c zum Beleuchten
bzw. Bestrahlen des Sicherheitsdokuments 2 vorgesehen.
[0091] Dabei wird vorzugsweise von den ersten Lichtquellen 40a hauptsächlich der erste Bereich
B1 des Sicherheitsdokuments 2 beleuchtet bzw. bestrahlt, während die zweite Lichtquelle
40b hauptsächlich den zweiten Bereich B2 beleuchtet bzw. bestrahlt und die dritte
Lichtquelle 40c hauptsächlich den dritten Bereich B3 beleuchtet bzw. bestrahlt.
[0092] Eine Kameralinse 11 der ersten optischen Erfassungseinrichtung 10 ist dabei derart
ausgerichtet, dass ein erster Bereich B1, hier eine Seite 7, des Sicherheitsdokuments
2 von der ersten optischen Erfassungsreinrichtung 10 in einer ersten Richtung r1 optisch
geprüft werden kann. Dabei werden in dem ersten Bereich B1 angeordnete optisch wahrnehmbare
Merkmale, insbesondere Sicherheitsmerkmale, z.B. Guillochen, Holgramme, Wasserzeichen
oder eine Seriennummer, von der ersten optischen Erfassungseinrichtung 10 erfasst.
[0093] Die erste Richtung r1 verläuft hier entlang einer Linie von der Kameralinse 11 zu
dem ersten Bereich B1 des Sicherheitsdokuments.
[0094] Bei dem ersten Bereich B1 kann es sich z.B. um die sogenannte Titelseite eines deutschen
Reisepasses oder um eine Papierseite handeln.
[0095] Die erste optische Erfassungseinrichtung 10 kann dazu eingerichtet sein, sichtbares
Licht, Infrarotstrahlung und/ oder UV-Licht zu erfassen. Das heißt, es kann in der
ersten optischen Erfassungseinrichtung 10 z.B. eine Wärmebildkamera mit einer herkömmlichen
Weißlichtkamera kombiniert sein.
[0096] Dementsprechend können auch die ersten Lichtquellen 40a, welche den ersten Bereich
B1 hauptsächlich beleuchten, dazu ausgebildet sein, das Sicherheitsdokument 2 mit
sichtbarem Licht, Infrarotstrahlung und/ oder UV-Licht zu beleuchten bzw. bestrahlen.
[0097] Im Fall einer Beleuchtung mit sichtbarem Licht können z.B. im sichtbaren Bereich
wahrnehmbare Sicherheitsmerkmale wie Guillochen oder Mikroschriften von der ersten
optischen Erfassungseinrichtung 10 erfasst werden.
[0098] Dabei wird insbesondere von der ersten optischen Erfassungseinrichtung ein Bild des
Sicherheitsdokuments aufgenommen.
[0099] Wenn das Sicherheitsdokument 2 z.B. mittels der ersten Lichtquellen 40a mit UV-Licht
bestrahlt wird, können insbesondere unter UV-Licht lumineszierende Sicherheitsmerkmale
durch das aufgrund der Anregung durch das UV-Licht ausgestrahlte sichtbare Licht von
der ersten optischen Erfassungseinrichtung 10 erfasst und geprüft werden.
[0100] Bei einer Bestrahlung mit Infrarotlicht erwärmen sich Bereiche des Sicherheitsdokuments
2, die aus unterschiedlichen Materialien gebildet sind, insbesondere unterschiedlich
schnell bzw. unterschiedlich stark. Infolgedessen strahlen die unterschiedlichen Bereiche
Infrarotstrahlung unterschiedlicher Intensität und/ oder Wellenlänge aus. Wenn die
erste optische Erfassungseinrichtung 10 z.B. als Wärmebildkamera ausgebildet ist,
kann diese Infrarotstrahlung z.B. als Wärmebild des Sicherheitsdokuments 2 erfasst
werden.
[0101] Die Vorrichtung 1 zur optischen Prüfung weist weiterhin eine zweite optische Erfassungseinrichtung
20 zur Erfassung optisch wahrnehmbarer Informationen, die hier insbesondere als Kamera
mit einer zweiten Kameralinse 21 ausgebildet ist. Die zweite optische Erfassungseinrichtung
20 ist dabei derart angeordnet, dass das Sicherheitsdokument 2 entlang einer zwischen
der zweiten Kameralinse 21 und dem Sicherheitsdokument 2 verlaufenden zweiten Richtung
r2 ein zweiter Bereich B2 des Sicherheitsdokuments 2 mittels der zweiten optischen
Erfassungseinrichtung 20 optisch geprüft werden kann. Dabei wird der zweite Bereich
B2 insbesondere hauptsächlich von der zweiten Lichtquelle 40b beleuchtet bzw. bestrahlt.
Die zweite Richtung r2 verläuft dabei in dem hier gezeigten Beispiel senkrecht zu
der ersten Richtung r1.
[0102] Bei dem zweiten Bereich B2 des Sicherheitsdokuments 2 handelt es sich insbesondere
um eine Datenseite eines deutschen Reisepasses.
[0103] Die zweite optische Erfassungseinrichtung 20 kann ebenfalls zum Erfassen von sichtbarem
Licht, Infrarotstrahlung und/ oder UV-Licht ausgebildet sein. Entsprechend kann auch
die zweite Lichtquelle 40b dazu eingerichtet sein, das Sicherheitsdokument mit sichtbarem
Licht, Infrarotstrahlung und/oder UV-Licht zu beleuchten.
[0104] Weiterhin weist die Vorrichtung 1 zur optischen Prüfung eine dritte optische Erfassungseinrichtung
30 auf, die ebenfalls insbesondere als Kamera mit einer dritten Kameralinse 31 ausgebildet.
[0105] Die dritte optische Erfassungseinrichtung 30 ist hier mit ihrer dritten Kameralinse
31 entlang der zweiten Richtung r2 ausgerichtet. Allerdings ist ein zwischen der dritten
optischen Erfassungseinrichtung 30 und einem dritten Bereich B3 des Sicherheitsdokuments
2 positionierter Spiegel 50 vorgesehen, der derart angeordnet ist, dass der dritte
Bereich B3 entlang einer dritten Richtung r3 mittels der dritten optischen Erfassungseinrichtung
30 optisch prüfbar ist. Dabei wird der dritte Bereich B3 insbesondere von der dritten
Lichtquelle 40c beleuchtet bzw. bestrahlt.
[0106] Die dritte optische Erfassungseinrichtung 30 kann ebenfalls zum Erfassen von sichtbarem
Licht, Infrarotstrahlung und/ oder UV-Licht ausgebildet sein. Entsprechend kann auch
die dritte Lichtquelle 40c dazu eingerichtet sein, das Sicherheitsdokument mit sichtbarem
Licht, Infrarotstrahlung und/oder UV-Licht zu beleuchten.
[0107] Bei dem dritten Bereich B3 des Sicherheitsdokuments 2 kann es sich z.B. um einen
zweiten Buchdeckel 6 handeln. Im Fall eines Reisepasses kann dieser Buchdeckel 6 z.B.
als Sicherheitsmerkmal eine Perforation einer Seriennummer aufweisen. Diese kann insbesondere
von der dritten optischen Erfassungseinrichtung 30 bei Beleuchtung mit sichtbarem
Licht erfasst werden.
[0108] Bei einem beispielhaften mit der Vorrichtung 1 zur optischen Prüfung durchgeführten
erfindungsgemäßen Verfahren zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments 2 kann
das Sicherheitsdokument 2 z.B. der Vorrichtung 1 nach einem Bearbeitungsschritt (z.B.
dem Einbringen bzw. Aufbringen eines Sicherheitsmerkmals) zugeführt werden.
[0109] Dann kann das Sicherheitsdokument 2 z.B. mittels der ersten, zweiten und/oder dritten
Lichtquelle 40a, 40b, 40c mit sichtbarem Licht beleuchtet werden und es können insbesondere
gleichzeitig mittels der ersten, zweiten und/oder dritten optischen Erfassungseinrichtung
10,20,30 Sicherheitsmerkmale des ersten, zweiten und/oder dritten Bereichs B1 ,B2,B3
erfasst werden.
[0110] Anschließend kann das Sicherheitsdokument 2 z.B. mit Infrarotlicht bestrahlt werden
und es können wiederum entsprechende Sicherheitsmerkmale mittels der ersten, zweiten
und/oder dritten optischen Erfassungseinrichtung 10,20,30 erfasst werden.
[0111] Schließlich kann das Sicherheitsdokument 2 mit UV-Licht bestrahlt werden und es können
z.B. lumineszierende Sicherheitsmerkmale durch das ausgestrahlte sichtbare Licht mittels
der ersten, zweiten und/oder dritten optischen Erfassungseinrichtung 10,20,30 erfasst
werden.
[0112] Dann kann das Sicherheitsdokument 2 einem weiteren Bearbeitungsschritt zugeführt
werden und die Vorrichtung 1 zur optischen Prüfung kann erneut für eine weitere Prüfung
angefahren werden.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Vorrichtung zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments |
| 2 |
Sicherheitsdokument, insbesondere Passbuch |
| 3 |
Bucheinband |
| 4 |
Erster Buchdeckel |
| 5 |
Buchrücken |
| 6 |
Zweiter Buchdeckel |
| 7 |
Seite |
| 10 |
Erste optische Erfassungseinrichtung |
| 11 |
Erste Kameralinse |
| 12 |
Haltevorrichtung |
| 20 |
Zweite optische Erfassungseinrichtung |
| 21 |
Zweite Kameralinse |
| 30 |
Dritte optische Erfassungseinrichtung |
| 31 |
Dritte Kameralinse |
| 40 |
Lichtquelle |
| 40a |
Erste Lichtquelle, Flächenstrahler |
| 40b |
Zweite Lichtquelle, Leuchtdiodenfeld |
| 40c |
Dritte Lichtquelle |
| 50 |
Spiegel |
| 60 |
Niederhalter |
| 70 |
Grundplatte |
| 80 |
Schiene |
| 90 |
Kabelkanal |
| 100 |
Gehäuse |
| r1 |
Erste Richtung |
| r2 |
Zweite Richtung |
| r3 |
Dritte Richtung |
| B1 |
Erster Bereich |
| B2 |
Zweiter Bereich |
| B3 |
Dritter Bereich |
1. Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2), insbesondere
eines Passbuches, umfassend
- eine erste optische Erfassungseinrichtung (10) zur Erfassung optisch wahrnehmbarer
Informationen, insbesondere eines oder mehrerer optisch wahrnehmbarer Merkmale, die
dazu eingerichtet ist, ein Sicherheitsdokument (2) in einer ersten Richtung (r1) optisch
zu prüfen, und
- mindestens eine zweite optische Erfassungseinrichtung (20) zur Erfassung optisch
wahrnehmbarer Informationen, die dazu eingerichtet ist, das Sicherheitsdokument (2)
in einer von der ersten Richtung (r1) abweichenden zweiten Richtung (r2) oder in der
ersten Richtung (r1) von einer anderen Seite als die erste optische Erfassungseinrichtung
(10) optisch zu prüfen.
2. Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste optische Erfassungseinrichtung (10) dazu eingerichtet ist, einen ersten
Bereich (B1) des Sicherheitsdokuments (2) in der ersten Richtung (r1) optisch zu prüfen,
und wobei die zweite optische Erfassungseinrichtung (20) dazu eingerichtet ist, zusätzlich
zur optischen Prüfung des ersten Bereichs (B1) mittels der ersten optischen Erfassungseinrichtung
(10) einen zweiten Bereich (B2) des Sicherheitsdokuments (2) in der zweiten Richtung
(r2) oder in der ersten Richtung (r1) von der anderen Seite optisch zu prüfen.
3. Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) nach mindestens
einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung weiterhin eine dritte optische Erfassungseinrichtung
(30) zur Erfassung optisch wahrnehmbarer Informationen aufweist, die dazu eingerichtet
ist, zusätzlich zur optischen Prüfung des Sicherheitsdokuments (2) mittels der ersten
optischen Erfassungseinrichtung (10) und zur optischen Prüfung des Sicherheitsdokuments
(2) mittels der zweiten optischen Erfassungseinrichtung (20) das Sicherheitsdokument
(2), insbesondere einen dritten Bereich (B3) des Sicherheitsdokuments (2), in einer
von der ersten Richtung (r1) und der zweiten Richtung (r2) abweichenden dritten Richtung
(r3) oder in der ersten oder zweiten Richtung (r1,r2) von einer anderen Seite als
die erste oder zweite optische Erfassungseinrichtung (10,20) optisch zu prüfen.
4. Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) nach mindestens
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung dazu eingerichtet ist, das Sicherheitsdokument
(2) gleichzeitig mittels der ersten optischen Erfassungseinrichtung (10) und der zweiten
optischen Erfassungseinrichtung (20) optisch zu prüfen.
5. Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) nach mindestens
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung mindestens eine Lichtquelle (40) zum Beleuchten
des Sicherheitsdokuments (2) mit sichtbarem Licht aufweist, wobei die erste optische
Erfassungseinrichtung (10), die zweite optische Erfassungseinrichtung (20) und/ oder
die dritte optische Erfassungseinrichtung (30) dazu eingerichtet ist, das optisch
wahrnehmbare Merkmal mittels des von dem Sicherheitsdokument (2) reflektierten, gestreuten
und/ oder transmittierten sichtbaren Lichts zu erfassen.
6. Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) nach mindestens
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste optische Erfassungseinrichtung (10), die zweite optische Erfassungseinrichtung
(20) und/ oder die dritte optische Erfassungseinrichtung (30) dazu eingerichtet ist,
das optisch wahrnehmbare Merkmal mittels einer von dem Sicherheitsdokument (2) ausgestrahlten
Infrarotstrahlung zu erfassen.
7. Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) nach mindestens
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung mindestens eine Lichtquelle (40) zum Bestrahlen
des Sicherheitsdokuments (2) mit ultraviolettem Licht aufweist, wobei die erste optische
Erfassungseinrichtung (10), die zweite optische Erfassungseinrichtung (20) und/ oder
die dritte optische Erfassungseinrichtung (30) dazu eingerichtet ist, das optisch
wahrnehmbare Merkmal mittels aufgrund der Bestrahlung mit dem ultravioletten Licht
von dem Sicherheitsdokument (2) ausgestrahlten Lichts zu erfassen.
8. Verfahren zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) mittels einer Vorrichtung
(1) zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) gemäß mindestens einem der
Ansprüche 1 bis 7, wobei ein Sicherheitsdokument (2), insbesondere ein Passbuch, der
Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung zugeführt wird, und wobei das Sicherheitsdokument
(2) mittels der ersten optischen Erfassungseinrichtung (10) in der ersten Richtung
(r1) optisch geprüft wird, und wobei das Sicherheitsdokument (2) mittels der zweiten
optischen Erfassungseinrichtung (20) in der zweiten Richtung (r2) oder in der ersten
Richtung (r1) von der anderen Seite optisch geprüft wird, wobei insbesondere das Sicherheitsdokument
(2) mittels der dritten optischen Erfassungseinrichtung (30) in der dritten Richtung
(r3) oder in der ersten oder zweiten Richtung (r1,r2) von der anderen Seite optisch
geprüft wird.
9. Verfahren zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) nach Anspruch 8, wobei
mittels der ersten optischen Erfassungseinrichtung (10) ein erster Bereich (B1) des
Sicherheitsdokuments (2) optisch geprüft wird, und wobei mittels der zweiten optischen
Erfassungseinrichtung (20) zusätzlich zur optischen Prüfung des ersten Bereichs (B1)
ein zweiter Bereich (B2) des Sicherheitsdokuments (2) optisch geprüft wird, wobei
insbesondere zusätzlich zur optischen Prüfung des ersten Bereichs (B1) und des zweiten
Bereichs (B2) mittels der dritten optischen Erfassungseinrichtung (30) ein dritter
Bereich (B3) des Sicherheitsdokuments (2) optisch geprüft wird.
10. Verfahren zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) nach mindestens einem
der Ansprüche 8 und 9, wobei
- das Sicherheitsdokument (2) mit sichtbarem Licht beleuchtet wird, wobei ein optisch
wahrnehmbares Merkmal mittels des von dem Sicherheitsdokument (2) reflektierten, gestreuten
und/ oder transmittierten sichtbaren Lichts erfasst wird und/oder
- ein optisch wahrnehmbares Merkmal mittels einer von dem Sicherheitsdokument ausgestrahlten
Infrarotstrahlung erfasst wird und/oder
- das Sicherheitsdokument (2) mit ultraviolettem Licht bestrahlt wird, wobei ein optisch
wahrnehmbare Merkmal mittels von dem Sicherheitsdokument (2) aufgrund der Bestrahlung
mit dem ultravioletten Licht ausgestrahlten Lichts erfasst wird.
11. Verfahren zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) nach mindestens einem
der Ansprüche 8 bis 10, wobei das Sicherheitsdokument (2) ein Buchdokument, insbesondere
ein Passbuch, ist, wobei das Buchdokument einen Bucheinband (3) mit einem ersten Buchdeckel
(4) und einem an einem Buchrücken (5) mit dem ersten Buchdeckel (4) klappbar verbundenen
zweiten Buchdeckel (6) sowie mindestens eine mit dem Buchrücken (5) verbundene Seite
(7) aufweist.
12. Verfahren zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) nach Anspruch 11, wobei
die Seite (7) des Buchdokuments den ersten, mittels der der ersten optischen Erfassungseinrichtung
(10) zu überprüfenden, Bereich (B1) umfasst.
13. Verfahren zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) nach mindestens einem
der Ansprüche 11 und 12, wobei der erste oder zweite Buchdeckel (4,6) des Buchdokuments
den zweiten, mittels der zweiten optischen Erfassungseinrichtung (20) zu überprüfenden
Bereich (B2) umfasst, wobei insbesondere der erste oder zweite Buchdeckel (4,6) des
Buchdokuments auch den dritten Bereich (B3) umfasst.
14. Verfahren zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) nach mindestens einem
der Ansprüche 8 bis 13, wobei das Sicherheitsdokument (2) mittels der Vorrichtung
(1) zur optischen Prüfung optisch geprüft wird, und wobei das Sicherheitsdokument
(2) nach der optischen Prüfung, insbesondere zur Durchführung eines Bearbeitungsschrittes,
von der Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung weggeführt wird, und wobei das Sicherheitsdokument
(2), insbesondere nach der Durchführung des Bearbeitungsschrittes, der Vorrichtung
(1) zur optischen Prüfung erneut zugeführt wird, und wobei das Sicherheitsdokument
(2) erneut mittels der Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung optisch geprüft wird.
15. System zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2), aufweisend mindestens
eine Vorrichtung zur Bearbeitung eines Sicherheitsdokuments (2) und eine Vorrichtung
(1) zur optischen Prüfung eines Sicherheitsdokuments (2) gemäß mindestens einem der
Ansprüche 1 bis 7, wobei das System zur optischen Prüfung eine Transportvorrichtung
aufweist, die dazu eingerichtet ist, ein Sicherheitsdokument (2) zwischen der Vorrichtung
zur Bearbeitung und der Vorrichtung (1) zur optischen Prüfung zu bewegen.