[0001] Die Erfindung betrifft eine Gelenkarmmarkise mit einer Wandkassette, aufweisend einen
Tuchwickel mit einem Markisentuch und mindestens zwei Gelenkarmen, die eine ausfahrbare
Blende führen, an der ein freies Ende des Markisentuches befestigt ist.
[0002] Bei derartigen Gelenkarmmarkisen schützt die Wandkassetten das Markisentuch im eingefahrenen
Zustand vor Verschmutzung und Beschädigung. Die Wandkassetten sind zudem optisch unauffällig.
Zur Montage der Wandkassette an einer Wand, z.B. einer Hauswand, werden gemäß dem
Stand der Technik Wandkonsolen eingesetzt. Diese werden an der Wand befestigt und
stellen eine beispielsweise L-förmige Aufnahme für die Wandkassette bereit. Die Wandkassette
wird in die Aufnahme eingesetzt und mittels Schrauben befestigt. An einer Innenseite
der Wandkassette sind zudem Lagerwinkel angeordnet, die die Gelenkarme schwenkbar
lagern. Aus Stabilitätsgründen ist dabei vorgesehen, die Wandkonsolen im Bereich der
Lagerwinkel für die Gelenkarme zu positionieren, in einigen Ausgestaltungen zwingend
unmittelbar an den Lagerstellen der Gelenkarme. Schrauben, die die Wandkassette mit
den Wandkonsolen verbinden, werden dann direkt in die Lagerwinkel für die Gelenkarme
eingeschraubt. Auf diese Weise werden auf die Lagerwinkel einwirkende Kräfte unmittelbar
über die Wandkonsolen in die Wand abgeleitet.
[0003] Auch wenn die genaue Positionierung der Gelenkarme innerhalb der Wandkonsole in der
Regel innerhalb von gewissen Grenzen frei wählbar ist, kann sich beim Montieren der
Wandkonsolen zeigen, dass an den gewählten Positionen der Wandkonsolen Befestigungsanker
wie z.B. Dübeln nicht gesetzt werden können. Dieses führt dann zu einer Unterbrechung
des Montageprozesses und macht einen Umbau der Markise erforderlich, um die Gelenkarme
und damit die Wandkonsolen an günstigere Positionen zu verschieben.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Gelenkarmmarkise der eingangs
genannten Art zu schaffen, bei der eine Befestigung der Wandkassette an einer Wand
flexibel und im Hinblick auf die Positionierung der Befestigung variabel erfolgen
kann. Es ist eine weitere Aufgabe, eine möglichst verdeckte und von daher optisch
ansprechende Montagemöglichkeit bereit zu stellen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Gelenkarmmarkise mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0006] Eine Gelenkarmmarkise der eingangs genannten Art zeichnet sich dadurch aus, dass
die Wandkassette ein sich über die gesamte Länge der Wandkassette erstreckendes Wandprofil
aufweist, das eine Rückseite der Wandkassette bildet, wobei mindestens zwei Montagekonsolen
innen auf das Wandprofil aufgesetzt sind und Montagebohrungen aufweisen, um die Wandkassette
durch das Wandprofil an einer Wand zu befestigen, und wobei die Montagekonsolen eine
Lagerung für die Gelenkarme aufweisen.
[0007] Die Montage der Markise erfolgt auf diese Weise verdeckt durch Montagekonsolen, die
die Wandkassette nicht außen umgreifen oder an denen die Wandkassette mit ihrer Außenseite
anliegt, sondern von innen durch ein hinteres, an der Wand anliegendes Wandprofil,
das gleichzeitig die Rückseite der Wandkassette bildet. Es wird somit mit dem Wandprofil
ein Teil der Wandkassette an der Wand befestigt, wobei die Positionen der Montagekonsolen
durch Verschieben an der Innenseite des Wandprofils flexibel gewählt werden können.
Die Montagekonsolen und das Wandprofil sind somit bevorzugt so ausgebildet, dass die
Montagekonsolen in Längsrichtung des Wandprofils verschiebbar sind, während sie in
Querrichtung (d.h. in vertikaler Richtung bei einem montierten Wandprofil) möglichst
fixiert sind.
[0008] Durch die Montagebohrungen der Montagekonsolen wird zunächst mit einem geeigneten
Bohrer, in der Regel einem Metallbohrer, die Montagebohrung durch das Wandprofil erstreckt.
Danach können die Bohrpositionen für Befestigungsanker, z.B. Dübel, durch das Wandprofil
auf die Wand übertragen werden. Vorteilhaft dient damit das Wandprofil selbst als
Ausrichtwerkzeug, indem die Bohrpositionen aller verwendeten Montagekonsolen durch
das gerade Wandprofil auf die Wand übertragen werden können und so sichergestellt
ist, dass die Bohrungen in einer Flucht liegen. Anschließend werden mit einem Stein-
bzw. Betonbohrer die entsprechenden Löcher für die Befestigungsanker in die Wand gebohrt.
Stellt sich eine ausgesuchte Position als ungeeignet dar, da z.B. der Dübel an dieser
Stelle nicht gesetzt werden kann oder in der Wand nicht greift, kann die Position
der Montagekonsole leicht verschoben werden und ein weiteres Montageloch in der neuen
Position in das Wandprofil und danach entsprechend die Wand gebohrt werden.
[0009] Die Markise wird dann an dem montierten Wandprofil aufgebaut, z.B. indem eine Wickelbaugruppe
an dem Wandprofil angeordnet wird, die den Tuchwickel mit dem Markisentuch aufnimmt,
und indem eine Gelenkarmbaugruppe mit den Gelenkarmen und der ausfahrbaren Blende
mit den Gelenkarmen an den Montagekonsolen gelagert wird. Zusätzlich können Abdeckleisten,
Abdeckblenden und/oder Revisionsblenden angebracht werden.
[0010] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Gelenkarmmarkise weisen die Montagekonsolen
jeweils eine Profilplatte und mindestens einen darauf aufgesetzten Winkelträger auf.
Der Winkelträger stellt dabei mindestens einen abstehenden Lagerwinkel als Lagerung
für den Gelenkarm bereit. Die Lagerung des der Gelenkarme kann dabei direkt oder indirekt
erfolgen. Bei einer direkten Lagerung ist jeweils ein Gelenkarm unmittelbar an dem
Winkelträger schwenkbar befestigt. Bei einer indirekten Lagerung kann vorgesehen sein,
dass von den mindestens zwei Montagekonsolen ein sich entlang bevorzugt der gesamten
Länge der Markise erstreckendes Tragrohr gehalten wird, an dem die Gelenkarme in vorgegebener
und von den Montagekonsolen unabhängiger Position schwenkbar angelenkt sind.
[0011] Eine Wandbefestigung der Montagekonsolen kann dabei entweder durch die Profilplatte
und den mindestens einen Winkelträger erfolgen. Auf diese Weise wird der Winkelträger
durch Wandbefestigungselemente fest mit der Profilplatte verbunden. Er kann zusätzlich
zur leichteren Handhabung bei der Montage auf der Profilplatte fixiert sein, beispielsweise
verklebt sein. Alternativ kann auch vorgesehen sein, den mindestens einen Winkelträger
belastbar mit der Profilplatte zu verschrauben oder zu verschweißen, wobei Wandbefestigungselemente
wie Befestigungsschrauben oder Gewindestangen dann nur durch die Profilplatte führen.
[0012] Bevorzugt weisen die Profilplatte und das Wandprofil an ihren jeweiligen aufeinanderliegenden
Seiten ineinander eingreifende Profilierungen auf. Solche Profilierungen können in
Längsrichtung des Wandprofils verlaufende Vertiefungen bzw. damit korrespondierende
Ausprägungen sein, durch die vertikal wirkende Gewichtskräfte gut von dem Wandprofil
auf die Profilplatte übertragen werden, ohne dass sich die Vertikalposition der beiden
Elemente zueinander verschiebt. Durch die Längsausrichtung der Profilierungen kann
dagegen die Montagekonsole mit ihrer Profilplatte innerhalb des Wandprofils seitlich
frei verschoben werden. Die Profilplatte weist dabei weiter bevorzugt eine größere
Grundfläche auf als die Winkelträger, um Kräfte möglichst großflächig auf das Wandprofil
übertragen zu können.
[0013] Bevorzugt weisen in vergleichbarer Art auch die Profilplatte und der Winkelträger
an ihren jeweiligen aufeinanderliegenden Seiten ineinander eingreifende Profilierungen
auf, um Vertikalkräfte übertragen zu können. Zusätzlich und zur leichteren Handhabbarkeit
bei der Montage können die Profilplatte und der Winkelträger miteinander verbunden,
beispielsweise verklebt oder verschraubt sein.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mithilfe von Figuren
näher erläutert. Die Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine Gelenkarmmarkise in einer perspektivischen Gesamtansicht;
- Fig. 2
- eine Wandkassette der Gelenkarmmarkise gemäß Fig. 1 in einer Explosionsdarstellung;
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung eines Wandprofils und einer angesetzten Profilplatte einer
Montagekonsole der Wandkassette gemäß Fig. 2; und
- Fig. 4
- eine Schnittdarstellung eines Wandprofils und einer eingesetzten Montagekonsole der
Wandkassette gemäß Fig. 2.
[0015] In Fig. 1 ist zunächst eine Gelenkarmmarkise 1 in einer perspektivischen Gesamtansicht
mit Blick von schräg unten dargestellt.
[0016] Die Gelenkarmmarkise 1 weist eine Wandkassette auf, die ein Wandprofil 10 umfasst,
an dem eine Wickelbaugruppe 30 montiert ist. Das Wandprofil 10 ist über Montagekonsolen
20 an einer Wand, beispielsweise einer Hauswand befestigt. Details zur Ausbildung
des Wandprofils 10 und der Montagekonsole 20 sind in den nachfolgend beschriebenen
Figuren 2 bis 4 wiedergegeben. Direkt oder indirekt werden von den Montagekonsolen
20 Gelenkarme 42 gehalten, die an ihrem freien Ende eine ausfahrbare Blende 43 tragen.
Die Gelenkarme 42 und die ausfahrbare Blende 43 sind Teil einer Gelenkarmbaugruppe
40. Die Wandkassette ist durch seitliche Abdeckkappen 13 am Wandprofil 10 bzw. der
Wickelbaugruppe 30, durch seitliche Abdeckkappen 45 an der ausfahrbare Blende 43 und
eine untere Abdeckleiste 14, die auch als Revisionsöffnung dienen kann, vervollständigt.
[0017] In der Wickelbaugruppe 30 ist ein Tuchwickel mit einem Markisentuch 2 aufgenommen,
wobei ein freies Ende des Markisentuchs 2 an der ausfahrbaren Blende 43 befestigt
ist. Die Gelenkarme 42 drücken die ausfahrbare Blende 43 in der Regel federkraftbeaufschlagt
nach außen, wodurch das Markisentuch 2 gespannt wird. Zum Einund Ausfahren der Gelenkarmmarkise
1 wird das Markisentuch 2 auf dem Tuchwickel auf -bzw. abgerollt, wobei dieses über
einen bevorzugt in den Tuchwickel integrierten Rohrmotor oder über ein handbetätigbares
Getriebe erfolgt.
[0018] Fig. 2 zeigt in einer Explosionsdarstellung einen Endabschnitt der Wandkassette der
Gelenkarmmarkise 1 gemäß Fig. 1. Einige Komponenten, beispielsweise der Tuchwickel
mit dem Markisentuch 2 sind in dieser Darstellung aus Gründen der Übersichtlichkeit
nicht wiedergegeben.
[0019] Die Wandkassette umfasst das in diesem Beispiel U-förmige Wandprofil 10, das eine
Basis 11 und zwei Schenkel 12 aufweist. Das Wandprofil 10 erstreckt sich bevorzugt
einteilig, ggf. aber auch aus mehreren Teilen zusammengesetzt über die gesamte Länge
der Wandkassette. Das Wandprofil 10 bildet mit seiner Basis 11 eine Rückwand der Wandkassette.
Mit dieser Rückwand wird die Wandkassette an einer Wand montiert.
[0020] Nach Montage des Wandprofils 10 an der Wand wird das Wandprofil 10 zur vollständigen
Wandkassette ergänzt, indem die Wickelbaugruppe 30 in einem oberen Bereich des Wandprofils
10 mit diesem verbunden wird und indem die Gelenkanbaugruppe 40 anmontiert wird. Details
des Montageprozesses des Wandprofils 10 an der Wand und der Gelenkarmbaugruppe 40
am Wandprofil 10 werden nachfolgend detaillierter erläutert.
[0021] Anmeldungsgemäß erfolgt die Montage des Wandprofils 10 an der Wand von der Innenseite
der Wandkassette her. Zur Montage werden auf die in der Fig. 2 sichtbare Innenseite
der Basis 11 des Wandprofils 10 mindestens zwei Montagekonsolen 20 aufgesetzt. Bei
längeren Gelenkarmmarkisen 1 können auch mehr als zwei Montagekonsolen 20 eingesetzt
werden, beispielsweise eine Montagekonsole 20 pro ein bis zwei Meter Länge des Wandprofils
10.
[0022] Wie im Zusammenhang mit den Fig. 3 und 4 noch näher erläutert wird, sind sowohl die
Basis 11, als auch die Montagekonsolen 20 profiliert, so dass die Montagekonsolen
20 bei vorgegebener senkrechter Positionierung der Montagekonsole 20 gegenüber dem
Wandprofil 10 seitlich verschiebbar sind.
[0023] Die Montagekonsole 20 umfasst im dargestellten Ausführungsbeispiel eine Profilplatte
21 und einen darauf aufgesetzten und an der Profiplatte 21 fixierten, z.B. verklebten
oder verschraubten, Winkelträger 22. Zumindest in eine Basis 23 des Winkelträgers
22 und ggf. auch in die Profilplatte 21 sind Montagebohrungen 24 eingebracht. Die
Montagebohrungen 24 dienen der Aufnahme von Befestigungsschrauben oder Gewindestangen,
mit denen die Montagekonsole 20 z.B. mit Hilfe von Dübeln oder vergleichbaren Befestigungsankern
in die hinter dem Wandprofil 10 liegende Wand geschraubt werden.
[0024] In dem Wandprofil 10 sind Montagebohrungen nicht zwingend vorab ausgebildet, um die
Montagekonsole 20 innerhalb bestimmter Grenzen, die aus der Geometrie der Gelenkarme
42 resultieren können, verschiebbar positionieren zu können. Ist eine geeignete Position
gewählt, kann auf einfache Weise in die Montagebohrung 24 ggf. durch die Profilplatte
21 und in jedem Fall durch das Wandprofil 10 die Montagebohrung 24 erstreckt werden.
[0025] In einer alternativen Ausgestaltung kann das Wandprofils 10 auch mit Montagebohrungen
vorkonfektioniert sein und beispielsweise Montagebohrungen in vordefinierten, ggf.
regelmäßigen Abständen aufweisen, die ausgewählt werden können, aber nicht müssen.
[0026] In einer weiteren alternativen Ausgestaltung kann auch vorgesehen sein, dass der
Winkelträger 22 nicht nur auf der Profilplatte 21 fixiert ist, sondern fest mit der
Profilplatte 21 verschraubt ist, wobei die Wandbefestigungselemente (Befestigungsschrauben,
Gewindestangen) nur durch die Profilplatte 21 und das Wandprofil 10 führen.
[0027] In allen genannten Fällen kann mehr als ein Winkelträger 22 pro Wandkonsole 20 vorhanden
sein.
[0028] Sodann kann durch die Montagebohrung 24 ein Anzeichnen oder auch unmittelbares Einbringen
der Wandbohrung erfolgen, um Dübel bzw. sonstige Befestigungsanker zu setzen. Sollte
sich dabei herausstellen, dass die gewählte Befestigungsposition ungeeignet ist, beispielsweise
weil die Wand an der Stelle nicht die geforderte Festigkeit aufweist, kann die Montagekonsole
20 verschoben werden und erneut die Montagebohrung 24 durch das Wandprofil 10 erstreckt
werden und dann eine neue Wandbohrung eingebracht werden. Die beim ersten Versuch
in das Wandprofil 10 eingebrachte Montagebohrung ist bei der vollständig montierten
Gelenkarmmarkise 1 nicht mehr sichtbar und von daher nicht störend. Vorteilhaft dient
damit das Wandprofil 10 selbst auch als Ausrichtwerkzeug, indem die Bohrpositionen
aller verwendeten Montagekonsolen 20 durch das gerade Wandprofil 10 auf die Wand übertragen
werden können und so sichergestellt ist, dass die Bohrungen in einer Flucht liegen.
Die Montagekonsole 20 dient somit dem Befestigen des Wandprofils 10 an der Wand. Weiter
stellt die Montagekonsole 20 über die Winkelträger 22 vorliegend 2 Lagerwinkel 25
bereit, die direkt oder indirekt der Lagerung wenigstens eines Gelenkarms 42 der Gelenkarmbaugruppe
40 dienen. Bei dem dargestellten Beispiel wird von den mindestens zwei Montagekonsolen
20 ein sich entlang bevorzugt der gesamten Länge der Gelenkanbaugruppe 40 erstreckendes
Tragrohr gehalten, an dem die Gelenkarme 42 in vorgegebener und von den Montagekonsolen
20 unabhängiger Position schwenkbar angelenkt sind. In einer alternativen Ausgestaltung
kann vorgesehen sein, dass die Gelenkarme 42 unmittelbar an jeweils einer der Montagekonsolen
20 schwenkbar befestigt werden. Ggf. ist in dem Fall die Position des Gelenkarms 42
der gewählten Position der Montagekonsole 20 anzupassen.
[0029] Nach erfolgter Montage des Wandprofils 10 an der Wand und vor oder nach dem Anmontieren
der Gelenkarmbaugruppe 40 wird die Wickelbaugruppe 30 in den oberen Schenkel 12 des
Wandprofils 10 eingehängt und an diesem befestigt, beispielsweise geschraubt. Von
der Wickelbaugruppe 30 sind in der Fig. 2 eine Seitenplatte 31 und eine obere Abdeckung
32 sichtbar. In der Seitenplatte 31 gelagert ist der in der Fig. 2 nicht wiedergegebener
Tuchwickel mit dem Markisentuch. Ein freies Ende des Markisentuchs wird an der ausfahrbaren
Blende 43 der Gelenkarmbaugruppe 40 befestigt, so dass das Markisentuch sich beim
Ausfahren der Blende 43 abrollt. An der Gelenkarmbaugruppe 40 ist eine Wickelschale
41 ausgebildet, die den Tuchwickel halbschalenförmig unterstützt. An der ausfahrbaren
Blende 43 ist im dargestellten Beispiel eine weitere Wickelaufnahme 44 ausgebildet,
um ggf. ein vorderes Markisentuch, auch Volant genannt, von der Blende 43 nach unten
ausfahren zu können.
[0030] In den Fig. 3 und 4 ist in jeweils einer Schnittzeichnung das Wandprofil 10 und die
Montagekonsole 20 bzw. deren Profilplatte 21 detaillierter dargestellt.
[0031] Fig. 3 zeigt das Einsetzen der Montagekonsole 20 in das Wandprofil 10. Aus Gründen
der Übersichtlichkeit ist in dieser Figur von der Montagekonsole 20 nur die Profilplatte
21 dargestellt.
[0032] Das Wandprofil 10 weist im Bereich seiner Basis 11, aber auch am oberen Schenkel
12 Profilierungen 111-113 auf, die mit Profilierungen 211-213 der Profilplatte 21
zusammenwirken. Die Profilierungen 111-113 und 211-213 sind vorliegend so ausgeführt,
dass ein Einschwenken der Profilplatte 21 an beliebiger Position im Wandprofil 10
möglich ist sowie ein Verschieben der eingeschwenkten Profilplatte 21 in Längsrichtung
des Wandprofils 10. Weiter sind die Profilierungen 111-113 und 211-213 so ausgebildet,
dass das Wandprofil 10 und die Profilplatte 21 und damit die Montagekonsole 20 vertikal
zueinander zumindest in einer Richtung, in der bevorzugt Kräfte übertragen werden,
nicht mehr gegeneinander verschiebbar sind.
[0033] Dieses ist gut in Fig. 4 zu erkennen, die die Profilplatte 21 eingesetzt in das Wandprofil
10 mit aufgesetztem Winkelträger 22 zeigt. Insbesondere die Erhebungen (Profilierung
212 an der Rückseite der Profilplatte 21) und Vertiefungen (Profilierung 112 in der
Basis 11 des Wandprofils 10) liegen mit ihren Schultern aufeinander auf, so dass die
Montagekonsole 20 und das Wandprofil 10 im Hinblick auf ihre vertikale Position zueinander
fixiert sind. Auch der Winkelträger 22 und die Profilplatte 21 weisen an den Seiten,
mit denen sie aneinander liegen, Profilierungen 214 und 221 auf, die Kräfte in vertikaler
Richtung aufnehmen. Vorliegend ist die Profilierung 214 an der Profilplatte 21 als
eine hervorstehende Nase ausgeführt, auf der der Winkelträger 22 mit seiner Profilierung
221 aufliegt.
[0034] Die Kombination des von vorne gesehenen schmalen Winkelträgers 22 auf einer breiteren
Profilplatte 21 ermöglicht es, bei geringem Materialeinsatz eine große Fläche zur
Kraftübertragung zwischen den Montagekonsolen 20 und dem Wandprofil 10 bereit zu stellen.
Bei einem an der Wand montierten Wandprofil 10 ist der Winkelträger 22 durch die Wandbefestigungsschrauben
der Gelenkarmmarkise 1 mit der Profilplatte 21 verbunden. Während der Montage kann
vorgesehen sein, den Winkelträger 22 auf der Profilplatte 21 zu verkleben, um die
Montage nicht durch zu viele lose Einzelteile zu erschweren.
[0035] Bevorzugte Materialien für das Wandprofil 10, die Profilplatte 21 und den Winkelträger
22 ist ein korrosionsgeschütztes Metall, bevorzugt Aluminium. Es ist jedoch auch möglich,
insbesondere die Profilplatte 21 aus einem anderen Material, beispielsweise einem
Kunststoff zu fertigen.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 1
- Gelenkarmmarkise
- 2
- Markisentuch
- 10
- Wandprofil
- 11
- Basis
- 111-113
- Profilierung
- 12
- Schenkel
- 13
- seitliche Abdeckkappe
- 14
- untere Abdeckleiste
- 20
- Montagekonsole
- 21
- Profilplatte
- 211-214
- Profilierung
- 22
- Winkelträger
- 221
- Profilierung
- 23
- Basis
- 24
- Montagebohrung
- 25
- Lagerwinkel
- 30
- Wickelbaugruppe
- 31
- Seitenplatte
- 32
- obere Abdeckung
- 40
- Gelenkarmbaugruppe
- 41
- Wickelschale
- 42
- Gelenkarm
- 43
- ausfahrbare Blende
- 44
- weitere Wickelaufnahme
- 45
- seitliche Abdeckkappe
1. Gelenkarmmarkise (1) mit einer Wandkassette, aufweisend einen Tuchwickel mit einem
Markisentuch (2) und mindestens zwei Gelenkarmen (42), die eine ausfahrbare Blende
(43) führen, an der ein freies Ende des Markisentuches (2) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass
die Wandkassette ein sich über die gesamte Länge der Wandkassette erstreckendes Wandprofil
(10) aufweist, das eine Rückseite der Wandkassette bildet, wobei mindestens zwei Montagekonsolen
(20) innen auf das Wandprofil (10) aufgesetzt sind, die Montagebohrungen (24) aufweisen,
um die Wandkassette durch das Wandprofil (10) an einer Wand zu befestigen, und wobei
die Montagekonsolen (20) eine Lagerung für die Gelenkarme (42) aufweisen.
2. Gelenkarmmarkise (1) nach Anspruch 1, bei der Montagekonsolen (20) eine Profilplatte
(21) und mindestens einen darauf aufgesetzten Winkelträger (22) aufweisen.
3. Gelenkarmmarkise (1) nach Anspruch 2, bei der der Winkelträger (22) mindestens einen
abstehenden Lagerwinkel (25) als Lagerung für den Gelenkarm (42) aufweist.
4. Gelenkarmmarkise (1) nach Anspruch 2 oder 3, bei der die Profilplatte (21) und das
Wandprofil (10) an ihren jeweiligen aufeinanderliegenden Seiten ineinander eingreifende
Profilierungen (113-113, 211-213) aufweisen.
5. Gelenkarmmarkise (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei der die Profilplatte (21)
und der Winkelträger (22) an ihren jeweiligen aufeinanderliegenden Seiten ineinander
eingreifende Profilierungen (214, 221) aufweisen.
6. Gelenkarmmarkise (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, bei der die Profilplatte (21)
und der Winkelträger (22) miteinander verbunden, insbesondere verklebt oder verschraubt
sind.
7. Gelenkarmmarkise nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der die Montagekonsolen (20)
in Längsrichtung des Wandprofils (10) verschiebbar sind.
8. Gelenkarmmarkise nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der an dem Wandprofil (10)
eine Wickbaugruppe (30) angeordnet ist, die den Tuchwickel mit dem Markisentuch (2)
aufnimmt.