[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Horizontalrahmenteil für ein Schiebetür- und/oder
Schiebefenstersystem, insbesondere Hebeschiebetür- und/oder Hebeschiebefenstersystem.
Die Erfindung betrifft auch einen beweglichen Schieberahmen eines Schiebetür- und/oder
Schiebefenstersystems, insbesondere Hebeschiebetür- und/oder Hebeschiebefenstersystems,
mit einem derartigen Horizontalrahmenteil. Ferner betrifft die Erfindung ein Schiebetür-
und/oder Schiebefenstersystem, insbesondere Hebeschiebetür- und/oder Hebeschiebefenstersystem,
mit einem derartigen Horizontalrahmenteil.
[0002] Ein Schiebefenster- und/oder Schiebetürsystem weist in der Regel wenigstens zwei
Fenster- und/oder Türelemente auf, die im Folgenden auch als Flügel bezeichnet werden.
Bei derartigen Schiebesystemen ist wenigstens ein beweglicher Schiebeflügel und wenigstens
ein weiterer Flügel, der beispielsweise auch ein Schiebeflügel oder ein feststehender
Standflügel sein kann, vorgesehen. Dies bedeutet, dass der Schiebeflügel eine Verschiebeeinrichtung
aufweist, die eine translatorisch Relativverschiebung bezüglich des weiteren Flügels
ermöglicht. Bei einem Hebeschiebesystem ist wenigstens an einem der Flügel eine Hebeschiebeeinheit
vorgesehen, die es ermöglicht, diesen Flügel anzuheben und anschließend linear zu
verschieben. Derartige Flügel weisen für gewöhnlich einen Flügelprofilrahmen auf,
der an einer dem Boden bzw. Untergrund zugewandten Profilrahmenunterseite einen Laufwagen
besitzt, der auf einer zargenseitigen Laufschiene aufzusetzen ist, um den Flügel anzuheben
und translatorisch zu verschieben. Beispielsweise können wenigstens ein Laufwagen-Paar
oder wenigstens zwei separate, über eine Verbindungsstange verbundene Laufwagen eingesetzt
werden. In der Regel wird zwischen zwei verschiedenen Anordnungen der Laufwagen und
der Verbindungsstange unterschieden. Zum einen ist es möglich, beide Laufwagen und
die die Laufwagen verbindende Verbindungsstange in der schieberahmenseitigen Beschlagnut
aufzunehmen, so dass sich die Verbindungsstange vollständig innerhalb der Beschlagnut,
d.h innerhalb des von den die Beschlagnut bildenden Profilwänden, also einem Nutgrund
und zwei gegenüberliegenden, jeweils an den Nutgrund anschließenden Nutseitenwänden,
befindet. Zum anderen können die beiden Laufwagen in einer oberhalb der Beschlagnut
angeordneten, von der Beschlagnut durch den Nutgrund getrennten Profilinnenkammer
befestigt sein. Bei dieser Ausführung befindet sich die Verbindungsstange ebenfalls
innerhalb der Profilinnenkammer. Nach einer Verschiebebewegung des Flügels kann dieser
wieder abgesenkt werden, d.h. dass der Laufwagen wieder eingefahren wird und aus dem
Kontakt mit der Laufschiene gerät, sodass ein weiteres Verschieben des Flügels unterbunden
ist. Der Flügelprofilrahmen kann außerdem zwei Vertikalholmen aufweisen, von denen
einer eine Schließvorrichtung zum Verschließen des Flügels in der Zarge aufweist und
der andere, in der Regel der Mittelvertikalholm im sogenannten Mittelverschlussbereich,
ohne Schließvorrichtung ausgebildet ist. Dieser Mittelvertikalholm überlappt beim
Verschieben des einen Flügels relativ zu einem anderen, benachbarten Flügel mit einem
Mittelvertikalholm des anderen Flügels.
[0003] Aufgrund der Tatsache, dass die Laufwagen in einem äußeren, vertikalholmnahen Schieberahmenbereich
angeordnet sind, können Kräfte von außen aufgrund von Druck-/Sogbelastungen und thermischen
Belastungen, die auf die flächige Erstreckung des Schiebeflügels einwirken, zu einer
ungewollten Durchbiegung des Schiebeflügels führen, um den äußeren Kräften auszuweichen.
Insbesondere im sich zwischen den Laufwagen erstreckenden, laufwagenfreien Mittelbereich
des Schieberahmens, an dem die größte Durchbiegung auftritt, kann eine derartige Durchbiegung
beispielsweise zu einer Beschädigung und/oder Funktionsbeeinträchtigung des Schieberahmens
führen. Diese Problematik verschärft sich zunehmend aufgrund der steigenden Nachfrage
nach niedrigen Laufschienen, die damit leichter aus dem Eingriff mit dem Schieberahmen
gebracht werden können.
[0004] Daher werden im Stand der Technik unter anderem Flügelpositionierer zur Kraftübertragung
eingesetzt, wie es beispielsweise in
EP 2 132 392 beschrieben ist. Der Flügelpositionierer ist in einer, einer zargenrahmenseitigen
Laufschiene zugewandten Beschlagnut des Schieberahmens an einem Nutgrund der Beschlagnut
verschraubt. Folglich besetzt der Flügelpositionierer die Beschlagnut und kann beim
Absenken des Schiebeflügels mit einer U-förmigen Ausnehmung die Laufschiene beidseitig
umgreifen. Dadurch ist es zwar möglich, in gewissem Maße Kräfte, die aus auf die flächige
Erstreckung des Schiebeflügels wirkenden Belastungen resultieren, aufzunehmen. Jedoch
kann ein derartiger Flügelpositionierer nur bei einem Schiebetür- und/oder Schiebefenstersystem
eingesetzt werden, bei dem sich eine Verbindungsstange zwischen benachbarten Laufwagen
nicht in der Beschlagnut, sondern in der darüber angeordneten Profilinnenkammer befindet.
Beschlageinrichtungen, wie die Verbindungsstange, können nicht an dem Flügelpositionierer
innerhalb der Beschlagnut vorbeigelangen. Des Weiteren erlaubt ein derartiges Schiebetür-
und/oder Schiebefenstersystem kein nachträgliches Nachrüsten eines Flügelpositionierers,
bzw. eine Montage des Flügelpositionierers bei montierten Laufwagen. Vor der Montage
eines Flügelpositionierers muss also zunächst die gesamte Beschlageinrichtung im unteren
Schieberahmenprofil demontiert werden und vorzugsweise gegen einen Beschlag mit der
in der Innenkammer liegenden Verbindungsstange ausgetauscht werden. Dies ist nicht
bei allen Beschlägen und Profilsystemen möglich.
[0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, die Nachteile aus dem bekannten Stand der Technik
zu überwinden, insbesondere ein einfach zu de- und montierendes Horizontalrahmenteil
bereitzustellen, das unabhängig von der Art des Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmens
einsetzbar und an einem Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmen schnell nachrüstbar
ist. Insbesondere soll das Horizontalrahmenteil auch bei großen und schweren Schiebetür-
und Schiebefenstern zum Nachweis bei hohen Windlasten, beispielsweise Klasse 5 (gemäß
DIN EN 12 210 und DIN EN 12 211), und/oder hohen thermischen Belastungen dienen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche 1, 9 und 10 gelöst.
Bevorzugte Ausführungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Erfindungsgemäß ist ein Horizontalrahmenteil für einen Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmen,
insbesondere für einen Hebeschiebetür- und/oder Hebeschiebefensterrahmen, bereitgestellt.
Das Horizontalrahmenteil kann beispielsweise aus Holz, Metall, wie Aluminium, oder
aus Kunststoff hergestellt sein. Im Falle eines Kunststoff-Horizontalrahmenteils kann
dieses beispielsweise durch ein Extrusionsverfahren hergestellt sein und eine Extrusionsrichtung
definieren, in der sich ein Querschnitt des Horizontalrahmenteils im Wesentlichen
nicht ändert. In der Regel umfasst ein Schieberahmen zwei Horizontalrahmenteile und
zwei Vertikalrahmenteile, wobei jeweils zwei benachbarte Rahmenteile aufeinander senkrecht
stehen, um einen geschlossenen Schieberahmen zu bilden. Wenigstens eines der Horizontalrahmenteile
kann eine zargenseitig offene Beschlagnut zum Aufnehmen einer Beschlageinrichtung
umfassen. Das Horizontalrahmenteil erstreckt sich im Wesentlichen in Horizontalrichtung
bzw. Horizontalrahmenteil-Längsrichtung. Vorzugsweise ist die Beschlagnut entlang
der vollständigen Längserstreckung des Horizontalrahmenteils ausgebildet. Vorzugsweise
erstreckt sich die Beschlagnut ebenfalls in Horizontal- bzw. Längsrichtung. Die Beschlagnut
weist in der Regel ebenfalls einen sich in Horizontal- bzw. Längsrichtung nicht verändernden
Querschnitt auf, wobei die Beschlagnut zur Zarge hin offen und somit von außen her
zugänglich ist. In der Beschlagnut können Beschlageinrichtungen, wie beispielsweise
eine Verschließeinrichtung oder wenigstens ein Laufwagen, der die Verschiebbarkeit
des Schieberahmens relativ zu der Zarge ermöglicht, aufgenommen sein. Insbesondere
bei großen bzw. breiten Schieberahmen, also bei Schieberahmen dessen Horizontalrahmenteile
eine große Längserstreckung aufweisen, beispielsweise von über 2000 mm, vorzugsweise
2250 mm, 2500 mm, 2750 mm, 3000 mm oder 3520 mm, können beispielsweise zwei Laufwägen
jeweils an vertikalrahmenteilnahen Abschnitten des Horizontalrahmenteils angeordnet
sein und vorzugsweise durch eine sich durch die Beschlagnut erstreckende Verbindungsstange
verbunden sein. Die Verbindungsstange ist dabei in der Regel derart stark dimensioniert,
dass eine ausreichend steife Verbindung der beiden Laufwägen realisiert ist. Beispielsweise
belegt die Verbindungsstange die Beschlagnut zu wenigstens 30%, vorzugsweise 50 %,
vorzugsweise 60 %, 70 % oder wenigstens 80 %. Die Beschlagnut kann einen Nutgrund
und daran anschließende Nutseitenwände besitzen, die jeweils in eine zargenseitige
Stirnwand münden. Beispielsweise kann eine U-förmige Beschlagnut gegeben sein. Dabei
kann der Nutgrund und die beiden zargenseitigen Stirnwände parallel zueinander orientiert
und die daran anschließenden Nutseitenwände senkrecht dazu angeordnet sein, wobei
insbesondere der Nutgrund und die Stirnwände in einer horizontalen Ebene liegen und
die Nutseitenwände in einer vertikalen Ebene liegen. Die Nutseitenwände können glatt,
insbesondere vorsprungsfrei, oder mit in die Beschlagnut hineinragenden Auflagestegen
verschiedenster Kontur ausgebildet sein. Die Horizontalebene kann dabei durch die
Horizontalrichtung und eine zur Horizontal- und zur Vertikalrichtung querliegenden
Querrichtung definiert sein. Die vertikale Ebene kann beispielsweise durch die Vertikalrichtung
und die Horizontalrichtung definiert sein. Vorzugsweise ist also die Beschlagnut in
Vertikalrichtung nach unten zur Zarge hin offen und/oder in Vertikalrichtung zur Zarge
hin nach oben offen, abhängig davon, ob das Horizontalrahmenteil den in Vertikalrichtung
oberen Rahmenabschnitt oder den in Vertikalrichtung unten angeordneten Rahmenabschnitt
bildet.
[0008] Das Horizontalrahmenteil umfasst ferner ein daran befestigtes Laufschieneneingriffsteil,
das insbesondere zwei verschiedene Betriebszustände einnehmen kann. In einem aktiven
Eingriffszustand kann das Laufschieneneingriffsteil mit einer zargenseitigen Laufschiene
in Eingriff gelangen, um Kraft zwischen Laufschiene und Laufschieneneingriffsteil
zu übertragen. Ferner ist das Laufschieneneingriffsteil dazu ausgebildet, in einem
passiven Freigabezustand relativ zu der Laufschiene verschiebbar zu sein. Im Gegensatz
zu einem Schieberahmen, der sich im Wesentlichen lediglich in Verschieberichtung,
also in Horizontalrichtung, relativ zu der Zarge verschieben lässt, führt der Hebeschieberahmen
beim Einnehmen des Eingriffszustands aus dem Freigabezustand eine im Wesentlichen
vertikale Absenkbewegung und beim Einnehmen des Freigabezustands aus dem Eingriffszustand
eine im Wesentlichen vertikale Anhebebewegung zusätzlich zu der relativen Verschiebebewegung
in Horizontalrichtung durch. Insbesondere definiert sich der aktive Eingriffszustand
dadurch, dass der Schieberahmen, insbesondere der Hebeschieberahmen, in Horizontalrichtung
derart bezüglich der Zarge positioniert ist, dass der Schieberahmen, insbesondere
der Hebeschieberahmen, mit der Zarge vorzugsweise parallel abschließt. Treten beispielsweise
aufgrund von äußeren thermischen Belastungen und/oder äußeren Sog-/Druckbelastungen
aufgrund von hohen Windlasten oder Kräfte aufgrund von Einbruchsversuchen von außen
auf, kann eine Kraft zwischen Laufschiene und Laufschieneneingriffsteil in dem Eingriffszustand
übertragen werden, um eine Deformation des Schieberahmens zu verhindern, insbesondere
um ein Durchbiegen des Schieberahmens in Querrichtung zu verhindern. In dem passiven
Freigabezustand, in dem der Schieberahmen, insbesondere der Hebeschieberahmen, bezüglich
der Zarge in Horizontalrichtung verschiebbar sein soll, lässt das Laufschieneneingriffsteil
eine Relativverschiebung bezüglich der Laufschiene in Horizontalrichtung zu. Diese
Verschiebebewegung kann vorzugsweise kontaktfrei durchgeführt werden. Dies bedeutet,
dass während des Verschiebens des Schieberahmens bezüglich der Zarge, also während
des Verschieben des Laufschieneneingriffsteils bezüglich der Laufschiene, kein Kontakt
zwischen Laufschieneneingriffsteil und Laufschiene besteht. Insbesondere gleitet und/oder
rollt das Laufschieneneingriffsteil nicht an der Laufschiene ab. Alternativ ist es
jedoch denkbar, dass das Laufschieneneingriffsteil an der Laufschiene gleitet und/oder
daran abrollt.
[0009] Erfindungsgemäß ist das Laufschieneneingriffsteil derart gestaltet, dass es die im
Eingriffszustand von der Laufschiene in das Laufschieneneingriffsteil eingeleitete
Kraft, die beispielsweise aufgrund der oben beschriebenen Einflüsse auftreten kann,
in die Stirnwände ableiten kann. Wie bereits beschrieben wurde, handelt es sich bei
den Stirnwänden um außerhalb der Beschlagnut angeordnete Profilwände des Horizontalrahmenteils.
Erfindungsgemäß ist das Laufschieneneingriffsteil ferner derart gestaltet, dass sich
die innerhalb der Beschlagnut angeordnete Beschlageinrichtung, beispielsweise die
Verbindungsstange zweier Laufwägen, an dem Laufschieneneingriffsteil vorbei erstrecken
kann. Vorzugsweise ist also das Laufschieneneingriffsteil derart gestaltet und/oder
dimensioniert, dass es zum einen im Eingriffszustand die von der Laufschiene in das
Laufschieneneingriffsteil eingeleitete Kraft derart in das Horizontalrahmenteil ableiten
kann, dass ein Durchbiegen des Horizontalrahmenteils in Querrichtung vermieden wird
und dass innerhalb der Beschlagnut weiterhin genügend Platz für die Beschlageinrichtung
gegeben ist, sodass diese sich an dem Laufschieneneingriffsteil vorbei erstrecken
kann und nicht entlang weiterer, in dem Horizontalrahmenteil ausgebildeter Profilkammern
umgeleitet werden muss. Dadurch ist eine einfach zu montierende und kostengünstig
zu realisierende Sicherung gegen ein Durchbiegen in Querrichtung des Horizontalrahmenteils
bereitgestellt. Ferner ist das erfindungsgemäße Horizontalrahmenteil unabhängig von
der Art des Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmens einsetzbar, das unabhängig
von den in der Beschlagnut angeordneten Beschlageinrichtungen verwendet werden kann.
[0010] Bei einer beispielhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Horizontalrahmenteils ist
das Laufschieneneingriffsteil derart an dem Horizontalrahmenteil befestigt, dass eine
zwischen Laufschieneneingriffsteil und Horizontalrahmenteil wirkende Befestigungskraft
eine in einer zur Horizontal- und Vertikalrichtung querliegenden Querrichtung orientierte
Kraftkomponente aufweist. Vorzugsweise weist die Befestigungskraft eine Kraftkomponente
in Vertikalrichtung und eine Kraftkomponente in Querrichtung auf. Dies hat den Vorteil,
dass die von der Laufschiene in das Laufschieneneingriffsteil eingeleitete Kraft zusätzlich
durch die Befestigungskraft übertragen bzw. aufgenommen werden kann. Insbesondere
hat die in Querrichtung orientierte Kraftkomponente den Vorteil, dass diese parallel
zu der von außen wirkenden Krafteintragsrichtung, beispielsweise aufgrund von Druck-
und/oder Sogbelastungen, orientiert ist und somit besonders effektiv Kraft übertragen
können.
[0011] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist zur Befestigung des Laufschieneneingriffsteils
an dem Horizontalrahmenteil wenigstens eine Schraube vorgesehen. Vorzugsweise verschraubt
die wenigstens eine Schraube das Laufschieneneingriffsteil mit einer der Stirnwände
des Horizontalrahmenteils. Alternativ oder zusätzlich ist das Laufschieneneingriffsteil
mittels der wenigstens einen Schraube mit einer der Nutseitenwände verschraubt. Aufgrund
des Befestigens des Laufschieneneingriffsteils außerhalb der Beschlagnut an den Stirnwänden
bzw. seitlich an den Nutseitenwänden ist es möglich, die Beschlagnut im Wesentlichen
frei von Befestigungseinrichtungen und/oder dem Laufschieneneingriffsteil zu halten,
sodass sich die innerhalb der Beschlagnut angeordnete Beschlageinrichtung an dem Laufschieneneingriffsteil,
selbst in dessen montiertem Zustand an dem Horizontalrahmenteil, vorbei erstrecken
kann. Insbesondere ist die wenigstens eine Schraube in einem Winkel von 10° bis 60°
bezüglich der Vertikalrichtung orientiert. Beispielsweise können mehrere solcher Schrauben
verwendet werden. Vorzugsweise wird wenigstens eine Schraube pro Seite, d.h. pro Stirnwand
und/oder Nutseitenwand eingesetzt. Vorzugsweise können auch zwei, drei, oder vier
Schrauben pro Seite eingesetzt werden. Bei einer beispielhaften Ausführung weist das
Laufschieneneingriffsteil wenigstens einen zargenseitigen, vorzugsweise in einem Winkel
von etwa 10° bis 60° bezüglich der Vertikalrichtung orientierten Montageabschnitt
für die wenigstens eine Schraube auf. Der angewinkelte Montageabschnitt gewährleistet
also ein definiertes Befestigen des Laufschieneneingriffsteils an dem Horizontalrahmenteil.
Ferner erleichtert der angewinkelte Montageabschnitt das Verschrauben der Schraube
innerhalb des Laufschieneneingriffsteils und des Horizontalrahmenteils, da die Schraube
somit im rechten Winkel bezüglich des Montageabschnitts angesetzt und eingebracht
werden kann. Bei einer Weiterbildung erstreckt sich durch den Montageabschnitt bis
hin zu einer horizontalrahmenteilseitigen Oberseite des Laufschieneneingriffsteils
eine vorzugsweise in einem Winkel von 10° bis 60° bezüglich der Vertikalrichtung orientierte
Durchgangsbohrung. Diese kann beispielsweise als versenkte Bohrung ausgebildet sein,
um einen Schraubenkopf der Schraube bündig mit einer Montageabschnittoberfläche aufzunehmen.
Die oben angegebenen Winkelabmessungen liegen vorzugsweise im Bereich von 15° bis
55°, vorzugsweise im Bereich von 20° bis 50°, vorzugsweise im Bereich von 25° bis
45°, vorzugsweise im Bereich von 30° bis 40°. Das Verschrauben der Stirnwände und/oder
der Nutseitenwände mit dem Laufschieneneingriffsteil hat den Vorteil, dass einem Aufweiten
und/oder Zusammendrücken der Beschlagnutseitenwände in Querrichtung aufgrund von äußeren
Belastungen entgegengewirkt werden kann.
[0012] Bei einer beispielhaften Ausführung der Erfindung umfasst das Laufschieneneingriffsteil
eine zargenseitige Vertiefung zum Ineinandergreifen mit der Laufschiene. Vorzugsweise
ist die Vertiefung an einer zargenseitigen Unterseite des Laufschieneneingriffsteils
ausgebildet. Die Vertiefung kann sich an der Unterseite des Laufschieneneingriffsteils
entlang dessen vollständigen Längserstreckung erstrecken. Vorzugsweise besitzt die
Laufschiene einen in Richtung des Laufschieneneingriffsteils vorstehenden Führungssteg,
der in dem aktiven Eingriffszustand mit der Vertiefung des Laufschieneneingriffsteils
in Eingriff gelangen kann. Insbesondere ist das Laufschieneneingriffsteil derart gestaltet,
dass es mit der Laufschiene kontaktfrei in Eingriff bringbar ist. Das Laufschieneneingriffsteil
kann beispielsweise derart mit der Laufschiene in Eingriff gebracht werden, dass zwischen
der zargenseitigen Unterseite des Laufschieneneingriffsteils und der horizontalrahmenteilseitigen
Oberseite der Laufschiene und/oder zwischen der Vertiefung und dem Führungssteg kein
Kontakt besteht. Alternativ ist es jedoch auch denkbar, dass das Laufschieneneingriffsteil
im Eingriffszustand mit der Laufschiene in Kontakt ist, vorzugsweise dass die Vertiefung
mit dem Führungssteg in Kontakt ist.
[0013] Bei der Weiterbildung der Erfindung weist die Vertiefung einen konstanten, sich in
Erstreckungsrichtung, d.h. Horizontalrichtung, im Wesentlichen nicht verändernden
Querschnitt auf. Der Querschnitt kann beispielsweise halbkreis-, kegelstumpf- oder
trapezförmig ausgebildet sein. Vorzugsweise ist die Vertiefung, insbesondere dessen
Querschnitt, bezüglich des Führungsstegs formangepasst. Der Führungssteg und die Vertiefung
können also denselben Querschnitt aufweisen, wobei unterschiedliche Abmessungen möglich
sind. Vorzugsweise ist die Vertiefung auch formkomplementär zu dem Führungssteg ausgebildet,
sodass insbesondere der Führungssteg im Eingriffszustand vollflächig mit einer Innenfläche
der Vertiefung im Kontakt ist. Alternativ besitzt die Vertiefung in Quer- und/oder
Vertikalrichtung ein Übermaß von vorzugsweise 0,5 mm, 1 mm, 2 mm, 3 mm, 4 mm oder
5 mm bezüglich des Führungsstegs, sodass der Führungssteg kontaktfrei in die Vertiefung
einfahrbar ist. Das Spiel ermöglicht es, Montageungenauigkeiten in gewissem Maße auszugleichen
und/oder ein gewisses Bewegungsspiel relativ zueinander in Querrichtung bzw. Vertikalrichtung
zu erlauben.
[0014] Bei einer weiteren beispielhaften Ausführung des Horizontalrahmenteils ist eine Abmessung
des Laufschieneneingriffsteils in Querrichtung derart bezüglich eines Abstands der
Nutseitenwände in Querrichtung überdimensioniert, dass das Laufschieneneingriffsteil
an beiden Stirnwänden anliegen kann. Dadurch kann die von der Laufschiene, insbesondere
dem Führungssteg, in das Laufschieneneingriffsteil, insbesondere in die Vertiefung,
eingeleitete Kraft in beide Stirnwände abgeleitet werden, um einen gleichmäßigen Kraftfluss
innerhalb des Horizontalrahmenteils zu realisieren. Vorzugsweise ist das Laufschieneneingriffsteil
ferner derart gestaltet, dass es sich brücken- oder deckelartig über die Beschlagnut
herüber erstreckt, um vorzugsweise die Beschlagnut im Bereich des Laufschieneneingriffsteils
zargenseitig, vorzugsweise in Vertikalrichtung nach unten, zu verschließen. Insbesondere
liegt das Laufschieneneingriffsteil derart an den Stirnwänden an und ist derart dimensioniert,
dass es die Beschlagnut größtenteils nicht besetzt, sodass vorzugsweise sich die innerhalb
der Beschlagnut angeordnete Beschlageinrichtung an dem Laufschieneneingriffsteil vorbei
erstrecken kann. Vorzugsweise weist das Laufschieneneingriffsteil wenigstens einen
sich zumindest teilweise in die Beschlagnut erstreckenden Abstützsteg auf, dessen
einer Nutseitenwand zugewandte Außenseite an dieser anliegen kann, um Kraft zwischen
Laufschieneneingriffsteil und Horizontalrahmenteil zu übertragen. Ferner kann eine
der Außenseite gegenüberliegende Innenseite des wenigstens einen Abstützstegs bezüglich
der Vertikalrichtung vorzugsweise um 15° bis 65° angewinkelt sein, um die übertragbare
Querkraft zu erhöhen. Bei einer Weiterbildung können zwei in Querrichtung in einem
Abstand zueinander angeordnete Abstützstege an einer horizontalrahmenteilseitigen
Oberseite des Laufschieneneingriffsteils ausgebildet sein. Insbesondere ist ein Abstand
zweier Abstützstege in Querrichtung derart auf den Abstand der Nutseitenwände in Querrichtung
abgestimmt, dass beide Abstützstegaußenseiten an jeweils einer Nutseitenwand anliegen.
Auf diese Weise kann ein Zusammendrücken und/oder ein Aufweiten der Beschlagnutseitenwände
in Querrichtung aufgrund von äußerer Krafteinwirkung vermieden werden.
[0015] Bei einer beispielhaften Ausführung ragt der wenigstens eine Abstützsteg um höchstens
50 %, vorzugsweise höchstens 40 %, 30 %, 20 %, 10 % oder 5% einer Beschlagnutvertikalabmessung
in die Beschlagnut hinein. Insbesondere beträgt eine Abstützstegtiefe in Querrichtung
höchstens 50 %, vorzugsweise höchstens 40 %, 30 %, 20 %, 10 % oder 5% einer Beschlagnuttiefe
in Querrichtung. Dadurch ist gewährleistet, dass ausreichend Platz innerhalb der Beschlagnut
für die darin angeordnete Beschlageinrichtung bestehen bleibt. In einer weiteren bevorzugten
Ausführung weist der wenigstens eine Abstützsteg eine Klemme auf, die derart bezüglich
der Beschlagnuttiefe in Querrichtung überdimensioniert ist, dass die Klemme beim Anbringen,
insbesondere beim Befestigen, des Laufschieneneingriffsteils an dem Horizontalrahmenteil
eine aufhebbare, elastische Klemmhaltekraft auf die Beschlagnut ausübt, um das Laufschieneneingriffsteil
an dem Horizontalrahmenteil festzuhalten. Dadurch kann die Montage des Laufschieneneingriffsteils
an dem Horizontalrahmenteil erleichtert werden, da bereits ohne Verschraubung mittels
der Schraube eine Haltekraft zwischen Laufschieneneingriffsteil und Horizontalrahmenteil
besteht.
[0016] Vorzugsweise ist die Klemme über einen an der Klemme ausgebildeten, elastisch deformierbaren,
insbesondere tordierbaren, Kopplungsabschnitt, wie ein Filmscharnier, mit dem Abstützsteg
verbunden. Vorzugsweise deformiert, insbesondere tordiert, sich der Kopplungsabschnitt
beim Anbringen des Laufschieneneingriffsteils an dem Horizontalrahmenteil derart elastisch
zur Bildung einer Deformationsrückstellkraft, dass die Klemme gegen die Beschlagnut
elastisch vorgespannt ist, sodass das Laufschieneneingriffsteil an dem Horizontalrahmenteil
festgehalten ist. Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist die Klemme einstückig
mit dem Abstützsteg, vorzugsweise aus Kunststoff, insbesondere durch Spritzgießen
hergestellt. Bei einer beispielhaften Ausführung ist die Klemme derart ausgebildet,
dass sie beim Anbringen des Laufschieneneingriffsteils an dem Horizontalrahmenteil
einen Linienklemmkontakt mit der Beschlagnut bildet. Vorzugsweise ist nach Überwindung
der durch die Klemmhaltekraft verursachten Haftreibung zwischen Klemme und Beschlagnut
ein stufenloses Verstellen des Laufschieneneingriffsteils entlang der Beschlagnut
ermöglicht. Es ist klar, dass nach dem Verschrauben des Laufschieneneingriffsteils
an dem Horizontalrahmenteil ein stufenlos Verstellen nicht mehr möglich ist, bzw.
erst nach Entfernen der Schrauben wieder ermöglicht ist. Vorzugsweise ist eine in
Längsrichtung auf das Laufschieneneingriffsteil ausgeübte Kraft von höchstens 100
N, 90 N, 80 N, 70 N oder höchstens 60 N und/oder wenigstens 30 N, zwischen Laufschieneneingriffsteil
und Horizontalrahmenteil übertragbar. Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist die
Klemme in Querrichtung bezüglich einer Beschlagnuttiefe überdimensioniert und/oder
an einer Außenseite des Abstützstegs angebracht. Vorzugsweise ist das Laufschieneneingriffsteil
dazu ausgelegt, im montierten Zustand an dem Horizontalrahmenteil eine vorzugsweise
aufgrund äußerer Belastung wirkende Kraft in Querrichtung von wenigstens 250 N, vorzugsweise
500 N, 750 N, 1000 N, 1250 N, 1500 N, 1750 N, 1250 N, 2000 N, 2500 N, 2750 N, 3000
N, oder wenigstens 3250 N, zwischen Laufschieneneingriffsteil und Horizontalrahmenteil
zu übertragen, insbesondere ohne plastisch deformiert bzw. zerstört zu werden. Bei
einer Weiterbildung der Erfindung weist die Klemme eine Rastnase auf, die beim Anbringen
des Laufschieneneingriffsteils an dem Horizontalrahmenteil in eine, in einer der Abstützstegaußenwand
zugewandten Nutseitenwand ausgebildeten Aussparung einrastbar ist, um eine Relativbewegung
zwischen Laufschieneneingriffsteil und Horizontalrahmenteil in Vertikalrichtung zu
verhindern. Insbesondere beträgt im Eingriffszustand eine in Vertikalrichtung zwischen
Rastnase und Aussparung übertragbare Kraft wenigstens 100 N, 200 N, 300 N, 400 N oder
500 N. Beispielsweise besitzen die Rastnase und/oder die Aussparung eine Auflaufschräge
zum definierten Einrasten der Rastnase in die Aussparung. Vorzugsweise ist die Aussparungsauflaufschräge
derart auf die Rastnasenauflaufschräge abgestimmt, dass eine Rastnasenspitze in Richtung
eines Aussparungsgrundes zum Einnehmen einer Rastendposition geführt ist, wobei insbesondere
ein Auflaufschrägenwinkel im Bereich von 15° bis 60°, insbesondere im Bereich von
25° bis 50°, insbesondere Bereich von 30° bis 45°, liegt.
[0017] Gemäß einer beispielhaften Ausführung des Horizontalrahmenteils weist eine sich in
Horizontalrichtung erstreckende Längsseite des Horizontalrahmenteils eine vorzugsweise
in einem Winkel von etwa 15° bis etwa 60°, vorzugsweise im Bereich von 20° bis 55°,
vorzugsweise im Bereich von 25° bis 50°, vorzugsweise im Bereich von 30° bis 45°,
bezüglich der Vertikalrichtung orientierte Dichtungsschräge zum dichtenden Berühren
einer das Horizontalrahmenteil und den Zargenrahmen abzudichtenden Dichtung auf. Vorzugsweise
ist die Dichtungsschräge entlang der vollständigen Horizontalerstreckung des Laufschieneneingriffsteils
ausgebildet. Vorzugsweise ist an beiden Längsseiten eine derartige Dichtungsschräge
vorgesehen, um insbesondere beidseitig eine Dichtung dichtend zu berühren. Bei einer
Weiterbildung der Erfindung ist wenigstens eine der in Horizontalrichtung weisenden
Stirnseiten des Laufschieneneingriffsteils vorzugsweise in einem Winkel von 5° bis
75°, vorzugsweise im Bereich von 10° bis 70°, vorzugsweise im Bereich von 15° bis
65°, vorzugsweise im Bereich von 20° bis 55°, vorzugsweise im Bereich von 25° bis
45°, vorzugsweise im Bereich von 30° bis 35°, bezüglich der Vertikalrichtung orientiert.
Ferner kann die Stirnseite, insbesondere beide Stirnseiten, konvex und/oder konkav
und/oder ellipsen- oder evolventenförmig ausgebildet sein.
[0018] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung, der mit den vorigen Aspekten
kombinierbar ist, ist ein Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmen, insbesondere
ein Hebeschiebetür- und/oder Hebeschiebefensterrahmen, eines Schiebetür- und/oder
Schiebefenstersystems, insbesondere eines Hebeschiebetür- und/oder Hebeschiebefenstersystems
bereitgestellt. Vorzugsweise weist das Schiebesystem einen ortsfesten Zargenrahmen
auf, der eine Laufschiene besitzt. Erfindungsgemäß umfasst der Schieberahmen ein Horizontalrahmenteil,
das entsprechend einer der oben beschriebenen Ausführungen gestaltet sein kann. Bei
einer bevorzugten Ausführung ist das Laufschieneneingriffsteil an einem sich von etwa
1/6 bis 5/6, vorzugsweise 1/5 bis 4/5, vorzugsweise 1/4 bis 3/4, vorzugsweise 1/3
bis 2/3, einer Horizontalabmessung des Horizontalrahmenteils erstreckenden Mittelbereich
des Horizontalrahmenteils befestigt. Ferner ist es möglich, mehrere solcher Laufschieneneingriffsteile
an dem Horizontalrahmenteil vorzugsweise in dem Mittelbereich zu befestigen, um die
aufnehmbare Querkraft zu erhöhen. Ein Vorteil der Befestigung des Laufschieneneingriffsteils
im Mittelbereich liegt darin, dass eine Durchbiegung des Schieberahmens im Mittelbereich
vermieden wird. Die mehreren Laufschieneneingriffsteile können vorzugsweise gleichmäßig
entlang der Horizontalerstreckung an dem Horizontalrahmenteil befestigt sein. Ferner
erstreckt sich eine in innerhalb der Beschlagnut angeordnete Beschlageinrichtung an
dem wenigstens einen Laufschieneneingriffsteil, vorzugsweise an den mehreren Laufschieneneingriffsteil,
vorbei, vorzugsweise ohne in einer zu der Beschlagnut benachbarten, weiteren Profilkammer
geführt werden zu müssen.
[0019] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung, der mit den vorigen Aspekten
kombinierbar ist, ist ein Schiebetür- und/oder Schiebefenstersystem, insbesondere
ein Hebeschiebetür- und/oder Schiebefenstersystem bereitgestellt. Das Schiebesystem
kann einen ortsfesten Zargenrahmen mit einer Laufschiene und wenigstens einen relativ
dazu beweglichen, vorzugsweise gemäß dem Aspekt ausgebildeten Schiebetür- und/oder
Schiebefensterrahmen, insbesondere Hebeschiebetür- und/oder Hebeschiebefensterrahmen,
aufweisen. Insbesondere umfasst der Schieberahmen ein Horizontalrahmenteil, das entsprechend
einer der oben beschriebenen Ausführungen gestaltet sein kann. Bei einer bevorzugten
Ausführung ist das Laufschieneneingriffsteil an einem sich von etwa 1/6 bis 5/6, vorzugsweise
1/5 bis 4/5, vorzugsweise 1/4 bis 3/4, vorzugsweise 1/3 bis 2/3, einer Horizontalabmessung
des Horizontalrahmenteils erstreckenden Mittelbereich des Horizontalrahmenteils befestigt.
Ferner ist es möglich, mehrere solcher Laufschieneneingriffsteile an dem Horizontalrahmenteil
vorzugsweise in dem Mittelbereich zu befestigen, um die aufnehmbare Querkraft zu erhöhen.
Ein Vorteil der Befestigung des Laufschieneneingriffsteils im Mittelbereich liegt
darin, dass eine Durchbiegung des Schieberahmens im Mittelbereich vermieden wird.
Die mehreren Laufschieneneingriffsteile können vorzugsweise gleichmäßig entlang der
Horizontalerstreckung an dem Horizontalrahmenteil befestigt sein. Ferner erstreckt
sich eine in innerhalb der Beschlagnut angeordnete Beschlageinrichtung an dem wenigstens
einen Laufschieneneingriffsteil, vorzugsweise an den mehreren Laufschieneneingriffsteil,
vorbei, vorzugsweise ohne in einer zu der Beschlagnut benachbarten, weiteren Profilkammer
geführt werden zu müssen.
[0020] Im Folgenden werden weitere Eigenschaften, Merkmale und Vorteile der Erfindung mittels
Beschreibung bevorzugter Ausführungen der Erfindung anhand der beiliegenden beispielhaften
Zeichnungen deutlich, in denen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer schieberahmenseitigen Seite eines Laufschieneneingriffsteils
eines erfindungsgemäßen Horizontalrahmenteils;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht einer zargenseitigen Seite des Laufschieneneingriffsteils
nach Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf eine Stirnseite des Laufschieneneingriffteils nach Fig. 1, 2;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf eine Längsseite des Laufschieneneingriffteils nach Fig. 1, 2,
3;
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf einen Ausschnitt einer beispielhaften Längsseite des Laufschieneneingriffsteils
nach Fig. 1, 2, 3;
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf einen Ausschnitt einer weiteren beispielhaften Längsseite des
Laufschieneneingriffsteils nach Fig. 1, 2, 3;
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf einen Ausschnitt einer weiteren beispielhaften Längsseite des
Laufschieneneingriffsteils nach Fig. 1, 2, 3;
- Fig. 8
- eine Draufsicht auf einen Ausschnitt einer weiteren beispielhaften Längsseite des
Laufschieneneingriffsteils nach Fig. 1, 2, 3; und
- Fig. 9
- eine Schnittansicht eines erfindungsgemäßen Horizontalrahmenteils sowie eines Zargenrahmens
eines erfindungsgemäßen Schiebetür- und/oder Schiebefenstersystems.
[0021] In der folgenden Beschreibung beispielhafter Ausführungen des erfindungsgemäßen Horizontalrahmenteils,
des erfindungsgemäßen Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmens sowie des erfindungsgemäßen
Schiebetür- und/oder Schiebefenstersystems ist ein erfindungsgemäßes Horizontalrahmenteil
im Allgemeinen mit der Bezugsziffer 1 versehen. Wie in der Querschnittsansicht des
Schiebetür- /oder Schiebefenstersystems nach Fig. 9 ersichtlich ist, umfasst das Schiebetür-
/oder Schiebefenstersystem eine Vielzahl von innen liegenden und außen liegenden Profilwänden,
welche im Folgenden mit Bezugszeichen dann spezifiziert werden, wenn sie Einfluss
auf den Erfindungsgegenstand haben.
[0022] In Bezug auf die Figuren 1 bis 8 wird eine beispielhafte Ausführung eines erfindungsgemäßen
Laufschieneneingriffsteils 3, das an einem erfindungsgemäßen Horizontalrahmenteil
1, welches insbesondere in Bezug auf Fig. 9 beschrieben wird, zu befestigen ist, näher
erläutert. Das Laufschieneneingriffsteil 3 ist dazu ausgebildet, in einem aktiven
Eingriffszustand mit einer zargenseitigen Laufschiene 5 in Eingriff zu gelangen, um
Kraft zwischen Laufschiene 5 und Laufschieneneingriffsteil 3 zu übertragen. Das Laufschieneneingriffsteil
3 ist ferner dazu ausgebildet, in einem passiven Freigabezustand relativ zu der Laufschiene
5 verschiebbar zu sein. Bezugnehmend auf Fig. 1 ist im Wesentlichen eine schieberahmenseitige
Seite, insbesondere Oberseite 7, des Laufschieneneingriffteils 3 abgebildet, die derart
gestaltet ist, dass das Laufschieneneingriffsteil 3 an dem Horizontalrahmenteil 1
anliegen kann. In Fig. 2 ist im Wesentlichen eine zargenseitige Seite, insbesondere
Unterseite 9, des Laufschieneneingriffteils 3 zu sehen, die derart gestaltet ist,
dass das Laufschieneneingriffsteil 3 mit der Laufschiene 5 in Eingriff gelangen kann.
[0023] Das vorzugsweise einstückig, vorzugsweise in einem Spritzgussverfahren aus einem
geeigneten Kunststoff, hergestellte Laufschieneneingriffsteil 3 kann eine im Wesentlichen
ebene Oberseite 7 aufweisen. Es sei klar, dass auch weitere geeignete Materialien
für das Laufschieneneingriffsteil 3 infrage kommen, wie beispielsweise Metall, wie
zum Beispiel Stahl, Aluminium oder Zinkdruckguss, wobei dann alternative Fertigungsverfahren
Anwendung finden. Gemäß der Fig. 1 abgebildeten beispielhaften Ausführung des Laufschieneneingriffteils
3 sind an der Oberseite 7 zwei Abstützstege 11 ausgebildet. Die Abstützstege 11 erstrecken
sich entlang der vollständigen Längserstreckung des Laufschieneneingriffteils 3 und
sind in einem Abstand zueinander bezüglich einer zur Längsrichtung L querliegenden
Querrichtung Q angeordnet. Wie in Fig. 1 zu sehen ist, verlaufen die Abstützstege
11 parallel zueinander sind vorzugsweise identisch ausgebildet, wobei die Abstützstege
11 bezüglich einer Mittelachse des Laufschieneneingriffsteils 3 gespiegelt sind. Der
Abstützsteg 11 weist eine Außenseite 13, die im Wesentlichen einen 90° Winkel mit
der Oberseite 7 des Laufschieneneingriffsteils 3 bildet. Der Außenseite 13 gegenüberliegend
weist der Abstützsteg 11 eine Innenseite 15 auf, die vorzugsweise in einem Winkel,
beispielsweise im Bereich von 15° bis 60°, bezüglich der Oberseite 7 orientiert ist
und in diese mündet. Die Außenseite 13 und die diesbezüglich in einem Winkel orientierte
Innenseite 15 können beispielsweise unmittelbar ineinander münden, sodass sich eine
Spitze (nicht dargestellt) an dem Abstützsteg 11 ausgebildet. Bei der Ausführung gemäß
Fig. 1 bilden die Außenseite 13 und die Innenseite 15 jedoch keine Spitze, sondern
besitzen einen abgerundeten, vorzugsweise konvexen, Rand 17.
[0024] An dem Übergang zwischen Laufschieneneingriffsteiloberseite 7 und Außenseite 13 und/oder
Innenseite 15 kann eine Fase 19, 21 zur Vermeidung scharfer Karten ausgebildet sein.
Die Fase 19 bzw. 21 kann beispielsweise als gleichmäßig abgeschrägte Fläche gestaltet
sein, vorzugsweise einen Winkel im Bereich von 15° bis 60° bezüglich der Vertikalrichtung
V bilden, oder eine konkave Gestalt besitzen. Bei der Ausführung gemäß Fig. 1 erstreckt
sich die Fase 19, 21 über die vollständige Längserstreckung des Laufschieneneingriffteils
3 bis zu den jeweiligen Stirnseiten 23 bzw. 25, die in Längsrichtung L weisen.
[0025] Beispielhafte Ausgestaltungen der Stirnseiten 23, 25 sind in den Figuren 4 bis 8
dargestellt. Die Ausführung, die in Fig. 4 dargestellt ist, korrespondiert dabei zu
der Ausführung des Laufschieneneingriffsteils 3 gemäß den Figuren 1 bis 3. Grundsätzlich
stellen sämtliche Figuren 4 bis 8 eine Seitenansicht auf eine Längsseite 27 bzw. 29
des Laufschieneneingriffsteils 3 dar. In Fig. 4 ist zu erkennen, dass je zwei benachbarte
Stirn- und Längsseiten 23, 25, 27, 29 in einem rechten Winkel zueinander orientiert
sind. Ferner ist zu erkennen, dass die Stirnseiten 23, 25 jeweils mit der Oberseite
7 bzw. der Unterseite 9 eine gemeinsame, scharfe Profilkante 31 bzw. 33 bilden, wobei
es in anderen Ausführungen auch denkbar ist, die Profilkante 31 bzw. 33 anzufasen,
beispielsweise in einem Winkel von etwa 40°, oder auch konkav. Insbesondere in Bezug
auf Fig. 6 ist dargestellt, dass beispielsweise zwischen der Unterseite 9 und den
Stirnseiten 23, 25 die Profilkanten 31 bzw. 33 gefast gestaltet sein können, wobei
beispielsweise ein konkaver Profilradius 35 vorgesehen sein kann. Es ist klar, dass
die in den Figuren 5 bis 8 abgebildeten Ausschnitte einer Längsseite 27, 29 des Laufschieneneingriffteils
3 derart zu verstehen sind, dass sich das dargestellte Profil entlang der vollständigen
Längserstreckung des Laufschieneneingriffsteils 3 nicht ändert, wobei eine jeweils
gegenüberliegende Stirnseite 25 bzw. 23 in analoger Weise geformt ist. Bei der Ausführung
gemäß Fig. 5 besitzt die Stirnseite 23, 25 einen gebogenen Abschnitt 37 der sich beispielsweise
von der Unterseite 9 bis zu einer Vertikalhöhe erstreckt, an der sich die Abstützstege
11 von der Oberseite 7 weg erstrecken. Zusätzlich können am jeweiligen Übergang des
gebogenen Abschnitts 37 in die Unterseite 9 bzw. die Stirnseite 23, 25 Radien 39 ausgebildet
sein. Der gebogene Abschnitt 37 kann beispielsweise in einem Winkel von 15° bis 65°
bezüglich der Vertikalrichtung V orientiert sein, wobei klar ist, dass sich aufgrund
der Biegung des gebogenen Abschnitt 37 dessen Winkel bezüglich der Vertikalrichtung
V stetig ändert, vorzugsweise von der Unterseite 9 her gesehen stetig zunimmt. Die
Radien 39 können beliebig gegeigte Winkelgrößen umfassen. An der Stirnseite 23, 25
gemäß der Ausbildung nach Fig. 8 erstreckt sich eine Schräge 41 im Wesentlichen von
der Unterseite 9 bis hin zu einer Vertikalhöhe, an der die Abstützstege 11 sich von
der Oberseite 7 des Laufschieneneingriffteils 3 weg erstrecken. Die Schräge 41 ist
vorzugsweise in einem Winkel von 15° bis 65° bezüglich der Vertikalrichtung V orientiert.
An dem jeweiligen Übergang der Schräge 41 in die Unterseite 9 bzw. die Stirnseite
25, 23 können jeweils Radien 39 ausgebildet sein, um einen gleichmäßigen Übergang
zu gewährleisten. Die Radien 39 sind nicht auf eine bestimmte Größe beschränkt, sondern
können geeignete Maße besitzen und vorzugsweise an den Winkel der Schräge 41 bezüglich
der Vertikalrichtung V angepasst sein. Eine weitere beispielhafte Ausführung ist in
Fig. 7 dargestellt. Dort erstreckt sich ein zweifach geschwungener oder gebogener,
vorzugsweise konvex-konkaver Wandabschnitt 43 im Wesentlichen von der Unterseite 9
her bis zu der Vertikalhöhe, an der sich die Abstützstege 11 von der Oberseite 7 des
Laufschieneneingriffteils 3 weg erstrecken. Eine durch den Wandabschnitt 43 zur Vereinfachung
gelegte Schräge ist insbesondere im Bereich von 15° bis 65° bezüglich der Vertikalrichtung
V orientiert. Die von den konkaven bzw. konvexen Segmenten 45, 47, 49 geformten Radien
können beliebige geeignete Maße besitzen. Ferner ist klar, dass die oben angegebenen
Winkelangaben bezüglich der Schräge lediglich beispielhaft zu verstehen sind und weitere
Winkel, insbesondere geringere oder auch größere Winkel als zur Erfindung gehörend
zu betrachten sind. Weiter ist denkbar, dass die Stirnseiten 23, 25 auch als Mischformen
der insbesondere in Fig. 4 bis 8 dargestellten Ausführungen gebildet sein können,
sodass sich beispielsweise konkave und/oder konvexe, ellipsen- oder evolventenförmig
Stirnseiten 23, 25 ergeben können.
[0026] In Fig. 2 ist die Unterseite 9 des Laufschieneneingriffteils 3 näher dargestellt.
Es ist zu erkennen, dass das Laufschieneneingriffsteil 3 eine zargenseitige Vertiefung
51 zum Ineinandergreifen mit der Laufschiene 5 aufweist. Die Vertiefung 51 ist vorzugsweise
entlang der vollständigen Längserstreckung des Laufschieneneingriffsteils 3 ausgebildet,
sodass das Laufschieneneingriffsteil 3 insbesondere in dem passiven Freigabezustand
flexibel relativ zu der Laufschiene 5 verschiebbar ist. In einer beispielhaften Ausführung
weist die Vertiefung 51 einen konstanten Querschnitt auf. Dies bedeutet, dass der
Querschnitt sich in Längsrichtung L des Laufschieneneingriffsteils 3 nicht ändert.
Der Querschnitt der Vertiefung 51 kann beispielsweise im Wesentlichen halbkreisförmig,
wie es in Fig. 3 dargestellt ist, oder im Wesentlichen rechteckig mit angefasten bzw.
abgerundeten Kanten 53 gestaltet sein. Bezugnehmend auf die Figuren 1, 2 besitzt die
Vertiefung 51 zwei gegenüberliegende Vertiefungswände 55, 57, die sich im Wesentlichen
parallel zueinander erstrecken und die gleiche Dimension in Vertikalrichtung aufweisen.
Die Vertiefungswände 55, 57 münden in einen vorzugsweise parallel zu der Oberseite
7 orientierten Vertiefungsboden 59, der sich ebenfalls vollständig entlang der Längserstreckung
des Laufschieneneingriffsteils 3 erstreckt. Beispielsweise bilden jeweils die Vertiefungswände
55, 57 mit dem Vertiefungsboden 59 einen rechten Winkel.
[0027] Gemäß beispielhaften Ausführungen besitzt die Vertiefung 51 eine Vertiefungsvertikalhöhe
von wenigstens 3 mm und vorzugsweise höchstens 15 mm, wobei eine Vertikalhöhe im Bereich
von 4 mm bis 8 mm zu bevorzugen ist. Eine in Querrichtung Q gemessene Vertiefungsbreite,
also ein Abstand zwischen den Vertiefungswänden 55, 57 in Querrichtung Q, von 3 bis
20 mm, vorzugsweise im Bereich von 4 bis 15 mm, vorzugsweise im Bereich von 5 bis
10 mm. Wie bereits angedeutet, können sowohl zwischen jeweils einer Vertiefungswand
55, 57 und der Unterseite 9 und/oder zwischen einer Vertiefungsseitenwand 55, 57 und
dem Vertiefungsboden 59 gerundete oder gefaste Kanten 53 zur Vermeidung scharfer Übergänge
ausgebildet sein.
[0028] Die sich in Horizontalrichtung H erstreckenden Längsseiten 27, 29 können eine in
einem Winkel von vorzugweise 15° bis 60° bezüglich der Vertikalrichtung V orientierte
und sich vorzugsweise entlang der vollständigen Horizontalerstreckung des Laufschieneneingriffteils
3 ausgebildete Dichtungsschräge 65 zum dichtenden Berühren einer das Horizontalrahmenteil
1 und einen Zargenrahmen 61 abzudichtenden Dichtung 63 aufweisen. Die Dichtung 63
und der Zargenrahmen 61 werden in Bezug auf Fig. 9 näher erläutert. Die Dichtungsschräge
65 erstreckt sich vorzugsweise gleichmäßig von der Unterseite 9 des Laufschieneneingriffsteils
3 bis hin zu einer das Laufschieneneingriffsteil 3 in Querrichtung Q begrenzenden
Längswand 67. Alternativ kann die Dichtungsschräge 65 auch gebogen bzw. gekrümmt ausgebildet
sein und/oder beispielsweise jeweils am Übergang zu der Unterseite 9 bzw. der Längswand
67 einen Radius bzw. eine Fase aufweisen. Die Längswand 67 ist vorzugsweise in Vertikalrichtung
orientiert. Dies bedeutet, dass die Längsbahn 67 im rechten Winkel bezüglich der Oberseite
7 orientiert ist und sich vorzugsweise parallel zu den Vertiefungswänden 55, 57 und/oder
entlang der vollständigen Längserstreckung des Laufschieneneingriffsteils 3 erstreckt.
[0029] Benachbart der Vertiefung 51 bilden zwei sich parallel zueinander erstreckende vorzugsweise
identisch ausgebildete Bodenwände 69, 71 die Unterseite 9 des Laufschieneneingriffteils
3. Wie insbesondere in den Figuren 2, 3 zu sehen ist, münden die Bodenwände 69, 71
unmittelbar in die Dichtungsschräge 65 und die Vertiefungswand 55 bzw. 57. Beide Bodenwände
69, 71 weisen einen zargenseitigen, in einem Winkel von etwa 10° bis 65° bezüglich
der Vertikalrichtung V orientierten Montageabschnitt 73, 75 auf. Die Montageabschnitte
73, 75 erstrecken sich im Wesentlichen von einer Längskante 77, die den Übergang zwischen
Dichtungsschräge 65 und Bodenwand 69 bildet vorzugsweise bis hin zu dem Vertiefungsboden
59. Eine sich in Längsrichtung L erstreckende Montageabschnittbreite liegt vorzugsweise
im Bereich von 8 mm bis 20 mm, vorzugsweise im Bereich von 10 bis 15 mm. Der Montageabschnitt
73 bzw. 75 dient vorzugsweise dazu, eine definierte Montagefläche für eine Schraube
81 (Fig. 9) bereitzustellen, um das Laufschieneneingriffsteil 3 an dem Horizontalrahmenteil
1 zu befestigen. Ferner ist in den Montageabschnitten 73, 75 eine Durchgangsbohrung
83, 85 eingebracht, in die die Schraube 81 zur Verschraubung mit dem Horizontalrahmenteil
1 einzusetzen ist. Wie insbesondere in Bezug auf die Figuren 1, 2 zu sehen ist, erstreckt
sich die Bohrung 83 vollständig durch das Laufschieneneingriffsteil 3 hindurch. Die
Bohrung 83, 85 erstreckt sich also von dem an der Unterseite 9 des Laufschieneneingriffsteils
3 ausgebildeten Montageabschnitt 73, 75 bis zu der Oberseite 7 des Laufschieneneingriffsteils
3 hindurch. Die Durchgangsbohrung 83, 85 ist beispielsweise als versenkte Bohrung
zum bündigen Aufnehmen eines Schraubenkopfes ausgebildet. Es ist klar, dass eine derartige
Durchgangsbohrung nicht nötig ist, um den Erfindungsgedanken zu realisieren. Jedoch
kann eine Bohrung, vorzugweise eine Durchgangsbohrung mit vorzugsweise zu versenkendem
Schraubenkopf, die Montage deutlich erleichtern. Vorzugsweise ist eine Normale auf
die Montagewand 83, 85 parallel zu einer Mittelachse der Durchgangsbohrungen orientiert,
sodass auch die Durchgangsbohrung in einem Winkel von etwa 10° bis 60° bezüglich der
Vertikalrichtung V orientiert ist. Dies hat den Vorteil, dass auf das Horizontalrahmenteil
1 bzw. das Laufschieneneingriffsteil 3 ausgeübte Kraft in Querrichtung Q unterstützend
durch die Schraubverbindung 81 aufgenommen werden kann. Dies rührt daher, dass die
von der Schraube 81 auf das Laufschieneneingriffsteil 3 bzw. des Horizontalrahmenteil
1 ausgeübte Befestigungskraft eine in einer zur Horizontal- und Vertikalrichtung querliegenden
Querrichtung Q orientierte Kraftkomponente aufweist. In Bezug auf die Figuren 2, 3
ist zu erkennen, dass die Durchgangsbohrung 83, 85 horizontalrahmenteilseitig an der
Oberseite 7 des Laufschieneneingriffsteils 3 teilweise in den Abstützsteg 11 und teilweise
in eine dazu benachbarte, in die Außenseite 13 des Abstützstegs 11 mündende Anlagewand
87, 88 des Laufschieneneingriffsteils 3 mündet. Zur besseren Darstellung sind in Fig.
3 die Montageabschnitte 73, 75 und die Durchgangsbohrungen 83, 85 gestrichelt angedeutet.
Es sei klar, dass sich die Orientierung des Montageabschnitts 73, 75, bzw. die Orientierung
der Durchgangsbohrungen 83, 85, bezüglich der Vertikalrichtung V derart auswirkt,
dass beispielsweise die Durchgangsbohrung an der Oberseite 7 größtenteils in die Anlagewand
87, 88 mündet, wie es gemäß Fig. 3 dargestellt ist.
[0030] Weiter bezugnehmend auf Fig. 3 ist zu erkennen, dass jeweils eine Anlagewand 87,
88 angrenzend an einer Längsseite 27, 29 und jeweils benachbart zu einem Abstützsteg
11 gebildet ist. Ein sich zwischen den beiden Abstützstegen 11 erstreckender, vorzugsweise
parallel zu der Anlagewand 87, 88 orientierter, Brückenabschnitt 89 ist in Vertikalrichtung
V versetzt, vorzugsweise erhöht, bezüglich den Anlagewänden 87 gebildet. Vorzugsweise
ist der Brückenabschnitt in Vertikalrichtung V um wenige Millimeter, beispielsweise
um 1 mm, 2 mm, 3 mm, 4 mm, oder 5 mm, bezüglich der Anlagewand 87, 88 erhöht. Ferner
ist zu erkennen, dass sich die Vertiefung 51 an der Unterseite 9 des Laufschieneneingriffsteils
3 im Bereich des Bodenabschnitts 89 befindet. Vorzugsweise befindet sich die Vertiefung
51 mittig bezüglich der Querrichtung Q an dem Laufschieneneingriffsteil 3. Dadurch
ergibt sich eine bezüglich einer Vertiefungsmittelachse symmetrische Gestalt des Laufschieneneingriffsteils
3.
[0031] Beispielsweise beträgt eine Gesamtabmessung des Laufschieneneingriffsteils 3 in Querrichtung
Q wenigstens 18 mm und höchstens 50 mm. Vorzugsweise beträgt eine in Vertikalrichtung
V gemessene Gesamtabmessung des Laufschieneneingriffsteils 3 wenigstens 10 mm und
höchstens 30 mm. Des Weiteren beträgt eine Laufschieneneingriffsteillänge in Horizontalrichtung
H bzw. in Längsrichtung L wenigstens 30 mm und höchstens 200 mm. Die Abmessungen des
Laufschieneneingriffsteils 3 sind aber vorzugsweise an die zu übertragenen Kräfte
anzupassen. Weiter sind die Abmessungen des Laufschieneneingriffsteils 3 an die Abmessungen
des Horizontalrahmenteils 1 einer Schiebetür und/oder eines Schiebefensters bzw. an
dessen Gewicht anzupassen.
[0032] Im Folgenden wird bezugnehmend auf Fig. 9 das erfindungsgemäße Horizontalrahmenteil
1, der Teil eines erfindungsgemäßen Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmens 116
ist, und ein erfindungsgemäßes Schiebetür- und/oder Schiebefenstersystem 115 beschrieben.
Details zu dem Laufschieneneingriffsteil 3 des erfindungsgemäßen Horizontalrahmenteils
1 können in Bezug auf die beispielhaften Ausführungen gemäß den Figuren 1 bis 8 entnommen
werden. Das Horizontalrahmenteil 1 wird beispielhaft anhand einer Ausführung beschrieben,
in der es ein extrudiertes Profilrahmenteil aus Kunststoff darstellt. Alternative
Materialien und/oder Fertigungsverfahren sind ebenfalls denkbar. Beispielsweise kann
es sich um ein Holz-Horizontalrahmenteil oder ein Aluminium-Horizontalrahmenteil handeln,
wobei beispielsweise auch Verbundwerkstoffe Anwendung finden können.
[0033] Bei dem in Fig. 9 ausgebildeten Horizontalrahmenteil 1 ist dieses in einer Schnittansicht
dargestellt, wobei das extrudierte Horizontalrahmenteil 1 eine Extrusionsrichtung
E definiert, die vorzugweise parallel zur Horizontalrichtung H bzw. Längsrichtung
L liegt und in der sich dessen Querschnitt nicht ändert. Das Horizontalrahmenteil
1 weist an einer in Vertikalrichtung V nach oben weisenden Seite einen Falzabschnitt
91 zum Aufnehmen einer Verglasung 93 auf. Unterhalb des Falzabschnitts 91 kann eine
Profilinnenkammer 95, die vorzugsweise vollständig geschlossen durch Profilwände begrenzt
ist, sich entlang des Horizontalrahmenteils 1 in Extrusionsrichtung E erstrecken.
Beispielsweise kann in die Profilinnenkammer 95 eine Versteifung 97 zur Erhöhung der
Steifigkeit des Horizontalrahmenteils 1 gegenüber äußeren Belastungen eingesetzt sein.
Vorzugsweise kann die Versteifung aber auch in einem Koextrusionsverfahren mit dem
Horizontalrahmenteil 1 hergestellt sein. An die Profilinnenkammer 95 anschließend
und in Vertikalrichtung V unterhalb der Profilinnenkammer 95 angeordnet, ist eine
in dem Horizontalrahmenteil 1 ausgebildete, zargenseitig offene Beschlagnut 99 zum
Aufnehmen einer Beschlageinrichtung 101 vorgesehen. Bei der Beschlageinrichtung 101
kann es sich beispielsweise um einen Laufwagen oder um eine, zwei benachbarte Laufwagen
miteinander verbindende Verbindungsstange handeln. Beispielsweise kann in einem Nutgrund
103 im Bereich um die Laufwägen eine Öffnung spanend hergestellt, insbesondere gefräst,
werden, um die Laufwägen in der Profilinnenkammer 95 auf der Versteifung 97 zu montieren.
Die Beschlagnut 99 besitzt einen Nutgrund 103, der im Wesentlichen in einer Horizontalebene,
die durch die Querrichtung Q und die Extrusionsrichtung E definiert ist, liegt. An
den Nutgrund 103 schließen zwei zueinander gegenüberliegende Nutseitenwände 105, 107
an, die im Wesentlichen in einer vertikalen Ebene, die durch die Vertikalrichtung
V und die Extrusionsrichtung E definiert ist, liegen. Die Nutseitenwände 107, 105
münden jeweils in eine zargenseitige Stirnwand 109, 111. Die Stirnwände 109, 111 liegen
im Wesentlichen in einer horizontalen Ebene, die durch die Querrichtung Q und die
Extrusionsrichtung E definiert ist. Die Stirnwände 109, 111 liegen dabei im Wesentlichen
parallel zu dem Nutgrund 103. Das Laufschieneneingriffsteil 3 liegt derart an dem
Horizontalrahmenteil 1 an und/oder ist derart an dem Horizontalrahmenteil 1 befestigt,
dass eine zwischen Laufschieneneingriffsteil 3 und Horizontalrahmenteil 1 wirkende
Befestigungskraft eine in einer zur Horizontal- und Vertikalrichtung H, V querliegenden
Querrichtung Q orientierte Kraftkomponente aufweist. Wie in Fig. 9 zu sehen ist, resultiert
die Befestigungskraft aus einer das Laufschieneneingriffsteil 3 mit dem Horizontalrahmenteil
1 verschraubenden Schraube 81. Ferner ist zu erkennen, dass das Laufschieneneingriffsteil
3 derart gestaltet ist, dass die Anlagewände 87, 88 beidseitig der Beschlagnut 99
jeweils an einer Stirnwand 109, 111 anliegen, um Kraft von dem Laufschieneneingriffsteil
3 in das Horizontalrahmenteil 1 abzuleiten. Die Schraube 81 ist dabei derart orientiert,
dass sie das Laufschieneneingriffsteil 3 mit der Stirnwand 109, 111 und der Nutseitenwand
105, 107 verschraubt. Die Anlagewand 87, 88 liegt, wie es in Fig. 9 gezeigt ist, vollständig
auf der jeweils zugehörigen Stirnwand 109, 111 auf. Vorzugsweise belegt die Anlagewand
87, 88 die zugehörige Stirnwand 109, 111 teilweise. Anders ausgedrückt, ist die Erstreckung
der Stirnwände 109, 111 in Querrichtung Q größer dimensioniert als die Erstreckung
der Anlagewände 87, 88 in Querrichtung Q.
[0034] Wie bereits in Bezug Figuren 1 bis 8 beschrieben wurde, ist das Laufschieneneingriffsteil
3 dazu ausgebildet, in einem aktiven Eingriffszustand mit einer zargenseitigen Laufschiene
5 in Eingriff zu gelangen, um Kraft zwischen Laufschiene 5 und Laufschieneneingriffsteil
3 zu übertragen. Ferner ist das Laufschieneneingriffsteil 3 dazu ausgebildet, in einem
passiven Freigabezustand relativ zu der Laufschiene 5 verschiebbar zu sein. Das Laufschieneneingriffsteil
3 besitzt, wie bereits beschrieben wurde, eine zargenseitige Vertiefung 51 zum Ineinandergreifen
mit der Laufschiene 5. Die Laufschiene 5 ist an einer horizontalrahmenteilseitigen
Oberseite 113 angeordnet, vorzugsweise formschlüssig befestigt. Alternativ oder zusätzlich
kann die Führungsschiene 5 kraftschlüssig, beispielsweise durch eine Verschraubung,
oder auch durch Verklebung, an dem Zagenrahmen 61 montiert sein. Bei dem erfindungsgemäßen
Schiebetür- und/oder Schiebefenstersystem 115, insbesondere Hebeschiebetür- und/oder
Hebeschiebefenstersystem, ist eine an der Oberseite 113 ausgebildete Aussparung 117
eingebracht, in die die Laufschiene 5 einzusetzen ist und vorzugsweise in der die
Laufschiene 5 zu befestigen ist. Vorzugsweise ist die Laufschiene 5 formkomplementär
zu der Aussparung 117 ausgebildet. Die Laufschiene 5 besitzt einen in Richtung des
Laufschieneneingriffsteils 3 vorstehenden, also in Vertikalrichtung V sich nach oben
erstreckenden, Führungssteg 119, der derart gestaltet ist, dass er in die Vertiefung
51 insbesondere in dem aktiven Eingriffszustand einfahrbar ist. In Fig. 9 ist bereits
angedeutet, dass der Führungssteg 119, der sich vorzugsweise mit einem konstanten
Querschnitt entlang der Laufschiene 5 in Horizontalrichtung H bzw. Extrusionsrichtung
E erstreckt, kontaktfrei mit der Vertiefung 51 in Eingriff gelangen kann. Vorzugsweise
berührt die Laufschiene 5 sowohl in dem aktiven Eingriffszustand als auch in dem passiven
Freigabezustand nicht das Laufschieneneingriffsteil 3. Dies ist durch den in Fig.
9 ersichtlichen Spalt zwischen Laufschiene 5, bzw. Führungssteg 119, und Laufschieneneingriffsteil
3 bzw. Vertiefung 51, angedeutet. Der Querschnitt der Vertiefung 51, der beispielsweise
halbkreis-, kegelstumpf- oder trapezförmig gestaltet ist, kann derart gewählt sein,
dass dieser an einen Querschnitt des Führungsstegs 119 formangepasst ist. Es ist jedoch
auch denkbar, dass die Vertiefung 51 einen von dem Führungssteg 119 unterschiedlichen
Querschnitt aufweist, wobei gewährleistet sein muss, dass der Führungssteg 119 in
die Vertiefung 51 in dem aktiven Eingriffszustand einfahrbar ist. Vorzugsweise sind
die Vertiefung 51 und der Führungssteg 119 formkomplementär zueinander ausgebildet.
In diesem Fall ist es also möglich, dass der Führungssteg 119 in dem aktiven Eingriffszustand
vollflächig mit einer Innenseite der Vertiefung 51, also mit dem Nutgrund 103 und
den Nutseitenwänden 105, 107 berührend im Kontakt ist. Gemäß einer weiteren alternativen
Ausführung, die in Fig. 9 dargestellt ist, ist die Vertiefung 51 in Quer- und/oder
Vertikalrichtung Q, V bezüglich dem Führungssteg 119 überdimensioniert, sodass ein
Übermaß von vorzugsweise 0, 5 mm, 1 mm, 2 mm, 3 mm, 4 mm oder 5 mm bezüglich des Führungsstegs
119 besteht. In diesem Fall ist der Führungssteg 119 kontaktfrei in die Vertiefung
51 einfahrbar.
[0035] Das Laufschieneneingriffsteil 3 ist weiter derart gestaltet, dass es Kraft, welche
im Eingriffszustand von der Laufschiene 5, insbesondere von dem Führungssteg 119,
in das Laufschieneneingriffsteil 3, vorzugsweise in die Vertiefung 51, eingeleitet
ist, über die Anlagewände 87, 88 in die Stirnwände 109, 111 ableiten kann. In dem
aktiven Eingriffszustand, das heißt vorzugsweise wenn sich das Schiebetür- und/oder
Schiebefenstersystem 115 in einem geschlossenen Systemzustand befindet, bzw. wenn
der erfindungsgemäße Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmen 116 relativ zu dem
Zargenrahmen 61 in seinen Schließzustand gebracht ist, kann bei äußerer Krafteinwirkung
beispielsweise aufgrund von thermischer Belastung, hohen Windlasten, welche auf die
flächige Erstreckung des Rahmens 116 wirken, Kraft von dem Führungssteg 119 in den
Vertiefungsboden 59 und/oder in wenigstens eine Vertiefungswand 55 oder 57 eingeleitet
werden, so dass ein sich voneinander Entfernen des Horizontalrahmenteils 1, bzw. des
Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmens 116, von dem ortsfesten Zargenrahmen 116
in Querrichtung Q vermieden ist. Ferner ist das Laufschieneneingriffsteil 3 derart
gestaltet, dass sich die innerhalb der Beschlagnut 99 angeordnete Beschlageinrichtung
101 an dem Laufschieneneingriffsteil 3 vorbei erstrecken kann. In Fig. 9 ist dies
daran zu erkennen, dass, dort anhand des aktiven Eingriffszustands dargestellt, die
Beschlagnut größtenteils frei ist und vorzugsweise größtenteils von dem Laufschieneneingriffsteil
3 nicht belegt ist, um ausreichend Platz für die Beschlageinrichtung 101 bereitzustellen.
[0036] Wie in Fig. 9 zu sehen ist, ist eine Abmessung des Laufschieneneingriffsteils 3 in
Querrichtung Q derart bezüglich einem Abstand der Nutseitenwände in Querrichtung Q
überdimensioniert, dass das Laufschieneneingriffsteil 3 an beiden Stirnwänden 111,
109 mit der jeweiligen Anlagewand 87, 89 anliegt. Dadurch ergibt sich die brücken-
oder deckelartige Anordnung des Laufschieneneingriffsteils 3 bezüglich der Beschlagnut
99. Das Laufschieneneingriffsteil 3 kann jedoch auch wenigstens einen sich zumindest
teilweise in die Beschlagnut 99 erstreckenden Abstützsteg 11 aufweisen. In Fig. 9
sind zwei derartige Abstützstege 11 an der Oberseite 7 des Laufschieneneingriffsteils
3 angeordnet. Beide Abstützstege 11 besitzen eine jeweils einer Nutseitenwand 105,
107 zugewandte Außenseite 13, die vorzugsweise vollflächig an der jeweiligen Nutseitenwand
105, 107 anliegen kann. Bei äußerer Krafteinwirkung, wie sie oben beschrieben wurde,
kann Kraft zwischen Laufschieneneingriffsteil 3 und Horizontalrahmenteil 1 auch über
die Nutseitenwände 105, 107 und die entsprechenden Außenseiten 13 der Abstützstege
11 übertragen werden. Die jeweils einer Außenseite 13 des Abstützstegs 11 gegenüberliegende
Innenseite 15 kann bezüglich der Vertikalrichtung V angewinkelt sein, um die Abstützfunktion
bzw. die aufnehmbare und/oder übertragbare Kraft weiter zu erhöhen. Gemäß einer beispielhaften
Ausführung, die in Fig. 9 dargestellt ist, ist ein Abstand der beiden Abstützstege
11 in Querrichtung Q, insbesondere ein Abstand der jeweiligen Außenseiten 13 bezüglich
der Querrichtung Q, derart bezüglich dem Abstand der Nutseitenwände 105, 107 abgestimmt,
dass die Außenseiten 13 an jeweils einer Nutseitenwand 105, 107 anliegen. Die beiden
Abstützstege 11 erstrecken sich um höchstens 50 % einer Beschlagnutvertikalabmessung
in die Beschlagnut 99 hinein, vorzugsweise höchstens 40 %, höchstens 30 %, 20 %, 10%
oder höchstens 5 %. Des Weiteren kann eine Abstützstegtiefe in Querrichtung Q höchstens
50 %, vorzugsweise höchstens 40 %, 30 %, 20 %, 10 % oder höchstens 5 % einer Beschlagnuttiefe
in Querrichtung Q betragen. Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung, der nicht in
den Figuren dargestellt ist, umfassen die Abstützstege 11 eine Klemme (nicht dargestellt),
die derart bezüglich der Nuttiefe in Querrichtung Q überdimensioniert ist, dass die
Klemme beim Anbringen des Laufschieneneingriffsteils 3 an dem Horizontalrahmenteil
1 eine aufhebbare, elastische Klemmhaltekraft auf die Beschlagnut 99 ausübt, um das
Laufschieneneingriffsteil 3 an dem Horizontalrahmenteil 1 festzuhalten.
[0037] Die Stirnwände 109, 111 erstrecken sich in Querrichtung Q derart weit, dass sie jeweils
eine Dichtungsaufnahme 121 zum Aufnehmen einer Dichtung 63 umfassen können. Beispielsweise
kann es sich bei der Dichtung 63 um eine schlauchförmige Hohlkammerdichtung oder eine
einwandige Lippendichtung handeln, wobei auch weitere Dichtungsarten und/oder Dichtungsformen,
wie zum Beispiel Bürstendichtungen, geschäumte Dichtungen oder Kombinationen davon,
möglich sind. Jedenfalls dient die Dichtung 63 dazu, einen zwischen dem Horizontalrahmenteil
1 und dem Zargenrahmen 61 bestehenden Zwischenraum bzw. Spalt 123 abzudichten. Wie
in Fig. 9 abgebildet ist, ist die Dichtung 63 in die Dichtungsaufnahme des Horizontalrahmenteils
1 eingesetzt und abdichtend mit der Oberseite 113 des Zargenrahmens 61 im Eingriff.
Ferner kann die bezüglich der Vertikalrichtung V in einem winkelorientierte Dichtungsschräge
65 ebenfalls abdichtend mit der Dichtung 63 in Eingriff gelangen. Ein Winkel der Dichtungsschräge
65 bezüglich der Vertikalrichtung V kann dabei an eine Geometrie und/oder Position
der Dichtung 63 angepasst sein.
[0038] Bei dem erfindungsgemäßen Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmen 116, insbesondere
Hebeschiebetür- und/oder Hebeschiebefensterrahmen, kann sich das erfindungsgemäße
Horizontalrahmenteil 1 derart charakterisieren, dass Kräfte entlang der vollständigen
Längserstreckung des Schieberahmens 116 übertragen werden können. Dies bedeutet, dass
sich das Laufschieneneingriffsteil 3 des Horizontalrahmenteils 1 flexibel in Horizontalrichtung
H bezüglich des Schieberahmens 116 befinden kann, sodass an definierten Stellen entlang
der Horizontalerstreckung Kraft übertragbar ist. Im Allgemeinen befinden sich die,
zum einen für die Führung des Schieberahmens 16 relativ zu dem Zargenrahmen 61 und
zum anderen zur Querkraftübertragung verantwortlichen Laufwagen (nicht dargestellt)
in Horizontalrichtung H an vertikalrahmenteilnahen Außenbereichen des Schieberahmens
116 bzw. des Schiebetür-und/oder Schiebefenstersystems 115. Vorzugsweise befinden
sich die Laufwagen im jeweils äußeren Viertel bezüglich der Horizontalabmessung des
Horizontalrahmenteils 1. In diesem Fall ist es vorteilhaft, an einem sich von etwa
¼ bis ¾ der Horizontalabmessung des Horizontalrahmenteils 1 erstreckenden Mittelbereich
des Horizontalrahmenteils 1 wenigstens ein erfindungsgemäßes Laufschieneneingriffsteil
3 anzuordnen, um die aufnehmbare Querkraft zu steigern. Es können demnach auch mehrere
solcher Laufschieneneingriffsteile 3 vorzugweise gleichmäßig entlang der Horizontalerstreckung
des Horizontalrahmenteils 1 befestigt sein, um die aufnehmbare Querkraftbelastung
weiter zu erhöhen. Die Anzahl solcher Laufschieneneingriffsteil 3 kann dabei an die
Abmessung bzw. das Gewicht des Schieberahmens 116 und/oder an die zu erwartende äußerer
Belastung angepasst werden.
[0039] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Figuren und den Ansprüchen offenbarten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Realisierung
der Erfindung in den verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung sein.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Horizontalrahmenteil
- 3
- Laufschieneneingriffsteil
- 5
- Laufschiene
- 7
- Laufschieneneingriffsteiloberseite
- 9
- Laufschieneneingriffsteilunterseite
- 11
- Abstützsteg
- 13
- Außenseite
- 15
- Innenseite
- 17
- Rand
- 19, 21
- Fase
- 23, 25
- Stirnseite
- 27, 29
- Längsseite
- 31, 33
- Profilkante
- 35
- Profilradius
- 37
- Gebogener Abschnitt
- 39
- Radius
- 41
- Schräge
- 43
- Wandabschnitt
- 45, 47, 49
- Segmente
- 51
- Vertiefung
- 53
- Kante
- 55,57
- Vertiefungswand
- 59
- Vertiefungsboden
- 61
- Zargenrahmen
- 63
- Dichtung
- 65
- Dichtungsschräge
- 67
- Längswand
- 69, 71
- Bodenwand
- 73, 75
- Montageabschnitt
- 77,79
- Längsrand
- 81
- Schraube
- 83, 85
- Durchgangsbohrung
- 87, 88
- Anlagewand
- 89
- Brückenabschnitt
- 91
- Falzabschnitt
- 93
- Verglasung
- 95
- Profilinnenkammer
- 97
- Versteifung
- 99
- Beschlagnut
- 101
- Beschlageinrichtung
- 103
- Nutgrund
- 105, 107
- Nutseitenwand
- 109, 111
- Stirnwand
- 113
- Oberseite
- 115
- Schiebetür- und/oder Schiebefenstersystem
- 116
- Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmen
- 117
- Aussparung
- 119
- Führungssteg
- 121
- Dichtungsaufnahme
- 123
- Zwischenraum
- H
- Horizontalrichtung
- L
- Längsrichtung
- E
- Extrusionsrichtung
- V
- Vertikalrichtung
- Q
- Querrichtung
1. Horizontalrahmenteil (1) für einen Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmen, insbesondere
Hebeschiebetür- und/oder Hebeschiebefensterrahmen, umfassend:
- eine in dem Horizontalrahmenteil (1) ausgebildete, zargenseitig offene Beschlagnut
(99) zum Aufnehmen einer Beschlageinrichtung, wobei die Beschlagnut (99) einen Nutgrund
(103) und daran anschließende Nutseitenwände (105, 107) aufweist, die in zargenseitige
Stirnwände (109, 111) münden; und
- ein an dem Horizontalrahmenteil (1) befestigtes Laufschieneneingriffsteil (3), das
dazu ausgebildet ist, in einem aktiven Eingriffszustand mit einer zargenseitigen Laufschiene
(5) in Eingriff zu gelangen, um Kraft zwischen Laufschiene (5) und Laufschieneneingriffsteil
(3) zu übertragen, und in einem passiven Freigabezustand relativ zu der Laufschiene
(5), insbesondere kontaktfrei, verschiebbar zu sein;
dadurch gekennzeichnet, dass das Laufschieneneingriffsteil (3) derart gestaltet ist, dass es die im Eingriffszustand
von der Laufschiene (5) in das Laufschieneneingriffsteil (3) eingeleitete Kraft in
die Stirnwände ableiten kann und sich die innerhalb der Beschlagnut (99) angeordnete
Beschlageinrichtung an dem Laufschieneneingriffsteil (3) vorbei erstrecken kann.
2. Horizontalrahmenteil (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Laufschieneneingriffsteil (3) derart an dem Horizontalrahmenteil (1) befestigt
ist, dass eine zwischen Laufschieneneingriffsteil (3) und Horizontalrahmenteil (1)
wirkende Befestigungskraft eine in einer zur Horizontal- und Vertikalrichtung (H,
V) querliegenden Querrichtung (Q) orientierte Kraftkomponente aufweist.
3. Horizontalrahmenteil (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Schraube (81) das Laufschieneneingriffsteil (3) mit einer der Stirnwände
und/oder einer der Nutseitenwände verschraubt, wobei insbesondere die wenigstens eine
Schraube (81) in einem Winkel von etwa 10° bis 60° bezüglich der Vertikalrichtung
(V) orientiert ist, wobei insbesondere das Laufschieneneingriffsteil (3) wenigstens
einen zargenseitigen, in einem Winkel von etwa 10° bis 60° bezüglich der Vertikalrichtung
(V) orientierten Montageabschnitt (73, 75) für die wenigstens eine Schraube (81) aufweist,
wobei insbesondere in dem Montageabschnitt (73, 75) eine in einem Winkel von etwa
10° bis 60° bezüglich der Vertikalrichtung (V) orientierte Durchgangsbohrung (83,
85), vorzugsweise versenkte Bohrung zum bündigen Aufnehmen eines Schraubenkopfes,
ausgebildet ist.
4. Horizontalrahmenteil (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Laufschieneneingriffsteil (3) eine zargenseitige Vertiefung (51) zum Ineinandergreifen
mit der Laufschiene (5), insbesondere mit einem in Richtung des Laufschieneneingriffsteils
(3) vorstehenden Führungssteg (119) der Laufschiene (5), aufweist, wobei insbesondere
das Laufschieneneingriffsteil (3) derart gestaltet ist, dass es mit der Laufschiene
(5), insbesondere dem Führungssteg (119), kontaktfrei in Eingriff bringbar ist.
5. Horizontalrahmenteil (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung (51) einen konstanten, vorzugsweise halbkreis-, kegelstumpf- oder
trapezförmigen, Querschnitt aufweist, wobei insbesondere die Vertiefung (51) bezüglich
des Führungsstegs formangepasst ist, vorzugweise formkomplementär dazu ausgebildet
ist, wobei insbesondere die Vertiefung (51) in Quer- und/oder Vertikalrichtung (Q,
V) ein Übermaß von vorzugsweise 0,5 mm, 1 mm, 2 mm, 3 mm, 4 mm oder 5 mm bezüglich
des Führungsstegs (119) besitzt, sodass der Führungssteg (119) kontaktfrei in die
Vertiefung (51) einfahrbar ist.
6. Horizontalrahmenteil (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Abmessung des Laufschieneneingriffsteils (3) in Querrichtung (Q) derart bezüglich
einem Abstand der Nutseitenwände in Querrichtung (Q) überdimensioniert ist, dass das
Laufschieneneingriffsteil (3) an beiden Stirnwänden anliegen kann, wobei insbesondere
das Laufschieneneingriffsteil (3) derart gestaltet ist, dass es sich brücken- oder
deckelartig über die Beschlagnut (99) herüber erstreckt, vorzugsweise ohne die Beschlagnut
(99) zu besetzen, und/oder wobei das Laufschieneneingriffsteil (3) wenigstens einen
sich zumindest teilweise in die Beschlagnut (99) erstreckenden Abstützsteg (11) aufweist,
dessen einer Nutseitenwand zugewandte Außenseite an dieser anliegen kann, um Kraft
zwischen Laufschieneneingriffsteil (3) und Horizontalrahmenteil (1) zu übertragen,
wobei insbesondere eine der Außenseite gegenüberliegende Innenseite des wenigstens
einen Abstützstegs (11) bezüglich der Vertikalrichtung (V) angewinkelt ist, wobei
insbesondere ein Abstand zweier Abstützstege in Querrichtung (Q) derart auf den Abstand
der Nutseitenwände abgestimmt ist, dass beide Abstützstegaußenseiten an jeweils einer
Nutseitenwand anliegen.
7. Horizontalrahmenteil (1) Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Abstützsteg (11) um höchstens 50 % einer Beschlagnutvertikalabmessung
in die Beschlagnut (99) hineinragt und/oder eine Abstützstegtiefe in Querrichtung
(Q) höchstens 50 % einer Beschlagnuttiefe in Querrichtung (Q) beträgt und/oder eine
Klemme umfasst, die derart bezüglich der Beschlagnuttiefe überdimensioniert ist, dass
die Klemme beim Anbringen des Laufschieneneingriffsteils (3) an dem Horizontalrahmenteil
(1) eine aufhebbare, elastische Klemmhaltekraft auf die Beschlagnut (99) ausübt, um
das Laufschieneneingriffsteil (3) an dem Horizontalrahmenteil (1) festzuhalten.
8. Horizontalrahmenteil (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine sich in Horizontalrichtung (H) erstreckende Längsseite eine in einem
Winkel von 15° bis 60° bezüglich der Vertikalrichtung (V) orientierte, vorzugsweise
entlang der vollständigen Horizontalerstreckung des Laufschieneneingriffsteils (3)
ausgebildete, Dichtungsschräge zum dichtenden Berühren einer das Horizontalrahmenteil
(1) und den Zargenrahmen (61) abzudichtenden Dichtung aufweist und/oder wobei wenigstens
eine der in Horizontalrichtung (H) weisenden Stirnseiten des Laufschieneneingriffsteils
(3) vorzugsweise in einem Winkel von 5° bis 75° bezüglich der Vertikalrichtung (V)
orientiert und/oder konvex und/oder konkav und/oder ellipsen- oder evolventenförmig
ausgebildet ist.
9. Schiebetür- und/oder Schiebefensterrahmen (116), insbesondere Hebeschiebetür- und/oder
Hebeschiebefensterrahmen, eines Schiebetür- und/oder Schiebefenstersystems, insbesondere
Hebeschiebetür- und/oder Hebeschiebefenstersystems, mit einem ortsfesten Zargenrahmen
(61), der eine Laufschiene (5) aufweist, umfassend ein nach einem der Ansprüche 1
bis 8 ausgebildetes Horizontalrahmenteil (1), wobei insbesondere das Laufschieneneingriffsteil
(3) an einem sich von etwa 1/6 bis 5/6 einer Horizontalabmessung des Horizontalrahmenteils
(1) erstreckenden Mittelbereich des Horizontalrahmenteils (1) befestigt ist.
10. Schiebetür- und/oder Schiebefenstersystem (115), insbesondere Hebeschiebetür- und/oder
Hebeschiebefenstersystem, umfassend einen ortsfesten Zargenrahmen (61) mit einer Laufschiene
(5) und wenigstens einen relativ dazu beweglichen, nach Anspruch 9 ausgebildeten Schiebetür-
und/oder Schiebefensterrahmen (116), insbesondere Hebeschiebetür- und/oder Hebeschiebefensterrahmen,
wobei insbesondere das Laufschieneneingriffsteil (3) an einem sich von etwa 1/6 bis
5/6 einer Horizontalabmessung des Horizontalrahmenteils (1) erstreckenden Mittelbereich
des Horizontalrahmenteils (1) befestigt ist.