[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Schleifvorrichtung und eine
entsprechende Schleifvorrichtung.
[0002] Schleifvorrichtungen sind in unterschiedlichsten Ausführungsformen aus dem Stand
der Technik bekannt. Sie verfügen über wenigstens ein Schleifmittel, beispielsweise
in Form eines Schleifbandes oder eines Bürstschleifkopfes. Oftmals sind mehrere Schleifmittel
vorhanden. Schleifvorrichtungen werden verwendet, um unterschiedliche Oberflächen
von Werkstücken aus unterschiedlichen Materialien zu schleifen. Dabei können sie beispielsweise
entgratet, geglättet oder poliert werden.
[0003] Während in der Vergangenheit versucht wurde, die Oberfläche des Werkstückes möglichst
so zu schleifen, dass kein Schleifmuster erkennbar ist, wird das Schleifmuster zunehmend
als Dekorelement entdeckt, sodass die Schleifvorrichtung verwendet wird, um deutliche,
möglichst vordefinierte Schleifmuster zu erzeugen.
[0004] Damit die Schleifvorrichtung das gewünschte Schleifergebnis erzeugen kann, ist es
notwendig, dass ein ordnungsgemäßer Zustand des Schleifmittels vorliegt. Das Schleifmittel
wird durch das Schleifen der Oberfläche mehrerer Werkstücke abgenutzt und verliert
auf diese Weise an Schleifwirkung. Es wäre also von Vorteil, das Schleifmittel möglichst
oft zu wechseln, um ein möglichst optimales Schleifergebnis hervorzurufen. Nachteilig
dabei wäre jedoch, dass einerseits das Wechseln des Schleifmittels aufwendig ist und
eine Zeitspanne in Anspruch nimmt, während derer die Schleifvorrichtung nicht verwendet
werden kann. Zudem ist das Schleifmittel selbst kostenintensiv. Beide Nachteile führen
dazu, dass es wirtschaftlich sinnvoll wäre, das Schleifmittel möglichst lange zu verwenden,
um einerseits die Kosten für unnötigerweise verwendete Schleifmittel zu reduzieren
und andererseits dafür zu sorgen, dass die Schleifvorrichtung möglichst lange verwendet
werden kann.
[0005] In der Praxis werden die Schleifmittel nach einer vorbestimmten Anzahl von Schleifvorgängen
oder zu schleifenden Werkstücken gewechselt. Dies kann dazu führen, dass das Schleifmittel
gewechselt wird, obwohl dies noch nicht notwendig ist, wenn beispielsweise der tatsächliche
Verschleiß des Schleifmittels geringer ist als erwartet. Es kann jedoch auch dazu
führen, dass das Schleifmittel zu einem Zeitpunkt gewechselt wird, zu dem es die erforderliche
Qualität nicht mehr aufweist und somit auch das gewünschte Schleifergebnis nicht erreicht
werden kann. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der tatsächliche Verschleiß
des Schleifbandes größer ist als erwartet.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben einer
Schleifvorrichtung und eine Schleifvorrichtung so zu verbessern, dass das Schleifband
möglichst optimal ausgenutzt werden kann.
[0007] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe durch ein Verfahren zum Betreiben einer
Schleifvorrichtung mit den Schritten:
- a. Schleifen einer Oberfläche des Werkstückes mit wenigstens einem Schleifmittel
- b. Erfassen von Ist-Daten des wenigstens einen Schleifmittels mittels wenigstens einer
Datenerfassungseinrichtung,
- c. Vergleichen der Ist-Daten mit in einem elektronischen Datenspeicher gespeicherten
Soll-Daten in einer elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung und
- d. Ermitteln eines Wechselzeitpunktes, zu dem das wenigstens eine Schleifmittel gewechselt
wird.
[0008] Die erfassten Ist-Daten sind so zu wählen, dass sie eine Aussage über den Zustand
des Schleifmittels erlauben. Dabei werden die Ist-Daten vorzugsweise direkt am Schleifmittel
erfasst. Alternativ oder zusätzlich dazu ist es auch möglich, auf den Zustand des
Schleifmittels indirekt zurückzuschließen, indem beispielsweise die Ist-Daten die
Schleifqualität und damit das Schleifergebnis betreffen. So ist es beispielsweise
möglich, die Oberfläche des geschliffenen Werkstückes nach dem Schleifen zu erfassen
und auf diese Weise unter anderem auf den Zustand des Schleifmittels zu schließen.
[0009] Die Ist-Daten werden vorteilhafterweise zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen,
sodass sich ein zeitlicher Verlauf ergibt. Aus diesem kann der Wechselzeitpunkt ermittelt
werden, indem beispielsweise extrapoliert wird, wann das Schleifmittel die für das
gewünschte Schleifergebnis nötige Qualität nicht mehr aufweisen wird.
[0010] Vorteilhafterweise wird das wenigstens eine Schleifmittel gewechselt, wenn der Wechselzeitpunkt
erreicht ist.
[0011] In einer bevorzugten Ausgestaltung verfügt die elektronische Datenerfassungseinrichtung
über ein optisches System, das wenigstens eine Kamera und/oder vorzugsweise eine Lichtquelle
aufweist. Vorteilhafterweise wird die Lichtquelle verwendet, um das Schleifmittel
zumindest an den Stellen zu beleuchten, die von der Kamera erfasst werden. Unter einer
Kamera wird dabei jeder optische Sensor verstanden, der in der Lage ist, elektromagnetische
Strahlung zu detektieren. Diese kann im sichtbaren Lichtspektrum, im UV-Bereich und/oder
im Infrarot-Bereich liegen.
[0012] Besonders bevorzugt betreffen die erfassten Ist-Werte die Länge und/oder die Farbe
des Schleifmittels. Alternative oder zusätzlich dazu betreffen die Ist-Werte einen
anderen Parameter des Schleifbandes, der sich mit wachsendem Verschleiß des Schleifbandes
ändert. Handelt es sich bei dem Schleifmittel beispielsweise um einen Bürstenkopf,
der von einem Träger abstehende Schleifelemente aufweist, so ändert sich die Länge
dieser Schleifelemente, wenn das Schleifmittel verschleißt. Diese Länge kann folglich
detektiert werden. Sobald die Länge einen vorbestimmten Grenzwert unterschreitet,
wird das Schleifmittel als nicht mehr qualitativ ausreichend angesehen, um das gewünschte
Schleifergebnis zu erreichen, sodass es gewechselt werden muss. Handelt es sich bei
dem Schleifmittel beispielsweise um ein Schleifband, verfügt dieses Schleifband über
einen Grundkörper, der mit dem eigentlichen Schleifmittel, beispielsweise Sand oder
Granulat, beschichtet ist. Mit steigendem Verschleiß werden die eigentlichen Schleifelemente
von dem Träger entfernt, sodass die Farbe des Trägers deutlich hervortritt. Diese
Farbe kann detektiert werden. Sobald die Farbe, die in diesem Fall den Ist-Wert darstellt,
eine bestimmte Farbe erreicht, muss das Schleifband ausgewechselt werden.
[0013] Alternativ oder zusätzlich dazu kann erfasst werden, wieviel Abrieb der zu schleifenden
Oberfläche des Werkstückes sich am Schleifband befindet. Je frischer und neuer das
Schleifband ist, desto tiefer sind die Vertiefungen zwischen den einzelnen Sand- oder
Granulatelementen, die das eigentliche Schleifelement bilden. Je tiefer diese Zwischenräume
sind, desto mehr Abrieb befindet sich zwischen ihnen. Insbesondere für den Fall, dass
der Abrieb eine deutliche andere Farbe als das eigentliche Schleifband aufweist, kann
auch diese Farbe detektiert werden. Sobald die Farbe des Abriebs im erfassten Bild
nachlässt, kann darauf auf die nachlassende Tiefe der einzelnen Vertiefungen zwischen
den Sand- oder Granulatelementen zurückgeschlossen werden. Daraus ergibt sich eine
Information über den Zustand des Schleifmittels.
[0014] In einer bevorzugten Ausgestaltung wird die Länge des Schleifmittels über einen Abstand
des Schleifmittelträgers, an dem das wenigstens eine Schleifmittel angeordnet ist,
an der Oberfläche des Werkstückes und/oder von einer Transportvorrichtung, durch die
das Werkstück durch die Schleifvorrichtung transportiert wird, bestimmt. Dies ist
insbesondere dann von Vorteil, wenn es sich um eine Schleifbürste handelt, die über
mehrere einzelne Schleifelemente verfügt, die vom Schleifmittelträger abstehen. Dabei
ist die Länge der Schleifelemente das Kriterium, aus dem die Aussage über den Zustand
des Schleifmittels extrahiert wird.
[0015] Vorzugsweise werden bei dem Verfahren Ist-daten der Oberfläche nach dem Schleifen
mittels wenigstens einer Datenerfassungseinrichtung erfasst, mit in einem elektronischen
Datenspeicher gespeicherten Soll-Daten in einer elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung
verglichen und wenigstens ein Schleifparameter angepasst, wenn eine Abweichung der
Ist-Daten von den Soll-Daten einen vorbestimmten Grenzwert überschreitet.
[0016] Durch ein solches Verfahren kann das Schleifergebnis überwacht werden. Auf diese
Weise wird es möglich, Abweichungen vom gewünschten Schleifergebnis frühzeitig und
schnell zu erkennen und wenigstens eine, gegebenenfalls auch mehrere Schleifparameter
der Schleifmaschine anzupassen, um dem Soll-Ergebnis möglichst nahe zu kommen. Dies
kann vorteilhafterweise vollständig automatisiert geschehen, ohne dass die Einstellungen
von einem Menschen überprüft oder vorgenommen werden müssten. Die elektronische Datenverarbeitungseinrichtung
ist vorteilhafterweise in der Lage, aus den erfassten Ist-Daten und der ermittelten
Abweichung von den hinterlegten Soll-Daten eine Gegenmaßnahme zu ermitteln, die geeignet
ist, die Soll-Daten zu erreichen oder zumindest in den Toleranzbereich der Soll-Daten
zu gelangen, so dass die Abweichung der Ist-Daten von den Soll-Daten bei den nächsten
zu schleifenden Werkstücken kleiner als der vorbestimmte Grenzwert ist.
[0017] Vorteilhafterweise ist der wenigstens eine Schleifparameter
- eine Geschwindigkeit des Schleifmittels, vorzugsweise eine Rotationsgeschwindigkeit
des Schleifmittels,
- eine Vorschubgeschwindigkeit einer Transportvorrichtung, durch die das Werkstück durch
die Schleifvorrichtung transportiert wird,
- ein Anpressdruck und/oder eine Verteilung des Anpressdruckes des Schleifmittels an
das Werkstück,
- eine Einzugsstelle, an der das Werkstück mit dem Schleifmittel in Kontakt kommt,
- die Art des Schleifmittels,
- das Zu- und/oder Abschalten von Schleifaggregaten und/oder
- die Schleifrichtung des Schleifmittels ist.
[0018] Die elektronische Datenverarbeitungseinrichtung ist eingerichtet, wenigstens einen,
gegebenenfalls auch mehrere oder gar alle der genannten Schleifparameter anzupassen.
So kann die Geschwindigkeit des Schleifmittels und/oder die Vorschubgeschwindigkeit
einer Transportvorrichtung variiert werden. Auf diese Weise wird eine Relativgeschwindigkeit
des Schleifmittels zu dem Werkstück, das durch die Schleifvorrichtung transportiert
wird, geändert. Eine Änderung der Geschwindigkeit des Schleifmittels liegt beispielsweise
bei einem Schleifband auch dann vor, wenn ein Winkel zwischen der Bewegungsrichtung
des Schleifbandes und der Vorschubrichtung geändert wird. Auch dadurch wird die Relativgeschwindigkeit
von Schleifband und zu schleifendem Werkstück variiert. Wird bei der Interpretation
der Abweichung zwischen den Ist-Daten und den Soll-Daten festgestellt, dass beispielsweise
das Schleifmittel nicht mehr gleichmäßig schleift, sondern beispielsweise an einigen
Stellen abgenutzter ist als an anderen Stellen, kann die Einzugsstelle variiert werden,
an der das Werkstück in die Schleifmaschine eingeführt wird. Dadurch wird beeinflusst,
mit welchen Teilen des Schleifmittels das Werkstück in Kontakt kommt.
[0019] Alternativ oder zusätzlich dazu kann beispielsweise ein zusätzliches Schleifaggregat
zugeschaltet oder ein bereits verwendetes Schleifaggregat abgeschaltet werden, um
das gewünschte Schleifergebnis zu erhalten.
[0020] Vorzugsweise verfügt die Datenerfassungseinrichtung über wenigstens ein optisches
System, das wenigstens eine Kamera und vorzugsweise wenigstens eine Lichtquelle aufweist.
Das optische System ist eingerichtet, Daten zumindest eines Teiles der Oberfläche,
bevorzugt der gesamten Oberfläche, zu erfassen. Diese Erfassung und insbesondere die
anschließende Verarbeitung geschieht vorzugsweise in Echtzeit, um möglichst schnell
auf Abweichungen reagieren zu können, die größer sind als der vorbestimmte Grenzwert.
[0021] Die Kamera ist vorzugsweise eine im sichtbaren Licht funktionierende Digitalkamera.
Auch ein im ultravioletten oder infraroten Bereich arbeitende Kamera kann verwendet
werden. Soll beispielsweise durch das Schleifen des Werkstückes die Beschichtung des
Werkstückes mit einer beispielsweise nur im Infrarotbereich sichtbaren Substanz entfernt
werden, kann dies nur geprüft werden, indem ein optischer Sensor, also eine Kamera,
verwendet wird, die Strahlung im Infrarotbereich erkennen und verarbeiten kann. Vorzugsweise
wird eine zur Kamera passende Lichtquelle verwendet, um eine möglichst optimale Ausleuchtung
der zu erfassenden Oberfläche mit der für die Kamera benötigten Strahlung zu gewährleisten.
[0022] Vorzugsweise wird dabei die Oberfläche mit einer elektromagnetischen Strahlung aus
einer Einstrahlrichtung bestrahlt, wenn die Datenerfassungseinrichtung die Daten der
Oberfläche erfasst, wobei die Einstrahlrichtung vorzugsweise nicht senkrecht auf der
Oberfläche und/oder nicht senkrecht auf einer Vorschubrichtung der Transporteinrichtung
steht. Auf diese Weise kann eine schräge Beleuchtung der Oberfläche bis hin zum streifenden
Einfall der elektromagnetischen Strahlung erreicht werden, wodurch insbesondere Unebenheiten
leicht erkennbar werden, da sie einen auffälligen Schatten der elektromagnetischen
Strahlung werfen. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn eine möglichst glatte
Oberfläche erzeugt werden soll, die keine oder nur wenig dreidimensionale Strukturen
aufweist. Selbstverständlich kann das Verfahren jedoch auch bei anderen Oberflächen
verwendet werden.
[0023] Vorteilhafterweise wird aus den Ist-Daten ein Ist-Schleifmuster extrahiert, das mit
einem Soll-Schleifmuster verglichen wird.
[0024] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird das Werkstück nach dem Anpassen
des wenigstens einen Schleifparameters wenigstens einem Schleifmittel zugeführt. Dieses
zusätzliche Schleifmittel kann Teil der gleichen Schleifvorrichtung oder Teil einer
weiteren Schleifvorrichtung sein. Es wird verwendet, um das Schleifergebnis, von dem
die Ist-Daten stammen, dem Soll-Ergebnis anzupassen.
[0025] Beim Schleifen eines Werkstückes werden die Ist-Daten durch eine Datenerfassungseinrichtung
erfasst. Zeigt ein Vergleich mit den Soll-Daten, dass die Abweichung größer ist als
der vorbestimmte Grenzwert, erfüllt die Qualität der geschliffenen Oberfläche offensichtlich
nicht die gewünschten Eigenschaften und Toleranzen. Das Werkstück ist somit normalerweise
als Ausschuss zu betrachten und aus dem weiteren Produktionsgang zu entfernen. Liegt
jedoch beispielsweise die Abweichung darin, dass zu wenig Material von der Oberfläche
des Werkstückes abgetragen wurde, lässt sich dies korrigieren, indem das Werkstück
einem weiteren Schleifmittel zugeführt wird. Durch diese besonders vorteilhafte Ausgestaltung
des Verfahrens lässt sich folglich die Menge des Ausschusses reduzieren, so dass das
Verfahren insgesamt produktiver und damit kosteneffizienter wird.
[0026] Vorteilhafterweise wird aus den Ist-Daten, die zu verschiedenen Zeitpunkten erfasst
werden, eine Veränderung des Schleifergebnisses ermittelt, auf deren Basis ein Zustand
des wenigstens einen Schleifmittels ermittelt wird. Das Verfahren zum Betreiben der
Schleifvorrichtung wird dazu vorzugsweise mehrfach hintereinander durchgeführt. Dabei
werden vorzugsweise Ist-Daten von mehreren zu schleifenden Werkstücken nach dem Schleifen
erfasst. Daraus lässt sich ein zeitlicher Verlauf des Schleifergebnisses ermitteln,
was insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, dann von Vorteil und besonders einfach
ist, wenn die zu schleifenden Werkstücke identisch oder zumindest sehr ähnlich ausgebildet
sind. Aus einer Veränderung des Schleifergebnisses bei ansonsten vorzugsweise unveränderten
Schleifparametern lässt sich auf den Zustand des Schleifmittels schließen.
[0027] Vorteilhafterweise wird daraus ein Wechselzeitpunkt ermittelt, bei dem das wenigstens
eine Schleifmittel getauscht wird. Stellt sich beispielsweise heraus, dass ein Teil
des Schleifmittels bereits durch oftmaliges Verwenden abgenutzt ist und das gewünschte
Schleifergebnis mit diesem Teil des Schleifmittels nicht zu erreichen ist, kann zunächst
ein Schleifparameter angepasst werden. Dies ist beispielsweise die Einzugsstelle,
an der das Werkstück mit dem Schleifmittel in Kontakt kommt und/oder ein Druck, mit
dem das Schleifmittel an das Werkstück angepresst wird.
[0028] Ist jedoch zu erkennen, dass eine Veränderung dieser Schleifparameter nicht mehr
ausreichend ist, um das gewünschte Schleifergebnis zu erreichen, so dass die Abweichung
zwischen den Ist-Daten von den Soll-Daten kleiner als der vorbestimmte Grenzwert ist,
muss das Schleifmittel getauscht werden. Dies ist durch die elektronische Datenverarbeitungseinrichtung
bereits in Vorfeld erkennbar, so dass der Wechselzeitpunkt im Voraus ermittelt werden
kann.
[0029] Vorteilhafterweise wird ein optisches und/oder akustisches Signal ausgegeben, wenn
der Wechselzeitpunkt erreicht ist. Damit kann beispielsweise einem Bediener der Schleifvorrichtung
mitgeteilt werden, dass das Schleifmittel ausgetauscht werden muss. In einer bevorzugten
Ausgestaltung wird zu diesem Zeitpunkt das auszutauschende Schleifmittel mit dem entsprechenden
Schleifaggregat abgeschaltet und aus dem Schleifvorgang entfernt. Besonders vorteilhafterweise
wird dieses ausgetauschte und abgeschaltete Schleifaggregat durch ein identisches
oder ähnliches Schleifaggregat ersetzt, so dass selbst beim Austauschen des Schleifmittels
bei dem aus dem Schleifvorgang entfernten Schleifaggregat weiter Werkstückes bearbeitet
werden können.
[0030] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe zudem durch eine Schleifvorrichtung mit
wenigstens einem Schleifmittel, wenigstens einer Datenerfassungseinrichtung und wenigstens
einer elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung, die eingerichtet ist zum Durchführen
eines Verfahrens der hier beschriebenen Art.
[0031] Vorteilhafterweise verfügt die Schleifvorrichtung über mehrere Schleifmittel, von
denen vorzugsweise wenigstens zwei unterschiedlich ausgebildet sind. Dies können Bürstenschleifelemente,
Schleifbänder oder sonstige Schleifwerke.
[0032] Vorteilhafterweise verfügt die Datenerfassungseinrichtung über ein optisches System
mit wenigstens einer Kamera und/oder wenigstens einem optischen Sensor, wobei das
optische System vorteilhafterweise zudem wenigstens eine Lichtquelle aufweist.
[0033] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Lichtquelle der Schleifvorrichtung eine
Beleuchtungseinrichtung zum Beleuchten der Oberfläche des Werkstückes beim Erfassen
der Ist-Daten.
[0034] Mit Hilfe der beigefügten Zeichnung wird nachfolgend ein Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung näher erläutert. Es zeigt:
- Figur 1 -
- eine schematische Schnittdarstellung durch eine Schleifvorrichtung.
[0035] Figur 1 zeigt eine Schleifvorrichtung 1, die eine Transporteinrichtung aufweist,
durch die ein Werkstück durch die Schleifvorrichtung 1 hindurchgefördert werden kann.
Das Werkstück bewegt sich dabei von einem Einlauf 2 der Schleifvorrichtung zu einem
Auslauf 2' der Schleifvorrichtung 1. Es wird mit einer Transportgeschwindigkeit v
entlang des in Figur 1 gezeigten Pfeiles bewegt.
[0036] Im Bereich des Auslaufs 2' befindet sich eine Datenerfassungseinrichtung 4, die eingerichtet
ist, Ist-Daten der Oberfläche des Werkstückes nach dem Schleifen zu erfassen. Die
Schleifvorrichtung 1 verfügt zudem über eine Beleuchtungseinrichtung 3, die eingerichtet
ist, den von der Datenerfassungseinrichtung 4 erfassten Bereich der Oberfläche des
Werkstückes mit elektromagnetischer Strahlung zu beleuchten. Die von der Datenerfassungseinrichtung
4 erfassten Ist-Daten werden einer elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung 7
zugeführt und dort verarbeitet und insbesondere mit Soll-Daten verglichen, die in
einem elektronischen Datenspeicher, der nicht gezeigt und vorzugsweise ein Teil der
elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung 7 ist.
[0037] Die Schleifvorrichtung 1 verfügt zudem über eine weitere Datenerfassungseinrichtung
9, der ebenfalls eine Beleuchtungseinrichtung 8 zugeordnet ist. Die Beleuchtungseinrichtung
8 beleuchtet einen Teil der Oberfläche des Werkstückes im Bereich des Einlaufs 2 der
Schleifvorrichtung 1. Der beleuchtete Bereich wird von der Datenerfassungseinrichtung
erfasst und es werden Ist-Daten vor dem Schleifen erfasst. Auch diese werden im gezeigten
Ausführungsbeispiel der elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung zugeführt. Eine
dritte Datenerfassungseinrichtung 6 ist vorhanden, um Ist-Daten zumindest eines Teils
eines Schleifmittels 11, vorzugsweise des gesamten Schleifmittels 11 zu erfassen.
Auch dieser Datenerfassungseinrichtung 6 ist eine entsprechende Beleuchtungseinrichtung
5 zugeordnet, durch die zumindest ein Teil des Schleifmittels 11 mit einer elektromagnetischen
Strahlung beleuchtet wird. Auch die Ist-Daten dieser Datenerfassungseinrichtung 6
werden der elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung 7 zugeführt.
[0038] Die elektronische Datenverarbeitungseinrichtung 7 erstellt Steuersignale, die einer
Steuerungseinrichtung 10 zugeführt werden, die eingerichtet ist, wenigstens einen
Betriebsparameter der Schleifvorrichtung zu steuern und auf der Grundlage der Steuersignale
zu verändern.
Bezugszeichenliste:
[0039]
- 1
- Schleifvorrichtung
- 2
- Einlauf
- 2'
- Auslauf
- 3
- Beleuchtungseinrichtung
- 4
- Datenerfassungseinrichtung
- 5
- Beleuchtungseinrichtung
- 6
- Datenerfassungseinrichtung
- 7
- Elektronische Datenverarbeitungseinrichtung
- 8
- Beleuchtungseinrichtung
- 9
- Datenerfassungseinrichtung
- 10
- Steuerungseinrichtung
- 11
- Schleifmittel
1. Verfahren zum Betreiben einer Schleifvorrichtung (1) mit den Schritten:
a. Schleifen einer Oberfläche eines Werkstückes mit wenigstens einem Schleifmittel
(11),
b. Erfassen von Ist-Daten des wenigstens einen Schleifmittels mittels wenigstens einer
Datenerfassungseinrichtung (6),
c. Vergleichen der Ist-Daten mit in einem elektronischen Datenspeicher gespeicherten
Soll-Daten in einer elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung (7) und
d. Ermitteln eines Wechselzeitpunktes, zu dem das wenigstens eine Schleifmittel (11)
gewechselt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Schleifmittel (11) gewechselt wird, wenn der Wechselzeitpunkt
erreicht ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Datenerfassungseinrichtung (6) ein optisches System (5) aufweist,
das wenigstens eine Kamera und/oder vorzugsweise eine Lichtquelle aufweist.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erfassten Ist-Werte die Länge oder die Farbe des Schleifmittels bestreffen.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Schleifmittels (11) über einen Abstand eines Schleifmittelträgers,
an dem das wenigstens eine Schleifmittel (11) angeordnet ist, von der Oberfläche des
Werkstückes und/oder von einer Transportvorrichtung, durch die das Werkstück durch
die Schleifvorrichtung (1) transportiert wird, bestimmt wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der wenigstens einen Datenerfassungseinrichtung (4) Ist-Daten der Oberfläche
nach dem Schleifen der Oberfläche erfasst werden, die mit Soll-Daten verglichen werden,
wobei wenigstens ein Schleifparameter angepasst wird wenn eine Abweichung der Ist-Daten
von den Soll-Daten einen vorbestimmten Grenzwert überschreitet.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Schleifparameter
- eine Geschwindigkeit des Schleifmittels (11), vorzugsweise eine Rotationsgeschwindigkeit
des Schleifmittels (11)
- eine Vorschubgeschwindigkeit einer Transportvorrichtung, durch die das Werkstück
durch die Schleifvorrichtung (1) transportiert wird,
- ein Anpressdruck und/oder eine Verteilung des Anpressdruckes des Schleifmittels
(11) an das Werkstück
- eine Einzugsstelle, an der das Werkstück mit dem Schleifmittel (11) in Kontakt kommt,
- die Art des Schleifmittels (11),
- das Zu- und/oder Abschalten von Schleifaggregaten und/oder
- die Schleifrichtung des Schleifmittels (11) ist.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenerfassungseinrichtung (4) wenigstens ein optisches System (3) mit wenigstens
einer Kamera und vorzugsweise wenigstens einer Lichtquelle aufweist, wobei das optisches
System eingerichtet ist, Daten zumindest eines Teils der Oberfläche, bevorzugt der
gesamten Oberfläche, vorzugsweise in Echtzeit zu erfassen.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche mit elektromagnetischer Strahlung aus einer Einstrahlrichtung beleuchtet
wird, wenn die Datenerfassungseinrichtung (4) die Daten der Oberfläche erfasst, wobei
die Einstrahlrichtung vorzugsweise nicht senkrecht auf der Oberfläche und/oder nicht
senkrecht auf einer Vorschubrichtung der Transporteinrichtung steht.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass aus den Ist-Daten ein Ist-Schleifmuster extrahiert wird, das mit einem Soll-Schleifmuster
verglichen wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück nach dem Anpassen des wenigstens einen Schleifparameters wenigstens
einem Schleifmittel zugeführt wird.
12. Schleifvorrichtung (1) mit wenigstens einem Schleifmittel (11), wenigstens einer Datenerfassungseinrichtung
(4,6,9) und wenigstens einer elektronischen Datenverarbeitungseinrichtung (7), die
eingerichtet ist zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der vorstehenden Ansprüche.