[0001] Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugscheinwerfer mit mindestens einer Lichtquelle,
vorzugsweise einer LED und einem Reflektor, die auf einer gemeinsamen Trägerplatte
angeordnet sind.
[0002] Moderne Fahrzeugscheinwerfer sind aufgrund der besseren Beleuchtungsergebnisse, eines
geringeren Energieverbrauchs und eines modernen Designs zunehmend mit LEDs ausgestattet.
Je nach Anzahl der verschiedenen zur erfüllenden Beleuchtungsfunktionen wie Abblendlicht,
Fernlicht, Standlicht etc. sind eine oder mehrere LEDs und diesen zugeordneten Reflektoren,
die für die genaue Lichtstrahllenkung der LEDs sorgen, vorgesehen. Die LEDs und die
zugehörigen Reflektoren sind dabei auf einer gemeinsamen Trägerplatte, vorzugsweise
einer Leiterplatte montiert. Die relative Position zwischen LED und Reflektor ist
dabei entscheidend dafür, dass die Ausleuchtung der Straße den gesetzlichen Vorgaben
entspricht. Es sind somit hohe Anforderungen sowohl an die Fertigungstoleranzen der
Bauteile als auch an die Toleranzen bei der Positionierung der Bauteile auf der Trägerplatte
zu erfüllen. Schon geringe Toleranzüberschreitungen können zu markanten Lichteinbußen
und/oder nicht mehr gesetzeskonformen Lichtverteilungen auf der Straße führen.
[0003] In der
WO 2014/138763 A1 wurde daher ein Scheinwerfermodul vorgeschlagen, bei dem die Leuchteinheit drehbar
an einem Kühlkörper festgelegt ist. Außerdem sind Langlöcher in der Trägerplatine
und im Kühlkörper für eine Schraubverbindung vorgesehen, die eine Justierung der relativen
Position der Bauteile zueinander erlauben. Über das Vorsehen von Lagerspielen zwischen
den Bauteilen wird daher die Möglichkeit geschaffen, Toleranzüberschreitungen bei
der Bauteilfertigung durch ein Justieren der Bauteilpositionen auszugleichen. Die
Montage der Bauteile gestaltet sich dadurch jedoch recht aufwändig.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Fahrzeugscheinwerfer
mit hoher Beleuchtungspräzision bereitzustellen, der rasch zu montieren ist.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch einen Fahrzeugscheinwerfer mit mindestens einer Lichtquelle,
vorzugsweise einer LED und einem Reflektor, die auf einer gemeinsamen Trägerplatte
angeordnet sind, der dadurch gekennzeichnet ist, dass am Reflektor Vorsprünge angeordnet
sind, die mittels einer Presspassung mit Öffnungen in der Trägerplatte verbunden sind.
[0006] Durch die Presspassung zwischen den Reflektorvorsprüngen und den Öffnungen der Trägerplatte
sind die Trägerplatte und der Reflektor über alle Toleranzbereiche spielfrei miteinander
verbunden. Dadurch kann die Gesamttoleranz der aus den Bauteiltoleranzen und den Positioniertoleranzen
des optischen Systems des Scheinwerfers gebildeten Toleranzkette reduziert werden.
Dies führt zu einer Qualitätssteigerung des Scheinwerfers sowie zu geringeren Ausschussraten
bei der Fertigung. Dabei können aufwändige Justierungen des Reflektors auf der Trägerplatte
entfallen. Die Presspassung sorgt für einen automatischen Toleranzausgleich bei der
Montage.
[0007] Alternativ kann bei gleichbleibender Gesamttoleranz des Scheinwerfers eine Einzeltoleranz
des optischen Systems des Scheinwerfers erhöht werden. So kann beispielsweise auf
eine Präzisionsbestückung der LED auf der Trägerplatte verzichtet und durch eine Normalbestückung
ersetzt werden, wodurch sich deutliche Kosteneinsparungen realisieren lassen.
[0008] Für die Art und Form der Vorsprünge des Reflektors sind verschiedene Lösungen denkbar.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Fahrzeugscheinwerfers können die Vorsprünge
am Umfang von Befestigungslöchern am Reflektor angeordnet sein. Zusätzlich zur Verbindung
über die Presspassungen können durch die Befestigungslöcher des Reflektors weitere
Befestigungsmittel, insbesondere Schrauben hindurchgeführt werden, um den Reflektor
an der Trägerplatte festzulegen. Selbstverständlich besteht jedoch auch die Möglichkeit,
den Reflektor auf die Trägerplatte aufzukleben.
[0009] Werden Schrauben als zusätzliche Befestigungsmittel verwendet, so können diese durch
die Öffnungen in der Trägerplatte hindurchgeführt und mit einem auf der Rückseite
der Trägerplatte angeordneten Kühlkörper verschraubt sein. Bei den für neuere Fahrzeugscheinwerfer
üblicherweise eingesetzten Lichtquellen handelt es sich um Hochleistungs-SMD-LEDs,
die direkt auf eine Leiterplatte, die gleichzeitig die Trägerplatte für den Reflektor
bildet, aufgelötet sind. Die Verlustleistung dieser LEDs muss abgeführt werden, um
eine thermische Beschädigung der LEDs zu vermeiden. Aus diesem Grund liegt die Trägerplatte
in der Regel direkt auf einem Kühlkörper auf. Mit Hilfe der Schrauben lässt sich eine
fest miteinander verbundene Einheit aus der Trägerplatte, dem Kühlkörper und dem Reflektor
herstellen.
[0010] Dabei können die Öffnungen in der Trägerplatte vorzugsweise einen runden Querschnitt
mit einem größeren Durchmesser als der Schraubendurchmesser aufweisen. Sie sind damit
in der Lage, die Vorsprünge des Reflektors und die Schrauben aufzunehmen.
[0011] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn der Reflektor je Öffnung in der Trägerplatte
mit zwei kreisbogenförmigen Vorsprüngen versehen ist. Diese Vorsprünge können zudem
laschenförmig ausgebildet sein. Beim Einführen in die Öffnungen in der Trägerplatte
können die Vorsprünge daher radial nach innen gedrückt werden und aufgrund ihrer Elastizität
die erforderliche Presspassung mit den Öffnungsrändern in der Trägerplatte herstellen.
[0012] Die Vorsprünge können bevorzugt aus einem elastischen Werkstoff, vorzugsweise aus
einem Thermoplast gefertigt sein. Diese relativ weichen Vorsprünge sorgen zusammen
mit einer entsprechenden Formgebung dafür, dass die Presspassung zwischen Reflektor
und Trägerplatte hergestellt werden kann, ohne zu hohe Montagekräfte aufwenden zu
müssen, die wiederum zu Bauteilüberlastungen oder einem Verzug insbesondere der Trägerplatte
führen würden. Es hat sich gezeigt, dass die Werkstoffelastizität solcher Vorsprünge
zum Toleranzausgleich mittels einer Presspassung auch bei einem stark verzugssensiblen
optischen System wie einem Fahrzeugscheinwerfer eingesetzt werden kann.
[0013] Zweckmäßigerweise können in der Trägerplatte zwei Öffnungen zur Befestigung des Reflektors
vorgesehen sein, um diesen verdrehsicher auf der Trägerplatte montieren zu können.
[0014] Die mindestens eine LED kann dabei auf einer Mittelachse zwischen den beiden Öffnungen
auf der Trägerplatte angeordnet sein, sodass die Positionen der Öffnungen und die
Position der mindestens einen LED ein gleichschenkliges Dreieck bilden.
[0015] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer Beleuchtungseinheit eines
erfindungsgemäßen Fahrzeugscheinwerfers mit Bezug auf die Zeichnung näher beschrieben.
[0016] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Explosionsdarstellung einer Beleuchtungseinheit eines erfindungsgemäßen Fahrzeugscheinwerfers;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Beleuchtungseinheit aus Fig. 1;
- Fig. 3
- einen Teilschnitt durch die Beleuchtungseinheit entlang der Linie A-A in Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Ansicht von unten auf einen Reflektor der Beleuchtungseinheit aus Fig. 1 mit
einer vergrößerten Detaildarstellung;
- Fig. 5
- eine Ansicht von unten auf den Reflektor und eine Trägerplatte der Beleuchtungseinheit
aus Fig. 1 zusammen mit einer vergrößerten Detaildarstellung;
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf die Trägerplatte der Beleuchtungseinheit aus Fig. 1.
[0017] Die Explosionsdarstellung aus Fig. 1 zeigt eine Beleuchtungseinheit 10 eines ansonsten
nicht weiter dargestellten Fahrzeugscheinwerfers. Die Beleuchtungseinheit 10 weist
eine Trägerplatte 11 in Form einer Leiterplatte mit einer darauf aufgelöteten LED
12 als Lichtquelle, einen Reflektor 13 sowie einen Kühlkörper 14 auf. Die Trägerplatte
11 ist mit zwei Öffnungen 15 zur Aufnahme von Befestigungsschrauben 16 für den Reflektor
13 versehen. Wie die Draufsicht auf die Beleuchtungseinheit 10 und insbesondere die
Schnittdarstellung aus Fig. 3 verdeutlichen, wird der Reflektor 13 mit Hilfe der Schrauben
16 mit dem Kühlkörper 14 verschraubt. Mit der Trägerplatte 11 ist der Reflektor 13
dagegen mittels einer Presspassung verbunden, die je Öffnung 15 in der Trägerplatte
11 von zwei Vorsprüngen 17 gebildet wird, wie Fig. 3 und noch deutlicher die Figuren
4 und 5 zeigen.
[0018] Aus der Ansicht von unten auf den Reflektor 13 in Fig. 4 ist zu erkennen, dass der
Reflektor 13 zwei Befestigungslöcher 18 für die Befestigungsschrauben 16 aufweist.
Am äußeren Rand der Befestigungslöcher 18 sind die beiden kreisbogen- und laschenförmigen
Vorsprünge 17 angeordnet, die in die Öffnungen 15 der Trägerplatte einführbar sind,
wie Fig. 5 verdeutlicht. Die Vorsprünge 17 sind vorzugsweise aus einem weichen, elastischen
Werkstoff gefertigt, sodass sie beim Einführen in die Öffnungen 15 der Trägerplatte
11 radial nach innen nachgeben können, damit die Presspassung mit den Öffnungen 15
ohne zu große Montagekräfte herstellbar ist.
[0019] Fig. 6 verdeutlicht schematisch die auf der Trägerplatte 11 sich bezüglich der Lichtquelle
12 aufsummierenden Bestückungstoleranzen A und B, wobei A die Toleranz des gegenseitigen
Abstands x der beiden Öffnungen 15 und B die Toleranz des Durchmessers y der Öffnungen
15 ist. Durch die Presspassung zwischen dem Reflektor 13 und der Trägerplatte 11 können
Toleranzüberschreitungen der Toleranzen A und B teilweise ausgeglichen werden.
[0020] Die LED 12 ist auf einer Mittelachse zwischen den Öffnungen 15 angeordnet. Ihre Position
bildet somit zusammen mit den Positionen der Öffnungen 15 die Eckpunkte eines gleichschenkligen
Dreiecks.
1. Fahrzeugscheinwerfer mit mindestens einer Lichtquelle (12), vorzugsweise einer LED
und einem Reflektor (13), die auf einer gemeinsamen Trägerplatte (11) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass am Reflektor (13) Vorsprünge (17) angeordnet sind, die mittels einer Presspassung
mit Öffnungen (15) in der Trägerplatte (11) verbunden sind.
2. Fahrzeugscheinwerfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (17) am Umfang von Befestigungslöchern (18) am Reflektor (13) angeordnet
sind.
3. Fahrzeugscheinwerfer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Befestigungslöcher (18) des Reflektors (13) Schrauben (16) hindurchgeführt
sind.
4. Fahrzeugscheinwerfer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schrauben (16) durch die Öffnungen (15) in der Trägerplatte (11) hindurchgeführt
und mit einem auf der Rückseite der Trägerplatte (11) angeordneten Kühlkörper (14)
verschraubt sind.
5. Fahrzeugscheinwerfer nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen (15) in der Trägerplatte (11) einen runden Querschnitt mit einem größeren
Durchmesser als der Schraubendurchmesser aufweisen.
6. Fahrzeugscheinwerfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Reflektor (13) je Öffnung (15) in der Trägerplatte (11) mit zwei kreisbogenförmigen
Vorsprüngen (17) versehen ist.
7. Fahrzeugscheinwerfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (17) laschenförmig ausgebildet sind.
8. Fahrzeugscheinwerfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (17) aus einem elastischen Werkstoff, vorzugsweise aus einem Thermoplast
gefertigt sind.
9. Fahrzeugscheinwerfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Trägerplatte (11) zwei Öffnungen (15) zur Befestigung des Reflektors (13)
vorgesehen sind.
10. Fahrzeugscheinwerfer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine LED (12) auf einer Mittelachse zwischen den beiden Öffnungen
(15) auf der Trägerplatte (11) angeordnet ist, sodass die Position der Öffnungen (15)
und die Position der mindestens einen LED (12) ein gleichschenkliges Dreieck bilden.