[0001] Die Erfindung betrifft eine Schuhreinigungsvorrichtung mit einem eine Wanne sowie
eine oberhalb der Wanne angeordnete Trittebene aufweisenden Maschinengestell und mit
drehbaren Reinigungswalzen, welche entlang einer Längsrichtung des Maschinengestells
in der Wanne derart angeordnet sind, dass auf einem Kern der Reinigungswalze angeordnete
Reinigungselemente, insbesondere Borsten die Trittebene durchgreifen, wobei die Trittebene
zwei nebeneinander entlang der Längsrichtung verlaufende Reinigungsbereiche aufweist.
[0002] Die Reinigungswalzen durchgreifen die Trittebene an ihrer Oberseite, wobei dadurch
die Sohle eines auf der Trittebene angeordneten Schuhs von unten gereinigt werden
kann. Als Reinigungselemente sind üblicherweise Borsten vorgesehen, welche biegsam
sind, sodass die Schuhsohlen gebürstet werden.
[0003] Üblicherweise erfolgt eine Reinigung mit einer Reinigungs- und/oder Desinfektionsflüssigkeit,
mit der die Reinigungswalzen benetzt werden. Die in der Wanne angeordneten Reinigungswalzen
können beispielsweise in ein entsprechendes Flüssigkeitsbad getaucht und/oder mit
der Reinigungs- und/oder Desinfektionsflüssigkeit besprüht werden.
[0004] Unter einer Reinigung wird im Rahmen der Erfindung verstanden, wenn Verschmutzungen
von Schuhen und insbesondere Schuhsohlen zumindest teilweise entfernt werden. Das
gleiche gilt für eine Desinfektion, bei der zumindest ein Teil von Mikroorganismen,
Bakterien und anderen Verunreinigungen entfernt bzw. neutralisiert werden.
[0006] In Bereichen mit hohen hygienischen Anforderungen wir beispielsweise Lebensmittelbetrieben,
pharmazeutischen Produktionsstätten, Schlachthöfen, Metzgereien, Großküchen oder dergleichen
ist die Reinigung von Schuhen von besonderer Bedeutung, um durch entsprechende Mitarbeiter
eine Kontamination der Arbeitsbereiche zu vermeiden. Die Reinigung der Schuhe erfolgt
dabei üblicherweise an Übergangsbereichen nach Art von Schleusen, welche sowohl am
Ein- und Ausgang in einen Produktionsbereich sowie auch zwischen verschiedenen Produktionsbereichen
vorgesehen sein können.
[0007] Bei der gattungsgemäßen Schuhreinigungsvorrichtung weist die Trittebene zwei nebeneinander
entlang der Längsrichtung verlaufende Reinigungsbereiche auf, um die beiden Schuhe
eines Benutzers zu reinigen, wenn dieser entlang der Längsrichtung über die Schuhreinigungsvorrichtung
läuft. In diesem Zusammenhang kann die Schuhreinigungsvorrichtung auch an ihrem Ein-
und/oder Ausgang mit Drehkreuzen versehen sein, um den Zugang sowie die Verweildauer
auf der Schuhreinigungsvorrichtung zu steuern. Beispielsweise kann durch ein gesperrtes
bzw. sperrbares Drehkreuz am Ausgang der Schuhreinigungsvorrichtung sichergestellt
werden, dass eine Mindestdauer für die Reinigung von Schuhen und insbesondere der
Schuhsohlen eingehalten wird.
[0008] Auch im Rahmen der Erfindung kann die Schuhreinigungsvorrichtung mit weiteren Einrichtungen
wie beispielsweise einer Handreinigung und/oder - desinfektion, einem Trockner für
die gereinigten Schuhe oder dergleichen kombiniert werden. Entsprechende Ausgestaltungen
sind beispielsweise in der bereits genannten
DE 10 2016 108 439 A1 sowie in der
DE 10 2013 104 562 A1 beschrieben.
[0009] Gemäß der
DE 101 13 136 C2 können auch verschiedene Reinigungseinrichtungen hintereinander angeordnet und somit
kombiniert werden.
[0010] Bei den bekannten Schuhreinigungsvorrichtungen ist für die Reinigung einer Schuhsohle
in jedem Reinigungsbereich eine entlang der Längsrichtung des Maschinengestells verlaufende
Reinigungswalze mit Reinigungselementen, insbesondere Borsten vorgesehen. Gerade in
der Mitte der beiden Reinigungsbereiche stehen die Reinigungselemente weit über die
Trittebene nach oben vor und können somit gerade den mittleren Bereich einer Sohle
besonders zuverlässig und effizient reinigen.
[0011] Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die
Aufgabe zugrunde, die Schuhreinigung und insbesondere die Reinigung eines Sohlenrandes
zu verbessern.
[0012] Gegenstand der Erfindung und Lösung der Aufgabe sind eine Schuhreinigungsvorrichtung
gemäß Patentanspruch 1 sowie ein Verfahren zur Schuhreinigung gemäß Patentanspruch
11.
[0013] Obwohl sich die bekannten Schuhreinigungsvorrichtungen in der Praxis bewährt haben,
liegt der vorliegenden Erfindung die Erkenntnis zugrunde, dass gerade im Randbereich
der Sohlen das Reinigungsergebnis noch verbesserungsbedürftig ist, weil dort gemäß
dem Stand der Technik der Überstand der Reinigungselemente über die Trittebene hinaus
aufgrund der Rotationsbewegung um die Drehachsen der Reinigungswalzen geringer wird.
Um diesen Nachteil zu vermeiden, ist ausgehend von einer gattungsgemäßen Schuhreinigungsvorrichtung
im Rahmen der Erfindung vorgesehen, dass beiden Reinigungsbereichen jeweils zwei Reinigungswalzen
zugeordnet sind. Durch die beiden nebeneinander angeordneten Reinigungswalzen kann
eine zuverlässige Reinigung über eine größere Breite erfolgen, sodass gerade die Ränder
einer Schuhsohle von unten besonders zuverlässig gereinigt werden können.
[0014] Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass für jeden Reinigungsbereich die beiden jeweils
zugeordneten Reinigungswalzen für eine gegenläufige Rotation eingerichtet, insbesondere
durch ein Getriebe mechanisch gekoppelt sind, wobei auch für jeden Reinigungsbereich
ein eigener Antriebsmotor vorgesehen sein kann, der dann die beiden zugeordneten Reinigungswalzen
antreibt.
[0015] Wenn in jedem der beiden Reinigungsbereiche ein Schuh mittig über die beiden Reinigungswalzen
geführt wird, werden gerade die seitlichen Kanten der Sohle sehr intensiv abgebürstet,
sodass dort Verschmutzungen sicher entfernt werden können. Mit lediglich einer Reinigungswalze
für jeden der beiden Reinigungsbereiche ist eine solche besonders zuverlässige und
intensive Reinigung grundsätzlich nicht möglich. So ergibt sich bei lediglich einer
Reinigungswalze für jeden Reinigungsbereich und einer mittigen Anordnung des Schuhs
der größte Überstand der Reinigungselemente, insbesondere Borsten mittig über der
Rotationsachse der Reinigungswalze.
[0016] Grundsätzlich können alle zumindest vier Reinigungswalzen im Rahmen der Erfindung
von einem gemeinsamen Antriebsmotor angetrieben werden. Besonders bevorzugt ist jedoch
für jeden der beiden Reinigungsbereiche ein zugeordneter Antriebsmotor vorgesehen.
Alternativ kann auch für jede Reinigungswalze ein eigener Antriebsmotor vorhanden
sein, wobei dann jedoch der apparative Aufwand vergleichsweise hoch ist.
[0017] Wenn zumindest die beiden jeweils einem Reinigungsbereich zugeordneten Reinigungswalzen
durch einen gemeinsamen Antriebsmotor angetrieben werden, so erfolgt die Übertragung
der Drehbewegung auf die beiden Reinigungswalzen zweckmäßigerweise durch ein Getriebe,
insbesondere durch Zahnräder.
[0018] Im Rahmen der Erfindung sind für jeden Reinigungsbereich die beiden zugeordneten
Reinigungswalzen parallel zueinander entlang der Längsrichtung angeordnet und vorzugsweise
auch im Wesentlichen gleich ausgestaltet. Insbesondere können die Reinigungswalzen
bevorzugt einen gleichen Durchmesser aufweisen, der von dem äußeren Ende der Reinigungselemente,
insbesondere Borsten, bestimmt ist.
[0019] Die Reinigungselemente sind zweckmäßigerweise auf einem Kern der Reinigungswalze
angeordnet, der beispielsweise aus Kunststoff, insbesondere PVC gebildet sein kann.
Auch wenn die beiden Reinigungswalzen für jeden Reinigungsbereich im Wesentlichen
gleich ausgestaltet sind, so können die Reinigungselemente, insbesondere Borsten,
entlang der Längsrichtung bevorzugt versetzt zueinander angeordnet sein, damit diese
ungestört in entgegengesetzte Richtung rotieren können.
[0020] Wenn die Trittebene beispielsweise von einem Auftrittrost gebildet ist, können einzelne
insbesondere ringförmige Abschnitte mit Reinigungselementen, insbesondere Borsten,
wechselweise Öffnungen bzw. Fenster des Auftrittsrostes durchgreifen. Entsprechende
Öffnungen bzw. Fenster können beispielsweise durch Querstreben unterteilt sein, welche
auch die Abstützung der Schuhe ermöglichen. Im Rahmen einer solchen Ausgestaltung
sind dann die den beiden Reinigungswalzen eines Reinigungsbereiches zugeordneten und
wechselweise angeordneten Reinigungselemente durch die Querstege getrennt.
[0021] Gemäß einem weiteren eigenständigen Erfindungsgedanken ist vorgesehen, dass für beide
Reinigungsbereiche jeweils zwei zusätzliche Reinigungselemente, insbesondere Borsten,
aufweisende Seitenreinigungswalzen oberhalb der Trittebene gelagert und unter Ausbildung
einer Reinigungsgasse für einen Schuh mit einem horizontalen Abstand zueinander angeordnet
sind. Mit den Seitenreinigungswalzen soll der seitliche äußere Rand der Sohle sowie
ein Schaftabschnitt unmittelbar oberhalb der Sohle gereinigt und/oder desinfiziert
werden. Im Vergleich zu bekannten Reinigungswalzen für die Reinigung und/oder Desinfektion
von Stiefelschäften sind die Seitenreinigungswalzen für die Reinigung des seitlichen
Randes der Sohle sowie eines Schaftabschnittes unmittelbar oberhalb der Sohle vergleichsweise
klein und vergleichsweise tief angeordnet. In vorteilhafter Weise können auch gattungsgemäße
Schuhreinigungsvorrichtungen durch die beschriebenen Seitenreinigungswalzen verbessert
werden.
[0022] Die Seitenreinigungswalzen rotieren bevorzugt an dem jeweiligen Rand der Reinigungsgasse
nach unten, das heißt in Richtung der Trittebene, sodass der äußere Sohlenrand von
oben gut gereinigt werden kann und Verschmutzungen nach unten in Richtung der Wanne
transportiert werden.
[0023] Bei üblichen Ausgestaltungen eines Schuhs, insbesondere eines Arbeitsschuhs, steht
die Sohle seitlich über den Schaft über. Insbesondere kann der Schaft an einem horizontalen,
flanschförmig umlaufenden Abschnitt mit der Sohle vernäht oder verklebt sein. Gerade
in dieser Abwinklung können sich Verschmutzungen ansammeln, welche nicht ohne weiteres
entfernt werden können. Durch die von oben auf diesen Bereich einwirkenden Seitenreinigungswalzen
kann im Rahmen der erfindungsgemäßen Weiterbildung auch dort eine besonders zuverlässige
Reinigung erfolgen.
[0024] Bevorzugt ist vorgesehen, dass bei den beiden Reinigungsbereichen jeweils die beiden
zugeordneten Reinigungswalzen sowie die beiden zugeordneten Seitenreinigungswalzen
von einem gemeinsamen Antriebsmotor antreibbar sind. So ist es beispielsweise möglich,
dass die beiden Seitenreinigungswalzen mit an ein vorzugsweise aus Zahnrädern gebildetes
Getriebe angeschlossen sind.
[0025] Um eine möglichst vollständige und zuverlässige Reinigung der Sohlenränder und des
Übergangsbereichs von Sohle und Schaft zu ermöglichen, kann vorgesehen sein, dass
die Seitenreinigungswalzen an ihrem von den Reinigungselementen gebildeten Außenumfang
den Außenumfang der jeweils angrenzenden Reinigungswalze schneiden. In dem sich überschneidenden
Bereich ist dann eine zweifache Reinigung mittels der dortigen Reinigungswalze und
der dortigen Seitenreinigungswalze möglich.
[0026] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann die Überschneidung auch dazu genutzt
werden, um die Seitenreinigungswalzen anzutreiben. Die Seitenreinigungswalzen sind
dann nicht an ein herkömmliches Getriebe gemeinsam mit den Reinigungswalzen angeschlossen.
Vielmehr greifen die Reinigungselemente der Reinigungswalze sowie der zugeordneten
Seitenreinigungswalze an der Überschneidung aneinander, sodass durch die Verzahnung
der Reinigungselemente (ähnlich wie bei Zahnrädern) eine unmittelbare Übertragung
der Drehbewegung erfolgt. Es ergibt sich dann der Vorteil einer besonders einfachen
Ausgestaltung, bei der die Seitenreinigungswalzen lediglich an der geeigneten Position
angeordnet werden müssen und kein weiterer mechanischer Anschluss notwendig ist.
[0027] Durch die Überschneidung und den Kontakt der Reinigungselemente kann auch eine Reinigungs-
und/oder Desinfektionsflüssigkeit übertragen werden.
[0028] Es ist auch zu berücksichtigen, dass die Schuhreinigungsvorrichtung für Wartungszwecke
möglichst leicht zu reinigen sein soll. Beispielsweise können die Reinigungswalzen
und/oder die Seitenreinigungswalzen in einfachen Lagerschalen und Gleitlagern aufgenommen
sein, wobei der Anschluss an ein Getriebe oder einen Antriebsmotor durch eine formschlüssige
Verbindung, beispielsweise eine Art Antriebszapfen erfolgen kann.
[0029] Um gerade die äußeren Ränder einer Sohle und den Übergangsbereich zwischen Sohle
und Schaft effektiv reinigen zu können, werden die Seitenreinigungswalzen gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung so angeordnet, dass der Abstand der jeweiligen
Drehachse zu der Trittebene zwischen 15 mm und 50 mm, insbesondere zwischen 20 mm
und 35 mm, beträgt. Zusätzlich oder alternativ kann der Durchmesser der Seitenreinigungswalzen
zwischen 30 mm und 100 mm, insbesondere zwischen 50 mm und 80 mm, betragen.
[0030] Die Länge der beiden nebeneinander entlang der Längsrichtung verlaufenden Reinigungsbereiche
und somit auch die Länge der dort angeordneten Reinigungswalzen muss zumindest so
lang sein, dass übliche Schuhe über ihre gesamte Länge vollständig gereinigt werden.
Die Reinigungsbereiche können im Rahmen der Erfindung insbesondere dann relativ kurz
ausgestaltet werden, wenn Benutzer durch ein Drehkreuz, ein Anzeigeelement oder andere
Maßnahmen zu einem Verweilen auf der Trittebene angehalten werden. Vorzugsweise ist
jedoch vorgesehen, dass die Reinigungsbereiche von einem Benutzer überschritten werden,
wobei dann die Länge der Reinigungsbereiche entlang der Längsrichtung und somit die
Länge der Reinigungswalzen bevorzugt zwischen 90 cm und 250 cm betrifft.
[0031] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Schuhreinigung mit der zuvor
beschriebenen Schuhreinigungsvorrichtung, wobei in den beiden Reinigungsbereichen
die jeweils zugeordneten Reinigungswalzen bevorzugt gegenläufig rotierend angetrieben
werden, wobei die Reinigungselemente der Reinigungswalzen in der Wanne insbesondere
durch Besprühen und/oder durch Eintauchen mit einer Reinigungs- und/oder Desinfektionsflüssigkeit
benetzt werden und wobei über jeden Reinigungsbereich ein Schuh entlang der Längsrichtung
geführt und dabei eine Sohle der Schuhe durch die Reinigungswalzen gereinigt und/oder
desinfiziert wird.
[0032] Die Reinigungswalzen werden typischerweise mit 40 bis 120 Umdrehungen pro Minute,
insbesondere mit 60 bis 95 Umdrehungen pro Minute, angetrieben. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass mit zunehmender Drehzahl die Reinigungseffizienz zunimmt, andererseits aber auch
die Reinigungs- und/oder Desinfektionsflüssigkeit in ungewünschter Weise aufgeschleudert
werden kann.
[0033] Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Schuhreinigungsvorrichtung mit zwei nebeneinander entlang einer
Längsrichtung verlaufenden Reinigungsbereichen in einer Perspektive,
- Fig. 2A
- einen der Reinigungsbereiche in einer Seitenansicht mit Blickrichtung entlang der
Längsrichtung,
- Fig. 2B
- ein vergrößerter Ausschnitt nach Fig. 2A und
- Fig. 3
- die Schuhreinigungsvorrichtung gemäß der Fig. 1 in einem teilweise demontierten Zustand.
[0034] Die Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Schuhreinigungsvorrichtung mit einem eine
Wanne 1 sowie eine oberhalb der Wanne 1 angeordnete Trittebene aufweisenden Maschinengestell
2, wobei die Trittebene von einem Auftrittrost 3 gebildet ist. Das Auftrittrost 3
umfasst Querstreben 4, Seitenstege 5 sowie einen Mittelsteg 6, welcher in dem dargestellten
Ausführungsbeispiel auch die Trittebene in zwei nebeneinander entlang der Längsrichtung
I verlaufende Reinigungsbereiche 7a, 7b trennt. Diese beiden Reinigungsbereiche 7a,
7b sind für die Aufnahme und Reinigung und/oder Desinfektion von jeweils einem Schuh
8 eines Benutzers vorgesehen.
[0035] Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind in der Figur 1 optionale Komponenten und Anbauteile
der Schuhreinigungsvorrichtung nicht dargestellt. Gemäß den aus dem Stand der Technik
bekannten Ausführungen können beispielsweise seitliche Geländer und Führelemente,
Drehkreuze am Ein- und Ausgang, nachgelagerte Trocknungseinrichtungen, Einrichtungen
zur Handdesinfektion oder dergleichen vorgesehen sein.
[0036] In der Wanne 1 sind drehbare Reinigungswalzen 9 vorgesehen, welche auf einem Kern
10 angeordnete Reinigungselemente 11 in Form von Borsten aufweisen.
[0037] Bereits aus der Figur 1 ist ersichtlich, dass die Reinigungselemente in Form von
Borsten an der Oberseite der Reinigungswalzen 9 die von dem Auftrittrost 3 gebildete
Trittebene nach oben durchgreifen, sodass die auf der Trittebene, insbesondere den
Querstreben 4 aufstehenden Schuhe 8 an ihrer Unterseite, also einer Sohle 12 der Schuhe
8 effektiv gereinigt werden können.
[0038] Erfindungsgemäß sind für jeden Reinigungsbereich 7a, 7b jeweils zwei Reinigungswalzen
9 vorgesehen, die gegenläufig antreibbar sind.
[0039] Insbesondere können die beiden Reinigungswalzen 9 jedes Reinigungsbereiches 7a, 7b
über ein Getriebe 13 aus Zahnrädern an einen Antriebsmotor 14 angeschlossen sein,
wobei in dem dargestellten Ausführungsbeispiel für jeden der beiden Reinigungsbereiche
7a, 7b ein zugeordneter Antriebsmotor 14 vorhanden ist.
[0040] Um bei dem gegenläufigen Antrieb der beiden Reinigungswalzen 9 jedes Reinigungsbereiches
7a, 7b eine übermäßige Reibung zwischen den Reinigungselementen 11 in Form von Borsten
zu vermeiden, sind die Reinigungselemente 11 der beiden einem Reinigungsbereich 7a,
7b zugeordneten Reinigungswalzen 9 entlang der Längsrichtung I versetzt zueinander
angeordnet. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel bilden die Querstreben 4 des
Auftrittsrostes 3 in den beiden Reinigungsbereichen 7a, 7b einzelne Fenster, wobei
in den Fenstern wechselweise die Reinigungselemente 11 der beiden Reinigungswalzen
9 angeordnet sind.
[0041] Da im Rahmen der Erfindung durch zwei Reinigungswalzen 9 in jedem Reinigungsbereich
7a, 7b die Sohle 12 gereinigt wird, ist eine besonders zuverlässige und effektive
Reinigung und/oder Desinfektion möglich.
[0042] Entsprechend einem weiteren Aspekt der Erfindung sind für die beiden Reinigungsbereiche
7a, 7b jeweils zwei zusätzliche Reinigungselemente 11' in Form von Borsten aufweisenden
Seitenreinigungswalzen 16 oberhalb der Trittebene gelagert, wobei in jedem Reinigungsbereich
7a, 7b durch die jeweils zugeordneten Reinigungswalzen 9 sowie Seitenreinigungswalzen
16 eine Reinigungsgasse gebildet wird. In Richtung der Reinigungsgasse drehen die
Seitenreinigungswalzen 16 nach unten, das heißt in Richtung der Trittebene, sodass
Verschmutzungen nach unten in die Wanne geführt werden. Zusätzlich kann gerade ein
Übergangsbereich der Sohle 12 zu einem Schaft 17 des Schuhs 8 besonders effektiv und
zuverlässig von oben gereinigt werden, selbst wenn dort eine Abwinklung vorhanden
ist.
[0043] Insbesondere aus den Figuren 2A, 2B ist auch ersichtlich, dass die Seitenreinigungswalzen
16 an ihren von den Reinigungselementen 11' gebildeten Außenumfang den Außenumfang
der jeweils angrenzenden Reinigungswalze 9 schneiden. Durch diese Überlappung kann
einerseits eine besonders effektive und zuverlässige Reinigung erreicht werden. In
dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Überlappung andererseits auch dazu
genutzt, um die Seitenreinigungswalzen 16 anzutreiben. Durch die Rotation der Reinigungswalzen
9 werden über die Reinigungselemente 11, 11' auch die Seitenreinigungswalzen 16 bewegt,
sodass sich eine mechanisch besonders einfache Ausgestaltung ergibt. Die Seitenreinigungswalzen
16 müssen im Rahmen der beschriebenen Ausgestaltung nur an geeigneter Stelle und mit
einem geeigneten Überlapp drehbar angeordnet und gelagert werden. Als Vorteil ergibt
sich des Weiteren, dass durch den direkten Kontakt der Reinigungselemente 11, 11'
auch Reinigungs- und/oder Desinfektionsflüssigkeit von den Reinigungswalzen 9 auf
die Seitenreinigungswalzen 16 übertragen werden kann.
[0044] Gemäß einer alternativen Ausgestaltung ist es jedoch auch möglich, die Seitenreinigungswalzen
16 durch weitere Zahnräder oder dergleichen an das Getriebe 13 anzuschließen. Eine
solche Variante ist insbesondere im Hinblick auf die zu übertragenden Drehmomente
von Vorteil.
[0045] Im Rahmen der Erfindung sind die Seitenreinigungswalzen 16 für eine effektive Reinigung
des seitlichen Randes der Sohle 12 sowie des unmittelbar daran anschließenden unteren
Abschnitts des Schaftes 17 vorgesehen. Die Schuhreinigungsvorrichtung ist damit insbesondere
auch für übliche Halbschuhe einsetzbar und vorgesehen. Wenn dagegen auch hohe Schäfte
eines Stiefels gereinigt werden sollen, so ist dazu im Rahmen der Erfindung üblicherweise
ein separater Reinigungsschritt vorgesehen.
[0046] Entsprechend sind die Seitenreinigungswalzen 16 mit ihren Drehachsen in einem relativ
geringen Abstand zu der Trittebene von typischerweise zwischen 15 mm und 50 mm, insbesondere
zwischen 20 mm und 35 mm angeordnet. Der Durchmesser der Seitenreinigungswalzen 16
kann beispielsweise zwischen 30 mm und 100 mm, insbesondere zwischen 50 mm und 80
mm betragen.
[0047] Die Länge der Reinigungswalzen 9 und Seitenreinigungswalzen 16 beträgt üblicherweise
zwischen 90 cm und 250 cm, wobei gemäß dem Ausführungsbeispiel die Schuhe 8 gereinigt
werden, wenn ein Benutzer über die von dem Auftrittsrost 3 gebildete Trittebene schreitet.
[0048] Die bevorzugten Drehrichtungen der beiden Reinigungswalzen 9 sowie der beiden Seitenreinigungswalzen
16 sind in der Figur 2A durch Pfeile hervorgehoben.
[0049] Die Figur 3 zeigt die Schuhreinigungsvorrichtung, wobei der Auftrittrost 3 mit den
daran befestigten Seitenreinigungswalzen 16 hochgeklappt ist. Auch dabei ergibt sich
der Vorteil, dass die Seitenreinigungswalzen über die Reinigungselemente 11, 11' von
den Reinigungswalzen 9 angetrieben sind, sodass für das Hochklappen des Auftrittrostes
3 keine aufwendige mechanische Entkopplung notwendig ist.
[0050] Aus der Figur 3 ist des Weiteren ersichtlich, dass die Schuhreinigungsvorrichtung
auch besonders leicht zu warten und zu reinigen ist. So sind die Reinigungswalzen
9 in der Wanne endseitig und an einer Zwischenabstützung 18 in geeignete Lagerschalen
eingelegt, wobei der Anschluss an das Getriebe 13 beispielsweise formschlüssig durch
eine Art Zapfen-Verbindung erfolgen kann. Im Rahmen einer solchen Ausgestaltung können
die Reinigungswalzen 9 nach Anheben des Auftrittrostes 3 besonders leicht entnommen,
gereinigt und gegebenenfalls ausgetauscht werden.
1. Schuhreinigungsvorrichtung mit einem eine Wanne (1) sowie eine oberhalb der Wanne
(1) angeordnete Trittebene aufweisenden Maschinengestell (2) und mit drehbaren Reinigungswalzen
(9), welche entlang einer Längsrichtung (I) des Maschinengestells (2) in der Wanne
(1) derart angeordnet sind, dass auf einem Kern (10) der Reinigungswalze (9) angeordnete
Reinigungselemente (11) die Trittebene durchgreifen, wobei die Trittebene zwei nebeneinander
entlang der Längsrichtung (I) verlaufende Reinigungsbereiche (7a, 7b) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass beiden Reinigungsbereichen (7a, 7b) jeweils zwei Reinigungswalzen (9) zugeordnet
sind.
2. Schuhreinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden Reinigungsbereich (7a, 7b) die beiden jeweils zugeordneten Reinigungswalzen
(9) für eine gegenläufige Rotation eingerichtet, insbesondere durch ein Getriebe (13)
gekoppelt sind.
3. Schuhreinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden Reinigungsbereich (7a, 7b) die Reinigungselemente (11) der beiden zugeordneten
Reinigungswalzen (9) entlang der Längsrichtung (I) versetzt zueinander angeordnet
sind.
4. Schuhreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass für beide Reinigungsbereiche (7a, 7b) jeweils zwei zusätzliche Reinigungselemente
(11') aufweisende Seitenreinigungswalzen (16) oberhalb der Trittebene gelagert und
unter Ausbildung einer Reinigungsgasse für einen Schuh (8) mit einem Abstand zueinander
angeordnet sind.
5. Schuhreinigungsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei den beiden Reinigungsbereichen (7a, 7b) jeweils die beiden zugeordneten Reinigungswalzen
(9) sowie die beiden zugeordneten Seitenreinigungswalzen (16) von einem gemeinsamen
Antriebsmotor (14) antreibbar sind.
6. Schuhreinigungsvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenreinigungswalzen (16) an ihrem Außenumfang den Außenumfang der jeweils
zugeordneten Reinigungswalzen (9) schneiden, wobei die Seitenreinigungswalzen (16)
durch das Ineinandergreifen der Reinigungselemente (11, 11') an der Überschneidung
antreibbar sind.
7. Schuhreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei den Seitenreinigungswalzen (16) der Abstand einer Drehachse zu der Trittebene
zwischen 15 mm und 50 mm beträgt.
8. Schuhreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der Seitenreinigungswalzen (16) zwischen 30 mm und 100 mm beträgt.
9. Schuhreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Trittebene von einem Auftrittrost (3) gebildet ist.
10. Schuhreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungswalzen (9) entlang der Längsrichtung (I) eine Länge zwischen 90 cm
und 250 cm aufweisen.
11. Verfahren zur Schuhreinigung mit einer Schuhreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 10,
wobei in den beiden Reinigungsbereichen (7a, 7b) die jeweils zugeordneten Reinigungswalzen
(9) rotierend angetrieben werden,
wobei die Reinigungselemente (11) der Reinigungswalzen (9) in der Wanne (1) mit einer
Reinigungs- und/oder Desinfektionsflüssigkeit benetzt werden und
wobei über jeden Reinigungsbereich (7a, 7b) ein Schuh (8) entlang der Längsrichtung
(I) geführt und dabei eine Sohle (12) der Schuhe (8) durch die Reinigungswalzen (9)
gereinigt und/oder desinfiziert wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei ein seitlicher Rand der Sohle (12) sowie ein Schaftabschnitt
oberhalb der Sohle (12) mit Seitenreinigungswalzen (16) gereinigt und/oder desinfiziert
wird.