[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet von Spülverteilersystemen für Sanitärartikel,
insbesondere für solche aus Keramik, beispielsweise WC's.
[0002] Typischerweise sind WC Schüsseln aus Keramik gefertigt. Dabei wird die Schüssel selber,
sowie auch der Wassereinlauf und Spülverteiler für Spülwasser aus Keramik gegossen.
Keramik ist teuer und ein Gussverfahren je nach Gestaltung des zu giessenden Objekts,
beispielsweise mit diversen Öffnungen und Durchgängen, sehr aufwändig. Auch sind Wasserzulauf-
und Spülverteilerbereiche für eine Reinigung oder Entkalkung schwer oder gar nicht
zugänglich.
[0003] Es ist deshalb ein Bedürfnis ein Spülverteilersystem für Sanitärartikel, insbesondere
WC's, zu schaffen, welches eine einfachere Reinigung ermöglicht.
[0004] Die Erfindung umfasst ein Spülverteilersystem aus Kunststoff zur Verwendung mit einem
Sanitärartikel, beispielsweise einem WC oder einem Urinal. Das Spülverteilersystem
weist einen Spülverteiler und eine Befestigungsleitung zum Befestigen des Spülverteilers
an einem Sanitärartikel auf. Dabei weist der Spülverteiler eine Einlauföffnung, mindestens
eine zur Einlauföffnung abgewinkelt angeordnete Auslauföffnung und Befestigungsmittel
auf. Vorzugsweise sind die Befestigungsmittel des Spülverteilers im Aussenbereich
der Einlauföffnung angeordnet. Die Einlauföffnung ist vorzugsweise vollständig zugänglich.
Die Befestigungsleitung weist ebenfalls Befestigungsmittel auf, welche Befestigungsmittel
der Befestigungsleitung zu den Befestigungsmitteln des Spülverteilers korrespondieren,
zum abnehmbaren Anbringen des Spülverteilers an der Befestigungsleitung. Dabei sind
die Befestigungsmittel von Spülverteiler und Befestigungsleitung so angeordnet und
ausgestaltet, dass sie ein Abnehmen und Anbringen des Spülverteilers von und an der
Befestigungsleitung in einer Richtung senkrecht zur einer Mittelachse der Befestigungsleitung
ermöglichen.
[0005] Ein Spülverteilersystem bei dem Spülverteiler und Befestigungsleitung voneinander
lösbar sind, erlaubt ein einfaches Reinigen oder Ersetzen des Spülverteilers. Die
Befestigungsleitung kann in einem Sanitärartikel befestigt werden und der Spülverteiler
kann bei Bedarf an der Befestigungsleitung angebracht und wieder davon entfernt werden,
insbesondere nach dem Einbau des Sanitärartikels. Nach Abnahme des Spülverteilers
ist auch eine Reinigung im Bereich der Befestigungsleitung möglich. Insbesondere ist
eine Abnahme
[0006] Das Anbringen und Abnehmen des Spülverteilers in einer Richtung senkrecht zu einer
Mittelachse der Befestigungsleitung ermöglicht zudem das abnehmbare Anbringen eines
Spülverteilers in einem WC, wo ein Keramikrand einen Zugang zu einem Spülwassereinlauf
verunmöglicht. Die Richtung senkrecht zur Mittelachse entspricht dabei vorzugsweise
einer Richtung nach unten oder von unten in Bezug zum Sanitärartikel, beispielsweise
dem Rand einer WC-Schüssel.
[0007] Ein Spülverteilersystem aus Kunststoff erlaubt zudem das vereinfachte Herstellen
eines Sanitärartikels. Insbesondere ermöglicht er das Ersetzen von Keramikteilen,
welche einen Spülverteiler bilden. Beispielweise kann eine Gussform vereinfacht und
Keramik eingespart werden. Damit kann ein ansonsten gleichgestalteter Sanitärartikel
einfacher und mit weniger Gewicht hergestellt werden. Auch ist die Einhaltung von
Toleranzen bei der Herstellung von Kunststoffelementen vergleichsweise einfach, so
dass ein regelmässiges, gleichbleibendes Spülresultat erreicht werden kann. Auch können
mit dem Spülverteilersystem aus Kunststoff Toleranzen bei der Herstellung eines keramischen
Sanitärartikels ausgeglichen werden.
[0008] Unter ,senkrecht zur Mittelachse' der Befestigungsleitung wird eine Richtung von
90 Grad zur Mittelachse verstanden. Jedoch schliesst ,senkrecht zur Mittelachse' in
Bezug zur Abnehm- und Anbringungsrichtung des Spülverteilers exakt 90 Grad, sowie
auch einige Grad Abweichung von exakt 90 Grad mit ein. Beispielsweise können je nach
Ausgestaltung der Befestigungsmittel diese gegenüber der Mittelachse der Befestigungsleitung
verkippt oder leicht abgewinkelt sein. ,Senkrecht zur Mittelachse' umfasst somit auch
Richtungen, welche bis zu 20 Grad von der Senkrechten der Mittelachse der Befestigungsleitung
abweichen.
[0009] Vorzugsweise sind Befestigungsmittel von Spülverteiler und Befestigungsleitung derart
ausgestaltet, dass der Spülverteiler durch eine Bewegung in einer Richtung exakt 90
Grad senkrecht zur Mittelachse der Befestigungsleitung von der Befestigungsleitung
abnehmbar oder an dieser anbringbar ist.
[0010] Die Mittelachse der Befestigungsleitung entspricht in der Regel der Längsachse des
Leitungsteils der Befestigungsleitung.
[0011] Im Spülverteilersystem gemäss Erfindung sind die Befestigungsmittel von Spülverteiler
und Befestigungsleitung, sowie die mindestens eine Auslauföffnung des Spülverteilers
vorzugsweise derart ausgestaltet und angeordnet, dass sie ein Abnehmen und Anbringen
des Spülverteilers von und an der Befestigungsleitung im wesentlichen in einer Richtung
der mindestens einen Auslauföffnung des Spülverteilers erlauben. Eine Auslauföffnung
ist im Spülverteilersystem so angeordnet, dass sie im montierten Zustand des Spülverteilersystems
in einem Sanitärartikel in Richtung Ablauf des Sanitärartikels oder in Richtung eines
Schüsselbodens zeigt. Diese Richtung zeigt jedoch typischerweise weder exakt senkrecht
nach unten, noch exakt senkrecht zur Mittelachse des Befestigungssystems, sondern
weicht von der Senkrechten ab. Dies erlaubt, dass Spülwasser durch die Auslauföffnung
des Spülverteilers nicht senkrecht nach unten, sondern parallel zu einer Schüsselinnenwand
oder in Richtung Ablauf des Sanitärartikels gerichtet wird. ,Im wesentlichen' in Richtung
der Auslauföffnung schliesst somit eine Abweichung von beispielsweise bis zu 45 Grad
zur Senkrechten mit ein.
[0012] Für ein Anbringen des Spülverteilers an die Befestigungsleitung werden die Befestigungsmittel
miteinander verbunden. Für ein Abnehmen des Spülverteilers von der Befestigungsleitung
werden die Befestigungsmittel voneinander gelöst.
[0013] Vorzugsweise sind die Befestigungsmittel des Spülverteilers und der Befestigungsleitung
derart ausgestaltet, dass ein Verbinden und Lösen der Befestigungsmittel durch eine
Relativbewegung von Spülverteiler und Befestigungsleitung möglich ist. Vorzugsweise
sind keinerlei Werkzeuge zum Verbinden und Lösen der Befestigungsmittel erforderlich.
[0014] Ein Verbinden und Lösen der Befestigungsmittel kann durch eine lineare Bewegung oder
durch eine Rotationsbewegung oder durch eine Kombination einer linearen und Rotationsbewegung
erfolgen. Auch können lineare und Rotationsbewegungen kombiniert werden. Beispielsweise
kann durch eine Rotationsbewegung ein initiales Lösen der Befestigungsmittel erfolgen,
wobei das Entfernen des Spülverteilers dann durch eine lineare Bewegung senkrecht
zur Mittelachse der Befestigungsleitung geschieht.
[0015] Vorzugsweise ermöglichen die Befestigungsmittel des Spülverteilers und der Befestigungsleitung
ein Lösen und Verbinden der Befestigungsmittel, sowie ein Entfernen und Anbringen
des Spülverteilers durch eine lineare Relativbewegung, beispielsweise eine ausschliesslich
lineare Relativbewegung von Spülverteiler und Befestigungsleitung.
[0016] Vorzugsweise sind die Befestigungsmittel von Spülverteiler und Befestigungsleitung
so angeordnet und ausgestaltet, dass sie ein Abnehmen und Anbringen des Spülverteilers
von und an der Befestigungsleitung durch eine ausschliesslich lineare Bewegung in
der Richtung senkrecht zur Mittelachse der Befestigungsleitung ermöglichen.
[0017] In bevorzugten Ausführungsformen des Spülverteilersystems sind die Befestigungsmittel
des Spülverteilers und der Befestigungsleitung als zueinander korrespondierende ineinandergreifende
Nut und Kamm ausgebildet. Dabei können die Befestigungsmittel der Befestigungsleitung
als Schiene ausgebildet sein und die Befestigungsmittel des Spülverteilers als Kamm
oder Längsvorsprung, der in der Schiene der Befestigungsleitung geführt wird. Kamm
und Schiene können auch am jeweils anderen Element des Spülverteilersystems angebracht
sein. Ein Kamm der Befestigungsleitung wird dann in einer Nut oder Schiene des Spülverteilers
geführt und die beiden Elemente damit aneinander angebracht.
[0018] Vorzugsweise weist die Befestigungsleitung eine hufeisenförmige Schiene und der Spülverteiler
einen um die Einlauföffnung vorstehenden Rand auf.
[0019] An Spülverteiler und Befestigungsleitung können Ausricht- und Einführhilfen vorgesehen
sein. Diese ermöglichen ein erleichtertes Positionieren der Befestigungsmittel gegeneinander
und vereinfachen vorzugsweise den Befestigungsvorgang, beispielsweise ein gegenseitigen
Führen, wie ein Einführen eines Kamms in einer Nut.
[0020] Die Befestigungsmittel von Spülverteiler und Befestigungsleitung können zusätzlich
einen Schnappverschluss bilden. Beispielsweise können Spülverteiler und Befestigungsleitung
mit leicht gegeneinander versetzen Vorsprüngen versehen sein, welche bei vollständig
miteinander verbundenen Spülverteiler und Befestigungsleitung eingeschnappt sind.
Ein Schnappverschluss kann auch anders gestaltet sein, beispielsweise als ineinandergreifender
Vorsprung und Kerbe.
[0021] Ein Schnappverschluss lässt sich vorzugsweise mit leicht erhöhtem Kraftaufwand lösen.
Ein Schnappverschluss verhindert vorzugsweise, dass sich die Befestigungsmittel ungewollt,
beispielsweise aufgrund von Spülwasserdruck oder Vibrationen lösen.
[0022] Die Befestigungsleitung weist vorzugsweise ein Rohrteil auf. Vorzugsweise ist die
Befestigungsleitung ein mit Befestigungsmittel versehenes Rohrteil. Die mit den Befestigungsmitteln
des Spülverteilers korrespondierenden Befestigungsmittel der Befestigungsleitung sind
vorzugsweise am einen Ende des Rohrteils angebracht.
[0023] Vorzugsweise weist die Befestigungsleitung an diesem einen Ende einen radial nach
aussen vorstehenden Anschlag auf. In montiertem Zustand des Spülverteilers kann der
Anschlag eine Bewegung der Befestigungsleitung oder des Spülverteilersystems in einer
Wandöffnung in einer Wand eines Sanitärartikels zumindest in einer Richtung einschränken.
[0024] Der Anschlag kann durch die Befestigungsmittel gebildet sein oder als separater Anschlag,
beispielsweise ein radial nach aussen vorstehender Vorsprung.
[0025] Vorzugsweise wird der Anschlag durch die Befestigungsmittel gebildet. Beispielsweise
bildet eine Rückseite eines Befestigungsmittels einen Anschlag, während eine Vorderseite
des Befestigungsmittels mit den Befestigungsmitteln des Spülverteilers korrespondiert.
[0026] Der Spülverteiler weist mindestens eine Auslassöffnung auf. Ist nur eine einzige
Auslassöffnung vorgesehen, so weist diese vorzugsweise nicht nur in eine einzige Richtung,
sondern erlaubt ein Verteilen von Spülwasser in mehrere Richtungen. Die Auslassöffnung
kann beispielsweise als längliche Auslauföffnung ausgestaltet sein, beispielsweise
als gebogener Schlitz. Vorzugsweise ermöglicht eine einzige Auslauföffnung ein fächerförmiges
Verteilen von Spülwasser. Damit wird Spülwasser nicht nur in Richtung beispielsweise
nach unten in Richtung Auslass eines Sanitärartikels gerichtet, sondern erlaubt auch
ein breites seitliches Benetzen und Abwaschen einer Innenwand des Sanitärartikels.
[0027] Vorzugsweise sind mehrere Auslassöffnungen im Spülverteiler vorgesehen. Bei mehreren
Auslassöffnungen sind diese an unterschiedlichen Bereichen des Spülverteilers angeordnet
und weisen vorzugsweise in unterschiedliche Richtungen. Damit kann Spülwasser durch
die mehreren Auslassöffnungen in unterschiedliche Bereiche einer Innenwand des Sanitärartikels
gerichtet werden.
[0028] In bevorzugten Ausführungsformen des Spülverteilers weist der Spülverteiler drei
Auslauföffnungen auf. Eine erste der drei Auslauföffnungen ist dabei vorzugsweise
senkrecht zu einer zweiten und dritten Auslauföffnung der drei Auslauföffnungen angeordnet.
Die zweite und dritte Auslassöffnung liegen vorzugsweise auf einer Linie und erlauben
eine Spülwasserverteilung im wesentlichen in entgegengesetzte Richtungen. Ein Spülverteiler
mit drei Auslassöffnungen ist vorzugsweise als T-Stück ausgebildet, wobei eine Seite
des T-Stücks die Einlassöffnung aufweist. Diese ist vorzugsweise senkrecht zu sämtlichen
Auslassöffnungen angeordnet, so dass ein Spülwasserstrahl durch die Einlassöffnung
in den Spülverteiler eintritt, dann durch eine Wand des T-Stücks am geradlinigen Weiterfliessen
gehindert wird. Durch die abgewinkelt angeordneten, beispielsweise senkrecht zu einer
Mittelachse der Einlassöffnung angeordneten Auslassöffnungen wird das Spülwasser verteilt.
[0029] Vorzugsweise entspricht eine Mittelachse der Einlassöffnung des Spülverteilers der
Mittelachse der Befestigungsleitung.
[0030] Das erfindungsgemässe Spülverteilersystem kann weiter ein Sicherungsteil aufweisen.
Das Sicherungsteil ist an einem dem Spülverteiler entgegengesetzten Ende der Befestigungsleitung
anbringbar. Das Sicherungsteil weist grössere äussere Dimensionen auf als die Befestigungsleitung.
Damit kann die Befestigungsleitung zumindest in einer Richtung gegenüber einem Herausfallen
aus einer Wandöffnung eines Sanitärartikels gesichert werden, wenn die Befestigungsleitung
in dieser Wandöffnung, zum Beispiel in einer Wand einer WC-Schüssel, eingebracht ist.
[0031] Mit einem Anschlag und einem Sicherungsteil ist das Spülverteilersystem fest an einem
Sanitärartikel montierbar.
[0032] Mit einem Sicherungsteil kann ein Keramikwassereinlauf einer WC Schüssel wie bekannt
mit einem Wasseranschlussrohr verbunden werden, unabhängig von dem unterschiedlich
gestalteten Spülverteilersystem.
[0033] Alternativ zu einem Sicherungsteil kann das Spülverteilersystem eine Wasserzulaufleitung
aus Kunststoff aufweisen. Die Wasserzulaufleitung ist mit ihrem einen Ende mit der
Befestigungsleitung und mit ihrem gegenüberliegenden Ende mit einem Wasseranschlussrohr
verbindbar. Die Wasserzulaufleitung ersetzt einen Wassereinlauf, welcher bei handelsüblichen
WCs integraler Bestandteil der Keramikschüssel ist und mit einem Wasseranschlussrohr
verbunden wird.
[0034] Bei einem Spülverteilersystem, in dem auch eine Wasserzulaufleitung aus Kunststoff
vorgesehen ist, wird die Herstellung eines Sanitärartikels weiter vereinfacht. Insbesondere
ermöglicht er das weitergehende Ersetzen von Keramikteilen. Auch ein Wassereinlauf
aus Keramik kann durch die Wasserzulaufleitung ersetzt werden. Vorzugsweise wird damit
ein Sanitärartikel im Bereich des Spülverteilers im wesentlichen auf eine Wandöffnung
in einer Schüsselwand beschränkt. Eine Gussform kann dadurch stark vereinfacht und
zusätzliche Keramik und Gewicht eingespart werden.
[0035] Auch wird ein Anschluss an eine Wasserleitung, welche in der Regel ein Rohr aus Kunststoff
ist, aber auch aus Metall sein kann, verbessert. Üblicherweise wird das Ende des Rohres
der Wasserleitung in den Keramikeinlauf dichtend eingeschoben. Eine solche Verbindung
ist stark anfällig für Lecks, insbesondere auch aufgrund der grosszügigen Toleranzen
des Innendurchmessers des Wassereinlaufs aus Keramik.
[0036] Demgegenüber kann das Verbinden eines Rohrendes auf oder in eine Kunststoffzulaufleitung
sehr einfach, beispielsweise mit einer Überwurfmutter, realisiert werden. Kunststoffverbindungen
können sehr dicht montiert werden und sind wenig anfällig für Lecks. Zudem weisen
Kunststoffwasserzuleitung und Metallrohre geringere Toleranzen auf, welche das Herstellen
normierter Verbindungen vereinfacht.
[0037] Mit der Wasserzulaufleitung ist ein weiteres Element der Spülwasserzuführung in einen
Sanitärartikel mit wenig Abweichungen herstellbar. Dies wirkt sich positiv auf ein
regelmässiges, gleichbleibendes Spülresultat aus.
[0038] Befestigungsleitung und Wasserzulaufleitung können fix oder abnehmbar miteinander
verbunden werden. Sie können auch als gemeinsames Teil hergestellt werden. Vorzugsweise
sind Befestigungsleitung und Wasserzulaufleitung separate Elemente, welche miteinander
verschraubt werden.
[0039] Kunststoffartikel mit Gewinde sind einfach und günstig herzustellen und bilden zudem
eine sichere und dichte Verbindung.
[0040] Vorzugsweise weist die Befestigungsleitung ein Aussengewinde auf und die Wasserzulaufleitung
ein zum Aussengewinde der Befestigungsleitung korrespondierendes Innengewinde. Gewinde
in umgekehrter Anordnung oder andere Befestigungsarten sind ebenfalls möglich. Beispielsweise
kann eine Wasserzulaufleitung auch mittels Bajonettverschluss, mittels Schnappverschluss
oder mittels Klemmen mit der Befestigungsleitung verbunden sein.
[0041] Vorzugsweise ist eine Wasserzulaufleitung rohrförmig, wobei unterschiedliche Durchmesser
vorgesehen sein können. Insbesondere können die Durchmesser der Wasserzulaufleitung
an nationale oder internationale Normen angepasst sein. Vorzugsweise weist ein mit
einer Wasserrohrleitung zu verbindendes Ende der Wasserzulaufleitung einen normierten
Durchmesser, beispielsweise EN80, auf.
[0042] In bevorzugten Ausführungsformen weist die Wasserzulaufleitung zwei Leitungsabschnitte
auf. Ein erster Leitungsabschnitt hat einen ersten Innendurchmesser und ein zweiter
Leitungsabschnitt hat einen zweiten Innendurchmesser. Der erste Innendurchmesser ist
kleiner als der zweite Innendurchmesser. Vorzugsweise besteht die Wasserzulaufleitung
aus zwei Leitungsabschnitten mit unterschiedlichen Durchmessern.
[0043] Eine Längsachse des ersten Leitungsabschnitts entspricht vorzugsweise der Mittelachse
der Befestigungsleitung.
[0044] Vorzugsweise sind die zwei Leitungsabschnitte der Wasserzulaufleitung koaxial angeordnet.
Dann entspricht die Längsachse der Wasserzulaufleitung der Mittelachse der Befestigungsleitung.
[0045] Die Elemente des Spülverteilersystems können mehrstückig oder einstückig sein. Vorzugsweise
sind Spülverteiler, Befestigungsleitung oder Wasserzulaufleitung einstückig. Vorzugsweise
sind Spülverteiler, Befestigungsleitung und Wasserzulaufleitung einstückig.
[0046] Das Spülverteilersystem ist aus Kunststoff, beispielsweise aus einem Kunststoff durch
Spitzguss hergestellt. Der verwendete Kunststoff sollte chemisch beständig und mechanisch
genügend belastbar für die Montage und ein mehrfaches Verbinden und Lösen der einzelnen
Elemente des Spülverteilersystems sein. Vorzugsweise wird Polypropylen (PP) zur Herstellung
des Spülverteilers verwendet.
[0047] Sämtliche Öffnungen im Spülverteilersystem weisen, ausser wenn explizit anders angegeben,
vorzugsweise einen runden Innendurchmesser auf. Andere Durchmesserformen, beispielsweise
elliptisch, sind ebenfalls von Vorteil in Bezug auf eine gleichmässige Wasserverteilung
oder optimierte Reinigung. Möglich sind jedoch auch andere als runde Durchmesser,
beispielsweise Quadratische oder vieleckige Durchmesser.
[0048] Das Spülverteilersystem kann weiter einen Durchflussbegrenzer beinhalten. Dieser
kann in jedem Element des Spülverteilersystems eingebracht werden. Ein Durchflussbegrenzer
ist bevorzugt flussaufwärts der Einlassöffnung des Spülverteilers angeordnet. Vorzugsweise
wird ein Durchflussbegrenzer in der Befestigungsleitung eingebracht.
[0049] Die Erfindung umfasst auch einen Sanitärartikel mit einem Spülverteilersystem gemäss
der Erfindung und in der Anmeldung beschrieben. Vorzugsweise ist der Sanitärartikel
ein WC. Vorzugweise ist der Sanitärartikel aus Keramik hergestellt, beispielsweise
vollständig aus Keramik gegossen.
[0050] In bevorzugten Ausführungsformen weist der Sanitärartikel eine Schüssel mit einer
in einem oberen Bereich eines hinteren Schüsselwandabschnitts eingebrachten Wandöffnung
auf. Die Befestigungsleitung des Spülverteilersystems ist in der Wandöffnung eingebracht
und die mindestens eine Auslauföffnung des an der Befestigungsleitung angebrachten
Spülverteilers zeigt Richtung Schüsselboden. Das Spülverteilersystem ist derart in
der Wandöffnung eingebracht und ausgerichtet, dass durch den Spülverteiler geführtes
Spülwasser entlang der Innenseite des hinteren Schüsselwandabschnitts mindestens in
Richtung Schüsselboden gerichtet wird. Vorzugsweise werden auch seitliche Bereiche
der Innenwand benetzt.
[0051] Vorzugsweise weist die Schüssel zumindest im Bereich der Wandöffnung, vorzugsweise
ausschliesslich im Bereich der Wandöffnung, einen in den Innenraum der Schüssel Richtung
Schüsselboden ragenden und vom hinteren Schüsselwandabschnitt beabstandeten Rand auf.
Ein durch den Rand, eine Schüsseloberseite und den hinteren Schüsselwandabschnitt
gebildetes Hohlvolumen ist dabei in Richtung Schüsselboden vollständig offen.
[0052] Dies erlaubt einen einfachen und direkten Zugang zum Spülverteiler. Ein Abnehmen
des Spülverteilers wird durch den offenen Bereich zwischen Rand und hinterem Schüsselwandabschnitt
nicht nur vereinfacht sondern überhaupt erst ermöglicht. Zudem kann eine Schüssel,
wie oben bereits erwähnt, eine sehr viel einfachere Form aufweisen als mit in die
Keramikschüssel integrierten Spülverteiler.
[0053] In bevorzugten Ausführungsformen des Spülverteilersystems weist dieses auch eine
Wasserzulaufleitung auf. Ein Sanitärartikel kann entsprechend im Bereich des Spülverteilers
und des Wassereinlaufs sehr einfach gestaltet sein. Eine Schüsselwand weist im wesentlichen
lediglich eine Wandöffnung zum Anbringen des Spülverteilersystems auf. Dabei wird
die Befestigungsleitung des Spülverteilersystems in der Wandöffnung der Schüsselwand
positioniert. Je nach Ausgestaltung des Spülverteilersystems wird auf der Hinterseite
der Wand die Wasserzulaufleitung am einen Ende der Befestigungsleitung montiert. Auf
der Schüsselinnenseite am gegenüberliegenden Ende der Befestigungsleitung wird der
Spülverteiler angebracht und über die korrespondierenden Befestigungsmittel an der
Befestigungsleitung abnehmbar befestigt. Gegebenenfalls ist die Wasserzulaufleitung
bereits mit der Befestigungsleitung verbunden oder als ein gemeinsames Element hergestellt.
[0054] Das Spülverteilersystem ist vorzugsweise durch Anschläge in der Wandöffnung und an
der Wand gehalten und vorzugsweise abgedichtet. Dichtungen, wie Dichtungsringe, beispielweise
O-Ringe, V-Ringe oder Flachdichtungen können zusätzlich zum Abdichten des Spülverteilersystems
vorgesehen sein.
[0055] Ein hinterer Schüsselwandabschnitt im Bereich der Wandöffnung weist somit keine zusätzlichen
Keramikvorsprünge oder rohrförmige Zuflussteile auf. Entsprechend kann eine Schüsselwand
um die Wandöffnung eine möglichst gleichmässige Dicke aufweisen.
[0056] Ein an die Wandöffnung angrenzender hinterer Schüsselwandabschnitt weist vorzugsweise
eine Dicke von gleich oder kleiner 25 Millimeter auf, besonders bevorzugt gleich oder
kleiner 20 Millimeter, beispielsweise eine Dicke zwischen 10 Millimeter und 20 Millimeter
oder zwischen 12 Millimeter und 18 Millimeter, wie beispielsweise15 Millimeter.
[0057] Je nach Position der Wandöffnung in der Schüsselwand erstreckt sich eine möglichst
gleichmässige Dicke der Schüsselwand um die Wandöffnung herum über einen ausgedehnteren
oder weniger ausgedehnten Bereich. Eine Wandöffnung in der Schüsselwand ist vorzugsweise
möglichst nahe an einer Schüsseloberseite angeordnet.
[0058] Die möglichst gleichmässige Dicke der Schüsselwand um die Wandöffnung herum erstreckt
sich vorzugsweise über mindestens 3 Millimeter, besonders bevorzugt über mindestens
5 Millimeter um die Wandöffnung herum.
[0059] Die Erstreckung der möglichst gleichmässigen Dicke der Wandöffnung ist in der Richtung
nach oben durch die Schüsseloberseite begrenzt. Nach unten, Richtung Schüsselboden,
weist der an die Wandöffnung angrenzende hintere Schüsselwandabschnitt mindestens
über eine Länge von vorzugsweise 10 Millimeter, besonders vorzugsweise über eine Länge
von mindestens 15 Millimeter in Richtung Schüsselboden, eine Dicke von gleich oder
kleiner 25 Millimeter, besonders bevorzugt gleich oder kleiner 20 Millimeter, beispielsweise
eine Dicke zwischen 10 Millimeter und 20 Millimeter oder zwischen 12 Millimeter und
18 Millimeter, auf.
[0060] Die Erfindung umfasst auch ein WC aus Keramik aufweisend eine Schüssel mit einer
in einem oberen Bereich eines hinteren Schüsselwandabschnitts eingebrachten Wandöffnung
zum Einbringen eines Spülverteilersystems gemäss der vorliegenden Erfindung und wie
in der Anmeldung beschrieben. Die Schüssel weist zumindest im Bereich der Wandöffnung,
vorzugsweise ausschliesslich im Bereich der Wandöffnung, einen in den Innenraum der
Schüssel Richtung Schüsselboden ragenden und vom hinteren Schüsselwandabschnitt beabstandeten
Rand auf. Ein durch den Rand, eine Schüsseloberseite und den hinteren Schüsselwandabschnitt
gebildetes Hohlvolumen ist dabei in Richtung Schüsselboden vollständig offen. Der
an die Wandöffnung angrenzende hintere Schüsselwandabschnitt weist zudem eine Dicke
von gleich oder kleiner 25 Millimeter, vorzugsweise von gleich oder kleiner 15 Millimeter.
[0061] Die weitere Merkmale und Vorteile einer solchen WC-Schüssel aus Keramik wurden im
Zusammenhang mit dem Spülverteilersystem und generell in Bezug auf Sanitärartikel
bereits beschrieben.
[0062] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Figurenbespielen näher erläutert. Dabei
zeigt:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Spülverteilersystems;
- Fig. 2
- Ein Seitenquerschnitt durch das Spülverteilersystem gemäss Fig. 1 mit gelöstem Spülverteiler;
- Fig. 3
- eine Frontdurchsicht des Spülverteilers gemäss Fig.1 und 2;
- Fig. 4
- Eine Frontdurchsicht einer Befestigungsleitung, beispielsweise gemäss Fig. 1 und 2;
- Fig. 5
- Das Spülverteilersystem gemäss Fig. 1 im Querschnitt und in einer Explosionsdarstellung
mit Wasserzulaufleitung;
- Fig. 6
- Das Spülverteilersystem gemäss Fig. 5 in zusammengebautem Zustand;
- Fig. 7-9
- Eine Hintenansicht (Fig. 7), eine Untenansicht (Fig. 8) und eine Aufsicht (Fig.9)
des Spülverteilersystem gemäss Fig. 6;
- Fig. 10
- Ein Querschnitt durch eine WC Schüssel mit eingebautem Spülverteilersystem gemäss
Fig. 6;
- Fig. 11,12
- Ein horizontaler (Fig. 11) und vertikaler (Fig. 12) Querschnitt durch den Spülverteilerbereich
gemäss Fig. 10.
[0063] In den Figuren werden gleiche Referenzzeichen für gleiche oder ähnliche Elemente
verwendet.
[0064] Das Spülverteilersystem 1 in
Fig. 1 besteht aus einem Spülverteiler 10 und einer Befestigungsleitung 20 aus Kunststoff,
beispielsweise PP. Die Befestigungsleitung 20 ist ein Rohr 21 welches an einem Ende
einen radial vorstehenden Rand 220 aufweist. Der Rand 220 ist bis auf einen unteren
Bereich als von unten zugängliche Schiene 22 ausgestaltet.
[0065] Ein um eine Einlauföffnung 15 umlaufender Rand 111 des Spülverteilers 10 ist in der
Schiene 22 eingebracht, so dass die Ränder 111,220 von Spülverteiler und Befestigungsleitung
unten bündig sind.
[0066] Spülverteiler 10 und Befestigungsleitung 20 sind in Fig. 1 aneinander befestigt.
In
Fig. 2 sind Spülverteiler 10 und Befestigungsleitung 20 voneinander getrennt gezeigt. Pfeil
600 zeigt die Richtung an in welche der Spülverteiler 10 mit der Befestigungsleitung
20 verbunden wird. Der Spülverteiler wird von unten mit dem Rand 111 in die Schiene
22 der Befestigungsleitung 20 eingeschoben. Ein Abnehmen des Spülverteilers 10 von
der Befestigungsleitung 20 erfolgt in Gegenrichtung.
[0067] Der Spülverteiler 10 hat eine Einlauföffnung 15 und drei Auslauföffnungen 11,12,13,
wobei die dritte 13 der drei Auslauföffnungen auf der der Figur abgewandten Seite
angeordnet ist. Eine erste Auslauföffnung 12 weist nach unten und ist gegenüber der
Mittelachse 601 der Befestigungsleitung 20 und der Einlauföffnung 15 abgewinkelt zur
Senkrechten 602 angeordnet. Die zwei weiteren Auslauföffnungen 11,13 weisen radial
nach aussen in gegensätzliche Richtungen. Der Spülverteiler 20 besteht im wesentlichen
aus einem T-Stück 14, welches an den drei Enden des "T"s je eine Auslauföffnung 11,12,13
hat. Dies ist in
Fig. 3 in der Frontansicht des Spülverteilers gut zu sehen. Eine Rückseite des "T"s wird
im wesentlichen durch die Einlauföffnung 15 und den umlaufenden Rand 111 gebildet.
Der Rand 111 ist nicht vollständig Rund, sondern an zwei seitlich gegenüberliegenden
Seiten 1110,1111 begradigt. Dies erlaubt ein geführtes Einführen des Randes in die
Schiene 22 der Befestigungsleitung und ein Halten darin.
[0068] Die Schiene 22 der Befestigungsleitung 20 ist als eine einzige durchgängige Schiene
gestaltet. Ein oberer Teil ist abgerundet, im wesentlichen der Austrittsöffnung folgend.
Die beiden Seiten sind gerade. Die Schiene ist Hufeisenförmig gestaltet, wie in
Fig. 4 gezeigt. Der obere runde Rand dient als Anschlag und Positionierung des Randes 111
des Spülverteilers 10. Rand 111 und Schiene 22 bilden zueinander korrespondierende
Befestigungsmittel. An Schiene oder Rand können Ausricht- und Einführhilfen vorgesehen
sein, beispielsweis abgeschrägte Schieneneingänge. Diese ermöglichen ein erleichtertes
Positionieren des Randes 111 an und in der Schiene beim Einführen des Randes.
[0069] Wie in Fig. 2 zu sehen bildet die Rückseite der Schiene 22 gleichzeitig einen Anschlag
für die Befestigungsleitung, beispielsweise an eine WC-Schüsselwand, bei der Montage
der Befestigungsleitung.
[0070] Eintrittsöffnung 23 und Austrittsöffnung 24 der Befestigungsleitung 20 weisen denselben
Innendurchmesser auf wie die Einlauföffnung 15 des Spülverteilers 10. Vorzugsweise
erfährt ein Spülwasserstrahl kein Hindernis beim Übergang von der Befestigungsleitung
zum Spülverteiler.
[0071] Das Rohr 21 der Befestigungsleitung 20 weist im Ausführungsbeispiel der Figur 1 über
seine gesamte Länge ein Aussengewinde 210 auf. Dieses dient dazu die Befestigungsleitung
20 in einer Wandöffnung und einer Wand eines Sanitärartikels zu befestigen. Mittels
Aussengewinde 210 kann beispielsweise eine Gewindemutter oder ein anderes Sicherungselement
(nicht gezeigt) an der dem Spülverteiler 10 gegenüberliegendem Ende der Befestigungsleitung
20 angebracht und die Befestigungsleitung damit an der Wand befestigt werden.
[0072] Das über die gesamte Länge oder auch lediglich über einen Grossteil der Länge des
Rohrs 21 verlaufende Aussengewinde 210 ermöglicht ein Anbringen der Befestigungsleitung
an unterschiedlich dicken Wänden und ein sicheres Befestigen auch bei ungenau gegossenen
Keramikwänden.
[0073] Das Spülverteilersystem gemäss Fig. 1 bis 4 ist geeignet um eine Spülverteilerkonstruktion
aus Keramik im einem herkömmlichen WC zu ersetzen. Ein solches WC kann entsprechend
einfacher hergestellt und der Spülverteiler gereinigt werden.
[0074] Die Begriffe 'unten' und 'oben' werden in Bezug auf die in den Figuren dargestellten
Gegenständen benutzt. Das Spülverteilersystem ist jedoch so dargestellt wie es im
montierten Zustand im Raum ausgerichtet wäre. Entsprechend wird ein 'unten' und 'oben'
insbesondere bezüglich Sanitärartikel verstanden. 'Unten' bezieht sich auch auf eine
generelle Fliessrichtung von Wasser aufgrund der Gravitation.
[0075] In
Fig. 5 und
Fig. 6 ist das Spülverteilersystem im Querschnitt mit Wasserzulaufleitung 30 gezeigt. Fig.
5 zeigt das System in einer Explosionsdarstellung und Fig. 6 in zusammengebautem Zustand.
[0076] Spülverteiler 10 und Befestigungsleitung 20 sind gleich wie in den vorherigen Figuren
beschrieben. Zusätzlich weist das Spülverteilersystem eine Wasserzulaufleitung 30
und eine V-Dichtung 40 auf. Die Wasserzulaufleitung 30 besteht im wesentlichen aus
einem Zulaufrohr 32 und einem koaxial daran anschliessenden Verbindungsrohr 31. Das
Verbindungsrohr 31 weist auf seiner gesamten Länge ein Innengewinde 310 auf. Das Innengewinde
310, sowie der Innendurchmesser des Verbindungsrohrs 31 korrespondieren zum Aussengewinde
210 und Aussendurchmesser der Befestigungsleitung 20. Mittels den Gewinden 310, 210
werden Wasserzulaufleitung 30 und Befestigungsleitung 20 miteinander verbunden.
[0077] Das Zulaufrohr 32 der Wasserzulaufleitung 30 weist einen grösseren Innendurchmesser
auf als das Verbindungsrohr 31 und auch als eine Durchgangsöffnung 34 am stromabwärts
angeordneten Ende des Zulaufrohrs 32. Die Durchgangsöffnung 34 weist denselben Durchmesser
auf wie die Eintrittsöffnung 23 und Austrittsöffnung 24 der Befestigungsleitung 20
und die Einlauföffnung 15 des Spülverteilers 10, wie in Fig. 6 gut zu sehen ist.
[0078] Das stromaufwärtige Ende 33 des Zulaufrohrs 32 wird mit einer Wasserleitung (nicht
gezeigt) dichtend verbunden. Wasserleitung und Zulaufrohr sind vorzugsweise normiert.
[0079] Die V-Dichtung 40 kommt im montierten Zustand des Spülverteilersystems um das Verbindungsrohr
31 und zwischen Sanitärartikelwand (nicht gezeigt) und Absatz 35 Verbindungsrohr 31/Zulaufrohr
32 zu liegen. Ein allfälliger Wasserrücklauf zwischen Spülverteilersystem und Sanitärartikel
wird dadurch verhindert.
[0080] Beispielhafte Vermassungen des Spülverteilersystems sind:
Innendurchmesser Zulaufrohr: >55 mm;
Aussendurchmesser Verbindungsrohr: 45mm;
Innendurchmesser Befestigungsleitung: 35 mm;
Winkel Senkrechte zur Mittelachse - untere Auslauföffnung Spülverteiler: 10Grad bis
25 Grad, beispielsweise 15 Grad bis 20 Grad;
Winkelabweichung seitliche Auslauföffnungen Spülverteiler von Geraden durch beide
Öffnungen: 3 Grad bis 10 Grad, beispielsweise 5 Grad;
Durchmesser untere Auslauföffnung: 10 mm bis15 mm, beispielsweise 13 mm;
Durchmesser seitliche Auslauföffnungen: 18 mm bis 22 mm, beispielsweise 20mm.
[0081] In
Fig. 7, Fig. 8 und
Fig. 9 sind jeweils eine Hinteransicht, eine Untenansicht und eine Aufsicht des Spülverteilersystems
gemäss Fig. 6 gezeigt. In Fig. 8 und Fig. 9 ist zu sehen, dass die zwei seitlichen,
sich gegenüberliegenden Auslauföffnungen 11, 13 im Spülverteiler 10 auf einer leicht
gebogenen Linie liegen. Das T-Stück ist leicht nach hinten in Richtung Einlauföffnung
gebogen. Damit wird ein Spülwasserstrahl seitlich, jedoch leicht nach hinten in Richtung
Wand gerichtet. Dies ermöglicht ein sehr breites Benetzen der Innenseite der Wand.
[0082] Das Spülverteilersystem 1 gemäss Figuren 5 bis 9 mit Wasserzulaufleitung 30 ist geeignet
um eine Spülverteilerkonstruktion, sowie einen Wassereinlauf aus Keramik in einem
herkömmlichen WC zu ersetzen. Ein solches WC kann mit bedeutend geringerem Aufwand
und weniger Keramikmasse als herkömmliche WCs hergestellt werden.
[0083] Beispielhafte Vermassungen der WC Schüssel sind:
Durchmesser Wandöffnung: >46mm; Wanddicke um Wandöffnung: 15 mm;
Distanz Wandöffnung-Randinnenseite auf Höhe Mittelachse: >36 mm.
[0084] Fig. 10 zeigt ein WC 5 mit eingebautem Spülverteilersystem 1 gemäss Fig. 6 jedoch ohne V-Dichtung.
Das WC 5 umfasst eine Schüssel 50 mit einem Schüsselboden 51, einer im wesentlichen
umlaufenden Schüsselwand 52 und einer Schüsseloberseite 53. Die Schüsseloberseite
53 wird durch eine ebene Oberfläche gebildet, wobei die Schüssel bis auf einen hinteren
Schüsselbereich, dem Bereich zur Spülwasserzufuhr, einen leicht nach innen vorstehenden
umlaufenden Vorsprung 530 aufweist.
[0085] In einem hinteren Bereich des Schüssel 50, den Bereich der Spülwasserzufuhr, weist
die Schüssel 50 einen nach unten in die Schüssel in Richtung Schüsselboden 51 ragenden
Rand 531 auf. Dieser Rand bedeckt im wesentlichen den Spülverteiler 10 der Spülverteilervorrichtung
1.
[0086] Der hintere Schüsselwandbereich 520 weist eine Wandöffnung 521 auf, in welche das
Spülverteilersystem 1 eingebracht ist. Das Spülverteilersystem 1 ist im wesentlichen
horizontal ausgerichtet, d.h. eine Mittel- oder Längsachse 602 des Systems ist im
wesentlichen waagrecht im WC 5 eingebracht.
[0087] Die untere Auslauföffnung 12 des Spülverteilers 10 weist nach unten in etwa parallel
zur Innenseite des hinteren Schüsselwandbereichs 520. Die untere Auslauföffnung ist
um etwa 20 Grad von der Senkrechten abgewinkelt, zeigt somit nicht exakt senkrecht
nach unten. Ein Spülwasserstrahl trifft somit in einem flachen Winkel auf die Innenseite
der Schüsselwand auf. Eine der zwei weiteren Auslauföffnungen 11,13 zeigt direkt aus
der Zeichnungsebene hinaus, die andere in die Zeichnungseben hinein.
[0088] Der nach unten vollständig offene Bereich zwischen hinterem Schüsselwandbereich 520
und Schüsselrand 531 erlaubt einen direkten Zugang zum Spülverteiler 10. Die Befestigungsmittel
von Spülverteiler 10 und Befestigungsleitung 20 erlauben das Entfernen des Spülverteilers
10 durch Ziehen desselben nach unten. Die Befestigungsleitung 20 ist in der Wandöffnung
521 und am hinteren Schüsselwandbereich 520 gehalten. Damit ist ein Nachfolgendes
Wiederanbringen des Spülverteilers 10 von unten an der Befestigungsleitung 20 durch
Einschieben des Randes 111 des Spülverteilers in die nach unten offene Schiene 22
der Befestigungsleitung möglich.
[0089] Eine Wasserleitung (nicht gezeigt) wird von hinten mit der Wasserzulaufleitung 30
dichtend verbunden. Der gesamte Bereich der Spülwasserzufuhr und Einlass in die WC
Schüssel ist bis auf eine Schüsselwand Keramik-frei. Auch auf einen Rand 531 könnte
rein technisch verzichtet werden, da der Spülverteiler 10 die gesamte Wasserverteilung
in der WC Schüssel übernimmt. Aus optischen und Designgründen wird jedoch ungern auf
einen Rand verzichtet.
[0090] Um die Wandöffnung 521 herum ist die Dicke der Wand vorzugsweise leicht grösser als
in einem unteren oder weiter seitlichen Bereich. Die Dicke der Wand beträgt im dargestellten
Beispiel um die Wandöffnung 531 herum ca. 15 mm. Dieser Dickenbereich kann sich über
mehrere Zentimeter erstrecken. Die Wandöffnung 531 befindet sich jedoch möglichst
hoch in der WC Schüssel und somit möglichst nahe an der Schüsseloberseite 53 um einen
Wassereinlauf möglichst von zuoberst der Schüssel zu ermöglichen. Derselbe Dickenbereich
um die Wandöffnung 531 herum erstreckt sich somit lediglich über etwa 4 mm bis 8 mm
bis zur Schüsseloberseite 53. Nach unten Richtung Schüsselboden 51 erstreckt sich
derselbe Dickenbereich über ca. 12 mm. Seitlich erstreckt sich der Dickenbereich von
15mm über etwa 20 mm.
[0091] In
Fig. 11 und
Fig. 12 ist der Spülwasserzufuhr- und -verteilbereich vergrössert gezeigt. Fig. 11 zeigt
einen horizontalen Querschnitt durch den Spülverteilerbereich gemäss Fig. 10 auf Höhe
der Mittelachse 602. Fig. 12 zeigt einen vertikalen Querschnitt durch den Spülverteilerbereich
gemäss Fig. 10 im wesentlichen durch das T-Stück 14 des Spülverteilers 10 mittig zu
den seitlichen Auslauföffnungen 11,13.
[0092] Fig. 11 zeigt deutlich die Ausrichtung der zwei seitlichen, sich gegenüberliegenden
Auslauföffnungen 11, 13 im Spülverteiler 10 und, dass diese auf einer leicht nach
hinten gebogenen Linie liegen. Das T-Stück 14 ist leicht nach hinten in Richtung hintere
Schüsselwand gebogen. Damit wird ein Spülwasserstrahl zu beiden Seiten des Spülverteilers
10 seitlich auf die Innenseite des hinteren Schüsselwandbereichs 520 gerichtet und
zwar möglichst nahe der Wandöffnung 521. Dies ermöglicht ein möglichst vollständiges
und sehr breites Benetzen der Innenseite der Wand. Bis auf die schlichte Seitenwand
mit der Wandöffnung 521 ist im Bereich der Spülwasserzufuhr und -verteilung keinerlei
weitere Keramikwand, Keramikrohr oder sonstiges Keramikelement vorhanden. Die WC Schüssel
ist in diesem Bereich sehr einfach gestaltet. Die in den Figuren 10 bis 12 grob schraffierten
Flächen sind aus Keramik und Bestandteil der WC Schüssel 5. Sämtliche Keramikelemente
sind vorzugsweise zusammenhängend gegossen. Die kleinschaffierten Flächen sind aus
Kunststoff und Bestandteil des Spülverteilersystems 1.
1. Spülverteilersystem aus Kunststoff zur Verwendung mit einem
Sanitärartikel, wobei das Spülverteilersystem einen Spülverteiler und eine Befestigungsleitung
zum Befestigen des Spülverteilers an einem Sanitärartikel aufweist,
wobei der Spülverteiler eine Einlauföffnung, mindestens eine zur Einlauföffnung abgewinkelt
angeordnete Auslauföffnung und Befestigungsmittel aufweist,
wobei die Befestigungsleitung Befestigungsmittel aufweist, welche Befestigungsmittel
der Befestigungsleitung zu den Befestigungsmitteln des Spülverteilers korrespondieren,
zum abnehmbaren Anbringen des Spülverteilers an der Befestigungsleitung,
und wobei die Befestigungsmittel von Spülverteiler und Befestigungsleitung so angeordnet
und ausgestaltet sind, dass sie ein Abnehmen und Anbringen des Spülverteilers von
und an der Befestigungsleitung in einer Richtung senkrecht zur einer Mittelachse der
Befestigungsleitung ermöglichen.
2. Spülverteilersystem nach Anspruch 1, wobei die Befestigungsmittel von Spülverteiler
und Befestigungsleitung so angeordnet und ausgestaltet sind, dass sie ein Abnehmen
und Anbringen des Spülverteilers von und an der Befestigungsleitung durch eine ausschliesslich
lineare Bewegung in der Richtung senkrecht zur Mittelachse der Befestigungsleitung
ermöglichen.
3. Spülverteilersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Befestigungsmittel
des Spülverteilers und der Befestigungsleitung als zueinander korrespondierende ineinandergreifende
Nut und Kamm ausgebildet sind.
4. Spülverteilersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Befestigungsleitung
an ihrem einen Ende einen radial nach aussen vorstehenden Anschlag aufweist.
5. Spülverteilersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Spülverteiler
drei Auslauföffnungen aufweist, wobei eine erste der drei Auslauföffnungen senkrecht
zu einer zweiten und dritten Auslauföffnung der drei Auslauföffnungen angeordnet ist.
6. Spülverteilersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die mindestens eine Auslauföffnung
des Spülverteilers in der Form einer länglichen Auslauföffnung ausgebildet ist.
7. Spülverteilersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiter aufweisend eine
Wasserzulaufleitung aus Kunststoff, welche mit ihrem einen Ende mit der Befestigungsleitung
und mit ihrem gegenüberliegenden Ende mit einem Wasseranschlussrohr verbindbar ist.
8. Spülverteilersystem nach Anspruch 7, wobei die Befestigungsleitung ein Aussengewinde
aufweist und die Wasserzulaufleitung ein zum Aussengewinde der Befestigungsleitung
korrespondierendes Innengewinde aufweist.
9. Spülverteilersystem nach einem der Ansprüche 7 oder 8, wobei die Wasserzulaufleitung
zwei Leitungsabschnitte aufweist, wobei ein erster Leitungsabschnitt einen ersten
Innendurchmesser hat und ein zweiter Leitungsabschnitt einen zweiten Innendurchmesser
hat, wobei der erste Innendurchmesser kleiner ist als der zweite Innendurchmesser.
10. Sanitärartikel mit einem Spülverteilersystem gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche.
11. Sanitärartikel nach Anspruch 10, aufweisend eine Schüssel mit einer in einem oberen
Bereich eines hinteren Schüsselwandabschnitts eingebrachten Wandöffnung, wobei die
Befestigungsleitung des Spülverteilersystems in der Wandöffnung eingebracht ist und
die mindestens eine Auslauföffnung des an der Befestigungsleitung angebrachten Spülverteilers
Richtung Schüsselboden zeigt.
12. Sanitärartikel nach einem der Ansprüche 10 oder 11, wobei die Schüssel zumindest im
Bereich der Wandöffnung einen in den Innenraum der Schüssel Richtung Schüsselboden
ragenden und vom hinteren Schüsselwandabschnitt beabstandeten Rand aufweist, und wobei
ein durch den Rand, eine Schüsseloberseite und den hinteren Schüsselwandabschnitt
gebildetes Hohlvolumen in Richtung Schüsselboden vollständig offen ist.
13. Sanitärartikel nach Anspruch 12, wobei der an die Wandöffnung angrenzende hintere
Schüsselwandabschnitt eine Dicke von gleich oder kleiner 25 Millimeter, vorzugsweise
von gleich oder kleiner 15 Millimeter, aufweist.
14. Sanitärartikel nach Anspruch 13, wobei der an die Wandöffnung angrenzende hintere
Schüsselwandabschnitt mindestens über eine Länge von 10 millimeter, vorzugsweise über
eine Länge von 15 Millimeter in Richtung Schüsselboden, eine Dicke von gleich oder
kleiner 25 Millimeter aufweist.
15. WC aus Keramik aufweisend eine Schüssel mit einer in einem oberen Bereich eines hinteren
Schüsselwandabschnitts eingebrachten Wandöffnung zum Einbringen eines Spülverteilersystems
gemäss einem der Ansprüche1 bis 9,
wobei die Schüssel zumindest im Bereich der Wandöffnung einen in den Innenraum der
Schüssel Richtung Schüsselboden ragenden und vom hinteren Schüsselwandabschnitt beabstandeten
Rand aufweist,
wobei ein durch den Rand, eine Schüsseloberseite und den hinteren Schüsselwandabschnitt
gebildetes Hohlvolumen in Richtung Schüsselboden vollständig offen ist, und wobei
der an die Wandöffnung angrenzende hintere Schüsselwandabschnitt eine Dicke von gleich
oder kleiner 25 Millimeter, vorzugsweise von gleich oder kleiner 15 Millimeter, aufweist.