[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß der im Oberbegriff des Anspruchs
1 näher definierten Art. Ferner bezieht sich die Erfindung auf ein Schließsystem gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 7.
[0002] Aus der
EP2749721 B1 ist ein Schließsystem mit einer Schlossanordnung mit einem Schloss für eine Gangflügeltür
und ein Gegenschloss für eine Standflügeltür bekannt. Ein in dem Gegenschloss angeordneter
Elektromotor bewegt zunächst einen Riegel in das Schloss zurück. Anschließend bewegt
der Elektromotor Riegelstangen in eine die Standflügeltür entriegelnde Stellung. Nachteilig
hieran ist, dass das Gegenschloss verschiedene Mechanikelemente zur elektromechanischen
Bewegung des Riegels und der Riegelstangen benötigt.
[0003] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Lösung für elektromechanische
Ver- und/oder Entriegelsvorgängen von Schließsystemen vorzuschlagen, insbesondere
den voranstehend beschriebenen Nachteil zumindest teilweise zu beheben.
[0004] Die voranstehende Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und durch ein Schließsystem mit den Merkmalen des Anspruchs 7. Weitere Merkmale
und Details der Erfindung ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen, der Beschreibung
und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang
mit dem erfindungsgemäßen Schließsystem, und jeweils umgekehrt, so dass bezüglich
der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen
wird bzw. werden kann. Insbesondere wird ein Verfahren unter Schutz gestellt, das
mit einem Schließsystem nach einem der Ansprüche 7 bis 16 durchgeführt werden kann
als auch ein Schließsystem, mit dem ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6
durchgeführt werden kann.
[0005] Die Aufgabe wird insbesondere gelöst durch ein Verfahren für eine Schlossanordnung,
wobei die Schlossanordnung ein Schloss für eine Gangflügeltür und ein Gegenschloss
für eine Standflügeltür umfasst. Die gesamte Tür, welche die Stand- und Gangflügeltür
umfasst, kann eine Gebäudetür, insbesondere eine Fluchttür, eine Brandschutztür oder
dergleichen, bilden.
[0006] Das Schloss umfasst zumindest ein Riegelelement, wobei das Riegelelement in einer
Verriegelungsstellung des Riegelelements in eine Öffnung des Gegenschlosses eingreift.
Das Riegelelement kann sich insbesondere in einer Entriegelungsstellung des Riegelelements
außer Eingriff mit der Öffnung befinden. Dabei können das Schloss und das Gegenschloss
insbesondere derart benachbart angeordnet sein, dass das Riegelelement in die Öffnung
des Gegenschlosses in der Verriegelungsstellung eingreifen kann. Von Vorteil ist es,
wenn das Riegelelement translatorisch zwischen der Verriegelungsstellung und der Entriegelungsstellung
bewegt werden kann.
[0007] Das Gegenschloss umfasst zumindest einen insbesondere ersten Riegelstangenanschluss
zur Verbindung mit einer ersten Riegelstange.
[0008] Das Gegenschloss umfasst einen elektromechanischen Gegenschlossaktuator, insbesondere
einen Elektro-Motor, zum Bewegen der ersten Riegelstange und/oder des ersten Riegelstangenanschlusses.
[0009] Erfindungsgemäß umfasst das Schloss einen elektromechanischen Schlossaktuator, vorzugsweise
einem Elektro-Motor, zum Bewegen des Riegelelements. Der Gegenschlossaktuator wird
zur Bewegung der ersten Riegelstange derart aktiviert, dass der Schlossaktuator zumindest
teilweise eine Bewegung des Riegelelements bewirkt. Anders ausgedrückt wird der Gegenschlossaktuator
zur Bewegung der ersten Riegelstange derart aktiviert, dass der Schlossaktuator zumindest
teilweise die Bewegung des Riegelelements übernimmt oder veranlasst. Die Aktivierung
des Gegenschlossaktuators zur Bewegung der ersten Riegelstange derart, dass der Schlossaktuator
zumindest teilweise eine Bewegung des Riegelelements bewirkt, findet insbesondere
bei einer Überführung der Schlossanordnung in einen Entriegelungszustand und/oder
Verriegelungszustand statt. Anders ausgedrückt werden sowohl der Gegenschlossaktuator
als auch der Schlossaktuator für einen Verriegelungsvorgang und/oder Entriegelungsvorgang
der Schlossanordnung, d. h. des Schlosses und des Gegenschlosses, aktiviert.
[0010] Das Schloss befindet sich insbesondere in einem Verrieglungszustand, wenn zumindest
das Riegelelement sich in der Verriegelungsstellung befindet. Das Schloss befindet
sich insbesondere in einem Entriegelungszustand, wenn zumindest das Riegelelement
sich in der Entriegelungsstellung befindet.
[0011] Das Schloss kann ein Schlossgehäuse umfassen. Das Gegenschloss kann ein Gegenschlossgehäuse
umfassen.
[0012] Bevorzugt ist die erste Riegelstange mittels des ersten Riegelstangenanschlusses
bewegbar. So der Gegenschlossaktuator die erste Riegelstange bewegen, indem der Gegenschlossaktuator
den ersten Riegelstangenanschluss bewegt. Die erste Riegelstange kann in eine ausgefahrene
Position und in eine eingefahrene Position bewegt werden. In der ausgefahrenen Position
befindet sich die erste Riegelstange im Eingriff mit einem ersten Schließelement.
Das erste Schließelement befindet sich in einem Türrahmen, in einem Boden oder einer
Wand. Somit dient die erste Riegelstange in der ausgefahrenen Position dazu, die Standflügeltür
zu verriegeln. In der eingefahrenen Position befindet sich die erste Riegelstange
außer Eingriff mit dem Schließelement. Somit ist in der eingefahrenen Position die
durch die erste Riegelstange verursachte Verriegelung aufgehoben. Der erste Riegelstangenanschluss
bewegt sich zusammen mit der ersten Riegelstange. Befindet sich die erste Riegelstange
in der ausgefahrenen Position, so befindet sich der erste Riegelstangenanschluss entsprechend
in einer ausgefahrenen Stellung. Befindet sich die erste Riegelstange in der eingefahrenen
Position, so befindet sich der erste Riegelstangenanschluss entsprechend in einer
eingefahrenen Stellung. Der erste Riegelstangenanschluss kann in dem Gegenschlossgehäuse
angeordnet sein. Eine Offenbarung bezüglich der Bewegung und/oder Positionierung der
ersten Riegelstange in der/die eingefahrenen und/oderausgefahrene Position schließt
damit ebenfalls eine Offenbarung bezüglich der Bewegung und/oder Positionierung des
ersten Riegelstangenanschlusses in der/die eingefahrenen und/oder ausgefahrene Stellung
mit ein.
[0013] Das Gegenschloss befindet sich insbesondere in einem Verrieglungszustand, wenn zumindest
der erste Riegelstangenanschluss sich in der ausgefahrenen Stellung befindet. Das
Gegenschloss befindet sich insbesondere in einem Entriegelungszustand, wenn zumindest
der erste Riegelstangenanschluss sich in der eingefahrenen Stellung befindet. Bevorzugt
befindet sich das Gegenschloss in dem Entriegelungszustand, wenn zudem das Riegelelement
sich in der Entriegelungsstellung befindet.
[0014] Bei einer Überführung der Schlossanordnung in den Entriegelungszustand werden das
Schloss und das Gegenschloss in den Entriegelungszustand überführt. Bei einer Überführung
der Schlossanordnung in den Verriegelungszustand werden das Schloss und das Gegenschloss
in den Verriegelungszustand überführt. Eine Überführung der Schlossanordnung in den
Entriegelungszustand wird als Entriegelungsvorgang der Schlossanordnung bezeichnet.
Eine Überführung der Schlossanordnung in den Verriegelungszustand wird als Verriegelungsvorgang
der Schlossanordnung bezeichnet. Somit werden bei einem Entriegelungsvorgang der Schlossanordnung
zumindest das Riegelelement in die Entriegelungsstellung und der erste Riegelstangenanschluss
in die eingefahrene Stellung bewegt. Bei einem Verriegelungsvorgang der Schlossanordnung
werden zumindest das Riegelelement in die Verriegelungsstellung und der Riegelstangenanschluss
in die ausgefahrene Position bewegt.
[0015] Dadurch, dass die Schlossanordnung zusätzlich zu dem elektromechanischen Gegenschlossaktuator
einen elektromechanischen Schlossaktuator umfasst, können die Bewirkung der Bewegung
des Riegelelements und die Bewirkung der Bewegung des ersten Stangenanschlusses auf
den Gegenschlossaktuator und den Schlossaktuator verteilt werden. Der Schlossaktuator
kann dadurch, dass der Schlossaktuator zumindest teilweise die Bewegung des Riegelelements
bewirkt, den Gegenschlossaktuator bei einem Ver- und/oder Entriegelungsvorgang der
Schlossanordnung unterstützen und/oder ergänzen. Hierdurch ist es nicht notwendig,
eine potentiell mögliche, elektromechanisch vom Gegenschloss verursachte Bewegung
des Riegelstangenanschlusses und des Riegelelements zu entkoppeln. Vielmehr ist es
möglich, eine von dem Gegenschloss verursachte Bewegung des Riegelelements insbesondere
in die Entriegelungsstellung und eine Bewegung des Riegelelementanschlusses insbesondere
in die eingefahrene Position auf einfache Weise mechanisch miteinander zu koppeln.
Eine elektromechanisch verursachte Bewegung des Riegelstangenanschlusses kann dabei
auf dieselben Gegenschlossmechanik zurückgreifen wie eine mechanisch verursachte Bewegung
des Riegelstangenanschlusses. Über eine Koordination des Schlossaktuators und des
Gegenschlossaktuators kann zudem in sicherer und zuverlässiger Weise der Ver- und/oder
Entriegelungsvorgang der Schlossanordnung durchgeführt werden.
[0016] Zur Aktivierung des Gegenschlossaktuators und/oder des Schlossaktuators ist vorteilhafterweise
eine insbesondere elektronische Steuerung vorgesehen, welche die Aktivierung des Gegenschlossaktuators
derart durchführt, dass der Schlossaktuator zumindest teilweise die Bewegung des Riegelelements
bewirkt. Um dies zu erreichen, kann die Steuerung zumindest teilweise elektrisch und/oder
über Funk mit dem Schlossaktuator und/oder dem Gegenschlossaktuator verbunden sein.
[0017] Das Gegenschloss umfasst bevorzugt zumindest einen zweiten Riegelstangenanschluss
zur Verbindung einer zweiten Riegelstange. Bevorzugt ist die zweite Riegelstange mittels
des zweiten Riegelstangenanschlusses bewegbar. So kann der Gegenschlossaktuator die
zweite Riegelstange bewegen, indem der Gegenschlossaktuator den zweiten Riegelstangenanschluss
bewegt. Die zweite Riegelstange kann in eine ausgefahrene Position und in eine eingefahrene
Position bewegt werden. In der ausgefahrenen Position befindet sich die zweite Riegelstange
im Eingriff mit einem zweiten Schließelement. Das zweite Schließelement befindet sich
in einem Türrahmen, in einem Boden oder einer Wand. Somit dient die zweite Riegelstange
in der ausgefahrenen Position dazu, die Standflügeltür zu verriegeln. In der eingefahrenen
Position befindet sich die zweite Riegelstange außer Eingriff mit dem Schließelement.
Somit ist in der eingefahrenen Position die durch die zweite Riegelstange verursachte
Verriegelung aufgehoben. Der zweite Riegelstangenanschluss bewegt sich zusammen mit
der zweiten Riegelstange. Befindet sich die zweite Riegelstange in der ausgefahrenen
Position, so befindet sich der zweite Riegelstangenanschluss entsprechend in einer
ausgefahrenen Stellung. Befindet sich die zweite Riegelstange in der eingefahrenen
Position, so befindet sich der zweite Riegelstangenanschluss entsprechend in einer
eingefahrenen Stellung. Das Gegenschloss kann den zweiten Riegelstangenanschluss umfassen.
Der zweite Riegelstangenanschluss kann in dem Gegenschlossgehäuse angeordnet sein.
Eine Offenbarung bezüglich der Bewegung und/oder Positionierung der zweiten Riegelstange
in der/die eingefahrenen und/oderausgefahrene Position schließt damit ebenfalls eine
Offenbarung bezüglich der Bewegung und/oder Positionierung des zweiten Riegelstangenanschlusses
in der/die eingefahrenen und/oderausgefahrene Stellung mit ein.
[0018] Beispielsweise kann die erste Riegelstange einer unteren Riegelstange und die zweite
Riegelstange einer oberen Riegelstange entsprechen. Die Bewegungen der ersten und
der zweiten Riegelstange in die ausgefahrene und/oder eingefahrene Position können
gegenläufig zueinander sein. Die Bewegung des ersten Riegelstangenanschlusses und
des zweiten Riegelstangenanschlusses können zumindest teilweise gekoppelt sein. So
ist es denkbar, dass sich bei einer Überführung des Gegenschlosses in den Entriegelungszustand
sowohl die erste Riegelstange als auch die zweite Riegelstange von der jeweiligen
ausgefahrenen Position in die jeweilige eingefahrene Position bewegt werden. Bei einer
Überführung des Gegenschlosses in den Verriegelungszustand bewegen sich erste Riegelstange
und die zweite Riegelstange von der jeweiligen eingefahrenen Position zu der jeweiligen
ausgefahrenen Position. Der erste und der zweite Riegelstangenanschluss bewegen sich
entsprechend. Wird im Folgenden offenbart, dass sich die erste Riegelstange von der
eingefahrenen Position in die ausgefahrene Position oder umgekehrt bewegt, so kann
sich auch die zweite Riegelstange von der eingefahrenen Position in die ausgefahrene
Position bewegen und umgekehrt.
[0019] Es kann sein, dass in der eingefahrenen Position der ersten und/oder zweiten Riegelstange
ein Kraftspeicher gespannt ist. Es ist denkbar, dass bei einem Schließen der Standflügeltür
die erste und/oder die zweite Riegelstange mittels des Kraftspeichers in die ausgefahrene
Position bewegbar sind. Das Gegenschloss kann somit selbstverriegelnd ausgebildet
sein.
[0020] Beispielsweise kann in der eingefahrenen Position der oberen Riegelstange ein Federelement
gespannt sein. Das Federelement kann somit dem Kraftspeicher entsprechen. Das Federelement
kann innerhalb oder außerhalb des Gegenschlossgehäuses angeordnet sein. Die obere
Riegelstange kann durch ein Auslöseelement, z. B. ein Schaltschloss, in der eingefahrenen
Position bei gespannten Federelement gehalten sein. Bei Schließen der Standflügeltür
gibt das Auslöseelement, z. B. das Schaltschloss, die Bewegung der oberen Riegelstange
frei. Die obere Riegelstange bewegt sich daraufhin mittels des Federelements in die
ausgefahrene Position.
[0021] Das Gegenschloss kann ein Gegenschlossmechanikelement umfassen.
[0022] Die untere Riegelstange kann sich durch die Kraft einer Gegenschlossfeder in die
ausgefahrene Position bewegen. Die Gegenschlossfeder kann insbesondere in dem Gegenschlossgehäuse
angeordnet sein.
[0023] Das Schließsystem kann die erste und/oder zweite Riegelstange umfassen. Alternativ
kann das Schließsystem mit der ersten und/oder zweiten Riegelstange verbindbar sein.
[0024] Durch den Gegenschlossaktuator können der erste und/oder der zweite Riegelstangenanschluss
in die eingefahrene Stellung bewegt werden. Wird durch den Gegenschlossaktuator der
erste und/oder der zweite Riegelstangenanschluss in die eingefahrene Stellung bewegt,
so wird insbesondere der zumindest eine Kraftspeicher, insbesondere das Federelement
und/oder die Gegenschlossfeder, gespannt.
[0025] Der Gegenschlossaktuator kann zumindest an einem Gegenschlossmechanikelement angreifen,
um den ersten und/oder zweiten Riegelstangenanschluss in die eingefahrene Stellung
zu bewegen. Insbesondere kann der Gegenschlossaktuator über ein Gegenschlossgetriebe
an dem Gegenschlossmechanikelement angreifen.
[0026] Es ist denkbar, dass der Gegenschlossaktuator derart an dem Gegenschlossmechanikelement
angreift, dass der erste und/oder zweite Riegelstangenanschluss, insbesondere gegen
die Kraft eines Kraftspeichers, in der eingefahrene Stellung verbleiben. Hierbei befindet
sich das Gegenschlossgetriebe in einer Entriegelungsposition. Befindet sich das Gegenschlossgetriebe
in der Entriegelungsposition, so ist bevorzugt eine Überführung des ersten und/oder
zweiten Riegelstangenanschlusses in die ausgefahrene Stellung verhindert. Befindet
sich das Gegenschlossgetriebe in einer Freigabeposition, so gibt bevorzugt das Gegenschlossgetriebe
eine Überführung des ersten und/oder zweiten Riegelstangenanschlusses in die ausgefahrene
Stellung frei. In der Entriegelungsposition verhindert das Gegenschlossgetriebe die
Selbstverriegelung des Gegenschlosses.
[0027] Üblicherweise wird kurz nach einer Überführung des Gegenschlosses in den Entriegelungszustand
mittels des Gegenschlossaktuators das Gegenschloss wieder in den Verriegelungszustand
überführt. Ist bei einem Tagbetrieb ein besonders schnelles und häufiges Öffnen der
Standflügeltür erwünscht, so kann eine Permanententsperrung wünschenswert sein. Als
Permanententsperrung des Gegenschlosses wird hierbei ein Zustand bezeichnet, bei dem
der Gegenschlossgetriebe in der Entriegelungsposition verbleibt, bis die Steuerung
ein Signal empfängt, dass die Permanententsperrung des Gegenschlosses aufzuheben sei.
Hieraufhin veranlasst die Steuerung eine Bewegung des Gegenschlossgetriebes in die
Freigabeposition.
[0028] Es kann sein, dass der Gegenschlossaktuator eine Bewegung des ersten und/oder des
zweiten Riegelstangenanschlusses in die ausgefahrene Stellung bewirkt. Hierzu kann
der Gegenschlossaktuator auf das Gegenschlossmechanik einwirken. Alternativ und bevorzugt
kann der Gegenschlossaktuator eine Bewegung des ersten und/oder des zweiten Riegelstangenanschlusses
in die ausgefahrene Stellung zulassen. Z. B. kann das Gegenschlossgetriebe in der
Freigabeposition eine Überführung des Gegenschlosses in den Verriegelungszustand,
insbesondere mittels des zumindest einen Kraftspeichers, zulassen.
[0029] Es ist denkbar, dass das Gegenschlossgetriebe in der Entriegelungsposition sich in
Wirkverbindung mit dem Gegenschlossmechanikelement befindet. In der Freigabeposition
kann das Gegenschlossmechanikelement sich außer Wirkverbindung mit dem Gegenschlossmechanikelement
befinden, so dass durch die Kraft zumindest eines Kraftspeichers der erste und/oder
zweite Riegelstangenanschluss in die ausgefahrene Stellung bewegen werden können.
Beispielsweise kann ein Nocken des Gegenschlossgetriebes mit einem Vorsprung des Gegenschlossmechanikelement
in Wirkverbindung treten.
[0030] Das Gegenschloss kann ein Betätigungselement umfassen. Das Betätigungselement kann
als Nuss ausgebildet sein. Das Betätigungselement kann mit einer Handhabe und/oder
einer Panikstange verbindbar sein. Zusätzlich oder alternativ kann das Betätigungselement
als Schließzylinder ausgebildet sein. Mittels des Betätigungselements kann das Gegenschloss,
bevorzugt die Schlossanordnung, mechanisch in den Entriegelungszustand überführt werden.
D. h. mittels des Betätigungselements des Gegenschlosses kann das Riegelelement in
die Entriegelungsstellung und der erste und/oder zweite Riegelstangenanschluss in
die eingefahrene Stellung bewegt. Somit ist mechanisch von der Standflügeltür aus,
die Standflügeltür, insbesondere die Standflügel- und die Gangflügeltür, in den Entriegelungszustand
überführbar. Das Gegenschloss kann somit als Anti-Panik-Gegenschloss ausgebildet sein.
[0031] Es ist denkbar, dass das Gegenschloss einen Riegelelementbetätiger umfasst, um das
Riegelelement in die Entriegelungsstellung zu bewegen. Bei einer Betätigung des Betätigungselements,
beispielsweise mittels der Handhabe oder der Panikstange, wird insbesondere der Riegelelementbetätiger
bewegt. Durch die Bewegung des Riegelelementbetätigers kann das Riegelelement von
der Verriegelungsstellung in die Entriegelungsstellung bewegt werden. Somit dient
der Riegelelementbetätiger dazu, mechanisch die Verriegelung durch das Riegelelement
über das Gegenschloss aufzuheben. In einer zurückgezogenen Position des Riegelelementbetätigers
kann sich das Riegelelement in der Verriegelungsstellung befinden. Befindet sich der
Riegelelementbetätiger in der Wirkposition, so befindet sich das Riegelelement in
der Entriegelungsstellung. Insbesondere kann der Riegelelementbetätiger dabei dazu
ausgeführt sein, durch die Bewegung von der zurückgezogenen Position in die Wirkposition
das Riegelelement aus dem Gegenschlossgehäuse herauszubewegen. Es ist denkbar, dass
eine Bewegung des Riegelelementbetätigers und des ersten und/oder zweiten Riegelstangenanschlusses
zumindest teilweise, insbesondere über das Gegenschlossmechanikelement, gekoppelt
sind.
[0032] Es kann sein, dass die Bewegung des zweiten Riegelstangenanschlusses und des Riegelelementbetätigers
miteinander gekoppelt sind. Es kann sein, dass die Bewegung des ersten und des zweiten
Riegelstangenanschlusses bei einer Bewegung in die eingefahrene Stellung miteinander
gekoppelt sind. Es kann sein, dass eine Bewegung der ersten Riegelstangenanschlusses
in die ausgefahrene Stellung gegenüber der Bewegung des zweiten Riegelstangenanschlusses
in die ausgefahrene Stellung und/oder der Bewegung des Riegelelementbetätigers in
die Wirkposition nicht unmittelbar gekoppelt ist. Vielmehr kann es sein, dass bei
einer Bewegung des zweiten Riegelstangenanschlusses in die ausgefahrene Stellung und/oder
der Bewegung des Riegelelementbetätigers in die Wirkposition eine Bewegung des ersten
Riegelstangenanschlusses in die ausgefahrene Stellung freigegeben ist, die Bewegung
des ersten Riegelstangenanschlusses jedoch durch eine Kraftspeicher, insbesondere
die Gegenschlossfeder, erfolgt.
[0033] Das Riegelelement kann als ein Riegel ausgebildet sein. Es ist denkbar, dass das
Schloss eine Falle umfasst. Die Falle kann versperrbar sein. Ist die Falle versperrt,
so kann die Falle als ein zweites Riegelelement wirken. Es kann sein, dass zugleich
mit der Bewegung des Riegelelements von der Verriegelungsstellung in die Entriegelungsstellung
eine Entsperrung der Falle erfolgt. Es ist denkbar, dass die entsperrte Falle bei
einer Öffnungsbewegung der Tür in das Schlossgehäuse bewegt wird. Bevorzugt kann die
Falle als Kreuzfalle ausgebildet sein.
[0034] Es kann sein, dass das Gegenschloss frei von einem Fallenbetätiger ausgebildet ist.
Vielmehr kann zugleich mit einer Bewegung des Riegelelements in der Entriegelungsstellung
zugleich die Falle entriegelt werden. Insbesondere ann zugleich mit einer Bewegung
des Riegelelements in die Entriegelungsstellung die Bewegung der Falle in das Schlossgehäuse
freigegeben sein.
[0035] Der Schlossaktuator kann an einem Schlossmechanikelement angreifen, um das Riegelelement
in die Entriegelungsstellung zu bewegen. Es ist denkbar, dass der Schlossaktuator
derart an dem Schlossmechanikelement angreift, dass das Riegelelement, insbesondere
gegen die Kraft einer Schlossfeder, in der Entriegelungsstellung verbleibt. Hierbei
befindet sich ein mit dem Schlossaktuator verbundenes Schlossgetriebe in einer Entriegelungsposition.
Bei einer Permanententsperrung des Schlosses verbleibt das Schlossgetriebe in der
Entriegelungsposition, bis die Steuerung ein Signal empfängt, dass die Permanententsperrung
des Schlosses aufzuheben ist. Als eine Permanententsperrung der Schlossanordnung wird
eine Permanententsperrung des Schlosses und des Gegenschlosses verstanden.
[0036] Es kann sein, dass der Schlossaktuator eine Bewegung des Riegelelements in die Verriegelungsstellung
bewirkt. Hierzu kann der Schlossaktuator auf das Schlossmechanikelement einwirken.
Alternativ und bevorzugt kann der Schlossaktuator eine Bewegung des Riegelelements
in die Verriegelungsstellung zulassen. Z. B. kann der Schlossaktuator außer Wirkverbindung
mit dem Schlossmechanikelement gelangen, so dass durch die Kraft einer Feder das Schlossmechanikelement
das Riegelelement in die Verriegelungsstellung bewegen kann.
[0037] Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass der Schlossaktuator und der Gegenschlossaktuator
aktiviert sind, um die Schlossanordnung in den Entriegelungszustand zu überführen.
Somit wird insbesondere der Entriegelungsvorgang der Schlossanordnung mittels des
Schlossaktuators und des Gegenschlossaktuators durchgeführt.
[0038] Der Schlossaktuator und der Gegenschlossaktuator können derart aktiviert werden,
dass das Riegelelement beabstandet von dem Riegelelementbetätiger verbleibt, während
das Riegelelement elektromechanisch in die Entriegelungsstellung bewegt wird. Hierdurch
ist es insbesondere möglich, die Bewegung des Riegelelements ohne elektrische Leistung
des Gegenschlossaktuators zu bewerkstelligen. Der Schlossaktuator bewerkstelligt die
Bewegung des Riegelelements in die Entriegelungsstellung ohne Hilfe des Gegenschlossaktuators.
Werden der Schlossaktuator und der Gegenschlossaktuator derart aktiviert, dass das
Riegelelement beabstandet von dem Riegelelementbetätiger verbleibt, so trägt der Riegelelementbetätiger
nicht dazu bei, das Riegelelement in die Entriegelungsstellung zu bewegen. Die Bewegung
des Riegelelement in die Entriegelungsstellung erfolgt nur durch das Schloss, insbesondere
durch den Schlossaktuator. Bevorzugt wird dieses erreicht, in dem der Schlossaktuator
zeitlich vor dem Gegenschlossaktuator aktiviert wird.
[0039] Somit können z. B. zumindest drei oder genau drei Möglichkeiten, das Riegelelement
in die Entriegelungsstellung zu bewegen, vorgesehen sein:
- 1. Mechanisch mittels des Gegenschlosses dadurch, dass der Riegelelementbetätiger
das Riegelelement mechanisch in die Entriegelungsstellung bewegt, vorzugsweise aus
dem Gegenschlossgehäuse herausdrückt, wobei insbesondere der Riegelelementbetätiger
durch das Betätigungselement bewegt wird,
- 2. Mechanisch mittels des Schlosses dadurch, dass durch ein Schlossbetätigungselement,
insbesondere durch eine Schlossnuss, das Riegelelement von der Verriegelungsstellung
in die Entriegelungsstellung zurückbewegt wird. Das Schlossbetätigungselement kann
als Nuss ausgebildet sein. Hierbei kann das Schlossbetätigungselement mit einer Handhabe
und/oder einer Panikstange verbindbar sein. Zusätzlich oder alternativ kann das Schlossbetätigungselement
als Schließzylinder ausgebildet sein. Das Schlossbetätigungselement kann mit dem Riegelelement
über Schlossmechanikelement, insbesondere über einen Schlossschieber, mit dem Riegelelement
zusammenwirken.
- 3. Elektromechanisch dadurch, dass das Riegelelement angetrieben durch den Schlossaktuator
in die Entriegelungsstellung bewegt wird.
[0040] Gemäß einem Vorteil kann vorgesehen sein, dass der Gegenschlossaktuator deaktiviert
wird, sobald die von dem Gegenschlossaktuator geleistete Arbeit einen Grenzwert überschreitet,
wobei insbesondere anschließend der Gegenschlossaktuator zumindest einmal, bevorzugt
mehrmals, erneut aktiviert wird, um die erste Riegelstange weiter zu bewegen. Damit
kann eine Sicherheitsabschaltung zur Erhöhung der Zuverlässigkeit bereitgestellt werden.
Die Sicherheitsabschaltung kann zur Erhöhung der Lebensdauer des Gegenschlossaktuators
beitragen. Insbesondere kann hierfür der Grenzwert mittels einer Überstromerfassung
detektiert werden, z. B. durch einen elektronischen Stromsensor, wie einen Shunt-Widerstand
oder dergleichen.
[0041] Bei dem Entriegelungsvorgang der Schlossanordnung wird insbesondere der Schlossaktuator
aktiviert, bevor der Gegenschlossaktuator aktiviert wird. Hierdurch wird sichergestellt,
dass der Riegelelementbetätiger beabstandet vom Riegelelement verbleibt und dass somit
der Gegenschlossaktuator keine Arbeit zur Bewegung des Riegelelements leisten muss.
Hierdurch kann insbesondere erreicht werden, dass das Riegelelement von dem Schlossaktuator,
jedoch nicht von dem Gegenschlossaktuator in die Entriegelungsstellung bewegt wird.
Wenn der Schlossaktuator vor dem Gegenschlossaktuator aktiviert wird, kann insbesondere
gewährleistet werden, dass das Riegelelement beabstandet von dem Riegelelementbetätiger
verbleibt, während das Riegelelement elektromechanisch durch den Schlossaktuator in
die Entriegelungsstellung bewegt wird. Dies hat den Vorteil, dass die mechanische
Belastung durch das Herausdrücken des Riegelelements durch den Riegelelementbetätiger
nur dann erfolgen muss, wenn auf eine elektromechanische Betätigung verzichtet werden
muss und/oder das Riegelelement mechanisch von der Gegenschlossseite in die Entriegelungsstellung
bewegt werden muss, z. B. bei einer Notöffnung am Gegenschloss.
[0042] Bei einem Verriegelungsvorgang der Schlossanordnung wird bevorzugt der Gegenschlossaktuator
aktiviert, bevor der Schlossaktuator aktiviert wird. Hierdurch wird sichergestellt,
dass der Riegelelementbetätiger die Öffnung des Gegenschlosses nicht blockiert.
[0043] Bei einem Verriegelungsvorgang der Schlossanordnung werden bevorzugt der Gegenschlossaktuator
und der Schlossaktuator derart aktiviert, dass das Riegelelement bei der Bewegung
in die Verriegelungsstellung von dem Riegelelementbetätiger beabstandet bleibt.
[0044] Bevorzugt veranlasst die Steuerung bei dem Entriegelungsvorgang der Schlossanordnung
zunächst den Schlossaktuator, das Riegelelement in eine Entriegelungsstellung zu bewegen.
Erst wenn sich das Riegelelement in der Entriegelungsstellung befindet, wird der Gegenschlossaktuator,
insbesondere von der Steuerung, veranlasst, den ersten und/oder den zweiten Riegelstangenanschluss
in eine eingefahrene Stellung zu bewegen. Alternativ kann bei dem Entriegelungsvorgang
der Schlossanordnung der Gegenschlossaktuator aktiviert werden, während der Schlossaktuator
das Riegelement in die Entriegelungsstellung bewegt.
[0045] Bevorzugt wird bei einem Verriegelungsvorgang Gegenschlossaktuator, insbesondere
von der Steuerung, veranlasst, zunächst den Riegelstangenanschluss in eine ausgefahrene
Stellung zu bewegen. Erst wenn sich der Riegelstangenanschluss in der ausgefahrenen
Stellung befindet, wird der Schlossaktuator, insbesondere von der Steuerung, veranlasst,
das Riegelelement in die Verriegelungsstellung zu bewegen. Alternativ kann bei dem
Verriegelungsvorgang der Schlossanordnung der Schlossaktuator aktiviert werden, während
der Gegenschlossaktuator eine Bewegung des Riegelstangenanschlusses in die ausgefahrene
Stellung bewirkt.
[0046] Es ist denkbar, dass die Schlossanordnung zumindest ein Überwachungsmittel umfasst,
wobei das Überwachungsmittel eine Position des Riegelelements, zumindest eines Riegelstangenanschlusses
oder des Riegelelementbetätigers detektiert. Das Überwachungsmittel kann als Schalter
oder Sensor ausgebildet sein. Ein Überwachungssignal des Überwachungsmittels kann
zur Aktivierung und/oder Deaktivierung des Schlossaktuators und/oder des Gegenschlossaktuators
verwendet werden. Das Überwachungssignal wird insbesondere zur Aktivierung und/oder
Deaktivierung des Schlossaktuators und/oder des Gegenschlossaktuators während eines
Entriegelungsvorgangs der Schlossanordnung und/oder eines Verrieglungsvorgangs der
Schlossanordnung verwendet.
[0047] Überwacht das Überwachungsmittel eine Position des Riegelelements, so befindet sich
das Überwachungsmittel bevorzugt im Schlossgehäuse. Überwacht das Überwachungsmittel
eine Position des Riegelelementbetätigers oder des ersten und/oder zweiten Riegelstangenanschlusses,
so befindet sich das Überwachungsmittel bevorzugt in dem Gegenschlossgehäuse.
[0048] Die Steuerung kann bevorzugt das Überwachungssignal des Überwachungsmittels empfangen
und den Schlossaktuator und/oder den Gegenschlossaktuator nach Auswertung des Überwachungssignals
ansteuern.
[0049] Die Steuerung und das Überwachungsmittel können hierzu elektrisch verbunden sein
oder kabellos kommunizieren.
[0050] Das Überwachungsmittel muss nicht unmittelbar die Position des des Riegelelements,
des Riegelstangenanschlusses oder des Riegelelementbetätigers detektieren. Vielmehr
reicht es aus, eine Position eines mit dem Riegelelement, dem Riegelstangenanschluss
oder dem Riegelelementbetätiger gekoppelten Element, z. B. des Schlossmechanikelements
oder des Gegenschlossmechanikelements, zu detektieren. Somit schließt eine Detektion
der Position des Riegelelements, des Riegelstangenanschlusses oder des Riegelelementbetätigers
durch das Überwachungsmittel eine mittelbare Detektion ein.
[0051] Bevorzugt wird bei einem Entriegelungsvorgang der Schlossanordnung zumindest ein
Überwachungssignal eines Überwachungsmittels zur Detektion der Position des Riegelelements
verwendet. Besonders bevorzugt wird als zu detektierende Position des Riegelelements
die Entriegelungsstellung detektiert.
[0052] Bevorzugt wird bei einem Verriegelungsvorgang der Schlossanordnung zumindest ein
Überwachungssignal eines Überwachungsmittels zur Detektion der Position des Riegelelementbetätigers
oder des ersten oder des zweiten Riegelstangenanschlusses verwendet. Bevorzugt wird
als zu detektierende Position die zurückgezogene Position des Riegelementbetätigers
oder die ausgefahrene Stellung des ersten oder zweiten Riegelstangenanschlusses detektiert.
[0053] Das Schloss kann insbesondere ein selbstverriegelndes Schloss sein. Hierbei kann
mechanisch selbsttätig das Riegelelement in die Verriegelungsstellung bewegt werden,
wenn sich das Schloss gegenüber dem Gegenschloss befindet. Hierzu kann das Schloss
insbesondere eine Steuerfalle umfassen. Das Schloss kann insbesondere als Anti-Panik
Schloss ausgebildet sein. Hierbei kann das Riegelelement mechanisch durch die Betätigung
einer Panikstange oder eines Türdrückers in die Entriegelungsstellung bewegbar sein.
Das Schloss kann eine Nuss umfassen, die mit der Panikstange und/oder dem Türdrücker
verbindbar ist. In der Entriegelungsposition verhindert das Schlossgetriebe die Selbstverriegelung
des Schlosses.
[0054] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der das mit dem Gegenschlossaktuator verbundenes
Gegenschlossgetriebe in der Entriegelungsposition verbleibt, in der sich der Riegelstangenanschluss
in einer eingefahrenen Stellung befindet, wenn ein Permanententsperrungsbefehl zur
Permanententsperrung der Schlossanordnung an die Schlossanordnung ergangen ist. Der
Permanententsperrungsbefehl wird insbesondere von der Steuerung empfangen. Insbesondere
verbleibt das mit dem Schlossaktuator verbundenes Schlossgetriebe in der Entriegelungsposition
verbleibt, in der sich das Riegelelement in der Entriegelungsstellung befindet, wenn
ein Permanententsperrungsbefehl zur Permanententsperrung der Schlossanordnung an die
Schlossanordnung ergangen ist.
[0055] Neben dem Ent- und Verriegelungsvorgang der Schlossanordnung sowie der Permanententsperrung
der Schlossanordnung, ist ein elektromechanischer Entriegelungs-, Verriegelungsvorgang
und/oder eine Permanententsperrung nur des Schosses möglich. Hierzu wird nur der Schlossaktuator
benötigt. Der Gegenschlossaktuator bleibt unbeteiligt. Der Standflügel bleibt verriegelt.
[0056] Ebenfalls Gegenstand der Erfindung ist ein Schließsystem mit einer Schlossanordnung,
wobei die Schlossanordnung ein Schloss für eine Gangflügeltür und ein Gegenschloss
für eine Standflügeltür umfasst. Das Schloss umfasst zumindest ein Riegelelement.
Das Riegelelement greift in einer Verriegelungsstellung des Riegelelements in eine
Öffnung des Gegenschlosses ein. Weiter umfasst das Gegenschloss zumindest einen insbesondere
ersten Riegelstangenanschluss zur Verbindung mit einer ersten Riegelstange. Das Gegenschloss
umfasst einen elektromechanischen Gegenschlossaktuator zum Bewegen der ersten Riegelstange.
Hierbei ist vorgesehen, dass das Schloss einen elektromechanischen Schlossaktuator
zum Bewegen des Riegelelements umfasst. Das Schließsystem umfasst eine insbesondere
elektronische Steuerung, wobei die Steuerung den Gegenschlossaktuator zur Bewegung
der Riegelstange derart aktiviert, dass der Schlossaktuator zumindest teilweise eine
Bewegung des Riegelelements bewirkt und/oder zumindest teilweise die Bewegung des
Riegelelements übernimmt.
[0057] Damit bringt das erfindungsgemäße Schließsystem die gleichen Vorteile mit sich, wie
sie ausführlich mit Bezug auf ein erfindungsgemäßes Verfahren beschrieben worden sind.
Zudem kann das erfindungsgemäße Schließsystem dazu geeignet sein, gemäß einem erfindungsgemäßen
Verfahren betrieben zu werden. Ein Bewirken der Bewegung des Riegelelements umfasst
eine aktive Bewegung des Riegelelements und ein Zulassen der Bewegung durch den Schlossaktuator.
Eine Aktivierung des Gegenschlossaktuators zur Bewegung der Riegelstange umfasst eine
aktive Bewegung der Riegelstange durch den Gegenschlossaktuator und ein Zulassen einer
Bewegung der Riegelstange durch den Gegenschlossaktuator.
[0058] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Gegenschloss ein Gegenschlossgehäuse umfasst und der Gegenschlossaktuator in dem
Gegenschlossgehäuse angeordnet ist. In dem Gegenschlossgehäuse kann insbesondere den
Riegelelementbetätiger zum Bewegen des Riegelelements in die Entriegelungsstellung
und/oder das Betätigungselement, z. B. die Nuss oder ein Schließzylinder, zum mechanischen
Bewegen der ersten Riegelstange in die eingefahrene Position und/oder zum Bewegen
des Riegelelementbetätigers angeordnet sein. Dies hat den Vorteil, dass neben dem
elektromechanischen Betätigen auch ein rein mechanisches Betätigen über das Betätigungselement
erfolgen kann.
[0059] Durch die Anordnung des Gegenschlossaktuators in demselben Gegenschlossgehäuse wie
der Riegelelementbetätiger kann das Gegenschloss besonders einfach und kompakt aufgebaut
sein. Zusätzlich oder alternativ zu der gemeinsamen Anordnung des Gegenschlossaktuators
mit dem Riegelelementbetätiger in dem Gegenschlossgehäuse kann der Gegenschlossaktuator
zusammen mit dem ersten und/oder zweiten Riegelstangenanschluss, und/oder dem Gegenschlossmechanikelement
in einem Gegenschlossgehäuse angeordnet sein. Besonders bevorzugt ist der Gegenschlossaktuator
zusammen mit dem Riegelelementbetätiger und zumindest einem Betätigungselement innerhalb
eines Gegenschlossgehäuses angeordnet. Das Gegenschlossgehäuse kann zumindest einen
einstückigen Gegenschlossgehäuseboden umfassen.
[0060] Gemäß einem weiteren Vorteil kann vorgesehen sein, dass der Gegenschlossaktuator
in dem Gegenschlossgehäuse angeordnet ist, wobei das Gegenschlossgehäuse eine Länge
von 13,5 cm und/oder eine Höhe von 17 cm unterschreitet und/oder das Gegenschloss
als Einsteckschloss ausgebildet ist. Insbesondere kann dabei die Breite durch eine
Standflügeltürbreite vorgegeben und/oder daran angepasst sein. Der Gegenschlossaktuator
kann vorteilhafterweise in einem Gegenschloss angeordnet sein, welches gemäß DIN 18251-1:2002-07
ausgebildet ist. Das Gegenschloss, in dem der Gegenschlossaktuator integriert ist,
kann in eine Schlosstasche einsteckbar sein, die für Einsteckschlösser gemäß DIN 18251-1:2002-07
konzipiert ist. Dies ermöglicht einen zuverlässigen und normgerechten Einsatz für
verschiedene Standflügeltüren.
[0061] Nach einer weiteren Möglichkeit kann vorgesehen sein, dass das Gegenschloss das Gegenschlossmechanikelement
zur Bewegung der ersten Riegelstange umfasst. Insbesondere kann die Riegelstange von
der ausgefahrenen Position in die eingefahrene Position mittels des Gegenschlossmechanikelements,
bewegbar sein. Das Gegenschlossmechanikelement bewegt bevorzugt den ersten Riegelstangenanschlusses,
besonders bevorzugt von der ausgefahrenen Stellung in die eingefahrene Stellung. Vorzugsweise
wird der Riegelelementbetätiger mittels des Gegenschlossmechanikelements, insbesondere
von einer zurückgezogenen Position in eine Wirkposition, bewegt.
[0062] Somit hat das Gegenschlossmechanikelement mehrere Funktionen. Das Gegenschlossmechanikelement
kann somit mehrfach zur Entriegelung beitragen: zum einen wird mittels des Gegenschlossmechanikelements
das Riegelelement in die Entriegelungsstellung bewegt, zum anderen wird mittels des
Gegenschlossmechanikelements die erste Riegelstange in die eingefahrene Position bewegt.
Besonders bevorzugt wird mittels des Gegenschlossmechanikelements auch die zweite
Riegelstange in die eingefahrene Position bewegt.
[0063] Das Gegenschlossmechanikelement kann insbesondere einstückig ausgebildet sein.
[0064] Das Gegenschlossmechanikelement kann als ein Schieber ausgebildet sein. Der Schieber
kann an dem Gegenschlossgehäuse translatorisch bewegbar gelagert sein. Damit kann
eine kostengünstige und zuverlässige Mechanik zur Durchführung der Entriegelung bereitgestellt
werden.
[0065] Es kann im Rahmen der Erfindung vorgesehen sein, dass mittels des Betätigungselements
über das Gegenschlossmechanikelement der erste und/oder zweite Riegelstangenanschluss
bewegbar ist, wobei mittels des Gegenschlossaktuators über das Gegenschlossmechanikelement
der Riegelstangenanschluss bewegbar ist. Hierdurch kann durch dasselbe Gegenschlossmechanikelement
sowohl die mechanische als auch die elektromechanische Entriegelung der ersten und/oder
zweiten Riegelstange bewirken.
[0066] Die Betätigung des Betätigungselements kann eine Bewegung des Gegenschlossaktuators
mechanisch übersteuern. Durch eine Betätigung des Betätigungselements kann bevorzugt
das Gegenschlossmechanikelement außer Wirkverbindung mit dem Gegenschlossaktuator
gelangen. Insbesondere hat eine mechanisches Einziehen der ersten und/oder der zweiten
Riegelstange keinen negativen Einfluss auf den Gegenschlossaktuator.
[0067] Zusätzlich oder alternativ kann eine Bewegung des Gegenschlossaktuators eine Betätigung
des Betätigungselements mechanisch übersteuern. Bei einer Betätigung des Gegenschlossaktuators
kann das Gegenschlossmechanikelement außer Wirkverbindung mit dem Betätigungselement
gelangen. Damit kann zuverlässig die mechanische neben der elektromechanischen Betätigung
bereitgestellt werden. Werden die ersten und/oder zweite Riegelstange elektromechanisch
eingezogen, so entfällt, dass der Gegenschlossaktuator das Betätigungselement bewegen
muss. Hierdurch benötigt der Gegenschlossaktuator weniger elektrische Leistung.
[0068] Ferner kann im Rahmen der Erfindung vorgesehen sein, dass der Schlossaktuator zu
dem Gegenschlossaktuator baugleich ausgebildet ist. Dies ermöglicht eine deutliche
Kostenersparnis und/oder gewährleistet einen gleichmäßigen und synchronen Bewegungsablauf
bei der Entriegelung sowohl bei dem Schloss als auch bei dem Gegenschloss.
[0069] Von weiterem Vorteil kann vorgesehen sein, dass der Schlossaktuator über das Schlossgetriebe
auf das Riegelelement wirkt und der Gegenschlossaktuator über das Gegenschlossgetriebe
auf einen Riegelstangenanschluss wirkt, wobei das Schlossgetriebe und das Gegenschlossgetriebe
jeweils einen Nocken umfasst. Der Nocken des Schlossgetriebes kann auf einem Rad,
insbesondere Zahnrad, des Schlossgetriebes angeordnet sein. Der Nocken des Gegenschlossgetriebes
kann auf einem Rad, insbesondere Zahnrad, des Gegenschlossgetriebes angeordnet sein.
Es kann sein, dass der Nocken des Gegenschlossgetriebes dazu dient, an dem Gegenschlossmechanikelement
anzugreifen, so dass das Gegenschlossmechanikelement bewegt, insbesondere verschoben,
wird. Es kann vorgesehen sein, dass der Nocken des Gegenschlossgetriebes außer Eingriff
mit dem Gegenschlossmechanikelement bringbar ist. Befindet sich der Nocken des Gegenschlossgetriebes
außer Eingriff mit dem Gegenschlossmechanikelement, so gibt das Gegenschlossgetriebe
eine Bewegung des Gegenschlossgetriebes frei. In der Entriegelungsposition des Gegenschlossgetriebes
befindet sich der Nocken im Eingriff mit dem Gegensch lossgetriebe.
[0070] Es kann sein, dass das Gegenschlossmechanikelement einen Vorsprung umfasst, an dem
das Gegenschlossgetriebe, insbesondere der Nocken, angreifen kann. Insbesondere kann
das Gegenschlossmechanikelement, insbesondere der Vorsprung, derart geformt sein,
dass das Gegenschlossgetriebe, insbesondere der Nocken, nur aus einer Richtung, insbesondere
aus einer Drehrichtung, kommend, an dem Gegenschlossmechanikelement, insbesondere
an dem Vorsprung, angreifen kann. Zusätzlich oder alternativ kann das Gegenschlossmechanikelement,
insbesondere der Vorsprung, derart geformt sein, dass stets mittels der Nuss das Gegenschlossmechanikelement
bewegbar ist. So kann das Gegenschlossmechanikelement, insbesondere der Vorsprung,
derart geformt sein, dass eine Bewegung, durch die der Nocken in eine Position gelangbar
wäre, in der der Nocken sich in der Bewegungsbahn des Gegenschlossmechanikelement
blockieren würde, verhindert ist. Insbesondere kann eine Bewegung des Nockens entgegen
einer üblichen Drehrichtung, zumindest teilweise verhindert sein.
[0071] Das Schlossgetriebe kann einen Nocken umfassen, der mit dem Schlossmechanikelement
in Eingriff bringbar ist. In der Entriegelungsposition des Schlossgetriebes befindet
sich der Nocken in Eingriff mit dem Schlossmechanikelement, insbesondere mit einem
Vorsprung des Schlossmechanikelements.
[0072] Zudem ist im Rahmen der Erfindung denkbar, dass das Gegenschloss einen Energiespeicher
umfasst, wobei der Energiespeicher dazu dient, den Gegenschlossaktuator außer Wirkverbindung
mit dem Gegenschlossmechanikelement zu bringen, wenn oder nachdem der Gegenschlossaktuator
die erste Riegelstange in die eingefahrene Position bewegt hat. Der Energiespeicher
kann dazu dienen, das Gegenschlossgetriebe in die Freigabeposition zu bewegen. Damit
kann ein Zustand bereitgestellt werden, in welchem sowohl die mechanische als auch
die elektromechanische Betätigung möglich bleibt. Insbesondere wird ein Zustand bereit
gestellt, indem die Selbstverriegelung des Gegenschlosses möglich ist. Der Energiespeicher
kann zumindest einen Kondensator oder einen Akkumulator umfassen. Zusätzlich oder
alternativ kann der Energiespeicher in dem Gegenschlossgehäuse angeordnet sein. Der
Energiespeicher kann insbesondere als Notstromversorgung dienen.
[0073] Der Energiespeicher dient somit dazu, bei einem Stromausfall das Gegenschlossgetriebe
aus der Entriegelungsposition in die Freigabeposition zu bewegen und/oder den Gegenschlossaktuator
außer Wirkverbindung mit dem Gegenschlossmechanikelement zu bewegen.
[0074] Hat die Steuerung Kenntnis davon, dass ein Brand ausgebrochen ist, so kann die Steuerung
veranlassen, dass das Getriebe in die Freigabeposition bewegt wird und/oder den Gegenschlossaktuator
außer Wirkverbindung mit dem Gegenschlossmechanikelement bewegt wird. Hat die Steuerung
Kenntnis davon, dass ein Brand ausgebrochen ist, so kann die Steuerung veranlassen,
dass das Gegenschlossgetriebe nicht in die Entriegelungsposition bewegt wird. Die
Steuerung kann z. B. zumindest mittelbar mit einem Brandmelder verbindbar sein, um
Kenntnis von dem Brand zu erlangen.
[0075] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass das Schließsystem eine insbesondere elektronische
Steuerung umfasst, wobei die Steuerung den Schlossaktuator und den Gegenschlossaktuator
ansteuert, insbesondere aktiviert, wobei die Steuerung in der Schlossanordnung, insbesondere
in einem Schlossgehäuse des Schlosses und/oder in einem Gegenschlossgehäuse des Gegenschlosses,
angeordnet ist, wobei insbesondere eine erste Steuerungseinheit in dem Schlossgehäuse
und die zweite Steuerungseinheit in dem Gegenschlossgehäuse angeordnet ist. Dabei
kann die Steuerung, also auch die jeweiligen Steuerungseinheiten, z. B. wenigstens
einen Mikrocontroller oder Prozessor oder dergleichen umfassen, um die Aktivierung
durchzuführen. Insbesondere können die Steuerungseinheiten ein erstes und ein zweites
Kommunikationsmittel umfassen, um miteinander zu kommunizieren. Z. B. können die Steuerungseinheiten
elektrisch miteinander verbunden sein, z. B. zum Datenaustausch. Vorzugsweise kann
das erfindungsgemäße Schließsystem die Schlossanordnung umfassen oder der Schlossanordnung
entsprechen.
[0076] Ein weiterer Vorteil im Rahmen der Erfindung ist erzielbar, wenn das Schließsystem
eine Steuerung umfasst, wobei die Steuerung den Schlossaktuator und den Gegenschlossaktuator
ansteuert, insbesondere aktiviert, wobei das Schließsystem einen insbesondere motorischen
Türantrieb umfasst, wobei vorzugsweise die Steuerung nach der Bewegung des Riegelelements
in die Entriegelungsstellung und der Bewegung der ersten Riegelstange in die eingefahrene
Position den Türantrieb aktiviert, um die Gangflügeltür und die Standflügeltür zu
öffnen. Insbesondere kann die Steuerung in dem Türantrieb angeordnet sein. Vorzugsweise
kann der Türantrieb extern vom Schloss- und Gegenschloss ausgebildet und/oder angeordnet
sein, z. B. benachbart zu den Türflügeln, um die Steuerung der Tür sicher und zuverlässig
durchzuführen.
[0077] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der
Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in
der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination
erfindungswesentlich sein. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Darstellung eines Gegenschlosses eines erfindungsgemäßen Schließsystems in einer
Vorderansicht mit einem abgenommenen Gegenschlossgehäusedeckel,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung von Teilen des Gegenschlosses aus Figur 1 in einer Rückansicht,
- Fig. 3
- eine vergrößerte Darstellung von Teilen eines Gegenschlosses aus Fig. 1 in einer Vorderansicht,
- Fig. 4
- eine Darstellung des Gegenschlosses aus Fig. 1 in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 4A
- eine Detaildarstellung des Gegenschlosses aus Fig. 1 in einer abgewandelten Ausführungsform,
- Fig. 5
- eine weitere Darstellung des Gegenschlosses aus Fig. 1 in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 6
- eine Darstellung eines weiteren Gegenschlosses eines erfindungsgemäßen Schließsystems
in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 7
- eine Explosionsdarstellung des Gegenschlosses aus Fig. 1,
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung eines Gegenschlosses und eines Schlosses eines erfindungsgemäßen
Schließsystems,
- Fig. 9
- eine Ansicht eines Schlosses eines erfindungsgemäßen Schließsystems,
- Fig. 10
- eine perspektivische Ansicht des Schlosses aus Figur 9,
- Fig. 11
- eine schematische Darstellung von elektrischen Komponenten des erfindungsgemäßen Schließsystems,
- Fig. 12
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen als Entriegelungsvorgang der
Schlossanordnung ausgebildeten Verfahrens und
- Fig. 13
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen als Verriegelungsvorgang der
Schlossanordnung ausgebildeten Verfahrens.
[0078] In den nachfolgenden Figuren werden für die gleichen technischen Merkmale auch von
unterschiedlichen Ausführungsbeispielen die identischen Bezugszeichen verwendet.
[0079] In Figur 1 ist schematisch ein Gegenschloss 100 eines erfindungsgemäßen Schließsystems
400 in einer Vorderansicht gezeigt. Die Figuren 2 bis 5 zeigen das Gegenschloss 100
in weiteren Perspektiven. Ein derartiges Gegenschloss 100 kann bevorzugt für eine
Standflügeltür eingesetzt werden, bei welchem benachbart zum Gegenschloss 100 ein
Schloss 1 eines Gangflügels angeordnet ist. Beispielhaft ist daher ein solches Schloss
1 einer entsprechenden Anordnung in Figur 1 mit gestrichelten Linien dargestellt.
Das Schloss 1 und das Gegenschloss 100 bilden zusammen eine Schlossanordnung 700 (s.
Fig. 8).
[0080] Es ist erkennbar, dass an der Position eines Riegelelements 20 des Schlosses 1 eine
Öffnung 110 für das Riegelelement 20 in einem Gegenschlossgehäuse 170 ausgebildet
sein kann. Das Riegelelement 20 ist als Riegel ausgebildet. Genauso kann an der Position
eines zweiten Riegelelements 70, wie einer Falle 70, eine entsprechende Öffnung 220,
insbesondere Fallenöffnung 220, im Gegenschlossgehäuse 170 vorhanden sein. Somit wird
eine Zusammenwirkung des Schlosses 1 und Gegenschlosses 100 zur Verriegelung erzielt.
[0081] Das Schloss 1 ist als selbstverriegelndes Schloss 1 ausgebildet. Hierbei wird bei
jedem Schließen der Gangflügeltür verursacht, dass das Riegelelement 20 sich von einer
Entriegelungsstellung in die Verrieglungsstellung bewegt. In der Entriegelungsstellung
befindet sich das Riegelelement 20 außerhalb der Öffnung 110. In der Verriegelungsstellung
befindet sich das Riegelelement 20 in der Öffnung 110.
[0082] Zusätzlich zu dem Riegelelement 20 sind als Mittel zur Verriegelung wenigstens eine
Riegelstange 520, also z. B. eine erste Riegelstange 521 und eine zweite Riegelstange
522, vorgesehen (s. Fig. 1). Diese sind mit zugehörigen Riegelstangenanschlüssen 120
des Gegenschlosses 100, insbesondere unbeweglich und fest, verbunden. Die Riegelstangenanschlüsse
120 sind zur Bewegung der Riegelstangen 520 im Gegenschlossgehäuse 170 beweglich aufgenommen.
Insbesondere ist ein erster Riegelstangenanschluss 121 für die erste Riegelstange
521 und ein zweiter Riegelstangenanschluss 122 für die zweite Riegelstange 522 vorgesehen.
Dabei kann der jeweilige Riegelstangenanschluss 120 mittels eines Schiebers 160 des
Gegenschlosses 100 von einer ausgefahrenen Stellung in eine eingefahrene Stellung
bewegt werden. In der ausgefahrenen Stellung kann die mit dem entsprechenden Riegelstangenanschluss
120 verbundene Riegelstange 520 ausgefahren und in der eingefahrenen Stellung im Gegenschlossgehäuse
170 eingefahren sein. In der ausgefahrenen Position wird eine Verriegelung z. B. dadurch
ermöglicht, dass die Riegelstange 520 in einer Aufnahme in einem Türrahmen, einer
Wand, einer Decke oder eines Bodens eingebracht ist. Für die Entriegelung, also die
Bewegung in die eingefahrene Position, muss somit der Riegelstangenanschluss 120 in
die eingefahrene Stellung bewegt werden.
[0083] Die Schlossanordnung 700 eignet sich dabei besonders für Fluchttüren, Brandschutztüren
oder dergleichen. Die Schlossanordnung 700 kann sowohl mittels des Schlosses 1 als
auch mittels des Gegenschlosses 100 für zumindest einen Türflügel mechanisch entriegelbar
sein:
[0084] Das Schloss 1 umfasst ein Schlossbetätigungselement 32, z. B. eine Nuss. Durch eine
Betätigung des Schlossbetätigungselements 32, z. B. mittels einer Panikstange oder
einem Türdrücker, kann das Riegelelement 20 aus der Verriegelungsstellung in die Entriegelungsstellung
bewegt werden. Hierbei sind das Schlossbetätigungselement 32 und das Riegelelement
20 über einen Schlossschieber 33 als Schlossmechanikelement miteinander wirkverbunden.
Bei einer Betätigung des Schlossbetätigungselments 32 wird der Schlossschieber 33
bewegt.
[0085] Die Falle 70 ist als Kreuzfalle ausgebildet. Die Falle 70 ist gesperrt, wenn sich
das Riegelelement 20 in der Verriegelungsstellung befindet. Durch eine Betätigung
des Schlossbetätigungselements 32 und somit auch des Schlossschiebers 33 wird die
Falle entsperrt, so dass die Falle 70 sich beim Öffnen des Gangtürflügels in ein Schlossgehäuse
10 zurückziehen kann. Durch eine Betätigung des Schlossbetätigungselements 32, z.
B. mittels einer Panikstange oder einem Türdrücker, kann somit das Schloss 1 entriegelt
werden, so dass sich die Gangflügeltür öffnen lässt. Die Standflügeltür bleibt auf
Grund der sich in der ausgefahrenen Position befindlichen Riegelstangen 520 verriegelt.
[0086] Durch eine Betätigung des Betätigungselements 141, insbesondere einer Nuss, über
eine Panikstange oder einen Türdrücker wird eine mechanische Wechselwirkung des Gegenschlosses
100 mit dem Schloss 1 zur Entriegelung ausgelöst. Ein Riegelelementbetätiger 130 des
Gegenschlosses 100 ist benachbart zur Öffnung 110 angeordnet, um das Riegelelement
20 aus dem Gegenschlossgehäuse 170 herauszudrücken. Durch die Bewegung des Riegelelements
20 in die Entriegelungsstellung wird zugleich die Falle 70 durch eine Bewegung des
Schlossschiebers 33 entsperrt, so dass durch die Betätigung des Betätigungselements
141 die Verriegelungen zwischen dem Schloss 1 und dem Gegenschloss 100 aufgehoben
werden. Zugleich werden durch eine Betätigung des Betätigungselements 141 die Riegelstangenanschlüsse
120 von der ausgefahrenen Stellung in die eingefahrene Stellung bewegt. Hierdurch
werden sowohl der Gangflügel als auch der Standflügel entriegelt. Durch eine mechanische
Betätigung des Betätigungselements 141 ist es somit möglich, im Panikfall sowohl die
Gangflügeltür als auch die Standflügeltür öffenbar zu machen.
[0087] Erfindungsgemäß ist neben der mechanischen Panikentriegelung eine elektromechanische
Entriegelung vorgesehen. Bei der elektromechanischen Entriegelung werden sowohl die
Gangflügeltür als auch die Standflügeltür entriegelt, so dass die Gangflügeltür und
die Standflügeltür öffenbar sind. Hierbei wird die Schlossanordnung 700 von einem
Verriegelungszustand in einen Entriegelungszustand überführt. Hierzu umfasst erfindungsgemäß
das Gegenschloss 100 einen Gegenschlossaktuator 142 und das Schloss 1 einen Schlossaktuator
30 (s. Fig. 9). Der Gegenschlossaktuator 142 ist als Elektromotor ausgebildet. Der
Schlossaktuator 30 ist als Elektromotor ausgebildet. Erfindungsgemäß wirken der Schlossaktuator
30 und der Gegenschlossaktuator 142 zusammen. Anders als bei der mechanischen Entriegelung
über das Gegenschloss 100, wo durch die Betätigung des Betätigungselements 141 sowohl
das Riegelelement 20 als auch die Riegelstangen 520 bewegt werden, bewirkt der Gegenschlossaktuator
142 nicht alleine die Bewegung des Riegelelements 20 als auch der Riegelstangen 520.
Vielmehr wird der Gegenschlossaktuator 142 durch den Schlossaktuator 30 derart unterstützt,
dass der Schlossaktuator 30 zumindest teilweise die Bewegung des Riegelelements 20
von der Verriegelungsstellung in die Entriegelungsstellung übernimmt. Hierdurch ist
eine schnelle, einfache und/oder sichere Entriegelung der Gangflügeltür und der Standflügeltür
möglich. Hierzu ist eine Steuerung 510 vorgesehen (s. Fig. 8). Die Steuerung 510 koordiniert
die Aktivierung des Schlossaktuators 30 und des Gegenschlossaktuators 142.
[0088] Die Aktivierung des Schlossaktuators 30 und des Gegenschlossaktuators 142 erfolgt
derart, dass zunächst Schlossaktuator 30 das Riegelelement 20 von der Verriegelungsstellung
in die Entriegelungsstellung bewegt und danach der Gegenschlossaktuator 142 die Riegelstangen
520 von der ausgefahrenen Position in die eingefahrene Position bewegt.
[0089] Ein Gegenschlossmechanikelement 160 ist als der Schieber 160 ausgebildet. Der Schieber
160 ist sowohl mit dem Riegelelementbetätiger 130 als auch mit dem ersten und dem
zweiten Stangenanschluss 120 wirkverbunden. Sollen die erste und die zweite Riegelstange
520 von der ausgefahrenen Position in die eingefahrene Position bewegt werden, so
wird neben dem ersten und dem zweiten Riegelstangenanschluss 120 stets der Riegelelementbetätiger
130 bewegt.
[0090] Die Steuerung 510 aktiviert den Schlossaktuator 30 bevorzugt vor dem Gegenschlossaktuator
142, um den Entriegelungsvorgang der Schlossanordnung 400 durchzuführen. So kann sicher
gestellt werden, dass der Gegenschlossaktuator 142 keine elektrische Arbeit zur Bewegung
des Riegelelements 20 verrichten muss. Vielmehr übernimmt der Schlossaktuator 30 alleine
die Bewegung des Riegelelements 20 von der Verriegelungsstellung in die Entriegellungsstellung.
Während der elektromechanischen Entriegelung können daher der Riegelelementbetätiger
130 und das Riegelelement 20 beabstandet voneinander bleiben.
[0091] Der Gegenschlossaktuator 142 wird zusätzlich vor einer zu hohen Last geschützt, indem
gemessen wird, ob die von dem Gegenschlossaktuator 142 geleistete Arbeit einen Grenzwert
überschreitet. Wird der Grenzwert überschritten, so wird der Gegenschlossaktuator
142 deaktiviert. Hierdurch wird dem Schlossaktuator 30 die Möglichkeit gegeben, kurzzeitig
das Riegelelement 20 zu bewegen, während der Gegenschlossaktuator 142 keine Arbeit
leistet. Sollte der Riegelelementbetätiger 130 doch an dem Riegelelement 20 anliegen,
insbesondere sollte der Gegenschlossaktuator 142 an der Bewegung des Riegelelements
20 beteiligt sein, so kann durch die kurzzeitige Beendigung der Betätigung des Gegenschlossaktuators
142 der Riegelelementbetätiger 130 von dem Riegelelement 20 beabstandet werden. Hierdurch
sinkt die Arbeitslast für den Gegenschlossaktuator 142, wenn der Gegenschlossaktuator
142 erneut aktiviert wird. Die erneute Aktivierung des Gegenschlossaktuators 142 erfolgt
durch die Steuerung 510.
[0092] Der Gegenschlossaktuator 142 ist in dem Gegenschlossgehäuse 170 zusammen mit dem
Riegelelementbetätiger 130 und dem Betätigungselement 141 angeordnet. Das Gegenschlossgehäuse
unterschreitet insbesondere eine Länge L von 13,5 cm und eine Höhe H von 17 cm (s.
Figur 4) und ist daher für eine Anordnung in einer standardisierten Tasche der Standflügeltür
geeignet.
[0093] Der Schlossaktuator 30 ist zusammen mit dem Schlossbetätigungselement 32 und dem
Schlossschieber 33 in einem Schossgehäuse 10 angeordnet. Das Schlossgehäuse ist ebenfalls
für eine Anordnung in einer standardisierten Tasche der Gangflügeltür geeignet.
[0094] Der Schlossaktuator 30 und der Gegenschlossaktuator 142 sind baugleich zueinander
ausgeführt.
[0095] Eine Bewegung des Schiebers 160 ist in Figur 1 als eine translatorisch im Gegenschlossgehäuse
170 geführte Verschiebung ausgeführt ist. Der Schieber 160 kann von einer ersten Stellung,
in der der wenigstens eine Riegelstangenanschluss 120 sich in der ausgefahrenen Stellung
befindet, und in eine zweite Stellung, in der sich der wenigstens eine Riegelstangenanschluss
120 in der eingefahrenen Stellung befindet, bewegt werden. Hierbei kann das Gegenschloss
100 wenigstens eine Gegenschlossfeder 180 aufweisen, die den Schieber 160 in die erste
Stellung drängt. Die Gegenschlossfeder 180 greift an wenigstens einem der Riegelstangenanschlüsse
120 an.
[0096] Die Bewegung der Riegelstangenanschlüsse 120 kann durch eine Betätigung einer Betätigungsvorrichtung
140, also bspw. durch die Betätigung des Betätigungselements 141 und/oder eines elektromechanischen
Gegenschlossaktuators 142, bewirkt werden. Das Betätigungselement 141 ist als Nuss
141 ausgebildet und wirkt bei einer Drehung auf den Schieber 160. Der Gegenschlossaktuator
142 wirkt über ein Gegenschlossgetriebe 200 auf den Schieber 160. Hierbei kann sich
der Gegenschlossaktuator 142 in und außer Wirkverbindung mit dem Schieber 160 befinden.
Es ist beispielhaft dargestellt, dass das Gegenschlossgetriebe 200 einen Nocken 201
umfasst, wobei, wenn sich der Gegenschlossaktuator 142 in Wirkverbindung mit dem Schieber
160 befindet, das Gegenschlossgetriebe 200 mit dem Nocken 201 an dem Schieber 160
anliegt. Hierzu kann der Schieber 160 einen ersten Vorsprung 191 umfassen, an dem
der Nocken 201 zur Anlage gelangt. Liegt der Nocken 201 am ersten Vorsprung an 191
und hält den Schieber 160 in der zweiten Stellung, so befindet sich das Gegenschlossgetriebe
200 in einer Entriegelungsposition. Außer Wirkverbindung mit dem Schieber 160 kann
der Gegenschlossaktuator 142 gebracht werden, wenn der Nocken 201 nicht an dem ersten
Vorsprung 191 anliegt. Dann befindet sich das Gegenschlossgetriebe 200 in einer Freigabeposition.
Der Schieber 160 und der Gegenschlossaktuator 142 werden außer Wirkverbindung gebracht,
wenn der Schieber 160 durch eine Betätigung des Betätigungselements 141 von der ersten
Stellung in die zweite Stellung bewegt wird. Hierbei löst sich der Schieber 160 von
dem Nocken 201. Eine mechanische Entriegelung ist somit mittels des Betätigungselements
141 möglich, ohne dass der Gegenschlossaktuator 142 die mechanische Entriegelung blockiert
und/oder ohne dass der Gegenschlossaktuator 142 bei der mechanischen Entriegelung
zu Schaden kommt.
[0097] Befindet sich der Nocken 201 des Gegenschlossgetriebes 200 in Wirkverbindung mit
dem Schieber 160 und befindet sich der Schieber 160 hierbei in der ersten Stellung,
so befindet sich das Gegenschlossgetriebe 200 in der Entriegelungsposition. In der
Entriegelungsposition ist eine Bewegung des Schiebers 160 durch die Gegenschlossfeder
180 blockiert. Die Selbstverriegelung des Gegenschlosses 100 ist aufgehoben. Verbleibt
das Gegenschlossgetriebe in der Entriegelungsposition, so liegt eine Permanententsperrung
des Gegenschlosses 100 vor.
[0098] Zur Betätigung des Gegenschlossgetriebes 200, insbesondere um den Gegenschlossaktuator
142 außer Wirkverbindung mit dem Schieber 160 zu bringen und/oder das Gegenschlossgetriebe
200 aus der Entriegelungsposition in die Freigabeposition zu bewegen, kann der Gegenschloss
100 einen Energiespeicher 105 aufweisen (wie in Figur 8 schematisch dargestellt ist).
Der Energiespeicher 105 speichert genügend Energie, um den Gegenschlossaktuator 142
lange genug zu aktivieren, so dass der Nocken 201 nicht länger an dem ersten Vorsprung
191 anliegt. Hierdurch wird eine mechanische Bewegung des Schiebers 160 durch den
Nocken 201 nicht blockiert. Der Energiespeicher 105 dient als Notstromversorgung,
um im Brandfall die mechanische Selbstverriegelung des Gegenschlosses 100 zuverlässig
zur Verfügung stellen zu können.
[0099] Es ist ferner denkbar, dass das Betätigungselement 141 an dem Schieber 160, insbesondere
an einem zweiten Vorsprung 192 des Schiebers 160, anliegt. Dabei kann das Betätigungselement
141 durch eine Betätigung des Gegenschlossaktuators 142 außer Wirkverbindung mit dem
Schieber 160 gelangen. Hierbei löst sich der zweite Vorsprung 192 des Schiebers durch
die Bewegung des Schiebers 160 von dem Betätigungselement 141. Bei einer von dem Gegenschlossaktuator
142 verursachten Bewegung des Schiebers 160 von der ersten Stellung in die zweite
Stellung muss daher das Betätigungselement 141 nicht mitbewegt werden.
[0100] Fig. 4A zeigt eine abgewandelte Form des Schiebers 160. Hierbei weist der erste Vorsprung
191 eine Ausbuchtung 196 auf. Die Ausbuchtung 196 verhindert, dass der Nocken 201
sich bei einer Bewegung gegen den Uhrzeigersinn oberhalb des ersten Vorsprungs 191
befinden kann und damit eine Bewegung des Schiebers 160 von der ersten Stellung in
die zweite Stellung blockieren würde. Die Ausbuchtung 196 erlaubt nur eine Bewegung
des Nockens 201 im Uhrzeigersinn, um in Wirkverbindung mit dem ersten Vorsprung 191
zu treten. Somit ist durch die Ausbuchtung 196 stets eine Bewegung des Schiebers 160
von der ersten in die zweite Stellung gewährleistet.
[0101] Ein Schlossgetriebe 31 und das Gegenschlossgetriebe 200 können baugleiche Teile umfassen
(s. Fig. 9).
[0102] Wie bereits erwähnt, kann der Gegenschlossaktuator 142 zur Bewegung wenigstens einer
der Riegelstangen 520 derart aktiviert werden, dass der Schlossaktuator 30 zumindest
teilweise das Riegelelement 20 bewegt. In anderen Worten können die Aktuatoren eines
Schließsystems 400 koordiniert angesteuert werden. Hierzu kann z. B. die in Figur
8 veranschaulichte Steuerung 510 genutzt werden, welche bspw. in einem motorischen
Türantrieb 410 außerhalb der Schlossanordnung 700 integriert ist (nicht dargestellt).
Das erfindungsgemäße Schließsystem 400 kann den motorische Türantrieb 410 umfassen.
Der motorische Türantrieb 410 dient dazu, nach der Entriegelung der Gangflügeltür
und ggf. der Standflügeltür, die Gangflügeltür und ggf. die Standflügeltür motorisch
zu öffnen.
[0103] Alternativ kann die Steuerung 510 innerhalb der Schlossanordnung 700 angeordnet sein.
Z. B. kann die Steuerung 510 eine erste Steuerungseinheit 511 im Schloss 1 und/oder
eine zweite Steuerungseinheit 512 im Gegenschloss 100 umfasst. Insbesondere ist dabei
die Steuerung 510 elektrisch mit dem Schlossaktuator 30 und/oder Gegenschlossaktuator
142 verbunden, um die Aktivierung der Aktuatoren durchzuführen. In diesem Fall ist
es möglich, dass das erfindungsgemäße Schließsystem keinen Türantrieb 410 umfasst.
[0104] Wie in Figur 2 und 3 weiter gezeigt ist, kann es möglich sein, dass wenigstens einer
der Riegelstangenanschlüsse 120 mit einem Spiel mit dem Schieber 160 verbunden ist,
und vorzugsweise auf einem dritten Vorsprung 193 des Schiebers 160 aufliegt. Dies
dient z. B. dem Manipulationsschutz bei einer aktiven, von außen über die Riegelstangen
520 eingeleiteten Bewegung des Riegelstangenanschlusses 120 in Richtung des Inneren
des Gegenschlossgehäuses 170. Hierbei kommt der Riegelstangenanschluss 120 dann zunächst
auf einer Blockadefläche 133 des Riegelelementbetätigers 130 zum Aufliegen, bevor
eine Übertragung der Bewegung an den Schieber 160 möglich ist. Auch kann die Verbindung
zwischen dem Riegelstangenanschluss 120 und dem Schieber 160 so ausgeführt sein, sodass
der Schieber 160 zunächst den Riegelelementbetätiger 130 und erst dann den Riegelstangenanschluss
120 bewegt.
[0105] In Figur 1 und 7 ist zu sehen, dass wenigstens der obere der Riegelstangenanschlüsse
120 über einen Hebel 150 mit dem Schieber 160 verbunden sein kann. Ein solcher Hebel
150 kann in einem Drehpunkt 152 gelagert die Bewegung des Schiebers 160 an diesen
weiteren Riegelstangenanschluss 120 weiterleiten. Insbesondere ist auf diese Weise,
einerseits über den Hebel 150 und andererseits über den dritten Vorsprung 193, zuverlässig
die Bewegung mehrerer Riegelstangenanschlüsse 120 über einen einzigen Schieber 160
möglich.
[0106] Der Schieber 160 kann an dem Gegenschlossgehäuse 170 zwangsgeführt sein, insbesondere
zumindest zweifach zwangsgeführt. Zur Führung kann der Schieber 160 wenigstens ein
Langloch 194 aufweisen, wobei der Drehpunkt 152 des Hebels 150 zugleich als Führungselement
für den Schieber 160 dienen kann.
[0107] Auch ist es möglich, dass der Schieber 160 unmittelbar an dem Riegelelementbetätiger
130 und/oder wenigstens einem der Riegelstangenanschlüsse 120 kontaktiert und/oder
anliegt.
[0108] Mittels des Schiebers 160 ist der Riegelelementbetätiger 130 bewegbar ist, indem
der Riegelelementbetätiger 130 durch den Schieber 160 über eine Kulisse 195 zwangsgeführt
ist.
[0109] Weiter sind in Figur 1 mehrere Durchbrüche 173 gezeigt, in welchen Durchverschraubungen
zur Befestigung von Standardbeschlägen eingebracht werden können. Hierfür kann eine
derartige Anordnung der Durchbrüche 173 vorgesehen sein, dass diese mit einer Vorgabe
für Standardbeschlägen übereinstimmt. Insbesondere können dabei auch die Durchverschraubungen
zur Führung des Schiebers 160 dienen, sodass hier eine (mindestens) Zweifach-Funktionalität
der Durchbrüche vorliegt.
[0110] Auch der Riegelelementbetätiger 130 kann eine oder mehrere Funktionen aufweisen,
wie die Bewegung eines Riegelelements 20 des benachbarten Schlosses 1 der Schlossanordnung
700 zur Entriegelung und/oder der Manipulationsschutz des Gegenschlosses 100 und/oder
einer Schlossanordnung 700. Wie in Figur 8 anhand einer Schlossanordnung 700 eines
Schließsystems 400 dargestellt ist, kann das Riegelelement 20 in einer Verriegelungsstellung
des Riegelelements 20 in eine Öffnung 110 des Gegenschlosses 100 eingreifen. Darüber
hinaus kann das Schloss 1 zumindest eine Steuerfalle 50 umfassen, wobei zur Bewegung
des Riegelelements 20 in die Verriegelungsstellung die Steuerfalle 50 eine eingezogene
Position einnimmt. In der abragenden Position Steuerfalle 50 ist hingegen die Bewegung
des Riegelelements 20 in die Verriegelungsstellung mechanisch verhindert. Zum Halten
der Steuerfalle 50 in der eingezogenen Position kann ein Schließblech 210 des Gegenschlosses
100 vorgesehen sein, sodass ein Schließen der Tür zu einem Einfahren und Halten der
Steuerfalle 50 durch das Schließblech 210 führt. Der Riegelelementbetätiger 130 des
Gegenschlosses 100 kann von einer zurückgezogenen Position in eine Wirkposition bewegt
werden. Dies erfolgt insbesondere bei einer Betätigung der Betätigungsvorrichtung
140, sodass der Riegelelementbetätiger 130 die Zuverlässigkeit eines Öffnungsvorgangs
der Tür erhöhen kann. Denn in der Wirkposition ist der Riegelelementbetätiger 130
dazu ausgebildet, das Riegelelement 20 in der Entriegelungsstellung zu halten, bis
die Steuerfalle 50 sich von dem Schließblech 210 entfernt und die abragende Position
erreicht hat. In anderen Worten kann verhindert werden, dass beim Öffnen der Tür,
also dem Bewegen des Stand- und/oder Gangflügels, das Riegelelement 20 in die Verriegelungsstellung
zurückbewegt wird. Weiterhin kann der Riegelelementbetätiger 130 durch die Bewegung
von der zurückgezogenen Position in die Wirkposition das Riegelelement 20 mittels
eines Wirkelements 131 des Riegelbetätigers aus dem Gegenschlossgehäuse 170 herausdrücken.
Beides kann durch die Verbindung des Riegelelementbetätigers 130 zu dem Schieber 160
mechanisch bewirkt werden, indem der Schieber 160 mechanisch an einem Angriffselement
132 des Riegelelementbetätigers 130 angreift.
[0111] In Figur 9 und 10 ist das Schloss 1 mit weiteren Einzelheiten dargestellt, welches
ebenfalls Teil des Schließsystems 400 ist. Hierbei ist erkennbar, dass das Schloss
1 das Schlossgehäuse 10 aufweisen kann, in welchem ein Schlossschieber 33 beweglich
geführt ist. Weiter ist der Schlossaktuator 30 mit dem Schlossgetriebe 31 vorgesehen,
um insbesondere den Schlossschieber 33 zu bewegen. Die Bewegung des Schlossschiebers
kann zudem die Entsperrung der Falle 70 bewirken, welche einen Fallenkopf 71 zur Versperrung
aufweist. Der Schlossschieber 33 kann zur Bewegung und/oder Führung des Riegelelements
20 dienen, was durch einen Zustand der Falle 70 und der Steuerfalle 50 beeinflusst
sein kann. So kann das Riegelelement 20 z. B. nur dann in die Verriegelungsstellung
überführt werden, wenn zunächst sowohl die Falle 70 in eine Entriegelposition als
auch die Steuerfalle 50 in die eingezogene Position überführt werden. Ein Stoppelement
80 kann hierzu von einer Sperrstellung in eine Freigabestellung wechseln, wobei das
Stoppelement 80 unabhängig von der Position der Falle 70 durch eine Bewegung der Steuerfalle
50 bewegbar ist.
[0112] Weiterhin ist es möglich, dass das Schloss 1 gemäß Figur 8 einen Riegelelementsensor
650 als ein erstes Überwachungsmittel umfasst, und ein Alarm generiert wird, wenn
ein in Figur 9 gezeigter Steuerfallensensor 600 als zweites Überwachungsmittel detektiert,
dass sich die Steuerfalle 50 in der abragenden Position befindet und gleichzeitig
der Riegelelementsensor 650 detektiert, dass das Riegelelement 20 sich in der Verriegelungsstellung
befindet.
[0113] Ein in Figur 9 und 10 dargestellter Nocken 34 des Schlossgetriebes 31 kann in einer
Entriegelungsposition an einem Vorsprung 35 des Schlossschiebers 33 angreifen und
über den Schlossschieber 33 das Riegelelement 20 in der Entriegelungsposition halten.
Hierdurch kann eine Permanententsperrung des Schlosses 1 erreicht werden.
[0114] In den Figuren 2, 3 und 7 ist der Riegelelementbetätiger 130 mit weiteren Einzelheiten
gezeigt. In der Wirkposition liegt der Riegelelementbetätiger 130 z. B. federnd an
dem Riegelelement 20 an, und ist hierzu mehrteilig mit dem Angriffselement 132 und
dem Wirkelement 131 ausgebildet. Eine Bewegung der Betätigungselements 141 des Gegenschlosses
100 kann dabei das Angriffselement 132 bewegen, sodass das Wirkelement 131 in der
Wirkposition an dem Riegelelement 20 mit einer Stirnfläche 134 des Wirkelements 131
anliegt. Weiter kann der Riegelelementbetätiger 130 eine Blockadefläche 133 umfassen,
welche in der zurückgezogenen Position eine Bewegung wenigstens eines der Riegelstangenanschlüsse
120 in die zweite Position blockiert. Damit kann ein unbefugtes Einziehen der entsprechenden
Riegelstange 520 verhindert werden. Darüber hinaus kann der Riegelelementbetätiger
130 eine Auflagefläche 136 zur Führung des Schiebers 160 umfassen. Von Vorteil ist
es, wenn das Angriffselement 132 und das Wirkelement 131 federnd miteinander verbunden
sind. Eine Feder 135 des Riegelelementbetätigers 130 kann hierzu als eine Spiralfeder
ausgebildet sein. Als weitere Ausführungsvariante des Riegelelementbetätigers 130
kann das Angriffselement 132 um eine erste Achse schwenkbar sein, wobei das Wirkelement
131 um eine zweite Achse schwenkbar an dem Angriffselement 132 gelagert ist, und die
Feder 135 als Blattfeder ausgeführt ist (siehe hierzu Figur 6).
[0115] Ebenfalls kann das Gegenschloss 100 der Figur 6 einen nicht dargestellten Gegenschlossaktuator
umfassen. Der Gegenschlossaktuator 100 kann in dem Ausführungsbeispiel der Figur 6
in einem eigenen Gehäuse, das sich an das Gegenschlossgehäuse 170 anschließt, befinden.
Der Gegenschlossaktuator 100 kann ebenfalls an einem Gegenschlossmechanikelement des
Gegenschlosses der Figur 6 angreifen. Hierbei kann die Bewegung der Nuss die Bewegung
des Gegenschlossaktuators in derselben Weise übersteuern, wie zu dem Ausführungsbeispiel
der Figuren 1 bis 5 beschrieben. Ebenfalls kann die Bewegung des Gegenschlossaktuators
in derselben Weise die Betätigung der Nuss übersteuern, wie zu dem Ausführungsbeispiel
der Figuren 1 bis 5 besch rieben.
[0116] Vorteilhafterweise ist das Wirkelement 131 in dem Angriffselement 132 geführt, wobei
bevorzugt die Breite einer Stirnfläche 134 des Wirkelements 131 größer ist als eine
Breite des Wirkelements 131 im Inneren des Angriffselements 132. Ferner kann das Wirkelement
131 und das Angriffselement 132 zueinander korrespondierende Stoppflächen, insbesondere
eine erste Stoppfläche 138 und eine zweite Stoppfläche 139, umfassen, wobei durch
die Stoppflächen 138, 139 eine Bewegung des Wirkelements 131 aus dem Angriffselement
132 begrenzt ist. Die Breite der Stirnfläche 134 des Riegelelementbetätigers 130 und
die Breite einer Stirnfläche 21 des Riegelelements 20 können ferner derart ausgebildet
sein, dass zumindest eine Kante der Stirnfläche 134 des Riegelelementbetätigers 130,
die der Innenseite des Standflügels zuwendbar ist, und eine Kante der Stirnfläche
21 des Riegelelements 20, die der Außenseite des Gangflügels zuwendbar ist, aneinander
liegen, wenn die Steuerfalle 50 sich in der abragenden Position befindet.
[0117] In der Figur 11 ist der elektrische Aufbau eines erfindungsgemäßen Schließsystems
400 dargestellt. Hierbei werden für gleiche Elemente die gleichen Bezugszeichen verwendet
wie in den Figuren 1 bis 10. Das erfindungsgemäße Schließsystem 400 umfasst einen
ersten motorischen Türantrieb 410, einen zweiten motorischen Türabtrieb 420 und die
Schlossanordnung 700. Der erste motorische Türantrieb 410 dient dazu, die Gangflügeltür
motorisch zu öffnen. Hierzu umfasst der erste motorische Türantrieb 410 einen ersten
Motor 480. Der erste motorische Türantrieb 410 umfasst eine Elektronikvorrichtung
430 zur Steuerung des ersten Motors 480. Der zweite motorische Türantrieb 420 dient
dazu, die Standflügeltür motorisch zu öffnen. Hierzu umfasst der zweite Türantrieb
420 einen zweiten Motor 481. Der zweite motorische Türantrieb 420 umfasst eine Elektronikvorrichtung
431 zur Steuerung des zweiten Motors 481.
[0118] Das Schloss 1 umfasst die erste Steuereinheit 511. Die erste Steuereinheit 511 ist
in dem Schlossgehäuse 10 des Schlosses 1 angeordnet. Die erste Steuereinheit 511 ist
als Mikrocontroller ausgebildet. Die erste Steuereinheit 511 umfasst einen nicht flüchtigen
Speicher und einen Prozessor.
[0119] Das Gegenschloss 100 umfasst die zweite Steuereinheit 512. Die zweite Steuereinheit
512 ist in dem Gegenschlossgehäuse 170 des Gegenschlosses 100 angeordnet. Die zweite
Steuereinheit 512 ist als Mikrocontroller ausgebildet. Die zweite Steuereinheit 512
umfasst einen nicht flüchtigen Speicher und einen Prozessor.
[0120] Die erste Steuereinheit 511 umfasst ein erstes Kommunikationsmittel 513 und die zweite
Steuereinheit 512 umfasst ein zweites Kommunikationsmittel 514. Die erste und die
zweite Steuereinheit 511, 512 kommunizieren mittels des ersten und des zweiten Kommunikationsmittel
513, 514 miteinander. Das erste und das zweite Kommunikationsmittel 513, 514 sind
hierbei als ein elektrischer Anschluss ausgebildet. Das erste und das zweite Kommunikationsmittel
513, 514 sind über eine elektrische Verbindung 560 miteinander verbunden. Über die
elektrische Verbindung 560 können die erste und die zweite Steuereinheit 511, 512
bidirektional Daten austauschen. Die elektrische Verbindung 560 kann als ein Bus,
z. B. als ein RS485-Bus, ausgebildet sein. Vorzugsweise sind die Teilnehmer des Buses
auf die erste und die zweite Steuereinheit 511, 512 beschränkt.
[0121] Aus Übersichtlichkeitsgründen sind elektrische Verbindungen innerhalb des Schlossgehäuses
10, des Gegenschlossgehäuses 170 und der motorischen Antriebe 410, 420 in Figur 11
nicht dargestellt. Selbstverständlich führt die elektrische Verbindung 560 von dem
ersten Kommunikationsmittel 513 bis zu dem zweiten Kommunikationsmittel 514. Das Schloss
1 weist eine Schnittstellenvorrichtung 540, die als Steckverbinder ausgebildet ist,
auf. Das Gegenschloss 100 weist eine Schnittstellenvorrichtung 550, die als Steckverbinder
ausgebildet ist, auf. Die elektrische Verbindung 560 führt von der ersten Steuereinheit
511 über die Schnittstellenvorrichtungen 540, 550 bis zur zweiten Steuereinheit 512.
[0122] Das Schloss 1 ist mit einem Bussystem 530 verbindbar. Über das Bussystem 530 kann
die erste Steuereinheit 511 Daten empfangen und/oder senden. Die erste Steuereinheit
511 kann über das Bussystem 530 mit zumindest einer weiteren Vorrichtung kommunizieren.
Bei der weiteren Vorrichtung kann es sich z. B. um zumindest eine der Elektronikvorrichtungen
430, 431 handeln. Die erste Steuereinheit 511 ist Teilnehmerin des Bussystems 530.
Die zweite Steuereinheit 512 kann nicht unmittelbar mit dem Bussystem 530 kommunizieren.
Vielmehr werden Daten, z. B. Befehle, die die zweite Steuereinheit 512 betreffen würden,
zunächst von der ersten Steuereinheit 511 empfangen. Die erste Steuereinheit 511 leitet
die Befehle dann weiter oder generiert entsprechende Befehle für die zweite Steuereinheit
512.
[0123] Das Schloss 1 umfasst mehrere Überwachungsmittel 600, 650, 651, 652, 653. Die Überwachungsmittel
600, 650, 651, 652, 653 können als Schalter oder als Sensor ausgebildet sein. Die
Überwachungsmittel 600, 650, 651, 652, 653 sind mit der ersten Steuereinheit 511 elektrisch
verbunden. Die erste Steuereinheit kann elektrische Signale der Überwachungsmittel
600, 650, 651, 652, 653 empfangen.
[0124] Rein beispielhaft sind in dem Schloss 1 folgende Überwachungsmittel vorgesehen: Ein
erstes Überwachungsmittel 653 dient zur Überwachung des Schlossgetriebes 31. Ein zweites
Überwachungsmittel 652 dient zur Überwachung der Nuss 32. Ein drittes Überwachungsmittel
651 dient zur Überwachung, ob sich das Schloss 1 in dem Entriegelungszustand befindet,
insbesondere ob sich das Riegelelement 20 in der Entriegelungsstellung befindet. Ein
viertes Überwachungsmittel 650 dient zur Überwachung, ob sich das Schloss 1 in dem
Verriegelungszustand befindet, insbesondere ob sich das Riegelelement 20 in der Verriegelungsstellung
befindet. Das dritte und das vierte Überwachungsmittel 651, 650 können hierbei die
Position des Riegelelements 20, wie in Figur 11 abgebildet, überwachen. In einem alternativen
Ausführungsbeispiel können die Überwachungsmittel 650, 651 die Position der mit dem
Riegelelement 20 gekoppelten Schlossmechanikelements 33 überwachen. Ein fünftes Überwachungsmittel
600 dient zur Überwachung einer Bewegung der Steuerfalle 50. Die erste Steuereinheit
511 kann zumindest einen Teil der Überwachungsmittel 600, 650, 651, 652, 653 zur Steuerung
des Schlossaktuators 180 verwenden.
[0125] Das Gegenschloss 100 umfasst mehrere Überwachungsmittel 654, 655, 656, 657. Die Überwachungsmittel
654, 655, 656, 657 sind im Gegenschlossgehäuse 170 angeordnet. Die Überwachungsmittel
654, 655, 656, 657 können als Schalter oder als Sensor ausgebildet sein. Die Überwachungsmittel
654, 655, 656, 657 sind mit der zweiten Steuereinheit 512 elektrisch verbunden. Die
zweite Steuereinheit 512 kann elektrische Signale der Überwachungsmittel 654, 655,
656, 657 empfangen.
[0126] Ein erstes Überwachungsmittel 657 dient zur Überwachung des Gegenschlossgetriebes
200. Ein zweites Überwachungsmittel 656 dient zur Überwachung der Nuss 141. Ein drittes
Überwachungsmittel 655 dient zur Überwachung, ob sich das Gegenschloss 200 in dem
Entriegelungszustand befindet. Ein viertes Überwachungsmittel 654 dient zur Überwachung,
ob sich das Gegenschloss 200 in dem Verriegelungszustand befindet. Das dritte und
das vierte Überwachungsmittel 654, 655 können hierbei die Position des ersten und/oder
zweiten Riegelstangenanschlusses 120 überwachen. In einem alternativen Ausführungsbeispiel
können, wie in Figur 1 abgebildet, die Überwachungsmittel 654, 655 die Position die
mit den Riegelstangenanschlüssen 120 gekoppelten Gegenschlossmechanikelements 160
überwachen. In einem weiteren alternativen Ausführungsbeispiel können die Überwachungsmittel
654, 655 die Position des Riegelelementbetätigers 130 überwachen. Die zweite Steuereinheit
512 kann zumindest einen Teil der Überwachungsmittel 654, 655, 656, 657 zur Steuerung
des Gegenschlossaktuators 142 verwenden.
[0127] Die erste Steuereinheit 511 erkennt, wann ein Halten des Schlossgetriebes 31 und/oder
des Gegenschlossgetriebes 200 in der Entriegelungsposition beendet werden soll, insbesondere
wann eine Permanententsperrung des Schlosses 1 und/oder des Gegenschlosses 100 beendet
werden soll. Hierzu kann ein entsprechendes elektrisches Signal über das Bussystem
530 oder eine Steuerleitung erfolgen oder ein Signal zur Permanententsperrung beendet
werden. Die erste Steuereinheit 511 gibt der zweiten Steuereinheit 512 einen entsprechenden
Befehl, um für das Gegenschloss 100 die Permanententsperrung zu beenden. Daraufhin
aktiviert die zweite Steuereinheit 512 den Gegenschlossaktuator 142, um den Gegenschlossaktuator
142 aus die Entriegelungsposition in die Freigabeposition zu bewegen.
[0128] Die Figur 12 stellt ein Ablaufdiagramm für einen Entriegelungsvorgang 1400, bei dem
sowohl das Schloss 1 als auch das Gegenschloss 100 in den Entriegelungszustand überführt
werden, dar. Hierbei wird in dem links abgebildeten, gestrichelt dargestellten Kasten
1401 die Vorgehensweise der ersten Steuereinheit 511 dargestellt. In dem rechts abgebildeten,
gestrichelt dargestellten Kasten 1402 wird die Vorgehensweise der zweiten Steuereinheit
512 dargestellt.
[0129] In einem ersten Verfahrensschritt 1411 empfängt die erste Steuereinheit 511 über
das Bussystem 530 oder über eine Steuerleitung den Befehl, sowohl das Schloss 1 als
auch das Gegenschloss 100 in den Entriegelungszustand zu überführen. In einem zweiten
Verfahrensschritt 1412 aktiviert die erste Steuereinheit 511 den Schlossaktuator 30,
über das Schlossmechanikelement 33 das Riegelelement 20 in die Entriegelungsstellung
zu bewegen. In einem dritten Verfahrensschritt 1413 wartet die erste Steuereinheit
511 eine vorgegebene Zeitspanne lang darauf, von dem Überwachungsmittel 651 ein Überwachungssignal
zu empfangen, dass sich das Riegelelement 20 in der Entriegelungsstellung befindet.
Empfängt die erste Steuereinheit 511 das Überwachungssignal, was in Figur 12 durch
ein "+" dargestellt ist, so geht die erste Steuereinheit 511 zu dem vierten Verfahrensschritt
1414 über und sendet einen Befehl über die elektrische Verbindung 560 an die zweite
Steuereinheit 512, das Gegenschloss 100 in den Entriegelungszustand zu überführen.
[0130] Empfängt die erste Steuereinheit 511 hingegen das Überwachungssignal nicht innerhalb
der vorgegebenen Zeitspanne, was in Figur 12 als ein "-" dargestellt ist, so beendet
die erste Steuereinheit 511 das Verfahren 1400 damit, dass als letzter Verfahrensschritt
1430 eine Fehlermeldung optisch durch eine Anzeigenvorrichtung anzeigt wird und/oder
die Fehlermeldung mittels des Bussystems 530 versendet wird.
[0131] Hat der Verfahrensschritt 1414 stattgefunden, so empfängt die zweite Steuereinheit
512 in einem fünften Verfahrensschritt 1421 den Befehl zur Überführung des Gegenschlosses
100 in den Entriegelungszustand. Daraufhin aktiviert in einem sechsten Verfahrensschritt
1422 die zweite Steuereinheit 512 den Gegenschlossaktuator 142. In einem siebten Verfahrensschritt
1423 wartet die zweite Steuereinheit 512 eine vorgegebene Zeitspanne lang darauf,
von dem von dem Überwachungsmittel 655 ein Überwachungssignal zu empfangen, dass sich
Gegenschloss 100 in dem Entriegelungszustand befindet. Die vorgegebene Zeitspanne
in Verfahrensschritt 1423 kann unterschiedlich oder identisch sein zur vorgegebenen
Zeitspanne in Verfahrensschritt 1413. Empfängt die zweite Steuereinheit 512 das Überwachungssignal,
was in Figur 12 durch ein "+" dargestellt ist, so geht die zweite Steuereinheit 512
zu dem achten Verfahrensschritt 1424 über und generiert als Daten, dass das Gegenschloss
100 in den Entriegelungszustand überführt wurde. Empfängt die zweite Steuereinheit
512 hingegen in der vorgegebenen Zeitspanne kein Überwachungssignal, was in Figur
12 durch ein "-" dargestellt ist, so geht die zweite Steuereinheit 512 zu dem alternativen
Verfahrensschritt 1425 über und generiert als Daten, dass ein Fehler vorliegt. In
einem neunten Verfahrensschritt 1426 sendet die zweite Steuereinheit 512 die entweder
in Verfahrensschritt 1424 oder in Verfahrensschritt 1425 generierten Daten über die
elektrische Verbindung 560 an die erste Steuereinheit 511.
[0132] In einem zehnten Verfahrensschritt 415 empfängt die erste Steuereinheit 511 die Daten
der zweiten Steuereinheit 512. Die erste Steuereinheit 511 wertet die empfangenen
Daten aus. Hat die erste Steuereinheit 511 in dem Verfahrensschritt 1415 eine Fehlermeldung
als Daten erhalten, was in Figur 2 durch ein "-" dargestellt ist, so geht die erste
Steuereinheit 511 zu Verfahrensschritt 1430 und versendet eine Fehlermeldung über
das Bussystem 530 und/oder veranlasst die Anzeigenvorrichtung, den Fehler anzuzeigen.
Hat hingegen die erste Steuereinheit 511 in dem Verfahrensschritt 1415 die Meldung
erhalten, dass sich das Gegenschloss 100 in dem Entriegelungszustand befindet, was
in Figur 12 durch ein "+" dargestellt ist, so geht die erste Steuereinheit 511 zu
Verfahrensschritt 1416 und sendet eine Mitteilung über das Bussystem 530, dass das
Schloss 1 und das Gegenschloss 100 sich in dem Entriegelungszustand befinden. Hieraufhin
öffnen die Türantriebe 410, 420 die Gangflügeltür und die Standflügeltür.
[0133] In Figur 13 ist ein Ablaufdiagramm für einen Verriegelungsvorgang 1500, bei dem sowohl
das Schloss 1 als auch das Gegenschloss 100 in den Verriegelungszustand überführt
werden, dar. Hierbei wird in dem links abgebildeten, gestrichelt dargestellten Kasten
1501 die Vorgehensweise der ersten Steuereinheit 511 dargestellt. In dem rechts abgebildeten,
gestrichelt dargestellten Kasten 1502 wird die Vorgehensweise der zweiten Steuereinheit
512 dargestellt.
[0134] In einem ersten Verfahrensschritt 1511 empfängt die erste Steuereinheit 511 über
das Bussystem 530 oder über eine Steuerleitung den Befehl, sowohl das Schloss 1 als
auch das Gegenschloss 100 in den Verriegelungszustand zu überführen. Der Befehl kann
auch als Ausbleiben eines Signals, das Schloss 1 und das Gegenschloss 100 in dem Entriegelungszustand
zu halten, erfolgen. Beispielsweise kann der Befehl einen Permanententsperrungszustand
beenden. In einem zweiten Verfahrensschritt 1512 sendet die erste Steuereinheit 511
and die zweite Steuereinheit 512 den Befehl, das Gegenschloss 100 in den Verriegelungszustand
zu überführen.
[0135] In einem dritten Verfahrensschritt 1521 empfängt die zweite Steuereinheit 512 den
Befehl der ersten Steuereinheit 511 zur Überführung des Gegenschlosses 100 in den
Verrieglungszustand. In einem vierten Verfahrensschritt 1522 aktiviert die zweite
Steuereinheit 512 den Gegenschlossaktuator 142, um das Gegenschlossgetriebe 200 aus
der Entriegelungsposition in die Freigabeposition zu bewegen, so dass der Gegenschlossaktuator
142 die federgetriebene Überführung in den Verriegelungszustand des Gegenschlosses
100 zulässt. In einem fünften Verfahrensschritt 1523 wartet die zweite Steuereinheit
512 eine vorgegebene Zeitspanne lang darauf, von dem von dem Überwachungsmittel 654
ein Überwachungssignal zu empfangen, dass sich Gegenschloss 100 in dem Verriegelungszustand
befindet. Empfängt die zweite Steuereinheit 512 das Überwachungssignal, was in Figur
13 durch ein "+" dargestellt ist, so geht die zweite Steuereinheit 512 zu dem sechsten
Verfahrensschritt 1524 über und generiert als Daten, dass das Gegenschloss 100 in
den Verriegelungszustand überführt wurde. Empfängt die zweite Steuereinheit 512 hingegen
in der vorgegebenen Zeitspanne kein Überwachungssignal, was in Figur 13 durch ein
"-" dargestellt ist, so geht die zweite Steuereinheit 512 zu dem alternativen Verfahrensschritt
1525 über und generiert als Daten, dass ein Fehler vorliegt. In einem neunten Verfahrensschritt
1526 sendet die zweite Steuereinheit 512 die entweder in Verfahrensschritt 1524 oder
in Verfahrensschritt 1525 generierten Daten über die elektrische Verbindung 560 an
die erste Steuereinheit 511.
[0136] Die erste Steuereinheit 511 wartet in einem Verfahrensschritt 1513 eine vorgegebene
Zeitspanne darauf, dass die zweite Steuereinheit 512 die Daten sendet. Unterbleibt
der Empfang der Daten der zweiten Steuereinheit 512 über die vorgegebene Zeitspanne,
so generiert die erste Steuereinheit 511 als letzten Verfahrensschritt 1530 eine Fehlermeldung,
die optisch durch die Anzeigenvorrichtung anzeigt wird und/oder mittels des Bussystems
530 versendet wird. Hat der Verfahrensschritt 1526 innerhalb der vorgegebenen Zeitspanne
stattgefunden, so empfängt die erste Steuereinheit 511 die Daten und wertet die empfangenen
Daten in einem Verfahrensschritt 1514 aus. Hat die erste Steuereinheit 511 in dem
Verfahrensschritt 1514 eine Fehlermeldung als Daten erhalten, was in Figur 13 durch
ein "-" dargestellt ist, so geht die erste Steuereinheit 511 zu Verfahrensschritt
1430 und versendet eine Fehlermeldung über das Bussystem 530 und/oder veranlasst die
Anzeigenvorrichtung, den Fehler anzuzeigen. Hat hingegen die erste Steuereinheit 511
in dem Verfahrensschritt 1514 die Meldung erhalten, dass sich das Gegenschloss 100
in dem Verriegelungszustand befindet, was in Figur 13 durch ein "+" dargestellt ist,
so geht die erste Steuereinheit 511 zu Verfahrensschritt 1515 über und aktiviert den
Schlossaktuator 30, um das Schlossgetriebe 31 aus der Entriegelungsposition zu bewegen,
so dass der Schlossaktuator 30 die federgetriebene Überführung des Schlosses 1 in
den Verriegelungszustand zulässt. In einem Verfahrensschritt 1516 wartet die erste
Steuereinheit 511 eine vorgegebene Zeitspanne lang darauf, von dem Überwachungsmittel
650 ein Überwachungssignal zu empfangen, dass sich das Schloss 1 in dem Verriegelungszustand
befindet. Empfängt die erste Steuereinheit 511 das Überwachungssignal, was in Figur
13 durch ein "+" dargestellt ist, so geht die erste Steuereinheit 511 zu dem vierten
Verfahrensschritt 1517 über und sendet eine Mitteilung über das Bussystem 530, dass
sich das Schloss 1 und das Gegenschloss 100 in dem Verriegelungszustand befinden.
Empfängt die erste Steuereinheit 511 hingegen das Überwachungssignal nicht innerhalb
der vorgegebenen Zeitspanne, was in Figur 13 als ein "-" dargestellt ist, so beendet
die erste Steuereinheit 511 das Verfahren 1500 damit, dass als letzter Verfahrensschritt
5130 eine Fehlermeldung optisch durch die Anzeigenvorrichtung anzeigt wird und/oder
die Fehlermeldung mittels des Bussystems 530 versendet wird.
[0137] Die voranstehende Erläuterung der Ausführungsformen beschreibt die vorliegende Erfindung
ausschließlich im Rahmen von Beispielen. Selbstverständlich können einzelne Merkmale
der Ausführungsformen, sofern technisch sinnvoll, frei miteinander kombiniert werden,
ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0138]
- 1
- Schloss
- 10
- Schlossgehäuse
- 20
- Riegel, erstes Riegelelement
- 21
- Stirnfläche des Riegelelements
- 30
- Schlossaktuator
- 31
- Schlossgetriebe
- 32
- Schlossbetätigungselement
- 33
- Schlossschieber
- 34
- Nocken
- 35
- Vorsprung
- 50
- Steuerfalle
- 51
- Steuerfallenkopf
- 52
- Abraganteil der Steuerfalle
- 70
- Falle, zweites Riegelelement
- 71
- Fallenkopf
- 80
- Stoppelement
- 100
- Gegenschloss
- 105
- Energiespeicher
- 110
- Öffnung für Riegelelement
- 120
- Riegelstangenanschluss
- 130
- Riegelelementbetätiger
- 131
- Wirkelement
- 132
- Angriffselement
- 133
- Blockadefläche
- 134
- Stirnfläche des Wirkelements, Stirnfläche des Riegelelementbetätigers
- 135
- Feder
- 136
- Auflagefläche
- 137
- Abraganteil
- 138
- erste Stoppfläche
- 139
- zweite Stoppfläche
- 140
- Betätigungsvorrichtung
- 141
- Betätigungselement, Nuss
- 142
- Gegenschlossaktuator, Motor
- 150
- Hebel
- 152
- Drehpunkt
- 160
- Gegenschlossmechanikelement, Schieber
- 170
- Gegenschlossgehäuse
- 173
- Durchbruch
- 180
- Gegenschlossfeder
- 191
- erster Vorsprung
- 192
- zweiter Vorsprung
- 193
- dritter Vorsprung
- 194
- Langloch
- 195
- Kulisse
- 196
- Ausbuchtung
- 200
- Gegenschlossgetriebe
- 201
- Nocken
- 210
- Schließblech
- 220
- Fallenöffnung
- 400
- Schließsystem
- 410
- erster Türantrieb
- 420
- zweiter Türantrieb
- 430
- Steuerung
- 431
- Steuerung
- 480
- Motor
- 481
- Motor
- 510
- Steuerung
- 511
- erste Steuerungseinheit
- 512
- zweite Steuerungseinheit
- 513
- erstes Kommunikationsmittel
- 514
- zweites Kommunikationsmittel
- 530
- Bussystem
- 540
- Schnittstellenvorrichtung
- 550
- Schnittstellenvorrichtung
- 560
- Bus
- 520
- Riegelstange
- 521
- erste Riegelstange, untere Riegelstange
- 522
- zweite Riegelstange, obere Riegelstange
- 600
- Steuerfallensensor, Überwachungsmittel
- 650
- erster Riegelelementsensor, Überwachungsmittel
- 651
- zweiter Riegelelementsensor, Überwachungsmittel
- 652
- Nusssensor, Überwachungsmittel
- 653
- Schlossgetriebesensor, Überwachungsmittel
- 654
- erster Schiebersensor, Überwachungsmittel
- 655
- zweiter Schiebersensor, Überwachungsmittel
- 656
- Nusssensor, Überwachungsmittel
- 657
- Gegenschlossgetriebesensor, Überwachungsmittel
- 700
- Schlossanordnung
1. Verfahren (1400, 1500) für eine Schlossanordnung (700),
wobei die Schlossanordnung (700) ein Schloss (1) für eine Gangflügeltür und ein Gegenschloss
(100) für eine Standflügeltür umfasst,
wobei das Schloss (1) zumindest ein Riegelelement (20) umfasst, wobei das Riegelelement
(20) in einer Verriegelungsstellung des Riegelelements (20) in eine Öffnung (110)
des Gegenschlosses (100) eingreift,
wobei das Gegenschloss (100) zumindest einen Riegelstangenanschluss (120) zur Verbindung
mit einer ersten Riegelstange (521) umfasst,
wobei das Gegenschloss (100) einen elektromechanischen Gegenschlossaktuator (142)
zum Bewegen der ersten Riegelstange (521) umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schloss (1) einen elektromechanischen Schlossaktuator (30) zum Bewegen des Riegelelements
(20) umfasst,
wobei der Gegenschlossaktuator (142) zur Bewegung der ersten Riegelstange (521) derart
aktiviert wird, dass der Schlossaktuator (30) zumindest teilweise eine Bewegung des
Riegelelements (20) bewirkt.
2. Verfahren (1400, 1500) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenschloss (100) einen Riegelelementbetätiger (130) umfasst, um das Riegelelement
(20) mechanisch in eine Entriegelungsstellung zu bewegen, wobei der Schlossaktuator
(30) und der Gegenschlossaktuator (142) derart aktiviert werden, dass das Riegelelement
(20) beabstandet von dem Riegelelementbetätiger (130) verbleibt, während das Riegelelement
(20) elektromechanisch in die Entriegelungsstellung bewegt wird, insbesondere dass
der Schlossaktuator (30) vor dem Gegenschlossaktuator (142) aktiviert wird.
3. Verfahren (1400, 1500) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenschlossaktuator (142) deaktiviert wird, sobald die von dem Gegenschlossaktuator
(142) geleistete Arbeit einen Grenzwert überschreitet, wobei insbesondere anschließend
der Gegenschlossaktuator (142) zumindest einmal, bevorzugt mehrmals, erneut aktiviert
wird, um die erste Riegelstange (521) zu bewegen.
4. Verfahren (1400, 1500) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Entriegelungsvorgang der Schlossanordnung (700) der Schlossaktuator (30)
aktiviert wird, bevor der Gegenschlossaktuator (142) aktiviert wird, und/oder bei
einem Verriegelungsvorgang der Schlossanordnung (700) der Gegenschlossaktuator (142)
aktiviert wird, bevor der Schlossaktuator (30) aktiviert wird.
5. Verfahren (1400, 1500) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schlossanordnung (700) zumindest ein Überwachungsmittel (600, 650, 651, 652,
653, 654, 655, 656, 657), insbesondere einen Schalter oder einen Sensor, umfasst,
wobei das Überwachungsmittel (600, 650, 651, 652, 653, 654, 655, 656, 657) eine Position
des Riegelelements (20), des Riegelstangenanschlusses (120) oder des Riegelelementbetätigers
(130) detektiert, wobei ein Überwachungssignal des Überwachungsmittels (600, 650,
651, 652, 653, 654, 655, 656, 657) zur Aktivierung und/oder Deaktivierung des Schlossaktuators
(142) und/oder des Gegenschlossaktuators (30) verwendet wird.
6. Verfahren (1400, 1500) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der ein mit dem Gegenschlossaktuator (142) verbundenes Gegenschlossgetriebe (200)
in einer Entriegelungsposition verbleibt, in der sich der Riegelstangenanschluss (120)
in einer eingefahrenen Stellung befindet, wenn ein Permanententsperrungsbefehl zur
Permanententsperrung der Schlossanordnung (700) von der Schlossanordnung (700) empfangen
worden ist, wobei insbesondere ein mit dem Schlossaktuator (30) verbundenes Schlossgetriebe
(31) in einer Entriegelungsposition verbleibt, in der sich das Riegelelement (20)
in der Entriegelungsstellung befindet, wenn ein Permanententsperrungsbefehl zur Permanententsperrung
der Schlossanordnung (700) von die Schlossanordnung (700) empfangen worden ist.
7. Schließsystem (400)
mit einer Schlossanordnung (700),
wobei die Schlossanordnung (700) ein Schloss (1) für eine Gangflügeltür und ein Gegenschloss
(100) für eine Standflügeltür umfasst,
wobei das Schloss (1) zumindest ein Riegelelement (20) umfasst, wobei das Riegelelement
(20) in einer Verriegelungsstellung des Riegelelements (20) in eine Öffnung (110)
des Gegenschlosses (100) eingreift,
wobei das Gegenschloss (100) zumindest einen Riegelstangenanschluss (120) zur Verbindung
mit einer ersten Riegelstange (521) umfasst,
wobei das Schloss (1) einen elektromechanischen Schlossaktuator (30) zum Bewegen des
Riegelelements (20) umfasst,
wobei das Gegenschloss (100) einen elektromechanischen Gegenschlossaktuator (142)
zum Bewegen der ersten Riegelstange (521) umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schließsystem (400) eine Steuerung (510) umfasst, wobei die Steuerung (510) den
Gegenschlossaktuator (142) zur Bewegung der Riegelstange (520) derart aktiviert, dass
der Schlossaktuator (30) zumindest teilweise eine Bewegung des Riegelelements (20)
bewirkt.
8. Schließsystem (400) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gegenschloss (100) ein Gegenschlossgehäuse (170) umfasst und der Gegenschlossaktuator
(142) in dem Gegenschlossgehäuse (170) angeordnet ist, wobei insbesondere in dem Gegenschlossgehäuse
(170) ein Riegelelementbetätiger (130) zum Bewegen des Riegelelements (20) in eine
Entriegelungsstellung und/oder ein Betätigungselement (141) zum mechanischen Bewegen
der ersten Riegelstange (521) in eine eingefahrene Position und/oder zum Bewegen des
Riegelelementbetätigers (130) angeordnet ist.
9. Schließsystem (400) nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gegenschloss (100) ein Gegenschlossgehäuse (170) umfasst und der Gegenschlossaktuator
(142) in dem Gegenschlossgehäuse (170) angeordnet ist, wobei das Gegenschlossgehäuse
(170) eine Länge von ungefähr 13,5 cm und/oder eine Höhe von ungefähr 17 cm unterschreitet
und/oder das Gegenschloss (100) als Einsteckschloss ausgebildet ist.
10. Schließsystem (400) nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gegenschloss (100) ein Gegenschlossmechanikelement (160) zur Bewegung der ersten
Riegelstange (521), insbesondere von einer ausgefahrenen Position in eine eingefahrene
Position, umfasst, wobei der Riegelelementbetätiger (130) mittels des Gegenschlossmechanikelements
(160), insbesondere von einer zurückgezogenen Position in eine Wirkposition, bewegbar
ist, wobei insbesondere das Gegenschlossmechanikelement (160) als ein Schieber (160)
ausgebildet ist, wobei der Schieber (160) an einem Gegenschlossgehäuse (170) translatorisch
bewegbar gelagert ist.
11. Schließsystem (400) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels eines Betätigungselements (141) über das Gegenschlossmechanikelement (160)
der Riegelstangenanschluss (120) bewegbar ist, wobei mittels des Gegenschlossaktuators
(142) über das Gegenschlossmechanikelement (160) der Riegelstangenanschluss (120)
bewegbar ist, wobei durch eine Betätigung des Betätigungselements (141) das Gegenschlossmechanikelement
(160) außer Wirkverbindung mit dem Gegenschlossaktuator (142) gelangbar ist und/oder
dass bei einer Betätigung des Gegenschlossaktuators (142) das Gegenschlossmechanikelement
(160) außer Wirkverbindung mit dem Betätigungselement (141) gelangbar ist.
12. Schließsystem (400) nach einem der Ansprüche 7 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schlossaktuator (30) zu dem Gegenschlossaktuator (142) baugleich ausgebildet
ist.
13. Schließsystem (400) nach einem der Ansprüche 7 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schlossaktuator (30) über ein Schlossgetriebe (31) auf das Riegelelement (20)
wirkt und der Gegenschlossaktuator (142) über ein Gegenschlossgetriebe (200) auf den
Riegelstangenanschluss (120) wirkt, wobei das Schlossgetriebe (31) einen Nocken umfasst,
über den der Schlossaktuator (30) auf das Riegelelement (20) wirkt und das Gegenschlossgetriebe
(200) einen Nocken umfassen, über den der Gegenschlossaktuator (142) auf den Riegelstangenanschluss
(120) wirkt.
14. Schließsystem (400) nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gegenschloss (100) einen Energiespeicher (105) umfasst, wobei der Energiespeicher
(105) dazu dient, den Gegenschlossaktuator (142) außer Wirkverbindung mit dem Gegenschlossmechanikelement
(160) zu bringen, wenn oder nachdem der Gegenschlossaktuator (142) die erste Riegelstange
(521) in eine eingefahrene Position bewegt hat, insbesondere zur Beendigung einer
Permanententsperrung des Gegenschlosses (100), wobei insbesondere der Energiespeicher
(105) zumindest einen Kondensator oder einen Akkumulator umfasst und/oder der Energiespeicher
(105) in einem Gegenschlossgehäuse (170) angeordnet ist.
15. Schließsystem (400) nach einem der Ansprüche 7 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schließsystem (400) eine Steuerung (510) umfasst, wobei die Steuerung (510) den
Schlossaktuator (30) und den Gegenschlossaktuator (142) ansteuert, insbesondere aktiviert
und/oder deaktiviert, wobei die Steuerung (510) in der Schlossanordnung (700), insbesondere
in einem Schlossgehäuse (10) des Schlosses (1) und/oder in einem Gegenschlossgehäuse
(170), angeordnet ist, wobei insbesondere eine erste Steuerungseinheit (511) in dem
Schlossgehäuse (10) und eine zweite Steuerungseinheit (512) in dem Gegenschlossgehäuse
(170) angeordnet ist.
16. Schließsystem (400) nach einem der Ansprüche 7 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schließsystem (400) eine Steuerung (510) umfasst, wobei die Steuerung (510) den
Schlossaktuator (30) und den Gegenschlossaktuator (142) ansteuert, insbesondere aktiviert,
wobei das Schließsystem (400) einen, insbesondere motorischen Türantrieb (410) umfasst,
wobei die Steuerung (510) nach der Bewegung des Riegelelements (20) in eine Entriegelungsstellung
und der Bewegung der ersten Riegelstange (521) in eine eingefahrene Position den Türantrieb
(410) aktiviert, um die Gangflügeltür und die Standflügeltür zu öffnen, wobei insbesondere
die Steuerung (510) in dem Türantrieb (410) angeordnet ist.