TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung betrifft die Reinigung von Walzen, die zur Stahl- und Aluminiumblechbearbeitung
eingesetzt werden, um Verunreinigungen wie Einlaufspuren der bearbeiteten Metallbahnen
und Verunreinigungen anderer Art an der Walzenoberfläche zu entfernen. Die Erfindung
bezieht sich auch auf eine Vorrichtung zur Reinigung von Walzen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0002] In der Stahl- und Aluminiumverarbeitung kommt eine Reihe von Walzen zum Einsatz.
Dabei handelt es sich um Stahl- und Edelstahlwalzen, die gegebenenfalls auch verchromt
sein können. Ebenso möglich ist der Einsatz von Walzen mit keramischen Oberflächen.
Walzen in der Stahl- und Aluminiumverarbeitung werden insbesondere zum Walzen, Texturieren
oder Dressieren von Blechen oder Metallbändern eingesetzt. Da für diese industriellen
Walzverfahren große Kräfte erforderlich sind, weisen die Walzen in der Regel ein hohes
Gewicht auf.
[0003] Diese Arbeitswalzen unterliegen bei ihrer industriellen Verwendung als Produktionsmittel
bestimmten einschränkenden Bedingungen. Aufgrund von Einlaufspuren, die von den Kanten
der zu walzenden Bänder auf der Walzenoberfläche verursacht werden, darf die Breite
des aktuell durch Walzen zu bearbeitenden Metallbands nur kleiner oder gleich der
Breite des vorherigen Bands sein. Diese Einlaufspuren entstehen auf der Oberfläche
der Walze an der Position, wo die Ränder des Blechs oder Bands auf der Walze aufliegen.
Die Einlaufspuren sind Ablagerungen von Verunreinigungen. Hat sich eine solche Einlaufspur
auf der Walze etabliert, wird die Walze folglich nachfolgend zur Behandlung schmalerer
oder gleich großer Bleche oder Bänder eingesetzt, damit die Verunreinigungen (Einlaufspuren)
auf der Walze keine Spuren an den aktuell zu bearbeitenden Metallblechen oder Bändern
hinterlassen.
[0004] Dieser Umstand beschränkt zum einen die Freiheiten in der Fertigungsreihenfolge von
Metallbahnen auf von breit zu schmal, zum anderen bestimmt auch das schmalste Band
den Zeitpunkt, wann die Walze zur Entfernung der Einlaufspuren überarbeitet werden
muss und zwar unabhängig von der sonstigen Qualität/Abnutzung der Walzenoberfläche
und der tatsächlichen Anzahl an Betriebsstunden. Von der Flexibilität in der Planung
einmal abgesehen, werden erhebliche Kosten durch die mechanische Walzenaufbereitung
verursacht. Die mechanische Walzenaufbereitung durch Schleifen bedingt zusätzlich
zur Entfernung der Einlaufspuren auch die Notwendigkeit für eine komplette Neupräparation
der Walzenoberfläche. Nach dem Abschleifen muss die gewünschte Oberflächentopographie
gegebenenfalls neu eingestellt werden, teilweise durch sehr aufwändige Texturierungsmethoden
(EDT, PDT) soweit es sich nicht um geschliffene Walzen mit einer glatten Oberfläche
handelt. Beim
EDT-Verfahren (Electro Discharge Texturing) wird die Walzenoberfläche durch Funkenerosion aufgeraut. Dies geschieht, indem die
Arbeitswalze in einem Tank, in dem sich ein Dielektrikum befindet, an einer Elektrode
vorbeigeführt wird. Durch Funkenüberschlag werden kleine Krater in die Walzenoberfläche
geschlagen. Gegebenenfalls ist daran anschließend mit der Verchromung auch noch ein
weiterer Verfahrensschritt zur Wiederherstellung (Manifestierung) der gewünschten
Walzenoberfläche erforderlich. Die Manifestierung der passenden Oberflächentextur
auf einer Walze ist - auch logistisch - aufwändig und teuer, so dass mit einer Verlängerung
der Überarbeitungsintervalle für erhebliche Kosten eingespart werden könnten.
[0005] Es ist also wünschenswert, die Zeit, die erforderlich ist, eine Produktionswalze
zu erneuern, deutlich zu verkürzen und andererseits den Benutzungszeitraum zwischen
erforderlichen Erneuerungen der Walze auszudehnen und damit auch die Lebensdauer einer
Walze insgesamt deutlich zu verlängern,
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0006] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
bereitzustellen, mit dem eine gebrauchte, reinigungsbedürftige oder erneuerungsbedürftige
Produktionswalze möglichst in der eigenen Produktionsstätte und durch ein einfacheres
weniger zeitaufwendiges Verfahren als die mechanische Aufbereitung durch Schleifen
wieder erneuert werden kann.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe gemäß einer ersten Lehre der Erfindung durch ein Verfahren
zur chemischen Reinigung von Metallwalzen, in dem man die Walzenoberfläche einer Arbeitswalze
mit einer wässrigen Alkalimetallhydroxid- oder Erdalkalimetallhydroxid-Waschflüssigkeit
oder einer sauren Waschflüssigkeit reinigt, mit Wasser spült und trocknet. Durch dieses
Verfahren lassen sich die Verunreinigungen auf der Walze, die hauptsächlich Metallabrieb
enthalten, sicher entfernen.
[0008] Gelöst wird die oben genannte Aufgabe ferner gemäß einer zweiten Lehre der Erfindung
durch eine Vorrichtung zur Reinigung von Walzen, die zur Metallbandbearbeitung, vorzugsweise
Stahl- und Aluminiumbandbearbeitung, eingesetzt werden, die Vorrichtung umfassend
ein Waschgestell, das zum Positionieren einer zu reinigenden Walze eingerichtet ist,
und mindestens ein Mittel zum Aufbringen mindestens einer Waschflüssigkeit auf die
Walzenoberfläche der zu reinigenden Walze. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann insbesondere
dafür eingerichtet sein, das Verfahren gemäß der ersten Lehre der Erfindung durchzuführen
und/oder zu steuern.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren und die Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
verlängern die Intervalle zwischen den mechanischen Überarbeitungen der Walzen durch
Schleifen beträchtlich. Die Flexibilität in der Fertigungsfolge wird erhöht, weil
Einlaufspuren auf Walzen durch das erfindungsgemäße Verfahren und durch die erfindungsgemäße
Vorrichtung leicht entfernbar sind und die Walze schnell wieder in einen Zustand verbracht
werden kann, der auch die Bearbeitung breiterer Bänder erlaubt. Mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren und der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird auch die Lebensdauer einer Walze
insgesamt verlängert. Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung
sind auch wirksam bei der Entfernung von Markierungen durch Einschläge und überwalzte
Falten. Mechanische Schädigungen einer Walzenoberfläche lassen sich durch das erfindungsgemäße
Verfahren nicht korrigieren.
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0010] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die Oberfläche von Arbeitswalzen jeglicher
Art in der Metallverarbeitung gereinigt werden. Die zu reinigenden Walzen können Walzen
mit einer texturierten Oberfläche oder Walzen mit einer geschliffenen Oberfläche sein.
[0011] Von der Walzenoberfläche zu entfernende Verunreinigungen umfassen Einlaufspuren,
Walzölrückstände, Walzemulsionsrückstände, Markierungen der Walzenoberfläche durch
Einschläge und sonstige Verunreinigungen. Die Oberflächenstruktur der zu reinigenden
Walze sollte aber nicht beschädigt sein.
[0012] Eine erste und eine zweite Waschflüssigkeit sind vorzugsweise eine Alkalimetallhydroxidlösung
oder Erdalkalimetallhydroxidlösung. Vorzugsweise sind die erste und die zweite Waschflüssigkeit
eine wässrige verdünnte Alkalimetallhydroxidlösung, besonders bevorzugt eine Natriumhydroxidlösung.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden
die erste und die zweite Waschflüssigkeit nacheinander zur Reinigung einer Walze eingesetzt.
Die erste Waschflüssigkeit kann eine höhere Konzentration an Alkalimetallhydroxid
oder Erdalkalimetallhydroxid aufweisen als die zweite Waschflüssigkeit. So kann die
Alkalimetallhydroxidkonzentration der ersten Waschflüssigkeit beispielsweise 2 bis
4 Gew.-%, bezogen auf die Masse der Waschflüssigkeit, betragen. Die Alkalimetallhydroxidkonzentration
der zweiten Waschflüssigkeit kann beispielsweise 0,3 bis 1 Gew.-%, bezogen auf die
Masse der Waschflüssigkeit, betragen. Werden die Walzen mit zwei unterschiedlich konzentrierten
Alkalimetallhydroxidlösungen behandelt, wird vorzugsweise zwischen den beiden Alkalimetallhydroxid-Behandlungen
nicht mit Wasser gespült.
[0013] Vorzugsweise wird die Walze nach der Reinigung mit der oder den Alkalimetallhydroxidlösungen
mit Wasser (dritte Waschflüssigkeit) gespült. Diese Behandlung dient dem Entfernen
der Alkalimetallhydroxid enthaltenden Waschflüsigkeit. Das eingesetzte Wasser ist
vorzugsweise ein vollentsalztes Wasser (VE-Wasser). Ein vollentsalztes Wasser ist
beispielsweise dreimal über einen Ionenaustauscher zur Entsalzung geleitet und derart
gereinigt worden.
[0014] Schließlich kann die Walze nach der Spülung mit Wasser mit einem niederen Alkanol
mit 1, 2, 3 oder 4 Kohlenstoffatomen oder dem Gemisch eines niederen Alkanols mit
Wasser behandelt werden (vierte Waschflüssigkeit), um dadurch gegebenenfalls letzte
Verunreinigungen auf der Walzenoberfläche und/oder auch Wasser zu entfernen. Das niedere
Alkanol ist vorzugsweise ein Alkanol mit zwei oder drei Kohlenstoffatomen wie Ethanol,
Isopropanol, Propanol oder deren Gemische. Besonders bevorzugt wird als vierte Waschflüssigkeit
Isopropanol eingesetzt.
[0015] Die Alkalimetallhydroxid enthaltenden Waschflüssigkeiten können vorzugsweise weitere
Bestandteile wie ein Tensid, ein entfettendes Mittel und/oder andere Substanzen enthalten.
Diese weiteren Bestandteile können in Abhängigkeit von Art und Menge der Verunreinigung
in der Waschflüssigkeit ausgewählt sein.
[0016] Geeignete Tenside sind beispielsweise nichtionische und anionische Tenside. Ihre
Konzentration in der Waschlösung kann 1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf die Masse der Waschflüssigkeit,
betragen.
[0017] Als entfettendes Mittel werden vorzugsweise komplexierende Entfettungsmittel verwendet.
Komplexierende Entfettungsmittel verhindern die Bildung einer Emulsion. Geeignete
komplexierende Entfettungsmittel sind beispielsweise Polyphoshate, Gluconate, Oxalate
und Citrate. Die Konzentration des entfettenden Mittels in der Waschlösung kann bis
zu 3 Gew.-%, bezogen auf die Masse der Waschflüssigkeit, betragen.
[0018] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens,
erfolgt die Reinigung der Walze in vier Schritten. Dabei werden vier Reinigungsflüssigkeiten
eingesetzt, nämlich die erste Waschflüssigkeit, anschließend die zweite Waschflüssigkeit,
dann eine Behandlung mit Wasser als dritter Waschflüssigkeit und zuletzt die Behandlung
mit einem Alkanol oder einem Alkanol/Wassergemisch als vierter Waschflüssigkeit. Bevorzugt
erfolgen diese vier Waschritte unmittelbar aufeinander folgend. Folglich werden bevorzugt
folgende Verfahrensmaßnahmen nacheinander durchgeführt:
- Reinigen der Walze mit der ersten Alkalimetallhydroxid und Entfettungsmittel enthaltenden
Waschflüssigkeit,
- Reinigen Walze mit der zweiten Alkalihydroxid enthaltenden Waschflüssigkeit,
- Spülen der Walze mit entsalztem Wasser und
- Reinigen der Walze mit einem Alkanol oder einem Alkanol/Wassergemisch und Trocknen
der Walze.
[0019] Das alkalische Reinigungsverfahren kann zur Reinigung von Walzen eingesetzt werden,
mit denen Aluminiumbänder oder Stahlbänder bearbeitet worden sind. Dieses alkalische
Walzenreinigungsverfahren ist für Stahlwalzen vorteilhaft, weil die Walzenoberfläche
durch Alkali passiviert wird.
[0020] Gemäß einer alternativen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Walzenreinigungsverfahrens
ist die Waschflüssigkeit eine mineralsaure oder carbonsäuresaure
[0021] Waschflüssigkeit. Eine oder mehrere saure Waschflüssigkeiten können eingesetzt werden
bei der Reinigung von Walzen zur Stahlbandbearbeitung einschließlich Bändern aus hoch-
und niedrig legierten Stählen sowie zur Bearbeitung von Bändern aus Kupfer, Titan
oder Magnesium oder Legierungen dieser Metalle.
[0022] Als Mineralsäuren können in der sauren Waschflüssigkeit vorzugsweise Salpetersäure
und Schwefelsäure verwendet werden. Als Carbonsäure werden vorzugsweise Ameisensäure
und Essigsäure verwendet. Wie in dem alkalischen Reinigungsverfahren kann zunächst
eine erste saure und anschließend eine zweite saure Waschflüssigkeit eingesetzt werden.
Die erste saure Waschflüssigkeit kann eine höhere Säurekonzentration als die zweite
saure Waschflüssigkeit aufweisen. So kann die Konzentration an Säure in der ersten
sauren Waschflüssigkeit beispielsweise 2 bis 4 Gew.-%, bezogen auf die Masse der ersten
sauren Waschflüssigkeit, betragen. Die Konzentration an Säure in der zweiten sauren
Waschflüssigkeit kann beispielsweise 0,3 bis 1 Gew.-%, bezogen auf die Masse der zweiten
sauren Waschflüssigkeit, betragen. Die sauren Waschflüssigkeiten können dieselben
Additive in derselben Menge enthalten wie in der ersten und zweiten Waschflüssigkeit
im alkalischen Walzenreinigungsverfahren. Die dritte und die vierte Waschflüssigkeit
im sauren Walzenreinigungsverfahren ist jeweils die gleiche wie im alkalischen Walzenreinigungsverfahren.
[0023] So kann das saure Walzenreinigungsverfahren vorzugsweise wie folgt durchgeführt werden:
- Reinigen der Walze mit der ersten Mineral- oder Carbonsäure und Entfettungsmittel
enthaltenden sauren Waschflüssigkeit,
- Reinigen Walze mit der zweiten sauren Mineral- oder Carbonsäure enthaltenden Waschflüssigkeit,
- Spülen der Walze mit entsalztem Wasser und
- Reinigen der Walze mit einem Alkanol oder einem Alkanol/Wassergemisch und Trocknen
der Walze.
[0024] Die erste und zweite Waschflüssigkeit bzw. die erste und zweite saure Waschflüssigkeit
lösen den Abrieb oder sonstige Reaktionsprodukte aus dem Fertigungsprozess auf der
Walzenoberfläche. Das Walzenmaterial wird im Wesentlichen nicht angegriffen bzw. nicht
beeinträchtigt. Die erfindungsgemäß eingesetzten ersten und zweiten Waschflüssigkeiten
sind vorzugsweise Waschlösungen.
[0025] Die Reinigung der Walzen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren kann grundsätzlich
von Hand erfolgen. So können die Waschlösungen von Hand, mit einem Lappen, einer Lackierrolle
oder einem anderen geeigneten Gerät auf die Walzenoberfläche aufgebracht oder aufgesprüht
werden. Während der Reinigung kann die zu reinigende Walze maschinell oder von Hand
gedreht werden. Alternativ kann die Walze auch in einem Becken mit Waschlösung teilweise
oder vollständig eingetaucht sein und dabei gedreht werden. Vorzugsweise ist die Walze
nur teilweise in ein Becken eingetaucht, so dass nur ein Teil der Walzenoberfläche
in die Waschflüssigkeit eingetaucht ist. Eine oder mehrere zylinderförmige Bürsten,
gummierte Andruckwalzen, Vliesstoffwalzen oder Düsenbalken können die Reinigung der
Walzenoberfläche intensivieren. Diese können auch in Kombination eingesetzt werden.
[0026] Die Vorrichtung gemäß der zweiten Lehre der Erfindung weist ein Waschgestell auf,
das zum Positionieren einer zu reinigenden Walze eingerichtet ist. Das Waschgestell
ist vorzugsweise dafür eingerichtet, die Walze entlang ihrer eigenen Achse drehbar
zu lagern. Die Walze kann auch über das Waschgestell relativ zur Vorrichtung positionierbar
sein, beispielsweise kann die Walze in der Höhe verstellbar und/oder schwenkbar im
Waschgestell abgelegt sein. Insbesondere wird die Walze an den Lagerabschnitten positioniert
bzw. gelagert, an welchen die Walze auch beim Einsatz in der Metallbearbeitung gelagert
wird. Adapter zur Positionierung von verschiedenen Walzentypen können vorgesehen sein.
Die Walzen können mit der eigenen Lagerung aus dem Produktionsprozess, den sogenannten
Baustücken, eingesetzt werden. Das hat den Vorteil, dass die Zeit für das Abziehen
und das erneute Aufziehen der Baustücke eingespart werden kann. Es kann aber auch
das Waschgestell mit eigenen Lagerungen für die Walzen versehen sein.
[0027] Das Mittel zum Aufbringen mindestens einer Waschlösung der Vorrichtung gemäß der
zweiten Lehre der Erfindung ist insbesondere zum Berieseln und/oder Besprühen der
Walzenoberfläche mit einer Waschlösung eingerichtet. Das Mittel zum Aufbringen mindestens
einer Waschflüssigkeit kann auch mindestens eine Waschlösung selbst umfassen, insbesondere
eine wässrige Alkalimetallhydroxid- oder Erdalkalimetallhydroxid-Waschlösung. Eine
oder mehrere Waschflüssigkeiten können in Behältern bereitgestellt sein. Zu weiteren
möglichen Zusammensetzungen einer oder mehrerer Waschflüssigkeiten wird auf die obigen
Ausführungen zum Verfahren verwiesen.
[0028] In einer Ausgestaltung der Vorrichtung weist das Mittel zum Aufbringen mindestens
einer Waschlösung mindestens eine Düse und/oder mindestens eine Schöpfwalze auf. Eine
Düse kann zum Besprühen der Walzenoberfläche eingerichtet sein, wobei insbesondere
die Walze drehbar gelagert ist, so dass durch eine Rotation der Walze der Umfang der
Walzenoberfläche besprüht werden kann. Es können mehrere Düsen in Richtung der Achse
der Walze angeordnet werden, damit die Walzenoberfläche entlang der Achse über die
Düsen möglichst gleichmäßig mit einer Waschlösung beaufschlagt wird. Alternativ oder
zusätzlich können eine oder mehrere Düsen entlang der Walzenachse verfahrbar angeordnet
sein. Die Vorrichtung kann mindestens eine Pumpe aufweisen, um die Düse mit Druck
zu beaufschlagen.
[0029] Eine Schöpfwalze kann insbesondere dafür eingerichtet sein, über Kontakt zwischen
Schöpfwalze und Walzenoberfläche eine Waschlösung auf die Walzenoberfläche aufzubringen.
Vorzugsweise sind Walze und Schöpfwalze derart zueinander angeordnet, dass Walze und
Schöpfwalze aufeinander abrollen können. Über eine Rotation von Walze und Schöpfwalze
kann somit die Walzenoberfläche entlang des Umfangs mit einer Waschlösung beaufschlagt
werden. Hierfür sind insbesondere Mittel vorgesehen, welche eine Walze im Waschgestell
und/oder eine Schöpfwalze antreiben bzw. rotieren können, beispielsweise mindestens
ein Elektromotor zur Rotation der Walze und/oder der Schöpfwalze.
[0030] Eine Schöpfwalze kann über einen Federdruckmechanismus , hydraulisch oder pneumatisch
gelagert sein, so dass die Schöpfwalze mit einem definierten, insbesondere einem einstellbaren
Druck mit der Walzenoberfläche in Kontakt gebracht wird. Eine Schöpfwalze kann zusätzlich
zum Beaufschlagen mit einer Waschlösung auch eine mechanische Einwirkung auf die Walzenoberfläche
bereitstellen, etwa eine Bürstenwirkung zur Unterstützung der Reinigung. Die Oberfläche
der Schöpfwalze kann ein Material aufweisen, welches das Beaufschlagen mit einer Waschlösung
und/oder die mechanische Einwirkung verbessert. Vorzugsweise ist eine Schöpf-Vlies-Walze
vorgesehen, wobei ein Vliesgewebe an der Oberfläche der Schöpfwalze angeordnet ist.
Das Vliesgewebe kann sowohl die Aufnahme einer Waschlösung durch die Schöpfwalze erleichtern
als auch mit einer Bürstenwirkung auf die Walzenoberfläche einwirken. Alternativ oder
zusätzlich kann eine Gummibeschichtung der Oberfläche der Schöpfwalze vorgesehen sein.
[0031] Eine Schöpfwalze wird insbesondere in Kombination mit einem Flüssigkeitsbehälter
bzw. Becken verwendet, wobei das Becken unterhalb der Walze angeordnet werden kann.
Das Becken kann somit die gebrauchte Waschlösung sammeln, wobei insbesondere Mittel
zur Rückführung der gebrauchten Waschlösung vorgesehen sind. Die gebrauchte Waschlösung
kann hierbei zum Behälter und/oder zum Mittel zum Aufbringen mindestens einer Waschlösung
zur weiteren Verwendung zurückgeführt werden.
[0032] In einer Ausgestaltung der Vorrichtung ist eine Schöpfwalze mit einem Becken vorgesehen,
wobei die Schöpfwalze so angeordnet werden kann, dass die Schöpfwalze gleichzeitig
in Kontakt zu einer Waschlösung im Becken und zur Walzenoberfläche steht, so dass
die Schöpfwalze die Walzenoberfläche mit der Waschlösung aus dem Becken über ein Schöpfen
beaufschlagt.
[0033] In einer bevorzugten Ausgestaltung weist die Vorrichtung mindestens eine Kombination
einer Schöpfwalze und einer Düse auf. Die Düse kann insbesondere der Beaufschlagung
mit einer Waschlösung dienen, wobei die Schöpfwalze die Reinigungswirkung verstärkt
und insbesondere ein Schöpfen der Waschflüssigkeit aus einem Becken ermöglicht. Die
Düse kann dafür eingerichtet sein, die Walzenoberfläche und/oder die Schöpfwalze mit
der Waschlösung zu besprühen. Vorzugsweise ist die Düse dafür eingerichtet, die Waschlösung
in dem Kontaktbereich von Walzenoberfläche und Schöpfwalze aufzusprühen.
[0034] Wie bereits beschrieben können Walze und Schöpfwalze derart zueinander angeordnet
sein, dass Walze und Schöpfwalze aufeinander abrollen können. Beispielsweise wird
die Walze rotiert, wobei die Schöpfwalze durch den Kontakt zur Walzenoberfläche mitläuft
oder die Schöpfwalze wird rotiert, wobei die Walze mitläuft. In einer Ausgestaltung
ist eine Bremse der Drehbewegung der Walze und/oder der Schöpfwalze vorgesehen, so
dass die Drehgeschwindigkeiten von Walze und Arbeitswalzen relativ zueinander verschieden
sind, wobei ein Schlupf zwischen der Walzenoberfläche und der Oberfläche der Schöpfwalze
entsteht. Hierdurch kann die Reinigung weiter verbessert werden und insbesondere eine
mechanische Einwirkung der Schöpfwalze, etwa eine Bürstenwirkung, verstärkt werden.
Alternativ oder zusätzlich können auch sowohl Walze und Schöpfwalze derart angetrieben
werden, dass ein Schlupf entsteht.
[0035] Mehrere Behälter für Waschlösungen sind gemäß einer Ausgestaltung vorgesehen, welche
insbesondere verschiedene Waschlösungen bzw. Waschflüssigkeiten bereitstellen. Hierdurch
wird ermöglicht, dass - wie zum Verfahren beschrieben - mehrere Reinigungsschritte
mit verschiedenen Waschlösungen bzw. Waschflüssigkeiten durchgeführt werden. Verschiedene
Waschflüssigkeiten können hierbei jeweils durch ein zugeordnetes Mittel zum Aufbringen
der Waschflüssigkeit aufgebracht werden. Insbesondere werden verschiedene Waschflüssigkeiten
jedoch über gemeinsame Mittel zum Aufbringen aufgebracht. Die Behälter können über
eine Ventileinrichtung mit dem Mittel zum Aufbringen mindestens einer Waschlösung
verbunden sein, wobei über die Ventileinrichtung gesteuert wird, welche Waschflüssigkeit
dem Mittel zum Aufbringen zugeführt wird.
[0036] Die Vorrichtung kann dadurch weitergebildet werden, dass mindestens ein Mittel zum
Entfernen einer Waschflüssigkeit von der Walzenoberfläche vorgesehen ist. Die Vorrichtung
kann beispielsweise Mittel zum Spülen, insbesondere zum Aufbringen von Wasser, Alkanol
oder einem Alkanol/Wassergemisch umfassen und/oder das Mittel zum Aufbringen mindestens
einer Waschlösung dafür eingerichtet sein, Wasser, Alkanol oder ein Alkanol/Wassergemisch
auf die Walzenoberfläche aufzubringen. Beispielsweise sind ein Wasserbehälter und/oder
Zuleitungen zu einer Wasserversorgung vorgesehen, welche insbesondere mit mindestens
einer Düse verbunden sind. Das bereitgestellte Wasser ist vorzugsweise VE-Wasser.
Mindestens ein Abstreifer kann vorgesehen sein, welcher in Kontakt zu Walzenoberfläche
gebracht werden kann, so dass eine Verringerung von Flüssigkeit (Waschflüssigkeit/Wasser)
auf der Walzenoberfläche bewirkt wird.
[0037] In einer weiteren Ausgestaltung der Vorrichtung ist mindestens ein Mittel zum Trocknen
der Walzenoberfläche vorgesehen. Hiermit kann die Durchführung der Reinigung beschleunigt
werden. Als Mittel zum Trocknen der Walzenoberfläche ist beispielsweise ein Luftgebläse
und/oder ein Heizmittel vorgesehen.
[0038] Die Vorrichtung kann dafür eingerichtet sein, die Reinigung automatisch vorzunehmen.
Eine Steuereinrichtung kann vorgesehen sein, welche dafür eingerichtet ist, ein Verfahren
gemäß der ersten Lehre durchzuführen und/oder zu steuern. Die Steuereinrichtung kann
beispielsweise veranlassen, dass bestimmte Waschlösungen für vorgegebene Zeiten (insbesondere
in einer bestimmten Abfolge) auf die Walzenoberfläche einwirken. Vorgefertigte Reinigungsprogramme
können für die Steuereinheit hinterlegt sein. Die Steuereinheit regelt und/oder überwacht
beispielsweise Rotationsgeschwindigkeit der Walze/Schöpfwalze, Sprühdruck der Waschflüssigkeit
und/oder Gegendruckkraft der Schöpfwalze. Die Steuereinheit kann auch ein Entfernen
der Waschlösung und/oder ein Trocknen der Walzenoberfläche veranlassen. Insbesondere
ist mindestens eine Sensoreinrichtung vorgesehen, welche mit der Steuereinrichtung
kommunizieren kann, beispielsweise ein Temperatursensor und/oder ein Füllstandsensor
in einem Becken für die Waschflüssigkeit. Die Steuereinheit kann dafür eingerichtet
sein, eine Niveauregelung des Füllstands in einem Becken vorzunehmen.
Fig. 1 zeigt schematische beispielhaft eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens in Seitenansicht mit zu reinigender Walze.
Fig. 2 zeigt eine Frontalansicht einer beispielhaften Vorrichtung mit Walze.
[0039] Ferner kann die Reinigung der Walze maschinell in einem dezidierten Walzenwaschplatz
durchgeführt werden. Dabei kann die Walze unter ständigem Drehen vollautomatisch nacheinander
mit den Waschlösungen berieselt und/oder besprüht werden. Rotationsgeschwindigkeit
der Walze, Sprühdruck der Waschlösung, Gegendruckkraft einer Schöpf-Flies-Walze und
Einwirkdauer der Waschlösung können variiert werden und in vorgefertigten Reinigungsprogrammen
abgespeichert werden, so dass der Waschvorgang auch automatisiert durchgeführt werden
kann. Die Behandlungsflüssigkeiten können in einer Auffangwanne direkt unter dem Waschplatz
gesammelt oder direkt der Abwasseraufbereitung zugeführt werden.
[0040] Eine beispielhafte Walzenwaschanlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
umfasst ein Waschgestell (10), auf dem die Walze (1) zum Reinigen abgelegt wird. Auf
dem Waschgestell (10) ist die Walze (1) um die eigene Achse drehbar gelagert. Die
Drehung der Walze (1) erfolgt durch einen Antrieb (9). Unter der Walze (1) befindet
sich ein Waschbecken oder Flüssigkeitsauffangbecken (8). Dieses Becken (8) kann mit
der jeweiligen Waschflüssigkeit oder mit Wasser während der Walzenreinigung befüllt
sein und fängt Waschflüssigkeiten während der Reinigung der Walze (1) auf. Eine Schöpf-Vlies-Walze
(14) ist parallel zu der Längsachse der zu reinigenden Walze (1) drehbar angeordnet.
Die Schöpf-Vlies-Walze (14) kann über einen Federdruckmechanismus in Kontakt mit der
zu reinigenden Walze (1) gebracht werden. Durch Schöpf-Flies-Walze (14) kann Waschflüssigkeit
aus der Wanne (8) auf die Walze (1) aufgetragen werden. Sie kann ferner eine Bürstenwirkung
an der Oberfläche der Walze (1) ausüben. Die Schöpf-Flies-Walze (14) und/oder die
Walze (1) ist durch einen Elektromotor in beide Drehrichtungen drehbar, wobei die
Drehgeschwindigkeit auf 20m/min oder eine andere Geschwindigkeit eingestellt werden
kann. Eine Bremse der Drehbewegung der Schöpf-Vlies-Walze (14) ist vorgesehen. Auch
über Düsen (6) kann die zu reinigende Walze (1) mit den jeweiligen Waschflüssigkeiten
beaufschlagt werden. Die Düsen können Waschflüssigkeit direkt auf die Walzenoberfläche
und/oder auf die Schöpf-Flies-Walze (14) sprühen. Die Abstreifer (12) dienen der Verringerung
von Flüssigkeit (Waschflüssigkeit/Wasser) auf der Walzenoberfläche, insbesondere an
den Rändern der zu reinigenden Walze (1), nach einem Waschgang.
[0041] In einem beispielhaften automatisierten erfindungsgemäßen Reinigungsverfahren wird
die zu reinigende Walze (1) auf dem Waschgestell (10) in der Vorrichtung bzw. der
Walzenwaschanlage positioniert. Zum Reinigungsbeginn wird das Ventil MV1 geöffnet
und die Pumpe P1 angestellt. Die zu reinigende Walze wird dabei über den Elektromotor
M1 um die eigene Achse gedreht. Die Walze wird nun mit einem in Vorratsbehälter (4A)
gelagerten komplexierenden Entfettungsmittel in einer stark alkalischen Waschflüssigkeit
(Lösung 1; 2-4 Gew.-% Alkalihydroxid) beaufschlagt und die Walze mit dieser Flüssigkeit
vorgereinigt. Die Schöpf-Flies-Walze (7) übt eine Bürstenwirkung auf die Walze 1 aus
und unterstützt die Reinigung. Die ablaufende Lösung 1 wird im Becken 8 gesammelt.
Die gebrauchte Lösung 1 im Becken (8) wird über das geöffnete Ventil 4.1 in den Flüssigkeitsbehälter
4A zurückgeführt. Nach 30minütiger Reinigung der Walze (1) mit Lösung 1 wird Ventil
4.2 geschlossen. Ist in der Wanne keine Waschlösung mehr vorhanden, wird auch Ventil
4.1 geschlossen. Ventil 4.4 wird geöffnet. Aus dem Behälter 4B fließt eine alkalische
Waschlösung 2 mit einer Alkalihydroxidkonzentration von 0,5 bis 1,0 Gew.-% (Lösung
2), geregelt durch Ventil 4.4, zu den Düsen (6) und wird von dort auf die Walze (1)
zu deren weiterer Reinigung aufgetragen. Auch Waschflüssigkeit 2 enthält ein komplexierendes
Entfettungsmittel. Nach 30 Minuten wird der Zulauf von Lösung 2 zu den Düsen (6) durch
das Ventil 4.4 unterbrochen. Nach Ablauf der gebrauchten Lösung 2 aus dem Becken (8)
in den Flüssigkeitsbehälter 4B wird auch Ventil 4.3 geschlossen. Über das Ventil MV3
wird nun vollentsalztes Wasser zu den Düsen (6) geleitet und von dort zur weiteren
Reinigung auf die Walze (1) gebracht. Auch dieser Reinigungsschritt mit vollentsalztem
Wasser (VE-Wasser - Waschflüssigkeit 3) kann 30 Minuten dauern und wird durch die
Schöpf-Flies-Walze (14) unterstützt. Nach Ablassen des gebrauchten VE-Wassers aus
der Wanne (8) wird die Walze (1) mit Isopropanol (Lösung 4) zur Reinigung als auch
zur Entfernung von Waschwasser gewaschen. Auch dieser Vorgang kann 30 Minuten lang
durchgeführt werden. Isopropanol wird aus der Wanne (8) abgelassen und die Walze (1)
wird anschließend weiter getrocknet. Das kann durch ein Luftgebläse erfolgen.
1. Verfahren zur Reinigung von Walzen, die zur Metallbandbearbeitung eingesetzt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass man die Walzenoberfläche mit einer wässrigen Alkalimetall- oder Erdalkalimetallhydroxid-Waschflüssigkeit
oder einer sauren Waschflüssigkeit reinigt, die Waschflüssigkeit entfernt und die
Walzenoberfläche trocknet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Walzenoberfläche nacheinander mit einer ersten und einer zweiten Waschflüssigkeit
behandelt, wobei die erste Waschflüssigkeit eine höhere Konzentration an Hydroxidionen
aufweist als die zweite Waschflüssigkeit.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Walzenoberfläche nacheinander mit einer ersten sauren und einer zweiten sauren
Waschflüssigkeit behandelt, wobei die erste saure Waschflüssigkeit eine höhere Konzentration
an Mineralsäure oder Carbonsäure aufweist als die zweite saure Waschflüssigkeit.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Waschflüssigkeit eine Konzentration an Alkalimetallhydroxid von 2 bis 4
Gew.-%, bezogen auf die Masse der Waschflüssigkeit, enthält.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Waschlösung eine Konzentration an Alkalimetallhydroxid von 0,3 bis 1 Gew.-%,
bezogen auf die Masse der Waschflüssigkeit, enthält.
6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste saure Waschflüssigkeit eine Konzentration an Mineral- oder Carbonsäure
von 2 bis 4 Gew.-%, bezogen auf die Masse der sauren Waschflüssigkeit, enthält.
7. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite saure Waschflüssigkeit eine Konzentration an Mineral- oder Carbonsäure
von 0,3 bis 1 Gew.-%, bezogen auf die Masse der sauren Waschflüssigkeit, enthält.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder zweite Waschflüssigkeit ein Alkali- oder Erdalkalipolyphosphat
enthält.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder die zweite Waschflüssigkeit und die erste saure und/oder die zweite
saure Waschflüssigkeit ein Entfettungsmittel enthält.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Entfettungsmittel ein komplexierendes Entfettungsmittel ist.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1, 2, 4, 5 und 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass man folgende Verfahrensmaßnahmen an einer zu reinigenden Walze aufeinanderfolgend
durchführt:
- Reinigen der Walze mit der ersten Alkalimetallhydroxid oder Erdalkalimetallhydroxid
und Entfettungsmittel enthaltenden Waschflüssigkeit,
- Reinigen der Walze mit der zweiten Alkalimetallhydroxid oder Erdalkalimetallhydroxid
enthaltenden Waschflüssigkeit, wobei die Konzentration von Alkalimetallhydroxid oder
Erdalkalimetallhydroxid in der ersten Waschflüssigkeit höher ist als in der zweiten
Waschflüssigkeit,
- Spülen der Walze mit entsalztem Wasser als dritter Waschflüssigkeit und
- Reinigen der Walze mit einer vierten Waschflüssigkeit, ein Alkanol oder ein Alkanol/Wassergemisch
enthält, und Trocknen der Walze.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass man die Konzentration an Alkalihydroxid oder Erdalkalihydroxid in der ersten Waschlösung
auf 2 bis 4 Gew.-% und die Konzentration an Alkalihydroxid oder Erdalkalihydroxid
in der zweiten Waschlösung auf 0,3 bis 1 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Masse der
Waschlösung, einstellt.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1, 3, 6, 7 und 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass man folgende Verfahrensmaßnahmen an einer zu reinigenden Walze aufeinanderfolgend
durchführt:
- Reinigen der Walze mit der ersten Mineralsäure oder Carbonsäure und Entfettungsmittel
enthaltenden Waschflüssigkeit,
- Reinigen der Walze mit der zweiten Mineralsäure oder Carbonsäure enthaltenden Waschflüssigkeit,
wobei die Konzentration der Mineralsäure oder der Carbonsäure in der ersten Waschflüssigkeit
höher ist als in der zweiten Waschflüssigkeit,
- Spülen der Walze mit entsalztem Wasser als dritter Waschflüssigkeit und Reinigen
der Walze mit einer vierten Waschflüssigkeit, ein Alkanol oder ein Alkanol/Wassergemisch
enthält, und Trocknen der Walze.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass man die Reinigung der Walze im Walzenstuhl der Produktionsanlage durch aufeinanderfolgendes
Besprühen der Walze mit den vier Waschflüssigkeiten vornimmt.
15. Vorrichtung zur Reinigung von Walzen (1), die zur Stahl- und Aluminiumblechbearbeitung
eingesetzt werden, die Vorrichtung umfassend
- ein Waschgestell (10), welches zum Positionieren einer zu reinigenden Walze (1)
eingerichtet ist; und
- mindestens ein Mittel (6, 7, 14) zum Aufbringen mindestens einer Waschflüssigkeit
auf die Walzenoberfläche der zu reinigenden Walze (1).
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel (6, 7, 14) zum Aufbringen mindestens einer Waschflüssigkeit mindestens
eine Düse (6) und/oder mindestens eine Schöpfwalze (7, 14) aufweist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel zum Aufbringen (6, 7, 14) mindestens einer Waschflüssigkeit mindestens
eine Schöpfwalze (7, 14) umfasst, wobei Walze (1) und Schöpfwalze (7, 14) derart zueinander
angeordnet werden können, dass Walze und Schöpfwalze aufeinander abrollen und eine
Bremse der Drehbewegung der Walze (1) und/oder der Schöpfwalze (7, 14) vorgesehen
ist.
18. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Behälter (4A, 4B, 4C) für Waschflüssigkeiten vorgesehen sind, wobei die Behälter
über eine Ventileinrichtung (4.1 - 4.6; MV1, MV2) mit dem Mittel (6, 7, 14) zum Aufbringen
mindestens einer Waschlösung verbunden sind.
19. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Mittel (12) zum Entfernen einer Waschflüssigkeit von der Walzenoberfläche
vorgesehen ist.
20. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 15 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Mittel zum Trocknen der Walzenoberfläche der gereinigten Walze vorgesehen
ist.