[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackungsmaschine, insbesondere für Lebensmittelprodukte,
mit mehreren längs einer Transportrichtung hintereinander angeordneten Arbeitsstationen
zum Herstellen von Mehrlagenpackungen aus einer Unterfolie, einer Oberfolie und wenigstens
einer dazwischen liegenden Mittelfolie, wobei die Unterfolie mit der Mittelfolie eine
untere Produktlage und die Oberfolie mit der oder einer weiteren Mittelfolie eine
obere Produktlage einer jeweiligen Packung einschließt, wobei die Folien jeweils einen
Produktbereich und seitlich neben dem Produktbereich parallel zur Transportrichtung
verlaufende Randbereiche aufweisen.
[0002] Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Herstellen derartiger Mehrlagenpackungen.
[0003] Außerdem betrifft die Erfindung Verwendungen bestimmter Folien in einer derartigen
Verpackungsmaschine und/oder in einem derartigen Verfahren.
[0004] Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Mehrlagenpackung, die durch eine derartige
Verpackungsmaschine hergestellt oder herstellbar ist und/oder die durch ein derartiges
Verfahren erhalten oder erhältlich ist.
[0005] Die Herstellung von Mehrlagenpackungen beispielsweise zum Verpacken von Lebensmittelprodukten
ist grundsätzlich bekannt. In Mehrlagenpackungen liegen wenigstens zwei Produkte übereinander,
wobei jeweils zwei unmittelbar übereinander liegende Produktlagen durch eine Mittelfolie
voneinander getrennt sind. Die Mittelfolien werden auch manchmal als Zwischenfolien
oder - genauso wie die oberste Folie der Packung - als Oberfolien bezeichnet. In der
vorliegenden Offenbarung werden alle zwischen der untersten Folie (der Unterfolie)
und der obersten Folie (der Oberfolie) liegenden Folien jeweils als Mittelfolie bezeichnet.
[0006] In derartigen Packungen kommen Folienbahnen zum Einsatz, die jeweils eine Bahnbreite
aufweisen, auf welche die Verpackungsmaschine abgestimmt sein muss. Die Randbereiche
der Folien werden dazu verwendet, die Folien durch Siegeln miteinander zu verbinden.
Außerdem können die Randbereiche der Folien mit Lochungen versehen werden, über welche
die Produktlagen zugänglich sind, um die Produktlagen zu evakuieren und mit einem
Schutzgas zu befüllen. Ein derartiger Gasaustausch ist in der Praxis häufig bevorzugt,
grundsätzlich aber nicht zwingend. In manchen Anwendungen genügt es, die Produktlagen
vor dem endgültigen Versiegeln lediglich zu evakuieren. Wenn ein Gasaustausch erwünscht
ist, kann das Evakuieren und Begasen nacheinander zum Beispiel über die gleichen Lochungen
erfolgen. Üblicherweise werden allerdings für das Evakuieren und das Begasen verschiedene
Löcher verwendet. Allgemein ist es in der Praxis - insbesondere aus hygienischen Gründen
- also bevorzugt, das Evakuieren und das Begasen auf unterschiedlichen Strömungswegen
durchzuführen, Es ist z.B. möglich, die Produktlagen gleichzeitig über den einen gelochten
Randbereich zu begasen und über den gegenüberliegenden Randbereich zu evakuieren.
Ein aktives Evakuieren kann auch entfallen, wenn Schutzgas über den einen gelochten
Randbereich eingeführt wird und über den gegenüberliegenden gelochten Randbereich
austritt, die betreffende Produktlage also gewissermaßen mit dem Schutzgas gespült
wird.
[0007] Sowohl das Beaufschlagen mit Vakuum und/oder Gas als auch das endgültige Verschließen
der Produktlagen erfolgt in der Praxis meist in einer einzigen Arbeitsstation, die
als Siegelstation bezeichnet wird, da das Verschließen der Produktlagen und damit
das endgültige Verschließen der Mehrlagenpackung durch Versiegeln erfolgt. Diese um
die Produktbereiche umlaufende Endsiegelung, die in der Praxis auch als Siegelnaht
bezeichnet wird, liegt innerhalb der Lochungen der Randbereiche, da die gelochten
Abschnitte der Randbereiche anschließend - üblicherweise in einer sich an die Siegelstation
anschließenden Arbeitsstation - abgetrennt werden. Davor oder danach werden die Packungen
in der Praxis meist noch mit einem Etikett versehen.
[0008] Bei einer typischen Verpackungsmaschine der hier in Rede stehenden Art werden die
die untere Produktlage bildenden Produkte auf den Produktbereich der Unterfolie gelegt,
die der Maschine eingangsseitig zugeführt wird. Stromabwärts der Produktablagestelle
wird die Mittelfolie zugeführt, wodurch die untere Produktlage eingeschlossen wird.
In der Praxis wird häufig die Mittelfolie an der Unterfolie fixiert, um während des
weiteren Transports in der Verpackungsmaschine eine korrekte Relativlage zwischen
Mittelfolie und Unterfolie zu gewährleisten. Dieses Fixieren erfolgt meist durch sogenanntes
Ansiegeln, bei dem die Mittelfolie und die Unterfolie durch Bilden von Siegelpunkten
aneinander geheftet werden. Eine derartige Ansiegelung stellt noch keine gasdichte
Endversiegelung dar, sondern dient - wie erwähnt - lediglich einer Fixierung der beiden
Folien aneinander.
[0009] Anschließend werden die die obere Produktlage bildenden Produkte auf die Mittelfolie
aufgelegt, und zwar an denjenigen Stellen, an denen zuvor die erste Produktlage aufgelegt
wurde. Es können daraufhin noch weitere Produktlagen und Mittelfolien aufgebracht
werden, um Mehrlagenpackungen mit mehr als zwei übereinander liegenden Produktlagen
herzustellen.
[0010] Typischerweise werden derartige Verpackungsmaschinen taktweise betrieben. Dabei werden
in jedem Takt die Folienbahnen jeweils um eine Arbeitslänge in Transportrichtung bewegt,
wobei die Arbeitslänge der in Transportrichtung gemessenen Länge zumindest einer Packung
entspricht. In der Praxis beträgt diese auch als Vorzug oder Formatlänge bezeichnete
Arbeitslänge meistens das n-fache einer Packungslänge, gegebenenfalls zuzüglich Verschnitt
jeweils zwischen zwei unmittelbar aufeinander folgenden Packungen, wobei n die Anzahl
der in Transportrichtung aufeinander folgenden Packungen in einem jeweiligen Format
ist.
[0011] Nach dem Aufbringen der einzigen oberen Produktlage oder der letzten von mehreren
oberen Produktlagen wird die Oberfolie zugeführt, sodass auch die obere bzw. oberste
Produktlage eingeschlossen wird. Die wenigstens drei Folienbahnen mit den eingeschlossenen
Produktlagen gelangen anschließend in die bereits erwähnte Siegelstation, in welcher
die Produktlagen durch die in den Randbereichen der Folien vorhandenen Lochungen hindurch
mit Vakuum und/oder Gas beaufschlagt und endgültig versiegelt werden.
[0012] In Abhängigkeit von dem jeweiligen Arbeitsprinzip der Verpackungsmaschine sind für
die einzelnen Arbeitsschritte entsprechende Arbeitsstationen erforderlich, die in
Transportrichtung hintereinander angeordnet werden müssen. Bereits dann, wenn die
herzustellende Packung lediglich zwei Produktlagen und somit lediglich eine einzige
Mittelfolie aufweist, können die erforderlichen Arbeitsschritte zu einem relativ komplexen
Aufbau der Verpackungsmaschine und insbesondere zu einer vergleichsweise großen Maschinenlänge
führen. Dies erhöht die Kosten und erfordert vergleichsweise viel Platz beim Betreiber
der Verpackungsmaschine.
[0013] Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass häufig zumindest die Unterfolie umgeformt
werden muss, um schalenartige Verpackungsunterteile zu bilden. Hierzu muss die Unterfolie
eine sogenannte Tiefziehstation der Verpackungsmaschine durchlaufen. In manchen Anwendungen
ist es gewünscht, auch die Mittelfolie umzuformen. Dies erhöht die Komplexität und
die Länge der Verarbeitungsmaschine weiter. Der Aufwand vergrößert sich noch weiter,
wenn die Verpackungsmaschine dazu in der Lage sein muss, auch die oder jede Mittelfolie
zu lochen, um den erforderlichen Zugang zu einer betreffenden Produktlage zum Evakuieren
und/oder Begasen zu gewährleisten.
[0014] Bei einer aus
DE 10 2005 048 491 B4 bekannten Verpackungsmaschine ist jede Mittelfolie schmaler als die Unterfolie und
als die Oberfolie, sodass die Lochungen der Unterfolie von der Mittelfolie nicht überlappt
werden. Ein Lochen der Mittelfolien ist hierdurch nicht erforderlich. Allerdings ist
es bei einem solchen Konzept schwierig oder unmöglich, die Mittelfolien an einer jeweiligen
darunterliegenden Folie zu fixieren. Ein vergleichsweise einfaches Ansiegeln, wie
vorstehend erwähnt, ist nicht möglich, da die Mittelfolien jeweils keinen hierfür
ausreichend breiten Randbereich aufweisen. Zudem müssen alle Produktlagen über die
in der Unterfolie ausgebildeten Lochungen evakuiert und/oder begast werden. Eine in
vielen Fällen vorteilhafte individuelle Behandlung der Produktlagen beim Evakuieren
und/oder Begasen, jeweils mit einem direkten Zugang in die betreffende Produktlage,
ist dann nicht möglich.
[0015] Bei einer in
DE 10 2011 010 601 B4 beschriebenen Verpackungsmaschine erfolgt das Evakuieren und/oder Begasen wiederum
ausschließlich über Lochungen der Unterfolie, wobei die Mittelfolien jeweils mit ihren
Randbereichen die Randbereiche und somit die Lochungen der Unterfolie überlappen.
Hierbei wird ein relativ großer Aufwand betrieben, um einen direkten Zugang zu den
einzelnen Produktlagen zu erhalten. Insbesondere werden hier auch die Mittelfolien
gelocht, wobei die dabei entstehenden Öffnungen jeweils mit einer Umsiegelung versehen
werden müssen, um einen gasdichten Durchgang durch die jeweils beteiligten Folien
hindurch zu gewährleisten.
[0016] Auch bei der aus
EP 2 788 259 B1 bekannten Verpackungsmaschine erfolgt das Evakuieren und/oder Begasen durch in der
Unterfolie ausgebildete Öffnungen hindurch. Der Prozess des Versiegelns der einzelnen
Produktlagen wird auf zwei einzelne Siegelstationen aufgeteilt, um die Mittelfolie
umformen zu können. Die Mittelfolie muss mit Lochungen versehen werden, wenn die von
der Mittelfolie und der Oberfolie eingeschlossene Produktlage evakuiert und/oder begast
werden soll. Aufgabe der Erfindung ist es, eine Möglichkeit zu schaffen, Mehrlagenpackungen
so einfach wie möglich herzustellen, wobei insbesondere die hierfür verwendete Verpackungsmaschine
einen möglichst einfachen Aufbau und insbesondere eine möglichst geringe Maschinenlänge
aufweisen soll.
[0017] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt jeweils durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche.
[0018] Bei der erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine ist eine Arbeitsstation eine Siegelstation,
die dazu ausgebildet ist, die Produktlagen durch in den Randbereichen der Oberfolie
und der Unterfolie vorhandene Lochungen hindurch mit Vakuum und/oder Gas zu beaufschlagen
und dann durch Versiegeln der Folien zu verschließen, wobei die Siegelstation ein
mit der Lochung der Oberfolie ausgerichtetes oberes Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug
und ein mit der Lochung der Unterfolie ausgerichtetes unteres Evakuierungs- und/oder
Begasungswerkzeug umfasst, wobei eine weitere Arbeitsstation eine stromaufwärts der
Siegelstation gelegene Ansiegelstation ist, die dazu ausgebildet ist, die Mittelfolie
an die Unterfolie an einer in den Randbereichen gelegenen Ansiegelung anzusiegeln,
und wobei das untere Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug der Siegelstation und
ein zur Herstellung der Ansiegelung dienendes Ansiegelwerkzeug der Ansiegelstation
auf einen gemeinsamen, parallel zur Transportrichtung verlaufenden Arbeitslinie liegen.
[0019] Dass das untere Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug und das Ansiegelwerkzeug
auf einer Arbeitslinie liegen, bedeutet, dass die Verpackungsmaschine dazu ausgebildet
ist, während des Betriebs auf überlappenden Randbereichen von in Transportrichtung
transportierten Folien eine Ansiegelung herzustellen und mit einer Lochung zusammenzuwirken,
wobei die Ansiegelung und die Lochung auf der gleichen Querposition, d.h. auf einer
gemeinsamen, parallel zur Transportrichtung verlaufenden Linie oder innerhalb eines
parallel zur Transportrichtung verlaufenden Streifens liegen, dessen Breite nicht
größer als die Breite der Randbereiche ist.
[0020] Diese Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine schließt eine gemeinsame
oder unabhängige Verstellbarkeit der Werkzeuge quer zur Transportrichtung auch für
andere Anwendungen nicht aus.
[0021] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die Produktlagen durch in den Randbereichen
der Oberfolie und der Unterfolie vorhandene Lochungen hindurch mit Vakuum und/oder
Gas beaufschlagt und dann durch Versiegeln der Folien verschlossen, wobei das Beaufschlagen
mit Vakuum und/oder Gas erfolgt, während der ungelochte Randbereich der Mittelfolie
und die gelochten Randbereiche der Unterfolie und der Oberfolie einander überlappen,
und wobei die untere Produktlage durch die Lochung der Unterfolie und die obere Produktlage
durch die Lochung der Oberfolie hindurch beaufschlagt wird.
[0022] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass der Randbereich der Mittelfolie die Randbereiche
der Unterfolie und der Oberfolie überlappen kann und dabei nicht gelocht zu sein braucht,
wenn die Siegelstation der Verpackungsmaschine dazu ausgebildet ist, die obere Produktlage
durch die Oberfolie hindurch und die untere Produktlage durch die Unterfolie hindurch
zu beaufschlagen. Eine Arbeitsstation zum Lochen der Mittelfolie kann folglich eingespart
werden. Die Verpackungsmaschine kann deshalb um zumindest eine Arbeitslänge und damit
Taktlänge verkürzt werden. Eine weitere Vereinfachung der Verpackungsmaschine ergibt
sich dadurch, dass an den Lochungen der Unterfolie und der Oberfolie keine Umsiegelungen
gebildet werden müssen, da die Lochung der Unterfolie nur Zugang zur unteren Produktlage
und die Lochung der Oberfolie nur Zugang zur oberen Produktlage verschaffen muss.
[0023] Die Fähigkeit der erfindungsgemäßen Siegelstation, die übereinanderliegenden Folien
sowohl von unten als auch von oben zur Evakuierung und/oder Begasung zu beaufschlagen,
erhöht den Aufwand für Konstruktion und Betrieb der Siegelstation und der Verpackungsmaschine
insgesamt allerdings nur scheinbar. Denn das untere Werkzeug und das obere Werkzeug
können jeweils einfacher aufgebaut sein und betrieben werden als bei einer Siegelstation,
die mehrere übereinander liegende Produktlagen von einer einzigen Seite aus beaufschlagen
können muss. Zudem braucht die erfindungsgemäße Siegelstation keine aufwendigen Zusatzmaßnahmen
wie Einrichtungen zur Herstellung von Lochumsiegelungen aufzuweisen, die dann erforderlich
sind, wenn von einer einzigen Seite aus ein direkter Zugang zu den einzelnen Produktlagen
erforderlich ist.
[0024] Das Überlappen der Randbereiche von Unterfolie und Oberfolie durch die ungelochten
Randbereiche der Mittelfolie hat zudem den weiteren Vorteil, dass die Mittelfolie
einfach durch Ansiegeln an die Unterfolie fixiert und so eine korrekte Ausrichtung
von Mittelfolie und Unterfolie relativ zueinander gewährleistet werden kann. Hierdurch
ist es möglich, den Randbereich der Unterfolie sowohl zum Evakuieren und/oder Begasen
der unteren Produktlage als auch zum Ansiegeln der Mittelfolie an die Unterfolie zu
nutzen.
[0025] Dabei brauchen die Randbereiche nur so breit zu sein, wie es entweder für die Lochung
oder die Ansiegelung erforderlich ist, wenn gemäß der erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine
das untere Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug der Siegelstation und das Ansiegelwerkzeug
der Ansiegelstation quer zur Transportrichtung miteinander ausgerichtet sind, d.h.
auf einer gemeinsamen, parallel zur Transportrichtung verlaufenden Arbeitslinie liegen.
Es wurde erkannt, dass die Lochung der Unterfolie und die Ansiegelung derart gebildet
werden können, dass weder der Evakuierungs- und/oder Begasungsvorgang, noch das Herstellen
der Ansiegelung oder die Fixierungsfunktion der Ansiegelung beeinträchtigt werden.
[0026] Dies bedeutet außerdem, dass die Mittelfolie weder breiter noch schmaler sein muss
als die Unterfolie. Vielmehr ergibt sich durch die Erfindung der Vorteil, dass nicht
nur die Mittelfolie und die Unterfolie, sondern alle Folienbahnen zumindes im Wesentlichen
die gleiche Bahnbreite aufweisen können. Für den Betreiber der Verpackungsmaschine
vereinfachen sich hierdurch Beschaffung und Lagerhaltung der einzelnen Folien erheblich.
[0027] Die Erfindung betrifft folglich außerdem die Verwendung einer ungelochten Folie als
Mittelfolie in einer Verpackungsmaschine der hierin offenbarten Art und/oder in einem
Verfahren der hierin offenbarten Art.
[0028] Des Weiteren betrifft die Erfindung außerdem eine Verwendung wenigstens dreier Folien
zumindest im Wesentlichen gleicher Bahnbreite als Unterfolie, Oberfolie und Mittelfolie
in einer Verpackungsmaschine der hierin offenbarten Art und/oder in einem Verfahren
der hierin offenbarten Art.
[0029] Generell sind hierin unter "zumindest im Wesentlichen gleicher Bahnbreite" auch geringfügige
Abweichungen z.B. aufgrund nicht zu vermeidender Herstellungstoleranzen zu verstehen,
die in der Praxis bis zu 2mm und manchmal auch bis zu 5mm betragen können, und zwar
bei einer Nennbahnbreite von typischerweise mehreren 100mm.
[0030] Vorteilhafte Ausführungsformen sowohl der erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine als
auch des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens sind auch in den abhängigen Ansprüchen,
der nachfolgenden Beschreibung sowie den Figuren angegeben.
[0031] Bevorzugt ist vorgesehen, dass bezogen auf eine jeweilige Packung das untere Evakuierungs-
und/oder Begasungswerkzeug und das Ansiegelwerkzeug in Transportrichtung einander
nicht überlappen. Beide Werkzeuge können folglich vergleichsweise kurz, nämlich kürzer
als eine Packungslänge, ausgebildet sein. Dies ermöglicht eine weitere Reduzierung
der Länge der Verpackungsmaschine.
[0032] Eine solche Anordnung der Werkzeuge ist allerdings nicht zwingend. Die Werkzeuge
können auch derart in Transportrichtung relativ zueinander angeordnet sein, dass bezogen
auf eine jeweilige Packung ein Ansiegelbereich und ein Lochungsbereich in Transportrichtung
einander überlappen. Der Ansiegelbereich und der Lochungsbereich können sich dabei
jeweils über die gesamte Packungslänge oder zumindest über einen wesentlichen Teil
der Packungslänge erstrecken. Damit die Lochung und die Ansiegelung einander nicht
beeinträchtigen, kann beispielsweise vorgesehen sein, dass in Transportrichtung abwechselnd
jeweils ein Gasdurchlass der Lochung und eine Ansiegelstelle der Ansiegelung aufeinanderfolgen.
Hierdurch können zumindest im Wesentlichen die gesamte Packungslänge und somit die
gesamten, zudem vergleichsweise schmal ausführbaren Randbereiche von Unterfolie und
Mittelfolie sowohl für die Lochung als auch für die Ansiegelung genutzt werden.
[0033] Bevorzugt ist die Verpackungsmaschine taktweise betreibbar, wobei in einem jeweiligen
Takt die Folien um eine zumindest einer Packungslänge entsprechende Arbeitslänge in
Transportrichtung bewegbar sind.
[0034] Wenn nicht die gesamte Packungslänge sowohl für das Beaufschlagen mit Vakuum und/oder
Gas als auch für das Ansiegeln genutzt werden soll, dann kann vorgesehen sein, dass
bezogen auf eine jeweilige Packung das untere und/oder obere Evakuierungs- und/oder
Begasungswerkzeug einerseits und das Ansiegelwerkzeug andererseits jeweils eine Länge
in Transportrichtung aufweisen, deren Summe kleiner als die Arbeitslänge ist. In der
Praxis sind häufig die Funktionen der Siegelstation, nämlich das Evakuieren und/oder
Begasen einerseits und das endgültige Verschließen durch Versiegeln andererseits in
einem einzigen gemeinsamen Werkzeug vereinigt, d.h. man spricht in diesem Fall nicht
von unterschiedlichen Werkzeugen. In diesem Fall ist unter diesem Ausführungsbeispiel
zu verstehen, dass an dem gemeinsamen Werkzeug ein Evakuierungs- und/oder Begasungsbereich
vorgesehen ist, der sich nicht über die gesamte Arbeitslänge des Werkzeugs erstreckt.
[0035] Des Weiteren kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass auch das obere Evakuierungs-
und/oder Begasungswerkzeug auf der gemeinsamen Arbeitslinie liegt. Der Aufbau der
Siegelstation kann hierdurch weiter vereinfacht werden.
[0036] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass bezogen auf eine jeweilige
Packung das obere Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug und das Ansiegelwerkzeug
in Transportrichtung einander überlappen. Die Trennung von unterer Packungslage und
oberer Packungslage hinsichtlich des Beaufschlagens mit Vakuum und/oder Gas ermöglicht
es folglich, die Position des oberen Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeugs hinsichtlich
des Ansiegelwerkzeugs zum Ansiegeln der Mittelfolie an die Unterfolie in Transportrichtung
variabel zu wählen. Denn die Ansiegelung zwischen Mittelfolie und Unterfolie einerseits
und die Lochung der Oberfolie andererseits beeinflussen einander nicht.
[0037] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das untere Evakuierungs-
und/oder Begasungswerkzeug einerseits und das Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug
andererseits in Transportrichtung einander nicht überlappen. Eine derartige in Transportrichtung
versetzte Anordnung der Werkzeuge kann für bestimmte Anwendungen und/oder im Hinblick
auf einen einfacheren Aufbau und/oder Betrieb der Siegelstation und damit der Verpackungsmaschine
von Vorteil sein.
[0038] Eine Randbereiche der Unterfolie und der Oberfolie überlappende Mittelfolie ist insbesondere
dann von Vorteil, wenn die Produktlagen nicht in geformten Vertiefungen liegen sollen
oder müssen, sondern wenn es ausreichend oder gewünscht ist, die Produkte jeweils
zwischen zwei ungeformten Folienbahnen zu verpacken. Daher kann gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform vorgesehen sein, dass die Verpackungsmaschine keine Tiefzieh- oder
Formstation zur Herstellung von Umformungen in einer oder mehreren der Folien aufweist.
Die Verpackungsmaschine kann hierdurch weiter vereinfacht und verkürzt werden.
[0039] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann vorgesehen sein, dass die untere Produktlage
und die obere Produktlage gleichzeitig mit Vakuum und/oder Gas beaufschlagt werden.
[0040] Vorzugsweise erfolgt das Beaufschlagen mit Vakuum und/oder Gas einerseits und das
Verschließen andererseits in einer eine der Arbeitsstationen bildenden Siegelstation.
[0041] Vorzugsweise wird nach dem Zuführen der Unterfolie und der Mittelfolie der Randbereich
der Mittelfolie an den Randbereich der Unterfolie angesiegelt. Ein Fixieren von Unterfolie
und Mittelfolie aneinander kann grundsätzlich auch auf andere Art und Weise erfolgen.
[0042] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass das Ansiegeln entlang einer parallel
zur Transportrichtung verlaufenden Arbeitslinie erfolgt, auf der zumindest die Lochung
der Unterfolie, bevorzugt auch die Lochung der Oberfolie, liegt.
[0043] Es kann vorgesehen sein, dass in einer jeweiligen Packung das Ansiegeln in einem
Ansiegelbereich erfolgt, der mit einem Lochungsbereich der Unterfolie in Transportrichtung
nicht überlappt.
[0044] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel werden die Unterfolie und die Oberfolie
nicht gleichzeitig und/oder an unterschiedlichen, insbesondere in Transportrichtung
voneinander beabstandeten, Orten der Verpackungsmaschine gelocht. Der Aufbau der Verpackungsmaschine
kann hierdurch flexibler gestaltet werden.
[0045] Vorzugsweise werden die Unterfolie und/oder die Oberfolie beim Zuführen gelocht.
Hierdurch ist es nicht notwendig, eine das Lochen durchführende Arbeitsstation innerhalb
des Maschinenrahmens der Verpackungsmaschine anzuordnen. Vielmehr ist es möglich,
ein Werkzeug zum Lochen der jeweiligen Folie außerhalb des Maschinenrahmens und insbesondere
im Zuführweg der Folie anzuordnen. Ein ohnehin zum Zuführen der jeweiligen Folie zur
Verfügung zu stellender Raum kann so gleichzeitig zum Lochen der Folie genutzt werden.
[0046] Das Lochen der Unterfolie sowie das Lochen der Oberfolie müssen nicht zwingend in
den Betrieb der Verpackungsmaschine integriert werden. Vielmehr ist es erfindungsgemäß
auch möglich, eine vorgelochte Unterfolie und/oder eine vorgelochte Oberfolie zu verwenden,
also Folien, die bereits bei ihrer Herstellung gelocht werden und im bereits gelochten
Zustand vom Betreiber der Verpackungsmaschine eingesetzt werden.
[0047] Es kann vorgesehen sein, dass die Unterfolie und die Oberfolie derart gelocht oder
entsprechend vorgelochte Folien verwendet werden, dass in einer jeweiligen Packung
die Lochungen der Unterfolie und der Oberfolie in Transportrichtung einander nicht
überlappen.
[0048] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass die Lochungen jeweils einen oder mehrere
Gasdurchlässe aufweisen, die jeweils entweder durch Materialwegnahme entstanden sind
oder die ohne Materialwegnahme durch Einschneiden, Schlitzen oder Perforieren des
Materials entstanden sind, bevorzugt zusätzlich durch Ausstellen eines oder mehrerer
Materialabschnitte.
[0049] Insbesondere dann, wenn die Lochungen während des Betriebs der Verpackungsmaschine
erzeugt werden, hat die Bildung der Gasdurchlässe ohne Materialwegnahme den Vorteil,
dass keine störenden Materialschnipsel entstehen.
[0050] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Unterfolie, die Oberfolie und die Mittelfolie
jeweils die gleiche Bahnweite aufweisen.
[0051] Wie bereits vorstehend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Verpackungsmaschine
erwähnt, kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass an keiner der Folien ein Tiefzieh-
oder Formgebungsvorgang zur Herstellung von Umformungen durchgeführt werden kann.
[0052] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass das Beaufschlagen mit Vakuum und/oder
Gas und das Ansiegeln jeweils auf beiden Seiten des Produktbereiches erfolgt, insbesondere
gleichzeitig und/oder auf gleiche Weise.
[0053] Die Verpackungsmaschine kann hierbei bezüglich einer parallel zur Transportrichtung
verlaufenden Mittelachse der Folien und somit der Maschine symmetrisch aufgebaut sein
und/oder betrieben werden.
[0054] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch ein mögliches Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine
in einer Seitenansicht, und
- Fig. 2
- den Aufbau einer erfindungsgemäßen Mehrlagenpackung aus drei Folien, die jeweils mit
noch nicht abgetrennten Randbereichen und der besseren Übersichtlichkeit halber mit
Abstand voneinander dargestellt sind.
[0055] Die in Fig. 1 dargestellte Verpackungsmaschine umfasst einen langgestreckten Maschinenrahmen
35, der sich in einer Transportrichtung T erstreckt, in welche die für die gewünschte
Herstellung von Mehrlagenpackungen verwendeten Folien 11, 13, 15 bewegt werden. Die
Folien 11, 13, 15 liegen jeweils in Form einer Folienbahn vor, die von einer Vorratsrolle
11a, 13a, 15a zugeführt wird.
[0056] Für die Unterfolie 11 ist in grundsätzlich bekannter Weise an beiden Seiten des Maschinenrahmens
35 jeweils eine umlaufende Endlos-Transportkette (nicht dargestellt) vorgesehen, die
am Maschinenrahmen 35 in einer jeweiligen Kettenführung geführt ist und die Unterfolie
11 jeweils an einem Randbereich festhält. Die Unterfolie 11 ist auf diese Weise zwischen
den beiden quer zur Transportrichtung T beabstandeten Transportketten eingespannt.
[0057] Wenn keine vorgelochte Unterfolie 11 verwendet wird, dann schließt sich an die Zuführung
der Unterfolie 11 eine Arbeitsstation 21 an, in welcher die Randbereiche der Unterfolie
11 jeweils mit einer Lochung 31 (Fig. 2) versehen werden. Die Lochungen 31 umfassen
jeweils mehrere, in diesem Ausführungsbeispiel ovale Gasdurchlässe 32, die in einem,
in Transportrichtung T gesehen, vorderen Bereich des jeweiligen Folienrandbereiches
29 ausgebildet sind. Bei den Gasdurchlässen 32 kann es sich jeweils um eine durch
Materialwegnahme, beispielsweise durch Stanzen, hergestellte Öffnung handeln. Alternativ
können die Durchlässe 32 jeweils ohne Materialwegnahme beispielsweise durch Einschneiden
und anschließendes Ausstellen eines jeweiligen, klappenartigen Materialabschnitts
gebildet werden.
[0058] Des Weiteren ist es möglich, an der Arbeitsstation 21 eine Umformung der Unterfolie
11, insbesondere mittels eines Tiefziehvorgangs, durchzuführen, wenn die herzustellenden
Packungen jeweils ein schalenförmiges Unterteil aufweisen sollen.
[0059] Wie auch im Einleitungsteil erwähnt, kann die Arbeitsstation 21 eingespart und dadurch
die Länge der Verpackungsmaschine reduziert werden, wenn eine vorgelochte Unterfolie
11 verwendet und außerdem eine Umformung der Unterfolie nicht benötigt wird.
[0060] Anschließend wird an einer lediglich durch einen Pfeil angedeuteten ersten Produktauflagestation
23 auf die einzelnen Produktbereiche 17 (Fig. 2) der Unterfolie 11 jeweils ein zu
verpackendes Produkt (nicht dargestellt) aufgelegt. Bei dem Produkt kann es sich beispielsweise
um eine Portion aus einer oder mehreren von einem Lebensmittelprodukt, beispielsweise
Wurst, Schinken oder Käse, mittels eines Hochleistungsslicers abgetrennten Produktscheiben
handeln.
[0061] Anschließend wird der Transportstrecke, in welcher die Unterfolie 11 transportiert
wird, von oben eine Mittelfolie 13 zugeführt, welche zumindest im Wesentlichen die
gleiche Bahnbreite B (Fig. 2) aufweist wie die Unterfolie 11. Die Randbereiche 19
der Mittelfolie 13 besitzen jeweils die gleiche Breite wie der entsprechende Randbereich
19 der Unterfolie 11. Die Randbereiche 19 der Mittelfolie 13 sind ungelocht, sodass
die Lochungen 31 der Unterfolie 11 jeweils von dem entsprechenden Randbereich 19 der
Mittelfolie 13 abgedeckt werden, wenn die Mittelfolie 13 auf der Unterfolie 11 liegt.
[0062] Der Bereich zwischen jeweils zwei übereinander liegenden Produktbereichen 17 der
Unterfolie 11 und der Oberfolie 13 enthält das jeweils zuvor aufgelegte Produkt und
wird in der vorliegenden Offenbarung auch als Produktlage bezeichnet. Wenn - wie dargestellt
- die Unterfolie keine durch Umformen hergestellte Vertiefungen aufweist, dann handelt
es sich bei diesen Produktlagen nicht um Kammern oder Fächer mit einem durch die Umformung
bestimmten Aufnahmevolumen, sondern lediglich um zwischen der Unterfolie 11 und der
Oberfolie 13 vorhandene Bereiche, in denen sich ein Produkt befindet. Die seitlichen,
vorderen und hinteren Begrenzungen der Produktlagen sind jeweils durch eine umlaufende
Endsiegelung 37 definiert, auf die nachstehend näher eingegangen wird.
[0063] Nach dem Zuführen der Mittelfolie 13 wird diese an der Unterfolie 11 fixiert. Dies
erfolgt durch Ansiegeln in einer Ansiegelstation 25, in der ein, in Transportrichtung
T gesehen, hinterer Bereich jedes Randbereiches 19 der Mittelfolie 13 an einen entsprechenden
Bereich der Unterfolie 11 angesiegelt wird.
[0064] Das Ansiegeln sowie das endgültige Versiegeln erfolgt jeweils in grundsätzlich bekannter
Weise durch auf ausreichend hohe Temperaturen geheizte Siegelwerkzeuge, welche die
beteiligten Folien lokal zum Schmelzen bringen und folglich miteinander verschmelzen.
In der Praxis ist jede Folie häufig ein Verbund aus einer Mehrzahl von miteinander
verbundenen, übereinander liegenden Einzelfolienlagen, die verschiedene Funktionen
haben und deshalb unterschiedliche Eigenschaften aufweisen und/oder aus unterschiedlichen
Materialien bestehen können. In einem Siegelprozess wird nicht notwendigerweise jede
dieser Einzellagen aufgeschmolzen, sondern zum Beispiel jeweils nur eine äußere Folienlage.
[0065] Die mittels eines Ansiegelwerkzeugs 43 der Ansiegelstation 25 gebildeten Ansiegelungen
33 überlappen die Lochungen 31, d.h. bezogen auf eine jeweilige Packung sind ein mit
der Lochung 31 der Unterfolie 11 zusammenwirkendes unteres Evakuierungs- und/oder
Begasungswerkzeug 41 einer nachfolgend näher erläuterten Siegelstation 29 einerseits
und das Ansiegelwerkzeug 43 der Ansiegelstation 25 andererseits in Transportrichtung
T gegeneinander versetzt angeordnet und jeweils kürzer als eine Packungslänge L (Fig.
2). Im dargestellten Ausführungsbeispiel beträgt die Länge jedes dieser Werkzeuge
43, 41 nur etwa die Hälfte einer Packungslänge L. Folglich braucht die Ansiegelstation
25 nur etwa die halbe Länge einer Packungslänge L aufzuweisen.
[0066] Für die Mittelfolie 13 benötigt die Verpackungsmaschine keine zusätzlichen Transportmittel
und insbesondere keine Transportketten, wie sie für die Unterfolie 11 vorgesehen sind,
da die vorstehend erläuterte Ansiegelung der Mittelfolie 13 an die Unterfolie 11 sowohl
für einen zuverlässigen Transport der Mittelfolie 13 als auch für eine stets korrekte
Ausrichtung der Mittelfolie 13 relativ zur Unterfolie 11 sorgt.
[0067] Stromabwärts der Ansiegelstation 25 ist eine wiederum lediglich durch einen Pfeil
angedeutete zweite Produktauflagestation 27 vorgesehen, an der auf die einzelnen Produktbereiche
17 der Mittelfolie 13 jeweils ein zu verpackendes Produkt aufgelegt wird.
[0068] Zusammen mit der anschließend zugeführten Oberfolie 15 bildet die Mittelfolie 13
somit jeweils zwischen den beiden Produktbereichen 17 eine obere Produktlage, die
das zuvor aufgelegte obere Produkt enthält.
[0069] Wenn keine vorgelochte Oberfolie 15 verwendet wird, ist gemäß Fig. 1 im Zuführweg
der Oberfolie 15 eine Arbeitsstation 28 angeordnet, in welcher in den Randbereichen
19 der Oberfolie 15 jeweils eine Lochung 31 hergestellt wird (Fig. 2). Die Lochungen
31 der Oberfolie 15 können hinsichtlich Größe, Form und Position jeweils identisch
zu den Lochungen 31 der Unterfolie 11 ausgeführt sein. Dies ist aber nicht zwingend.
[0070] Wie Fig. 2 zeigt, sind die Lochungen 31 der Oberfolie 15 - anders als bei der Unterfolie
11 - jeweils in einem, in Transportrichtung T gesehen, hinteren Bereich des jeweiligen
Randbereiches 19 ausgebildet. Die Lochungen 31 der Oberfolie 15 sind folglich, in
Transportrichtung T gesehen, gegenüber den Lochungen 31 der Unterfolie 11 versetzt
angeordnet, wobei sich die Lochungen 31 der Oberfolie 15 nicht mit den Lochungen 31
der Unterfolie 11 überlappen. Die Lochungen 31 der Oberfolie 15 überlappen sich mit
den Ansiegelungen 33 der Mittelfolie 13.
[0071] Der Transport der Oberfolie 15 - genauso wie der Transport der Mittelfolie 13 - erfolgt
letztlich durch die transportierte Unterfolie 11, da stromabwärts alle drei Folien
durch das Versiegeln miteinander verbunden werden.
[0072] Nach dem Zuführen der Oberfolie 15 werden folglich alle drei Folien 11, 13 und 15,
nämlich die Unterfolie 11, die an die Unterfolie 11 angesiegelte Mittelfolie 13 sowie
die zuletzt zugeführte Oberfolie 15 gemeinsam der sich in Transportrichtung T anschließenden
Siegelstation 29 zugeführt. Dabei sind die drei Folien 11, 13 und 15 derart relativ
zueinander ausgerichtet, wie es Fig. 2 in einer der Übersichtlichkeit halber auseinander
gezogenen Darstellung zeigt.
[0073] Insbesondere befinden sich sowohl alle Lochungen 31 und Ansiegelungen 33 der, in
Transportrichtung T gesehen, linken Randbereiche 19 als auch alle Lochungen 31 und
Ansiegelungen 33 der, in Transportrichtung T gesehen, rechten Randbereiche 19 jeweils
auf einer gemeinsamen, parallel zur Transportrichtung T verlaufenden Arbeitslinie
W. In Fig. 2 ist die linke Arbeitslinie W in allen drei Folien 11, 13 und 15 durch
eine gestrichelte Linie angedeutet, während die rechte Arbeitslinie W jeweils durch
eine strichpunktierte Linie angedeutet ist.
[0074] In der Siegelstation 29 werden für jede Packung P die untere Produktlage zwischen
Mittelfolie 13 und Unterfolie 17 sowie die obere Produktlage zwischen Mittelfolie
13 und Oberfolie 15 jeweils gleichzeitig einem Gasaustausch unterzogen, indem jeweils
die Produktlagen zunächst evakuiert und anschließend mit einem Schutzgas beaufschlagt
werden. Eine derartige Behandlung von Produktlagen einer Mehrlagenpackung ist grundsätzlich
bekannt.
[0075] In der erfindungsgemäßen Siegelstation 29 sind die Werkzeuge 41, 45 zum Evakuieren
und Begasen der Produktlagen hinsichtlich ihrer Position quer zur Transportrichtung
T und bezogen auf eine jeweilige Packung P in Transportrichtung T mit den jeweiligen
Gasauslässen 32 der Unterfolie 11 bzw. der Oberfolie 15 ausgerichtet. Bei diesen Werkzeugen
41, 45 kann es sich jeweils um Düsen handeln, die jeweils mit einem der Gasdurchlässe
32 ausgerichtet sind.
[0076] Des Weiteren umfasst die Siegelstation 29 ein nicht dargestelltes Siegelwerkzeug,
welches in grundsätzlich bekannter Weise dazu ausgebildet ist, alle drei Folien 11,
13 und 15 durch Ausbilden einer um die Produktbereiche 17 der Folien umlaufenden Endsiegelung
37 miteinander zu verbinden und hierdurch die untere Produktlage sowie die obere Produktlage
jeweils gasdicht zu verschließen. Die seitlichen Bereiche der Endsiegelung 37 liegen
dabei innerhalb der Randbereiche 19 der Folien 11, 13, 15. Die außerhalb der Endsiegelung
37 liegenden Abschnitte der Randbereiche 19 werden stromabwärts der Siegelstation
29, gegebenenfalls vor oder nach einem Etikettieren der Packungen P, abgetrennt. An
den endgültigen Packungen, wie sie beispielsweise später im Handel erhältlich sind,
sind folglich die Ansiegelungen 33 sowie die Lochungen 31 nicht mehr vorhanden.
[0077] Wie im Einleitungsteil bereits erwähnt, arbeitet die erfindungsgemäße Verpackungsmaschine
taktweise. In jedem Arbeitstakt werden die Folien 11, 13 und 15 gemeinsam um eine
Arbeitslänge in Transportrichtung T bewegt, wobei die Arbeitslänge der Verpackungsmaschine
der eingangs bereits erwähnten Formatlänge, d.h. zumindest einer Packungslänge L,
entspricht.
[0078] Die Verpackungsmaschine kann die Packungen P einspurig oder mehrspurig erzeugen.
Dabei können für jede der parallel nebeneinander in Transportrichtung T verlaufenden
Spuren die Oberfolie 11, die Mittelfolie 13 sowie die Oberfolie 15 jeweils von einer
eigenen Folienbahn gebildet werden. Alternativ können alle Spuren eine gemeinsame
Unterfolie 11, eine gemeinsame Mittelfolie 13 sowie eine gemeinsame Oberfolie 15 aufweisen.
In letzterem Fall sind die Werkzeuge der einzelnen Arbeitsstationen derart ausgebildet,
dass zwischen zwei benachbarten Spuren die den Randbereichen 19 gemäß Fig. 2 entsprechenden
Bereiche mit den Lochungen 31 bzw. Ansiegelungen 33 versehen werden können.
[0079] Um Mehrlagenpackungen mit mehr als zwei Produktlagen zu erzeugen, können nacheinander
mehrere, jeweils ungelochte Mittelfolien zugeführt werden. Hierdurch entsteht folglich
wenigstens eine Produktlage, die weder von der Unterfolie 11 noch von der Oberfolie
15, sondern von zwei ungelochten Mittelfolien begrenzt wird. Ein direkter Zugang zum
Beaufschlagen mit Vakuum und/oder Gas wie bei den anderen Produktlagen ist für diese
Produktlage oder Produktlagen nicht gegeben. Zum einen kann aber in Abhängigkeit von
den jeweiligen Gegebenheiten ein gewisser Gasaustausch auch von der Seite aus zwischen
den aufeinander liegenden Folien hindurch erfolgen. Zum anderen kann diese Produktlage
gegebenenfalls für Produkte genutzt werden, für die ein Gasaustausch nicht unbedingt
erforderlich und generell entbehrlich ist, beispielsweise für Kleinverpackungen von
Zugaben wie z.B. Senf oder trockenen Gewürzen (z.B. Salz und Pfeffer), für Servietten,
Besteck und/oder Zahnstocher oder für Produktinformationen, Werbeflyer, Gewinnspiellose
etc.
Bezugszeichenliste
[0080]
- 11
- Unterfolie
- 11a
- Vorratsrolle
- 13
- Mittelfolie
- 13a
- Vorratsrolle
- 15
- Oberfolie
- 15a
- Vorratsrolle
- 17
- Produktbereich
- 19
- Randbereich
- 21
- Lochungsstation
- 23
- Produktauflagestation
- 25
- Ansiegelstation
- 27
- Produktauflagestation
- 28
- Lochungsstation
- 29
- Siegelstation
- 31
- Lochung
- 32
- Gasdurchlass
- 33
- Ansiegelung
- 34
- Ansiegelstelle
- 35
- Maschinenrahmen
- 37
- Endsiegelung, Siegelnaht
- 41
- unteres Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug
- 43
- Ansiegelwerkzeug
- 45
- oberes Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug
- P
- Packung
- T
- Transportrichtung
- W
- Arbeitslinie
- L
- Packungslänge
- B
- Bahnbreite
1. Verpackungsmaschine, insbesondere für Lebensmittelprodukte, bevorzugt zur Durchführung
eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 9 bis 21, mit mehreren längs einer Transportrichtung
(T) hintereinander angeordneten Arbeitsstationen zum Herstellen von Mehrlagenpackungen
(P) aus einer Unterfolie (11), einer Oberfolie (15) und wenigstens einer dazwischen
liegenden Mittelfolie (13), wobei die Unterfolie (11) mit der Mittelfolie (13) eine
untere Produktlage und die Oberfolie (15) mit der oder einer weiteren Mittelfolie
(13) eine obere Produktlage einer jeweiligen Packung (P) einschließt, wobei die Folien
jeweils einen Produktbereich (17) und seitlich neben dem Produktbereich (17) parallel
zur Transportrichtung (T) verlaufende Randbereiche (19) aufweisen,
wobei eine Arbeitsstation eine Siegelstation (29) ist, die dazu ausgebildet ist, die
Produktlagen durch in den Randbereichen (19) der Oberfolie (15) und der Unterfolie
(11) vorhandene Lochungen (31) hindurch mit Vakuum und/oder Gas zu beaufschlagen und
dann durch Versiegeln der Folien zu verschließen, wobei die Siegelstation (29) ein
mit der Lochung (31) der Oberfolie (15) ausgerichtetes oberes Evakuierungs- und/oder
Begasungswerkzeug (45) und ein mit der Lochung (31) der Unterfolie (11) ausgerichtetes
unteres Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug (41) umfasst, wobei eine weitere
Arbeitsstation eine stromaufwärts der Siegelstation (29) gelegene Ansiegelstation
(25) ist, die dazu ausgebildet ist, die Mittelfolie (13) an die Unterfolie (11) an
einer in den Randbereichen (19) gelegenen Ansiegelung (33) anzusiegeln, und
wobei das untere Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug (41) der Siegelstation (29)
und ein zur Herstellung der Ansiegelung (33) dienendes Ansiegelwerkzeug (43) der Ansiegelstation
(25) auf einer gemeinsamen, parallel zur Transportrichtung (T) verlaufenden Arbeitslinie
(W) liegen.
2. Verpackungsmaschine nach Anspruch 1,
wobei bezogen auf eine jeweilige Packung (P) das untere Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug
(41) und das Ansiegelwerkzeug (43) in Transportrichtung (T) einander nicht überlappen.
3. Verpackungsmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die Verpackungsmaschine taktweise betreibbar ist, wobei in einem jeweiligen
Takt die Folien um eine zumindest einer Packungslänge (L) entsprechende Arbeitslänge
in Transportrichtung (T) bewegbar sind, insbesondere wobei bezogen auf eine jeweilige
Packung (P) das untere und/oder obere Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug (41,
45) einerseits und das Ansiegelwerkzeug (43) andererseits jeweils eine Länge in Transportrichtung
(T) aufweisen, deren Summe kleiner als die Arbeitslänge ist.
4. Verpackungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei auch das obere Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug (45) auf der gemeinsamen
Arbeitslinie (W) liegt.
5. Verpackungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das untere Evakuierungs- und/oder Begasungswerkzeug (41) und das obere Evakuierungs-
und/oder Begasungswerkzeug (45) in Transportrichtung (T) einander nicht überlappen,
und/oder wobei bezogen auf eine jeweilige Packung (P) das obere Evakuierungs- und/oder
Begasungswerkzeug (45) und das Ansiegelwerkzeug (43) in Transportrichtung einander
überlappen.
6. Verfahren zum Herstellen von, insbesondere Lebensmittelprodukte enthaltenden, Mehrlagenpackungen
(P) aus einer Unterfolie (11), einer Oberfolie (15) und wenigstens einer dazwischen
liegenden Mittelfolie (13), insbesondere mittels einer Vorrichtung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Unterfolie (11) mit der Mittelfolie (13) eine untere Produktlage und die
Oberfolie (15) mit der oder einer weiteren Mittelfolie (13) eine obere Produktlage
einer jeweiligen Packung (P) einschließt und wobei die längs einer Transportrichtung
(T) transportierten Folien jeweils einen Produktbereich (17) und seitlich neben dem
Produktbereich (17) parallel zur Transportrichtung (T) verlaufende Randbereiche (19)
aufweisen,
wobei bei dem Verfahren die Produktlagen durch in den Randbereichen (19) der Oberfolie
(15) und der Unterfolie (11) vorhandene Lochungen (31) hindurch mit Vakuum und/oder
Gas beaufschlagt und dann durch Versiegeln der Folien verschlossen werden,
wobei das Beaufschlagen mit Vakuum und/oder Gas erfolgt, während der ungelochte Randbereich
(19) der Mittelfolie (13) und die gelochten Randbereiche (19) der Unterfolie (11)
und der Oberfolie (15) einander überlappen, und
wobei die untere Produktlage durch die Lochung (31) der Unterfolie (11) und die obere
Produktlage durch die Lochung (31) der Oberfolie (15) hindurch beaufschlagt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
wobei die untere Produktlage und die obere Produktlage gleichzeitig mit Vakuum und/oder
Gas beaufschlagt werden, und/oder wobei das Beaufschlagen mit Vakuum und/oder Gas
und das Verschließen in einer eine der Arbeitsstationen bildenden Siegelstation (29)
erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7,
wobei nach dem Zuführen der Unterfolie (11) und der Mittelfolie (13) der Randbereich
(19) der Mittelfolie (13) an den Randbereich (19) der Unterfolie (11) angesiegelt
wird, und/oder wobei das Ansiegeln entlang einer parallel zur Transportrichtung (T)
verlaufenden Arbeitslinie (W) erfolgt, auf der zumindest die Lochung (31) der Unterfolie
(11), bevorzugt auch die Lochung (31) der Oberfolie (15), liegt, und/oder wobei in
einer jeweiligen Packung (P) das Ansiegeln in einem Ansiegelbereich erfolgt, der mit
einem Lochungsbereich der Unterfolie (11) in Transportrichtung (T) nicht überlappt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
wobei die Unterfolie (11) und die Oberfolie (15) nicht gleichzeitig und/oder an unterschiedlichen,
insbesondere in Transportrichtung (T) voneinander beabstandeten, Orten der Verpackungsmaschine
gelocht werden, und/oder wobei die Unterfolie (11) und/oder die Oberfolie (15) beim
Zuführen gelocht werden, oder wobei eine vorgelochte Unterfolie (11) und/oder eine
vorgelochte Oberfolie (15) verwendet werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
wobei die Unterfolie (11) und die Oberfolie (15) derart gelocht oder entsprechend
vorgelochte Folien verwendet werden, dass in einer jeweiligen Packung (P) die Lochungen
(31) der Unterfolie (11) und der Oberfolie (13) in Transportrichtung (T) einander
nicht überlappen.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
wobei die Lochungen (31) jeweils einen oder mehrere Gasdurchlässe (32) aufweisen,
die jeweils entweder durch Materialwegnahme entstanden sind oder die ohne Materialwegnahme
durch Einschneiden, Schlitzen oder Perforieren des Materials entstanden sind, bevorzugt
zusätzlich durch Ausstellen eines oder mehrerer Materialabschnitte.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
wobei die Unterfolie (11), die Oberfolie (15) und die Mittelfolie (13) jeweils zumindest
im Wesentlichen die gleiche Bahnbreite (B) aufweisen.
13. Verwendung einer ungelochten Folie als Mittelfolie (13) in einer Verpackungsmaschine
nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und/oder in einem Verfahren nach einem der Ansprüche
6 bis 12.
14. Verwendung wenigstens dreier Folien zumindest im Wesentlichen gleicher Bahnbreite
als Unterfolie (11), Oberfolie (15) und Mittelfolie (13) in einer Verpackungsmaschine
nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und/oder in einem Verfahren nach einem der Ansprüche
6 bis 12.
15. Mehrlagenpackung,
hergestellt oder herstellbar durch eine Verpackungsmaschine nach einem der Ansprüche
1 bis 5 und/oder erhalten oder erhältlich durch ein Verfahren nach einem der Ansprüche
6 bis 12,
mit einer Unterfolie (11), einer Oberfolie (15) und wenigstens einer dazwischen liegenden
Mittelfolie (13), wobei die Unterfolie (11) mit der Mittelfolie (13) eine untere Produktlage
und die Oberfolie (15) mit der oder einer weiteren Mittelfolie (13) eine obere Produktlage
einschließt.