[0001] Die Erfindung betrifft ein Fugendichtungselement zur Abdichtung einer Fuge zwischen
einem ersten Bauteil und einem zweiten Bauteil einer Baukonstruktion. Die Erfindung
betrifft ferner eine Dichtanordnung zur Abdichtung einer Fuge zwischen zwei Bauteilen
einer Baukonstruktion, mit einem ersten Bauteil, einem zweiten Bauteil und einem gattungsgemäßen
Fugendichtungselement.
[0002] Anschlussfugen entstehen in der Regel, wenn unterschiedliche Bauteile aufeinander
treffen. Anschlussfugen befinden sich üblicherweise im Anschlussbereich von Trockenbauwänden
zur Geschossdecke, zum Fußboden und zu Massivwänden. Durch Gewichtsbelastung und/oder
thermische Einflüsse kann es bei Gebäuden zu einem Senken oder Heben der Decke kommen.
Um Beschädigungen der Trockenbauwand zu vermeiden, wird in diesem Fall die obere Anschlussfuge
als Bewegungsfuge ausgeführt. Als Bewegungsfugen werden daher Fugen zur Unterbrechung
von Bauteilen bezeichnet, um Spannungsrissen vorzubeugen.
[0003] Im Allgemeinen wird auf die Anschlussbauteile ein U-Profil befestigt, welches Teil
des Ständerwerkes ist. Die Gipskartonplatten der Trockenbauwand werden mit einem definierten
Abstand zum Anschlussbauteil angebracht. Üblicherweise erfolgt die Abdichtung des
Systems im Spalt zwischen Gipskartonplatte und Decke. Hierzu wird entweder eine geeignete
Dichtmasse eingebracht oder aber der Spalt mit Mineralwolle gefüllt und an der Oberfläche
mit einer abdichtenden Schicht versehen. In beiden Fällen behindert das in der Fuge
befindliche Material die Bewegung relativ stark, mit der Konsequenz, dass zur Erzielung
einer ausreichenden Bewegungsaufnahme mit verhältnismäßig großen Fugenbreiten gearbeitet
werden muss.
[0004] Insbesondere die Abdichtung des Spalts mit Dichtmasse hat einige Nachteile. Die Anwendung
einer konventionellen Dichtmasse, um eine ausreichende Abdichtung des Spalts zu erreichen,
ist sehr stark von langen Aushärtezeiten geprägt, abhängig von der Aushärtungstemperatur
sowie Dosierung der richtigen Menge. Sie ist besonders arbeitsintensiv und die Abdichtung
neigt im Laufe der Zeit zu Rissbildung bei Überbeanspruchung. Darüber hinaus ist diese
Vorgehensweise fehleranfällig, da der Anwender selber die richtige Menge an Material
dosieren muss, um den Spalt ausreichend abzudichten.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Fugendichtungselement bereitzustellen, das einfach
und sicher anzuwenden ist sowie ohne aufwendige Installation eine gute Abdichtung
gewährleistet. Aufgabe der Erfindung ist es ferner, eine Dichtanordnung bereitzustellen,
die im Brandfall eine sichere Abdichtung einer Fuge zwischen zwei Bauteilen gegen
Rauch- und Feuerdurchtritt gewährleistet.
[0006] Zur Lösung der Aufgabe ist ein Fugendichtungselement zur Abdichtung einer Fuge zwischen
einem ersten Bauteil und einem zweiten Bauteil einer Baukonstruktion vorgesehen. Insbesondere
ist hierbei das erste Bauteil eine Trockenbauwand und das zweite Bauteil eine Wand,
eine Decke oder ein Boden. Das Fugendichtungselement hat ein in Richtung der Längserstreckung
der Fuge verlaufendes Trägerelement mit einem Dichtelement aus einem intumeszierenden
Material. Das Trägerelement hat ein L-Profil, das durch einen ersten Schenkel und
einen zweiten Schenkel gebildet wird, die an einer Kontaktstelle miteinander verbunden
sind. Dabei erstreckt sich der zweite Schenkel auf einer zu einer ersten Seite des
ersten Schenkels entgegengesetzt angeordneten zweiten Seite des ersten Schenkels vom
ersten Schenkel weg. Das Dichtelement ist auf der ersten Seite am ersten Schenkel
befestigt und erstreckt sich in Richtung der Längserstreckung der Fuge. Das bedeutet,
das Dichtelement ist in Form eines Streifens gestaltet. Das Fugendichtungselement
ist dazu vorgesehen, vor der Fuge installiert zu werden. Hierbei liegen die Schenkel
jeweils an einem der beiden im Wesentlichen senkrecht zueinander stehenden Bauteile,
direkt und/oder über das Dichtelement, an, wobei das Dichtelement direkt angrenzend
zur Fuge angeordnet wird. Im Brandfall dehnt sich das intumeszierende Material in
die Fuge aus und verschließt diese sicher gegen Rauch- und Feuerdurchtritt. Um eine
sichere Abdichtung zu gewährleisten, ist eine zusätzliche Abdichtung der Fuge, beispielsweise
mittels Dichtmasse oder Mineralwolle, nicht erforderlich. Das Dichtelement ist hierbei
so dimensioniert, dass es im Brandfall eine sichere Abdichtung der Fuge bereitstellt.
Das bedeutet, das Fugendichtelement ist einfach anzuwenden, da der Anwender nicht
selbst die richtige Menge an Dichtmaterial dosieren muss. Ferner ist die Installation
des Fugendichtelements sehr einfach, da das Fugendichtelement außen vor der Fuge befestigt
wird. Somit kann das Fugendichtungselement auch dazu eingesetzt werden, um die Fugen
bestehender, insbesondere falsch installierter, Wände nachträglich abzudichten bzw.
die vorhandene Dichtung und/oder den vorhandenen Brandschutz zu verbessern.
[0007] Gemäß einer Ausführungsform ist das Dichtelement als Schicht vorgesehen, die die
erste Seite zu mindestens 50%, vorzugsweise zu mindestens 75%, bevorzugt vollständig
bedeckt. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass das Dichtelement die Fuge
vollständig abdeckt und/oder im Brandfall vollständig abdichtet. Ferner ist ein Dichtelement
in Form einer Schicht, insbesondere mit gleichmäßiger Dicke, kostengünstig herstellbar.
[0008] Der Abstand zwischen dem Dichtelement und der Kontaktstelle kann weniger als 5 mm,
vorzugsweise weniger als 3 mm, insbesondere weniger als 1 mm betragen. Hierdurch ist
das Dichtelement nahe des zweiten Schenkels und damit in unmittelbarer Nähe zu dem
Bauteil vorgesehen, an dem der zweite Schenkel zur Abdichtung der Fuge installiert
wird. Somit ist sichergestellt, dass der Großteil der Fuge, die sich zwischen den
beiden Bauteilen erstreckt, von dem Dichtelement bedeckt ist. Dies gewährleistet eine
sichere Abdichtung der Fuge im Brandfall.
[0009] In einer Ausführungsform weist das Dichtelement einen Wulst auf, der sich von der
ersten Seite weg und somit, bei erfindungsgemäßer Installation des Fugendichtelements
vor einer Fuge, in die Fuge erstreckt. Der Wulst stellt zusätzliches Dichtmaterial
bereit, das im Brandfall zur Abdichtung der Fuge bereitsteht, wodurch die Dichteigenschaften
des Fugendichtungselements verbessert sind. Ferner kann der Wulst bei der Installation
des Fugendichtungselements genutzt werden, um das Fugendichtungselement an bzw. in
der Fuge temporär zu halten, bis das Trägerelement, insbesondere an zumindest einem
der beiden Bauteile, dauerhaft fixiert ist.
[0010] In einer weiteren Ausführungsform beträgt der Abstand zwischen dem Wulst und der
Kontaktstelle weniger als 5 mm, vorzugsweise weniger als 3 mm, insbesondere weniger
als 1 mm. Hierdurch ist der Wulst nahe des zweiten Schenkels und damit in unmittelbarer
Nähe zu dem Bauteil vorgesehen, an dem der zweite Schenkel zur Abdichtung der Fuge
installiert wird. Somit ist sichergestellt, dass der Wulst an der Stelle am Fugendichtungselement
vorgesehen ist, der der Fuge gegenüberliegt, so dass sich der Wulst in die Fuge erstreckt,
wenn das Trägerelement vor der Fuge installiert ist.
[0011] Es kann vorgesehen sein, dass das Dichtelement aus einem komprimierbaren, insbesondere
elastischen, Material gebildet ist. Somit passt sich das Dichtelement auch an unebene
Oberflächen an und stellt eine besonders gute Abdichtung der Fuge sicher. Ferner wird
hierdurch auch die Eigenschaft des Fugendichtelements verbessert, die Fuge akustisch
abzudichten. Weist das Dichtelement zudem einen zuvor beschriebenen Wulst auf, so
gewährleistet das komprimierbare, insbesondere elastische, Material, dass der Wulst
auch in Fugen gesteckt werden kann, die schmaler sind als der Wulst dick ist. Des
Weiteren kann durch ein solches Material das Fugendichtelement leichter temporär an
bzw. in der Fuge befestigt werden, bis das Trägerelement dauerhaft fixiert ist.
[0012] Das Dichtelement kann stoffschlüssig mit dem Trägerelement verbunden sein, wodurch
eine feste, sichere und kostengünstige Verbindung sichergestellt werden kann.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist das Fugendichtungselement zumindest einen,
in Richtung der Längserstreckung der Fuge verlaufenden, Befestigungsbereich auf, der
dazu vorgesehen ist, das Fugendichtungselement am ersten Bauteil und/oder am zweiten
Bauteil zu befestigen. Auf diese Weise wird die Montage des Fugendichtungselement
erleichtert und kann in kürzerer Zeit erfolgen.
[0014] Der Befestigungsbereich kann eine Klebeschicht aufweisen, wodurch das Fugendichtungselement
besonders einfach montierbar ist. Die Klebeschicht kann hierbei insbesondere zur temporären
Befestigung vorgesehen sein, bis das Trägerelement, insbesondere an zumindest einem
der ersten und zweiten Bauteile, dauerhaft fixiert ist.
[0015] Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Dichtanordnung zur Abdichtung einer Fuge
zwischen zwei Bauteilen einer Baukonstruktion, mit einem ersten Bauteil, einem zweiten
Bauteil und einem gattungsgemäßen Fugendichtungselement. Das Dichtelement und/oder
der erste Schenkel grenzt hierbei an die Außenseite, das heißt einem Raum zugewandte
Oberfläche, insbesondere nicht der Fuge oder einem Zwischenraum zugewandte Oberfläche,
des ersten Bauteils an und der zweite Schenkel grenzt an die Außenseite des zweiten
Bauteils an. Somit erstreckt sich das Fugendichtungselement vom ersten Bauteil über
die Fuge bis zum zweiten Bauteil und bildet eine Blende für die Fuge. Dabei ist das
Dichtelement zwischen der Fuge und dem Trägerelement oder, insbesondere im Fall dass
das Fugendichtungselement einen in die Fuge hineinragenden Wulst aufweist, zumindest
teilweise in der Fuge angeordnet. Somit ist gewährleistet, dass sich das intumeszierende
Material des Dichtelements im Brandfall in die Fuge ausdehnt und diese sicher gegen
Rauch- und Feuerdurchtritt abdichtet.
[0016] Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in
Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen. In diesen zeigen:
- Figur 1 in einer Schnittansicht eine erfindungsgemäße Dichtanordnung mit einem Fugendichtungselement
gemäß einer erster erfindungsgemäßen Ausführungsform, und
- Figur 2 in einer Schnittansicht eine weitere erfindungsgemäße Dichtanordnung mit einem
Fugendichtungselement gemäß einer zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform.
[0017] In Figur 1 ist ein Ausschnitt einer Baukonstruktion mit einer horizontalen Decke
10 und einer vertikalen Trockenbauwand 12 gezeigt, die über ein U-Anschlussprofil
14 mit der Decke 10 verbunden ist.
[0018] Die Trockenbauwand 12 hat eine erste Außenwand 16 und eine zweite entgegengesetzt
angeordnete Außenwand 18, die jeweils durch eine innere und eine äußere Gipskartonplatte
20, 22 gebildet sind. Die Trockenbauwand 12 umfasst ferner ein innenliegendes Ständerwerk
24, an dem die erste und die zweite Außenwand 16, 18 befestigt sind, sowie einen Dämmstoffkern
26 aus Mineralwolle.
[0019] Zwischen den Außenwänden 16, 18 der Trockenbauwand 12 und der Decke 10 ist jeweils
eine Fuge 28 in Form einer Bewegungsfuge gebildet, die dazu vorgesehen ist eine Relativbewegung
der Trockenbauwand 12 zur Decke 10 zuzulassen und damit Spannungsrissen vorzubeugen.
[0020] Jede Fuge 28 hat eine Höhe H, die dem Abstand zwischen der Decke 10 und der entsprechenden
Außenwand 16, 18 entspricht, sowie eine Tiefe T, die dem Abstand zwischen der Außenseite
30 der äußeren Gipskartonplatte 22 und der Innenseite 32 der inneren Gipskartonplatte
20 entspricht, die an das U-Anschlussprofil 14 angrenzt. Die Fugen 28 erstrecken sich
längs der Trockenbauwand 12 sowie parallel zur Decke 10. Das bedeutet, die Richtung
der Längserstreckung der Fuge 28 steht in der Figur 1 senkrecht zur Zeichenebene.
[0021] Um die Fugen 28 abzudichten, ist vor jeder Fuge 28 ein Fugendichtungselement 40 vorgesehen,
das jeweils zusammen mit der Decke 10 und der äußeren Gipskartonplatte 22 der entsprechenden
Außenwand 16, 18 eine Dichtanordnung 70 bildet.
[0022] Die Fugendichtungselemente 40 sowie die Dichtanordnungen 70 sind auf beiden Seiten
der Trockenbauwand 12 identisch ausgebildet. Die nachfolgenden Erläuterungen, die
auf das der ersten Außenwand 16 zugeordnete Fugendichtungselement 40 und der entsprechenden
Dichtanordnungen 70 gerichtet sind, gelten daher analog für das entgegengesetzt angeordnete,
der zweiten Außenwand 18 zugeordnete Fugendichtungselement 40 und der entsprechenden
Dichtanordnungen 70.
[0023] Das Fugendichtungselement 40 umfasst ein Trägerelement 42 sowie ein Dichtelement
44.
[0024] Das Trägerelement 42 hat ein L- Profil, das durch einen ersten Schenkel 46 und einen
zum ersten Schenkel 46 senkrecht stehenden zweiten Schenkel 48 gebildet ist, und erstreckt
sich in Richtung der Längserstreckung der Fuge 28. Der erste Schenkel 46 und der zweite
Schenkel 48 sind an einer Kontaktstelle 50 miteinander verbunden, die das Knie des
"L" bildet.
[0025] In einer alternativen Ausführungsform kann der von dem ersten und dem zweiten Schenkel
46, 48 eingeschlossene Winkel α von 90° abweichen und beispielsweise zwischen 60°
und 120° betragen. Insbesondere dann, wenn das Fugendichtungselement 40 dazu vorgesehen
ist eine Fuge 28 von zwei Bauteilen Abzudichten, die nicht senkrecht zueinander stehen
und deren Oberflächen einen entsprechenden Winkel einschließen.
[0026] Das Trägerelement 42 besteht aus einem vorzugsweise feuerfesten Material, wie Kunststoff,
Metall oder einem Verbundwerkstoff.
[0027] Das Dichtelement 44 ist in Form einer Schicht 52 auf der ersten Seite 54 des ersten
Schenkels 46 angebracht, die der Fuge 28 gegenüberliegt und die entgegengesetzt zu
der zweiten Seite 56 des ersten Schenkels 46 angeordnet ist, die zusammen mit dem
zweiten Schenkel 48 den Winkel α einschließt. Hierbei ist das Dichtelement 44 am ersten
Schenkel 46 angespritzt und damit stoffschlüssig fest mit dem Trägerelement 42 verbunden.
In einer alternativen Ausführungsform kann das Dichtelement 44 mit dem Trägerelement
42 verklebt sein.
[0028] Die Schicht 52 erstreckt sich in Längserstreckung der Fuge 28 und bedeckt die erste
Seite 54 vollständig. Alternativ kann die Schicht 52 die erste Seite 54 teilweise
bedecken, beispielsweise zu mindestens 50 % oder mindestens 75 %, wobei sich die Schicht
52 in Längserstreckung der Fuge 28 vorzugsweise ununterbrochen erstreckt, um über
die gesamte Länge der Fuge 28 intumeszierendes Material bereitzustellen. Zusätzlich
oder alternativ kann das Dichtelement 44 über die erste Seite 54 hinausragen, insbesondere
an der Kontaktstelle 50.
[0029] In der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform erstreckt sich die Schicht 52 bis zur
Kontaktstelle 50, so dass der Abstand a (siehe auch Figur 2) des Dichtelements 44
zur Kontaktstelle 50 null beträgt. In einer alternativen Ausführungsform kann das
Dichtelement 44 zur Kontaktstelle 50 beabstandet vorgesehen sein. Vorzugsweise beträgt
der Abstand a zur Kontaktstelle 50 weniger als 5 mm, insbesondere weniger als 3 mm,
bevorzugt weniger als 1 mm.
[0030] Das Dichtelement 44 besteht aus einem intumeszierenden Material, beispielsweise einem
blähgrafithaltigen Acrylatpolymer. Alternativ kann das Dichtelement aus einem beliebigen
intumeszierenden Material gebildet sein.
[0031] Das intumeszierende Material, aus dem das Dichtelement 44 gebildet ist, ist komprimierbar
sowie elastisch.
[0032] Das Fugendichtungselement 40 ist derart vor der Fuge 28 angeordnet, dass das Dichtelement
44 an der Außenseite 30 der äußeren Gipskartonplatte 22 und der zweite Schenkel 48
an der Decke 10 anliegt. Hierbei erstreckt sich der erste Schenkel 46 parallel zur
Außenseite 30 und der zweite Schenkel 48 parallel zur Außenseite 57 der Decke 10.
Somit erstreckt sich das Dichtelemente 44 von der äußeren Gipskartonplatte 22 über
die Fuge 28 bis zur Decke 10.
[0033] Das Fugendichtungselement 40 ist mittels Schrauben 58 fest an der Decke 10 fixiert.
Hierzu weist der zweite Schenkel 48 einen in Richtung der Längserstreckung des Trägerelements
42 verlaufenden Befestigungsbereich 60 in Form von Durchgangslöchern auf, durch die
sich die Schrauben 58 erstrecken. In einer alternativen Ausführungsform können zusätzlich
oder alternativ zu Schrauben andere Befestigungsmittel zur Befestigung des Fugendichtungselements
40 vorgesehen sein. Zusätzlich oder alternativ kann am ersten Schenkel 46 ein entsprechender
Befestigungsbereich 60 zur Befestigung des Fugendichtungselement 40 an der Trockenbauwand
12 vorgesehen sein.
[0034] In einer weiteren Ausführungsform kann das Fugendichtungselement 40 eine Klebeschicht
umfassen, die insbesondere auf der der Decke 10 zugewandten Seite des zweiten Schenkels
48 und/oder auf der der Trockenbauwand 12 zugewandten Seite des ersten Schenkels 46
bzw. des Dichtelements 44 vorgesehen ist, um das Fugendichtungselement 40 an der Decke
10 und/oder an der Trockenbauwand 12 zumindest temporär zu befestigen.
[0035] Vorzugsweise ist das Fugendichtungselement 40 mit Befestigungsmitteln, wie Schrauben,
Niete oder Nägeln, die eine feste Verbindung auch beim Wirken großer Kräfte gewährleisten,
an der Decke 10 und/oder an der Trockenbauwand 12 befestigt, um eine sichere Befestigung
des Fugendichtungselements 40 im Brandfall sowie insbesondere bei der Expansion des
intumeszierenden Materials zu gewährleisten.
[0036] Die Schicht 52 hat in der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform eine Dicke D, die
konstant über die gesamte Länge des ersten Schenkel 46 sowie insbesondere über die
gesamte Seite 54, d.h. auch in Richtung der Längserstreckung der Fuge 28 bzw. des
Trägerelements 42, konstant ist.
[0037] Anhand der Figur 2 wird nun ein Fugendichtungselement 40 sowie eine Dichtanordnung
70 gemäß einer zweiten Ausführungsform beschrieben, bei der das Dichtelement 44 einen
Wulst 62 aufweist. Für die Bauteile bzw. Elemente, die von der obigen Ausführungsform
bekannt sind, werden dieselben Bezugszeichen verwendet und es wird insoweit auf die
vorangegangenen Erläuterungen verwiesen.
[0038] Der Wulst 62 erstreckt sich senkrecht von der ersten Seite 54 weg und hat näherungsweise
ein Rechteckprofil mit einer Breite B und einer Höhe A. Die Höhe A des Wulstes 62
entspricht hierbei der Höhe H der Fuge 28 und die Breite B des Wulstes 62 entspricht
der Tiefe T der Fuge 28 plus der Dicke D der Schicht 52. Das bedeutet, der Wulst 62
erstreckt sich von dem Trägerelement 42 bis zum U-Anschlussprofil 14.
[0039] In Richtung der Längserstreckung des Trägerelements 42 erstreckt sich der Wulst 62
über das gesamte Dichtelement 44.
[0040] Der Wulst 62 hat einen Abstand a zur Kontaktstelle 50 von 1 mm. Alternativ kann der
Abstand a zwischen dem Wulst 62 und der Kontaktstelle 50 beliebig groß sein, vorzugsweise
ist der Abstand a jedoch kleiner als 5 mm, vorzugsweise kleiner als 3 mm, insbesondere
kleiner als 1 mm. Der Wulst 62 kann ebenfalls direkt an die Kontaktstelle 50 angrenzen,
so dass der Abstand a null beträgt.
[0041] In einer alternativen Ausführungsform kann der Wulst 62 eine beliebige Geometrie,
d.h. Form und Größe, haben. Insbesondere kann der Wulst 62 ein Rundprofil, Ovalprofil,
Keilprofil oder Mehreckprofil, insbesondere Rechteckprofil, Quadratprofil oder Parallelogrammprofil
aufweisen.
[0042] In der in Figur 2 dargestellten Ausführungsform unterbricht der Wulst 62 die Schicht
52. Alternativ kann der Wulst 62 auf der Schicht 52 oder als Teil der Schicht 52 vorgesehen
sein.
[0043] In einer weiteren alternativen Ausführungsform kann das Dichtelement 44 ausschließlich
durch den Wulst 62 gebildet sein. Das bedeutet, dass das Dichtelement 44 keine Schicht
52 aufweist bzw. dass die Schicht 52 den Wulst 62 bildet.
[0044] Der Wulst 62 ist aus demselben intumeszierenden Material wie die Schicht 52 gebildet,
d.h. der Wulst 62 ist komprimierbar und elastisch. Alternativ können der Wulst 62
und die Schicht 52 aus Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften gebildet sein,
beispielsweise ist der Wulst 62 komprimierbaren und elastisch, während dies auf die
Schicht 52 nicht zutrifft.
[0045] In einer Ausführungsform in der der Wulst 62 aus einem komprimierbaren Material gebildet
ist, kann zumindest eine Abmessung des Wulstes 62 größer als die entsprechende Abmessung
der Fuge 28 sein, für die das Fugendichtungselement 40 vorgesehen ist. Hierbei passt
sich die Form des Wulstes 62 an die Form der Fuge 28 beim Einsetzen des Wulstes 62
in die Fuge an.
[0046] Insbesondere wenn der Wulst 62 elastisch ist, bildet der Wulst 62 und die Fuge 28
in diesem Fall eine Presspassung, wodurch das Fugendichtungselement 40 in der Fuge
28 gehalten und die Montage des Fugendichtungselements 40 erleichtert wird.
[0047] In allen Ausführungsformen dichtet das Fugendichtungselement 40 die Fuge 28 im Brandfall
ab, indem das vor und/oder in der Fuge 28 angeordnete Dichtelement 44 aus intumeszierendem
Material expandiert. Hierbei stellt das Trägerelement 42 sicher, dass sich das Material
in die Fuge 28 ausdehnt und diese dicht gegen Rauch- und Feuerdurchtritt verschließt.
[0048] Auf diese Weise wird ein Fugendichtungselement 40 bereitgestellt, das einfach und
sicher anzuwenden ist sowie ohne aufwendige Installation eine hohe Abdichtung gewährleistet.
Ferner wird hierdurch eine Dichtanordnung 70 bereitgestellt, die im Brandfall eine
sichere Abdichtung der Fuge 28 gegen Rauch- und Feuerdurchtritt gewährleistet.
[0049] Die Dichtanordnung 70 ist nicht auf die in den Ausführungsbeispielen gezeigte Baukonstruktion
bestehend aus einer Decke 10 und einer Trockenbauwand 12 beschränkt. Vielmehr kann
das Fugendichtungselement 40 zur Abdichtung einer Fuge 28 zwischen im Wesentlichen
beliebigen Bauteilen vorgesehen sein, insbesondere zwischen einer Wand und einer Decke,
einem Boden oder einer weiteren Wand.
[0050] Ferner ist die Erfindung nicht auf die gezeigten Ausführungsformen beschränkt. Insbesondere
können einzelne Merkmale einer Ausführungsform unabhängig von den anderen Merkmalen
der entsprechenden Ausführungsform in einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform
enthalten sein, d.h. die beschriebenen Merkmale sind beliebig kombinierbar.
1. Fugendichtungselement (40) zur Abdichtung einer Fuge (28) zwischen einem ersten Bauteil
(12, 22) und einem zweiten Bauteil (10) einer Baukonstruktion, wobei das Fugendichtungselement
(40) ein in Richtung der Längserstreckung der Fuge (28) verlaufendes Trägerelement
(42) mit einem Dichtelement (44) aus einem intumeszierenden Material umfasst, wobei
das Trägerelement (42) ein L-Profil mit einem ersten Schenkel (46) und einem zweiten
Schenkel (48) aufweist, die an einer Kontaktstelle (50) miteinander verbunden sind,
wobei sich der zweite Schenkel (48) auf einer zu einer ersten Seite (54) des ersten
Schenkels (46) entgegengesetzt angeordneten zweiten Seite (56) des ersten Schenkels
(46) vom ersten Schenkel (46) weg erstreckt, wobei das Dichtelement (44) auf der ersten
Seite (54) am ersten Schenkel (46) befestigt ist und sich in Richtung der Längserstreckung
der Fuge (28) erstreckt.
2. Fugendichtungselement nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (44) als Schicht (52) vorgesehen ist, die die erste Seite (54) zu
mindestens 50%, vorzugsweise zu mindestens 75%, bevorzugt vollständig bedeckt.
3. Fugendichtungselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (a) zwischen dem Dichtelement (44) und der Kontaktstelle (50) weniger
als 5 mm, vorzugsweise weniger als 3 mm, insbesondere weniger als 1 mm beträgt.
4. Fugendichtungselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (44) einen Wulst (62) aufweist, der sich von der ersten Seite (54)
weg erstreckt.
5. Fugendichtungselement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (a) zwischen dem Wulst (62) und der Kontaktstelle (50) weniger als 5
mm, vorzugsweise weniger als 3 mm, insbesondere weniger als 1 mm beträgt.
6. Fugendichtungselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (44) aus einem komprimierbaren, insbesondere elastischen, Material
gebildet ist.
7. Fugendichtungselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (44) stoffschlüssig mit dem Trägerelement (42) verbunden ist.
8. Fugendichtungselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fugendichtungselement (40) zumindest einen, in Richtung der Längserstreckung
der Fuge (28) verlaufenden, Befestigungsbereich (60) aufweist, der dazu vorgesehen
ist, das Fugendichtungselement (40) am ersten Bauteil (12, 22) und/oder am zweiten
Bauteil (10) zu befestigen.
9. Fugendichtungselement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsbereich (60) eine Klebeschicht aufweist.
10. Dichtanordnung zur Abdichtung einer Fuge (28) zwischen zwei Bauteilen (10, 12, 22)
einer Baukonstruktion, mit einem ersten Bauteil (12, 22), einem zweiten Bauteil (10)
und einem Fugendichtungselement (40) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (44) und/oder der erste Schenkel (46) an die Außenseite (30) des
ersten Bauteils (12, 22) und der zweite Schenkel (48) an die Außenseite (57) des zweiten
Bauteils (10) angrenzt.