[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Verschlusseinrichtung für insbesondere Schrankmöbel
mit zumindest einer Verschlussanordnung zum Verschließen und Öffnen einer Schrankmöbelöffnung,
insbesondere mit einer als Jalousie ausgebildeten Verschlussanordnung mit beweglich
aneinander festgelegten Jalousieelementen, wobei die Verschlussanordnung in an einem
Möbelkorpus festzulegenden seitlichen Führungen beweglich geführt ist.
[0002] Verschlussanordnungen der vorgenannten Art sind allgemein bekannt und sind vielfach
mit einer als Jalousie ausgebildeten Verschlussanordnung mit beweglich aneinander
festgelegten Jalousieelementen ausgebildet, die in seitlichen Führungen eines Schrankmöbels
geführt sind. Sind die Jalousieelemente aus einem schwergewichtigen Material gefertigt
wie beispielsweise Metall oder Glas, sind die Öffnungs- und Schließbewegungen der
Verschlussanordnung nur mit einem erhöhten Kraftaufwand zu vollziehen. Insbesondere
neigen auch relativ schwere Jalousieelemente dazu, sich in seitlichen Führungen zu
verkannten, was die manuell durchzuführende Öffnungs- und Schließbewegung weiter erschwert.
Soll die Öffnungs- und Schließbewegung auf motorischem Wege erfolgen, sind relativ
starke Motoren einzusetzen, die nicht nur teuer sind, sondern auch einen erheblichen
Bauraum beanspruchen, der für Aufbewahrungszwecke innerhalb des Schrankmöbels nicht
mehr genutzt werden kann. Dies ist nachteilig.
[0003] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Verschlusseinrichtung für insbesondere
Schrankmöbel zu schaffen, bei der auch bei Ausbildung der Verschlussanordnung aus
einem relativ schwergewichtigen Material die Schließ- und Öffnungsbewegung der Verschlussanordnung
mit gegenüber den Stand der Technik verminderten Kraftaufwand durchzuführen ist.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe zeichnet sich die Verschlusseinrichtung der eingangs genannten
Art dadurch aus, dass die Verschlussanordnung mit einer Einrichtung zur Kompensation
der Gewichtskraft der Verschlussanordnung verbunden ist.
[0005] Damit ist eine Verschlusseinrichtung für insbesondere Schrankmöbel zur Verfügung
gestellt, mit der mit geringem Kraftaufwand die Verschlussanordnung in ihrer Öffnungs-
und/oder Schließposition zu bringen ist. Dies kann durch manuelle Bedienung als auch
durch elektromotorische Bedienung erfolgen, wobei bei Einsatz von einer motorischen
Aktivierung lediglich die Antriebsrichtung seitens der elektromotorischen Aktivierung
initiiert werden muss, da die Einrichtung zur Kompensation der Gewichtskraft der Verschlusseinrichtung
mit mechanischen Einrichtungen für die Bewegung in die Öffnungsposition der Verschlussanordnung
oder in die Schließposition der Verschlussanordnung sorgt. Dies ist auch mit baulich
einfachen Mitteln zu vollziehen. Die Einrichtung zur Kompensation der Gewichtskraft
kann einfache mechanische Bauteile aufweisen wie beispielsweise eine Spannvorrichtung,
die mit Federn arbeitet, sei es mit Zugfedern, Druckfedern oder insbesondere auch
mit Spiralfedern, kann allerdings auch sonstige Kraftspeicher aufweisen, die dafür
Sorge tragen, dass die Verschlussanordnung während ihrer Öffnungs- und Schließbewegung
Kräfte speichert, um diese zur Verfügung zu stellen, wenn sie eine gegensinnige Bewegung
ausführt.
[0006] Besonders bevorzugt wird, wenn die Verschlussanordnung nach Art einer üblichen Jalousieverschlussanordnung
ausgebildet ist mit einzelnen Jalousieelementen, die in seitlichen Führungen auf-
und abbeweglich geführt sind, wobei die seitlichen Führungen an einem Möbelkorpus
festzulegen sind. Eine derartige Jalousieanordnung kann derart gestaltet sein, dass
diese sich nicht nur an der Frontseite eines Möbels beweglich erstreckt, sondern auch
durch den Schrankkorpus in einem oberen Bereich derart zu einer der Frontseite gegenüberliegenden,
rückwärtigen Seite geführt ist, so dass sie dort während der Öffnungsbewegung der
Jalousie an der Frontseite des Möbels an dieser rückseitigen Seite nach unten geführt
wird und dabei durch die Gewichtskraft die Verschlussanordnung nach unten zieht. Diese
wirkt dann der Kraft nach oben während einer Öffnungsbewegung entgegen. Die Vorrichtung
zur Kompensation der Gewichtskraft kann dabei über z. B. mechanische Elemente diese
Kräfte speichern, indem beispielsweise Federelemente gespannt werden, die dann für
eine gegensinnige Bewegung, also aus der Öffnungsposition der frontseitigen Verschlussanordnung
in die Schließposition oder umgekehrt genutzt werden können, um die Verschlussanordnung
wieder in ihre Schließposition zu überführen. Gegensinnig erfolgt dies genauso, so
dass z. B. die Kraftspeicher wie Federn dazu genutzt werden können, die Verschlussanordnung
wie z. B. die Jalousieelemente aus ihrer Schließposition in die Öffnungsposition zu
bewegen. Für eine manuelle Bedienung reicht es daher aus, den Öffnungs- oder den Schließimpuls
zu geben, wonach dann die Kraftspeicher genutzt werden können, um die entsprechende
Schließ- bzw. Öffnungsbewegung auszuführen. Dazu können auch Elemente für die Verschlussanordnung
wie z. B. die Jalousieelemente eingesetzt werden, die ein höheres Eigengewicht aufweisen,
wie dies beispielsweise bei Glasjalousieelementen der Fall ist.
[0007] Auch elektromotorische Antriebe können auf einfache Art und Weise eingesetzt werden,
die auch nur so zu dimensionieren sind, dass sie die entsprechende Bewegungsrichtung
für die Öffnungs- und Schließbewegung vorgeben, also den Öffnungsimpuls oder den Schließimpuls
auslösen, weil die mechanischen Elemente dann die Öffnungs- und Schließbewegung auslösen
bzw. diese unterstützen. Damit können sehr klein bauende elektromotorische Antriebselemente
zum Einsatz kommen, die nicht nur klein bauen, sondern auch nur einen geringen Kostenaufwand
verursachen. Darüber hinaus können bevorzugterweise weitere Elemente wie kugelgelagerte
Umlenkrollen und Umlenkelemente Einsatz finden, um Zugelemente wie beispielsweise
Seile derart aufzunehmen, dass nur geringste Reibkräfte für eine Öffnungs- und Schließbewegung
auftreten, um die Öffnungs- und Schließbewegungskräfte möglichst gering zu halten.
[0008] Bevorzugterweise hat die Verschlussanordnung eine an der Frontseite des Möbels anzuordnende
Führung und eine an der Rückseite des Möbels anzuordnende zweite Führung, wobei diese
beiden Führungen durch das Möbel durchsetzende Führungselemente miteinander verbunden
sind, so dass die Verschlussanordnung für die Öffnungs- und Schließbewegung eine behinderungsfreie
Öffnungs- und Schließbewegung durchführen kann, wobei jedoch die Gewichtskräfte der
einzelnen Elemente der Verschlussanordnung so aufeinander abgestimmt sind, dass diese
in einer Gleichgewichtsposition als Nullstellung aufeinander abgestimmt sind. Es ist
jedoch auch mit einfachen Mitteln möglich, beispielsweise die Gewichtskräfte so aufeinander
abzustimmen, dass diese nicht nur in einer Halböffnungsposition der Verschlussanordnung
eine Neutralstellung einnehmen, sondern dass die Gewichtskräfte auch im Verhältnis
60:40 oder anders aufeinander für eine Schließ- oder Öffnungsbewegung einzustellen
sind, um beispielsweise eine Öffnungsbewegung schneller durchzuführen als eine Schließbewegung.
Bevorzugterweise hat die Verschlussanordnung Jalousieelemente, die zumindest teilweise
als Glaselemente ausgebildet sind. Die Vorrichtung zur Kompensation der Gewichtskraft
hat darüber hinaus vorzugsweise Laufrollen, die zwangssynchronisiert sind.
[0009] Bevorzugterweise sind dabei insgesamt vier Laufrollen vorzusehen, wobei zwei Laufrollen
der Verschlussanordnung bzw. den Elementen der Verschlussanordnung zugeordnet sind,
die im frontseitigen Bereich, also im Sichtbereich des Möbels angeordnet sind. Ein
weiteres Paar von Laufrollen ist an der der Frontseite gegenüberliegenden rückwärtigen
Seite des Möbels anzuordnen, wobei die jeweiligen Laufrollen über Zugelemente, insbesondere
Zugseile, miteinander verbunden sind, wobei diese entsprechenden Laufrollen zwangssynchronisiert
sind, wozu ein Verbindungselement, beispielsweise ein Zahnriemen Einsatz finden kann,
das jedwede Bewegung einer Laufrolle bewegungsfest mit einer Bewegung einer anderen
Laufrolle koppelt. Anstelle von Laufrollen können auch andere mechanische Bauteile,
wie Zahnstangen und dgl. Einsatz finden.
[0010] Um die Bewegung der Verschlussanordnung mechanisch zu übersetzen, können Kraftspeicher
Einsatz finden. Dazu können Kraftspeicher wie Zylinder aber insbesondere auch Federn
Einsatz finden. Besonders bevorzugt wird, wenn in die Laufrollen Spiralfedern eingesetzt
sind. Dazu können die Laufrollen derart ausgebildet sein, dass sie einen Raum aufweisen,
um die Spiralfedern aufzunehmen. Dazu können die Spiralfedern derart vorgesehen sein,
dass zwei einander zugeordnete Laufrollen einer front- oder einer rückseitigen Anordnung
von Elementen der Verschlussanordnung zugeordnet sind und derart abgestützt sind,
dass sie paarweise um 180 ° versetzt eine Abstützung der Federn aufweisen, so dass
das eine Paar die Federn den Laufrollen mit den integrierten Federn während einer
Öffnungsbewegung gespannt wird und das andere Paar der Federn von Laufrollen mit den
integrierten Federn während dieser Bewegung entspannt wird und dabei die entspannende
Kraft für die Bewegung der Verschlussanordnung derart genutzt wird, dass die Verschlussanordnung
zumindest annähernd selbsttätig die entsprechende Öffnungs- und Schließbewegung durchführt
oder aber durch diese entspannende Kraft während der Öffnungs- bzw. Schließbewegung
von den Federn unterstützt wird. Dies kann auf mechanische Weise aktiviert werden
durch beispielsweise eine händische Aktivierung eines Benutzers. Ebenfalls kann dies
auf motorische Art und Weise erfolgen, wobei beispielsweise der elektromotorische
Antrieb die Bewegungsrichtung durchführt, wonach dann die mechanischen Elemente selbsttätig
die weitere Bewegung ausführen, so dass diese mechanische Speicherung innerhalb der
Vorrichtung zur Kompensation der Gewichtskraft der Verschlussanordnung auf einfache
und bedienungsfreundliche Art und Weise die Öffnungs- und Schließbewegung ausübt.
[0011] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in weiteren Unteransprüchen
enthalten. Des Weiteren ergeben sich weitere Merkmale der Erfindung aus der nachfolgenden
Beschreibung und der Zeichnung. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel einer Verschlusseinrichtung, eingebaut in ein Schrankmöbel,
in geschlossenem Zustand;
- Fig. 2
- das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 in einem halbgeöffneten Zustand;
- Fig. 3
- das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 in einem vollgeöffneten Zustand;
- Fig. 4
- das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 in einer perspektivischen Darstellung;
- Fig. 5
- das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 in einer perspektivischen Darstellung;
- Fig. 6
- das Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 in einer perspektivischen Darstellung;
- Fig. 7
- ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Kompensation der Gewichtskraft der Verschlussanordnung
mit entsprechenden Zugseilen als Zugelemente für die Verschlussanordnung und Laufrollenmit
integrierten Spiralfedern und einem Zahnriemen zur Zwangssynchronisation der Laufrollen;
- Fig. 8
- vergrößert das Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 der Einrichtung zur Kompensation der
Gewichtskraft der Verschlussanordnung;
- Fig. 9
- eine Seitenansicht ausschnittsweise der seitlichen Führung von Jalousieelementen der
Verschlussanordnung;
- Fig. 10
- das Ausführungsbeispiel nach Fig. 9 teilweise geschnitten;
- Fig. 11
- ein Ausführungsbeispiel von zwei Laufrollen, einmal links drehend, einmal rechts drehend,
mit der Darstellung einer integrierten Spiralfeder.
[0012] In der Zeichnung sind übereinstimmende Teile mit übereinstimmenden Bezugsziffern
versehen.
[0013] In den Fig. 1 bis 3 und perspektivisch in den Fig. 4 bis 6 ist jeweils ein Ausführungsbeispiel
einer Verschlussanordnung 1 nach der Erfindung gezeigt, die in dem gezeigten Ausführungsbeispiel
als Jalousieverschlussanordnung ausgebildet ist mit einzelnen Jalousieelementen 2,
die über Gelenke 3 beweglich aneinander befestigt sind. Diese sind als Verschlussanordnung
1 in ein Schrankmöbel 4 eingebaut, das eine Frontseite 5 hat und eine Rückseite 6.
Die Jalousieanordnung 1 mit den entsprechenden Jalousieelementen 2 ist in einer Führung
7 beweglich geführt und zwar derart, dass eine frontseitige Führung 7.1 und eine rückseitige
Führung 7.2 vorgesehen ist, die über Führungselemente 7.3 miteinander verbunden sind,
so dass die Jalousieelemente 2 für eine Öffnungs- und Schließbewegung wie in den Fig.
1 bis 3 dargestellt, auf- und abbeweglich und entlanggleitend innerhalb der Führungen
7, 7.1, 7.2 und 7.3 geführt sind, wobei je nach Stellung die Gewichtskraft der Verschlussanordnung
1 entweder vorne oder hinten nach unten wirkt oder in einer Neutralstellung, wie in
Fig. 2 gezeigt, in der aufgrund der Lage der Jalousieelemente im frontseitigen Bereich
die Kräfte und im rückseitigen Bereich gegeneinander aufgehoben sind, oder, wie in
Fig. 3 dargestellt, die im rückwärtigen Bereich 6 angeordneten Jalousieelemente dafür
sorgen, dass die Gewichtskraft im rückwärtigen Bereich größer ist als im Frontbereich
5, so dass die Verschlussanordnung 1 aufgrund dieser Gewichtskraft in ihrer Öffnungsposition
gehalten wird.
[0014] Im oberen Bereich des Schrankmöbels 4 ist eine Einrichtung 8 zur Kompensation der
Gewichtskraft der Verschlussanordnung 1 angeordnet. Diese Einrichtung 8 zur Kompensation
der Gewichtskraft der Verschlussanordnung 1 ist derart ausgerichtet, eingerichtet
und ausgebildet, dass sie dafür sorgt, dass die Verschlussanordnung 1 annähernd selbsttätig
in die jeweilige Öffnungs- und Schließbewegung zu bewegen ist, sei es durch manuelle
Initiierung oder durch eine motorische Initiierung. Die jeweilige manuelle und/oder
motorische Aktivierung gibt dabei jeweils die Bewegungsrichtung der Verschlussanordnung
vor.
[0015] Die in dem gezeigten Ausführungsbeispiel gezeigte Einrichtung 8 zur Kompensation
der Gewichtskraft der Verschlussanordnung 1 ist näher aus den Fig. 7 und 8 ersichtlich.
Diese Fig. 7 und 8 zeigen ein Ausführungsbeispiel einer derartigen Einrichtung 8 zur
Kompensation der Gewichtskraft der Verschlussanordnung 1. Diese kann jedoch auch auf
andere Art und Weise ausgebildet sein. Entscheidend ist, dass während einer Öffnungs-
und Schließbewegung der einzelnen Elemente 2 der Verschlussanordnung 1 die Gewichtskräfte
kompensiert werden, wobei in dem gezeigten Ausführungsbeispiel in der Stellung, wie
in Fig. 2 oder in Fig. 5 gezeigt, die Gewichtskräfte an der Frontseite 5 des Möbels
und an der Rückseite 6 des Möbels 4 ausgeglichen sind, so dass die Stellungen gemäß
Fig. 2 und 5 die Nullstellung zeigen.
[0016] Wie näher aus der Fig. 7 hervorgeht, weist das Möbel 4, in dem die Verschlussanordnung
1 angeordnet ist, eine in einem oberen Bereich die Einrichtung 8 zur Kompensation
der Gewichtskraft der Verschlussanordnung 1 auf. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel
hat diese Einrichtung 8 insgesamt zwei Paare von Laufrollen 9.1 und 9.2 bzw. 10.1
und 10.2, die über einen Zahnriemen 11 miteinander zwangssynchronisiert sind. Dieser
Zahnriemen 11 ist über Umlenkrollen 12, 13 und 14 geführt, so dass je nach Bewegungsrichtung
die Laufrollen 9.1, 9.2, 10.1 und 10.2 dieselbe Laufrichtung aufweisen.
[0017] An den jeweiligen Laufrollen sind des Weiteren Zugelemente 15.1, 15.2, 16.1 und 16.2
angeordnet, nämlich Zugseile. Dabei sind die Laufrollen 9.1 und 9.2 als einander zugeordnetes
Laufrollenpaar mit Zugseilen 15.1 und 15.2 ausgerüstet, die mit den Elementen 2 der
Verschlussanordnung 1 verbunden sind, die auf der Rückseite 6 des Möbels 4 angeordnet
sind. Die Zugelemente 16.1 und 16.2 der an der Frontseite geführten Verschlussanordnung
1 mit den dortigen Verschlussanordnungselementen bzw. Jalousieelementen 2 sind über
Zugelemente 16.1 und 16.2 an die dortigen Laufrollen 10.1 und 10.2 angebunden. Dabei
greifen die Zugelemente 16.1 und 16.2 jeweils am untersten Element 2 der Verschlussanordnung
1 an, also am untersten Jalousieelement 2 des gezeigten Ausführungsbeispiels. Die
jeweiligen Laufrollen 9.1 und 9.2 und 10.1 und 10.2 haben jeweils Mantelflächenbereiche
über einander angeordnet, die einerseits an einem ersten Höhenabschnitt eine Verzahnung
aufweisen, in der der Zahnriemen 11 zur Zwangssynchronisation der Laufrollen 9.1,
9.2, 10.1, 10.2 abläuft. Darüber hinaus weisen die Mantelflächen einen Abschnitt auf,
in dem die Zugseile 15.1 bzw. 15.2 bzw. 16.1 bzw. 16.2 aufgewickelt oder abgewickelt
werden können, je nachdem, ob die Verschlussanordnung 1 geöffnet oder geschlossen
wird. Dabei greifen die entsprechenden Zugseile 15.1 bzw. 15.2 einerseits und die
Zugseile 16.1 und 16.2 jeweils um 180 ° versetzt zu einander an den jeweiligen Laufrollen
9.1 und 9.2 bzw. 10.1 und 10.2 an, wie dies den Fig. 7 und 8 zu entnehmen ist.
[0018] Wie näher aus der Fig. 8 hervorgeht, haben die Laufrollen 9.1, 9.2, 10.1 und 10.2
jedoch nicht nur Aufnahmeräume für den Zahnriemen 11 und die Zugseile 15.1, 15.2 und
16.1, 16.2, sondern auch jeweils einen inneren Aufnahmeraum 17, in dem Spiralfedern
18.1 und 18.2 für die Laufrollen 9.1 und 9.2 angeordnet sind und 19.1 und 19.2 für
die Laufrollen 10.1 und 10.2, die um 180 ° versetzt bei 20 und 21 an den Laufrollen
abgestützt sind, so dass sich diese Spiralfedern 18.1 und 18.2 spannen während einer
Öffnungs- oder Schließbewegung und sich anderen die Spiralfedern 19.1 und 19.2 entspannen,
so dass die Federkräfte des einen Laufrollenpaares genutzt werden können zur Bewegung
der Verschlussanordnung 1 während der Bewegung in eine Richtung und die Federkraft
des anderen Paares der Spiralfedern während einer gegensinnigen Bewegung, so dass
die Öffnungs- und Schließbewegung aufgrund der jeweils gespeicherten Federkraft genutzt
werden kann, um mit geringstem Kraftaufwand die Öffnungs- und Schließbewegung der
Verschlussanordnung durchzuführen. Deswegen bedarf es auch nur einer Anfangsinitiierung,
sei es durch eine händisch eingeführte Initiierungskraft oder durch eine motorisch
initiierte Initiierungskraft, um eine Öffnungs- oder Schließbewegung einzuleiten.
Soll dies motorisch erfolgen, reichen kleinstbauende Elektromotoren aus, um diese
Initiierung auszulösen.
[0019] In den Fig. 9 und 10 sind noch einmal die Jalousieelemente 2 der Verschlussanordnung
1 dargestellt mit den Führungen 7 bzw. 7.1 und 7.2. Fig. 11 zeigt noch einmal die
Spiralfedern 19.1 bzw. 18.1 mit ihren gegensinnigen Befestigungsenden 19.3 bzw. 18.3
sowie die Laufrollen 9.1 und 10.1 mit ihrem inneren Aufnahmeraum 17 und der Verzahnung
21 für den Zahnriemen 11 auf der Mantelfläche und dem darüber gelegenen Raum 22 zum
Auf- und Abwickeln der Zugseile 16.1 bzw. 15.1.
1. Verschlusseinrichtung für insbesondere Schrankmöbel (4) mit zumindest einer Verschlussanordnung
(1) zum Verschließen und Öffnen einer Schrankmöbelöffnung, insbesondere mit einer
als Jalousie oder Rollladen ausgebildeten Verschlussanordnung (1) mit beweglich aneinander
festgelegten Jalousie- oder Rollladenelementen (2), wobei die Verschlussanordnung
(1) in an einem Möbelkorpus festzulegenden seitlichen Führungen (7, 7.1, 7.2) beweglich
geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussanordnung (1) mit einer Einrichtung (8) zur Kompensation der Gewichtskraft
der Verschlussanordnung verbunden ist.
2. Verschlusseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussanordnung (1) eine an der Frontseite (5) des Möbels (4) anzuordnende
Führung (7.1)und eine an der Rückseite (6) des Möbels (4) anzuordnende zweite Führung
(7.2) aufweist, wobei die an der Frontseite (5) anzuordnende Führung (7.1) und die
an der Rückseite (6) des Möbels (4) anzuordnende Führung (7.2) miteinander über ein
Möbel (4) durchsetzende Führungselemente (7.3) miteinander verbunden sind und dass
die Verschlussanordnung (1) innerhalb der frontseitigen Führung (7.1), innerhalb der
Führungselemente (7.3) und innerhalb der zweiten Führung (7.2) zumindest bereichsweise
bewegbar ist, wobei die Verschlussanordnung (1) mit ihrem in der frontseitigen Führung
(7.1) beweglichen unteren Endbereich und die Verschlussanordnung (1) mit ihrem in
der zweiten Führung (7.2) beweglichen unteren Endbereich mit der Einrichtung (8) zur
Kompensation der Gewichtskraft der Verschlussanordnung verbunden ist.
3. Verschlusseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussanordnung (1) als Jalousie ausgebildet ist mit beweglich aneinander
festgelegten Jalousieelementen (2), wobei das jeweils untere Jalousieelement einmal
im frontseitigen Bereich (5) der Verschlussanordnung (1) und einmal im rückwärtigen
Bereich (6) der Verschlussanordnung (1) mit der Einrichtung (8) zur Kompensation der
Gewichtskraft der Verschlussanordnung verbunden ist.
4. Verschlusseinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Jalousieelemente (2) zumindest teilweise als Glaselemente ausgebildet sind.
5. Verschlusseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (8) zur Kompensation der Gewichtskraft der Verschlussanordnung (1)
zwangssynchronisierte Laufrollen (9.1, 9.2, 10.1, 10.2) aufweist.
6. Verschlusseinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (8) zur Kompensation der Gewichtkraft der Verschlussanordnung (1)
zwei einander zugeordnete Paare von Laufrollen (9.1, 9.2; 10.1, 10.2) aufweist, wobei
jede Laufrolle (9.1, 9.2, 10.1, 10.2) eines Paares von Laufrollen (9.1, 9.2; 10.1,
10.2) entweder dem unteren Ende der frontseitig anzuordnenden Verschlussanordnung
(1) und jede Laufrolle (9.1, 9.2, 10.1, 10.2) des anderen Laufrollenpaares (9.1, 9.2;
10.1, 10.2) mit dem unteren Bereich der rückwärtig in einem Schrank (4) anzuordnenden
Verschlussanordnung (1) verbunden ist.
7. Verschlusseinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass jede Laufrolle (9.1, 9.2, 10.1, 10.2) eines Laufrollenpaares (9.1, 9.2; 10.1, 10.2)
ein Zugelement, insbesondere ein Zugseil (15.1, 15.2; 16.1, 16.2) aufweist, das mit
dem unteren Endbereich entweder des frontseitigen Bereiches (5) der Verschlussanordnung
(1) oder dem rückwärtigen Bereich (6) der Verschlussanordnung (1) verbunden ist, wobei
das jeweilige Zugelement (15.1, 15.2; 16.1, 16.2) auf die jeweilige Laufrolle (9.1,
9.2; 10.1, 10.2) aufwickelbar ist derart, wenn die Laufrollen (9.1, 9.2, 10.1, 10.2)
des einen Laufrollenpaares (9.1, 9.2; 10.1, 10.2) die Zugelemente (15.1, 15.2; 16.1,
16.2) des einen Paares der Laufrollen (9.1, 9.2; 10.1, 10.2) aufwickeln, die Laufrollen
(9.1, 9.2, 10.1, 10.2) des jeweils anderen Paares deren Zugelemente (15.1, 15.2; 16.1,
16.2) abwickeln.
8. Verschlusseinrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufrollen (9.1, 9.2, 10.1, 10.2) der beiden Laufrollenpaare über einen Zahnriemen
(11) zwangssynchronisiert sind.
9. Verschlusseinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahnriemen (11) der Laufrollen (9.1, 9.2, 10.1, 10.2) der Laufrollenpaare über
Umlenkrollen (12, 13, 14) geführt ist.
10. Verschlusseinrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweiligen Laufrollen (9.1, 9.2, 10.1, 10.2) in einem Teilbereich ihrer Mantelfläche
eine Verzahnung aufweisen und in einem Bereich oberhalb oder unterhalb der Verzahnung
(21) einen Raum (22) zum Aufwickeln des jeweiligen Zugelementes (15.1, 15.2, 16.1,
16.2) aufweisen.
11. Verschlusseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (8) zur Kompensation des Gewichtes der Verschlussanordnung (1) eine
Spanneinrichtung aufweist.
12. Verschlusseinrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinrichtung innerhalb von Laufrollen (9.1, 9.2, 10.1, 10.2) angeordnete
Federn aufweist.
13. Verschlusseinrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Federn als Spiralfedern (18.1, 18.2, 19.1, 19.2) ausgebildet sind, derart, dass
die Spiralfedern (18.1, 18.2, 19.1, 19.2) eines Laufrollenpaares während einer Öffnungs-
oder Schließbewegung der Verschlussanordnung (1) gespannt werden, während die Spiralfedern
(18.1, 18.2, 19.1, 19.2) des anderen Laufrollenpaares (9.1, 9.2; 10.1, 10.2) sich
während dieser Schließ- oder Öffnungsbewegung der Verschlussanordnung (1) entspannen.
14. Verschlusseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Vorrichtung (8) zur Gewichtskompensation sich in der Halböffnungsstellung
der Verschlussanordnung (1) in ihrer Neutralstellung befindet.
15. Verschlusseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusseinrichtung elektromotorisch betätigbar ist.
16. Verschlusseinrichtung nach Anspruch 12 und 15, dadurch gekennzeichnet, dass der elektromotorische Antrieb je nach Drehrichtung die Bewegungsrichtung der Verschlussanordnung
(1) die Antriebsrichtung vorgibt und die Öffnungs- und Schließbewegung durch die Federn
(18.1, 18.2, 19.1, 19.2) durchgeführt wird.
17. Verschlusseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass Zugelemente der Verschlussanordnung (1) über Kugellager (23) umgelenkt sind.