[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines hybriden Heizgerätes sowie
ein hybrides Heizgerät. Ein hybrides Heizgerät im Sinne dieser Erfindung ist ein Heizgerät,
das Wärme sowohl aus der Verbrennung eines fossilen Energieträgers wie Erdgas als
auch aus einer elektrischen Energiequelle erzeugt und für die Beheizung eines Gebäudes
zur Verfügung stellt.
[0002] Meist arbeiten Heizgeräte monovalent, d.h. die Wärme wird nur aus einem Energieträger
bezogen. Aus ökonomischen und ökologischen Gründen ist dies häufig Erdgas. Aus technischen
Gründen ist jedoch der Bereich zwischen minimaler und maximaler Leistung begrenzt,
da die für die Gemischbildung benötigten Strömungsgeschwindigkeit der Verbrennungsluft
zu gering ist. In der Patentanmeldung
EP2735793A2 erfolgt dies durch zusätzliche Vorrichtungsmerkmale in der Gemischbildungseinrichtung.
[0003] Dadurch kann zwar der Modulationsbereich nach unten, also im Bereich niedriger Leistungen
erweitert werden. Modulationsbereiche bzw. Leistungsverhältnisse zwischen minimaler
und maximaler Leistung von 1:20 sind nach dem Stand der Technik sehr gute Werte. Dennoch
besteht weiterhin der Bedarf nach Heizgeräten, die einen noch geringeren Bereich abdecken.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem hybriden Heizgerät mit einem Brenner
gemäß dem Stand der Technik und einem zusätzlichen elektrischen Heizer nach dem Verfahren
gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0005] Grundsätzlich sind hybride Heizgeräte oder Heizsysteme aus dem Stand der Technik
bekannt. Das Gebrauchsmuster
DE 9004025 U1 zeigt eine zusätzliche in einem Radiator integrierte elektrische Heizpatrone. Es
ist offenbart, dass diese Heizpatrone beim Ausfall des Heizgeräts in Betrieb genommen
wird.
[0006] Die Offenlegungsschrift
DE 3109990 A1 zeigt eine vergleichbare Heizpatrone außerhalb des Radiators, aber auch außerhalb
des Heizgerätes. Die
DE 3109990 A1 lehrt, die elektrische Heizpatrone bei geringem Heizbedarf zu verwenden. Explizit
sind hier die Frostschutzfunktion bei Abwesenheit oder der Betrieb außerhalb der normalen
Heizperioden genannt. Auch hier ist ein Entweder-Oder-Betrieb vorgesehen.
[0007] Die
DE 3325822 A1 zeigt einen Heizkessel mit elektrischer Vorwärmeinrichtung. Diese dient dazu, Kondensation
zu vermeiden.
[0008] Keine der offenbarten Verfahren zum Betrieb der vorgenannten hybriden Heizsysteme
oder Heizgeräte ist jedoch geeignet, den Modulationsbereich eines auf Verbrennung
fossiler Energieträger während des laufenden Betriebes nach unten zu erweitern.
[0009] Daher sieht das erfindungsgemäße Verfahren gemäß Anspruch 1 vor, den Wärmebedarf
von Wärmesenken für kleine Leistungen, die unterhalb der Minimalleistung der ersten
Wärmequelle, in diesem Fall ein Gas-Brenner, liegen, durch eine zweite elektrische
Wärmequelle zu decken. Dabei ist die zweite Wärmequelle ebenso wie die erste Wärmequelle
in einem Heizkreislauf eingebunden und gibt die Wärme an ein Wärmeträgermedium ab.
Der Vorteil ist, dass nach außen hin das Heizgerät einen zu kleineren Leistungen hin
erweiterten Modulationsbereich aufweist.
[0010] In einer Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 2 können die beiden Wärmequellen
für großen Wärmebedarf auch gleichzeitig betrieben werden. Somit kann der Modulationsbereich
auch in Richtung größerer Leistungen erweitert werden.
[0011] Der aktuelle Wärmebedarf kann beispielsweise durch eine Soll-Vorlauftemperatur des
Wärmeträgermediums im Heizkreislauf definiert werden. Bei konstantem Volumenstrom
des Wärmeträgermediums, also bei konstanter Drehzahl der Umwälzpumpe besteht eine
direkte Proportionalität zwischen dem aktuellen Wärmebedarf und der Soll-Vorlauftemperatur.
Nach dem Stand der Technik wird die Soll-Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der
Außentemperatur und der gewünschten Raumtemperatur auf der Basis eines mathematischen
Gebäudemodells (Heizkurven) ermittelt. Nach dem Stand der Technik passt ein Heizgerät
seine Leistung mittels eines Reglers so an, dass die Ist-Vorlauftemperatur der Soll-Vorlauftemperatur
entspricht. Gemäß Anspruch 3 wird daher das erfindungsgemäße Verfahren auf der Basis
der Vorlauftemperatur durchgeführt. Dabei wird die erste Wärmequelle nicht unterhalb
ihrer Minimalleistung betrieben. Für den Fall, dass diese Leistung oberhalb des aktuellen
Wärmebedarfs liegt, führt dies zu einem Anstieg der Ist-Vorlauftemperatur. Sobald
über einen bestimmten Zeitraum bei Betrieb mit Minimalleistung die Ist-Vorlauftemperatur
um einen bestimmten Differenzbetrag oberhalb der Soll-Vorlauftemperatur liegt, wird
die erste Wärmequelle abgeschaltet und die zweite Wärmequelle eingeschaltet, die nun
die Wärmesenken mit Wärme versorgt. Dabei wird weiterhin die Vorlauftemperatur geregelt.
[0012] Steigt nun der Wärmebedarf wieder an, so wird erfindungsgemäß die Umschaltung auf
die erste Wärmequelle gemäß Anspruch 4 oder 5 nach zwei alternativen Verfahrensvarianten
durchgeführt. Entweder wird die zweite Wärmequelle mit maximal der Minimalleistung
oder einer Leistung geringfügig oberhalb der Minimalleistung der ersten Wärmequelle
betrieben. Ein erhöhter Wärmebedarf führt zu einem Absinken der Vorlauftemperatur,
was nach dem oben beschriebenen Verfahren nach einem Überschreiten eines bestimmten
Differenzbetrages über einen bestimmten Zeitraum führt. Dies wird erfindungsgemäß
dazu, dass die zweite Wärmequelle abgeschaltet und die erste Wärmequelle eingeschaltet
wird. Alternativ kann auch die Leistung der zweiten Wärmequelle über die Minimalleistung
der ersten Wärmequelle hinaus erhöht werden. Wird die zweite Wärmequelle über einen
bestimmten Zeitraum mit einer Leistung oberhalb der Minimalleistung der ersten Wärmequelle
betrieben, führt dies erfindungsgemäß zum Abschalten der zweiten Wärmequelle und zum
Einschalten der ersten Wärmequelle.
[0013] Bevorzugt sind die Differenzbeträge der Vorlauftemperaturen kleiner 1 K, besonders
bevorzugt kleiner 0,5 K.
[0014] Die Messzeiträume, innerhalb derer die Temperaturabweichung der Ist-Vorlauftemperatur
größer als der Differenzbetrag sein muss, um ein umschalten der Wärmequelle zu bewirken,
ist bevorzugt mindestens die Umlaufdauer des Wärmeträgermediums im Heizkreislauf.
Unter Umlaufdauer wird die da verstanden, die für ein vollständiges Umwälzen des Wärmeträgermediums
im Heizkreislauf benötigt wird. Diese Zeit hängt ab vom Volumenstrom der Umwälzpumpe
und vom Gesamtvolumen des Heizkreislaufs.
[0015] Die Minimalleistung und die Maximalleistung der ersten Wärmequelle wird bestimmt
durch Messgrößen, die ohnehin im System bekannt sind. Dies ist die Drehzahl des Gebläses,
ein aus der Drehzahl des Gebläses und der Stromaufnahme des Gebläses berechneter Luftmassenstrom,
ein durch ein Volumen-oder Massenstromsensors gemessener Luftmassenstrom.
[0016] Eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens ist gemäß dem unabhängigen Vorrichtungsanspruch
geschützt.
[0017] Die Erfindung wird nun anhand der Figuren detailliert erläutert.
[0018] Es stellen dar:
Figur 1: eine Vorrichtung zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens
Figur 2, 3: Leistungsverlauf der ersten und zweiten Wärmequelle und Vorlauftemperaturabweichungsverlauf
während des Durchführens des erfindungsgemäßen Verfahrens
[0019] Figur 1 zeigt eine Vorrichtung zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Das Heizgerät 1 umfasst die erste Wärmequelle 3 und die zweite Wärmequelle 4. Die
erste Wärmequelle 3 ist ein mit Brenngas betriebener Brenner, dem über ein Gebläse
2 ein Brenngas-Luft-Gemisch zugeführt wird. Über einen hier nicht dargestelltes Abgasrohr
werden die Abgase abgeführt. In der Wärmequelle 3 führt die durch die Verbrennung
entstehende Wärme auf ein Wärmeträgermedium übertragen, dass in einem Heizkreislauf
11 mithilfe einer Umwälzpumpe 12 zirkuliert. Dabei überträgt das Wärmeträgermedium
die Wärme auf eine Wärmesenke 8, beispielsweise eine Heizung für ein Gebäude oder
auf eine Wärmesenke 9, beispielsweise ein Warmwasserspeicher für Brauchwasser. Über
ein Dreiwegeventil 12 kann der Heizkreislauf 11 so eingestellt werden, dass das erwärmte
Wärmeträgermedium entweder durch die Wärmesenke 8 oder durch den Sekundärwärmetauscher
6 geleitet wird, welcher die Wärme auf die Wärmesenke Warmwasserspeicher 9 überträgt.
[0020] In Strömungsrichtung des Wärmeträgermediums ist hinter der ersten Wärmequelle 3 eine
zweite Wärmequelle 4 angeordnet. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine elektrische
Heizung in Form beispielsweise einer Heizpatrone, die von dem Wärmeträgermedium umspült
wird. Die zweite Wärmequelle 4 kann alternierend oder zusammen mit der ersten Wärmequelle
3 Wärme auf das Wärmeträgermedium übertragen. Ein Steuergerät 5 steuert über das Gebläse
2 die Wärmequelle 3 sowie die Wärmequelle 4. Zudem liegt über den Vorlauftemperatursensor
13 dem Steuergerät 5 die Information über die aktuelle Vorlauftemperatur vor. Weiterhin
ist das Steuergerät 5 eingerichtet, über einen Außentemperaturfühler 7, die gewählte
Raumtemperatur und ein mathematisches Modell des Gebäudes den aktuellen Wärmebedarf
vorzugeben. Dies kann beispielsweise in Form einer Soll-Vorlauftemperatur geschehen.
Durch Vergleich mit der mittels des Vorlauftemperatursensors gemessenen Ist-Vorlauftemperatur
können die erste Wärmequelle 3 und die zweite Wärmequelle 4 angesteuert werden.
[0021] Dabei ist die erste Wärmequelle 3 so ausgeführt, dass sie über eine Minimalleistung
und eine Maximalleistung verfügt. Die Wärmequelle 3 kann keine Wärme unterhalb der
minimalen Leistung liefern, ohne periodisch abgeschaltet zu werden. Aus diesem Grund
ist in Reihe hinter die erste Wärmequelle 3 die zweite Wärmequelle 4 geschaltet, die
mithilfe elektrischer Energie das Wärmeträgermedium mit geringen Leistungen beheizen
kann.
[0022] Weiterhin ist es möglich, für hohen Wärmebedarf die erste Wärmequelle 3 und die zweite
Wärmequelle 4 gleichzeitig zu betreiben.
[0023] Figur 2 und 3 zeigen anhand von grafisch dargestellten Verläufen von Wärmebedarf
101, Abweichung der Vorlauftemperatur 102 und Heizleistungen 103, 104 der ersten 3
und zweiten Wärmequelle 4. Die Figuren 2 und 3 unterscheiden sich durch unterschiedliche
Verfahrensvarianten umschalten von der zweiten Wärmequelle 4 auf die erste Wärmequelle
3 zum Zeitpunkt t4. Nachfolgend werden die Figuren 2 und 3 gemeinsam beschrieben und
auf Unterschiede hingewiesen.
[0024] Die Beschreibung erfolgt anhand eines Wärmebedarfs 101 der zunächst oberhalb der
Minimalleistung P
1,min und unterhalb der Maximalleistung P
2,max der ersten Wärmequelle 3 ist. Der Wärmebedarf wird zunächst ausschließlich durch
die erste Wärmequelle 3 gedeckt. Der Wärmebedarf singt zunächst kontinuierlich. Zum
Zeitpunkt t1 unterschreitet der Wärmebedarf die Minimalleistung P
1,min der ersten Wärmequelle 3. Die Leistung der ersten Wärmequelle 3 kann nicht weiter
reduziert werden, so dass die Abweichung der Vorlauftemperatur langsam ansteigt. Die
Vorlauftemperatur überschreitet einen ersten Differenzbetrag ΔT
1. Nachdem dieser erste Differenzbetrag ΔT
1 über einen Mindestzeitraum Δt
1 vorliegt, wird zum Zeitpunkt t2 erkannt, dass über eine gewisse Dauer Δt
1 ein niedrigerer Wärmebedarf vorliegt. Die erste Wärmequelle 3 wird abgeschaltet,
der Verlauf des Graphen 103 fällt auf Null. Zeitgleich wird die zweite Wärmequelle
4 in Betrieb genommen, so dass der Graph 104 von Null ansteigt. Da bereits eine Übertemperatur
der Vorlauftemperatur vorliegt, nähert sich die Leistung der zweiten Wärmequelle 4
nur langsam dem Verlauf des Wärmebedarf an.
[0025] Die beschriebenen Schwellwerte in Form des ersten Messeraums Δt
1 und dem ersten Differenzbetrag ΔT
1 dienen dazu, sicherzustellen dass die Umschaltung von der ersten Wärmequelle 3 auf
die zweite Wärmequelle 4 nur dann erfolgt, wenn der Wärmebedarf 101 sicher abgesunken
ist. Damit wird im Übergangsbereich ein häufiges hin und herschalten zwischen den
Wärmequellen 3 und 4 vermieden.
[0026] Der Wärmebedarf 101 steigt danach wieder an und überschreitet zum Zeitpunkt t3 die
Minimalleistung der ersten Wärmequelle. In dem in Figur 2 gezeigten Verfahren ist
die maximale Leistung der zweiten Wärmequelle begrenzt auf die minimale Leistung der
ersten Wärmequelle. Alternativ ist es auch möglich, eine Leistungsbegrenzung knapp
oberhalb, beispielsweise bei 110 % der Minimalleistung P
1,min der ersten Wärmequelle 3 vorzusehen. Analog zu dem oben beschriebenen Verfahren bei
den Zeitpunkten t1 und t2 wird auch bei den Zeitpunkten t3 und t4 erst eine gewisse
Zeit abgewartet, in der die Ist-Vorlauftemperatur die Soll-Vorlauftemperatur um den
Differenzbetrag ΔT
2 unterschreitet. Dann wird zum Zeitpunkt t4 die zweite Wärmequelle 4 abgeschaltet,
so dass der Graph 104 auf Null fällt. Zeitgleich wird die erste Wärmequelle wieder
eingeschaltet, so dass der Graph 103 von Null aus ansteigt und zunächst über dem Verlauf
des Graphen des Wärmebedarfs 101 hinaus schießt, um die Abweichung der Vorlauftemperatur
auszugleichen. Anschließend folgt der Graph 103 der Heizleistung der ersten Wärmequelle
3 dem Graphen 101 des Wärmebedarfs.
[0027] Abweichend davon wird in dem Figur 3 gezeigten Verlauf der Heizleistung der zweiten
Wärmequelle diese Heizleistung auch weiterhin den Wärmebedarf 101 nachgeführt. Nach
dem dritten Mindestzeitraum Δt
3 wird der erhöhte Wärmebedarf erkannt und wie in Figur 2 zum Zeitpunkt t4 die zweite
Wärmequelle 4 abgeschaltet und die erste Wärmequelle 3 angeschaltet.
[0028] Schließlich überschreitet zum Zeitpunkt t5 der Wärmebedarf 101 die Maximalleistung
P
1,max der ersten Wärmequelle 3. in einer optionalen Weiterbildung der Erfindung wird nun
zusätzlich zu der ersten Wärmequelle 3 die zweite Wärmequelle 4 betrieben, was an
dem ansteigenden Graphen 104 zu erkennen ist. Dabei decken die Leistungen 103 der
erste Wärmequelle 3 und 104 der zweiten Wärmequelle 4 in Summe den Wärmebedarf 101.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Heizgerät
- 2
- Gebläse
- 3
- Erste Wärmequelle
- 4
- Zweite Wärmequelle
- 5
- Steuergerät
- 6
- Sekundärwärmetauscher
- 7
- Außentemperaturfühler
- 8
- Wärmesenke Heizung
- 9
- Wärmesenke Warmwasserspeicher
- 10
- Dreiwegeventil
- 11
- Heizkreislauf
- 12
- Umwälzpumpe
- 13
- Vorlauftemperatursensor
- 101
- Wärmebedarf
- 102
- Abweichung der Vorlauftemperatur
- 103
- Heizleistung der ersten Wärmequelle
- 104
- Heizleistung der zweiten Wärmequelle
- P1,min
- Minimalleistung der ersten Wärmequelle
- P1,max
- Maximalleistung der ersten Wärmequelle
- ΔT1
- Erster Differenzbetrag der Vorlauftemperatur
- ΔT2
- Zweiter Differenzbetrag der Vorlauftemperatur
- Δt1
- Erster Messzeitraum
- Δt2
- Zweiter Messzeitraum
- Δt3
- Dritter Messzeitraum
- t1 - t5
- Zeitpunkt
1. Verfahren zum Betreiben eines hybriden Heizgerätes (1), wobei das Heizgerät (1) eine
erste Wärmequelle (3) auf Basis der Verbrennung eines Gemisches aus Brenngas und Luft
umfasst, wobei das Gemisch oder die Luft mit einem Gebläse (2) zugeführt wird, wobei
das Heizgerät (1) eine zweite Wärmequelle (4) auf der Basis elektrischer Energie umfasst,
wobei die erste (3) und die zweite Wärmequelle (4) die Wärme auf ein flüssiges Wärmeträgermedium
überträgt, welches mittels einer Umwälzpumpe (12) zwischen dem Heizgerät (1) und einer
oder mehreren Wärmesenken (8, 9) in einem Heizkreislauf (11) zirkuliert, wobei ein
Steuergerät (5) die erste (3) und die zweite Wärmequelle (4) so ansteuert, dass ein
vorgegebener Wärmebedarf der Wärmesenken (8, 9) befriedigt wird, und wobei die erste
Wärmequelle (3) eine Minimalleistung (P1,min) und eine Maximalleistung (P1,max) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der aktuelle Wärmebedarf oder eine Kenngröße für den aktuelle Wärmebedarf kontinuierlich
ermittelt wird und dass die zweite Wärmequelle (4) mit dem Wärmebedarf betrieben wird,
wenn der aktuelle Wärmebedarf kleiner als die Minimalleistung (P1,min) der ersten Wärmequelle (3) ist, oder dass die erste Wärmequelle (3) mit dem Wärmebedarf
betrieben wird, wenn der aktuelle Wärmebedarf größer oder gleich der Minimalleistung
(P1,min) der ersten Wärmequelle (3) ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Wärmequelle (3) mit der Maximalleistung (P1,max) betrieben wird und dass die zweite Wärmequelle (4) mit der Differenz zwischen dem
aktuellen Wärmebedarf und der Maximalleistung (P1,max) der ersten Wärmequelle (3) betrieben wird, wenn der Wärmebedarf größer als die Maximalleistung
(P1,max) der ersten Wärmequelle (3) ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der aktuelle Wärmebedarf durch eine Soll-Vorlauftemperatur des Wärmeträgermediums
definiert wird und das Steuergerät (5) die Leistung der ersten (3) oder der zweiten
Wärmequelle (4) so einstellt, dass die Ist-Vorlauftemperatur an die Soll-Vorlauftemperatur
angeglichen wird, wobei in dem Fall, dass die erste Wärmequelle (3) mit der Minimalleistung
(P1,min) betrieben wird und die Ist-Vorlauftemperatur zumindest über einen ersten Messzeitraum
(Δt1) zumindest um einen ersten Differenzbetrag (ΔT1) oberhalb der Soll-Vorlauftemperatur ist, die erste Wärmequelle (3) abgeschaltet
wird und die zweite Wärmequelle (4) betrieben wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Wärmequelle (4) maximal mit einer Leistung gleich oder oberhalb der Minimalleistung
(P1,min) der ersten Wärmequelle (3) betrieben wird und dass in dem Fall, dass die zweite
Wärmequelle (4) mit der maximalen Leistung betrieben wird und die Ist-Vorlauftemperatur
zumindest über einen zweiten Messzeitraum (Δt2) zumindest um einen zweiten Differenzbetrag (ΔT2) unterhalb der Soll-Vorlauftemperatur ist, die zweite Wärmequelle abgeschaltet wird
und die erste Wärmequelle (3) betrieben wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Fall, dass die zweite Wärmequelle (4) mit einer Leistung über einem dritten
Messzeitraum (Δt3) oberhalb der Minimalleistung (P1,min) der ersten Wärmequelle (3) betrieben, die zweite Wärmequelle (4) abgeschaltet wird
und die erste Wärmequelle betrieben wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und/oder zweite Differenzbetrag (ΔT1, ΔT2) kleiner 1 K ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und/oder zweite Differenzbetrag (ΔT1, ΔT2) kleiner 0,5 K ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der erste (Δt1) und/oder zweite (Δt2) und/oder dritte Messzeitraum (Δt3) mindestens die Umlaufdauer des Wärmeträgermediums im Heizkreislauf (11) ist.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Minimalleistung (P1,min) oder Maximalleistung (P1,max) der ersten Wärmequelle (3) durch die Drehzahl des Gebläses (2), durch einen aus
Drehzahl und Leistungsaufnahme des Gebläses (2) gebildeten Massenstromkennwert oder
durch einen mittels eines Volumen- oder Massenstromsensors gemessenen Volumen- oder
Massenstroms der Luft, des Gases oder des Gas-Luft-Gemisches ermittelt wird.
10. Hybrides Heizgerät (1) mit einer ersten Wärmequelle (3) auf Basis der Verbrennung
eines Gemisches aus Brenngas und Luft, wobei das Gemisch oder die Luft mit einem Gebläse
(2) zugeführt wird wobei und die erste Wärmequelle (3) eine Minimalleistung (P1,min) und eine Maximalleistung (P1,max) aufweist, mit einer zweiten Wärmequelle (4) auf der Basis elektrischer Energie,
wobei die erste (3) und die zweite Wärmequelle (4) die Wärme auf ein flüssiges Wärmeträgermedium
überträgt, mit einer Umwälzpumpe (12), welche im Betrieb das Wärmeträgermedium zwischen
dem Heizgerät (1) und einer oder mehreren an das Heizgerät (1) in einem Heizkreislauf
(11) anschließbaren Wärmesenken (8, 9) zirkuliert, und mit einem Steuergerät (5),
das die erste (3) und die zweite Wärmequelle (4) ansteuert, , dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Wärmequelle (4) im Heizkreislauf (11) in Förderrichtung der Umwälzpumpe
(12) in Reihe hinter ersten Wärmequelle (3) angeordnet ist und dass das Steuergerät
(5) so ausgebildet ist, dass es das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausführt.