GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von mindestens einem
Hochfrequenz-Kontaktelement oder einer Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung sowie
zugehörige Vorrichtungen.
TECHNISCHER HINTERGRUND
[0002] Moderne Verbindungstechnologie umfasst nicht nur Kontaktelemente zur Kontaktierung
und Übertragung von Gleichspannungs- oder Niederfrequenzsignalen gemäß der
DE 10 2016 004 520 A1, sondern auch Kontaktelemente zur Kontaktierung und Übertragung von Hochfrequenzsignalen.
Unter einem Hochfrequenzsignal wird hierbei und im Folgenden ein Signal mit einer
Frequenz ab 3 MHz bis 30 THz, also fast der gesamte Bereich des elektromagnetischen
Spektrums, verstanden.
[0003] Bevorzugt werden Kontaktelemente für die Übertragung von Hochfrequenzsignalen zwischen
Kontaktanschlüssen von zwei benachbarten Leiterplatten eingesetzt (sogenannte Board-to-Board-Verbindung;
deutsch: Leiterplatte-zu-Leiterplatte-Verbindung).
[0004] Ein weiteres großes Anwendungsfeld von Kontaktelementen für Hochfrequenzsignale ist
die Kontaktierung und Übertragung eines Hochfrequenzsignals zwischen einem Kontaktanschluss
einer zu prüfenden Schaltung, beispielsweise einer zu prüfenden integrierten Schaltung,
und einem Kontaktanschluss einer Leiterplatte, die mit einem Messgerät verbunden ist.
Die Kontaktierung an der zu prüfenden integrierten Schaltung kann hierbei an einem
Kontaktanschluss des Gehäuses der integrierten Schaltung oder direkt auf einen Kontaktanschluss
bzw. einer Kontaktfläche auf dem Substrat der integrierten Schaltung erfolgen. Es
ist auch ein Anwendungsfall möglich, bei dem das Kontaktelement, das einen Kontaktanschluss
der zu prüfenden Schaltung kontaktiert, mit seinem anderen Kontaktende direkt an ein
Messkabel, das zum Messgerät geführt ist, angeschlossen ist.
[0005] Schließlich sind auch Kontaktelemente für hochfrequente Signale denkbar, die die
Kontaktflächen auf dem Substrat von zwei integrierten Schaltungen elektrisch überbrücken.
[0006] Aus der
US 5 158 465 A geht ein Hochfrequenzsteckverbinder für Audioanwendungen hervor, der buchsenförmig
ausgebildet ist. Hierbei ist auf einem planaren Substrat ein elektrisch isolierendes
Substrat in der Form einer Buchse aufgebaut. Während das stirnseitige Ende des buchsenförmigen
Substrats unbeschichtet bleibt, wird die innenseitige und die außenseitige Wandung
des buchsenförmigen Substrats elektrisch beschichtet.
[0007] Die Übertragung eines Hochfrequenzsignals zwischen den beiden Kontaktstellen des
Kontaktelements, die die Kontaktanschlüsse bzw. Kontaktflächen kontaktieren, erfordert
ein Kontaktelement, das an den beiden Kontaktstellen jeweils eine Impedanz aufweist,
die der Eingangsimpedanz des zugehörigen zu kontaktierenden Kontaktanschluss entspricht.
Ein derart ausgeführtes Kontaktelement ist hinsichtlich seiner Impedanz an seinen
Kontaktstellen an die Impedanz an den zugehörigen zu kontaktierenden Kontaktanschlüssen
angepasst und verhindert unerwünschte Reflexionen des zu kontaktierenden und zu übertragenden
Hochfrequenzsignals an den Kontaktstellen.
[0008] Für den Sonderfall, dass die angepassten Impedanzen an den beiden Kontaktstellen
des Kontaktelements unterschiedliche Werte aufweisen, ist im Hinblick auf eine Minimierung
von Signalreflexionen ein möglichst stetiger Übergang zwischen diesen beiden Impedanzwerten
innerhalb des Kontaktelements zu verwirklichen. Ein Kontaktelement, das sowohl an
seinen beiden Kontaktstellen als auch zwischen den beiden Kontaktstellen hinsichtlich
seiner Impedanz reflexionsminimiert ausgeführt ist, weist eine eingestellte Impedanz
entlang seiner Längserstreckung auf.
[0009] Unter einer eingestellten Impedanz eines Kontaktelements wird hierbei und im Folgenden
eine Impedanz verstanden, die zwischen den beiden Kontaktstellen an die Impedanz der
jeweils zu kontaktierenden Kontaktfläche angepasst ist. Eine bevorzugt konstante Impedanz
über die gesamte Längserstreckung wird durch geeignete Formgebung und Materialwahl
des Kontaktelements realisiert. Im Sonderfall einer unterschiedlichen Impedanz der
beiden zu kontaktierenden Kontaktflächen wird mittels Formgebung und Materialwahl
im Kontaktelement ein stetiger oder zumindest mehrfach gestufter Übergang zwischen
den beiden unterschiedlichen Werten einer angepassten Impedanz an den beiden Kontaktstellen
des Kontaktelements verwirklicht.
[0010] Neben dem technischen Erfordernis der angepassten Impedanz bzw. der eingestellten
Impedanz muss ein derartiges Kontaktelement typischerweise auch noch andere technische
Anforderungen erfüllen:
Der Verlauf der Querschnittsgeometrie zwischen der Innenleiter- und der Außenleitersignalführung
eines Hochfrequenz-Kontaktelements ist sowohl an den Kontaktstellen zu den zu kontaktierenden
Kontaktanschlüssen wie auch zwischen den Kontaktstellen weitest möglich stetig auszuführen,
um unerwünschte Moden des zu kontaktierenden und zu übertragenden Hochfrequenzsignals
zu vermeiden.
[0011] Kontaktelemente sind bevorzugt elastisch auszuführen, um einerseits veränderliche
Abstände zwischen den zu kontaktierenden Kontaktanschlüssen auszugleichen und andererseits
einen ausreichenden Kontaktdruck vom Kontaktelement auf die zu kontaktierenden Kontaktanschüsse
auszuüben.
[0012] Eine Vielzahl von parallel zu kontaktierenden Kontaktanschlüssen mit einem zunehmend
geringeren Rasterabstand zwischen den Kontaktanschlüssen erfordert eine fortschreitende
Miniaturisierung der Kontaktelemente. Die Miniaturisierung der Kontakteelemente wird
zusätzlich durch die zunehmende Abstandsverkleinerung zwischen den zu kontaktierenden
Kontaktanschlüssen beschleunigt.
[0013] Eine weitere Herausforderung an die technische Auslegung von Kontaktelementen ist
darin zu sehen, dass parallele Kontaktelemente jeweils Kontaktanschlüsse einer zu
prüfenden integrierten Schaltung in einem vergleichsweise kleinen Rasterabstand kontaktieren
und in jeweils gegenüberliegende Kontaktflächen mit einem vergleichsweise größeren
Rasterabstand übersetzen. Auf diese Weise ist eine einfacher handhabbare Montage der
Messkabel an die Kontaktstellen der einzelnen Kontaktelemente wie auch eine einfach
handhabbare Kontaktierung mit Kontaktanschlüssen bzw. Kontaktfläche auf einer Leiterplatte,
die mit dem Messgerät verbunden ist, möglich.
[0014] Die genannten elektrischen und mechanischen Anforderungen an die Kontaktelemente
führen zwangsläufig zu sehr komplizierten Geometrien, zu kleinsten Abmessungen und
zu WerkstoffKombinationen, die mit konventionellen Fertigungstechnologien nachteilig
nicht herstellbar sind. Mit konventionellen Fertigungsverfahren und deren Kombination
wie spanabhebende Verfahren, wie beispielsweise Drehen und Fräsen, umformende Verfahren,
wie beispielsweise Tiefziehen und Schmieden, und trennende Verfahren, wie beispielsweise
Stanzen, können nur vergleichsweise einfache Geometrien für Kontaktelemente technisch
und gleichzeitig wirtschaftlich hergestellt werden.
[0015] Auch der Miniaturisierung von Kontaktelementen ist mit derartigen konventionellen
Fertigungstechnologien eine technische Grenze gesetzt. Vielfach können miniaturisierte
Kontaktelemente unterhalb einer bestimmten Größe nicht in einer Serienfertigung hergestellt
werden.
[0016] Die konventionelle Herstellung eines Hochfrequenz-Kontaktelements erfordert schließlich
eine Einzelfertigung von Einzelbauteilen, wie beispielsweise Innenleiterelement, Isolatorelement
und Außenleiterelement, und eine anschließende Montage der Einzelbauteile zum fertigen
Hochfrequenz-Kontaktelement. Insbesondere die Montage erfolgt noch weitestgehend manuell
und verteuert das fertige Produkt erheblich.
[0017] Isolatorelemente, die jeweils einteilig mehrere Bereiche aus unterschiedlichen Werkstoffen
aufweisen, sind mit einer konventionellen Fertigungstechnologie überhaupt nicht fertigbar.
[0018] Dies ist ein Zustand, den es zu verbessern gilt.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0019] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren zur kostengünstigen Herstellung eines Kontaktelements zur Kontaktierung
und Übertragung eines Hochfrequenzsignals zu entwickeln, das hinsichtlich seiner elektrischen
und mechanischen Eigenschaften optimiert ist und auch in einer sehr kleinen Ausdehnung
mit Qualität herstellbar ist. Daneben sind auch ein Verfahren zur kostengünstigen
Herstellung einer Kontaktelement-Anordnung zur Kontaktierung und Übertragung von mehreren
Hochfrequenzsignalen, die mehrere Kontaktelemente enthält, sowie zugehörige Vorrichtungen
von der Erfindung zu verwirklichen.
[0020] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0021] Demgemäß ist vorgesehen:
Ein Verfahren zur Herstellung von mindestens einem Hochfrequenz-Kontaktelement oder
von einer Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung aus mindestens einem derartigen Hochfrequenz-Kontaktelement
mit folgenden Verfahrensschritten:
- Herstellen eines Grundkörperteils jedes Hochfrequenz-Kontaktelements aus einem dielektrischen
Material mit einem additiven Fertigungsverfahren,
- wobei das Grundkörperteil eine Durchführung zwischen einem ersten Ende und einem zweiten
Ende einer Längserstreckung des Grundkörperteils aufweist,
- Beschichten des dielektrischen Grundkörperteils mit einer elektrisch leitfähigen Schicht
und
- Entfernen der elektrisch leitfähigen Schicht in einem die Durchführung umschließenden
Bereich am ersten Ende und am zweiten Ende des Grundkörperteils zur Ausbildung einer
elektrisch leitfähigen außenleiterseitigen Beschichtung und einer elektrisch leitfähigen
innenleiterseitigen Beschichtung.
[0022] Erfindungsgemäß wird das Grundkörperteil des Hochfrequenz-Kontaktelements, das eine
Durchführung zwischen einem ersten Ende und einem zweiten Ende aufweist, aus einem
dielektrischen Material hergestellt. Das derart ausgeführte Grundkörperteil stellt
das Isolatorelement des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements dar.
[0023] Das Hochfrequenz-Kontaktelement ist bevorzugt aus einem einstückigen Grundkörperteil
zusammengesetzt. Im Fall eines mehrstückigen Grundkörperteils werden die dielektrischen
Einzelteile des Grundkörperteils vor dem Beschichten geeignet, beispielsweise mittels
Klebung, miteinander verbunden.
[0024] Erfindungsgemäß wird außerdem das dielektrische Grundkörperteil mit einer elektrisch
leitfähigen Schicht beschichtet.
[0025] Schließlich wird erfindungsgemäß die elektrisch leitfähige Schicht in einem die Durchführung
umschließenden Bereich am ersten Ende und am zweiten Ende des Grundkörperteils entfernt.
Auf diese Weise wird vorteilhaft ein Hochfrequenz-Kontaktelement mit einer Innenleiterbeschichtung
und einer Außenleiterbeschichtung erzeugt, die jeweils durch das dielektrische Material
des Grundkörperteils voneinander elektrisch isoliert getrennt sind.
[0026] Der wesentliche Vorteil dieses erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, dass die
Einzelbauteile des Hochfrequenz-Kontaktelements, d.h. das Innenleiterelement, das
Isolatorelement und das Außenleiterelement, nicht mehr einzeln gefertigt und anschließend
vergleichsweise aufwendig zum fertigen Hochfrequenz-Kontaktelement montiert werden
müssen. Stattdessen wird das Hochfrequenz-Kontaktelement über drei sequenziell ablaufende
Fertigungsschritte, die automatisiert werden können, hergestellt.
[0027] Außerdem ermöglicht die Herstellung des Grundkörperteils aus einem dielektrischen
Material mittels eines additiven Fertigungsverfahrens im Vergleich zur Einzelteilfertigung
in einer konventionellen Fertigungstechnologie vorteilhaft die Realisierung von sehr
komplexen Geometrien. Diese komplexen Geometrien lassen sich so zusätzlich vorteilhaft
mit komplexen Werkstoffkombinationen verbinden. Damit lassen sich Hochfrequenz-Kontaktelemente
mit komplexen elektrischen Anforderungen, insbesondere komplexe Anforderungen an die
Impedanzanpassung, in Kombination mit komplexen mechanischen Anforderungen erfüllen.
Außerdem lassen sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren extrem miniaturisierte Hochfrequenz-Kontaktelemente
mit sehr filigranen Geometriestrukturen erzeugen. Derart qualitativ hochwertige Hochfrequenz-Kontaktelemente
lassen sich mit konventionellen Verfahren nur sehr aufwendig und damit sehr kostenintensiv
in Einzelfertigung herstellen.
[0028] Unter einem "additiven Fertigungsverfahren", das auch als "generatives Fertigungsverfahren"
bezeichnet wird, wird hierbei und im Folgenden ein Fertigungsverfahren verstanden,
das auf der Basis von rechnerinternen Datenmodellen aus formlosem (Flüssigkeiten,
Gelen/Pasten, Pulver u. ä.) oder formneutralem (band-, drahtförmig, blattförmig) Material
mittels chemischer und/oder physikalischer Prozesse Erzeugnisse hoch präzise und kostengünstig
herstellt. Obwohl es sich um formende Verfahren handelt, sind für ein konkretes Erzeugnis
keine speziellen Werkzeuge erforderlich, die die jeweilige Geometrie des Werkstücks
gespeichert haben (zum Beispiel Gussformen).
[0029] Zur Realisierung sehr kleiner Geometriestrukturen des Hochfrequenz-Kontaktelements
eignet sich bevorzugt die 3D-Laser-Lithographie, insbesondere bevorzugt die 2-Photonen-Laser-Lithographie.
Mit der hierbei verwendeten Multi-Photonen-Polymerisation wird ein fotosensitives
Material, bevorzugt ein flüssiges fotosensitives Material, insbesondere bevorzugt
ein pastöses fotosensitives Material, mittels eines Lasers bevorzugt in einzelnen
Laserlichtblitzen beschossen und härtet dabei an speziellen Stellen aus. Auf diese
Weise wird das Grundkörperteil des Hochfrequenz-Kontaktelements schrittweise aus dem
fotosensitiven dielektrischen Material aufgebaut.
[0030] Nach der Herstellung des dielektrischen Grundkörperteils des Hochfrequenz-Kontaktelements
mittels additiver Fertigungstechnologie wird das Grundkörperteil mit einer elektrisch
leitfähigen Schicht beschichtet. Als Beschichtungsverfahren eignet sich bevorzugt
ein elektrochemisches Beschichtungsverfahren, beispielsweise ein Galvanik-Prozess.
In einem Galvanikbad mit einem Elektrolyten wird hierbei ein elektrischer Stromkreis
zwischen einer Kathode, die mit dem zu galvanisierenden Körper verbunden ist, und
einer Anode aus dem Beschichtungsmaterial aufgebaut. Als Beschichtungsmaterial eignet
sich bevorzugt Kupfer. Daneben kann auch Palladium, Silber, Gold, Nickel, Zinn oder
Bleizinn zum Einsatz kommen.
[0031] Neben einem elektrochemischen Prozess kann für das Beschichten auch ein chemisches
Verfahren verwendet werden. Bei einem chemischen Verfahren reagiert ein Ausgangsstoff,
der an ein Trägergas gebunden ist oder in einer Flüssigkeit gelöst ist, unter bestimmten
Reaktionsbedingungen, beispielsweise Temperatur und Druck, mit dem Grundkörperteil
aus dielektrischen Material und erzeugt als Reaktionsergebnis eine elektrisch leitfähige
Schicht, bevorzugt eine metallische Schicht.
[0032] Schließlich ist als Beschichtungsverfahren auch ein physikalisches Verfahren möglich,
wie beispielsweise das SputterVerfahren oder andere Verdampfungsverfahren, einsetzbar.
Alternativ ist als alternative Beschichtung auch eine Kombination eines elektrochemischen
Verfahrens mit einem chemischen Verfahren oder eine Kombination eines elektrochemischen
Verfahrens mit einem physikalischen Verfahren denkbar.
[0033] Für das Entfernen der elektrisch leitfähigen Schicht an einem ersten und an einem
zweiten Ende des Grundkörperteils in einem die Durchführung des Grundkörperteils umschließenden
Bereich kann ein mechanisches Verfahren wie beispielsweise das Abschleifen der elektrisch
leitfähigen Schicht mit einem hierfür geeignet ausgelegten Schleifwerkzeug zum Einsatz
kommen.
[0034] Daneben kann das Entfernen der elektrisch leitfähigen Schicht auch über ein physikalisches
bzw. optisches Verfahren, beispielsweise mittels Laserablation oder Laserverdampfung,
durchgeführt werden. Hierbei wird die elektrisch leitfähige Schicht von einer Oberfläche
des Grundkörperteils durch Beschuss mit einer Laserstrahlung entfernt. Die hierbei
verwendete Laserstrahlung weist eine hohe Leistungsdichte auf, die zu einer rapiden
Erhitzung und Ausbildung eines Plasmas an der Oberfläche führt. Hierbei werden die
chemischen Bindungen der elektrisch leitfähigen Schicht aufgebrochen und/oder aus
der Oberfläche des Grundkörperteils geschleudert.
[0035] Schließlich kann die elektrisch leitfähige Schicht auch über ein chemisches Verfahren,
beispielsweise über den sogenannten Lift-Off-Prozess, entfernt werden. Hierzu wird
zwischen der elektrisch leitfähigen Schicht und dem Grundkörperteil aus dielektrischem
Material eine Opferschicht bevorzugt aus Fotolack aufgebracht. Über einen nasschemischen
Prozess mit einem Lösungsmittel, beispielsweise Azeton, wird die Opferschicht entfernt.
Mit der Opferschicht wird auch die elektrisch leitfähige Schicht mit abgehoben (englisch:
lift off) und weggewaschen.
[0036] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.
[0037] Es versteht sich, dass die voranstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0038] In einer besonderen Weiterbildung der Erfindung ist die Schichtdicke der Beschichtung,
d.h. der elektrisch leitfähigen Schicht, innerhalb der Durchführung vergleichsweise
größer als die Schichtdicke der Beschichtung an der Außenmantelfläche des Grundkörperteils
ausgeführt. Auf diese Weise lassen sich auch Hochfrequenzsignale mit einem höheren
Leistungspegel über das Hochfrequenz-Kontaktelement übertragen. Im Extremfall füllt
die Beschichtung die Durchführung vollständig aus.
[0039] Insbesondere bei Anwendung eines elektrochemischen Verfahrens, d.h. bei Anwendung
eines Galvanik-Prozesses, ist vor dem Aufbringen der eigentlichen elektrisch leitfähigen
Schicht funktionsbedingt eine elektrisch leitende Startschicht auf dem elektrisch
isolierenden Material des Grundkörperteils mittels beispielsweise eines chemischen
Verfahrens aufzubringen.
[0040] Somit beinhaltet das Beschichten des dielektrischen Grundkörperteils mit einer elektrisch
leitfähigen Schicht bevorzugt ein Beschichten des dielektrischen Grundkörperteils
mit mehreren elektrisch leitfähigen Schichten. Jede einzelne elektrisch leitfähige
Schicht ist bevorzugt jeweils eine metallische Schicht. Bevorzugt sind die einzelnen
metallischen Schichten, d.h. die Startschicht und die darauf aufgesetzte mindestens
eine weitere metallische Schicht, aus einem unterschiedlichen metallischen Material.
Durch geeignete Wahl der Schichtfolgen lassen sich auf diese Weise insbesondere in
den Kontaktierungsbereichen besonders ausgeprägte elektrische und mechanische Eigenschaften,
beispielsweise ein minimierter Übergangswiderstand oder eine optimierte Abriebfestigkeit,
realisieren.
[0041] Das erfindungsgemäße Kontaktelement enthält die beiden Kontaktierungsbereiche, die
jeweils zum elektrischen Kontaktieren der zu kontaktierenden Kontaktflächen bzw. Kontaktanschlüsse
auf einer Leiterplatte, auf einem Substrat oder auf einem Gehäuse einer integrierten
Schaltung dienen, und den zwischen den beiden Kontaktierungsbereichen angeordneten
Verbindungsbereich.
[0042] Das Hochfrequenz-Kontaktelement ist in mindestens einem Bereich jeweils elastisch
ausgeführt, um einen ausreichenden Kontaktdruck auf die zu kontaktierenden Kontaktflächen
bzw. Kontaktanschlüsse auszuüben und veränderliche Abstände zwischen den zu kontaktierenden
Kontaktflächen bzw. Kontaktanschlüssen aufgrund von Fertigungstoleranzen auszugleichen.
[0043] Die Elastizität ist bevorzugt im Verbindungsbereich zwischen den beiden Kontaktierungsbereichen
des Kontaktelements ausgebildet. Daneben können auch nur die Kontaktierungsbereiche
oder das gesamte Kontaktelement elastisch ausgeführt sein. Schließlich kann das Kontaktelement
auch aus einzelnen elastischen Bereichen und dazwischen angeordneten starren Bereichen
zusammengesetzt sein.
[0044] Die Elastizität in den einzelnen Bereichen des Hochfrequenz-Kontaktelements wird
hierbei durch eine hierfür geeignete Materialauswahl und/oder durch eine hierfür geeignete
Formgebung erzielt.
[0045] Bevorzugt wird hierzu das dielektrische Material des Grundkörperteils elastisch ausgewählt.
Die bevorzugt metallische Beschichtung des Grundkörperteils, deren Schichtdicke im
Vergleich zur Ausdehnung des dielektrischen Grundkörperteils vergleichsweise geringfügig
ausgebildet ist, passt sich der Elastizität des dielektrischen Grundkörperteils an.
Als dielektrisches Material mit Elastizitätseigenschaften kann ein Elastomer, beispielsweise
Silikon oder Naturkautschuk, Verwendung finden.
[0046] Geometrische Formen, die einem Kontaktelement für eine Hochfrequenzsignalübertragung
eine gewisse Elastizität verleihen, sind auf elastische Realisierungen konzentriert,
in denen über die gesamte Längserstreckung des Kontaktelements eine vollständige Umfassung
der mindestens einen Innenleiter durch eine gemeinsame elektrisch abschirmende Außenleiter
möglich ist. Im besonderen Fall eines einzigen Innenleiters ist bevorzugt eine koaxiale
Ausformung zwischen dem Innen- und Außenleiter über die gesamte Längserstreckung des
Hochfrequenz-Kontaktelements anzustreben. In all diesen Fällen eignet sich in bevorzugter
Weise eine Ausformung als Torsionsfeder oder als Federarm. In einer besonderen Ausprägung
kann der Federarm auch mäanderförmig aus mindestens drei Windungen bzw. Schleifen
ausgeformt sein. Durch die Mäanderform wird die Elastizität des Kontaktelements mit
jeder hinzukommenden Windung bzw. Schleife zusätzlich erhöht.
[0047] Hinsichtlich der Realisierung der beiden Kontaktierungsbereiche des Kontaktelements
ist einerseits eine einteilige Lösung, bei der das Grundkörperteil sowohl die beiden
Kontaktierungsbereiche als auch den die beiden Kontaktierungsbereiche verbindenden
Verbindungsbereich umfasst. Andererseits ist auch eine mehrteilige Lösung möglich,
bei der an das Grundkörperteil im Bereich der Kontaktierungen jeweils ein separates
Bauteil zur Kontaktierung befestigt ist. Dieses separate Bauteil zur Kontaktierung
kann ebenfalls mittels additiver Fertigungstechnologien aus einem dielektrischen Material
aufgebaut und anschließender metallischer Beschichtung hergestellt werden. Alternativ
ist aber auch jede geeignete konventionelle Metallverarbeitungstechnologie oder jede
aus dem Halbleiterbereich bekannte Aufbau- und Schichttechnologie hierbei anwendbar.
[0048] Im Fall einer einteiligen Lösung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
sind die beiden Kontaktierungsbereiche in der einfachsten technischen Realisierung
jeweils als stirnflächig ausgeformte erste und zweite Enden des Kontaktelements realisiert,
die innenleiterseitig und außenleiterseitig jeweils mit mindestens einer metallischen
Schicht versehen sind. Auf diese Weise ist jeweils ein Stirnkontakt mit zugehörigen
innenleiter- und außenleiterseitigen Kontaktanschlüssen bzw. Kontaktflächen auf einer
Leiterplatte, einem IC-Substrat oder einem IC-Gehäuse möglich.
[0049] Daneben können die Kontaktierungsbereiche des Hochfrequenz-Kontaktelements aufgrund
der vielfältigen geometrischen Realisierungsmöglichkeiten der additiven Fertigungstechnologie
auch komplexere Ausformungen aufweisen. Insbesondere für die außenleiterseitige Kontaktierung
sind mehrere bevorzugt kreisförmig im außenleiterseitigen Kontaktierungsbereich angeordnete
Kontaktspitzen vorstellbar. Anstelle von Kontaktspitzen kann innen- und außenleiterseitig
jeweils eine ringförmige Ausformung mit einer konisch ausgeformten Kontaktierungskante
Verwendung finden. In beiden Fällen wird auf diese Weise ein punkt- oder linienförmiger
Kontakt zwischen dem jeweiligen Kontaktierungsbereich des Kontaktelements und der
jeweils zu kontaktierenden Kontaktfläche verwirklicht, der eine sichere Kontaktbildung
auch bei unebenen Kontaktflächen ermöglicht.
[0050] Auch elastische Kontaktierungsbereiche können mit einer einteiligen Lösung bei Anwendung
der additiven Fertigungstechnologie jeweils innenleiter- und außenleiterseitig verwirklicht
werden. Hierzu werden im innenleiter- und außenleiterseitigen Kontaktierungsbereich
jeweils mehrere geometrische Ausformungen realisiert, die auf dem Federarmprinzip
aufbauen.
[0051] In einer besonderen Kontaktierungsausprägung für eine einteilige Lösung des erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements weist der innenleiter- und der außenleiterseitige Kontaktierungsbereich
eine Kontaktierung auf, die in eine radiale Erstreckung des Grundkörperteils gerichtet
ist. Hierbei kontaktieren der innenleiterseitige Kontaktierungsbereich mit einer Kontaktfläche
und der innenleiterseitige Kontaktierungsbereich mit mehreren Kontaktflächen.
[0052] Bevorzugt sind die zu kontaktierenden Kontaktflächen jeweils sphärisch ausgeformt
und stellen die Kontaktoberfläche einer elektrisch leitenden Kugel, bevorzugt einer
elektrisch leitenden Lotkugeln, dar, die mit einer Leiterplatte, einem IC-Gehäuse
oder einem IC-Substrat elektrisch und mechanisch verbunden sind. Hierbei sind im Fall
eines koaxialen Kontaktelements eine Lotkugel für die innenleiterseitige Kontaktierung
und mehrere Lotkugeln für die außenleiterseitige Kontaktierung vorgesehen, die jeweils
auf einem konzentrischen Kreis um die Lotkugel für die Innenleiterkontaktierung angeordnet
sind. Der Durchmesser der Lotkugel für die Innenleiterkontaktierung ist an den Innendurchmesser
der beschichteten Durchführung des Kontaktelements angepasst. Im Fall eines Hochfrequenz-Kontaktelements
zur Übertragung von mindestens einem differenziellen Hochfrequenzsignal ist für die
Kontaktierung jedes einzelnen Innenleiters jeweils eine Lotkugel vorzusehen. Die Lotkugeln
für die Außenleiterkontaktierung sind so anzuordnen, dass sie auf einer in sich geschlossenen
Linie aller Lotkugeln für die Innenleiterkontaktierungen umschließen.
[0053] Hinsichtlich einer verbesserten Berührung bzw. verbesserten mechanischen Fixierung
des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements an die zu kontaktierenden Lotkugeln
ist das dielektrische Grundkörperteil des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
bevorzugt im Bereich des innenleiterseitigen und des außenleiterseitigen Kontaktbereiches
jeweils mit einer Fase oder Stufe zu versehen. In diesem Fall enthält die Kontaktierung
nicht nur eine radial gerichtete Komponente, sondern auch eine axial gerichtete Komponente.
[0054] Anstelle einer elektrisch leitenden Lotkugel kann alternativ auch ein konisch geformter
und elektrisch leitender Körper, beispielsweise ein kegelförmiger oder ein kegelstumpfförmiger
Körper, zum Einsatz kommen. Im Fall eines elastisch ausgeführten Kontaktierungsbereiches
des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements kann alternativ auch ein zylinderförmiger
Körper verwendet werden.
[0055] Bei einer mehrteiligen Realisierung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
können Bauteile zur Kontaktierung ebenfalls jeweils als Kontaktspitzen oder ringförmige
Körper mit einer konisch ausgeformten Kontaktierungskante realisiert sein. Diese Bauteile
zur Kontaktierung werden im innenleiter- und außenleiterseitigen Kontaktierungsbereich
des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements mit dem beschichteten Grundköperteil
bevorzugt mittels Lötung verbunden. Auch Kontaktkronen können als innenleiter- und
außenleiterseitige Bauteile zur Kontaktierung Einsatz finden.
[0056] Kontaktierungsbereiche mit Elastizität können innenleiter- und außenleiterseitig
jeweils bevorzugt als kuppelförmige Bauteile zur Kontaktierung ausgeformt sein. Daneben
können auch andere geometrische Ausformungen, die eine Elastizität realisieren, wie
beispielsweise federarmförmige, tellerfederförmige oder biegefederförmige Ausformungen,
eingesetzt werden.
[0057] Die Bauteile zur Kontaktierung werden in additiver oder konventioneller Fertigung
separat hergestellt und mit dem dielektrischen Grundkörperteil dem additiven Fertigungsprozess
zur Herstellung des Hochfrequenz-Kontaktelements zugeführt.
[0058] Hinsichtlich einer Optimierung der Hochfrequenzübertragungscharakteristik des erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements sind bevorzugt folgende erfindungsgemäße technische Maßnahmen
zu nennen, die mit konventionellen Fertigungstechnologien nicht beherrschbar oder
nur sehr aufwendig herstellbar sind. Hierbei wird die Impedanz des Hochfrequenz-Kontaktelements
in den beiden Kontaktierungsbereichen und in bestimmten Abschnitten zwischen den beiden
Kontaktbereichen entlang der Längserstreckung des Hochfrequenz-Kontaktelements jeweils
durch eine geeignete Wahl des dielektrischen Materials des Grundkörperteils und durch
eine geeignete geometrische Ausformung des dielektrischen Grundkörperteils festgelegt.
[0059] Bei einer identischen Eingangsimpedanz und einer unterschiedlichen geometrischen
Ausdehnung der mit dem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement zu kontaktierenden
innenleiter- bzw. außenleiterseitigen Kontaktflächen wird im Hinblick auf eine Impedanzanpassung
eines koaxial ausgeführten Hochfrequenz-Kontaktelements jeweils bevorzugt eine stetige
Änderung eines innenleiterseitigen Durchmessers und eines außenleiterseitigen Durchmessers
des Hochfrequenz-Kontaktelements zwischen dem ersten Ende und dem zweiten Ende des
Kontaktelements ausgebildet. Das Verhältnis zwischen dem innenleiterseitigen Durchmesser
und dem außenleiterseitigen Durchmesser des Hochfrequenz-Kontaktelements wird hierbei
zwischen dem ersten Ende und dem zweiten Ende des Kontaktelements konstant ausgebildet.
Auf diese Weise ist eine konstante Impedanz über die gesamte Längserstreckung des
erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements verwirklicht, die der Eingangsimpedanz
der beiden zu kontaktierenden Kontaktflächen entspricht. Somit liegt eine reflexionsminimierte
und damit hochfrequenztechnisch optimierte Übertragung im erfindungsgemäßen Kontaktelement
vor.
[0060] Alternativ wird bei einer identischen Eingangsimpedanz und einer unterschiedlichen
geometrischen Ausdehnung der mit dem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement
zu kontaktierenden innenleiter- bzw. außenleiterseitigen Kontaktflächen im Fall eines
koaxial ausgeführten Hochfrequenz-Kontaktelements jeweils eine mindestens einstufige
Änderung eines innenleiterseitigen Durchmessers und eines außenleiterseitigen Durchmessers
des Hochfrequenz-Kontaktelements zwischen dem ersten Ende und dem zweiten Ende des
bevorzugt rotationssymmetrisch ausgeformten Hochfrequenz-Kontaktelements ausgebildet.
[0061] Unterscheiden sich sowohl die Eingangsimpedanzen als auch die geometrischen Ausdehnungen
der beiden zu kontaktierenden innenleiter- bzw. außenleiterseitigen Kontaktflächen
jeweils voneinander, so wird eine stetige oder mehrfach gestufte Änderung eines innenleiterseitigen
Durchmessers und eines außenleiterseitigen Durchmessers des koaxial ausgeführten Hochfrequenz-Kontaktelements
zwischen dem ersten Ende und dem zweiten Ende des Hochfrequenz-Kontaktelements ausgebildet.
Auf diese Weise wird eine stetige oder mehrfach gestufte Annäherung der Impedanz im
Verbindungsbereich des Hochfrequenz-Kontaktelements zwischen den beiden Kontaktierungsbereichen
des Hochfrequenz-Kontaktelements an die beiden unterschiedlichen Eingangsimpedanzen
der zu kontaktierenden Kontaktflächen verwirklicht. Auch auf diese Weise liegt eine
reflexionsminimierte und damit hochfrequenztechnisch optimierte Übertragung im erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelement vor.
[0062] Eine mehrfach gestufte Änderung der Impedanz entlang der Längserstreckung des Hochfrequenz-Kontaktelements
kann bei einem koaxialen Hochfrequenz-Kontaktelement dadurch verwirklicht werden,
dass der innenleiter- und der außenleiterseitige Durchmesser des erfindungsgemäßen
und koaxial ausgeführten Hochfrequenz-Kontaktelements in einzelnen Abschnitten des
Hochfrequenz-Kontaktelements jeweils konstant ausgeführt sind. Außerdem ändern sich
der innenleiter- und der außenleiterseitige Durchmesser des erfindungsgemäßen und
koaxial ausgeführten Hochfrequenz-Kontaktelements jeweils in aufeinanderfolgenden
Abschnitten im gleichen Verhältnis.
[0063] Alternativ oder in Ergänzung zu dieser geometrischen Änderung des dielektrischen
Grundkörperteils kann das dielektrische Grundkörperteil aus in Längsachsrichtung des
Grundkörperteils aufeinanderfolgenden Schichten aufgebaut werden, die jeweils aus
einem dielektrischen Material mit einer veränderten relativen Permittivität hergestellt
werden.
[0064] Anstelle der Verwendung eines dielektrischen Materials mit jeweils einer unterschiedlichen
relativen Permittivität in den einzelnen Schichten kann alternativ oder in Ergänzung
innerhalb des dielektrischen Grundkörperteils entlang der Längserstreckung des Hochfrequenz-Kontaktelements
mindestens ein Hohlraum ausgebildet sein. Jeder dieser Hohlräume wird mit einem weiteren
dielektrischen Material gefüllt, dessen relative Permittivität gegenüber der relativen
Permittivität des dielektrischen Materials des Grundkörperteils unterschiedlich, bevorzugt
kleiner, ist. Bevorzugt erfolgt die Befüllung mit Luft. Alternativ kann ein anderer
gasförmiger Stoff oder ein flüssiger Stoff oder ein festes dielektrischen Material
verwendet werden. Durch den einzelnen Hohlraum kann auf diese Weise die effektive
Permittivität des Hochfrequenz-Kontaktelements entlang der Längserstreckung des Hochfrequenz-Kontaktelements,
in dem der jeweilige Hohlraum ausgeformt ist, geeignet reduziert werden. Durch eine
geeignete Anordnung und geometrische Dimensionierung des mindestens einen Hohlraumes
entlang der Längserstreckung des Hochfrequenz-Kontaktelements kann somit bei sich
ändernden innenleiter- und außenleiterseitigen Durchmesser die Impedanz konstant gehalten,
um sie an die identische Eigenimpedanz der beiden mit dem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement
zu kontaktierenden Kontaktflächen anzupassen. Bei jeweils unterschiedlichen Eigenimpedanzen
der beiden mit dem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement zu kontaktierenden
Kontaktflächen kann alternativ ein stetiger oder mehrfach gestufter Änderungsverlauf
der Impedanz durch Anordnung und geometrische Gestaltung des mindestens einen Hohlraumes
erzielt werden.
[0065] Anstelle von Hohlräumen, die vollständig vom dielektrischen Material des Grundkörperteils
umgeben sind, sind alternativ auch Schlitze innenhalb des Grundkörpers vorstellbar,
die jeweils über die gesamte radiale Erstreckung des Grundkörperteils verlaufen. Um
im Beschichtungsprozess eine metallische Beschichtung von derart angeordneten und
ausgeformten Schlitzen zu verhindern, sind im Herstellungsprozess des Grundkörperteils
mittels additiver Fertigungstechnologie diese Schlitze mit einem dielektrischen Material
auszufüllen, das im Gegensatz zum dielektrischen Material des restlichen Grundkörperteils
wieder selektiv entfernbar ist. Für derartige Schlitze werden somit innerhalb des
Grundkörperteils Opferschichten aus einem geeigneten dielektrischen Material, beispielsweise
aus einem lichtempfindlichen Fotolack, additiv aufgebaut. Nach der metallischen Beschichtung
des gesamten Grundkörperteils wird die metallische Beschichtung in den Abschnitten
der mit dielektrischen Opferschichten ausgefüllten Schlitze mittels bekannter Verfahren,
beispielsweise mittels Laserablation, entfernt. Zur Identifizierung dieser Abschnitte
weisen diese Abschnitte gegenüber den restlichen Abschnitten des Grundkörperteils
beispielsweise eine gewölbte Oberfläche, d.h. eine konkave oder eine konvexe Oberfläche,
auf. Nach der Entfernung der metallischen Beschichtung in den Abschnitten der Opferschichten
werden die Opferschichten mit einem geeigneten Lösungsmittel, beispielsweise Azeton,
entfernt, während die übrigen Bereiche des Grundkörperteils aus einem nicht löslichen
dielektrischen Material mit dem Lösungsmittel nicht reagieren. Auf diese Weise entstehen
Schlitze innerhalb des Grundkörperteils, die sich bis an den Seitenrand des beschichten
Grundkörperteils erstrecken. Durch geeignete Anordnung und geometrische Gestaltung
von derartigen Schlitzen kann die effektive Permittivität des dielektrischen Grundkörperteils
und damit der Verlauf der Impedanz des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
entlang seiner Längserstreckung gezielt beeinflusst werden.
[0066] Werden auf diese Weise mehrere parallele und in Längsrichtung des Grundkörperteils
sich erstreckende Schlitze realisiert, die zusätzlich von der innenleiterseitigen
zur außenleiterseitigen Seitenwand des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
reichen, so kann vorteilhaft die Elastizität des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
zusätzlich erhöht werden. Bei einer Stauchung des Hochfrequenz-Kontaktelements in
seiner Längserstreckung lässt sich der Umfang des Hochfrequenz-Kontaktelements im
Bereich der Schlitze vorteilhaft leicht verbreitern. Neben der Entfernung der außenleiterseitigen
metallischen Beschichtung im Bereich der Schlitze ist in diesem Fall auch die innenleiterseitige
metallische Beschichtung zu entfernen.
[0067] Die beiden mit dem Hochfrequenz-Kontaktelement zu kontaktierenden Kontaktanschlüsse
bzw. Kontaktflächen können nicht nur in Richtung der Längsachse des Kontaktelements
in einem bestimmten axialen Abstand zueinander angeordnet sein, sondern in realen
Anwendungen auch hinsichtlich ihrer Flächenachsen zueinander axial versetzt zueinander
angeordnet sein und/oder hinsichtlich der Orientierung ihrer Flächenachsen einen Winkelversatz
aufweisen. In diesen Fällen erstreckt sich das Hochfrequenz-Kontaktelement nicht mehr
entlang einer Längsachse, sondern kann einen komplizierter geformten Verlauf aufweisen.
Eine derart veränderliche Längserstreckung des Hochfrequenz-Kontaktelements kann einerseits
stetig mit geeignet dimensionierten Krümmungen realisiert werden. Andererseits kann
ein derartiges Hochfrequenz-Kontaktelement auch gestuft aus einzelnen Abschnitten
zusammengesetzt sein, die jeweils entlang einer zugehörigen Längsachse verlaufen und
zueinander eine zugehörige Orientierung aufweisen.
[0068] Beide Fälle einer veränderlichen Längserstreckung des Hochfrequenz-Kontaktelements
lassen sich mit einem mittels additiven Fertigungsverfahrens hergestellten dielektrischen
Grundkörperteil aufwandsarm und mit hoher Fertigungsgüte auch bis in den Nanometerbereich
hinein herstellen.
[0069] Neben einem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement ist auch eine erfindungsgemäße
Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung realisierbar, die aus einzelnen erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelementen zusammengesetzt ist.
[0070] Die Verbindung der einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente erfolgt hierbei über ein
Verbindungteil. Dieses Verbindungsteil kann beispielsweise eine gemeinsame Verbindungsplatte
aus einem dielektrischen Material sein, in der die einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente
in einem bestimmten Raster angeordnet und mechanisch fixiert sind. Alternativ kann
das Verbindungsteil auch ein Verbindungssteg aus einem dielektrischen Material sein,
der zwei in einem bestimmten Raster angeordnete Hochfrequenz-Kontaktelemente miteinander
verbindet und somit in einem bestimmten Rasterabstand zueinander beabstandet.
[0071] Die Verbindungsplatte und die einzelnen Verbindungsstege können zusammen mit den
Grundkörperteilen der einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente in einem gemeinsamen
Fertigungsschritt mittels additiver Fertigungstechnologie hergestellt werden. Alternativ
können die Verbindungsplatte bzw. die einzelnen Verbindungsstege durch eine additive
oder eine konventionelle Fertigungstechnologie vorgefertigt und dem additiven Fertigungsprozess
zur Herstellung der Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung zugeführt werden.
[0072] Werden die Verbindungsplatte und die einzelnen Verbindungsstege jeweils nur als sogenannte
Stützgeometrie zur gegenseitigen Abstützung und Beabstandung der einzelnen Grundkörperteile
im additiven Fertigungsprozess benutzt, so erfolgt in einem finalen Fertigungsschritt
die Trennung der einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente von der Verbindungsplatte
bzw. von den Verbindungsstegen. Zur leichteren Trennung weisen die Verbindungsplatte
bzw. die Verbindungsstege an einer geeigneten Stelle jeweils eine Sollbruchstelle
auf. Die Trennung kann mechanisch mittels Fräsen bzw. Schleifen oder optisch mittels
Laser erfolgen. In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung kann das Trennen der
einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente voneinander im selben Fertigungsschritt wie
das Entfernen der metallischen Schicht am ersten und zweiten Ende der einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente
erfolgen.
[0073] Bleiben die einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente dauerhaft mit der Verbindungsplatte
verbunden, so liegt eine Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung vor, die auch als Interposter-Anordnung
bezeichnet wird. Die Verbindungsplatte kann an jeder beliebigen Position in der Längserstreckung
der einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente angeordnet sein. Bei Hochfrequenz-Kontaktelementen
mit einer größeren Längserstreckung bietet es sich im Hinblick auf eine bessere Fixierung
und Abstützung der einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente auch an, mehrere Verbindungsplatten
an einzelnen Positionen der Längserstreckung der einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente
vorzusehen.
[0074] Schließlich ist auch eine Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung möglich, bei der
an einzelnen gegenüberliegenden Positionen auf der Ober- und Unterseite der Verbindungsplatte
jeweils ein Hochfrequenz-Kontaktelement angeordnet ist. Diese beiden gegenüberliegenden
Hochfrequenz-Kontaktelemente sind jeweils über eine metallisch beschichtete Bohrung
hochfrequenztechnisch miteinander verbunden und bilden ein Paar von Hochfrequenz-Kontaktelementen
zur elektrischen Kontaktierung und Übertragung eines Hochfrequenzsignals zwischen
zu kontaktierenden Kontaktflächen auf einer Leiterplatte, einem IC-Substrat oder einem
IC-Gehäuse.
[0075] In einer bevorzugten Erweiterung der Erfindung ist die Verbindungsplatte als elektrischer
Schaltungsträger verwirklicht und weist auf ihrer Oberseite und/oder Unterseite jeweils
elektrische Signalleitungen auf. Der Außenleiter des Hochfrequenz-Kontaktelements
ist direkt mit einer benachbarten Kontaktfläche bzw. einen benachbarten Kontaktanschluss
einer elektrischen Signalleitung kontaktierbar. Die Kontaktierung des Innenleiters
des Hochfrequenz-Kontaktelements mit einer zugehörigen Kontaktfläche bzw. einen zugehörigen
Kontaktanschluss einer elektrischen Signalleitung erfolgt über eine Signalleitung
innerhalb der Verbindungsplatte. Diese Signalleitung ist mit der metallischen Beschichtung
von zwei Bohrungen innerhalb der Verbindungsplatte verbunden, von denen die eine Bohrung
zum Hochfrequenz-Kontaktelement und die andere Bohrung zur zugehörigen Kontaktfläche
auf der Ober- oder Unterseite der Verbindungsplatte fluchtet.
[0076] In einer besonderen Ausführungsform einer Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung werden
die einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente durch ein separates elastisches Element
zusätzlich elastisch gelagert. Dieses separate elastische Element ist mit dem erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelement im Verbindungsbereich zwischen den beiden Kontaktierungsbereichen
des Hochfrequenz-Kontaktelements und mit der Verbindungsplatte in einem geeigneten
Anschlusspunkt verbunden. Als elastisches Element kann bevorzugt eine Torsionsfeder
zum Einsatz kommen, die geeignet ausgelegt ist, um dem Hochfrequenz-Kontaktelement
eine ausreichende Elastizität zu ermöglichen.
[0077] Ist die Verbindungsplatte mit Hochfrequenz-Kontaktelementen verbunden, die jeweils
eine deutliche Längserstreckung in einer Querrichtung zur Verbindungsachse zwischen
den beiden zu kontaktierenden Kontaktflächen aufweisen, kann eine derartige erfindungsgemäße
Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung als sogenannte Abstands-Übersetzer(englisch:
Space-Translator)-Baugruppe eingesetzt werden. Unter einer Abstands-Übersetzer-Baugruppe
versteht man eine Baugruppe, die jeweils eine elektrische Kontaktierung zwischen in
einem ersten Rasterabstand jeweils angeordneten und zu kontaktierenden Kontaktflächen
und zugehörigen in einem zweiten Rasterabstand jeweils angeordneten und zu kontaktierenden
Kontaktflächen verwirklicht. Der erste Rasterabstand ist hierbei unterschiedlich zum
zweiten Rasterabstand.
[0078] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig
miteinander kombinieren. Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen
der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im
Folgenden bezüglich der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung.
Insbesondere wird dabei der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen
zu der jeweiligen Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.
INHALTSANGABE DER ZEICHNUNG
[0079] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Fig. 1A, 1B, 1C
- eine Querschnittsdarstellung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements in
den einzelnen Fertigungsschritten des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 2A,2B
- eine vertikale und horizontale Querschnittsdarstellung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
zur Kontaktierung und Übertragung eines differentiellen Signals,
- Fig. 3
- eine Querschnittsdarstellung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements mit
vollständiger Füllung der Innenleiterbohrung,
- Fig. 4A
- eine isometrische Darstellung einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements mit Elastizität,
- Fig. 4B
- eine Querschnittsdarstellung einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements mit Elastizität,
- Fig. 5A
- eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
mit Stirnkontaktierung,
- Fig. 5B
- eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
mit Kontaktkronen,
- Fig. 5C
- eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
mit Kontaktspitzen,
- Fig. 5D
- eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
mit elastischen Bauteilen zur Kontaktierung,
- Fig. 5E,5F
- eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
mit zu kontaktierenden Lotkugeln und deren Anordnung auf einer Leiterplatte,
- Fig. 6A
- eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
mit einer ersten Variante einer Impedanzanpassung,
- Fig. 6B
- eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
mit einer zweiten Variante einer Impedanzanpassung,
- Fig. 6C
- eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
mit einer dritten Variante einer Impedanzanpassung,
- Fig. 6D
- eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
mit einer vierten Variante einer Impedanzanpassung,
- Fig. 6E
- eine isometrische Darstellung eines erfindungsgemäßen elastischen HochfrequenzKontaktelements
mit einer fünften Variante einer Impedanzanpassung,
- Fig. 6F,6G
- eine vertikale und horizontale Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen elastischen
Hochfrequenz-Kontaktelements einer fünften Variante einer Impedanzanpassung,
- Fig. 7
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen elastischen Hochfrequenz-Kontaktelements
durch Zusatzfederung,
- Fig. 8A
- eine Querschnittsdarstellung einer ersten Variante einer erfindungsgemäßen HochfrequenzKontaktelement-Anordnung,
- Fig. 8B
- eine Querschnittsdarstellung einer zweiten Variante einer erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung,
- Fig. 8C
- eine isometrische Darstellung einer erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
mit elastischen Hochfrequenz-Kontaktelementen,
- Fig. 8D
- eine isometrische Darstellung einer erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
mit gestuften und gewinkelten Hochfrequenz-Kontaktelementen,
- Fig. 8E
- eine Querschnittsdarstellung einer erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
mit einer elektrischen Beschaltung und
- Fig. 8F
- eine isometrische Darstellung einer erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
mit Sollbruchstellen.
[0080] Die beiliegenden Figuren der Zeichnung sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen
der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0081] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente,
Merkmale und Komponenten - sofern nichts anderes ausgeführt ist - jeweils mit denselben
Bezugszeichen versehen.
[0082] Im Folgenden werden die Figuren zusammenhängend und übergreifend beschrieben.
BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0083] Im Folgenden wird das Prinzip des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung eines
Hochfrequenz-Kontaktelements anhand der Figuren 1A bis 1C erläutert:
In einem ersten Fertigungsschritt gemäß Fig. 1A wird ein Grundkörperteil 1 des erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements 2 aus einem dielektrischen Material hergestellt. Das
Grundkörperteil 1 weist in Richtung seiner Längsachse 3 eine Durchführung 4 auf. In
den Querschnittsdarstellungen gemäß der Figuren 1A bis 1C besitzt das Grundkörperteil
1 eine einzige Durchführung 4 auf, die entlang der Längsachse 3 verläuft. Die Geometrie
des dielektrischen Grundkörperteils 1 muss nicht zwingend hohlzylindrisch sein, wie
in den Figuren 1A bis 1C aus Gründen der Vereinfachung dargestellt ist.
[0084] Bevorzugt ist die Geometrie des Grundkörperteils 1 rotationssymmetrisch zur Längsachse
3 ausgeformt, um mit dem als Isolatorelement dienenden Grundkörperteil 1 eine Koaxialität
zwischen dem Innenleiter- und dem Außenleiterbeschichtung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
2 zu realisieren. Diese Koaxialität ist eine wesentliche Voraussetzung für eine hochfrequenztechnisch
optimierte Kontaktierung und Übertragung in einem HF-Kontaktelement. Ausgehend von
dieser rotationssymmetrischen Grundgeometrie des Grundkörperteils 1 können im Hinblick
auf eine weitere mechanische und hochfrequenztechnische Optimierung des erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements weitere technisch sinnvolle geometrische Modifikationen
durchgeführt werden, wie im Folgenden gezeigt wird. Mittels Anwendung von additiven
Fertigungstechnologien bei der Herstellung des Grundkörperteils 1 sind hierbei vergleichsweise
komplizierte technische Geometrien und miniaturisierte Ausformungen bis in den Nanometerbereich
realisierbar.
[0085] In einem weiteren Fertigungsschritt gemäß Fig. 1B wird das dielektrische Grundkörperteil
1 mit einer elektrisch leitfähigen Beschichtung 5, bevorzugt einer metallischen Beschichtung
5, beschichtet. Die Beschichtung 5 umschließt das dielektrische Grundkörperteil 1
vollständig. Selbst bei vergleichsweise komplexen geometrischen Ausformungen des Grundkörperteils
1 ist die gesamte Außenoberfläche des Grundkörperteils 1 mit einer metallischen Beschichtung
5 lückenlos versehen. Die metallische Beschichtung 5 enthält typischerweise eine metallische
Schicht. Bei Anwendung eines elektrochemischen Beschichtungsverfahrens ist das dielektrische
Grundkörperteil 1 mittels eines nicht elektrochemischen Beschichtungsverfahrens mit
einer elektrisch leitenden, bevorzugt einer metallischen, Startschicht zu beschichten.
[0086] Daneben kann das dielektrische Grundkörperteil 1 über die gesamte Oberfläche oder
bevorzugt selektiv in bestimmten Bereichen jeweils mehrere metallische Schichten aufweisen,
um mit dieser Mehrfachbeschichtung besondere mechanische und elektrische Eigenschaften
zu erzielen. Insbesondere in den Kontaktierungsbereichen 7
11 und 7
12 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 am ersten Ende 6
1 und in den Kontaktierungsbereichen 7
21 und 7
22 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 am zweiten Ende 6
2 der Längserstreckung des Grundkörperteils 1 stellen sich im Gegensatz zu dem die
Kontaktierungsbereiche 7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 verbindenden Verbindungsbereich 8 erhöhte mechanische und elektrische Anforderungen.
Beispielsweise eine zusätzliche Goldschicht in den beiden Kontaktierungsbereichen
711, 7
12, 7
21 bzw. 7
22 bewirkt vorteilhaft eine höhere Abriebfestigkeit und gleichzeitig einen geringeren
Übergangswiderstand.
[0087] Im abschließenden dritten Fertigungsschritt wird gemäß Fig. 1C die elektrisch leitfähige
Beschichtung 5, bevorzugt die metallische Beschichtung 5, in einem die Durchführung
5 jeweils umschließenden Bereich 9
1 und 9
2 am ersten bzw. zweiten Ende 6
1 bzw. 6
2 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 entfernt. Auf diese Weise bilden
sich auf der Außenoberfläche des Grundkörperteils 1 in sich geschlossenen Bereiche
der Beschichtung 5, die jeweils voneinander galvanisch getrennt sind. Bei diesen Bereichen
handelt es sich einerseits um den Bereich auf der Außenmantelfläche des Grundkörperteils
1, der den Außenleiter des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 bildet,
und die Bereiche in der einzelnen Durchführungen 5, die jeweils die einzelnen Innenleiter
des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 bilden. Die ursprüngliche Beschichtung
teilt sich durch diesen Fertigungsschritt in eine außenleiterseitige Beschichtung
5
1 und eine innenleiterseitige Beschichtung 5
2 auf. Am ersten Ende 6
1 des Hochfrequenz-Kontaktelements 2 bilden sich ein außenleiterseitiger Kontaktierungsbereich
7
11 und ein außenleiterseitiger Kontaktierungsbereich 7
12. Am zweiten Ende 6
2 des Hochfrequenz-Kontaktelements 2 bilden sich ein außenleiterseitiger Kontaktierungsbereich
7
21 und ein außenleiterseitiger Kontaktierungsbereich 7
22.
[0088] Auf diese Weise ist ein erfindungsgemäßes Hochfrequenz-Kontaktelement 2 zur Kontaktierung
und Übertragung eines Hochfrequenzsignals mittels drei aufeinanderfolgender und typischerweise
automatisierbarer Fertigungsschritte herstellbar, ohne für das Innenleiterelement,
das Isolatorelement und das Außenleiterelement jeweils Einzelteile zu fertigen, die
anschließend vergleichsweise aufwendig zu montieren sind.
[0089] Aus den Figuren 2A und 2B geht ein erfindungsgemäßes Hochfrequenz-Kontaktelement
2 zur Kontaktierung und Übertragung eines differenziellen Hochfrequenzsignals hervor.
Es weist hierzu zwei Durchführungen 4
1 und 4
2 auf, die jeweils vom ersten Ende 6
1 zum zweiten Ende 6
2 in Längserstreckung des Hochfrequenz-Kontaktelements 2 verlaufen. Die Beschichtungen
5
21 bzw. 5
22 in den beiden Durchführungen 4
1 und 4
2 dienen jeweils als Innenleiter, während die Beschichtung 5
1 an der Außenmantelfläche den Außenleiter bildet. Anstelle von zwei Durchführungen
4
1 und 4
2 zur Übertragung eines differenziellen Signals können eine beliebige und technisch
sinnvolle Anzahl von Durchführungspaaren vorgesehen sein, deren Innenbeschichtung
jeweils die Innenleiterpaare zur Übertragung von jeweils einem differenziellen Hochfrequenzsignal
verwirklichen. Die einzelnen Paare von Durchführungen können innerhalb des Grundkörperteils
1 entweder zueinander sternförmig oder zueinander parallel angeordnet sind.
[0090] Eine weitere Ausprägung eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 geht
aus Fig. 3 hervor. Hierbei ist die Durchführung 4 des Grundkörperteils 1 mittels selektiver
Beschichtung vollständig mit Beschichtungsmaterial gefüllt. Alternativ lässt sich
auch eine Beschichtung innerhalb der Durchführung 4 realisieren, die im Vergleich
zur außerleiterseitigen Beschichtung 5
1 eine größere Schichtdicke aufweist und gleichzeitig die Durchführung 4 nicht vollständig
ausfüllt. Eine derart selektive Beschichtung mit einer vergrößerten Schichtdicke im
Innenleiterberreich ist vor allem bei der Kontaktierung und Übertragung von Hochfrequenzsignalen
in einem höheren Leistungsbereich vorteilhaft.
[0091] Eine mittels selektiver Beschichtung durchgeführte erhöhte Schichtdicke in einem
Kontaktierungsbereich 7
11, 7
12, 7
21 und 7
22 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 ermöglicht eine Verlängerung
der durch Abrieb im Kontaktierungsbereich sich stetig verkürzenden Einsatzdauer des
Hochfrequenz-Kontaktelements.
[0092] Kontaktelemente weisen typischerweise im Verbindungsbereich 8 ein elastisches Verhalten
auf, um einerseits im Kontaktierungsbereich mit den zu kontaktierenden Kontaktflächen
bzw. Kontaktanschlüssen jeweils eine ausreichende Kontaktkraft zu realisieren und
andererseits Fertigungstoleranzen zwischen den zu kontaktierenden Kontaktflächen bzw.
Kontaktanschlüssen auszugleichen. Die Elastizität ist hierbei bevorzugt über die gesamte
Längserstreckung des Hochfrequenz-Kontaktelements, d.h. über den gesamten Verbindungsbereich
8 zwischen den Kontaktierungsbereichen 7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements verwirklicht. Alternativ können
nur bestimmte Längsabschnitte des Hochfrequenz-Kontaktelements jeweils elastisch ausgeführt
sein, zwischen denen unelastische Längsabschnitte vorgesehen sind.
[0093] Eine Ausführung für einen Längsabschnitt eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
mit Elastizität, in der insbesondere die Übertragung eines Hochfrequenzsignals möglich
ist, ist in Fig. 4A ersichtlich. Hierbei ist das Hochfrequenz-Kontaktelement in der
Ausformung einer Torsionsfeder realisiert. Der Querschnitt eines torsionsfederförmig
ausgeführten Hochfrequenz-Kontaktelements ermöglicht die Realisierung einer Koaxialität
zwischen der innenleiter- und der außenleiterseitigen Beschichtung 5
1 und 5
2 über die gesamte Längserstreckung und damit die Realisierung eines elastischen Hochfrequenz-Kontaktelements
zur Kontaktierung und Übertragung eines Hochfrequenzsignals.
[0094] Im Gegensatz zu konventionellen spanabhebenden, umformenden oder urformenden Fertigungstechnologien
eignet sich bevorzugt die additive Fertigungstechnologie, ein Grundkörperteil 1 mit
einer torsionsfederförmigen Längserstreckung vergleichsweise einfach herzustellen.
Hierbei sind auch Ausdehnungen für das torsionsfederförmige Hochfrequenz-Kontaktelement
realisierbar, die einen Abstand für benachbarte torsionsfederförmige Hochfrequenz-Kontaktelemente
ermöglichen, der beim Test von Leiterbahnen in heute und zukünftig realisierbaren
Halbleiterintegrationsdichten erforderlich ist.
[0095] Eine weitere geeignete Ausführungsform für ein erfindungsgemäßes Hochfrequenz-Kontaktelement
mit Elastizität stellt ein Hochfrequenz-Kontaktelement in der Ausformung eines Federarmes
gemäß Fig. 4B dar. Auch in dieser Ausführungsform liegt ein Querschnitt des Hochfrequenz-Kontaktelements
vor, der die Realisierung einer Koaxialität zwischen der innenleiter- und der außenleiterseitigen
Beschichtung 5
1 und 5
2 über die gesamte Längserstreckung ermöglicht. Der Federarm weist, wie in Fig. 4B
dargestellt ist, bevorzugt zwei Windungen bzw. Krümmungen auf (S-förmiger Verlauf).
Dies stellt eine aufwandsminimierte Realisierung eines Federarms zwischen den Kontaktierungsbereichen
7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 dar, die jeweils in zwei zueinander parallelen Ebenen angeordnet sind. Daneben ist
aber auch eine vielfache Anzahl von Windungs- bzw. Krümmungs-Paaren möglich, soweit
sie im jeweiligen Anwendungsfall technisch sinnvoll sind. Eine derartige Vervielfachung
der Mäanderform im Federarm ermöglicht vorteilhaft eine höhere Elastizität bei gleichzeitiger
Reduzierung der lateralen Ausdehnung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements.
[0096] Während der Außen- und Innendurchmesser des Hochfrequenz-Kontaktelements 2 am ersten
Ende 6
1 gegenüber dem Außen- und Innendurchmesser des federarmförmigen Verbindungsbereiches
8 des Hochfrequenz-Kontaktelements 2 verkleinert ist, ist der Außen- und Innendurchmesser
des Hochfrequenz-Kontaktelements 2 am zweiten Ende 6
2 gegenüber dem Außen- und Innendurchmesser des federarmförmigen Verbindungsbereiches
8 vergrößert. Auf diese Weise können mit den außenleiter- und innenleiterseitigen
Kontaktierungsbereichen 7
11 und 7
12 am ersten Ende 6
1 Kontaktflächen bzw. Kontaktanschlüsse auf einer zu prüfenden integrierten Schaltung
kontaktiert werden, die eine vergleichsweise kleine Ausdehnung aufweisen und/oder
zueinander einen vergleichsweise kleinen Abstand aufweisen. Gleichzeitig können mit
den außenleiter- und innenleiterseitigen Kontaktierungsbereichen 7
21 und 7
22 am zweiten Ende 6
2 Kontaktflächen bzw. Kontaktanschlüsse kontaktiert werden, die als Schnittstelle zu
einem Messgerät typischerweise großflächiger ausgeführt sind und/oder in einen größeren
Abstand zueinander angeordnet sind. Um einen stetigen und weitest möglich konstanten
Verlauf der Impedanz über die gesamte Längserstreckung des Hochfrequenz-Kontaktelements,
d.h. zwischen den äußeren Enden der Kontaktierungsbereiche 7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22, und damit eine reflexionsminimierte Übertragung zu realisieren, sind die Durchmessersprünge
zwischen außen- und innenleiterseitiger Beschichtung 5
1 und 5
2 im Bereich des ersten und zweiten Endes 6
1 und 6
2 im gleichen Verhältnis. Zur Verwirklichung dieses Zieles ist zusätzlich der innenleiterseitige
Durchmessersprung gegenüber dem außenleiterseitigen Durchmessersprung im Bereich des
ersten und zweiten Endes 6
1 und 6
2 jeweils versetzt realisiert (so genannter tiefpasskompensierter reflexionsminimierter
Übergang) .
[0097] Eine weitere Variante für ein erfindungsgemäßes Hochfrequenz-Kontaktelement mit einer
Elastizität liegt darin, das Grundkörperteil 1 aus einem elastischen dielektrischen
Material herzustellen. Hierzu eignet sich ein Elastomer, beispielsweise Silikon oder
Naturkautschuk, das ebenfalls mittels additiver Fertigungstechnologie zu einer beliebig
kompliziert geformten Geometrie aufbaubar ist. Da die Schichtdicke der metallischen
Beschichtung 5
1 und 5
2 des dielektrischen Grundkörperteils 1 im Verhältnis zur Ausdehnung des dielektrischen
Grundkörperteils 1 vergleichsweise sehr klein ist, verformt sich die metallische Beschichtung
5
1 und 5
2 gemeinsam mit dem elastischen dielektrischen Grundkörperteil 1 bei Auftreten von
bestimmten Kompressions- oder Zugkräften am erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement
2.
[0098] Bei der Realisierung der innenleiter- und außenleiterseitigen Kontaktierungsbereiche
7
11, 7
12, 7
21 und 7
22 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 kann eine einteilige oder eine
mehrteilige technische Lösung verwirklicht werden. Bei der einteiligen technischen
Lösung sind die innenleiter- und außenleiterseitigen Kontaktierungsbereiche 711, 7
12, 7
21 und 7
22 einstückig mit dem Verbindungsbereich 8 innerhalb eines einzigen Grundkörperteils
1 realisiert. Bei der mehrteiligen technischen Lösung werden separate Bauteile zur
Kontaktierung in einer konventionellen oder additiven Fertigungstechnologie hergestellt
und anschließend mit dem einzigen den Verbindungsbereich 8 enthaltenden Grundkörperteil
gemeinsam im additiven Fertigungsprozess verbunden und zum vollständigen Grundkörperteil
1 aufgebaut. Alternativ können die Bauteile zur Kontaktierung auch im Anschluss an
den additiven Aufbau- und den Beschichtungsprozess des Grundkörperteils 1 mittels
konventioneller Verbindungstechnologie, beispielsweise mittels Lötung, mit dem einzigen
den Verbindungsbereich 8 enthaltenden Grundkörperteil verbunden werden.
[0099] Aus Fig. 5A geht ein Ausführungsbeispiel für eine einteilige Realisierung der Kontaktierungsbereiche
mit dem Verbindungsbereich 8 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2
hervor. Hierbei wird sowohl innenleiterseitig als auch außenleiterseitig jeweils ein
Stirnkontakt mit der zu kontaktierende Kontaktfläche bzw. mit dem zu kontaktierenden
Kontaktanschluss realisiert. Das erste Ende 6
1 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 weist hierzu eine Stirnfläche
auf, die derart orientiert ist, dass sie im Kontaktierungszustand parallel bzw. näherungsweise
parallel zu den zu kontaktierenden Kontaktflächen ausgerichtet ist. Auf diese Weise
ist ein ausreichender elektrischer Kontakt mit einem guten Übergangswiderstand zwischen
dem außenleiter- und dem innenleiterseitigen Kontaktierungsbereich 7
11 und 7
12 am ersten Ende 6
1 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 und den zu kontaktierenden innenleiter-
und außenleiterseitigen Kontaktflächen auf einer Leiterplatte, einem IC-Gehäuse oder
einen IC-Substrat möglich.
[0100] Auf der Stirnfläche im außenleiter- und innenleiterseitigen Kontaktierungsbereich
7
11 und 7
12 ist hierzu eine außenleiter- bzw. innenleiterseitige Beschichtung 5
1 bzw. 5
2 vorgesehen. Die laterale Ausdehnung der innenleiterseitigen und außenleiterseitigen
Beschichtung 5
1 und 5
2 ist dabei derart zu bemessen, dass jeweils eine ausreichende Berührungsfläche mit
dem jeweils zu kontaktierenden Kontaktflächen und damit ein guter Übergangswiderstand
vorliegt. Um dies bei stark miniaturisierten Kontaktelementen gemäß der Erfindung
mit einem vergleichsweise minimal ausgeführten Außendurchmesser des erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements zu verwirklichen, ist der Außendurchmesser des Grundkörperteils
1 und damit der Außendurchmesser des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
2 im außenleiterseitigen Kontaktierungsbereich 7
11 vergrößert. Um durch diese technische Maßnahme die Impedanz des erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements 2 am ersten Ende 6
1 nicht nachteilig zu vergrößern, wird die effektive Permittivität am ersten Ende 6
1 im gleichen Maße reduziert. Hierzu wird nicht nur die Beschichtung 5 im stirnseitigen
Bereich zwischen der innenleiterseitigen und der außenleiterseitigen Beschichtung
5
1 und 5
2, sondern auch ein ausreichender Bereich 10 des darunterliegenden dielektrischen Grundkörperteils
1 entfernt.
[0101] Eine mehrteilige technische Lösung für die innenleiter- und außenleiterseitigen Kontaktierungsbereiche
eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 ist in Fig. 5B dargestellt.
Hierbei wird die Vergrößerung der Berührungsfläche in den innenleiter- und außenleiterseitigen
Kontaktierungsbereichen 7
11 und 7
12 und dem jeweils zu kontaktierenden Kontaktflächen bzw. Kontaktanschlüssen dadurch
realisiert, dass im Bereich der innenleiterseitigen und der außenleiterseitigen Kontaktierungsbereiche
7
11 und 7
12 auf das beschichtete Grundkörperteil 1 jeweils eine Kontaktkrone 11
1 bzw. 11
2 aufgesetzt wird. Diese Kontaktkrone 11
1 bzw. 11
2 wird jeweils aus einem elektrisch gut leitfähigen Metall hergestellt und bevorzugt
mittels Lötung mit der innenleiterseitigen bzw. außenleiterseitigen Beschichtung 5
1 und 5
2 verbunden.
[0102] Eine weitere Variante einer mehrteiligen technischen Lösung für die innenleiter-
und außenleiterseitigen Kontaktierungsbereiche eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
2 geht aus Fig. 5C hervor. Hierbei werden als Bauteile zur Kontaktierung jeweils Kontaktspitzen
12
1, 12
2, 12
3 verwendet. Die einzelnen Kontaktspitzen 12
1, 12
2, 12
3 werden jeweils aus einem elektrisch gut leitenden Metall hergestellt und weisen jeweils
einen Schaft auf, mit dem sie in eine zugehörige Bohrung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
2 eingefügt werden. Zur Innenleiterkontaktierung wird bevorzugt eine einzige Kontaktspitze
12
1 mit ihrem Schaft in der Durchführung 4 des beschichteten Grundkörperteils 1 eingefügt
und mit der innenleiterseitigen Beschichtung verlötet. Für die Außenleiterkontaktierung
werden bevorzugt mehrere Kontaktspitzen 12
2, 12
3 vorgesehen, die jeweils mit ihrem Schaft in einer im Bereich der außenleiterseitigen
Beschichtung 5
2 angeordneten Bohrung eingefügt werden. Die Kontaktspitzen 12
2, 12
3 werden hierbei bevorzugt in äquidistanten Winkelabschnitten auf einem Kreis um die
Längsachse 3 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 angeordnet.
[0103] Aus Fig. 5D geht eine weitere Variante einer mehrteiligen technischen Lösung für
die innenleiter- und außenleiterseitigen Kontaktierungsbereiche eines erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements 2 hervor. Die Bauteile zur Kontaktierung sind hierbei
jeweils elastisch ausgeführt. Diese elastischen Bauteile zur Kontaktierung 13
1, 13
2, 13
3 können alternativ oder ergänzend zur obig dargestellten Elastizität im Verbindungsbereich
8 realisiert sein. Bei den elastischen Bauteilen zur Kontaktierung 13
1, 13
2, 13
3 handelt es sich hierbei um federarmförmige Bauteile, die zusätzlich zur Erhöhung
der Elastizität entlang des Federarms hohl ausgeführt werden. Die elastischen Bauteile
zur Kontaktierung 13
1, 13
2, 13
3 weisen ebenfalls einen Schaft auf, mit dem sie in einer Bohrung am ersten Ende 6
1 eingefügt werden. Die einzelnen elastischen Bauteile zur Kontaktierung 13
1, 13
2, 13
3 werden innenleiterseitig und außenleiterseitig jeweils bevorzugt äquivalent zur Anordnung
der Kontaktspitzen in Fig. 5C angeordnet.
[0104] Aufgrund der technischen Möglichkeit der additiven Fertigungstechnologie, auch sehr
komplizierte geometrische Ausformungen herzustellen, können die komplizierteren Geometrien
in der Kontaktierung gemäß der Figuren 5C und 5D - nämlich Kontaktspitze und federarmförmiges
Kontaktelement - auch einteilig in Kombination mit dem Verbindungsbereich 8 als einteiliges
dielektrisches Grundkörperteil 1 in einem additiven Fertigungsprozess und durch anschließendes
metallisches Beschichten hergestellt werden. Diese Realisierungsform ist auf die außenleiterseitige
Kontaktierung beschränkt. Alternativ können die einzelnen Geometrien eines Bauteils
zur Kontaktierung jeweils als dielektrische Grundkörperteile separat in einem additiven
Fertigungsprozess hergestellt werden und anschließend in Kombination mit dem dielektrischen
Grundkörperteil 1, der den Verbindungsbereich 8 enthält, in einem fortgesetzten additiven
Fertigungsprozess zu einem einteiligen und vollständigen Grundkörperteil 1 aufgebaut
werden. Anschließend erfolgt die metallische Beschichtung dieses einteiligen und vollständigen
Grundkörperteils 1.
[0105] Selbstverständlich können die außenleiter- und innenleiterseitigen Kontaktierungsbereiche
7
21 und 7
22 am zweiten Ende 6
2 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 äquivalent zu den in Fig. 5A
bis 5D für das erste Ende 6
1 jeweils dargestellten Ausprägungen einer Kontaktierung ausgeführt werden.
[0106] Neben diesen in den vorherigen Figuren jeweils dargestellten Kontaktierungsgeometrien
sind auch noch andere Ausformungen einer Kontaktierung vorstellbar und von der Erfindung
mit abgedeckt.
[0107] Eine spezielle Variante einer Kontaktierung zwischen dem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement
2 und den zu kontaktierenden Kontaktflächen bzw. Kontaktanschlüssen ergibt sich aus
den Figuren 5E und 5F:
Die Kontaktierung erfolgt hierbei primär in radialer Richtung zwischen dem innenleiterseitigen
Kontaktierungsbereich 7
12 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 und einer Lotkugel 14
1 und zwischen dem außenleiterseitigen Kontaktierungsbereich 7
11 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 und bevorzugt mehreren Lotkugeln
14
2 und 14
3. Die Lotkugeln 14
1, 14
2 und 14
3 sind auf einer Leiterplatte 15, aufgelötet und mit zugehörigen Leiterbahnen verbunden.
Alternativ zur Leiterplatte 15 kann auch eine Kontaktierung mit einem Gehäuse einer
integrierten Schaltung oder direkt mit einem Substrat erfolgen. Die mit dem außenleiterseitigen
Kontaktierungsbereich in einem elektrischen Kontakt stehenden Lotkugeln 14
2 und 14
3 sind bevorzugt gemäß Fig. 5F auf einem Kreis angeordnet, der sich koaxial zur Lotkugel
14
1 befindet, die den innenleiterseitigen Kontaktierungsbereich 7
12 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 kontaktiert. Der Abstand zwischen
der inneren Lotkugeln 14
1 und den äußeren Lotkugeln 14
2, 14
3, 14
4, 14s, 14
6, und 14
7 ist an den Durchmesser des beschichteten dielektrischen Grundkörperteils 1 im innenleiter-
bzw. außenleiterseitigen Kontaktierungsbereich 7
12 bzw. 7
11 anzupassen.
[0108] Zur besseren elektrischen Kontaktierung zwischen den Lotkugeln 14
1, 14
2 und 14
3 und dem außenleiterseitigen bzw. innenleiterseitigen Kontaktierungsbereich 7
11 bzw. 7
12 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 weisen die außenleiterseitigen
bzw. innenleiterseitigen Kontaktierungsbereiche 7
11 bzw. 7
12 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 im Übergangsbereich zwischen
der Durchführung 4 und der Stirnfläche bzw. zwischen der Außenmantelfläche und der
Stirnfläche jeweils eine Fase auf. Anstelle einer Fase kann im außenleiterseitigen
bzw. innenleiterseitigen Kontaktierungsbereich 7
11 bzw. 7
12 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 jeweils eine Stufe vorgesehen
sein. Die Kontaktierung weist hierbei nicht nur eine radial gerichtete Komponente,
sondern auch eine axial gerichtete Komponente auf.
[0109] Da zwischenzeitlich extrem kleine Lotkugeln in einem extrem geringen Abstand zueinander
auf einer Leiterplatte, einem IC-Gehäuse oder einem IC-Substrat platziert werden können,
eignet sich diese Kontaktierungstechnik auch für extrem miniaturisierte erfindungsgemäße
Hochfrequenz-Kontaktelemente, die mittels additiver Fertigungsprozesstechnik in kleinsten
Ausmessungen fertigbar sind.
[0110] Anstelle von Lotkugeln mit jeweils einer sphärischen Kontaktfläche können alternativ
auch andere rotationssymmetrische Kontaktkörper verwendet werden. Bevorzugt eignen
sich Kontaktkörper, die eine konisch geformte Kontaktfläche aufweisen, beispielsweise
kegelförmige oder kegelstumpfförmige Kontaktkörper. Im Fall von erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelementen mit Elastizität sind auch zylinderförmige Kontaktkörper
vorstellbar.
[0111] Alternativ können die Lotkugeln auch als Bauteile zur Kontaktierung in Anlehnung
an die Varianten der Figuren 5B, 5C und 5D zum erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement
2 gehören und mit dem beschichteten dielektrischen Grundkörperteil 1 des erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements 2 verbunden sein. In diesem Fall kontaktieren die Lotkugeln
entsprechend gewölbte, d.h. konkav geformte, Kontaktflächen in einer Leiterplatte,
in einem IC-Gehäuse oder direkt in einem IC-Substrat.
[0112] An dieser Stelle sei erwähnt, dass im Grundkörperteil 1 benachbart zu den Kontaktierungsbereichen
7
11, 7
12, 7
21 und 7
22 jeweils Magnete mit einer bestimmten Polarität eingefügt werden können. Diese Magnete
können mit magnetischen oder magnetisierbaren Bereichen, die in den zu kontaktierenden
Kontaktflächen bzw. Kontaktanschlüssen oder benachbart zu den zu kontaktierenden Kontaktflächen
bzw. Kontaktanschlüssen angeordnet sind, zusammenwirken und eine bessere Kontaktieren
ermöglichen.
[0113] Im Folgenden werden die einzelnen Ausprägungen eine Impedanzanpassung innerhalb des
erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements zwischen dem jeweils zu kontaktierenden
Kontaktflächen bzw. Kontaktanschlüssen anhand der Figuren 6A und bis 6H vorgestellt:
Typischerweise weisen die Eingangsimpedanzen der zu kontaktierenden Kontaktflächen
jeweils identische, standardisierte Werte, beispielsweise 50 Q, auf. Weisen die von
den Kontaktierungsbereichen 7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 am ersten und zweiten Ende 6
1 und 6
2 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 jeweils zu kontaktierenden innenleiter-
und außenleiterseitigen Kontaktflächen jeweils unterschiedliche Durchmesser auf, so
sind im Hinblick auf eine Impedanzanpassung und gleichzeitig eine geometrische Anpassung
die zugehörigen Kontaktierungsbereichen 7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 am ersten und zweiten Ende 6
1 und 6
2 an die Impedanz- und Geometrieverhältnisse der zu kontaktierenden Kontaktflächen
anzupassen. Gleichzeitig ist bei Beibehaltung einer konstanten Impedanz ein möglichst
stetiger Übergang zwischen den unterschiedlichen Geometrieverhältnissen, d.h. zwischen
den unterschiedlichen Durchmesserverhältnissen, der Kontaktierungsbereiche 7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 am ersten und zweiten Ende 6
1 und 6
2 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 zu verwirklichen.
[0114] Liegen die mit den Kontaktierungsbereichen 7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 am ersten und zweiten Ende 6
1 und 6
2 jeweils zu kontaktierenden Kontaktflächen jeweils symmetrisch zur Längsachse 3 des
erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2, so nimmt das beschichtete Grundkörperteil
1 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 gemäß Fig. 6A die Form eines
Kegelstumpfes an. Der Außendurchmesser des Hochfrequenz-Kontaktelements 2 ändert sich
zwischen dem ersten und zweiten Ende 6
1 und 6
2 im gleichen Verhältnis wie der Innendurchmesser.
[0115] Liegen die mit den Kontaktierungsbereichen 7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 am ersten und zweiten Ende 6
1 und 6
2 jeweils zu kontaktierenden Kontaktflächen jeweils asymmetrisch versetzt zueinander
und ist das erfindungsgemäße Hochfrequenz-Kontaktelement 2' elastisch als Federarm
realisiert, so ergibt sich eine geometrische Ausformung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
2' gemäß Fig. 6B. Entlang der Längserstreckung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
2' ist das Verhältnis zwischen dem Außen- und Innendurchmesser de
s Hochfrequenz-Kontaktelements 2 und damit die Impedanz des Hochfrequenz-Kontaktelements
2 stetig konstant.
[0116] Liegt der Sonderfall vor, dass die Eingangsimpedanzen der mit den Kontaktierungsbereichen
7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 am ersten und zweiten Ende 6
1 und 6
2 jeweils zu kontaktierenden Kontaktflächen jeweils unterschiedlich sind, so ist die
Impedanz in den Kontaktierungsbereichen 7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 an den Impedanz in den zugehörigen zu kontaktierenden Kontaktflächen anzupassen und
gleichzeitig ein weitest möglich stetiger Impedanzübergang zwischen dem ersten und
zweiten Ende 6
1 und 6
2 im Verbindungsbereich 8 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 zu schaffen.
Eine derartige Impedanzangleichung (englisch: tapering) kann beispielsweise mit einem
innenleiter- und außenleiterseitigen Durchmessersprung oder mehreren innenleiter-
und außenleiterseitigen Durchmessersprüngen, wie sie in den Kontaktierungsbereichen
7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 der Fig. 4B dargestellt sind, realisiert werden.
[0117] Eine weitere Variante einer impedanzangepassten Übertragung innerhalb des erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements zwischen mit den Kontaktierungsbereichen 7
11 bzw. 7
12 und 7
21 bzw. 7
22 jeweils zu kontaktierenden Kontaktflächen mit jeweils einer identischen Eingangsimpedanz
ist in Fig. 6C dargestellt:
Während bei diesem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement 2 der Innendurchmesser
über die gesamte Längserstreckung des Kontaktelements konstant bleibt, vergrößert
sich der Außendurchmesser vom ersten Ende 6
1 bis zum zweiten Ende 6
2 über mehrere Stufen.
[0118] Um die Impedanz des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 über seine gesamte
Längserstreckung konstant zu halten, wird das dielektrische Grundkörperteil 1 mittels
mehrerer in Längserstreckung gestapelter Schichten 16
1, 16
2, 16
3 und 16
4 aus einem dielektrischen Material mit jeweils einer unterschiedlichen relativen Permittivität
aufgebaut. Die relative Permittivität der einzelnen dielektrischen Schichten 16
1, 16
2, 16
3 und 16
4 nimmt hierbei vom ersten Ende 6
1 zum zweiten Ende 6
2 des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 im Hinblick auf eine konstante
Impedanz ab.
[0119] Generell ändert sich die relative Permittivität der einzelnen dielektrischen Schichten
innerhalb des dielektrischen Grundkörperteils 1 indirekt proportional zur Änderung
des Verhältnisses zwischen Außen- und Innendurchmesser in den einzelnen Schichten.
Somit kann bei einem über die Längserstreckung konstanten Außendurchmesser und eine
über die Längserstreckung veränderlichen Innendurchmesser die relative Permittivität
der einzelnen dielektrischen Schichten äquivalent im Hinblick auf eine konstante Impedanz
angepasst werden.
[0120] Die Anzahl der gestuften Außen- und/oder Innendurchmessersprünge und damit einhergehend
die Anzahl der dielektrischen Schichten mit jeweils unterschiedlicher relativer Permittivität
ist an der technischen Möglichkeit orientiert, dielektrische Materialien mit jeweils
unterschiedlich gestuften relativen Permittivität für den additiven Fertigungsprozess
zu finden und anzuwenden.
[0121] Eine weitere technische Variante einer Impedanzanpassung entlang der Längserstreckung
des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 liegt in der Modifikation der
effektiven Permittivität des dielektrischen Grundkörperteils 1 entlang seiner Längserstreckung.
Im einfachsten Fall werden hierzu gemäß Fig. 6D Hohlräume 17 innerhalb des dielektrischen
Grundkörperteils 1 vorgesehen, die vollständig vom dielektrischen Material des Grundkörperteils
1 umgeben sind und bevorzugt mit Luft gefüllt sind. Da die relative Permittivität
von Luft bei eins liegt und somit geringer als die relative Permittivität jedes anderen
im Grundkörperteil 1 verwendeten dielektrischen Materials ist, ist die effektive Permittivität
in den Längsabschnitten des Grundkörperteils 1 mit Hohlräumen 17 gegenüber den Längsabschnitten
des Grundkörperteils 1 ohne Hohlräume 16 reduziert.
[0122] Während in Fig. 6D die Anzahl, die Anordnung und die geometrische Ausformung und
Ausdehnung der einzelnen Hohlräume 17 nur schematisch dargestellt sind, kann in einem
realen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement 2 durch geeignete Anordnung und
Ausformung der einzelnen Hohlräume 17 innerhalb des dielektrischen Grundkörperteils
1 eine gestufte oder idealerweise eine stetige Änderung der effektiven Permittivität
entlang der Längserstreckung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2
erzielt werden. Auf diese Weise lässt sich bei einer mehrfach gestuften oder stetigen
Außen- und Innendurchmesseränderung durch eine gegenläufige mehrfach gestufte oder
stetige Änderung der effektiven Permittivität eine konstante Impedanz entlang der
Längserstreckung des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 erzielen.
[0123] Anstelle der bevorzugten Befüllung der einzelnen Hohlräume 17 mit Luft kann auch
eine Befüllung mit einem anderen gasförmigen Stoff, einem flüssigen Stoff oder einen
festen dielektrischen Material erfolgen. Mit all diesen technischen Maßnahmen kann
die effektive Permittivität des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 entlang
seiner Längserstreckung gezielt beeinflusst werden.
[0124] Anstelle von Hohlräumen 17, die gemäß Fig. 6D vollständig von einem dielektrischen
Material eingeschlossen sind, können im dielektrischen Grundkörperteil 1 auch Schlitze
28 mittels additiven Fertigungsprozess realisiert werden, die gemäß der Figuren 6E
bis 6G über die gesamte radiale Erstreckung des Grundkörperteils 1 verlaufen. Auch
durch eine geeignete Anzahl, Anordnung und geometrische Ausformung von derartigen
Schlitzen 28 kann die effektive Permittivität entlang der Längserstreckung des erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelements 2 gezielt beeinflusst werden und zur Impedanzanpassung
entlang der Längserstreckung des Hochfrequenz-Kontaktelements 2 benutzt werden.
[0125] Erstrecken sich diese Schlitze 28 jeweils parallel zueinander in Längsachsrichtung
des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2, so kann über diese Schlitze
28 zusätzlich auch die Elastizität des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
2 gezielt beeinflusst werden. Durch die parallele Schlitzung in Längserstreckungsrichtung
kann sich nämlich das erfindungsgemäße Hochfrequenz-Kontaktelement 2 bei einer Kompression
in Längsachsrichtung vergleichsweise einfach in radialer Richtung ausdehnen.
[0126] Um ein Hochfrequenzsignal über ein derart geschlitztes Hochfrequenz-Kontaktelement
zu übertragen, ist die Schlitzbreite der einzelnen Schlitze kleiner, bevorzugt deutlich
kleiner, als die Wellenlänge des zu übertragenden Hochfrequenzsignals auszulegen.
[0127] Zur Realisierung von derartigen Schlitzen 28 sind im additiven Fertigungsprozess
in diesen Schlitzen 28 im Gegensatz zum übrigen Grundkörperteil 1 jeweils Schichten
aus einem dielektrischen Material aufzubauen, die bei der metallischen Beschichtung
des Grundkörperteils 1 eine Metallisierung der Seitenwände der Schlitze 28 verhindern
und im Anschluss an den Beschichtungsprozess wieder entfernbar sind. Als dielektrisches
Material für derartige Opferschichten kann beispielsweise Fotolack verwendet werden,
der ebenfalls in additiver Fertigungstechnologie selektiv innerhalb des Grundkörperteils
1 aufbaubar ist. Um diese Opferschichten nach der Metallisierung des Grundkörperteils
1 mittels eines geeigneten Lösungsmittels, beispielsweise mittels Azeton, wieder zu
entfernen, muss die außenleiterseitige Beschichtung 5
1 im Bereich der schlitzförmigen Hohlräume 17' entfernt werden. Zur Kennzeichnung dieser
Schlitze 28 gegenüber den übrigen Bereichen des dielektrischen Grundkörperteils 1
ist die Außenoberfläche der einzelnen Schlitze 28 beispielsweise gewölbt, d.h. konkav
oder konvex, auszuformen. Die metallische Schicht auf den einzelnen Schlitzen 28 ist
somit leicht für eine optische Vorrichtung, beispielsweise eine LaserVorrichtung,
erkennbar, die die metallische Beschichtung in diesen Bereichen entfernt. Nach der
Entfernung der dielektrischen Opferschichten innerhalb der einzelnen Schlitze 28 ist
die zugehörige innenleiterseitige Beschichtung 5
2 im Bereich der Schlitze 28 beispielsweise mittels eines optischen Verfahrens zu entfernen.
[0128] Die einzelnen Hohlräume 17 und Schlitze 28 gemäß der vierten und fünften Ausführungsform
der Erfindung können auch so angeordnet und ausgeformt sein, dass ein stetiger oder
gestufter Übergang zwischen zwei unterschiedlichen Impedanzen am ersten und zweiten
Ende 6
1 und 6
2 realisierbar ist.
[0129] In Fig. 7 ist eine besondere Ausprägung eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements
2 dargestellt, in der ein Hochfrequenz-Kontaktelement 2 durch ein zusätzliches elastisches
Element 18 elastisch gelagert wird. Das zusätzliche elastische Element 18 ist zwischen
dem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement 2 und einem weiter unten noch zu
erläuternden Verbindungsteil 20 befestigt. Alternativ kann das zusätzliche elastische
Element 18 auch mit einer vom erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement 2 zu kontaktierenden
Leiterplatte 15 verbunden sein.
[0130] Bei dem elastischen Element 18 kann es sich, wie in Fig. 7 dargestellt ist, bevorzugt
um eine Torsionsfeder handeln. Daneben sind auch andere elastische Elemente, beispielsweise
eine Tellerfeder, eine Biegefeder oder ein Federarm, möglich. Während bei all diesen
elastischen Elementen die Elastizität durch die geometrische Ausformung des elastischen
Elements verwirklicht wird, kann alternativ auch ein vergleichsweise einfach geformtes
Element, beispielsweise ein zylinderförmiges Element, aus einem elastischen Material,
beispielsweise aus einem Elastomer, Verwendung finden.
[0131] Das Verbindungsteil 20 kann eine Verbindungsplatte sein, die mit erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelement 2 direkt oder unter Zwischenschaltung eines Bauelements
zur Kontaktierung verbunden ist. Alternativ kann das elastische Element 18 auch eine
Leiterplatte 15 sein, die vom erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement kontaktiert
wird.
[0132] Im Folgenden werden verschiedene Varianten einer erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
19 anhand der Figuren 8A bis 8F vorgestellt, die jeweils mindestens ein erfindungsgemäßes
Hochfrequenz-Kontaktelement 2 enthalten:
Bei der erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung 19 kann es sich einerseits
um eine Anordnung von miteinander verbundenen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelementen
2 handeln, die nur im Fertigungsprozess, bevorzugt im additiven Fertigungsprozess,
gemeinsam miteinander verbunden werden und anschließend für die technische Anwendung
vereinzelt werden. Daneben kann die erfindungsgemäße Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
19 andererseits mehrere in der technischen Anwendung auf Dauer miteinander verbundene
erfindungsgemäße Hochfrequenz-Kontaktelemente 2 enthalten. Im zweiten Fall kann es
sich beispielsweise um eine Interposer-Anordnung handeln, in der mehrere parallel
miteinander verbundene erfindungsgemäße Hochfrequenz-Kontaktelemente 2 jeweils zueinander
parallele Kontaktflächen bzw. Kontaktanschlüsse auf einer Leiterplatte, auf einem
IC-Gehäuse oder direkt auf einem IC-Substrat parallel kontaktieren. Schließlich können
im zweiten Fall die einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente 2, die
jeweils parallel miteinander verbunden werden, so ausgeformt werden, dass ihre Längserstreckung
auch eine Querkomponente aufweist. Mit derartigen beispielsweise winkelförmig verlaufenden
Hochfrequenz-Kontaktelementen, wie sie beispielsweise in der Fig. 7 dargestellt ist,
ist auch eine Übersetzung zwischen zu kontaktierenden Kontaktflächen in einem ersten
Rasterabstand und zu kontaktierenden Kontaktflächen in einem vom ersten Rasterabstand
unterschiedlichen zweiten Rasterabstand möglich. In diesem Anwendungsfall dient die
erfindungsgemäße Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung als Abstandsübersetzungs-Baugruppe
(englisch: space translator).
[0133] In einer ersten Variante gemäß Fig. 8A sind mehrere erfindungsgemäße Hochfrequenz-Kontaktelemente
2 jeweils auf der Oberseite eines als Verbindungsplatte 20 realisierten Verbindungsteil
20 über innenleiter- und außenleiterseitigen Kontaktbauteile 21 mit zugehörigen innenleiter-
und außenleiterseitigen Kontaktflächen auf der Oberseite der Verbindungsplatte 20
verbunden. Äquivalent sind mehrere erfindungsgemäße Hochfrequenz-Kontaktelemente 2
auf der Unterseite der Verbindungsplatte 20 jeweils über innenleiter- und außenleiterseitige
Kontaktbauteile 21 mit zugehörigen innenleiter- und außenleiterseitigen Kontaktflächen
auf der Unterseite der Verbindungsplatte 20 verbunden.
[0134] Die Verbindungsplatte 20 ist hierbei aus einem elektrisch nicht leitenden, d.h. dielektrischen,
Material hergestellt. Die Kontaktbauteile 21 sind aus einem elektrisch leitenden Material
hegestellt.
[0135] Die Verbindungsplatte 20 kann dabei in einem separaten konventionellen oder additiven
Fertigungsprozess hergestellt werden. Die einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente
2 können auf der Ober- und Unterseite der Verbindungsplatte jeweils in einer Reihe
in einem bestimmten konstanten oder in einem unterschiedlichen Abstand angeordnet
sein. Alternativ ist auch eine Anordnung in einem zweidimensionalen Raster in einem
bevorzugt konstanten oder auch in einem veränderlichen Rasterabstand zueinander möglich.
Im Fall einer einzig auf die Fertigung beschränkten Verbindung der einzelnen erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelemente 2 ist auch eine Anordnung der Hochfrequenz-Kontaktelemente
in einem dreidimensionalen Raster mit mehreren parallelen Verbindungsplatten und einzelnen
die parallelen Verbindungsplatten jeweils verbindenden Verbindungsstegen möglich.
[0136] Eine Bohrung 22 mit einer elektrisch leitenden Beschichtung realisiert jeweils eine
innenleiterseitige Verbindung zwischen einem innenleiterseitigen Kontaktbauteil 21
auf der Oberseite und auf der Unterseite der Verbindungsplatte 20 und damit zwischen
einem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement 2 auf der Ober- und der Unterseite
der Verbindungsplatte 20. Die außenleiterseitige Kontaktbauteile 21 realisieren jeweils
eine außenleiterseitige Verbindung zwischen den einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelementen
2 und einem Kontaktanschluss einer gemeinsamen Masse auf der Unter- bzw. Oberseite
der Verbindungsplatte 19.
[0137] Die einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente 2 werden jeweils innenleiter-
und außenleiterseitig mit den zugehörigen innenleiter- bzw. außenleiterseitigen Kontaktbauteilen
21 bevorzugt mittels Lötung verbunden, welche wiederum mit der elektrisch leitenden
Innenbeschichtung der zugehörigen Bohrung 22 bzw. mit dem zugehörigen Kontaktanschluss
der gemeinsamen Masse der Verbindungsplatte 20 bevorzugt mittels Lötung verbunden
werden. Die innenleiterseitigen und außenleiterseitigen Kontaktierungsbereiche der
einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente 2 können alternativ ohne
Zwischenschaltung von innenleiter- und außenleiterseitigen Kontaktbauteilen 21 direkt
mit der elektrisch leitenden Innenbeschichtung der zugehörigen Bohrung 22 bzw. mit
dem zugehörigen Kontaktanschluss der gemeinsamen Masse der Verbindungsplatte 20 verbunden
sein.
[0138] Die Ausgestaltung der einzelnen mit der Verbindungsplatte 20 verbundenen erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelement 2 muss nicht zwingend, wie in Fig. 8A dargestellt ist,
hohlzylindrisch ausgeführt sein, sondern kann jede der obig dargestellten Ausprägungen
annehmen. Auch müssen nicht alle erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente 2
innerhalb der erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung dieselbe Ausprägung
aufweisen. Beispielsweise können die Hochfrequenz-Kontaktelemente an der Unterseite
der Verbindungsplatte 20 jeweils nicht elastische und hohlzylindrisch ausgeformte
Hochfrequenz-Kontaktelemente sein, während die Hochfrequenz-Kontaktelemente an der
Oberseite der Verbindungsplatte 20 jeweils als Federarm ausgeformte elastische Hochfrequenz-Kontaktelemente
ausgeführt sein können. Auf diese Weise lässt sich einerseits eine elastische Kontaktierung
der oberhalb der Verbindungsplatte 20 zu kontaktierenden Kontaktflächen und andererseits
eine Übersetzung des Rasterabstandes zwischen den oberhalb der Verbindungsplatte 20
zu kontaktierenden Kontaktflächen und den unterhalb der Verbindungsplatte 20 zu kontaktierenden
Kontaktflächen realisieren.
[0139] Aus Fig. 8B geht eine weitere Variante einer erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
19' hervor, in der die einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente 2'
zusammen mit der Verbindungsplatte 20' in einem gemeinsamen additiven Fertigungsprozess
hergestellt werden. Hierbei liegen keine getrennten Hochfrequenz-Kontaktelemente auf
der Ober- und Unterseite der Verbindungsplatte 20', sondern pro Rasterpunkt nur noch
ein einziges erfindungsgemäßes Hochfrequenz-Kontaktelement 2' vor. Die Verbindungsplatte
20' verbindet nur noch die in jedem Rasterpunkt jeweils angeordneten Hochfrequenz-Kontaktelemente
2' miteinander. Die innenleiterseitige Beschichtung 5
2 des einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2' erstreckt sich folglich
vom innenleiterseitigen Kontaktierungsbereich 7
12 oberhalb der Verbindungsplatte 20' über eine Innenbohrung der Verbindungsplatte 20'
bis zum innenleiterseitigen Kontaktierungsbereich 7
22 unterhalb der Verbindungsplatte 20'.
[0140] Die außenleiterseitige Beschichtung 5
1 des einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2' erstreckt sich jeweils
zwischen den oberhalb der Verbindungsplatte 20' jeweils befindlichen außenleiterseitigen
Kontaktierungsbereichen 7
11 aller Hochfrequenz-Kontaktelemente 2' und der als gemeinsamen Masse dienenden Oberseite
der Verbindungsplatte 20' sowie zwischen den unterhalb der Verbindungsplatte 20' jeweils
befindlichen außenleiterseitigen Kontaktierungsbereichen 7
21 aller Hochfrequenz-Kontaktelemente 2' und der als gemeinsamen Masse dienenden Unterseite
der Verbindungsplatte 20' .
[0141] Für die einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente 2' ober- und unterseitig
der Verbindungsplatte 20' können in der zweiten Variante der erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
19' gemäß Fig. 8B in Äquivalenz zur ersten Variante gemäß Fig. 8A alle obig bereits
erläuterten Ausführungen eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements verwendet
werden. Auch ist eine unterschiedliche Ausformung der einzelnen erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelemente 2' jeweils ober- und unterseitig der Verbindungsplatte
20' möglich.
[0142] Die Position der Verbindungsplatte 20' entlang der Längserstreckung der einzelnen
Hochfrequenz-Kontaktelement 2' muss nicht zwingend mittig zur Längserstreckung sein,
sondern kann auch an jeder anderen Position zwischen dem ersten und zweiten Ende 6
1 und 6
2 der Hochfrequenz-Kontaktelemente 2' liegen. Anstelle einer einzigen Verbindungsplatte
20' können zur erhöhten mechanischen Stabilisierung der einzelnen erfindungsgemäßen
Hochfrequenz-Kontaktelemente 2' auch mehrere geeignet voneinander beabstandete Verbindungsplatten
20' eingesetzt werden.
Fig. 8C stellt eine Anordnung von mehreren in einem zweidimensionalen Raster jeweils
angeordneten erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelementen 2 zwischen zwei zu kontaktierenden
Leiterplatten 15
1 und 15
2, IC-Gehäusen 15
1 und 15
2 oder IC-Substraten 15
1 und 15
2 dar. Die erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente 2 weisen aufgrund ihrer im
Mittenbereich der Längserstreckung vorliegenden torsionsfederförmigen Ausformung jeweils
eine Elastizität auf. Die Anordnung von parallelen Kontaktelementen 2 ist in der Variante
der Fig. 8C ohne eine Verbindungsplatte 20 bzw. ohne Verbindungsstege 20 realisiert,
um bei einer Kompression der einzelnen elastischen Hochfrequenz-Kontaktelemente 2
in einem größeren Ausmaß zusätzlich zur Kompression der einzelnen Kontaktelemente
2 in Längsrichtung auch noch ein begrenztes Verbiegen der einzelnen elastischen Hochfrequenz-Kontaktelement
2 in Querrichtung zu ermöglichen.
[0143] Aus Fig. 8D geht eine Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung hervor, in der sich mehrere
in einem zweidimensionalen Raster jeweils angeordnete erfindungsgemäße Hochfrequenz-Kontaktelemente
2 zwischen zwei zu kontaktierenden Leiterplatten 15
1 und 15
2, IC-Gehäusen 15
1 und 15
2 oder IC-Substraten 15
1 und 15
2 befinden. Die einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente 2 sind einerseits
jeweils gewinkelt, bevorzugt zweifach gewinkelt, ausgeformt und andererseits jeweils
hinsichtlich ihres Außendurchmessers gestuft ausgeführt. Auf diese Weise ist es möglich,
mit der erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung 19 einzelne, in einem
vergleichsweise engen Raster angeordnete Kontaktflächen auf einer Leiterplatte 15
1, einem IC-Gehäuse 15
1 oder einem IC-Substrat 15
1 elektrisch zu kontaktieren und mit zugehörigen in einem größeren Raster angeordneten
Kontaktflächen auf einer Leiterplatte 15
2, einem IC-Gehäuse 15
2 oder einem IC-Substrat 15
2 zu verbinden. Somit ist eine sogenannte Hochfrequenz-Abstandsübersetzer-Baugruppe
(Space-Translator-Anordnung) geschaffen, mit der mehrere Kontaktflächen parallel kontaktiert
werden können, eine Übersetzung von einem feineren Rasterabstand zu einem gröberen
Rasterabstand realisierbar ist und die Impedanz über die gesamte Längserstreckung
aller Hochfrequenz-Kontaktelemente 2 konstant gehalten ist. Der gröbere Rasterabstand
ermöglicht die Verwendung einer einfacheren und damit kostengünstigeren Herstellungstechnologie
auf der Leiterplatte 15
2, auf dem IC-Gehäuse 15
2 oder auf dem IC-Substrat 15
2. Daneben lässt sich damit eine Anbindung an Hochfrequenzkabel, -leitungen und - stecker,
die typischerweise eine größere Ausdehnung aufweisen, verwirklichen.
[0144] In Fig. 8E ist ein Ausschnitt einer erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
19 dargestellt, bei der das Hochfrequenz-Kontaktelement 2 mit einer die einzelnen
Hochfrequenz-Kontaktelement 2 verbindenden Verbindungsplatte 20 verbunden ist, die
jeweils als elektrischer Schaltungsträger ausgeführt ist. Die elektrische Signalleitungen
23 können hierbei auf der Oberseite 24 und/oder auf der Unterseite 25 der Verbindungsplatte
20 angebracht sein.
[0145] Diese elektrische Signalleitungen 23 verbinden die einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente
2, die sich oberhalb und/oder unterhalb der als elektrischer Schaltungsträger dienenden
Verbindungsplatte 20 befinden, mit zugehörigen aktiven oder passiven Elektronikkomponenten
auf der Oberseite 24 oder Unterseite 25 der Verbindungsplatte 20. Beispielsweise können
die von den erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement 2 jeweils kontaktierten
und übertragenen Hochfrequenzsignale über diese elektrischen Signalleitungen 23, die
bevorzugt als hochfrequenztechnisch optimierte Streifenleitungen realisiert sind,
zu einem gemeinsamen Hochfrequenz-Stecker geführt sein, der an einer geeigneten Stelle
auf der Verbindungsplatte 20 positioniert ist.
[0146] Die außenleiterseitigen Beschichtung 5
1 der einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelements 2 wird dabei jeweils
direkt mit einer zugehörigen auf der Oberseite 24 und/oder auf der Unterseite 25 aufgebrachten
Signalleitung 23 verbunden, die die Masseleitung einer Streifenleitung darstellt.
Die innenleiterseitige Beschichtung 5
2 der einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente 2 wird dabei jeweils
über eine innerhalb der Verbindungsplatte 20 verlaufende elektrische Signalleitung
26 mit einer auf der Oberseite 24 und/oder auf der Unterseite 25 aufgebrachten elektrischen
Signalleitung 23 verbunden.
[0147] Die typischerweise parallel zur Ober- bzw. Unterseite 24 bzw. 25 und innerhalb der
Verbindungsplatte 20 verlaufende elektrische Signalleitung 26 ist bei einer gemäß
Fig. 8B einteilig realisierten erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
19' direkt mit der innenleiterseitigen Beschichtung 5
2 des Hochfrequenz-Kontaktelements 2 verbunden. Bei einer mehrteiligen Realisierung
der erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung 19 gemäß Fig. 8A ist die
innerhalb der Verbindungsplatte 20 verlaufende elektrische Signalleitung 26 mit der
elektrischen Beschichtung einer zur Durchführung 4 des Hochfrequenz-Kontaktelements
2 fluchtend verlaufenden Bohrung 22 innerhalb der Verbindungsplatte 20 verbunden.
Die elektrisch leitende Beschichtung der Bohrung 22 innerhalb der Verbindungsplatte
20 kontaktiert hierbei die innenleiterseitigen Beschichtung 5
2 des Hochfrequenz-Kontaktelements 2.
[0148] Die elektrische Verbindung zwischen der innerhalb der Verbindungsplatte 20 verlaufende
elektrische Signalleitung 26 und der auf der Ober- bzw. Unterseite 24 bzw. 25 der
Verbindungsplatte 20 verlaufenden elektrischen Signalleitung 23 erfolgt über eine
elektrisch leitende Beschichtung einer Bohrung 22', die mit einer elektrischen Signalleitung
23 auf der Ober- bzw. Unterseite 24 bzw. 25 der Verbindungsplatte 20 aufgebracht wird.
Diese elektrische Signalleitung 23 stellt den Innenleiter einer Streifenleitung dar.
[0149] Aus Fig. 8F geht schließlich eine erfindungsgemäße Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
19 hervor, die einzig im Herstellungsprozess die einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente
2 in einem bestimmten Raster zusammenhält und als Stützgeometrie dient. Vor dem Einsatz
werden die einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelemente 2 innerhalb der
Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung 19 voneinander getrennt. Zum einfacheren Trennen
der einzelnen Hochfrequenz-Kontaktelemente ist in der Verbindungsplatte 20, die auch
aus einzelnen Verbindungstegen 20 zwischen den einzelnen erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Kontaktelementen
2 zusammengesetzt sein kann, jeweils eine Sollbruchstelle 27 vorgesehen.
[0150] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend
vollständig beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige
Art und Weise modifizierbar.
Bezugszeichenliste
[0151]
- 1
- Grundkörperteil
- 2
- Hochfrequenz-Kontaktelement
- 3
- Längsachse
- 4, 41, 42
- Durchführung
- 5, 51, 52, 521, 522
- Beschichtung
- 61, 62
- erstes und zweites Ende
- 711, 712, 721, 722
- Kontaktierungsbereich
- 8
- Verbindungsbereich
- 91, 92
- Bereich ohne Beschichtung
- 10
- Bereich
- 111, 112
- Kontaktkrone
- 121, 122, 123
- Kontaktspitze
- 131, 132, 133
- elastisches Bauteil zur Kontaktierung
- 141, 142, 143, 144, 145, 146
- Lotkugel
- 15, 151, 152
- Leiterplatte oder IC-Gehäuse oder IC-Substrat
- 161, 162, 163, 164
- dielektrische Schichten
- 17
- Hohlraum
- 18
- elastisches Element
- 19,19'
- Hochfrequenz-Kontaktelement-Anordnung
- 20,20'
- Verbindungsteil, Verbindungsplatte, Verbindungssteg
- 21
- Kontaktbauteil
- 22,22'
- Bohrung in Verbindungsplatte
- 23
- elektrische Signalleitung auf Verbindungsplatte
- 24
- Oberseite der Verbindungsplatte
- 25
- Unterseite der Verbindungsplatte
- 26
- elektrische Signalleitung innerhalb der Verbindungsplatte
- 27
- Sollbruchstelle
- 28
- Schlitz