[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen hydraulischen Ventiltrieb für ein Zylinderventil
einer Brennkraftmaschine.
STAND DER TECHNIK
[0002] WO 2016/000048 A1 offenbart einen hydraulischen Ventiltrieb für ein Zylinderventil einer Brennkraftmaschine.
Der Ventiltrieb weist einen Steuerkolben sowie einen Arbeitskolben auf, die in einem
Gehäuse hin- und herbewegbar sind. Der hydraulische Ventiltrieb weist Bremsmechanismen
auf, um eine Bewegung des Steuerkolbens bzw. des Arbeitskolbens abzubremsen, so dass
eine Geräuscherzeugung minimiert und eine Betriebsgenauigkeit gewährleistet wird.
[0003] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es die Aufgabe der Erfindung einen hydraulischen
Ventiltrieb für ein Zylinderventil einer Brennkraftmaschine vorzusehen, das einen
einfachen Aufbau hat und eine Geräuscherzeugung weiter minimiert.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung wird mit einem hydraulischen Ventiltrieb für ein Zylinderventil
einer Brennkraftmaschine gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0005] Der erfindungsgemäße Ventiltrieb für ein Zylinderventil einer Brennkraftmaschine
weist folgendes auf:
ein Gehäuse (einteilig oder mehrteilig) mit einem Einlasskanal und einem Auslasskanal,
einen Steuerkolben, der in dem Gehäuse angeordnet ist und zwischen einer Ruhestellung,
in der er den Einlasskanal schließt, während der Auslasskanal geöffnet ist, und einer
Arbeitsstellung hin- und herbewegbar ist, in der er den Auslasskanal schließt, während
der Einlasskanal geöffnet ist, wobei eine Bewegung des Steuerkolbens in die Arbeitsstellung
einen Druckanstieg im Inneren des Gehäuses aufgrund eines Einströmens von Hydraulikfluid
durch den Einlasskanal bewirkt und eine Bewegung des Steuerkolbens in die Ruhestellung
einen Druckabfall im Inneren des Gehäuses aufgrund eines Ausströmens von Hydraulikfluid
aus dem Auslasskanal bewirkt,
einen Arbeitskolben, der in dem Gehäuse angeordnet ist, der mit dem Zylinderventil
wirkverbunden ist und der sich in Abhängigkeit des Druckanstiegs und des Druckabfalls
im Inneren des Gehäuses hin- und herbewegt, um das Zylinderventil zu öffnen und zu
schließen, und
eine hydraulische Bremse, die eine Bewegung des Steuerkolbens von der Ruhestellung
in die Arbeitsstellung durch Erhöhen eines Strömungswiderstands eines von dem Steuerkolben
verdrängten Hydraulikfluids in der Bewegungsendphase abbremst.
[0006] Durch Vorsehen der hydraulischen Bremse, die die Bewegung des Steuerkolbens von der
Ruhestellung in die Arbeitsstellung abbremst, kann ein Geräusch minimiert werden,
das der Steuerkolben bei Erreichen der Arbeitsstellung bspw. infolge eines Auftreffens
auf einen Anschlag, das Gehäuse, etc. erzeugt. Da darüber hinaus die hydraulische
Bremse erst in der Bewegungsendphase (d.h. kurz vor Erreichen der Arbeitsstellung)
aktiv ist, d.h. die Bewegung des Steuerkolbens abbremst, kann ein schneller und zuverlässiger
Betrieb des Steuerkolbens erzielt werden. Da die Bremse nach dem Prinzip der Erhöhung
eines Strömungswiderstands funktioniert, ist ein Aufbau des hydraulischen Ventiltriebs
vereinfacht und die Zahl von Verschleißteilen ist minimiert. Zudem wird eine gleichmäßig
ansteigende Bremswirkung erzielt.
[0007] Bevorzugt wird der Strömungswiderstand bei der hydraulischen Bremse dadurch erhöht,
dass in der Bewegungsendphase ein Teil des verdrängten Hydraulikfluids von dem Steuerkolben
durch einen Bremskanal gedrückt wird.
[0008] Dies stellt eine äußerst einfache, zuverlässige und kostengünstige Ausgestaltung
der hydraulischen Bremse dar.
[0009] Bevorzugt ist die hydraulische Bremse im Wesentlichen durch eine an dem Steuerkolben
ausgebildete umlaufende Stufe und den Bremskanal ausgebildet.
[0010] Bevorzugt gelangt eine sich in Axialrichtung des Steuerkolbens erstreckende Fläche
der umlaufenden Stufe in der Bewegungsendphase mit einer sich in Axialrichtung des
Steuerkolbens erstreckenden Wandfläche eines Abschnitts, in dem der Bremskanal ausgebildet
ist, in Überdeckung und trennt dabei in Zusammenwirkung mit einer sich in Radialrichtung
des Steuerkolbens erstreckenden Fläche der umlaufenden Stufe, einer sich in Axialrichtung
des Steuerkolbens erstreckenden Wandfläche des Gehäuses, sowie einer sich in Radialrichtung
des Steuerkolbens erstreckenden Bremskanalfläche, in die der Bremskanal öffnet, den
Teil des verdrängten Hydraulikfluids von dem restlichen verdrängten Hydraulikfluid
ab, und der abgetrennte Teil des verdrängten Hydraulikfluids wird durch den Bremskanal
gedrückt.
[0011] Diese Ausgestaltung stellt eine einfache und kostengünstige Möglichkeit dar, die
hydraulische Bremse zu realisieren.
[0012] Bevorzugt ist die Bremskanalfläche eine Anschlagfläche für den Steuerkolben, an der
der Steuerkolben in der Arbeitsstellung anliegt.
[0013] Durch diese Funktionsintegration von Anschlagfläche und Bremskanalfläche wird der
Bauraum effektiv genützt und ein Aufbau des hydraulischen Ventiltriebs wird vereinfacht.
[0014] Bevorzugt ist der Bremskanal in einem Dämpfungsring (bspw. ein elastisches Bauteil
wie ein Gummibauteil) angeordnet, der zwischen Gehäuseteilen des Gehäuses angeordnet
ist, oder ist in dem Gehäuse ausgebildet.
[0015] Das Vorsehen des Bremskanals in dem Dämpfungsring bzw. in dem Gehäuse, die ohnehin
schon Bestandteile des hydraulischen Ventiltriebs sind, ermöglicht eine einfache,
platz- und bauteilsparende Konstruktion des hydraulischen Ventiltriebs. Falls der
Bremskanal in dem Dämpfungsring angeordnet ist und der Dämpfungsring die Anschlagfläche
für den Steuerkolben bildet, kann eine Geräuschentwicklung aufgrund der dämpfenden
Eigenschaften des Dämpfungsrings weiter minimiert werden.
[0016] Bevorzugt weist der hydraulische Ventiltrieb des Weiteren eine zweite hydraulische
Bremse auf, die eine Bewegung des Steuerkolbens von der Arbeitsstellung in die Ruhestellung
durch Erhöhen eines Strömungswiderstands eines von dem Steuerkolben verdrängten Hydraulikfluids
in der Bewegungsendphase abbremst.
[0017] Durch Vorsehen der zweiten hydraulischen Bremse, die die Bewegung des Steuerkolbens
von der Arbeitsstellung in die Ruhestellung abbremst, kann ein Geräusch minimiert
werden, das der Steuerkolben bei Erreichen der Ruhestellung bspw. infolge eines Auftreffens
auf einen Anschlag, das Gehäuse, etc. erzeugt. Da darüber hinaus die zweite hydraulische
Bremse erst in der Bewegungsendphase (d.h. kurz vor Erreichen der Ruhestellung) aktiv
ist, d.h. die Bewegung des Steuerkolbens abbremst, kann ein schneller und zuverlässiger
Betrieb des Steuerkolbens erzielt werden. Da die zweite hydraulische Bremse nach dem
Prinzip der Erhöhung eines Strömungswiderstands funktioniert, ist ein Aufbau des hydraulischen
Ventiltriebs vereinfacht und die Zahl von Verschleißteilen ist minimiert. Zudem wird
eine gleichmäßig ansteigende Bremswirkung erzielt.
[0018] Bevorzugt wird bei der zweiten hydraulischen Bremse der Strömungswiderstand dadurch
erhöht, dass in der Bewegungsendphase ein Teil des verdrängten Hydraulikfluids von
dem Steuerkolben durch einen zweiten Bremskanal gedrückt wird.
[0019] Dies stellt eine äußerst einfache, zuverlässige und kostengünstige Ausgestaltung
der zweiten hydraulischen Bremse dar.
[0020] Bevorzugt ist die zweite hydraulische Bremse im Wesentlichen durch eine umlaufende
Schulter des Steuerkolbens und den zweiten Bremskanal vorgesehen.
[0021] Bevorzugt gelangt eine sich in Radialrichtung des Steuerkolbens erstreckende Fläche
der Schulter in der Bewegungsendphase mit einer sich in Axialrichtung des Steuerkolbens
erstreckenden Wandfläche des Gehäuses in Überdeckung und trennt dabei in Zusammenwirkung
mit einer sich in Axialrichtung des Steuerkolbens erstreckenden Fläche des Steuerkolbens
sowie einer Innenwandfläche des Gehäuses, in die der zweite Bremskanal öffnet, den
Teil des verdrängten Hydraulikfluids von dem restlichen verdrängten Hydraulikfluid
ab, und der abgetrennte Teil des verdrängten Hydraulikfluids wird durch den zweiten
Bremskanal gedrückt.
[0022] Diese Ausgestaltung stellt eine einfache und kostengünstige Möglichkeit dar, die
zweite hydraulische Bremse zu realisieren.
[0023] Bevorzugt ist der zweite Bremskanal in dem Gehäuse ausgebildet. Er kann aber auch
in einem anderen Bauteil ausgebildet sein. Das Vorsehen des Bremskanals in dem Gehäuse,
das ohnehin schon Bestandteil des hydraulischen Ventiltriebs ist, ermöglicht eine
einfache, platz- und bauteilsparende Konstruktion des hydraulischen Ventiltriebs.
[0024] Bevorzugt weist der hydraulische Ventiltrieb des Weiteren eine dritte hydraulische
Bremse auf, die eine Bewegung des Arbeitskolbens infolge eines Druckanstiegs im Inneren
des Gehäuses durch Erhöhen eines Strömungswiderstands eines von dem Arbeitskolben
verdrängten Hydraulikfluids in der Arbeitskolbenbewegungsendphase abbremst.
[0025] Durch Vorsehen der dritten hydraulischen Bremse, die die Bewegung des Arbeitskolbens
infolge eines Druckanstiegs im Inneren des Gehäuses abbremst, kann ein Geräusch minimiert
werden, das der Arbeitskolben bei Erreichen seiner Endlage bspw. infolge eines Auftreffens
auf einen Anschlag, das Gehäuse, etc. erzeugt. Da darüber hinaus die dritte hydraulische
Bremse erst in der Arbeitskolbenbewegungsendphase (d.h. kurz vor Erreichen der entsprechenden
Kolbenendlage) aktiv ist, d.h. die Bewegung des Arbeitskolbens abbremst, kann ein
schneller und zuverlässiger Betrieb des Arbeitskolbens erzielt werden. Da die dritte
hydraulische Bremse nach dem Prinzip der Erhöhung eines Strömungswiderstands funktioniert,
ist ein Aufbau des hydraulischen Ventiltriebs vereinfacht und die Zahl von Verschleißteilen
ist minimiert. Zudem wird eine gleichmäßig ansteigende Bremswirkung erzielt.
[0026] Bevorzugt ist die Bewegung des Arbeitskolbens infolge eines Druckanstiegs im Inneren
des Gehäuses eine Bewegung, die zum Öffnen des Zylinderventils führt. Alternativ kann
sie aber auch eine Bewegung sein, die zum Schließen des Zylinderventils führt.
[0027] Bevorzugt wird bei der dritten hydraulischen Bremse der Strömungswiderstand dadurch
erhöht, dass in der Arbeitskolbenbewegungsendphase ein Teil des verdrängten Hydraulikfluids
von dem Arbeitskolben durch einen dritten Bremskanal gedrückt wird.
[0028] Dies stellt eine äußerst einfache, zuverlässige und kostengünstige Ausgestaltung
der hydraulischen Bremse dar.
[0029] Bevorzugt ist die dritte hydraulische Bremse im Wesentlichen durch eine an dem Arbeitskolben
umlaufende Stufe und den dritten Bremskanal ausgebildet.
[0030] Bevorzugt gelangt eine sich in Axialrichtung des Arbeitskolbens erstreckende Fläche
der umlaufenden Stufe in der Arbeitskolbenbewegungsendphase mit einer sich in Axialrichtung
des Arbeitskolbens erstreckenden Wandfläche eines Abschnitts, in dem der dritte Bremskanal
ausgebildet ist, in Überdeckung und trennt dabei in Zusammenwirkung mit einer sich
in Radialrichtung des Arbeitskolbens erstreckenden Fläche der umlaufenden Stufe, einer
sich in Axialrichtung des Arbeitskolbens erstreckenden Wandfläche des Gehäuses, sowie
einer sich in Radialrichtung des Arbeitskolbens erstreckenden Bremskanalfläche, in
die der Bremskanal öffnet, den Teil des verdrängten Hydraulikfluids von dem restlichen
verdrängten Hydraulikfluid ab, und der abgetrennte Teil des verdrängten Hydraulikfluids
wird durch den dritten Bremskanal gedrückt.
[0031] Diese Ausgestaltung stellt eine einfache und kostengünstige Möglichkeit dar, die
dritte hydraulische Bremse zu realisieren.
[0032] Bevorzugt ist der dritte Bremskanal in einem Dämpfungsring, über den der Ventiltrieb
an einem Zylinderkopf der Brennkraftmaschine zu befestigen ist, oder in dem Gehäuse
ausgebildet.
[0033] Das Vorsehen des dritten Bremskanals in dem Dämpfungsring bzw. in dem Gehäuse, die
ohnehin schon Bestandteile des hydraulischen Ventiltriebs sind, ermöglicht eine einfache,
platz- und bauteilsparende Konstruktion des hydraulischen Ventiltriebs. Falls der
dritte Bremskanal in dem Dämpfungsring angeordnet ist und der Dämpfungsring eine Anschlagfläche
für den Arbeitskolben bildet, kann eine Geräuschentwicklung aufgrund der dämpfenden
Eigenschaften des Dämpfungsrings weiter minimiert werden.
[0034] Bevorzugt weist der hydraulische Ventiltrieb des Weiteren eine vierte hydraulische
Bremse auf, die eine Bewegung des Arbeitskolbens infolge eines Druckabfalls im Inneren
des Gehäuses durch Erhöhen eines Strömungswiderstands eines von dem Arbeitskolben
verdrängten Hydraulikfluids in der Arbeitskolbenbewegungsendphase abbremst.
[0035] Durch Vorsehen der vierten hydraulischen Bremse, die die Bewegung des Arbeitskolbens
infolge eines Druckabfalls im Inneren des Gehäuses abbremst, kann ein Geräusch minimiert
werden, das der Arbeitskolben bei Erreichen seiner Endlage bspw. infolge eines Auftreffens
auf einen Anschlag, das Gehäuse, ein anderes Bauteil etc. erzeugt. Da darüber hinaus
die vierte hydraulische Bremse erst in der Arbeitskolbenbewegungsendphase (d.h. kurz
vor Erreichen der entsprechenden Kolbenendlage) aktiv ist, d.h. die Bewegung des Arbeitskolbens
abbremst, kann ein schneller und zuverlässiger Betrieb des Arbeitskolbens erzielt
werden. Da die vierte hydraulische Bremse nach dem Prinzip der Erhöhung eines Strömungswiderstands
funktioniert, ist ein Aufbau des hydraulischen Ventiltriebs vereinfacht und die Zahl
von Verschleißteilen ist minimiert. Zudem wird eine gleichmäßig ansteigende Bremswirkung
erzielt.
[0036] Bevorzugt ist die Bewegung des Arbeitskolbens infolge eines Druckabfalls im Inneren
des Gehäuses eine Bewegung, die zum Schließen des Zylinderventils führt. Alternativ
kann sie aber auch eine Bewegung sein, die zum Öffnen des Zylinderventils führt.
[0037] Bevorzugt wird bei der vierten hydraulischen Bremse der Strömungswiderstand dadurch
erhöht, dass eine maximal mögliche Hydraulikfluidausströmmenge aus einer Fluidkammer,
die der Arbeitskolben mit einem an dem Gehäuse fixierten Bauteil bildet und deren
Volumen sich mit einer Bewegung des Arbeitskolbens infolge eines Druckabfalls verringert,
in der Arbeitskolbenbewegungsendphase verringert wird.
[0038] Dies stellt eine äußerst einfache, platzsparende, zuverlässige und kostengünstige
Ausgestaltung der vierten hydraulischen Bremse dar.
[0039] Bevorzugt weist das Bauteil mindestens eine Öffnung auf, durch die hindurch ein Hydraulikfluid
aus der Fluidkammer ausströmen kann, und der Arbeitskolben weist mindestens eine Öffnung
auf, durch die hindurch ein Hydraulikfluid aus der Fluidkammer ausströmen kann, und
der Ventiltrieb ist so gestaltet, dass bei einer Bewegung des Arbeitskolbens infolge
eines Druckabfalls ein Hydraulikfluid aus der Fluidkammer zunächst durch sowohl die
Öffnung des Bauteils als auch durch die Öffnung des Arbeitskolbens ausströmt, und
anschließend, in der Arbeitskolbenbewegungsendphase, lediglich durch die Öffnung des
Bauteils ausströmt.
[0040] Diese Ausgestaltung stellt eine einfache und kostengünstige Möglichkeit dar, die
vierte hydraulische Bremse zu realisieren.
[0041] Bevorzugt hat der hydraulische Ventiltrieb ein elektromagnetisches Antriebssystem,
das gestaltet ist, um den Steuerkolben zwischen der Ruheposition und der Arbeitsposition
hin- und herzubwegen. Das elektromagnetische Antriebssystem ermöglicht einen genaue
und schnelle Einstellung sowie einen zuverlässigen Betrieb des Steuerkolbens.
[0042] Bevorzugt weist der hydraulische Ventiltrieb ein Ausgleichsbauteil auf, das ein nach
oben geöffneter Zylinder ist und das an dem Bremszylinder anliegt, wobei eine Endhülse
des Steuerkolbens axial verschieblich in dem Ausgleichsbauteil aufgenommen ist.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0043] Nachstehend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung mit Bezug auf die
begleitenden Zeichnungen beschrieben.
Fig. 1 ist eine Längsschnittansicht des erfindungsgemäßen hydraulischen Ventiltriebs
gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel sowie eines Teils eines Zylinderkopfs einer
Brennkraftmaschine, an dem der hydraulische Ventiltrieb montiert ist, wobei Fig. 1
einen Zustand zeigt, in dem ein in dem Zylinderkopf aufgenommenes Zylinderventil durch
den Ventiltrieb geschlossen ist.
Fig. 2A ist eine Längsschnittansicht des erfindungsgemäßen hydraulischen Ventiltriebs
und Fig. 2B ist eine Draufsicht des erfindungsgemäßen hydraulischen Ventiltriebs,
wobei Fig. 2A und 2B einen Zustand zeigen, in dem das in dem Zylinderkopf aufgenommene
Zylinderventil durch den Ventiltrieb geöffnet ist.
Fig. 3 ist eine Querschnittsansicht entlang Linie B-B in Fig. 2.
Fig. 4A ist eine Teilansicht des hydraulischen Ventiltriebs und stellt einen ersten
Betriebszustand des hydraulischen Ventiltriebs dar.
Fig. 4B ist eine Teilansicht des hydraulischen Ventiltriebs und stellt einen zweiten
Betriebszustand des hydraulischen Ventiltriebs dar.
Fig. 4C ist eine Teilansicht des hydraulischen Ventiltriebs und stellt einen dritten
Betriebszustand des hydraulischen Ventiltriebs dar.
Fig. 4D ist eine Teilansicht des hydraulischen Ventiltriebs und stellt einen vierten
Betriebszustand des hydraulischen Ventiltriebs dar.
Fig. 5A zeigt vergrößert einen Bereich des hydraulischen Ventiltriebs, in dem eine
hydraulische Bremse, die in einem noch nicht aktivierten Zustand ist, vorgesehen ist.
Fig. 5B zeigt vergrößert einen Bereich des hydraulischen Ventiltriebs, in dem die
hydraulische Bremse, die in einem aktivierten Zustand ist, vorgesehen ist.
Fig. 5C zeigt vergrößert einen Bereich des hydraulischen Ventiltriebs, in dem eine
zweite hydraulische Bremse, die in einem noch nicht aktivierten Zustand ist, vorgesehen
ist.
Fig. 5D zeigt vergrößert einen Bereich des hydraulischen Ventiltriebs, in dem die
zweite hydraulische Bremse, die in einem aktivierten Zustand ist, vorgesehen ist.
Fig. 5E zeigt vergrößert einen Bereich des hydraulischen Ventiltriebs, in dem eine
dritte hydraulische Bremse, die in einem noch nicht aktivierten Zustand ist, vorgesehen
ist.
Fig. 5F zeigt vergrößert einen Bereich des hydraulischen Ventiltriebs, in dem die
dritte hydraulische Bremse, die in einem aktivierten Zustand ist, vorgesehen ist.
Fig. 6 ist eine Längsschnittansicht des erfindungsgemäßen hydraulischen Ventiltriebs
gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel sowie eines Teils eines Zylinderkopfs einer
Brennkraftmaschine, an dem der hydraulische Ventiltrieb montiert ist.
Fig. 7A ist eine Längsschnittansicht einer Modifikation gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel.
Fig. 7B ist eine Teilansicht einer Modifikation des hydraulischen Ventiltriebs gemäß
einem vierten Ausführungsbeispiel.
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
Erstes Ausführungsbeispiel
[0044] Der konstruktive Aufbau des erfindungsgemäßen hydraulischen Ventiltriebs für ein
Zylinderventil eines Verbrennungsmotors gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel wird
zunächst mit Bezug auf Figuren 1 bis 3 erklärt.
[0045] Der hydraulische Ventiltrieb hat ein Gehäuse, das im vorliegenden Fall mehrteilig
ausgebildet ist. Im Speziellen ist das Gehäuse im Wesentlichen aus einem Arbeitskolbengehäuse
2, einem Steuerkolbengehäuse 3 und einem Abschlussdeckel 5 gebildet.
[0046] Das Arbeitskolbengehäuse 2 begrenzt in radialer Richtung einen Arbeitsbereich 32
und nimmt darin einen Arbeitskolben 10, 11 auf, der in diesem Ausführungsbeispiel
zweiteilig aufgebaut ist, d.h. aus einem ersten Kolbenteil 10 und einem zweiten Kolbenteil
11, die formschlüssig miteinander verbunden sind. Der Arbeitskolben 10, 11 ist in
dem Arbeitskolbengehäuse 2 radial abgestützt und axial verschieblich aufgenommen.
Die Endlage des Arbeitskolbens 10, 11 nach unten in Fig. 1 und 2 wird durch eine axiale
Anlage des Arbeitskolbens 10, 11 an einem Dämpfungsring 7 bestimmt, über den das Arbeitskolbengehäuse
2 an einem Zylinderkopf 1 angeflanscht bzw. befestigt ist (alternativ kann das Arbeitskolbengehäuse
2 auch direkt an dem Zylinderkopf 1 befestigt sein; in diesem Fall kann die axiale
Endlage des Arbeitskolbens 10, 11 durch den Zylinderkopf 1 oder ein mit diesem verbundenen
Bauteil bestimmt sein). Die Endlage des Arbeitskolbens 10, 11 nach oben bleibt unbestimmt,
um eine Wärmeausdehnung eines in dem Zylinderkopf 1 aufgenommen Ventils 16 ausgleichen
zu können. Das zweite Kolbenteil 11 des Arbeitskolbens 10, 11 weist in Bodennähe radiale
Öffnungen 36 auf.
[0047] Des Weiteren ist in dem Arbeitskolbengehäuse 2 ein nach oben geöffneter Bremszylinder
12 angeordnet, der mittels eines Sicherungsrings an dem Arbeitskolbengehäuse 2 in
axialer Richtung fixiert ist. Der Bremszylinder 12 ist koaxial zu dem Arbeitskolben
10, 11 angeordnet und der Bremszylinder 12 ist teilweise in dem zweiten Kolbenteil
11 derart angeordnet, dass der Bremszylinder 12 durch das zweite Kolbenteil 11 in
radialer Richtung festgelegt ist und der Arbeitskolben 10, 11 in axialer Richtung
relativ zu dem Bremszylinder 12 verschieblich ist. Der Bremszylinder 12 ist in seiner
Bodenfläche mit einem Drosselventil 21 versehen. Das Drosselventil 21 kann als austauschbares
Bauteil ausgeführt sein oder kann in dem Bremszylinder 12 integriert sein. Statt des
Drosselventils 21 kann auch lediglich eine Öffnung bzw. eine Bohrung vorgesehen sein.
Des Weiteren ist der Bremszylinder 12 im Bereich seiner axialen Mitte und seinem oberen
Ende mit radialen Öffnungen 35 versehen. Die äußere untere Fläche des Bremszylinders
12 begrenzt zusammen mit der inneren Fläche des zweiten Kolbenteils 11 eine Fluidkammer
40.
[0048] Oberhalb des Bremszylinders 12 definieren eine Innenumfangsfläche des Dämpfungsrings
8, des Steuerkolbengehäuses 3 und des Abschlussdeckels 5 einen Hohlraum, der als Steuerbereich
33 bezeichnet wird. In dem Steuerbereich 33 ist ein Steuerkolben axial verschieblich
aufgenommen.
[0049] Der Steuerkolben besteht in diesem Ausführungsbeispiel aus einem Kolbenring 14, der
über eine Endhülse 15 mit einer Steuerkolbenwelle 13 verbunden ist. Der Steuerkolben
kann einen beliebigen anderen Aufbau haben und bspw. einstückig ausgebildet sein.
Der Steuerkolben ist durch eine Steuerkolbenfeder 22 gegen den Bremszylinder 12 vorgespannt,
d.h. die Steuerkolbenfeder 22 ist teilweise in dem Bremszylinder 12 aufgenommen und
an diesem abgestützt. In Ruhestellung wird der Steuerkolben durch die Steuerkolbenfeder
22 in seine obere Endlage gedrängt, die durch eine Anlage an dem Abschlussdeckel 5
definiert ist, wie in Fig. 1 gezeigt ist. Die untere Endlage des Steuerkolbens ist
durch einen Anschlag an dem Dämpfungsring 8 festgelegt. Die Steuerkolbenwelle 13 wird
durch den Abschlussdeckel 5 sowie einen weiteren Abschlussdeckel 6 geführt und ist
mit einem elektromagnetischen Antriebssystem 23 (bspw. ein Hubmagnet, ein magnetisches
Schwingungssystem, etc.) wirkgekoppelt, das in Fig. 1 nur schematisch angedeutet ist
und in diesem Ausführungsbeispiel an dem Abschlussdeckel 6 angeflanscht ist. Mittels
des elektromagnetischen Antriebssystems 23 kann der Steuerkolben zwischen seinen zwei
Endlagen axial hin- und herbewegt werden.
[0050] Ein Anschlussring 4 erstreckt sich um das Steuerkolbengehäuse 3 herum. Ein Einlasskanal
30 und ein Auslasskanal 31 sind in dem Steuerkolbengehäuse 3 ausgebildet und öffnen
in den Steuerbereich 33. Im Speziellen besteht der Einlasskanal 30 aus einer radialen
Verbindung zwischen dem Steuerbereich 33 und einem Zwischenvolumen 37, welches radial
durch den Anschlussring 4 begrenzt wird und über diesen an ein nicht dargestelltes
Fluidversorgungssystem angeschlossen ist. Die radiale Verbindung ist hier als umlaufende
Nut ausgeführt. Topologisch identisch ist der unterhalb des Einlasskanals 30 angeordnete
Auslasskanal 31 mit seinem Zwischenvolumen 38 aufgebaut. Fig. 3 zeigt dabei einen
Schnitt durch den Auslasskanal 31 und das Zwischenvolumen 38 (in diesem Ausführungsbeispiel
sind acht Zwischenvolumina 38 vorgesehen).
[0051] Über den Einlasskanal 30 kann ein Hydraulikfluid (bspw. eine hydraulische inkompressible
Flüssigkeit), das von dem Fluidversorgungssystem zugeführt wird, in den Arbeitsbereich
32 und den Steuerbereich 33 zugeführt werden, wobei eine Fluidverbindung zwischen
Steuerbereich 33 und Arbeitsbereich 32 über axiale Durchgänge im Steuerkolben (im
Kolbenring 14) erfolgt, die in Fig. 3 dargestellt sind. Über den Auslasskanal 31 kann
das Fluid aus dem Arbeitsbereich 32 und dem Steuerbereich 33 abgeleitet werden.
[0052] Der Steuerkolben ist mittels des elektromagnetischen Antriebssystems 23 zwischen
einer Ruhestellung, in der der Steuerkolben den Einlasskanal 30 schließt (radial abdichtet),
während der Auslasskanal 31 geöffnet ist bzw. während er den Auslasskanal 31 freigibt
(dieser Zustand ist in Fig. 1 dargestellt), und einer Arbeitsstellung hin- und herbewegbar,
in der der Steuerkolben den Auslasskanal 31 schließt (radial abdichtet), während der
Einlasskanal 30 geöffnet ist bzw. während er den Einlasskanal 30 freigibt (dieser
Zustand ist bspw. in Fig. 4B dargestellt, die später erläutert wird). Eine Bewegung
des Steuerkolbens in die Arbeitsstellung bewirkt einen Druckanstieg im Inneren des
Gehäuses aufgrund eines Einströmens von Hydraulikfluid durch den Einlasskanal 30,
und eine Bewegung des Steuerkolbens in die Ruhestellung bewirkt einen Druckabfall
im Inneren des Gehäuses aufgrund eines Ausströmens von Hydraulikfluid aus dem Auslasskanal.
[0053] Im Betrieb sind der Arbeitsbereich 32 und der Steuerbereich 33 mit einem Hydraulikfluid
gefüllt, dessen Druck in Abhängigkeit von der Lage des Steuerkolbens variiert. Im
Speziellen liegt der Druck des Fluidversorgungssystems höher als ein Restdruck im
Arbeitsbereich 32 und Steuerbereich 33 bei Stillstand des Ventiltriebs bzw. des Systems.
Der Restdruck wird nachfolgend als Ausgangsdruck bezeichnet, der Druck im Fluidversorgungssystem
als Arbeitsdruck. Ausgangsdruck und Arbeitsdruck bilden entsprechend den Minimalwert
und den Maximalwert des Systemdrucks.
[0054] Der Ventiltrieb ist, wie vorstehend beschrieben ist, an einem Zylinderkopf 1 befestigt,
der einen Ventilmechanismus aufnimmt, der im Wesentlichen einen Ladungswechselkanal
34, ein Ventil 16, mit dem der Arbeitskolben 10, 11 in Kontakt ist (in diesem Ausführungsbeispiel
liegt der Arbeitskolben 10, 11 auf dem Ventil 16 auf, d.h. er ist kraftschlüssig mit
dem Ventil 16 verbunden; er kann jedoch auch formschlüssig mit dem Ventil 16 verbunden
sein), einen Ventilsitz 17, eine Ventilführung 18, eine Ventilfeder 19 und einen Ventilteller
20 aufweist. Derartige Ausgestaltungen sind aus dem Stand der Technik bekannt und
daher wird ein Aufbau nicht näher erläutert.
[0055] Der erfindungsgemäße Ventiltrieb ist in diesem Ausführungsbeispiel mit vier hydraulischen
Bremsen versehen, die zur Vermeidung von Stößen sowie Geräuschen dienen und die nachstehend
beschrieben werden. Hier sei angemerkt, dass es ausreichend ist, wenn mindestens die
erste hydraulische Bremse vorgesehen ist.
[0056] Die erste hydraulische Bremse bremst eine Bewegung des Steuerkolbens von der Ruhestellung
in die Arbeitsstellung durch Erhöhen eines Strömungswiderstands eines von dem Steuerkolben
verdrängten Hydraulikfluids in der Bewegungsendphase ab.
[0057] In diesem Ausführungsbeispiel wird, wie insbesondere auch in Fig. 5A und 5B dargestellt
ist, die erste hydraulische Bremse im Wesentlichen durch eine an dem Steuerkolben
ausgebildete umlaufende Stufe (gebildet durch die in Fig. 5B gezeigten Flächen 14a
und 14b) und einen Bremskanal 42 ausgebildet, der in dem Dämpfungsring 8 ausgebildet
ist. Der Bremskanal 42 besteht aus einer sich axial erstreckenden Bohrung, die nach
oben in den Steuerbereich 33 öffnet, sowie einer mit dieser verbundenen sich radial
erstreckenden Bohrung, die radial nach innen in den Steuerbereich 33 öffnet und die
radial nach außen durch eine Verschlussschraube 9 abgedichtet ist. Die Fläche, in
die die sich radial erstreckende Bohrung öffnet (Bremskanalfläche), ist eine Anschlagfläche
für den Steuerkolben, an der der Steuerkolben in seiner Arbeitsstellung anliegt. Obwohl
in diesem Ausführungsbeispiel der Bremskanal 42 in dem Dämpfungsring 8 ausgebildet
ist, kann der Bremskanal 42 auch in dem Gehäuse oder einem mit dem Gehäuse verbundenen
Bauteil ausgebildet sein. Obwohl nur ein Bremskanal 42 dargestellt ist, können eine
Vielzahl von Bremskanälen 42 entlang der Umfangsrichtung vorgesehen sein.
[0058] Die zweite hydraulische Bremse bremst eine Bewegung des Steuerkolbens von der Arbeitsstellung
in die Ruhestellung durch Erhöhen eines Strömungswiderstands eines von dem Steuerkolben
verdrängten Hydraulikfluids in der Bewegungsendphase ab.
[0059] In diesem Ausführungsbeispiel wird, wie insbesondere auch in Fig. 5C und 5D dargestellt
ist, die zweite hydraulische Bremse im Wesentlichen durch eine umlaufende Schulter
des Steuerkolbens (die Schulter, die die in Fig. 5D gezeigte Fläche 13a ausbildet)
und einen zweiten Bremskanal 43 gebildet, der in dem Gehäuse ausgebildet ist. Der
Bremskanal 43 besteht aus einer sich axial erstreckenden Bohrung, die an einer Innenwandfläche
5b des Abschlussdeckels 5 nach unten in den Steuerbereich 33 öffnet, sowie einer mit
dieser verbundenen sich radial erstreckenden Bohrung, die an einer sich axial erstreckenden
Wandfläche 5a des Abschlussdeckels 5 radial nach innen in den Steuerbereich 33 öffnet
und die radial nach außen durch eine Verschlussschraube 9 abgedichtet ist. Obwohl
in diesem Ausführungsbeispiel der Bremskanal 43 in dem Gehäuse (insbesondere dem Abschlussdeckel
5) ausgebildet ist, kann der Bremskanal 43 auch in einem mit dem Gehäuse verbundenen
Bauteil ausgebildet sein. Obwohl nur ein Bremskanal 43 dargestellt ist, können eine
Vielzahl von Bremskanälen 43 entlang der Umfangsrichtung vorgesehen sein.
[0060] Die dritte hydraulische Bremse bremst eine Bewegung des Arbeitskolbens 10, 11 infolge
eines Druckanstiegs im Inneren des Gehäuses durch Erhöhen eines Strömungswiderstands
eines von dem Arbeitskolben verdrängten Hydraulikfluids in der Arbeitskolbenbewegungsendphase
ab.
[0061] In diesem Ausführungsbeispiel wird, wie insbesondere auch in Fig. 5E und 5F dargestellt
ist, die dritte hydraulische Bremse im Wesentlichen durch eine an dem Arbeitskolben
10, 11 umlaufende Stufe (gebildet durch die in Fig. 5F gezeigten Flächen 11a und 11b)
und einen dritten Bremskanal 41 gebildet. Der dritte Bremskanal 41 ist in dem Dämpfungsring
7 ausgebildet. Der Bremskanal 41 besteht aus einer sich axial erstreckenden Bohrung,
die nach oben in einen mit Fluid gefüllten Raum unterhalb des Arbeitskolbens 10, 11
öffnet, sowie einer mit dieser verbundenen sich radial erstreckenden Bohrung, die
radial nach innen in den Raum öffnet und die radial nach außen durch eine Verschlussschraube
9 abgedichtet ist. Eine Fläche 7a des Dämpfungsrings 7, in die die sich axial erstreckende
Bohrung öffnet, ist eine Anschlagfläche für den Arbeitskolben 10, 11. Obwohl in diesem
Ausführungsbeispiel der Bremskanal 41 in dem Dämpfungsring 7 ausgebildet ist, kann
der Bremskanal 41 auch in dem Gehäuse oder einem mit dem Gehäuse verbundenen Bauteil
ausgebildet sein. Obwohl nur ein Bremskanal 41 dargestellt ist, können eine Vielzahl
von Bremskanälen 41 entlang der Umfangsrichtung vorgesehen sein.
[0062] Die vierte hydraulische Bremse bremst eine Bewegung des Arbeitskolbens 10, 11 infolge
eines Druckabfalls im Inneren des Gehäuses durch Erhöhen eines Strömungswiderstands
eines von dem Arbeitskolben 10, 11 verdrängten Hydraulikfluids in der Arbeitskolbenbewegungsendphase
ab. In diesem Ausführungsbeispiel wird die vierte hydraulische Bremse im Wesentlichen
durch das erste Kolbenteil 11 und den Bremszylinder 12 gebildet, die die Fluidkammer
40 definieren (siehe Fig. 1).
[0063] Nachfolgend wird ein Betrieb des erfindungsgemäßen Ventiltriebs mit Bezug auf Figuren
4A bis 4D beschrieben.
[0064] Im neutralen Ausgangszustand (Fig. 4A) ist das elektromagnetische Antriebssystem
23 inaktiv. Der Steuerkolben wird durch seine vorgespannte Steuerkolbenfeder 22 in
seiner Ruhestellung gehalten, in der er den Einlasskanal 30 verschließt. In diesem
Zustand sind der Steuerbereich 33 und der Arbeitsbereich 32 mit Hydraulikfluid gefüllt,
der Systemdruck (Druck im Steuerbereich 33 und Arbeitsbereich 32) entspricht dem Ausgangsdruck.
Das Ventil 16 ist durch die vorgespannte Ventilfeder 19 in seine Schließstellung gedrängt,
in der das Ventil 16 am Ventilsitz 17 anliegt. Der Arbeitskolben 10 liegt aufgrund
der Schwerkraft und des Restdrucks bzw. Ausgangsdrucks im Arbeitsbereich 32 an dem
Ventil 16 an, ohne dieses zu betätigen bzw. zu öffnen.
[0065] Wird in diesem Zustand das elektromagnetische Antriebssystem 23 betätigt, übt es
eine axiale Kraft auf die Steuerkolbenwelle 13 aus. Durch diese Kraft wird der Steuerkolben
axial bis zu seiner Endlage verschoben, die in Fig. 4B dargestellt ist und die seine
Arbeitsstellung kennzeichnet. Bevor der Steuerkolben seine Endlage erreicht, tritt
ein Bremseffekt auf, der durch die erste hydraulische Bremse ausgeübt wird.
[0066] Die Wirkungsweise der ersten hydraulischen Bremse wird mit Bezug auf Figuren Fig.
5A und 5B beschrieben, wobei Fig. 5A den noch nicht aktivierten Zustand und Fig. 5B
den aktivierten Zustand der ersten hydraulischen Bremse zeigt. Und zwar gelangt der
Steuerkolben in der Endphase seiner Bewegung von der Stellung, die in Fig. 5A gezeigt
ist, in die Stellung, die in Fig. 5B gezeigt ist. Dabei gelangt die sich in Axialrichtung
des Steuerkolbens (des Steuerkolbenrings 14) erstreckende Fläche 14a der umlaufenden
Stufe des Steuerkolbens mit einer sich in Axialrichtung erstreckenden Wandfläche eines
Abschnitts, in dem der Bremskanal 42 ausgebildet ist (Wandfläche des Dämpfungsrings
8 in diesem Ausführungsbeispiel), in Überdeckung (siehe Fig. 5B). Dadurch trennt die
sich in Axialrichtung erstreckende Fläche 14a der umlaufenden Stufe zusammen mit der
sich in Radialrichtung des Steuerkolbens erstreckenden Fläche 14b der umlaufenden
Stufe, einer sich in Axialrichtung erstreckenden Wandfläche 3a des Steuerkolbengehäuses
3 sowie einer sich in Radialrichtung erstreckenden Bremskanalfläche, in die der Bremskanal
42 öffnet (obere Fläche 8a des Dämpfungsrings 8 in diesem Ausführungsbeispiel), einen
Teil des von dem Steuerkolben verdrängten Hydraulikfluids von dem restlichen verdrängten
Hydraulikfluid ab (der abgetrennte Teil ist in Fig. 5B - im Vergleich zu Fig. 5A -
dunkler dargestellt); d.h. es wird eine Art geschlossenes Volumen gebildet. Dieser
abgetrennte Hydraulikfluidteil wird dann im weiteren Verlauf der Abwärtsbewegung des
Steuerkolbens durch den Bremskanal 42, der eine Drossel darstellt, hindurchgedrückt,
wodurch die Bremswirkung erzeugt wird. Die Bremswirkung wird also durch Erhöhen des
Strömungswiderstands des von dem Steuerkolben verdrängten Hydraulikfluids erzielt.
[0067] Durch die Bewegung des Steuerkolbens von seiner Ruhestellung in seine Arbeitsstellung
wird der Einlasskanal 30 freigegeben und der Auslasskanal 31 verschlossen, und Hydraulikfluid
mit dem Arbeitsdruck strömt durch den Einlasskanal 30 ein. Dadurch erfolgt ein Anstieg
des Systemdrucks im Steuerbereich 33 und Arbeitsbereich 32 auf das Niveau des Arbeitsdrucks.
Der nun höhere Systemdruck erzeugt eine Kraft normal auf den Boden des Arbeitskolbens
10, 11 (eine in Axialrichtung gerichtete Kraft). Sobald diese Normalkraft die Vorspannkraft
der Ventilfeder 19 übersteigt, beginnt eine axiale Bewegung der Ventilbaugruppe, bestehend
aus Ventil 16 und Ventilteller 20, nach unten. Damit beginnt die Ventilöffnung und
das zur Verfügung stehende Volumen im Arbeitsbereich 32 wird größer, wodurch Fluid
durch den Einlasskanal 30 und im weiteren Verlauf durch die axialen Öffnungen des
Steuerkolbens nachfließt.
[0068] Zu Beginn der Bewegung des Arbeitskolbens 10, 11 nach unten sind die seitlichen radialen
Öffnungen 36 des zweiten Kolbenteils 11 durch den Bremszylinder 12 abgedeckt bzw.
verschlossen und ein Hydraulikfluid gelangt nur durch das Drosselventil 21 hindurch
in die Fluidkammer 40, deren Volumen anwächst. Dies führt zu einem Drosseleffekt und
verlangsamt die Bewegung des Arbeitskolbens 10, 11. Infolge einer weiteren Bewegung
des Arbeitskolbens 10, 11 nach unten werden ab einer Zwischenstellung die radialen
Öffnungen 36 freigegeben, so dass Hydraulikfluid sowohl durch das Drosselventil 21
als auch die radialen Öffnungen 36 in die Fluidkammer 40 einströmt. Somit kann die
Bewegung des Arbeitskolbens 10, 11 mit minimiertem Widerstand fortgesetzt werden.
Die Endlage der Bewegung des Arbeitskolbens 10, 11 und somit der Ventilbaugruppe ist
nach unten durch die axiale Anlage an dem Dämpfungsring 7 bestimmt. Bevor diese erreicht
wird, tritt ein Bremseffekt auf, der durch die dritte hydraulische Bremse ausgeübt
wird.
[0069] Die Wirkungsweise der dritten hydraulischen Bremse wird mit Bezug auf Figuren Fig.
5E und 5F beschrieben, wobei Fig. 5E den noch nicht aktivierten Zustand und Fig. 5F
den aktivierten Zustand der dritten hydraulischen Bremse zeigt. Und zwar gelangt der
Arbeitskolben 10, 11 in der Endphase seiner Bewegung von der Stellung, die in Fig.
5E gezeigt ist, in die Stellung, die in Fig. 5F gezeigt ist. Dabei gelangt die sich
in Axialrichtung des Arbeitskolbens 10, 11 erstreckende Fläche 11a der umlaufenden
Stufe mit einer sich in Axialrichtung erstreckenden Wandfläche des Dämpfungsrings,
in dem der dritte Bremskanal 41 ausgebildet ist, in Überdeckung (siehe Fig. 5F). Dadurch
trennt die sich in Axialrichtung des Arbeitskolbens 10, 11 erstreckende Fläche 11a
der umlaufenden Stufe zusammen mit der sich in Radialrichtung des Arbeitskolbens 10,
11 erstreckenden Fläche 11b der umlaufenden Stufe, einer sich in Axialrichtung erstreckenden
Wandfläche 2a des Arbeitskolbengehäuses 2 sowie einer sich in Radialrichtung des Arbeitskolbens
10, 11 erstreckenden Bremskanalfläche, in die der Bremskanal 41 öffnet (Fläche 7a
des Dämpfungsrings 7 in diesem Ausführungsbeispiel), einen Teil des vom Arbeitskolben
10, 11 verdrängten Hydraulikfluids von dem restlichen verdrängten Hydraulikfluid ab
(der abgetrennte Teil ist in Fig. 5F - im Vergleich zu Fig. 5E - dunkler dargestellt);
d.h. es wird eine Art geschlossenes Volumen gebildet. Dieser abgetrennte Hydraulikfluidteil
wird dann im weiteren Verlauf der Abwärtsbewegung durch den Bremskanal 41, der eine
Drossel darstellt, hindurchgedrückt, wodurch die Bremswirkung erzeugt wird. Die Bremswirkung
wird also durch Erhöhen des Strömungswiderstands des von dem Arbeitskolben 10, 11
verdrängten Hydraulikfluids erzielt. Das durch den Bremskanal 41 hindurchgedrückte
Hydraulikfluid strömt durch eine in dem Zylinderkopf 1 ausgebildete Mittelbohrung
und eine mit dieser verbundenen Ablaufbohrung zurück zum Fluidversorgungssystem.
[0070] Anschließend kommt der Arbeitskolben 10, 11 mit dem Dämpfungsring in Anlage (siehe
Fig. 4C). In dieser Stellung ist das Ventil 16 maximal geöffnet.
[0071] Um das Ventil 16 wieder zu schließen, wird das elektromagnetische Antriebssystem
23 derart angesteuert, dass die axiale Kraft auf die Steuerkolbenwelle 13 entfällt.
Auf den Steuerkolben wirkt somit nur noch die Kraft der Steuerkolbenfeder 22, die
den Steuerkolben von seiner Arbeitsstellung in seine Ruhestellung zurückbewegt. Bevor
der Steuerkolben seine Ruhestellung erreicht, tritt ein Bremseffekt auf, der durch
die zweite hydraulische Bremse ausgeübt wird.
[0072] Die Wirkungsweise der zweiten hydraulischen Bremse wird mit Bezug auf Figuren Fig.
5C und 5D beschrieben, wobei Fig. 5C den noch nicht aktivierten Zustand und Fig. 5D
den aktivierten Zustand der zweiten hydraulischen Bremse zeigt. Und zwar gelangt der
Steuerkolben in der Endphase seiner Bewegung von der Stellung, die in Fig. 5C gezeigt
ist, in die Stellung, die in Fig. 5D gezeigt ist. Dabei gelangt die sich in Radialrichtung
erstreckende Fläche 13a der Schulter mit der sich in Axialrichtung erstreckenden Wandfläche
5b des Abschlussdeckels 5 in Überdeckung (siehe Fig. 5D). Dadurch trennt die sich
in Radialrichtung erstreckende Fläche 13a der Schulter zusammen mit der sich in Axialrichtung
erstreckenden Fläche 13b des Steuerkolbens (der Steuerkolbenwelle 13) sowie der Innenwandfläche
5a des Abschlussdeckels 5, in die der zweite Bremskanal 43 radial nach innen öffnet,
den Teil des verdrängten Hydraulikfluids von dem restlichen verdrängten Hydraulikfluid
ab (der abgetrennte Teil ist in Fig. 5D - im Vergleich zu Fig. 5C - dunkler markiert);
d.h. es wird eine Art geschlossenes Volumen gebildet. Dieser abgetrennte Hydraulikfluidteil
wird dann im weiteren Verlauf der Abwärtsbewegung des Steuerkolbens durch den Bremskanal
43, der eine Drossel darstellt, hindurchgedrückt, wodurch die Bremswirkung erzeugt
wird. Die Bremswirkung wird also durch Erhöhen des Strömungswiderstands des von dem
Steuerkolben verdrängten Hydraulikfluids erzielt.
[0073] Durch die Bewegung des Steuerkolbens von seiner Arbeitsstellung in seine Ruhestellung
verschließt der Steuerkolben den Einlasskanal 30 und gibt den Auslasskanal 31 frei
(dieser Zustand ist in Fig. 4D dargestellt), wodurch das Hydraulikfluid durch den
Auslasskanal 31 zurück zu dem Fluidversorgungssystem strömen kann. Als eine Folge
sinkt der Systemdruck in dem Steuerbereich 33 und dem Arbeitsbereich 32 auf das Niveau
des Ausgangsdrucks. Die Normalkraft auf den Boden des Arbeitskolbens 10, 11 entfällt
und die Kraft der Ventilfeder 19 leitet eine axiale Bewegung der Ventilbaugruppe sowie
des Arbeitskolbens 10, 11 nach oben ein, wodurch das Ventil 16 geschlossen wird.
[0074] In der Endphase dieser Schließbewegung wird die vierte hydraulische Bremse aktiviert,
um die Bewegung des Arbeitskolbens 10, 11 sowie des Ventils 16 abzubremsen, so dass
ein sanftes bzw. geräuscharmes Schließen des Ventils 16 erreicht wird. Und zwar gelangt
der Arbeitskolben 10, 11 während des Schließvorgangs von der Stellung, die in Fig.
4D gezeigt ist, in die Stellung, die in Fig. 4A gezeigt ist. Durch diese Bewegung
des Arbeitskolbens 10, 11 verringert sich das Volumen der Fluidkammer 40. Zu Anfang
der Bewegung kann ein Hydraulikfluid aus der Hydraulikkammer durch sowohl die radialen
Öffnungen 36 des zweiten Kolbenbauteils 11 als auch durch das Drosselventil 21 ausströmen.
In der Endphase der Bewegung werden jedoch die radialen Öffnungen 36 von dem Bremszylinder
12 verschlossen, so dass das Hydraulikfluid aus der Fluidkammer 40 nur noch durch
das Drosselventil 21 entweichen kann. Auf diese Weise entfaltet die vierte hydraulische
Bremse ihre Bremswirkung. Der Drosseleffekt kann durch entsprechende Auswahl des Querschnitts
und der Anordnung des Drosselventils 21 und der radialen Öffnungen 35 und 36 nach
Wunsch eingestellt werden. Mit der vierten hydraulischen Bremse kann die Auftreffgeschwindigkeit
des Ventils 16 auf den Ventilsitz 17 und eine damit verbundene Geräuschentwicklung
sowie ein Verschleiß minimiert werden. Auch eine sichere Abdichtung eines Brennraums
der Brennkraftmaschine gegenüber dem Ladungswechselkanal 34 wird gewährleistet.
[0075] Nach Abschluss dieser Bewegung ist das Ventil 16 wieder geschlossen (es liegt am
Ventilsitz 17 an). Dieser Zustand ist in Fig. 4A dargestellt (Bei der Anwendung im
Verbrennungsmotor entspricht dies der Zeit zwischen zwei Ladungswechselvorgängen oder
dem vollständigen Motorstillstand). Der vorstehende Zyklus kann durch erneutes Ansteuern
des elektromagnetischen Antriebssystems 23 beliebig wiederholt werden.
[0076] Der vorstehend beschriebene Ventiltrieb kommt bevorzugt in Brennkraftmaschinen für
PKW und LKW zum Einsatz. Jedoch ist er auch zur Anwendung in stationären sowie maritimen
Brennkraftmaschinen geeignet.
Zweites Ausführungsbeispiel
[0077] Der konstruktive Aufbau des erfindungsgemäßen hydraulischen Ventiltriebs für ein
Zylinderventil eines Verbrennungsmotors gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel wird
nun mit Bezug auf Fig. 6 erklärt. Dabei werden lediglich Änderungen gegenüber dem
ersten Ausführungsbeispiel erläutert. Bauteile, die nicht beschrieben werden und in
Fig. 6 nicht gekennzeichnet sind, sind identisch zu dem ersten Ausführungsbeispiel.
[0078] In diesem Ausführungsbeispiel ist ein Ausgleichsbauteil 151 vorgesehen. Das Ausgleichsbauteil
151 ist ein nach oben geöffneter Zylinder und hat eine Bodenfläche oberhalb des Bremszylinders
112, die an dem Bremszylinder 112 anliegt. Die Bodenfläche ragt radial weiter vor
als eine Außenwand des Zylinders des Ausgleichsbauteils 151. Eine Steuerkolbenfeder
122 ist an diesem vorragenden Abschnitt der Bodenfläche abgestützt.
[0079] Ein Innenvolumen des Ausgleichsbauteils 151 wird radial durch seine Innenwandfläche
und axial durch seine Bodenfläche sowie durch eine Endhülse 115 begrenzt. Die Endhülse
115 entspricht im Wesentlichen der Endhülse 15 des ersten Ausführungsbeispiels, hat
jedoch eine durchgehende axiale Bohrung. Die Endhülse 115 ist axial verschieblich
in dem Ausgleichsbauteil 151 aufgenommen. Eine Dichtung 150 ist am oberen axialen
Ende des Ausgleichsbauteils 151 vorgesehen, um ein mit Luft gefülltes Innenvolumen
des Ausgleichsbauteils 151 gegenüber dem mit Fluid gefüllten Steuerbereich 33 abzudichten.
[0080] Eine Steuerkolbenwelle 113, die mit einer durchgehenden axialen Bohrung ausgebildet
ist, ist in dem Ausgleichsbauteil 151 axial verschieblich aufgenommen, entspricht
sonst der Steuerkolbenwelle 13 des ersten Ausführungsbeispiels. Die durchgehende axiale
Bohrung ermöglicht es, die Luft in dem Innenvolumen des Ausgleichsbauteils 151, bei
einer Bewegung der Steuerkolbenwelle 113 mit geringem Widerstand aus dem hydraulischen
Ventiltrieb abzulassen. Somit wird vermieden, dass die Luft in dem Innenvolumen die
Wirkung der ersten hydraulischen Bremse beeinflusst.
[0081] Des Weiteren ist der Bremszylinder 112 im Bereich seiner axialen Mitte und seinem
oberen Ende mit radialen Öffnungen 135 versehen. Im Gegensatz zu den radialen Öffnungen
35 des ersten Ausführungsbeispiels sind in dem zweiten Ausführungsbeispiel die radialen
Öffnungen 135 an dem oberen Ende des Bremszylinders 12 größer als die radialen Öffnungen
im Bereich der axialen Mitte des Bremszylinders 12. Durch diesen Aufbau wird ein Erhöhen
des Strömungswiderstands des Hydraulikfluids vermieden, das aus der Fluidkammer 40
durch das Drosselventil 21 entweicht. Auf diese Weise wird die Bremswirkung der vierten
hydraulischen Bremse nicht durch die Bodenfläche des Ausgleichsbauteils 151 beeinflusst.
[0082] Auf den Steuerkolben wirken die axiale Kraft, die durch das elektromagnetische Antriebssystem
23 erzeugt wird, sowie die Kraft der Steuerkolbenfeder 22. Darüber hinaus wirkt eine
Druckkraft an einer Oberseite und an einer Unterseite des zu dem Steuerkolben gehörenden
Kolbenrings 14. Diese Druckkraft beeinflusst somit die Gesamtkraft des Steuerkolbens.
[0083] Eine Wirkfläche an der Oberseite des Kolbenrings 14 (Fläche, auf die ein Fluiddruck
im Inneren des Gehäuses wirkt) kann bestimmt werden, indem der Querschnitt der Steuerkolbenwelle
113 auf Höhe eines Dichtungsbauteils, oberhalb von welchem der Druck im Inneren des
Gehäuses nicht wirken kann, von der gesamten Fläche des Kolbenrings 14 abgezogen wird.
Auf gleiche Weise kann eine Wirkfläche an der Unterseite des Kolbenrings 14 (Fläche,
auf die der Fluiddruck von unten wirkt) bestimmt werden, indem der Querschnitt der
Endhülse 115 auf Höhe der Dichtung 150, unterhalb von welcher der Druck im Inneren
des Gehäuses nicht wirken kann, von der gesamten Fläche des Kolbenrings 14 abgezogen
wird.
[0084] Das Vorsehen des Ausgleichsbauteils 151 stellt eine Möglichkeit dar, dass die Wirkfläche
an der Oberseite des Kolbenrings 14 im Wesentlichen der Wirkfläche an der Unterseite
des Kolbenrings 14 entspricht. Somit kann eine Reaktionskraft vermieden werden, die
durch eine unterschiedlich große Wirkfläche hervorgerufen würde.
[0085] Darüber hinaus ist in diesem Ausführungsbeispiel ein Anschlussring 104 vorgesehen,
der sich ebenfalls wie der Anschlussring 4 des ersten Ausführungsbeispiels um das
Steuerkolbengehäuse 3 herum erstreckt. Jedoch ist in diesem Ausführungsbeispiel der
Anschlussring 104 mehrteilig ausgebildet. Dadurch wird eine Montage des Anschlussrings
vereinfacht.
Drittes und viertes Ausführungsbeispiel
[0086] Der konstruktive Aufbau des erfindungsgemäßen hydraulischen Ventiltriebs für ein
Zylinderventil eines Verbrennungsmotors gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel wird
mit Bezug auf Fig. 7A erklärt. Der konstruktive Aufbau des erfindungsgemäßen hydraulischen
Ventiltriebs für ein Zylinderventil eines Verbrennungsmotors gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel
wird mit Bezug auf Fig. 7B erklärt. Dabei dienen das dritte und das vierte Ausführungsbeispiel
als Beispiele für mögliche Modifikationen gegenüber dem ersten oder dem zweiten Ausführungsbeispiel.
Die folgenden Modifikationen können somit mit den Lehren des ersten und des zweiten
Ausführungsbeispiels kombiniert werden.
[0087] Während der Arbeitskolben 10, 11 in dem ersten und dem zweiten Ausführungsbeispiel
zweiteilig aus einem ersten Kolbenteil 10 und einem zweiten Kolbenteil 11 aufgebaut
ist, die formschlüssig miteinander verbunden sind, ist der Arbeitskolben 310, 311
in dem dritten Ausführungsbeispiel von Fig. 7A aus einem ersten Kolbenteil 310 und
einem zweiten Kolbenteil 311 aufgebaut, die nicht formschlüssig miteinander verbunden
sind, sondern kraftschlüssig. Das zweite Kolbenteil 311 wird durch eine Kolbenteilfeder
350 gegen die äußere untere Fläche des Bremszylinders 12 vorgespannt, wodurch eine
Anlage an dem ersten Kolbenteil 310 während des Betriebs gewährleistet wird. Durch
diese Ausgestaltung ist ein Aufbau des hydraulischen Ventiltriebs vereinfacht.
[0088] Während die Endlage des Arbeitskolbens 10, 11 in dem ersten und dem zweiten Ausführungsbeispiel
nach oben unbestimmt bleibt, um eine Wärmeausdehnung eines in dem Zylinderkopf 1 aufgenommen
Ventils 16 ausgleichen zu können, ist bei dem vierten Ausführungsbeispiel von Fig.
7B ein hydraulisches Ventilspielausgleichselement 452 zwischen einem Ventil 416 und
einem Arbeitskolben 410, 411 vorgesehen. Das hydraulische Ventilspielausgleichselement
452 ist beispielsweise ein hydraulischer Tassenstößel, der herkömmlich einen automatischen
Ausgleich des Ventilspiels hydraulisch bewirkt. Durch diese Ausgestaltung kann eine
Wärmeausdehnung eines in dem Zylinderkopf 1 aufgenommenen Ventils 416 ausgeglichen
werden, obwohl die Endlage des Arbeitskolbens 410, 411 bestimmt ist. Dadurch wird
das Ventil 416 nicht durch die Ventilfeder 22 gegen den Ventilsitz 17 vorgespannt.
Somit ist eine Belastung auf das Ventil 416 und den Ventilsitz 17 minimiert.
1. Hydraulischer Ventiltrieb für ein Zylinderventil (16) einer Brennkraftmaschine, der
Folgendes aufweist:
ein Gehäuse (2, 3, 5, 6) mit einem Einlasskanal (30) und einem Auslasskanal (31),
einen Steuerkolben (13, 14, 15), der in dem Gehäuse (2, 3, 5, 6) angeordnet ist und
zwischen einer Ruhestellung, in der er den Einlasskanal (30) schließt, während der
Auslasskanal (31) geöffnet ist, und einer Arbeitsstellung hin- und herbewegbar ist,
in der er den Auslasskanal (31) schließt, während der Einlasskanal (30) geöffnet ist,
wobei eine Bewegung des Steuerkolbens (13, 14, 15) in die Arbeitsstellung einen Druckanstieg
im Inneren des Gehäuses (2, 3, 5, 6) aufgrund eines Einströmens von Hydraulikfluid
durch den Einlasskanal (30) bewirkt und eine Bewegung des Steuerkolbens (13, 14, 15)
in die Ruhestellung einen Druckabfall im Inneren des Gehäuses (2, 3, 5, 6) aufgrund
eines Ausströmens von Hydraulikfluid aus dem Auslasskanal (31) bewirkt,
einen Arbeitskolben (10, 11), der in dem Gehäuse (2, 3, 5, 6) angeordnet ist, der
mit dem Zylinderventil (16) wirkverbunden ist und der sich in Abhängigkeit des Druckanstiegs
und des Druckabfalls im Inneren des Gehäuses hin- und herbewegt, um das Zylinderventil
(16) zu öffnen und zu schließen, und
eine hydraulische Bremse (13, 14, 15, 42), die eine Bewegung des Steuerkolbens (13,
14, 15) von der Ruhestellung in die Arbeitsstellung durch Erhöhen eines Strömungswiderstands
eines von dem Steuerkolben (13, 14, 15) verdrängten Hydraulikfluids in der Bewegungsendphase
abbremst.
2. Hydraulischer Ventiltrieb nach Anspruch 1, wobei der Strömungswiderstand dadurch erhöht
wird, dass in der Bewegungsendphase ein Teil des verdrängten Hydraulikfluids von dem
Steuerkolben (13, 14, 15) durch einen Bremskanal (42) gedrückt wird.
3. Hydraulischer Ventiltrieb nach Anspruch 2, wobei
eine umlaufende Stufe an dem Steuerkolben (13, 14, 15) ausgebildet ist,
eine sich in Axialrichtung des Steuerkolbens (13, 14, 15) erstreckende Fläche der
umlaufenden Stufe in der Bewegungsendphase mit einer sich in Axialrichtung des Steuerkolbens
(13, 14, 15) erstreckenden Wandfläche eines Abschnitts, in dem der Bremskanal (42)
ausgebildet ist, in Überdeckung gelangt und dabei in Zusammenwirkung mit einer sich
in Radialrichtung des Steuerkolbens (13, 14, 15) erstreckenden Fläche der umlaufenden
Stufe, einer sich in Axialrichtung des Steuerkolbens (13, 14, 15) erstreckenden Wandfläche
des Gehäuses (2, 3, 5, 6), sowie einer sich in Radialrichtung des Steuerkolbens (13,
14, 15) erstreckenden Bremskanalfläche, in die der Bremskanal (42) öffnet, den Teil
des verdrängten Hydraulikfluids von dem restlichen verdrängten Hydraulikfluid abtrennt,
und
der abgetrennte Teil des verdrängten Hydraulikfluids durch den Bremskanal (42) gedrückt
wird.
4. Hydraulischer Ventiltrieb nach Anspruch 3, wobei die Bremskanalfläche eine Anschlagfläche
für den Steuerkolben (13, 14, 15) ist, an der der Steuerkolben (13, 14, 15) in der
Arbeitsstellung anliegt.
5. Hydraulischer Ventiltrieb nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei der Bremskanal in
einem Dämpfungsring (8), der zwischen Gehäuseteilen (2, 3) des Gehäuses (2, 3, 5,
6) angeordnet ist, oder in dem Gehäuse (2, 3, 5, 6) ausgebildet ist.
6. Hydraulischer Ventiltrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der hydraulische
Ventiltrieb des Weiteren eine zweite hydraulische Bremse (13, 14, 15, 43) aufweist,
die eine Bewegung des Steuerkolbens (13, 14, 15) von der Arbeitsstellung in die Ruhestellung
durch Erhöhen eines Strömungswiderstands eines von dem Steuerkolben (13, 14, 15) verdrängten
Hydraulikfluids in der Bewegungsendphase abbremst.
7. Hydraulischer Ventiltrieb nach Anspruch 6, wobei bei der zweiten hydraulischen Bremse
der Strömungswiderstand dadurch erhöht wird, dass in der Bewegungsendphase ein Teil
des verdrängten Hydraulikfluids von dem Steuerkolben (13, 14, 15) durch einen zweiten
Bremskanal (43) gedrückt wird.
8. Hydraulischer Ventiltrieb nach Anspruch 7, wobei
der Steuerkolben (13, 14, 15) mit einer umlaufenden Schulter versehen ist,
eine sich in Radialrichtung des Steuerkolbens (13, 14, 15) erstreckende Fläche der
Schulter in der Bewegungsendphase mit einer sich in Axialrichtung des Steuerkolbens
(13, 14, 15) erstreckenden Wandfläche des Gehäuses (2, 3, 5, 6) in Überdeckung gelangt
und dabei in Zusammenwirkung mit einer sich in Axialrichtung des Steuerkolbens (13,
14, 15) erstreckenden Fläche des Steuerkolbens (13, 14, 15) sowie einer Innenwandfläche
des Gehäuses (2, 3, 5, 6), in die der zweite Bremskanal (43) öffnet, den Teil des
verdrängten Hydraulikfluids von dem restlichen verdrängten Hydraulikfluid abtrennt,
und
der abgetrennte Teil des verdrängten Hydraulikfluids durch den zweiten Bremskanal
(43) gedrückt wird.
9. Hydraulischer Ventiltrieb nach Anspruch 7 oder 8, wobei der zweite Bremskanal (43)
in dem Gehäuse (2, 3, 5, 6) ausgebildet ist.
10. Hydraulischer Ventiltrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der hydraulische
Ventiltrieb des Weiteren eine dritte hydraulische Bremse (10, 41) aufweist, die eine
Bewegung des Arbeitskolbens (10, 11) infolge eines Druckanstiegs im Inneren des Gehäuses
(2, 3, 5, 6) durch Erhöhen eines Strömungswiderstands eines von dem Arbeitskolben
(10, 11) verdrängten Hydraulikfluids in der Arbeitskolbenbewegungsendphase abbremst.
11. Hydraulischer Ventiltrieb nach Anspruch 10, wobei bei der dritten hydraulischen Bremse
(10, 41) der Strömungswiderstand dadurch erhöht wird, dass in der Arbeitskolbenbewegungsendphase
ein Teil des verdrängten Hydraulikfluids von dem Arbeitskolben (10, 11) durch einen
dritten Bremskanal (41) gedrückt wird.
12. Hydraulischer Ventiltrieb nach Anspruch 11, wobei
eine umlaufende Stufe an dem Arbeitskolben (10, 11) ausgebildet ist,
eine sich in Axialrichtung des Arbeitskolbens (10, 11) erstreckende Fläche der umlaufenden
Stufe in der Arbeitskolbenbewegungsendphase mit einer sich in Axialrichtung des Arbeitskolbens
(10, 11) erstreckenden Wandfläche eines Abschnitts, in dem der dritte Bremskanal (41)
ausgebildet ist, in Überdeckung gelangt und dabei in Zusammenwirkung mit einer sich
in Radialrichtung des Arbeitskolbens (10, 11) erstreckenden Fläche der umlaufenden
Stufe, einer sich in Axialrichtung des Arbeitskolbens (10, 11) erstreckenden Wandfläche
des Gehäuses (2, 3, 5, 6), sowie einer sich in Radialrichtung des Arbeitskolbens (10,
11) erstreckenden Bremskanalfläche, in die der dritte Bremskanal (41) öffnet, den
Teil des verdrängten Hydraulikfluids von dem restlichen verdrängten Hydraulikfluid
abtrennt, und
der abgetrennte Teil des verdrängten Hydraulikfluids durch den dritten Bremskanal
(41) gedrückt wird.
13. Hydraulischer Ventiltrieb nach Anspruch 11 oder 12, wobei der dritte Bremskanal (41)
in einem Dämpfungsring (7), über den der Ventiltrieb an einem Zylinderkopf (1) der
Brennkraftmaschine zu befestigen ist, oder in dem Gehäuse (2, 3, 5, 6) ausgebildet
ist.
14. Hydraulischer Ventiltrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei der hydraulische
Ventiltrieb des Weiteren eine vierte hydraulische Bremse (11, 12) aufweist, die eine
Bewegung des Arbeitskolbens (10, 11) infolge eines Druckabfalls im Inneren des Gehäuses
(2, 3, 5, 6) durch Erhöhen eines Strömungswiderstands eines von dem Arbeitskolben
(10, 11) verdrängten Hydraulikfluids in der Arbeitskolbenbewegungsendphase abbremst.
15. Hydraulischer Ventiltrieb nach Anspruch 14, wobei bei der vierten hydraulischen Bremse
(11, 12) der Strömungswiderstand dadurch erhöht wird, dass eine maximal mögliche Hydraulikfluidausströmmenge
aus einer Fluidkammer (40), die der Arbeitskolben (10, 11) mit einem an dem Gehäuse
(2, 3, 5, 6) fixierten Bauteil (12) bildet und deren Volumen sich mit einer Bewegung
des Arbeitskolbens (10, 11) infolge eines Druckabfalls verringert, in der Arbeitskolbenbewegungsendphase
verringert wird.