[0001] Die Erfindung betrifft einen Schmierstoff für eine Reinigungsvorrichtung eines Wärmetauschers,
eine Verwendung eines Schmierstoffs zur Reibungsreduktion für eine Reinigungsvorrichtung
eines Wärmetauschers und einen Wärmetauscher. Die Erfindung liegt somit insbesondere
auf dem Gebiet der Wärmetauscher.
[0002] Wärmetauscher zum Wärmen oder zum Abkühlen eines Arbeitsmediums sind aus dem Stand
der Technik vielfältig bekannt. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit soll im Folgenden
das Arbeitsmedium Erdgas näher betrachtet werden. Erdgas aus Bodenspeichern weist
häufig einen besonders hohen Prozentsatz an unerwünschten Begleitstoffen und besonders
hohe Wasseranteile auf. Es ist wünschenswert, die Begleitstoffe sowie den Wasseranteil
aus dem Erdgas zu entfernen, bevor es für weitere Zwecke eingesetzt wird. Eine Möglichkeit
hierzu stellt die Kühlung des Erdgases in einem oder mehreren Schritten auf geeignete
tiefe Temperaturen dar. Insbesondere kann hierbei eine Verflüssigung des Erdgases
zweckmäßig sein.
[0003] Bei der Abkühlung von Erdgas kommt es durch die genannten Begleitstoffe im Wärmetauscher
zumeist zu Ablagerungen auf den Wärmeübertragungsflächen, wobei der zeitliche Verlauf
solcher Ablagerungen von den Betriebsbedingungen und der jeweiligen Erdgaszusammensetzung
abhängt. Die Wärmeübertragungsflächen müssen daher in bestimmten Intervallen gereinigt
werden. Aus den genannten Gründen ist es allerdings schwierig, allgemein gültige Reinigungsintervalle
für die betreffenden Wärmetauscher anzugeben.
[0004] Kondensierende und gefrierende Begleitstoffe wie Wasser, CO
2 sowie Kohlenwasserstoffverbindungen scheiden sich an den Wärmeübertragungsflächen
ab und reduzieren somit den Wärmeübergang. Auch bei Betriebstemperaturen über dem
Gefrierpunkt von Wasser kann es ferner an den Wärmeübertragungsflächen zu Bildung
von Methanhydrat kommen.
[0005] Zylinderrohre von Wärmetauschern können daher mit einer Reinigungsvorrichtung versehen
sein, mittels welcher Ablagerungen von den Wärmeübertragungsflächen in den Zylinderrohren
mechanisch beseitigt werden können. Beispielsweise offenbart die
DE 10 2015 010 455 A1 eine solche Reinigungsvorrichtung.
[0006] Derartige Reinigungsvorrichtungen weisen oftmals ein hohes Maß an Reibung und Verschleiß
auf, da viele herkömmliche Schmierstoffe bei den im Wärmetauscher vorherrschenden
Temperaturbereichen nicht einsetzbar sind. Außerdem können Absonderungen von Schmierstoff
zu einer Verunreinigung des im Wärmetauscher zu erwärmenden oder abzukühlenden Arbeitsmediums
führen.
[0007] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Schmierstoff und einen
Wärmetauscher bereitzustellen, die eine zuverlässige Reduktion der Reibung einer Reinigungsvorrichtung
eines Wärmetauschers ermöglichen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch einen Schmierstoff, eine Verwendung eines Schmierstoffs
und einen Wärmetauscher mit den Merkmalen der jeweiligen unabhängigen Ansprüche gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche und der nachfolgenden
Beschreibung.
[0009] In einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung einen Schmierstoff für eine Reinigungsvorrichtung
eines Wärmetauschers, umfassend oder bestehend aus zumindest 30% Polytetrafluorethylen,
zumindest 0,5% Graphit, und zumindest 0,5% Molybdändisulfid.
[0010] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung die Verwendung des erfindungsgemäßen
Schmierstoffs zur Reibungsreduktion für eine Reinigungsvorrichtung eines Wärmetauschers.
[0011] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung einen Wärmetauscher mit einem Zylinderrohr
und einer Reinigungsvorrichtung mit einer koaxial im ersten Zylinderrohr verlaufenden
Gewindespindel, wobei auf der Gewindespindel ein Reinigungselement derart angebracht
ist, dass durch Drehung der Gewindespindel das Reinigungselement in axialer Richtung
entlang der Gewindespindel in dem Zylinderrohr verschiebbar ist. Eine erste Kontaktfläche
zwischen dem Reinigungselement und einer Innenwand des Zylinderrohrs und/oder eine
zweite Kontaktfläche zwischen dem Reinigungselement und der Gewindespindel sind zumindest
teilweise mit einem erfindungsgemäßen Schmierstoff beschichtet.
[0012] Dass die erste und/oder die zweite Kontaktfläche zumindest teilweise mit einem Schmierstoff
beschichtet sind, bedeutet dabei, dass die erste und/oder die zweite Kontaktstelle
zumindest stellenweise mit dem Schmierstoff beschichtet sind. Mit anderen Worten ist
es nicht zwingend erforderlich, wenngleich vorteilhaft, dass die gesamte erste Kontaktfläche
und/oder die gesamte zweite Kontaktfläche mit dem Schmierstoff beschichtet sind. Zudem
können auch Stellen des Zylinderrohrs und/oder der Gewindespindel und/oder des Reinigungselements
mit dem Schmierstoff beschichtet sein, die nicht einen Teil der ersten und/oder der
zweiten Kontaktfläche bilden.
[0013] Die Erfindung bietet den Vorteil, dass eine Reduktion der Reibung zwischen dem Zylinderrohr
und/oder der Gewindestange erzielt werden kann, wodurch auch ein Materialabrieb und/oder
ein Verschleiß an der Reinigungsvorrichtung und/oder am Wärmetauscher vermieden werden
können. Dadurch können wiederum reparaturbedingte Standzeiten bzw. Ausfallzeiten reduziert
werden und/oder ein erforderlicher Wartungsaufwand reduziert werden. Somit können
die Betriebskosten gesenkt werden.
[0014] Durch die verringerte Reibung kann ferner die erforderliche Antriebskraft zum Drehen
der Gewindestange reduziert werden. Somit kann für einen Wärmetauscher mit einer erfindungsgemäßen
Schmierstoffbeschichtung ein weniger leistungsstarkes Antriebselement bzw. ein weniger
leistungsstarker Motor ausreichend sein, als dies bei herkömmlichen Wärmetauschern
erforderlich ist.
[0015] Zudem bietet die Erfindung den Vorteil, dass mit dem erfindungsgemäßen Schmierstoff
auch bei sehr tiefen Temperaturen, wie diese insbesondere beim Kühlen und/oder Verflüssigen
von Gasen in dem Wärmetauscher vorherrschen, eine effektive Reibungsreduktion erzielt
werden kann. Insbesondere ist der erfindungsgemäße Schmierstoff dazu geeignet, auch
bei Temperaturen zwischen 0 K und 273 K ein zuverlässiges Schmieren der damit versehenen
Flächen zu gewährleisten. Insbesondere bietet die Erfindung den Vorteil, dass der
erfindungsgemäße Schmierstoff auch bei deutlich niedrigeren Temperaturen verwendbar
ist, als herkömmliche Schmierstoffe, die auf Ölen und/oder Fetten basieren und daher
typischerweise unterhalb einer Temperatur von ca. 223 K einen hohen Grad an Schmierwirkung
einbüßen, ferner gefrieren und/oder erstarren und somit ihre Schmierwirkung nahezu
gänzlich verlieren.
[0016] Vorzugsweise umfasst der Schmierstoff höchstens 99% Polytetrafluorethylen und/oder
höchstens 50% Graphit und/oder höchstens 50% Molybdändisulfid oder besteht aus diesen
Anteilen. Weiter bevorzugt umfasst der Schmierstoff zumindest 80% und höchstens 99%
Polytetrafluorethylen und/oder zumindest 0,5 % und höchstens 2% Graphit und/oder zumindest
0,5% und höchstens 2% Molybdändisulfid oder besteht aus diesen Anteilen. Dies bietet
den Vorteil, dass besonders vorteilhafte Eigenschaften des Schmierstoffs hinsichtlich
des Schmiereffektes und hinsichtlich der Temperaturstandhaftigkeit erzielt werden
können. Insbesondere kann ein hoher Anteil von Polytetrafluorethylen zu besonders
vorteilhaften Eigenschaften bei tiefen Temperaturen führen.
[0017] Vorzugsweise weist das Zylinderrohr an der Innenwand zumindest eine Führungsnut auf,
wobei die erste Kontaktfläche zumindest teilweise durch die Führungsnut gebildet wird.
Dadurch kann eine präzise und kontrollierte Bewegung des Reinigungselements erzielt
werden, welches entsprechend dazu ausgelegt sein kann, bei einer Drehung der Gewindespindel
der Führungsnut zu folgen. Insbesondere kann das Reinigungselement eine oder mehrere
Außennuten aufweisen, welche dazu ausgelegt sein können, in die zumindest eine Führungsnut
des Zylinderrohrs einzugreifen.
[0018] Vorzugsweise weisen die Gewindespindel ein Außengewinde und das Reinigungselement
ein Innengewinde auf, welche zumindest teilweise die zweite Kontaktfläche bilden.
Dies bietet den Vorteil, dass durch ein Drehen der Gewindestange um die Längsachse,
welche in axiale Richtung verläuft, zu einer Fortbewegung des Reinigungselements in
axiale Richtung führt.
[0019] Vorzugsweise beträgt eine Schichtdicke des Schmierstoffs an der ersten Kontaktfläche
und/oder an der zweiten Kontaktfläche zumindest 20 µm und höchstens 200 µm, besonders
bevorzugt zumindest 50 µm und höchstens 100 µm, beträgt. Das Schmiermittel kann dabei
in gleichmäßiger Dicke oder in ungleichmäßiger Dicke über die jeweilige Kontaktfläche
oder zumindest einen Teil davon verteilt sein. Auch kann der Schmierstoff auf der
ersten Kontaktfläche in einer anderen Dicke oder in gleicher Dicke als auf der zweiten
Kontaktfläche angeordnet sein. An der ersten Kontaktfläche und/oder an der zweiten
Kontaktfläche kann das Schmiermittel einseitig oder zweiseitig aufgebracht sein. D.h.
dass an der ersten Kontaktfläche der Schmierstoff an der Innenwand des Zylinderrohrs
bzw. in der zumindest einen Führungsnut oder an einer Außenfläche des Reinigungselements
oder sowohl an der Innenwand des Zylinderrohrs bzw. in der zumindest einen Führungsnut
als auch an einer Außenfläche des Reinigungselement angebracht sein kann. Entsprechend
kann an der zweiten Kontaktfläche der Schmierstoff an der Gewindespindel oder an dem
Reinigungselement oder sowohl an der Gewindespindel als auch an dem Reinigungselement
angebracht sein.
[0020] Die Beschichtung kann beispielsweise durch Spritz-Sinterverfahren erfolgen. Die Beschichtung
bildet dabei ein PTFE (Teflon®) Compound festen Aggregatszustands in dem die Trockenschmierstoffe
Graphit und MoS
2 angeordnet sind.
[0021] Vorzugsweise weist das Reinigungselement zumindest teilweise eine Kohlenstoff umfassende
oder aus Kohlenstoff bestehende Oberflächenbeschichtung auf oder besteht aus einer
solchen. Mit anderen Worten weist das Reinigungselement eine von dem Schierstoff abweichende
Beschichtung auf, welche jedoch auch zur Reibungsreduktion dienen kann. Besonders
bevorzugt weist die Oberflächenbeschichtung eine wasserstoffhaltige, amorphe Kohlenstoffschicht
auf oder besteht aus einer solchen. Dies bietet den Vorteil, dass durch ein Zusammenwirken
der Oberflächenbeschichtung des Reinigungselements mit dem Schmierstoff eine besonders
gute Reibungsreduktion erzielt werden kann.
[0022] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0023] Die Erfindung ist anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen in den Zeichnungen
schematisch dargestellt und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0024]
Figur 1 zeigt schematisch einen Längsschnitt durch eine bevorzugte Ausführungsform
eines Wärmetauschers.
Figur 2 zeigt ein Zylinderrohr eines Wärmetauschers gemäß einer bevorzugten Ausführungsform.
Figur 3 zeigt ein Reinigungselement gemäß einer bevorzugten Ausführungsform.
Ausführliche Beschreibung der Figuren
[0025] Figur 1 zeigt schematisch einen Längsschnitt durch eine Ausführungsform eines Wärmetauschers
13, wie er insbesondere zur Kühlung von Erdgas verwendet werden kann. In dieser einfachen
Ausgestaltung weist der Wärmetauscher 13 ein Außenzylinderrohr 1 auf, das ein Zylinderrohr
umgibt, welches als eine Kühlwendel 2 ausgebildet ist. Diese Kühlwendel 2 weist wenigstens
einen, vorzugsweise spiralförmigen, Kanal 23 an ihrer Außenfläche auf, der der Führung
eines Kühlmittels dient. Dieser Kanal 23 wird durch eine entsprechende Wendel 21 auf
der Außenfläche der Kühlwendel 2 erzeugt. Die Innenfläche der hohlzylindrischen Kühlwendel
2 weist Führungsnuten 22 auf, die der Führung eines Reinigungselements 12 dienen,
welches auch als Räumer bezeichnet wird. Beispielsweise kann das Reinigungselement
12 als ein Eisschaber ausgebildet sein.
[0026] Der Wärmetauscher 13 weist eine Reinigungsvorrichtung 10 auf, welche eine im Inneren
der Kühlwendel 2 befindliche, in eine axiale Richtung 100 verlaufende Gewindespindel
3 aufweist. Die Gewindespindel 3 wird über ein Kupplungselement 30 angetrieben und
ist in einer Lagerstelle gelagert, die vorzugsweise als Axial-/Radial-Mischlager 5
ausgeführt ist. Am anderen Ende der Gewindespindel 3 kann diese in einer radialen
Lagerstelle, die vorzugsweise als Gleitlagerbuchse ausgeführt ist, gelagert sein (nicht
gezeigt). An dem anderen Ende des Wärmetauschers 13 kann außerdem ein thermisch entkoppeltes
Kondensatreservoir sowie ein Heizelement zur Erhitzung von Kondensat in dem Kondensatreservoir
vorhanden sein, um das durch das Reinigungselement 12 dort hin beförderte Kondensat
zu schmelzen und abzuführen.
[0027] Durch ein Drehen der Gewindespindel 3 wird das Reinigungselement 12 auf der Gewindespindel
3 entlang der Kühlwendel 2 in axialer Richtung verschoben. Im vorliegenden Beispiel
wird eine Gewindespindel 3 beispielsweise mit Trapezprofil eingesetzt. Eine Umkehr
der Bewegungsrichtung des Räumers 12 setzt eine Umkehr der Rotationsrichtung der Gewindespindel
3 voraus.
[0028] Das Zylinderrohr bzw. die Kühlwendel 2 ist dabei an der Innenwand 2a mit einem Schmierstoff
beschichtet, welcher dazu dient, die Reibung zwischen dem Reinigungselement 12 und
der Kühlwendel 2, welche eine erste Kontaktfläche bilden, zu reduzieren. Der Schmierstoff
weist erfindungsgemäß Polytetrafluorethylen, Graphit und Molybdänsulfid auf. Alternativ
oder zusätzlich kann die der Innenwand 21 a des Zylinderrohrs bzw. der Kühlwendel
2 zugewandte Außenseite des Reinigungselements 12 mit dem Schmierstoff beschichtet
sein. Ferner ist auch das Außengewinde der Gewindespindel 3 und/oder das Innengwinde
des Reinigungselements 12 mit dem Schmierstoff beschichtet, um auch an dieser Kontaktstelle
die Reibung zu reduzieren.
[0029] Im Betrieb des Wärmetauschers 13 wird über eine beidseitige Arbeitsmedium-Eintrittsöffnung
14 beispielsweise feuchtes, verschmutztes Arbeitsmedium in den Zwischenraum zwischen
Gewindespindel 3 und zwischen Kühlwendel 2 bzw. in den Innenraum des Zylinderrohrs
geführt und strömt in axialer Richtung 100 zu der Arbeitsmedium-Austrittsöffnung (nicht
gezeigt) am anderen Ende des Wärmetauschers 13. Das Arbeitsmedium strömt auf der Innenfläche
der hohlzylindrischen Kühlwendel 2 entlang der axialen Richtung 100. Über eine beidseitige
Kühlmittel-Eintrittsöffnung 16 wird dem Raum zwischen Kühlwendel 2 und Außenzylinderrohr
1 Kühlmittel zugeführt, das zum anderen Ende des Wärmetauschers 13 fließt und diesen
durch die Kühlmittel-Austrittsöffnung (nicht gezeigt) verlässt. Das Kühlmittel strömt
dabei in dem zwischen Außenzylinderrohr 1 und Kühlwendel 2 gebildeten Kanal 23 spiralförmig
in axialer Richtung. Das Kühlmittel entzieht der Kühlwendel 2 Wärme, sodass wiederum
dem Arbeitsmedium Wärme entzogen wird.
[0030] Durch die unterschiedlichen Druckverhältnisse zwischen dem Kühlmedium, beispielsweise
Stickstoff bei maximal 10 bar, und dem Arbeitsmedium, hier CNG mit Begleitstoffen
unter anderem von Stickstoff von 4 bis 220 bar, kann Stickstoff als Begleitstoff bei
hohem Druck (bspw. bei 10 bar) durch Flüssigstickstoff bei niedrigem Druck (bspw.
bei 1 bar), bedingt durch die unterschiedlichen druckabhängigen Phasenübergänge zum
Verflüssigen gebracht und abgeschieden werden. Der hier vorgeschlagene Wärmetauscher
13 kann somit auch zur Verflüssigung von Stickstoff eingesetzt werden.
[0031] Zum Zwecke der Reinigung der Wärmeübertragungsflächen, beispielsweise von Wasser
bzw. Eis in der ersten Stufe bzw. von höheren Kohlenwasserstoffen, CO
2 und/oder weiteren Begleitstoffen, wird die Gewindespindel 3 von einem Antriebselement
über das Kupplungselement in Drehung versetzt. Das Reinigungselement 12, das in das
Gewinde der Gewindespindel 3 eingreift und dadurch eine zweite Kontaktfläche bildet,
wird hierdurch in eine Translationsbewegung in axiale Richtung versetzt. Durch den
an den beiden Kontaktflächen bereitgestellten Schmierstoff kann die Bewegung des Reinigungselements
12 reibungsarm erfolgen. Auf seinem Weg in axiale Richtung nimmt das Reinigungselement
12 die genannten auskondensierten Begleitstoffe mit. Diese werden bei Erreichen des
Kondensatreservoirs am anderen Ende des Wärmetauschers in das selbige geschoben.
[0032] Es sei darauf hingewiesen, dass der hier erläuterte Wärmetauscher 13 nicht nur für
die Erdgasverflüssigung, sondern für eine Vielzahl industrieller Anwendungen mit entsprechenden
Arbeitsmedien adaptierbar und einsetzbar ist. Die Reinigungsvorrichtung 10 und/oder
das Reinigungselement 12 können als wenig komplexe Austauschteile an die Bedürfnisse
der jeweiligen Einsatzgebiete angepasst und im Schadensfall rasch ersetzt werden.
[0033] Figur 2 zeigt ein Zylinderrohr eines Wärmetauschers 13, welches als eine Kühlwendel
2 ausgebildet ist, gemäß einer bevorzugten Ausführungsform. Dabei ist erkennbar, dass
der Kanal 23 durch eine entsprechende Kühlwendel 2 auf der Außenfläche der Kühlwendel
2 erzeugt wird. Die Innenfläche bzw. Innenwand 2a der hohlzylindrischen Kühlwendel
2 weist Führungsnuten 22 auf. Diese wenigstens eine Führungsnut 22 dient der Führung
eines Reinigungselements oder Räumers 12 und ist gemäß dieser bevorzugten Ausführungsform
mit erfindungsgemäßem Schmierstoff beschichtet, so dass das Reinigungselement 12 möglichst
reibungsarm durch die Kühlwendel 2 bzw. durch die Führungsnuten 22 bewegt werden kann.
[0034] Figur 3 zeigt ein Reinigungselement 12 gemäß einer bevorzugten Ausführungsform, wie
es in dem Wärmetauscher 13 zum Einsatz kommen kann. Dargestellt sind die Außennuten
122 des Reinigungselements 12, die den Führungsnuten 22 der Kühlwendel 2 entsprechen
und in diese eingreifen. Das Innengewinde 121 des Reinigungselements 12 entspricht
dem Gewinde der Gewindespindel 3. Das Reinigungselement 12 weist Aussparungen bzw.
Einfräsungen 123 auf. Durch letztere enthält das Reinigungselement 12 "Zähne" bzw.
"Klauen", die vermeiden, dass sich Ablagerungen im Gewinde ansammeln und zu einem
Blockieren des Reinigungselements 12 führen. Die Ablagerungen können nämlich durch
die Aussparungen bzw. Einfräsungen 123 in den Zwischenraum eintreten und bei vertikaler
Lage des Wärmetauschers 13 nach unten Richtung Kondensatreservoir fallen. Weiterhin
dient der in Bewegungsrichtung des Abreinigens sich vergrößernde Innendurchmesser
des Räumers 12 zum leichteren Einführen in die verunreinigte Gewindespindel bei Beginn
des Reinigungsprozesses. Das Reinigungselement 12 ist gemäß dieser bevorzugten Ausführungsform
mit einer Oberflächenbeschichtung versehen, welche aus einer wasserstoffhaltigen,
amorphen Kohlenstoffschichtbesteht. Ferner besteht die Beschichtung aus wasserstofffreien,
amorphen Kohlenstoffschichten, in denen der sp
3-hybridisierte Kohlenstoffbindungsanteil höher ist als in den wasserstoffhaltigen
Beschichtungen. Die Oberflächenbeschichtung kann sich dabei auf die Außenfläche und/oder
die Außennuten 122 und/oder das Innengewinde 121 beschränken oder auf dem gesamten
Reinigungselement 12 ausgebildet sein. Durch die Oberflächenbeschichtung kann die
Reibung zwischen dem Innengewinde 121 und der Gewindestange 3 und/oder zwischen der
Außenfläche des Reinigungselements und der Innenwand 2a der Kühlwendel 2 reduziert
werden. Optional können die Außenfläche des Reinigungselements 12 und/oder das Innengewinde
121 mit erfindungsgemäßem Schmierstoff versehen sein, um die Reibung noch weiter zu
reduzieren.
Bezugszeichen
[0035]
- 1
- Außenzylinderrohr
- 2
- Kühlwendel
- 2a
- Innenwand der Kühlwendel
- 3
- Gewindespindel
- 5
- Axial-/Radial-Mischlager
- 10
- Reinigungsvorrichtung
- 12
- Reinigungselement
- 13
- Wärmetauscher
- 14
- Arbeitsmedium-Eintrittsöffnung
- 16
- Kühlmitteleintrittsöffnung
- 21
- Wendel auf der Außenfläche der Kühlwendel
- 22
- Führungsnut
- 23
- Kanal der Kühlwendel
- 30
- Kupplungselement
- 100
- axiale Richtung
- 121
- Innengewinde des Reinigungselements
- 122
- Außennut des Reinigungselements
- 123
- Einfräsung
1. Schmierstoff für eine Reinigungsvorrichtung (10) eines Wärmetauschers (13), umfassend
zumindest 30% Polytetrafluorethylen, zumindest 0,5% Graphit, und zumindest 0,5% Molybdändisulfid.
2. Schmierstoff gemäß Anspruch 1, wobei der Schmierstoff höchstens 99% Polytetrafluorethylen
und/oder höchstens 50% Graphit und/oder höchstens 50% Molybdändisulfid umfasst.
3. Schmierstoff gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei der Schmierstoff zumindest 80% und höchstens
99% Polytetrafluorethylen umfasst, und/oder wobei der Schmierstoff zumindest 0,5 %
und höchstens 2% Graphit umfasst, und/oder wobei der Schmierstoff zumindest 0,5% und
höchstens 2% Molybdändisulfid umfasst.
4. Verwendung eines Schmierstoffs gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche zur Reibungsreduktion
für eine Reinigungsvorrichtung (10) eines Wärmetauschers (13).
5. Wärmetauscher (13), aufweisend:
- ein Zylinderrohr;
- eine Reinigungsvorrichtung (10) mit einer koaxial im ersten Zylinderrohr verlaufenden
Gewindespindel (3), wobei auf der Gewindespindel (3) ein Reinigungselement (12) derart
angebracht ist, dass durch Drehung der Gewindespindel (3) das Reinigungselement (12)
in axialer Richtung (100) entlang der Gewindespindel (3) in dem Zylinderrohr verschiebbar
ist;
wobei eine erste Kontaktfläche zwischen dem Reinigungselement (12) und einer Innenwand
(2a) des Zylinderrohrs und/oder eine zweite Kontaktfläche zwischen dem Reinigungselement
(12) und der Gewindespindel (3) zumindest teilweise mit einem Schmierstoff gemäß einem
der Ansprüche 1 bis 3 beschichtet sind.
6. Wärmetauscher (13) gemäß Anspruch 5, wobei das Zylinderrohr an der Innenwand (2a)
zumindest eine Führungsnut (22) aufweist und wobei die erste Kontaktfläche zumindest
teilweise durch die Führungsnut (22) gebildet wird.
7. Wärmetauscher (13) gemäß Anspruch 5 oder 6, wobei die Gewindespindel (3) ein Außengewinde
und das Reinigungselement (12) ein Innengewinde (121) aufweisen, welche zumindest
teilweise die zweite Kontaktfläche bilden.
8. Wärmetauscher (13) gemäß einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei eine Schichtdicke des
Schmierstoffs an der ersten Kontaktfläche und/oder an der zweiten Kontaktfläche zumindest
20 µm und höchstens 200 µm, vorzugsweise zumindest 50 µm und höchstens 100 µm, beträgt.
9. Wärmetauscher (13) gemäß einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei das Reinigungselement
(12) zumindest teilweise eine Kohlenstoff umfassende Oberflächenbeschichtung aufweist.
10. Wärmetauscher (13) gemäß Anspruch 9, wobei die Oberflächenbeschichtung eine wasserstoffhaltige,
amorphe Kohlenstoffschicht aufweist.
11. Wärmetauscher (13) gemäß Anspruch 9, wobei die Oberflächenbeschichtung eine wasserstofffreie,
amorphe Kohlenstoffschicht aufweist die aus mehr als 50% sp3-hybridisiertem Kohlenstoff besteht.