Gebiet der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung geht aus von einer Hubvorrichtung für eine metallurgische
Pfanne, in der sich flüssiges Metall befindet,
- wobei die Hubvorrichtung zwei Paare von vertikal ausgerichteten Pfosten aufweist,
- wobei die Hubvorrichtung zwei horizontal ausgerichtete Querstreben aufweist, welche
an den Pfosten je eines der Paare von Pfosten befestigt sind,
- wobei pro Querstrebe je ein Querbalken vorhanden ist,
- wobei die Querbalken mittels je einer einzelnen Hydraulikzylindereinheit relativ zur
jeweiligen Querstrebe in Vertikalrichtung positionierbar sind,
- wobei an den Querbalken hängend je ein Haken zur Aufnahme eines an der metallurgischen
Pfanne angeordneten Zapfens angeordnet ist,
- wobei die Hydraulikzylindereinheiten je einen Hydraulikzylinder und je einen relativ
zum jeweiligen Hydraulikzylinder ein- und ausfahrbaren Kolben aufweisen.
[0002] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer Behandlungsvorrichtung für
flüssiges Metall, das sich in einer metallurgischen Pfanne befindet, insbesondere
einer RH-Anlage,
- wobei die Behandlungsvorrichtung eine Hubvorrichtung nach einem der obigen Ansprüche
aufweist,
- wobei die Behandlungsvorrichtung eine Behandlungseinrichtung zum Behandeln des flüssigen
Metalls aufweist.
Stand der Technik
[0003] Eine Hubvorrichtung und eine Behandlungsvorrichtung der eingangs genannten Art sind
aus der
WO 2015/003 925 A1 bekannt.
[0004] Die bekannte Hubvorrichtung arbeitet bereits recht gut. Aufgrund der Konstruktion
der Hubvorrichtung ist jedoch die Zugänglichkeit zu einer im oberen Bereich der Hubvorrichtung
oder oberhalb der Hubvorrichtung angeordneten Behandlungseinrichtung eingeschränkt.
Zusammenfassung der Erfindung
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Möglichkeiten zu schaffen,
mittels derer die Probleme des Standes der Technik vermieden werden können.
[0006] Die Aufgabe wird durch eine Hubvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Hubvorrichtung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche
2 bis 4.
[0007] Erfindungsgemäß wird eine Hubvorrichtung der eingangs genannten Art dadurch ausgestaltet,
dass die Querbalken oberhalb der Querstreben angeordnet sind, dass die Hydraulikzylindereinheiten
derart wirken, dass die Querbalken beim Ausfahren der Kolben nach oben und beim Einfahren
der Kolben nach unten verfahren werden und dass die Hydraulikzylindereinheiten als
Servozylinder ausgebildet sind.
[0008] Durch die kolbenseitig drückende Anordnung der Hydraulikzylindereinheiten ist es
möglich, die Querstreben unterhalb der Querbalken anzuordnen und dadurch die Zugänglichkeit
zur Behandlungseinrichtung zu erhöhen. Aufgrund der Verwendung von Servozylindern
- das sind integrale Baueinheiten, die intern einen Hydraulikzylinder und einen Kolben,
eine Hydraulikpumpe und ein kleines Hydraulikreservoir sowie die erforderlichen Hydraulikventile
(sei es einzeln, sei es als Einheit) aufweisen - können eine anderenfalls erforderliche
Hydraulikverrohrung und ein kostspieliges Hydraulikaggregat eingespart werden. Man
benötigt lediglich eine Stromversorgung für die Hydraulikpumpe und eine Ansteuerung
für die Hydraulikventile.
[0009] In einer bevorzugten Ausgestaltung weisen die Hydraulikzylindereinheiten weiterhin
ein integriertes Wegmesssystem auf. Dadurch ist auf einfache Weise ein positionsgenaues
Verfahren der Querbalken möglich.
[0010] Vorzugsweise werden die Querbalken jeweils beidseitig durch vertikal verlaufende
Führungselemente geführt. Dadurch ist insbesondere ein Verkanten oder ein Schieflauf
der Querbalken nahezu ausgeschlossen.
[0011] Vorzugsweise sind die Haken mit ihrem jeweiligen Querbalken über ein sich in Vertikalrichtung
erstreckendes Verbindungselement verbunden, wobei eine Länge der Verbindungselemente
derart bemessen ist, dass die Haken bei eingefahrenen Kolben unterhalb der Querstreben
angeordnet sind. Dadurch kann die Zugänglichkeit zu der Behandlungseinrichtung noch
weiter verbessert werden.
[0012] Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Behandlungsvorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 5 gelöst. Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Behandlungsvorrichtung ist
Gegenstand des abhängigen Anspruchs 6.
[0013] Erfindungsgemäß ist die Hubvorrichtung der Behandlungsvorrichtung als erfindungsgemäße
Hubvorrichtung ausgebildet und ist weiterhin die Behandlungseinrichtung oberhalb der
Querstreben der Hubvorrichtung angeordnet.
[0014] In vielen Fällen weist die Behandlungseinrichtung ein Behandlungsgefäß und einen
oberhalb des Behandlungsgefäßes angeordneten Krümmer auf. Die Zugänglichkeit zu der
Behandlungseinrichtung kann dadurch optimiert werden, dass die Querbalken bei eingefahrenen
Kolben der Hydraulikzylindereinheiten unterhalb des Behandlungsgefäßes angeordnet
sind.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0015] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die in Verbindung
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen in schematischer Darstellung:
- FIG 1
- eine Hubvorrichtung eine metallurgische Pfanne von vorne,
- FIG 2
- die Hubvorrichtung von FIG 1 von der Seite,
- FIG 3
- eine Querstrebe und einen Querbalken von der Seite,
- FIG 4
- die Querstrebe und den Querbalken von FIG 3 von vorne,
- FIG 5
- eine Schnittdarstellung von FIG 4,
- FIG 6
- eine Draufsicht auf die Querstrebe und den Querbalken von FIG 4 von oben,
- FIG 7
- einen Servozylinder und
- FIG 8
- eine Behandlungsvorrichtung für flüssiges Metall.
Beschreibung der Ausführungsformen
[0016] Gemäß FIG 1 soll mittels einer Hubvorrichtung 1 eine metallurgische Pfanne 2 nach
Bedarf angehoben und wieder abgesenkt werden. In der metallurgischen Pfanne 2 befindet
sich während des Anhebens und des Absenkens flüssiges Metall 3, beispielsweise geschmolzener
Stahl. Die Hubvorrichtung 1 weist zwei Paare 4 von vertikal ausgerichteten Pfosten
5 auf. Die insgesamt vier Pfosten 5 definieren in der Regel ein Rechteck. An den beiden
Pfosten 5 je eines der beiden Paare 4 ist gemäß FIG 2 jeweils eine horizontal ausgerichtete
Querstrebe 6 befestigt. FIG 2 zeigt entweder das in FIG 1 linke Paar 4 aus der Richtung
der Pfeile A oder das in FIG 1 rechte Paar 4 aus der Richtung der Pfeile B.
[0017] Pro Querstrebe 6 ist je ein Querbalken 7 vorhanden. Die Querbalken 7 sind oberhalb
der Querstreben 6 angeordnet. Der jeweilige Querbalken 7 ist mittels jeweils einer
einzelnen Hydraulikzylindereinheit 8 relativ zur jeweiligen Querstrebe 6 in Vertikalrichtung
positionierbar. Die Hydraulikzylindereinheiten 8 sind in Vertikalrichtung gesehen
zwischen den Querstreben 6 und den Querbalken 7 angeordnet. Die Hydraulikzylindereinheiten
8 weisen, wie allgemein üblich, je einen Hydraulikzylinder 9 und je einen Kolben 10
auf. Der jeweilige Kolben 10 ist relativ zum jeweiligen Hydraulikzylinder 9 ein-und
ausfahrbar. Die Hydraulikzylindereinheiten 8 wirken derart, dass die Querbalken 7
beim Ausfahren der Kolben 10 nach oben und beim Einfahren der Kolben 10 nach unten
verfahren werden.
[0018] An den Querbalken 7 ist - siehe auch die FIG 3 bis 6 - je ein Haken 11 angeordnet.
Die Haken 11 dienen der Aufnahme von je einem Zapfen 12, der seinerseits an der metallurgischen
Pfanne 2 angeordnet ist. Die Haken sind an den Querbalken 7 hängend angeordnet.
[0019] Die Hydraulikzylindereinheiten 8 sind als Servozylinder ausgebildet. Servozylinder
sind entsprechend der Darstellung in FIG 7 integrale Baueinheiten, die intern zusätzlich
zum jeweiligen Hydraulikzylinder 9 und zum jeweiligen Kolben 10 auch eine Hydraulikpumpe
13 und ein kleines Hydraulikreservoir 14 sowie - beispielsweise in einer Ventileinheit
15 - die erforderlichen Hydraulikventile 16 aufweisen. Dadurch ist es lediglich noch
erforderlich, der Hydraulikpumpe 13 über einen Energieanschluss 17 die nötige Energie
zum Betrieb der Hydraulikpumpe 13 zuzuführen und mit einer Steuereinrichtung 18 des
Servozylinders über einen Signalanschluss 19 zu kommunizieren, beispielsweise zur
Übermittlung von Steuersignalen an die Steuereinrichtung 18 und zur Rückübermittlung
von Istwerten durch die Steuereinrichtung 18. Die Hydraulikzylindereinheiten 8 können
weiterhin auch ein integriertes Wegmesssystem 20 umfassen.
[0020] Gemäß den FIG 3 bis 6 können die Querbalken 7 jeweils beidseitig durch vertikal verlaufende
Führungselemente 21 geführt werden. Die Führungselemente 21 können Bestandteil der
Pfosten 5 sein oder mit den Pfosten 5 verbunden sein. Alternativ kann es sich um eigenständige
Elemente handeln.
[0021] Die Haken 11 sind mit ihrem jeweiligen Querbalken 7 vorzugsweise über ein jeweiliges
Verbindungselement 22 verbunden. Das jeweilige Verbindungselement 22 erstreckt sich
in Vertikalrichtung. Eine Länge l der Verbindungselemente 22 ist vorzugsweise derart
bemessen, dass die Haken 11 bei eingefahrenen Kolben 10 - also in der tiefsten Stellung
der Querbalken 7 und damit auch der Haken 11 - unterhalb der Querstreben 6 angeordnet
sind.
[0022] Die Hubvorrichtung 1 ist entsprechend der Darstellung in FIG 8 oftmals Bestandteil
einer Behandlungsvorrichtung für das flüssige Metall 3, das sich in der metallurgischen
Pfanne 2 befindet. Die Behandlungsvorrichtung kann insbesondere eine RH-Anlage (=
Ruhrstahl-Heraeus-Anlage) sein. Die Behandlungsvorrichtung weist weiterhin eine Behandlungseinrichtung
23 zum Behandeln des flüssigen Metalls 3 auf. Die Behandlungseinrichtung 23 weist
in der Regel ein Behandlungsgefäß 24 und einen oberhalb des Behandlungsgefäßes 24
angeordneten Krümmer 25 auf.
[0023] Die Behandlungseinrichtung 23 ist vorzugsweise oberhalb der Querstreben 6 der Hubvorrichtung
1 angeordnet. Weiterhin sind - zumindest in der Regel - bei eingefahrenen Kolben 10
der Hydraulikzylindereinheiten 8, also in der tiefsten Stellung der Querbalken 7 und
damit auch der Haken 11, die Querbalken 7 unterhalb des Behandlungsgefäßes 24 angeordnet.
[0024] Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf: Die Hubvorrichtung 1 kann platzsparend
eingebaut werden. Die Zugänglichkeit zur Behandlungseinrichtung 23 und auch zu den
Hydraulikzylindereinheiten 8 wird verbessert. Die Anzahl an Hydraulikzylindereinheiten
8 wird minimiert. Eine Hydraulikverrohrung und ein Hydraulikaggregat können eingespart
werden.
[0025] Die Betriebssicherheit ist verbessert. Ölleckagen können auf ein Minimum reduziert
werden.
[0026] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Varianten können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Hubvorrichtung
- 2
- metallurgische Pfanne
- 3
- flüssiges Metall
- 4
- Paare von Pfosten
- 5
- Pfosten
- 6
- Querstreben
- 7
- Querbalken
- 8
- Hydraulikzylindereinheiten
- 9
- Hydraulikzylinder
- 10
- Kolben
- 11
- Haken
- 12
- Zapfen
- 13
- Hydraulikpumpe
- 14
- Hydraulikreservoir
- 15
- Ventileinheit
- 16
- Hydraulikventile
- 17
- Energieanschluss
- 18
- Steuereinrichtung
- 19
- Signalanschluss
- 20
- Wegmesssystem
- 21
- Führungselemente
- 22
- Verbindungselemente
- 23
- Behandlungseinrichtung
- 24
- Behandlungsgefäß
- 25
- Krümmer
- l
- Länge
1. Hubvorrichtung für eine metallurgische Pfanne (2), in der sich flüssiges Metall (3)
befindet,
- wobei die Hubvorrichtung zwei Paare (4) von vertikal ausgerichteten Pfosten (5)
aufweist,
- wobei die Hubvorrichtung zwei horizontal ausgerichtete Querstreben (6) aufweist,
welche an den Pfosten (5) je eines der Paare (4) von Pfosten (5) befestigt sind,
- wobei pro Querstrebe (6) je ein Querbalken (7) vorhanden ist,
- wobei die Querbalken (7) mittels je einer einzelnen Hydraulikzylindereinheit (8)
relativ zur jeweiligen Querstrebe (6) in Vertikalrichtung positionierbar sind,
- wobei an den Querbalken (7) hängend je ein Haken (11) zur Aufnahme eines an der
metallurgischen Pfanne (2) angeordneten Zapfens (12) angeordnet ist,
- wobei die Hydraulikzylindereinheiten (8) je einen Hydraulikzylinder (9) und je einen
relativ zum jeweiligen Hydraulikzylinder (9) ein- und ausfahrbaren Kolben (10) aufweisen,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Querbalken (7) oberhalb der Querstreben (6) angeordnet sind, dass die Hydraulikzylindereinheiten
(8) derart wirken, dass die Querbalken (7) beim Ausfahren der Kolben (10) nach oben
und beim Einfahren der Kolben (10) nach unten verfahren werden, und dass die Hydraulikzylindereinheiten
(8) als Servozylinder ausgebildet sind.
2. Hubvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hydraulikzylindereinheiten (8) ein integriertes Wegmesssystem (20) aufweisen.
3. Hubvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Querbalken (7) jeweils beidseitig durch vertikal verlaufende Führungselemente
(21) geführt werden.
4. Hubvorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Haken (11) mit ihrem jeweiligen Querbalken (7) über ein sich in Vertikalrichtung
erstreckendes Verbindungselement (22) verbunden sind und dass eine Länge (l) der Verbindungselemente
(22) derart bemessen ist, dass die Haken (11) bei eingefahrenen Kolben (10) unterhalb
der Querstreben (6) angeordnet sind.
5. Behandlungsvorrichtung für flüssiges Metall (3), das sich in einer metallurgischen
Pfanne (2) befindet, insbesondere RH-Anlage,
- wobei die Behandlungsvorrichtung eine Hubvorrichtung (1) nach einem der obigen Ansprüche
aufweist,
- wobei die Behandlungsvorrichtung eine Behandlungseinrichtung (23) zum Behandeln
des flüssigen Metalls (3) aufweist,
- wobei die Behandlungseinrichtung (23) oberhalb der Querstreben (6) der Hubvorrichtung
(1) angeordnet ist.
6. Behandlungsvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Behandlungseinrichtung (23) ein Behandlungsgefäß (24) und einen oberhalb des
Behandlungsgefäßes (24) angeordneten Krümmer (25) aufweist und dass die Querbalken
(7) bei eingefahrenen Kolben (10) der Hydraulikzylindereinheiten (8) unterhalb des
Behandlungsgefäßes (24) angeordnet sind.