[0001] Die Erfindung betrifft einen Schraubenkopfhalter für ein handgeführtes Schraubwerkzeug
mit einer Welle, die einends einen Verbindungsabschnitt zur Verbindung mit einem Abtrieb
des Schraubwerkzeugs und andernends einen Antriebsabschnitt zum Antreiben eines Schraubenkopfs
aufweist, und einer auf der Welle gelagerten Halteeinrichtung mit wenigstens einem
Halteelement, wobei die Halteeinrichtung derart gestaltet ist, dass das wenigstens
eine Halteelement in Abhängigkeit einer axialen Relativbewegung zwischen der Welle
und der Halteeinrichtung relativ zu dem Antriebsabschnitt radial verlagerbar ist zwischen
einer Haltestellung, in der der Schraubenkopf axial zwischen dem Antriebsabschnitt
und dem Halteelement gehalten ist, und einer Öffnungsstellung, in der das Halteelement
den Schraubenkopf axial freigibt.
[0002] Ein derartiger Schraubenkopfhalter ist aus der
DE 1 603 888 A bekannt. Der bekannte Schraubenkopfhalter weist eine Welle auf, die einends einen
Verbindungsabschnitt zur Verbindung mit einem Abtriebsschaft eines Schraubwerkzeugs
und andernends einen Antriebsabschnitt zum Antreiben eines Schraubenkopfs aufweist.
Der Antriebsabschnitt ist mit einem Schraubenkopfantrieb in Form eines klingenförmigen
Bits zum formschlüssigen Eingriff in den Schraubenkopf versehen. Zur axialen Halterung
des Schraubenkopfs an dem Bit sieht der bekannte Schraubenkopfhalter eine auf der
Welle gelagerte Halteeinrichtung vor. Die Halteeinrichtung weist mehrere kugelförmige
Halteelemente auf. Die Halteelemente sind mittels einer Relativbewegung zwischen der
Welle und der Halteeinrichtung relativ zu dem Antriebsabschnitt der Welle radial zwischen
einer Haltestellung und einer Öffnungsstellung verlagerbar. In der Haltestellung sind
die Halteelemente radial nach innen verlagert, wodurch der Schraubenkopf axial zwischen
dem Bit und den Halteelementen gehalten ist. In der Öffnungsstellung sind die Halteelemente
radial nach außen verlagert, wodurch der Schraubenkopf axial freigegeben ist.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Schraubenkopfhalter der eingangs genannten Art
zu schaffen, der gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Eigenschaften aufweist
und insbesondere eine verbesserte Handhabbarkeit im Zusammenhang mit versenkt einzuschraubenden
Schrauben ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass wenigstens ein Arretierelement vorgesehen
ist, das in Abhängigkeit einer axialen Relativbewegung zwischen der Halteeinrichtung
und der Welle in einer an der Welle verriegelte erste Arretierposition verlagerbar
ist, in der die Halteeinrichtung mittels des Arretierelements lösbar axialfest mit
der Welle verbunden ist und somit eine axialgesicherte Arbeitsposition einnimmt. Durch
die erfindungsgemäße Lösung wird eine lösbare axialfeste Arretierung der Handhabungseinrichtung
auf der Welle erreicht. Diese Arretierung wirkt insbesondere einem ungewollten axialen
Abheben des Antriebsabschnitts von dem Schraubenkopf entgegen, wenn die Welle und/oder
eine mittels des Schraubenkopfhalters gehaltene Schraube auf Zug belastet wird. Eine
solche Zugbelastung kann beispielsweise dann auftreten, wenn eine von der Einschraubstelle
wegweisende axiale Gegenkraft auf das Schraubwerkzeug einwirkt. Eine solche Gegenkraft
kann insbesondere schwerkraftbedingt sein und insoweit auftreten, wenn mit dem Schraubwerkzeug
und dem Schraubenkopfhalter über Kopf gearbeitet wird. Da die Halteeinrichtung in
der Arbeitsposition auf der Welle lösbar axialgesichert ist, wird einer ungewollten
axialen Relativbewegung zwischen der Welle und der Halteeinrichtung und somit einer
ungewollten Verlagerung des Halteelements entgegengewirkt. Dadurch wird letztlich
eine verbesserte Halterung des Schraubenkopfs ermöglicht. Hierbei wirkt die axialfeste
Arretierung in der Arbeitsposition einer Relativbewegung zwischen der Welle und der
Halteeinrichtung sowohl in Richtung des Verbindungsabschnitts als auch in Richtung
des Antriebsabschnitts entgegen. Der Antriebsabschnitt kann zu einer lösbaren Verbindung
mit einem Schraubenkopfantrieb in Form eines Bits, eines Bithalters, eines Steckschlüsseleinsatzes
oder dergleichen vorbereitet sein. Alternativ oder zusätzlich kann der Antriebsabschnitt
selbst in Form eines Schraubenkopfantriebs ausgebildet sein. Das wenigstens eine Halteelement
kann in Form einer Kugel, einer Walze, einer Rolle oder eines stirnendseitig abgerundeten
Stiftes ausgebildet sein. Entsprechendes kann für das wenigstens eine Arretierelement
gelten. Der Verbindungsabschnitt der Welle kann zur form-, kraft- und/oder stoffschlüssigen
Verbindung mit dem Abtrieb des Schraubwerkzeugs vorbereitet sein. Beispielsweise kann
der Verbindungsabschnitt mit einem entsprechenden Gewinde, einem Mehrkantprofil, einer
Verzahnung oder dergleichen versehen sein. In der Arbeitsposition nimmt das wenigstens
eine Halteelement vorzugsweise die Haltestellung ein, wobei das wenigstens eine Arretierelement
die erste Arretierposition einnimmt. In einer mit der Arbeitsposition korrespondierenden
Freigabeposition nimmt das wenigstens eine Halteelement vorzugsweise die Öffnungsstellung
ein, wobei das wenigstens eine Arretierelement vorzugsweise eine zweite Arretierposition
einnimmt, in der die Halteeinrichtung und die Welle mittels des Arretierelements unarretiert
und insoweit relativ zueinander axial verschieblich sind. Vorzugsweise sind das wenigstens
eine Halteelement und das wenigstens eine Arretierelement axial zueinander beabstandet
angeordnet.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung eignet sich in besonders vorteilhafter Weise als Schraubenkopfhalter
für ein motorgetriebenes Schraubwerkzeug, beispielsweise für einen elektrischen Bohrschrauber
oder dergleichen, und zur Halterung von vergleichsweise langen Schrauben, wie sie
insbesondere im Bereich des konstruktiven Holzbaus Verwendung finden.
[0006] In Ausgestaltung der Erfindung ist das wenigstens eine Halteelement in Abhängigkeit
der Position des wenigstens einen Arretierelements zwischen der Öffnungsstellung und
der Haltestellung verlagerbar. Bei dieser Ausgestaltung der Erfindung dient das Arretierelement
zusätzlich einer Steuerung der Verlagerbarkeit des Halteelements zwischen der Öffnungsstellung
und der Haltestellung. Insbesondere ist dabei das Halteelement erst dann von der Öffnungs-
in die Haltestellung verlagerbar, wenn die Halteeinrichtung mittels des Arretierelements
lösbar axialfest auf der Welle arretiert ist.
[0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist die Halteeinrichtung eine auf der Welle
gelagerte Innenhülse und eine auf der Innenhülse gelagerte Außenhülse auf, wobei das
wenigstens eine Arretierelement radial zwischen der Innen- und der Außenhülse und/oder
der Welle und der Außenhülse angeordnet ist. Vorzugsweise sind sowohl die Innen- als
auch die Außenhülse koaxial zu der Welle orientiert. Die Innenhülse dient insbesondere
der Lagerung der Halteeinrichtung auf der Welle. Je nachdem, ob die Halteeinrichtung
die Arbeits- oder eine Freigabeposition einnimmt, kann die Innenhülse relativ zu der
Welle axial beweglich oder axialfest an dieser abgestützt sein. Die Außenhülse kann
relativ zu der Innenhülse axial beweglich oder axialfest mit dieser verbunden sein,
je nachdem, ob die Halteeinrichtung die Arbeits- oder die Freigabeposition einnimmt.
Die Innenhülse kann mittels des wenigstens einen Arretierelements lösbar axialfest
mit der Welle verbindbar sein. In vorteilhafter Weise kann dem Arretierelement eine
Doppelfunktion zukommen insoweit, als die Innenhülse und die Außenhülse mittels des
Arretierelements lösbar axialfest miteinander verbindbar sein können. Die Außenhülse
dient insbesondere der Handhabung der Halteeinrichtung, wobei insbesondere die Verlagerung
des wenigstens einen Halteelements zwischen der Halte- und der Öffnungsstellung mittels
einer axialen Relativbewegung zwischen der Außen- und der Innenhülse steuerbar sein
kann. Das wenigstens eine Arretierelement kann mittels einer axialen Relativbewegung
zwischen der Innen- und der Außenhülse zwischen verschiedenen Arretierpositionen überführbar
sein. So beispielsweise zwischen der ersten Arretierposition, in der die Innenhülse
lösbar axialfest mit der Welle verbunden ist und einer zweiten Arretierposition, in
der die Innen- und die Außenhülse mittels des Arretierelements lösbar axialfest miteinander
verbunden sind.
[0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist in der Arbeitsposition die Innenhülse
mittels des Arretierelements lösbar axialfest mit der Welle verbunden, insbesondere
wobei die Außenhülse mittels eines Federelements axial federbeweglich an der Innenhülse
abgestützt ist. Die Außenhülse ist relativ zu der Innenhülse axial federbeweglich
abgestützt und somit im Gegensatz zu dieser relativ zu der Welle axial beweglich.
Das Federelement wirkt einer nach hinten gerichteten Verlagerung der Außenhülse entgegen.
Vorzugsweise ist das Federelement in Form einer Schraubenfeder aus Metall gefertigt.
Vorzugsweise ist das Federelement einends an einem Radialbund der Außenhülse und andernends
an einem Radialbund der Innenhülse axial abgestützt.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind in einer Freigabeposition die Innenhülse
und die Außenhülse mittels des Arretierelements lösbar axialfest miteinander verbunden,
wobei die Innenhülse relativ zu der Welle axial freigegeben ist. Durch die axialfeste
Arretierung zwischen der Innen- und der Außenhülse wird insbesondere eine verbesserte
Handhabbarkeit der Halteeinrichtung in der Freigabeposition ermöglicht. So können
Innen- und Außenhülse infolge der Arretierung mittels einer manuellen Verschiebung
der Außenhülse gemeinsam von der Freigabe- in die Arbeitsposition verlagert werden.
Dies erlaubt eine vereinfachte Bedienung.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Arretierelement in einer Führungsaussparung
der Innenhülse radial geführt, wobei das Arretierelement in der ersten Arretierposition
radial nach innen verlagert ist und axial formschlüssig mit einer Wellenprofilierung
der Welle zusammenwirkt und/oder in einer radial nach außen verlagerten zweiten Arretierposition
axial formschlüssig mit einer Hülsenprofilierung der Außenhülse zusammenwirkt. Die
Führungsaussparung ist vorzugsweise an einem dem Verbindungsabschnitt der Welle zugewandten
Bereich der Innenhülse angeordnet. Das Arretierelement ist relativ zu der Innenhülse
axial in der Führungsaussparung festgelegt. Die Wellenprofilierung kann in Form eines
auf der Welle ausgebildeten Absatzes, einer in die Welle eingebrachten radialen Umfangsnut
oder dergleichen ausgebildet sein. Die Hülsenprofilierung kann in Form eines an der
Außenhülse ausgebildeten Absatzes, einer in die Außenhülse eingebrachten radialen
Umfangsnut oder dergleichen ausgebildet sein. In der ersten Arretierposition ist die
Innenhülse mittels des Arretierelements lösbar axialfest mit der Welle verbunden.
In der zweiten Arretierposition sind die Innenhülse und die Außenhülse mittels des
Arretierelements lösbar axialfest miteinander verbunden.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Arretierelement ausgehend von der
ersten Arretierposition mittels einer axialen Relativbewegung zwischen der Innenhülse
und der Außenhülse in die zweite Arretierposition verlagerbar. Eine solche axiale
Relativbewegung zwischen der Innen- und der Außenhülse kann beispielsweise dann auftreten,
wenn die Außenhülse während eines Einschraubvorgangs stirnendseitig an einer Einschraubstelle
zur Anlage gelangt und die mit der Welle axialfest arretierte Innenhülse axial nach
vorne weiterbewegt wird. Erreicht die Relativbewegung zwischen der Innen- und der
Außenhülse eine gewisse Position, bewirkt dies, dass das Arretierelement in die zweite
Arretierposition verlagert wird, wobei die axialfeste Verbindung der Innenhülse mit
der Welle gelöst und diese stattdessen lösbar axialfest mit der Außenhülse verbunden
wird.
[0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Arretierelement ausgehend von der
zweiten Arretierposition mittels einer axialen Relativbewegung zwischen der Welle
und der Außenhülse in die erste Arretierposition verlagerbar. Eine solche Relativbewegung
kann beispielsweise dann auftreten, wenn nach einem erfolgten Einschraubvorgang die
Außenhülse manuell gegriffen und ausgehend von der Freigabeposition relativ zu der
Welle nach vorne bewegt wird. Aufgrund der axial festen Verriegelung zwischen Innen-
und Außenhülse wird die Innenhülse hierbei zwangsläufig relativ zu der Welle mitgeführt.
Erreicht diese Relativbewegung eine gewisse Position, wird das Arretierelement zwangsgesteuert
von der zweiten in die erste Arretierposition überführt, wodurch die Innenhülse mit
der Welle verriegelt und die Verriegelung zwischen der Innen- und der Außenhülse aufgehoben
wird.
[0013] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das wenigstens eine Halteelement in Form
einer Kugel ausgebildet, die in einer Radialbohrung der Innenhülse geführt und an
einem an der Außenhülse ausgebildeten Innenkonus radial abgestützt ist. Es ist vorteilhaft,
wenn mehrere Kugeln, vorzugsweise drei Kugeln, vorgesehen sind, die in jeweils einer
Radialbohrung geführt sind. Die Kugeln bilden auf diese Weise vorzugsweise einen in
seinem Durchmesser veränderlichen Kugelring, der koaxial zu der Welle orientiert ist.
Durch den durchmesserveränderlichen Kugelring ist eine Halterung unterschiedlich geformter
und/oder dimensionierter Schraubenköpfe möglich. In vorteilhafter Weise ist die Radialbohrung
derart gestaltet, dass ein Hindurchfallen der Kugel in Richtung der Mittellängsachse
der Welle unterbunden ist. Durch die radiale Abstützung der Kugel an dem Innenkonus
ist eine axiale Relativbewegung zwischen der Innen- und der Außenhülse auf besonders
einfache Weise in eine radiale Verlagerung der Kugel zwischen der Halte- und der Öffnungsstellung
umsetzbar.
[0014] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist die Außenhülse eine axial an den Innenkonus
angrenzende und der wenigstens einen Kugel zugeordnete zylindrische und radial orientierte
Innenstützfläche auf. Demnach geht der Innenkonus in axialer Richtung in die zylindrische
Innenstützfläche über. Bei einer axialen Relativbewegung zwischen der Außen- und der
Innenhülse erfährt die Kugel im Bereich der Innenstützfläche keine radiale Relativverlagerung.
Dies, da die Innenstützfläche im Gegensatz zu dem Konus zylindrisch gestaltet ist
und somit keine Steigung aufweist. Insbesondere im Fall einer unbeabsichtigten axialen
Relativbewegung zwischen Innen- und Außenhülse kann durch diese Ausgestaltung der
Erfindung einem ungewollten Lösen des Schraubenkopfs entgegengewirkt werden. Eine
solche unbeabsichtigte axiale Relativbewegung kann beispielsweise dann auftreten,
wenn Fluchtungsfehler zwischen Schraube und Schraubenkopfhalter eine Walkbewegung
zwischen diesen beiden Komponenten hervorrufen.
[0015] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist der Antriebsabschnitt eine axiale Aufnahmeaussparung
auf, die zur drehfesten Aufnahme eines Schraubenkopfantriebs vorgesehen ist, wobei
der Aufnahmeaussparung ein Positionierelement zugeordnet ist, mittels dessen eine
axiale Position des Schraubenkopfantriebs relativ zu der Welle einstellbar ist. Die
Aufnahmeaussparung kann zur Aufnahme eines Schraubenkopfantriebs insbesondere in Form
eines Bits, eines Bithalters oder eines Steckschlüsseleinsatzes vorgesehen sein. Das
Positionierelement ist vorzugsweise koaxial zu der Aufnahmeaussparung orientiert und
bildet einen einstellbaren Anschlag für den in der Aufnahmeaussprung aufzunehmenden
Schraubenkopfantrieb. Zu diesem Zweck kann das Positionierelement in Form eines Gewindestifts,
eines Rastbolzens oder dergleichen ausgebildet sein. Das Positionierelement kann in
eine ausgehend von der Aufnahmeaussparung axial erstreckte Positionierbohrung eingebracht
sein. Diese Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht insbesondere eine besonders vorteilhafte
Einstellbarkeit des Schraubenkopfhalters im Hinblick auf die in der Haltestellung
auf den Schraubenkopf wirkenden Axialkräfte sowie im Hinblick auf eine axiale Eindringtiefe
zwischen Schraubenkopf und Antriebsabschnitt bzw. Schraubenkopfantrieb.
[0016] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird auch dadurch gelöst, dass ein mit
der Halteeinrichtung wirkverbundenes Schub- oder Zugglied vorgesehen ist, mittels
dessen die Halteeinrichtung nach Erreichen der Öffnungsstellung ausgehend von einer
lösbar axialfest mit der Welle verbundenen Arbeitsposition relativ zu der Welle in
Richtung des Verbindungsabschnitts in eine Freigabeposition axialkraftbeaufschlagt
verlagerbar ist, in der der Antriebsabschnitt axial nach vorne überstehend aus der
Halteeinrichtung herausragt. Durch die erfindungsgemäße Lösung ist der Antriebsabschnitt
- und somit der Schraubenkopf sowie eine betreffende Einschraubstelle - nach erfolgter
Freigabe des Schraubenkopfs zum Ende des Einschraubvorgangs in verbesserter Weise
einsehbar. Dies, da die Halteeinrichtung erfindungsgemäß mittels des Schub- oder Zugglieds
nach Erreichen der Öffnungsstellung des wenigstens einen Halteelements in Richtung
des Verbindungsabschnitts in die Freigabeposition verlagerbar ist. Dadurch ist einer
Bedienperson des Schraubwerkzeugs eine verbesserte visuelle Kontrolle des Einschraubvorgangs
ermöglicht. Dies ermöglicht eine Einsehbarkeit der Einschraubstelle, ohne dass der
gesamte Schraubenhalter entfernt und hierzu der Einschraubvorgang unterbrochen werden
muss. Insbesondere wird durch die erfindungsgemäße Lösung vermieden, dass ein Einschraubvorgang
zu früh oder zu spät abgeschlossen und folglich die einzuschraubende Schraube nicht
ausreichend tief bzw. zu tief in der Einschraubstelle versenkt wird. Dabei ist eine
Korrektur der Einschraubtiefe nach einer einmal erfolgten Unterbrechung des Einschraubvorganges
haftreibungsbedingt nicht ohne weiteres möglich. Unter der Angabe "nach vorne" ist
eine axiale Orientierung in Richtung des Antriebsabschnitts der Welle und damit in
Richtung der Einschraubstelle zu verstehen. Demgegenüber ist unter der Angabe "nach
hinten" eine axiale Orientierung in Richtung des Verbindungsabschnitts der Welle und
damit in Richtung eines möglicherweise mit dem Schraubenkopfhalter verbundenen Schraubwerkzeugs
zu verstehen. Die Halteeinrichtung ist vorzugsweise koaxial zu der Welle orientiert
und radial auf der Welle festgelegt. Je nach Betriebszustand und/oder Position der
Halteeinrichtung relativ zu der Welle können etwaige Bauteile oder Abschnitte der
Halteeinrichtung relativ zu der Welle axial beweglich gelagert oder axialfest an der
Welle abgestützt sein. Nach Erreichen der Öffnungsstellung des wenigstens einen Halteelements
ist die Halteeinrichtung relativ zu der Welle axial beweglich. Dadurch ist die Halteeinrichtung
mittels des Schub- oder Zugglieds relativ zu der Welle nach hinten in die Freigabeposition
verlagerbar. In der Arbeitsposition ist die Halteeinrichtung wenigstens teil- und/oder
abschnittsweise axialfest an der Welle abgestützt, wobei weitere Bauteile oder Abschnitte
der Halteeinrichtung relativ zu der Welle axial beweglich sein können. In der Arbeitsposition
nimmt das wenigstens eine Halteelement vorzugsweise die Haltestellung ein. In der
Arbeitsposition ist der Antriebsabschnitt vorzugsweise axial nach hinten in eine Aussparung
der Halteeinrichtung hinein verlagert und somit jedenfalls in einer radialen Blickrichtung
nicht einsehbar. In der Freigabeposition nimmt das wenigstens eine Halteelement die
Öffnungsstellung ein. In der Freigabeposition ist die Halteeinrichtung relativ zu
der Welle mittels des Schub- oder Zugglieds angetrieben nach hinten verlagert, wobei
der Antriebsabschnitt axial überstehend aus der Halteeinrichtung herausragt. Mit anderen
Worten wird nach Erreichen der Öffnungsstellung nicht lediglich die Welle axial nach
vorne durch die Halteeinrichtung hindurchbewegt, sondern die Halteeinrichtung wird
axialkraftbeaufschlagt nach hinten verlagert. Das Schub- oder Zugglied dient einer
angetriebenen Verlagerung der Halteeinrichtung in Richtung des Verbindungsabschnitts.
Das Schub- oder Zugglied ist zur Speicherung von hierfür vorgesehener Antriebsenergie
vorzugsweise elastisch gestaltet. Vorzugsweise kann das Schub- oder Zugglied als Federelement
in Form einer aus Metall oder Kunststoff gefertigten Schraubenfeder ausgebildet sein.
Vorzugsweise ist das Schub- oder Zugglied einends an der Welle und andernends an der
Halteeinrichtung abgestützt. Das Schubglied bewirkt vorzugsweise eine axiale Druckkraftbeaufschlagung
der Halteeinrichtung. Das Zugglied bewirkt vorzugsweise eine axiale Zugkraftbeaufschlagung
der Halteeinrichtung. Dass die Halteeinrichtung mittels des Schub- oder Zugglieds
nach Erreichen der Öffnungsstellung verlagerbar ist, meint, dass das Schub- oder Zugglied
in Abhängigkeit der Stellung des wenigstens einen Halteelements eine Verlagerung der
Halteeinrichtung bewirkt.
[0017] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist die Welle wenigstens im Bereich des
Antriebsabschnitts einen maximalen Außendurchmesser auf, der kleiner ist als der maximale
Durchmesser des anzutreibenden Schraubenkopfs. Hierdurch wird vermieden, dass die
Welle im Bereich des Antriebsabschnitts beim Einschrauben des anzutreibenden Schraubenkopfs
an der betreffenden Einschraubstelle zur Anlage gelangt. Dies ermöglicht ein versenktes
Einschrauben des Schraubenkopfs.
[0018] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen sowie
aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung,
das anhand der Zeichnungen dargestellt ist.
- Fig. 1
- zeigt in schematischer Perspektivdarstellung ein handgeführtes Schraubwerkzeug, das
mit einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schraubenkopfhalters versehen ist,
beim Einschrauben einer Schraube in ein zu verschraubendes Material,
- Fig. 2
- in schematischer Längsschnittdarstellung den Schraubenkopfhalter gemäß Fig. 1, wobei
eine Halteeinrichtung des Schraubenkopfhalters eine Arbeitsposition einnimmt,
- Fig. 3
- in teilweise abgeschnittener, vergrößerter Längsschnittdarstellung den Schraubenkopfhalter
nach den Fig. 1 und 2, wobei die Halteeinrichtung eine gegenüber Fig. 2 geringfügig
veränderte Arbeitsposition einnimmt,
- Fig. 4
- in teilweise abgeschnittener, vergrößerter Längsschnittdarstellung den Schraubenkopfhalter
nach den Fig. 1 bis 3, wobei ein Halteelement eine Öffnungsstellung einnimmt und die
Halteeinrichtung zeitlich unmittelbar vor einer Verlagerung in eine Freigabeposition
dargestellt ist, und
- Fig. 5
- in einer weiteren schematischen Längsschnittdarstellung den Schraubenkopfhalter nach
den Fig. 1 bis 4 zum Ende des Einschraubens, wobei die Halteeinrichtung die Freigabeposition
einnimmt.
[0019] Gemäß Fig. 1 ist ein handgeführtes Schraubwerkzeug in Form eines elektrisch angetriebenen
Bohrschraubers 1 bei einem Einschrauben einer Schraube 2 in ein zu verschraubendes
Material 3 gezeigt. Der Bohrschrauber 1, der auch als Bohrmaschine bezeichnet werden
kann, weist eine grundsätzlich bekannte Gestaltung auf und ist insoweit unter anderem
mit einem abtriebsseitigen Spannfutter 4 versehen. Bei dem zu verschraubenden Material
3 handelt es sich vorliegend um Holz, wobei die anhand Fig. 1 ersichtliche Formgebung
aus zeichnerischen Gründen stark vereinfacht ist. Beispielsweise kann es sich bei
dem zu verschraubenden Material 3 um ein Werkstück einer aus Holz gefertigten Gebäudekonstruktion
handeln. Die Schraube 2 weist vorliegend eine Gestaltung auf, wie sie im konstruktiven
Holzbau üblicherweise Verwendung findet. Die Schraube 2 weist insoweit einen Schraubenkopf
5 in Form eines Senkkopfs auf, der mit einem Mitnahmeprofil 6 in Form eines Innen-Sechsrunds
ausgebildet ist (Fig. 2). Die Schraube 2 ist für den vorliegenden Verwendungszweck
relativ stark dimensioniert und weist beispielsweise einen Gewindedurchmesser von
10 mm und eine Nennlänge von 400 mm auf. Es versteht sich, dass auch hiervon abweichende
Dimensionen möglich sind. Aufgrund der Dimensionierung der Schraube 2 ist das erforderliche
Einschraubdrehmoment vergleichsweise hoch. Dies bedingt, dass eine hohe Axialkraft
an dem Bohrschrauber 1 aufgebracht werden muss, um eine sichere Drehmomentübertragung
zwischen dem Bohrschrauber 1 und der Vollgewindeschraube 2 zu gewährleisten. Aufgrund
der Gestaltung des Mitnahmeprofils 6 in Form eines Innen-Sechsrunds ist zwar rein
theoretisch keine Axialkraft erforderlich. Aufgrund von in der Praxis stets vorhandenen
Form- und/oder Lageabweichungen des Mitnahmeprofils 6, die insbesondere verschleißbedingt
sein können, ist jedoch stets eine Axialkraftkomponente zur Drehmomentübertragung
erforderlich. Diese Axialkraftkomponente ist umso höher, je größer eine verschleißbedingte
Abnutzung des Mitnahmeprofils 6 ist. Da die Schraube 2 eine große Nennlänge aufweist
und der Einschraubvorgang entsprechend lange dauert, muss die vorbeschriebene Axialkraft
über einen entsprechend langen Zeitraum aufrechterhalten werden. Je nach Anbringungsort
der Verschraubung und der dort vorherrschenden Gegebenheiten kann diese Axialkraft
durch eine Bedienperson des Bohrschraubers 1 nicht ohne weiteres aufgebracht werden.
Kann die erforderliche Axialkraft nicht oder beispielsweise ermüdungsbedingt nicht
mehr aufgebracht werden, führt dies zu einer ungewollten Trennung der Drehmomentübertragung
zwischen dem Bohrschrauber 1 und dem Schraubenkopf 5. Die Drehmomentübertragung wird
üblicherweise mittels eines in das Mitnahmeprofil 6 eingreifenden und drehmomentübertragend
mit dem Bohrschrauber 1 verbundenen Schraubenkopfantriebs in Form eines Bits gewährleistet.
Bei Unterschreiten der erforderlichen Axialkraft springt dieser Bit - vereinfacht
ausgedrückt - aus dem Mitnahmeprofil 6 heraus. Dies kann bekanntermaßen zu einer Beschädigung
des Bits und/oder des Mitnahmeprofils 6 führen. Hierdurch kann die Schraube 2 und/oder
der Schraubenkopfantrieb unbrauchbar werden. Zudem geht mit einem solchen Herausspringen
des Bits ein Unfallrisiko für die Bedienperson einher. Aufgrund der schlagartigen
Drehmomentunterbrechung kann die Bedienperson das Gleichgewicht verlieren, was zu
einem Sturz und Verletzungen führen kann. Um dem entgegenzuwirken, ist ein Schraubenkopfhalter
7 vorgesehen, dessen konstruktive Gestaltung und Funktionsweise nachfolgend anhand
der Fig. 2 bis 5 näher erläutert wird.
[0020] Der Schraubenkopfhalter 7 weist eine Welle 8 auf, die einends einen Verbindungsabschnitt
9 zur Verbindung mit dem Spannfutter 4 des Bohrschraubers 1 und andernends einen Antriebsabschnitt
10 zum Antreiben des Schraubenkopfs 5 aufweist. Der Verbindungsabschnitt 9 ist vorliegend
in Form eines Außensechskantprofils gestaltet, das auf grundsätzlich bekannte Weise
drehfest in das Spannfutter 4 einspannbar ist. Bei einer nicht dargestellten Ausführungsform
ist der Verbindungsabschnitt in Form eines SDS-plus-Profils ausgebildet. Dessen ungeachtet
sind selbstverständlich auch hiervon abweichende Ausgestaltungen des Verbindungsabschnittes
möglich. Der Antriebsabschnitt 10 weist eine axiale Aufnahmeaussparung 11 auf, in
der vorliegend ein Schraubenkopfantrieb 12 in Form eines Bits drehfest aufgenommen
ist. Der Bit 12 greift formschlüssig drehfest in das Innen-Sechsrund-Profil 6 ein.
Weiter weist der Schraubenkopfhalter 7 eine Halteeinrichtung 13 mit wenigstens einem
Halteelement 14 auf. Die Halteeinrichtung 13 ist derart gestaltet, dass das wenigstens
eine Halteelement 14 in Abhängigkeit einer axialen Relativbewegung zwischen der Welle
8 und der Halteeinrichtung 13 relativ zu dem Antriebsabschnitt 10 radial zwischen
einer Haltestellung (Fig. 2, 3) und einer Öffnungsstellung verlagerbar ist (Fig. 4,
5). In der Haltestellung ist der Schraubenkopf 5 axial zwischen dem Antriebsabschnitt
10, genauer: dem Bit 12, und dem Halteelement 14 gehalten. In der Öffnungsstellung
ist das Halteelement 14 radial nach außen verlagert, so dass der Schraubenkopf 5 nach
vorne in Richtung des zu verschraubenden Materials 3 axial freigegeben ist. Zudem
sieht der Schraubenkopfhalter 7 ein Schub- oder Zugglied vor, das vorliegend als Schubglied
15 gestaltet ist. Das Schubglied 15 ist mit der Halteeinrichtung 13 wirkverbunden
und an der Welle 8 abgestützt und bewirkt in einer anhand Fig. 2 ersichtlichen Arbeitsposition
der Halteeinrichtung 13, in der das wenigstens eine Halteelement 14 die Haltestellung
einnimmt, eine Axialkraftbeaufschlagung der Halteeinrichtung nach hinten in Richtung
des Verbindungsabschnitts 9. Nach Erreichen der Öffnungsstellung des Halteelements
14 ist die Halteeinrichtung 13 mittels des Schubglieds 15 ausgehend von der Arbeitsposition
relativ zu der Welle 8 nach hinten in eine Freigabeposition verlagerbar (Fig. 5).
In der Freigabeposition ragt der Antriebsabschnitt 10 axial nach vorne überstehend
aus der Halteeinrichtung 13 heraus. Dadurch sind der Schraubenkopf 5 und eine betreffende
Einschraubstelle 16 an dem Material 3 zum Ende des Einschraubvorgangs, wie er anhand
Fig. 5 ersichtlich ist, durch die Bedienperson in verbesserter Weise einsehbar. Dies
bewirkt, dass die Bedienperson eine erforderliche Versenktiefe des Schraubenkopfs
5 visuell überprüfen kann, ohne dass hierfür der Einschraubvorgang unterbrochen und
der Schraubenkopfhalter 7 von der Einschraubstelle 16 zurückgezogen werden müsste.
Vorliegend überragt der Antriebsabschnitt 10 mit samt des Bits 12 die Halteeinrichtung
13 axial nach vorne überstehend um etwa die Hälfte der axialen Länge der Halteeinrichtung
13. Dadurch ist eine besonders gute Einsehbarkeit der Einschraubstelle 16 durch die
Bedienperson gewährleistet.
[0021] Zudem ist wenigstens ein Arretierelement 19 vorgesehen, das in Abhängigkeit einer
axialen Relativbewegung zwischen der Halteeinrichtung 13 und der Welle 8 in einer
an der Welle 8 verriegelte erste Arretierposition verlagerbar ist, in der die Halteeinrichtung
13 mittels des Arretierelements 19 lösbar axialfest mit der Welle 8 verbunden ist.
Somit ist die Halteeinrichtung 13 in der Arbeitsposition gegenüber der Welle 8 axialgesichert.
[0022] Vorliegend weist die Halteeinrichtung 13 eine auf der Welle 8 gelagerte und mittels
des Schubglieds 15 axialkraftbeaufschlagte Innenhülse 18 und eine auf der Innenhülse
18 gelagerte Außenhülse 17 auf. In der anhand Fig. 2 ersichtlichen Arbeitsposition
ist die Innenhülse 18 mittels des Arretierelements 19 lösbar axialfest mit der Welle
8 verbunden. Dabei ist die Außenhülse 17 mittels eines Federelements 20 axial federbeweglich
an der Innenhülse 18 abgestützt. Die Innenhülse 18, die Außenhülse 17, das Schubglied
15 sowie das Federelement 20 sind jeweils koaxial zu der Welle 8 orientiert. Das Schubglied
15 ist vorliegend in Form einer Schraubenfeder aus Metall gefertigt und einends nach
vorne an einem nicht näher bezeichneten radialen Wellenabsatz der Welle 8 und andernends
nach hinten an einem nicht näher bezeichneten Radialbund der Innenhülse 18 abgestützt.
In der anhand Fig. 2 ersichtlichen Arbeitsposition ist die Innenhülse somit in Richtung
des Verbindungsabschnitts 9 axialkraftbeaufschlagt vorgespannt. Zur radialen Führung
des Arretierelements 19, das vorliegend kugelförmig gestaltet ist, weist die Innenhülse
18 eine Führungsaussparung 21 auf. Das Arretierelement 19 ist in axialer Richtung
relativ zu der Innenhülse 18 in der Führungsaussparung 21 festgelegt. In der Arbeitsposition
ist das Arretierelement 19 radial nach außen an einem zylindrischen Innenwandabschnitt
22 der Außenhülse 17 abgestützt. Radial innenliegend greift das Arretierelement axial
formschlüssig in eine Wellenprofilierung 23 in Form einer umlaufend an der Welle 8
ausgebildeten Radialnut ein. Auf diese Weise ist die Innenhülse 18 axial fest mit
der Welle 8 verbunden. Das Arretierelement 19 nimmt hierbei die erste Arretierposition
ein. Im Gegensatz zu der Innenhülse 18 ist die Außenhülse 17 in der Arbeitsposition
aufgrund der federbeweglichen Abstützung mittels des Federelements 20 an der Innenhülse
18 relativ zu der Welle 8 anschlagbegrenzt axial beweglich. Das Federelement 20 ist
vorliegend eine auf Druck beanspruchte Schraubenfeder. Das Federelement 20 ist einends
nach vorne an einem nicht näher bezeichneten Radialbund der Außenhülse 17 und andernends
nach hinten an einem an der Innenhülse 18 festgelegten Axialsicherungsring 24 abgestützt.
Dadurch ist die Außenhülse 17 relativ zu der Innenhülse 18 und damit relativ zu der
Welle 8 nach vorne axialkraftbeaufschlagt. Die Außenhülse 17 weist einen radial nach
innen abragenden Anschlagbund 25 auf. Die Innenhülse 18 weist einen dem Anschlagbund
25 zugeordneten, radial nach außen abragenden Gegenanschlagbund 26 auf. In der anhand
Fig. 2 ersichtlichen Arbeitsposition sind der Anschlagbund 25 und der Gegenanschlagbund
26 axial gegeneinander angestellt. Hierdurch ist eine vordere Endlage der Außenhülse
17 relativ zu der Innenhülse 18 definiert. An einem der wenigstens einen Führungsaussparung
21 abgewandten Stirnendbereich weist die Innenhülse 18 wenigstens eine Radialbohrung
27 auf, in der das wenigstens eine vorliegend kugelförmig gestaltete Halteelement
14 radial geführt und axial relativ zu der Innenhülse 18 festgelegt ist. Die Außenhülse
17 weist einen dem wenigstens einen Halteelement 14 zugeordneten Innenkonus 28 auf.
Der Innenkonus 28 ist koaxial zu der Welle 8 orientiert und nach vorne aufgeweitet.
In der Arbeitsposition (Fig. 2) ist das wenigstens eine Halteelement 14 radial nach
außen an dem Innenkonus 28 abgestützt. Auf diese Weise ist das wenigstens eine Halteelement
14 mittels einer axialen Relativbewegung zwischen der Außenhülse 17 und der Innenhülse
18 in radialer Richtung anstellbar und somit zwischen der Haltestellung (Fig. 2) und
der Öffnungsstellung verlagerbar (Fig. 4, 5).
[0023] Vorliegend sind jeweils mehrere kugelförmige Arretierelemente 19 und kugelförmige
Halteelemente 14 vorgesehen. Diese sind auf nicht näher ersichtliche Weise in Umfangsrichtung
der Innenhülse 18 gleich beabstandet zueinander versetzt angeordnet, so dass jeweils
eine Art Kugelring gebildet ist. Zur radialen Führung der Arretierelemente 19 und
der Halteelemente 14 sind dementsprechend jeweils auch mehrere Führungsaussparungen
21 und Radialbohrungen 27 vorgesehen. Als besonders vorteilhaft hat sich erwiesen,
wenn drei in Umfangsrichtung um jeweils 120° versetzt angeordnete Arretierelemente
19 bzw. Halteelemente 14 vorgesehen sind. Zur vereinfachten Beschreibung wird nachfolgend
dennoch weiterhin auf wenigstens ein Arretierelement 19 und wenigstens ein Halteelement
14 Bezug genommen.
[0024] Die Funktionsweise des Schraubenkopfhalters 7 während des Einschraubvorgangs wird
nachfolgend weiter ausgehend von der anhand Fig. 2 ersichtlichen Arbeitsposition erläutert.
In dieser ist der Schraubenkopf 5 axial gehalten und radial zentriert. Zum Einschrauben
der Schraube 2 in die Einschraubstelle 16 (Fig. 5) wird der Bohrschrauber 1 zusammen
mit dem Schraubenkopfhalter 7 und der daran gehaltenen Schraube 2 entsprechend positioniert
und ausgerichtet und zur Aufbringung des erforderlichen Einschraubdrehmoments in Betrieb
genommen. Das Einschraubdrehmoment wird ausgehend von dem Spannfutter 4 über den Verbindungsabschnitt
9 durch die Welle 8 auf den drehfest in der Aufnahmeaussparung 11 montierten Bit 12
übertragen, der wiederum drehmomentfest formschlüssig in das Mitnahmeprofil 6 eingreift.
Hierbei bringt die Bedienperson ein dem Einschraubdrehmoment betragsmäßig entsprechendes
Gegenmoment an dem Bohrschrauber 1 auf. Das Aufbringen einer Axialkraft ist hingegen
nicht zwingend erforderlich, da der Schraubenkopf 5 auf die vorbeschriebene Weise
axial an dem Bit 12 gehalten ist. Aufgrund der derart bewirkten Drehbewegung der Schraube
bewegt sich diese axial in die Einschraubstelle 16 hinein, wobei der Schraubenkopfhalter
7 zusammen mit dem Bohrschrauber 1 aufgrund der axialen Halterung des Schraubenkopfes
5 zwangsweise nachgeführt wird.
[0025] Insbesondere aufgrund einer unerwünschten Krafteinwirkung kann es bei dem vorbeschriebenen
Einschraubvorgang zu einer ungewollten axialen Relativbewegung zwischen der Innenhülse
18 und der Außenhülse 17 kommen (Fig. 3). Um zu vermeiden, dass hierbei das wenigstens
eine Halteelement 14 über den Innenkonus 28 radial nach außen in die Öffnungsstellung
verlagert und der Schraubenkopf 5 unbeabsichtigt freigegeben wird, weist die Außenhülse
17 eine zylindrische Innenstützfläche 29 auf. Die Innenstützfläche 29 ist dem wenigstens
einen Halteelement 14 zugeordnet und grenzt axial an den Innenkonus 28 an. Aufgrund
der zylindrischen Gestaltung der Innenstützfläche 29 erfährt das wenigstens eine Halteelement
14 bei einer Relativbewegung gegenüber der Innenstützfläche 29 keine radiale Zustellung.
Hierdurch wird einem ungewollten Freigeben des Schraubenkopfs 5 aufgrund einer ungewollten
Krafteinwirkung entgegengewirkt. Eine solche ungewollte Krafteinwirkung kann beispielsweise
auftreten, wenn Fluchtungsfehler zwischen Schraube und Schraubenkopfhalter eine Walkbewegung
zwischen diesen beiden Komponenten hervorrufen.
[0026] Wird der Einschraubvorgang fortgesetzt, gelangt der vordere Stirnendbereich der Außenhülse
17 zur Anlage an dem zu verschraubenden Material 3. Eine weitere axiale Bewegung der
Außenhülse 17 gemeinsam mit der Innenhülse 18 und der Welle 8 ist hierdurch unterbunden.
Im weiteren Verlauf bewegt sich die Welle 8 gemeinsam mit der mittels des wenigstens
einen Arretierelements 19 axial fest verbundenen Innenhülse 18 axial nach vorne durch
die an dem Material 3 anstehende Außenhülse 17. Aufgrund dieser Relativbewegung zwischen
der Innenhülse 18 und der Außenhülse 17 wird das wenigstens eine Halteelement 14 axial
in Richtung einer an der Außenhülse 17 ausgebildeten Fangnut 30 verlagert. Die Fangnut
30 grenzt axial an die Innenstützfläche 29 an und ist gegenüber dieser radial nach
außen abgesetzt und umlaufend ausgebildet. Entsprechend wird das wenigstens eine Arretierelement
19 relativ zu der Außenhülse 17 entlang der Stützfläche 22 axial in Richtung einer
Hülsenprofilierung 31 bewegt. Die Hülsenprofilierung 31 ist vorliegend in Form einer
umlaufenden Radialnut an der Innenwandung der Außenhülse 17 ausgebildet. Wird der
Einschraubvorgang fortgesetzt, weicht das wenigstens eine Halteelement 14 radial nach
außen in die Fangnut 30 aus, wodurch der Schraubenkopf 5 axial nach vorne freigegeben
wird. Zudem weicht das wenigstens eine Arretierelement 19 ausgehend von der Wellenprofilierung
23 radial nach außen in die Hülsenprofilierung 31 aus. Diese Situation ist anhand
Fig. 4 verdeutlicht. Aufgrund der nunmehr nicht vorhandenen axialfesten Verbindung
zwischen der Innenhülse 18 und der Welle 8 bewirkt die Axialkraftbeaufschlagung des
Schubglieds 15 eine Verlagerung der Innenhülse 18 in Richtung des Verbindungsabschnitts
9. Da die Innenhülse 18 nunmehr mittels des wenigstens einen Arretierelements axial
formschlüssig über die Hülsenprofilierung 31 mit der Außenhülse 17 verbunden ist,
wird letztere zwangsgeführt in Richtung des Verbindungsabschnitts 9 nach hinten mitgenommen.
Dies bewirkt, dass die Halteeinrichtung 13 in die anhand Fig. 5 ersichtliche Freigabeposition
verlagert wird. In dieser steht die Innenhülse 18 axial an einem an der Welle ausgebildeten
Anschlag 32 an, der in Form eines Axialsicherungsrings ausgebildet sein kann.
[0027] Infolge der auf diese Weise in die Freigabeposition verlagerten Halteeinrichtung
13 kann der Einschraubvorgang unter visueller Kontrolle der Einschraubstelle 16 abgeschlossen
werden. Insbesondere kann hierbei eine erforderliche Versenktiefe des Schraubenkopfs
5 in dem Material 3 überprüft werden, ohne dass hierzu der Einschraubvorgang unterbrochen
werden müsste.
[0028] Um nach Beendigung des Einschraubvorgangs eine weitere Schraube einzuschrauben, wird
der Bohrschrauber 1 zusammen mit dem Schraubenkopfhalter 7 ausgehend von der anhand
Fig. 5 ersichtlichen Situation von der Einschraubstelle 16 zurückgezogen. Die weitere
Schraube wird auf übliche Weise axial an den Bit 12 angesetzt. Zur Halterung der weiteren
Schraube greift die Bedienperson die Außenhülse 17 und bewegt diese manuell axial
nach vorne. Aufgrund der in der Freigabeposition (Fig. 5) vorhandenen axialen Verriegelung
zwischen der Innenhülse 18 und der Außenhülse 17 wird die Innenhülse hierbei zwangsgeführt
nach vorne mitgenommen und das Schubglied 15 wird gespannt. Das wenigstens eine Arretierelement
19 wird hierbei relativ zu der Welle 8 in Richtung der Wellenprofilierung 23 verschoben
und greift in diese ein. Das Arretierelement 19 nimmt nunmehr die erste Arretierposition
ein. Dies bewirkt wiederum eine lösbar axialfeste Verbindung der Innenhülse 18 mit
der Welle 8. Gleichzeitig wird hierbei die Arretierung zwischen der Innenhülse 18
und der Außenhülse 17 gelöst, so dass letztere aufgrund der mittels des Federelements
20 bewirkten Federvorspannung relativ zu der Innenhülse 18 axial nach vorne bewegt
wird. Aufgrund dieser Relativbewegung gelangt das wenigstens eine Halteelement 14
ausgehend von der Fangnut 30 zur Anlage an dem Innenkonus 28 und wird hierdurch radial
nach innen angestellt, was eine Halterung des Schraubenkopfs der weiteren Schraube
bewirkt. Die Halteeinrichtung 13 nimmt nunmehr wieder die Arbeitsposition (Fig. 2)
ein.
[0029] Insbesondere um eine verbesserte Anpassbarkeit an unterschiedliche Schraubenkopfformen
oder toleranzbedingte Abweichungen innerhalb einer Schraubenkopfform zu ermöglichen,
weist der Schraubenkopfhalter 7 ein Positionierelement 33 auf. Das Positionierelement
33 ist der Aufnahmeaussparung 11 zugeordnet und dient einer axialen Positionierung
des Bits 12. Vorliegend ist das Positionierelement 33 in Form eines Gewindestifts
ausgebildet, der in eine sich axial an die Aufnahmeaussparung 11 anschließende Gewindebohrung
eingeschraubt ist. Hierdurch ist die axiale Positionierung des Bits 12 relativ zu
der Welle 8 in Abhängigkeit der Einschraubtiefe des Positionierelements 33 einstellbar.
1. Schraubenkopfhalter (7) für ein handgeführtes Schraubwerkzeug (1) mit
- einer Welle (8), die einends einen Verbindungsabschnitt (9) zur Verbindung mit einem
Abtrieb (4) des Schraubwerkzeugs (1) und andernends einen Antriebsabschnitt (10) zum
Antreiben eines Schraubenkopfs (5) aufweist, und
- einer auf der Welle (8) gelagerten Halteeinrichtung (13) mit wenigstens einem Halteelement
(14),
- wobei die Halteeinrichtung (13) derart gestaltet ist, dass das wenigstens eine Halteelement
(14) in Abhängigkeit einer axialen Relativbewegung zwischen der Welle (8) und der
Halteeinrichtung (13) relativ zu dem Antriebsabschnitt (10) radial verlagerbar ist
zwischen einer Haltestellung, in der der Schraubenkopf (5) axial zwischen dem Antriebsabschnitt
(10) und dem Halteelement (14) gehalten ist, und einer Öffnungsstellung, in der das
Halteelement (14) den Schraubenkopf (5) axial freigibt,
- dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Arretierelement (19) vorgesehen ist, das in Abhängigkeit einer axialen
Relativbewegung zwischen der Halteeinrichtung (13) und der Welle (8) in eine an der
Welle (8) verriegelte erste Arretierposition verlagerbar ist, in der die Halteeinrichtung
(13) mittels des Arretierelements (19) lösbar axialfest mit der Welle (8) verbunden
ist und somit eine axialgesicherte Arbeitsposition einnimmt.
2. Schraubenkopfhalter (7) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Halteelement (14) in Abhängigkeit der Position des wenigstens
einen Arretierelements (19) zwischen der Öffnungsstellung und der Haltestellung verlagerbar
ist.
3. Schraubenkopfhalter (7) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung (13) eine auf der Welle (8) gelagerte Innenhülse (18) und eine
auf der Innenhülse (18) gelagerte Außenhülse (17) aufweist, wobei das wenigstens eine
Arretierelement (19) radial zwischen der Innenhülse (18) und der Außenhülse (17) und/oder
der Welle (8) und der Außenhülse (17) angeordnet ist.
4. Schraubenkopfhalter (7) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der Arbeitsposition die Innenhülse (18) mittels des Arretierelements (19) lösbar
axialfest mit der Welle (8) verbunden ist, insbesondere wobei die Außenhülse (17)
mittels eines Federelements (20) axial federbeweglich an der Innenhülse (18) abgestützt
ist.
5. Schraubenkopfhalter (7) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Freigabeposition die Innenhülse (18) und die Außenhülse (17) mittels des
Arretierelements (19) lösbar axialfest miteinander verbunden sind, wobei die Innenhülse
(18) relativ zu der Welle (8) axial freigegeben ist.
6. Schraubenkopfhalter (7) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierelement (19) in einer Führungsaussparung (21) der Innenhülse (18) radial
geführt ist, wobei das Arretierelement (19) in der ersten Arretierposition radial
nach innen verlagert ist und axial formschlüssig mit einer Wellenprofilierung (23)
der Welle (8) zusammenwirkt und/oder in einer radial nach außen verlagerten zweiten
Arretierposition axial formschlüssig mit einer Hülsenprofilierung (31) der Außenhülse
(17) zusammenwirkt.
7. Schraubenkopfhalter (7) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierelement (19) ausgehend von der ersten Arretierposition mittels einer
axialen Relativbewegung zwischen der Innenhülse (18) und der Außenhülse (17) in die
zweite Arretierposition verlagerbar ist.
8. Schraubenkopfhalter (7) nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierelement (19) ausgehend von der zweiten Arretierposition mittels einer
axialen Relativbewegung zwischen der Welle (8) und der Außenhülse (17) in die erste
Arretierposition verlagerbar ist.
9. Schraubenkopfhalter (7) nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Halteelement in Form einer Kugel (14) ausgebildet ist, die in
einer Radialbohrung (27) der Innenhülse (18) geführt und an einem an der Außenhülse
(17) ausgebildeten Innenkonus (28) radial abgestützt ist.
10. Schraubenkopfhalter (7) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenhülse (17) eine axial an den Innenkonus (28) angrenzende und der wenigstens
einen Kugel (14) zugeordnete zylindrische und radial orientierte Innenstützfläche
(29) aufweist.
11. Schraubenkopfhalter (7) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsabschnitt (10) eine axiale Aufnahmeaussparung (11) aufweist, die zur
drehfesten Aufnahme eines Schraubenkopfantriebs (12) vorgesehen ist, wobei der Aufnahmeaussparung
(11) ein Positionierelement (33) zugeordnet ist, mittels dessen eine axiale Position
des Schraubenkopfantriebs (12) relativ zu der Welle (8) einstellbar ist.
12. Schraubenkopfhalter (7) nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein mit der Halteeinrichtung (13) wirkverbundenes Schub- oder Zugglied (15) vorgesehen
ist, mittels dessen die Halteeinrichtung (13) nach Erreichen der Öffnungsstellung
ausgehend von einer lösbar axialfest mit der Welle verbundenen Arbeitsposition relativ
zu der Welle (8) in Richtung des Verbindungsabschnitts (9) in eine Freigabeposition
axialkraftbeaufschlagt verlagerbar ist, in der der Antriebsabschnitt (10) axial nach
vorne überstehend aus der Halteeinrichtung (13) herausragt.
13. Schraubenkopfhalter (7) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (8) wenigstens im Bereich des Antriebsabschnitts (10) einen maximalen Außendurchmesser
aufweist, der kleiner ist als der maximale Durchmesser des anzutreibenden Schraubenkopfs
(5).