[0001] Die Erfindung betrifft eine Befestigungsanordnung zum Verspannen von Befestigungsmitteln
mit mindestens einer Verdrehsicherung, ein Befestigungsmittel zur Verspannung mittels
einer Befestigungsanordnung, eine Verdrehsicherung, die Verwendung einer Befestigungsanordnung
zum Verspannen von Befestigungsmitteln, und ein Verfahren zum Verspannen von Befestigungsmitteln
mittels einer Befestigungsanordnung.
[0002] Zum Verspannen von Befestigungsmitteln sind Spannvorrichtungen bekannt. Bolzen, Schrauben,
Muttern und Ähnliches, die verbindend an zwei Flanschen befestigt werden sollen, beispielsweise
bei einer industriellen Herstellung von Anlagen, wie z.B. Windkraftanlagen, werden
mit einer Spannvorrichtung an den Flanschen verspannt. Hierfür wird eine Schraube
zumeist mit Hand oder mittels eines kleinen Drehmoments vorinstalliert. Durch diese
erste Montage ist ein Halten der Flansche aufeinander möglich und der weitere Aufbau
der Anlage kann erfolgen. Beim anschließenden weiteren Verspannen der Schraubverbindung
mittels Spannvorrichtung besteht die Gefahr, dass sich die vorinstallierte Schraube
mitdreht. Hierdurch kann die Schraube beispielsweise ungewollt aus einer Mutter ganz
oder teilweise wieder herausgeschraubt werden. Der sogenannte Bolzenüberstand oder
Gewindeüberstand, über den die Schraube über der Mutter herausragt, ist dann nicht
mehr ausreichend, um durch die Spannvorrichtung eine bestimmte Kraft auf die Schaube
und Mutterverbindung anzubringen, da nicht mehr genügend Gewinde im Eingriff ist.
Dies kann zu lebensgefährlichen Zuständen durch Abriss des Befestigungsmittels führen.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine verbesserte Befestigungsanordnung zum Verspannen
von Befestigungsmitteln bereitzustellen, die eine verdrehsichere Fixierung des jeweiligen
Befestigungsmittels für ein Verspannen der Befestigungsmittel ermöglicht.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mittels einer Befestigungsanordnung zum Verspannen
von Befestigungsmitteln mindestens umfassend eine Verdrehsicherung, wobei die Verdrehsicherung
anordenbar in einer Spannvorrichtung ist, und die Verdrehsicherung eine Längserstreckung
in Richtung einer Längsachse und einen oberen Endbereich mit einer oberen Stirnseite,
einen Mittelbereich und einen unteren Endbereich mit einer unteren Stirnseite aufweist,
wobei der obere Endbereich und der untere Endbereich jeweils einen Endbereich der
Längserstreckung bilden und zwischen dem oberen Endbereich und dem unteren Endbereich
der Mittelbereich angeordnet ist, wobei der obere Endbereich derart ausgebildet ist,
dass die Verdrehsicherung mittels einer anordenbaren Spannvorrichtung zumindest rotatorisch
fixierbar und der untere Endbereich derart ausgebildet ist, dass ein anordenbarer
Bolzen zumindest rotatorisch fixierbar ist. Im Sinne der Erfindung wird unter einer
rotatorischen Fixierung eines Bauteils eine Halterung verstanden, wobei eine Drehung
um eine Körperachse des Bauteils, bevorzugt eine Längsachse desselben, verhindert
ist. Die erfindungsgemäße Befestigungsanordnung umfasst vorzugsweise weiterhin eine
Spannvorrichtung.
[0005] Befestigungsmittel können Schrauben, Muttern, Bolzen, und Ähnliches sein. Unter Befestigungsmitteln
in Sinne der Erfindung wird bevorzugt ein Bolzensystem verstanden. Ein Bolzensystem
kann mehrere, insbesondere komplementäre, Befestigungsmittel umfassen, beispielsweise
eine Schraube und eine Mutter. Das Bolzensystem umfasst beispielsweise zumindest einen
Bolzen, eine Mutter und ein Widerlager. Das Widerlager ist in einer Ausführungsform
als Schraubenkopf ausgebildet, der unmittelbar mit dem Bolzenmaterial verbunden ist.
Der Bolzen kann dann als Schraube angesprochen werden. Das Bolzensystem besteht dann
aus einem als Schraube ausgebildeten Bolzen und einer Mutter. Unterlegscheiben können
stets vorgehen sein, die als Teil des Widerlagers angesprochen werden können. In einer
weiteren Ausführungsform umfasst das Widerlager zumindest eine Gegenmutter. Das Bozensystem
kann aus einer Mutter, einer Gegenmutter und einem Bolzen bestehen. Weiterhin kann
das Bolzensystem in einer Ausführungsform zumindest eine, bevorzugt zwei Unterlegscheiben
aufweisen. Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass die Mutter ein Mutterinnengewinde
aufweist, das dem Außengewinde des Bolzens entspricht. Der Bolzen ist insbesondere
ein Gewindebolzen, dessen Außengewinde mit dem Innengewinde der Mutter und gegebenenfalls
der Gegenmutter korrespondiert. Unter Befestigungsmitteln in Sinne der Erfindung wird
auch ein Bolzensystem mit Aufnahmevorrichtung verstanden. Die sogenannte Aufnahmevorrichtung
ist bevorzugt eine Flanschverbindung, die mindestens zwei Flanschelemente beziehungsweise
Flansche umfasst.
[0006] Die Verdrehsicherung ist vorzugsweise stabförmig. Die Verdrehsicherung ist besonders
bevorzugt in Richtung der Längserstreckung der Verdrehversicherung im Wesentlichen
stabförmig ausgebildet. Die Verdrehsicherung ist vorzugsweise aus Vollmaterial, besonders
bevorzugt aus Metall, ausgebildet. Die Verdrehsicherung ist vorzugsweise mittels eines
Dreh-und/oder Fräsverfahrens herstellbar.
[0007] Im Mittelbereich ist die Verdrehsicherung vorzugsweise zylinderförmig ausgebildet.
Im Mittelbereich kann die Verdrehsicherung zumindest eine radial umlaufende Nut aufweisen.
Die Nut ist vorzugsweise näher zum oberen Endbereich als zum unteren Endbereich angeordnet.
Bei einer Anordnung in der unteren Zugeinheit einer Spannvorrichtung kann die Nut
aber auch näher zum unteren Endbreich angeordnet sein. In der Nut kann ein Sicherungsring
für eine Sicherungsscheibe angeordnet werden.
[0008] Die erfindungsgemäße Verdrehsicherung kann durch eine beispielsweise, in Bezug auf
einen anordenbaren Bolzen, komplementäre Ausbildung des unteren Endbereichs eine rotatorische
Fixierung des Bolzen mittels Form- und/oder Kraftschluss realisieren. Die erfindungsgemäße
Verdrehsicherung kann durch eine spezielle Ausbildung des obere Endbereichs, beispielsweise
mittels Form- und/oder Kraftschluss, in oder an einer Spannvorrichtung rotatorisch
fixiert werden.
[0009] Beispielsweise können der obere und/oder der untere Endbereich der Verdrehsicherung
zumindest in Teilbereichen eine Form aufweisen, die mehrkantig ausgebildet ist. Bevorzugt
ist der obere und/oder der untere Endbereich der Verdrehsicherung zumindest teilweise
als Vierkant oder Sechskant ausgebildet. Der obere und der untere Endbereich können
gleich oder unterschiedlich ausgebildet sein in Bezug auf Ihre Mehrkantigkeit. Die
Verdrehsicherung kann jedoch auch durchgängig als Mehrkant, beispielsweise als Vierkantstab
oder Sechskantstab, ausgebildet sein.
[0010] Die Verdrehsicherung weist bevorzugt einen oberen Endbereich mit einer oberen Stirnseite
auf. Die Verdrehsicherung weist bevorzugt einen unteren Endbereich mit einer unteren
Stirnseite auf. Die Stirnseiten können jeweils vorzugsweise mehrkantig, bevorzugt
vier- oder sechseckig, ausgebildet sein.
[0011] Der obere und/oder der untere Endbereich der Verdrehsicherung können zumindest in
Teilbereichen als Steckschlüssel beziehungsweise Stecknuss und/oder als Stiftschlüssel
ausgebildet sein.
[0012] Der obere Endbereich und/oder untere Endbereich kann mehrstufig ausgebildet sein
und verschiedene Querschnitte umfassen. Beispielsweise kann der obere Endbereich die
Form eines Vierkants aufweisen, wobei angrenzend an die vierkantige Form ein zylindrisches
Teilstück ausgebildet ist, das einen geringeren Durchmesser als das Mittelstück aufweist,
und der untere Endbereich kann beispielsweise sechskantig ausgebildet sein.
[0013] Der anordenbare Bolzen und/oder die anordenbare Spannvorrichtung weisen bevorzugt
jeweils eine entsprechend annähernd gegensätzliche Form auf. In oder an dieser komplemtär
ausgebildeten Form ist der obere und/oder der untere Endbereich der Verdrehsicherung
anordenbar. Beim anordenbaren Bolzen ist die gegensätzliche Form bevorzugt im Bereich
einer Stirnseite des Bolzens ausgebildet. Bei der Spannvorrichtung kann die gegensätzliche
Form beispielsweise auf einem Deckelteil und/oder einen Adapter der Spannvorrichtung
ausgebildet sein, bevorzugt in dem Deckteil. Möglich wäre aber auch eine gegensätzlich
Form in einer unteren Zugeinheit der Spannvorrichtung. Der anordenbare Bolzen und/oder
die anordenbare Spannvorrichtung weisen vorzugsweise eine zumindest teilweise zum
oberen und/oder unteren Endbereich der Verdrehsicherung komplementär ausgebildete
Aussparung oder Durchgangsöffnung auf. Der anordenbare Bolzen und/oder die anordenbare
Spannvorrichtung können beispielsweise eine quaderförmige oder wabenförmige Aussparung
aufweisen. Der anordenbare Bolzen kann bevorzugt eine Vier- oder Sechskant(sack)bohrung
oder -ausnehmung im Bereich einer Stirnseite desselben aufweisen. Die Spannvorrichtung
weist bevorzugt eine Vier- oder Sechskantbohrung, bevorzugt im Bereich eines Deckelteils
desselben, bevorzugt eine durchgängige Bohrung, auf. Dementsprechend weist die Verdrehsicherung
im oberen und im unteren Endbreich mit der oberen und unteren Stirnseite komplemetär
ausgebildete Teilbereiche mit einer vierkantigen oder sechskantigen Außenkontur auf.
Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass die Verdrehsicherung eine vierkantige oder
sechskantige Ausnehmung in ihrem unteren Endbereich aufweist. Dann ist eine hierzu
komplemtär ausgebildetete Kontur im anordenbaren Bolzen in Form eines vierkantigen
oder sechskantigen Vorsprungs ähnlich dem Endbereich eines Stiftschlüssels vorhanden.
[0014] Die Befestigungsanordnung umfasst zur Aufnahme der Verdrehsicherung vorzugsweise
zumindest einen Innenraum. Der Innenraum kann als Schacht beziehungsweise Kanal, der
insbesondere zylindrich ausgebildet sein kann, in der Befestigungsanordnung beziehungsweise
der Spannvorrichtung ausgebildet sein. Die Verdrehsicherung ist vorzugsweise verschiebbar
in dem Innenraum anordenbar. Verdrehsicherung ist vorzugweise ganz oder teilweise
in dem Innenraum angeordnet.
[0015] Die Befestigungsanordnung umfasst vorzugsweise zumindest eine Befestigungseinheit.
Die Befestigungseinheit ist vorzugsweise zum automatisierten Verspannen von Befestigungsmitteln
ausgebildet. Die Befestigungseinheit weist vorzugsweise ein bestimmbares Drehmoment
auf, mit welchem die Befestigungsmittel verspannt werden. Die Befestigungseinheit
umfasst vorzugsweise zumindest eine Antriebsnuss zum Eingriff mit einer Mutter oder
in Ausnehmungen einer Mutter und zum anschließenden Festdrehen der Mutter.
[0016] Die Spannvorrichtung weist bevorzugt ein Gehäuse mit einem Innenraum auf. Die Spannvorrichtung
weist bevorzugt zumindest ein Deckelteil und/oder einen Adapter zur Fixierung der
Verdrehsicherung auf. Das Deckelteil und/oder der Adapter weist bevorzugt eine entsprechend
gegensätzliche beziehungsweise komplementäre Form zur Form des oberen Endbereiches
der Verdrehsicherung auf. Das Deckelteil und/oder der Adapter können vorzugsweise
eine komplementäre zur Form des oberen Endbereiches der Verdrehsicherung ausgebildete
Aussparung und/oder Durchgangsöffnung aufweisen. Am Deckelteil der Spannvorrichtung
ist vorzugswiese mittig, weiter bevorzugt in einer Längsrichtung der Spannvorrichtung
unterhalb des Decketeils, der Adapter angeordnet. Der Adapter weist vorzugsweise eine
Adapterausnehmung für die Verdrehsicherung und bevorzugt auch ein Federelement auf.
Das Gehäuse mit dem Deckelteil weist vorzugsweise im Wesentlichen eine offene Seite
auf, die zur teilweisen Aufnahme des anordenbaren Bolzens ausgebildet ist. Der Bolzenüberstand
ist vorzugsweise im Bereich des Deckelteils oder in einem darüber angeordneten Bereich,
der von einer Kappe bedeckt ist, ermittelbar. Das Deckelteil, die Kappe und/oder der
Adapter weisen bevorzugt eine Durchgangsöffnung für die Verdrehsicherung auf.
[0017] Die Spannvorrichtung umfasst vorzugsweise zumindest eine Zugeinheit zur Längung des
Befestigungsmittels. Die Zugeinheit weist ein Zugeinheitsinnengewinde zum Eingriff
in das entsprechende Bolzenaußengewinde eines Bolzens im Bereich des Bolzenüberstands
auf. Die Zugeinheit ist vorzugsweise in dem zumindest einen Innenraum der Spannvorrichtung
angeordnet. Zur Aufnahme der Verdrehsicherung weist die Zugeinheit, vorzugsweise in
Richtung der Längserstreckung der Spannvorrichtung, zumindest eine Sicherungsausnehmung
auf, die durch die Zugeinheit hindurch verläuft. Die Verdrehsicherung ist vorzugsweise
zumindest mit einem Teilbereich des Mittelbereiches in der Sicherungsausnehmung angeordnet.
[0018] Die Verdrehsicherung ist vorzugsweise derart ausgebildet oder in der Befestigungsanordnung
gelagert, dass mit der Verdrehsicherung ein Bolzenüberstand (lu) messbar ist. Beispielsweise
ist die Verdrehsicherung vorzugsweise derart verschiebbar in der Befestigunganorndung
beziehungsweise der Spannvorrichtung gelagert, dass beispielsweise beim Verspannen
die Verdrehsicherung durch den anordenbaren Bolzen nach oben und/oder zumindest teilweise
aus der Befestigungsanordnung herausgedrückt wird, wobei durch die Verlagerung der
Verdrehsicherung in der Befestigungsanordnung der Bolzenüberstand (lu) messbar oder
ableitbar wird. Der obere Endbereich der Verdrehsicherung kann zumindest eine Markierung
umfassen, die beispielsweise zeigt, ob ein ausreichender Bolzenüberstand vorliegt.
Die Markierung kann ein Farbmarkierung sein.
[0019] Zur Bestimmung des Bolzenüberstandes (lu) kann die Befestigungsanordnung eine Hülse
umfassen, mit der der Bolzenüberstand (lu) messbar ist. Die Hülse ist vorzugsweise
um die Verdrehsicherung herum angeordnet. Die Hülse wird vorzugsweise in Anlage mit
der Stirnseite des anordenbaren Bolzens gebracht. Die Verdrehsicherung ist im Innenraum
der Hülse anordenbar. Die Hülse ist vorzugsweise derart verschiebbar in der Befestigunganordnung
beziehungsweise der Spannvorrichtung gelagert, dass beispielsweise beim Verspannen
die Hülse durch den anordenbaren Bolzen beziehungsweise dessen Stirnseite nach oben
und/oder zumindest teilweise aus der Befestigungsanordnung herausgedrückt wird, wobei
die Verlagerung der Hülse in der Befestigungseinrichtung in der Bolzenüberstand (lu)
messbar oder ableitbar wird. Gefährliche Betriebszustände, die bei einem mangelhaften
Eingriff der Zugeinheit mit dem Bolzen auftreten, hervorgerufen durch Toleranzen der
Bolzen und Flansche als auch der Spalte zwischen diesen, werden durch die Vorsehen
einer Bestimmung des Bolzenüberstandes vermieden.
[0020] Die Befestigungsanordnung umfasst vorzugsweise mindestens ein Federelement, das zumindest
in Teilbereichen um die Verdrehsicherung herum angeordnet ist. Durch ein erstes Federelement
kann beim Verspannen die Verdrehsicherung gegen die Stirnseite des anordenbaren Bolzens
gedrückt werden, damit die Verdrehsicherung und der Bolzen, ggf. nach einer Drehungbewegung
der Verdrehsicherung, verrasten. Das erste Federelement steht in Wirkverbindung mit
der Verdrehsicherung. In einer Kappe und/oder in dem Deckelteil der Spannvorrichtung
kann das erste Federelement zur Anordnung beziehungsweise Pressung des unteren Endbereiches
der Verdrehsicherung in eine Ausnehmung oder auf eine Stirnseite des Bolzens angeordnet
sein, bevorzugt in der Kappe. Die Kappe ist oberhalb des Deckelteils angeordnet, zugeordnet
dem oberen Endbereich der Verdrehsicherung. Das erste Federelement ist vorgespannt
ausgebildet, und drückt beispielsweise gegen eine Sicherungsscheibe, die auf einem
Sicherungsring aufliegt, der in einer Nut der Verdrehsicherung angeordnet ist. Ein
zweites Federelement für die Anordnung beziehungsweise Pressung der Hülse auf der
Bolzenstirnseite des Bolzens kann im Deckelteil und dem Adapter angeordnet sein.
[0021] Ein zweites Federelement für die Anordnung beziehungsweise Pressung der Hülse auf
die Bolzenstirnseite des Bolzens kann im Deckelteil und/oder dem Adapter, bevorzugt
im Deckelteil und im Adapter, angeordnet sein. Das zweite Federelement ist bevorzugt
am Deckelteil oder Adapter gehalten, bevorzugt am Deckelteil. Es ist vorgespannt zwischen
dieser Halterung und einem Gegenlager, welches durch die Hülse zur Verfügunggestellt
ist, beispielsweise durch an deren Außenumfang angeordnete Vorsprünge oder einen dort
angeordneten vorspringenden Ring. Das Gegenlager wiederum kann vorzugsweise auf ein
drittes Federelemt wirken, welches mit der Zugeinheit zusammenwirkt. Durch Vorsehung
eines ersten, mit der Verdrehsicherung zusammenwirkenden Federelementes und einem
zweiten, mit der Hülse zusammenwirkenden Federelement, sind die Bewegungen in Längsrichtung
der Befestigungsanordnung von Verdrehsicherung und Hülse entkoppelt. Hierdurch wird
der Bolzenüberstand mittels Bestimmung einer Differenzlänge zwischen Hülse und Verdrehsicherung,
beispielsweise sensorisch, sehr genau bestimmbar.
[0022] Eine alternative Methode zur Bestimmung des Bolzenüberstandes wäre die Vorsehung
einer Längsbohrung durch die gesamte Länge der Verdrehsicherung, so dass z.B. durch
mechanische oder optische Taster oder Sensoren eine Differenz in Bezug auf die der
Verdrehsicherung zugewandte Stirnseite des Bolzens für die Bewegung der Verdrehsicherung
ermittelt werden kann. Bei einer solchen Ausfürhungsform der Erfindung ist vorteilhafter
ein geringerer appartiver Aufwand notwendig, denn es muss nur ein erstes Federelement,
welches in Wirkverbindung mit der Verdrehsicherung ist, vorgesehen sein. Das erste
und bevorzugt einzige Federelement dieser Ausführungsform ist gegen die Zugeinrichtung
vorgespannt gelagert. Es ist bevorzugt unterhalb zumindest teilweise unterhalb des
Deckelteils und/oder des Adapters, bevorzugt teilweise nur im Adapter, gelagert.
[0023] Der Bolzenüberstand ist vorzugsweise im Bereich des Deckelteils oder in einem darüber
angeordneten Bereich, der von einer Kappe bedeckt ist, ermittelbar. Gemäß einer ersten
bevorzugten Ausführungsform weist die Befestigungsanordnung eine Verdrehsicherung
auf. Die Verdrehsicherung weist eine Längserstreckung in Richtung einer Längsachse
x auf. Die Verdrehsicherung erstreckt sich im Wesentlichen stabförmig in Richtung
der Längserstreckung. Die Verdrehsicherung weist einen oberen Endbereich mit einer
oberen Stirnseite, einen Mittelbereich und einen unteren Endbereich mit einer unteren
Stirnseite auf. Der obere Endbereich und der untere Endbereich bilden jeweils einen
Endbereich der Längserstreckung und zwischen dem oberen Endbereich und dem unteren
Endbereich ist der Mittelbereich angeordnet. Der obere Endbereich ist derart ausgebildet,
dass die Verdrehsicherung mittels einer anordenbaren Spannvorrichtung zumindest rotatorisch
um die Längsachse x fixierbar ist. Der untere Endbereich ist derart ausgebildet, dass
ein anordenbarer Bolzen zumindest rotatorisch um die Längsachse x fixierbar ist. Der
untere Endbereich weist die Form eines Vierkants auf, womit die untere Stirnseite
im Wesentlichen rechteckig ausgebildet ist. Der Mittelbereich erstreckt sich ausgehend
vom unteren Endbereich im Wesentlichen zylindrisch in Richtung der Längserstreckung
bis zum oberen Endbereich. Der Mittelbereich kann zylinderförmig oder vielkantig ausgebildet
sein. Der Mittelbereich weist beabstandet zum oberen Endbereich eine Nut auf. In der
Nut ist vorzugsweise ein Sicherungsring anordenbar. Die Nut ist alternativ mit Sicherungsring
in der unteren Zugeinheit der Spannvorrichtung angeordnet. Der obere Endbereich ist
in einer weiteren, alternativen Ausführungsform im Wesentlichen zweistufig ausgebildet.
Angrenzend an den Mittelbereich weist der obere Endbereich die Form eines Vierkants
auf. Angrenzend an die vierkantige Form weist der obere Endbereich ein relativ kleines
zylindrisches Teilstück auf. Das zylindrische Teilstück des oberen Endbereiches weist
einen etwas geringeren Durchmesser als der Mittelbereich auf. Dieses Teilstück, was
auch als Endstück des oberen Endbereiches angesprochen werden kann, kann auch wegfallen,
insbesondere, wenn eine Hülse, wie weiter unten beschrieben, vorgesehen ist.
[0024] Gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform weist die Befestigungsanordnung neben
der Verdrehsicherung gemäß der ersten bevorzugten Ausführungsform eine Spannvorrichtung
auf. Die Spannvorrichtung umfasst zumindest ein Gehäuse mit einem Deckelteil, eine
Zugeinheit und eine Befestigungseinheit. Das Gehäuse weist einen Innenraum auf, in
dem die Zugeinheit angeordnet ist. Die Zugeinheit weist ein Zugeinheitsinnengewinde
zum Eingriff in das entsprechende Bolzenaußengewinde eines Bolzens im Bereich dessen
Bolzenüberstands auf. In Richtung einer Längserstreckung der Verdrehsicherung weist
die Zugeinheit eine Sicherungsausnehmung auf. Die Sicherungsausnehmung erstreckt sich
vollständig durch die Zugeinheit. Durch die Sicherungsausnehmung hindurch ist die
Verdrehsicherung mit ihrem Mittelbereich angeordnet. Das Gehäuse mit dem Deckelteil
weist im Wesentlichen eine offene Seite auf, die bei einer Montage der Spannvorrichtung
auf einer Mutterseite einer Aufnahmeeinheit in Richtung der Mutterseite ausgebildet
ist. Am Deckelteil der Spannvorrichtung ist mittig ein Adapter angeordnet. Der Adapter
weist eine Adapterausnehmung auf. In einer Adapterausnehmung des Adapters ist die
Verdrehsicherung teilweise angeordnet. Die Verdrehsicherung ist vom Deckelteil rotatorisch
fixiert. An einem dem Deckelteil gegenüberliegenden Ende der Spannvorrichtung ist
ein Bolzen beziehungsweise ein Bolzensystem anordenbar. Die Spannvorrichtung umfasst
eine Befestigungseinheit mit einer Antriebsnuss zum Eingriff in Ausnehmungen einer
Mutter und zum anschließenden Festdrehen der Mutter.
[0025] In einer weiter bevorzugten Ausführungsform weist diese neben den beiden vorgenannten
Ausbildungen zusätzlich eine Hülse auf, die sich um zumindest den Mittelbereich und
einen Teil des oberen Endbereiches der Verdrehsicherung erstreckt. Mit der Hülse ist
auch ein Bolzenüberstand lu messbar. Die Hülse ist hierfür in Anlage mit einer Stirnseite
eines anordenbaren Bolzens. Der Bolzenüberstand ist vorzugsweise im Bereich des Deckelteils
oder in einem darüber angeordneten Bereich, der von einer Kappe bedeckt ist, ermittelbar.
In der Kappe ist ein oberes, erstes Federelement zur Anordnung beziehungsweise Pressung
des unteren Endbereiches der Verdrehsicherung in der Ausnehmung des Bolzens angeordnet.
Das erste Federelement drückt gegen die Scheibe beziehungsweise Sicherungsscheibe,
die auf dem Sicherungsring aufliegt, der in der Nut der Verdrehsicherung angeordnet
ist. Ein unteres, zweites Federelement für die Anordnung beziehungsweise Pressung
der Hülse auf der Bolzenstirnseite des Bolzens ist im Deckelteil und dem Adapter angeordnet.
Beim Verspannen drückt der zu verspannende Bolzen die Verdrehsicherung gegen das obere,
erste Federelement nach oben. Die Verdrehsicherung wird dann durch eine Durchgangsöffnung
im Deckelteil beziehungsweise einer Kappe herausgedrückt. Hierdurch ist der Bolzenüberstand
lu und/oder ein Längungswert Δl angezeigt beziehungsweise ermittelbar.
[0026] Weiter wird die Aufgabe gelöst durch eine Verdrehsicherung, wie oben beschrieben,
insbesondere zur Verwendung in einer erfindungsgemäßen Befestigungsanordnung, und
ein Befestigungsmittel zur Verspannung mittels einer Befestigungsanordnung, mindestens
umfassend einen Bolzen eines Bolzensystems, wobei der Bolzen eine entsprechend gegensätzliche
Form zu einer Form eines unteren Endbereiches einer Verdrehsicherung aufweist. Die
Verdrehsicherung ist bevorzugt wie zur erfindungsgemäßen Befestigungsanordnung beschrieben
ausgebildet. Der Bolzen ist bevorzugt wie zur erfindungsgemäßen Befestigungsanordnung
beschrieben ausgebildet. Das Befestigungsmittel umfasst vorzugsweise zumindest eine
Aufnahmevorrichtung, ausgebildet wie zur erfindungsgemäßen Befestigungsanordnung weiter
oben beschrieben ist.
[0027] Gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform umfasst das Befestigungsmittel zumindest
einen Bolzen mit einer Bolzenstirnseite, die beispielsweise eine abgewandte Seite
von einem Widerlager des Bolzensystems bildet ist, auf der der Bolzen eine mittige
Ausnehmung aufweist. Die Ausnehmung weist eine rechteckige Form auf. Die Ausnehmung
ist als Vielkant-Ausnehmung ausgebildet, und ist bevorzugt vierkantig oder sechskantig
ausgebildet. Der Bolzen ist vorzugsweise als ein HV Bolzen ausgebildet.
[0028] Das Bolzensystem umfasst vorzugsweise auch zumindest eine Mutter und zumindest ein
Widerlager. Von einer Bolzenstirnseite abgewandt ist auf dem Bolzen beispielsweise
ein Widerlager angeordnet. Das Widerlager weist vorzugsweise einen Schraubenkopf auf,
der unmittelbar mit dem Bolzenmaterial verbunden ist. Über dem Widerlager und unter
der Mutter kann jeweils eine Unterlegscheibe angeordnet sein.
[0029] Die Aufnahmevorrichtung als Teil des Bolzensystems umfasst vorzugsweise eine Flanschverbindung,
die weiter bevorzugt zwei Flansche aufweist. Die Aufnahmevorrichtung weist vorzugsweise
eine Flanschausnehmung auf, die durch die beiden Flansche der Flanschverbindung hindurch
verläuft. Ein Bolzen des Bolzensystems ist vorzugsweise in die Flanschausnehmung eingebracht.
Die Mutter des Bolzensystems ist vorzugsweise einer Mutterseite der Aufnahmevorrichtung
zugeordnet und das Widerlager einer gegenüberliegenden Seite der Aufnahmevorrichtung.
[0030] Weiterhin wird die Aufgabe gelöst durch eine Verwendung einer Befestigungsanordnung
zum Verspannen von Befestigungsmitteln, wobei ein Bolzen eines Bolzensystems während
der Verspannung von einer Verdrehsicherung fixiert wird. Die Befestigungsanordnung,
die Verdrehsicherung und der Bolzen sind bevorzugt wie zur erfindungsgemäßen Befestigungsanordnung
und zum erfindungsgemäßen Befestigungsmittel beschrieben ausgebildet.
[0031] Des Weiteren wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum Verspannen von Befestigungsmitteln
mittels einer Befestigungsanordnung, umfassend die Schritte
- a) Einbringen eines Bolzens eines Bolzensystems in eine Flanschausnehmung einer Aufnahmevorrichtung,
- b) Montieren einer Spannvorrichtung auf einer Mutterseite der Aufnahmevorrichtung,
- c) Anordnen einer Verdrehsicherung an der Spannvorrichtung, so dass die Verdrehsicherung
zumindest rotatorisch fixiert wird,
- d) Anordnen der Verdrehsicherung am Bolzen, so dass der Bolzen zumindest rotatorisch
fixiert wird, und
- e) Verspannen der Befestigungsmittel.
[0032] Die Befestigungsanordnung, die Verdrehsicherung, das Befestigungsmittel und der Bolzen
sind bevorzugt wie zur erfindungsgemäßen Befestigungsanordnung und zum erfindungsgemäßen
Befestigungsmittel weiter oben beschrieben ausgebildet. Das Befestigungsmittel umfasst
vorzugsweise zumindest eine Aufnahmevorrichtung, die wie vorbeschrieben ausgebildet
ist. Bevorzugt erfolgt Schritt c) dadurch, dass die Verdrehsicherung an einem Deckelteil
oder einer Zugeinheit der Spannvorrichtung angeordnet wird. Schritt e) erfolgt vorzugsweise
mittels einer Befestigungseinheit der Spannvorrichtung. Die Befestigungseinheit kann
wie zur erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung beschrieben, ausgebildet sein. Die
Befestigungseinheit weist vorzugsweise ein bestimmbares Drehmoment auf, mit welchem
die Befestigungsmittel verspannt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren kann ein Ermitteln
eines Bolzenüberstandes des Bolzensystems umfassen. Die Ermittlung kann insbesondere
mittels der Verdrehsicherung erfolgen. Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch ein
Messen eines Längungswertes (Δl) des Bolzens umfassen. Hierfür kann der Bolzenüberstand
vor und nach dem Verspannen gemessen werden, beispielsweise mittels der Verdrehsicherung.
Die Änderung des Bolzenüberstands spielgelt dann die Längung beziehungsweise Streckung
des Bolzens wieder.
[0033] Wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung, auch umfassend das erfindungsgemäße Messsystem,
der Begriff "etwa" oder "im Wesentlichen" in Bezug auf Werte oder Wertebereiche verwendet,
ist hierunter dasjenige zu verstehen, was der Fachmann in dem gegebenen Zusammenhang
als fachmännisch üblich ansehen wird. Insbesondere sind Abweichungen der angegeben
Werte von +/-10 %, bevorzugt +/- 5 %, weiter bevorzugt von +/- 2 %, von den Begriffen
"etwa" und "im Wesentlichen" umfasst.
[0034] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen gehen aus den nachfolgenden Zeichnungen hervor.
Gleiche Teile oder Teile mit gleicher Funktion können die gleichen Bezugszeichen aufweisen.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Ausführungsform einer Verdrehsicherung 20 in einer seitlichen Schnittansicht;
Fig. 2 die Verdrehsicherung 20 aus Fig. 1 in einer perspektivischen Ansicht;
Fig. 3 eine Ausführungsform einer Befestigungsanordnung 10 sowie eines Bolzensystems
82 in einem seitlichen Teilschnitt;
Fig. 3a eine erste Detailansicht aus Fig. 3;
Fig. 3b eine zweite Detailansicht aus Fig. 3;
Fig. 4 eine Ausführungsform eines Adapters 57 einer Spannvorrichtung 50 der Befestigungsanordnung
10 aus Fig. 3 in einer seitlichen Schnittansicht; und
Fig. 5 eine Ausführungsform eines Befestigungsmittels 80 in einer seitlichen Schnittansicht
durch eine Aufnahmevorrichtung 92.
[0035] Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform einer Verdrehsicherung 20 in einer seitlichen Schnittansicht.
Die Verdrehsicherung 20 weist eine Längserstreckung in Richtung einer Längsachse x
auf. Die Verdrehsicherung 20 erstreckt sich im Wesentlichen stabförmig in Richtung
der Längserstreckung. Die Verdrehsicherung weist einen oberen Endbereich 22 mit einer
oberen Stirnseite 23, einen Mittelbereich 24 und einen unteren Endbereich 26 mit einer
unteren Stirnseite 27 auf. Der obere Endbereich 22 und der untere Endbereich 26 bilden
jeweils einen Endbereich der Längserstreckung und zwischen dem oberen Endbereich 22
und dem unteren Endbereich 26 ist der Mittelbereich 24 angeordnet.
[0036] Der untere Endbereich 26 weist die Form eines Vierkants auf, womit die untere Stirnseite
27 im Wesentlichen rechteckig ausgebildet ist. Der Mittelbereich 24 erstreckt sich
ausgehend vom unteren Endbereich 26 im Wesentlichen zylindrisch in Richtung der Längserstreckung
bis zum oberen Endbereich 22. Der im Wesentlichen zylindrische Mittelbereich, der
auch mehrkantig, beispielsweise als Vierkant ausgebildet sein kann, weist leicht beabstandet
zum oberen Endbereich 22, aber näher zum oberen Endbereich 22 als zum unteren Endbereich
26, eine Nut 25 auf. In der Nut 25 ist ein Sicherungsring anordenbar. Der obere Endbereich
22 ist im Wesentlichen zweistufig ausgebildet. Angrenzend an den Mittelbereich 24
weist der obere Endbereich 22 die Form eines Vierkants auf. Angrenzend an die vierkantige
Form weist der obere Endbereich 22 ein relativ kleines zylindrisches Teilstück auf.
Das zylindrische Endstück des oberen Endbereiches 22 weist einen etwas geringeren
Durchmesser als das Mittelstück 24 auf. Er dient einer Art Vorixierung der Verdrehsicherung
20 in einer Spannvorrichtung durch Zusammenwirken mit einer Ausnehmung der Spannvorrichtung.
Der obere Endbereich 22 ist derart ausgebildet, dass die Verdrehsicherung 20 mittels
einer anordenbaren Spannvorrichtung 50 (siehe Fig. 3 und 4) zumindest rotatorisch
um die Längsachse x fixierbar ist. Der untere Endbereich 26 ist derart ausgebildet,
dass ein anordenbarer Bolzen 84 zumindest rotatorisch um die Längsachse x fixierbar
ist.
[0037] Fig. 2 zeigt die Verdrehsicherung 20 aus Fig. 1 in einer perspektivischen Ansicht.
Verdeutlicht ist der obere Endbereich 22 mit der oberen Stirnseite 23, wobei der obere
Endbereich 22 die stufige Ausbildung mit der zylindrischen und der vierkantigen Form
aufweist. Angrenzend an den oberen Endbereich 22 ist der Mittelbereich 24 angeordnet,
der die Nut 25 aufweist, die sich umlaufend erstreckt. Des Weiteren ist der untere
Endbereich 26 angrenzend an den Mittelbereich aufgeführt, der sich als Vierkant erstreckt.
[0038] Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform einer Befestigungsanordnung 10 sowie eines Bolzensystems
82 in einem seitlichen Teilschnitt. Die Spannvorrichtung 50 umfasst zumindest ein
Gehäuse 54 mit einem Deckelteil 56 und eine Zugeinheit 60. Das Gehäuse 54 weist einen
Innenraum 55 auf, in dem die Zugeinheit 60 angeordnet ist. Das Gehäuse 54 mit dem
Deckelteil 56 weist im Wesentlichen eine offene Seite auf, die bei einer Montage der
Spannvorrichtung 50 auf einer Mutterseite 96 (siehe Fig. 5) einer Aufnahmeeinheit,
beispielsweise in Form eines Flanschverbindung, in Richtung der Mutterseite 96 ausgebildet
ist. An einem dem Deckelteil 56 gegenüberliegenden Ende der Spannvorrichtung 50 ist
das Bolzensystem 82 angeordnet. Das Bolzensystem 82 umfasst einen Bolzen 84, eine
Mutter 88 und ein Widerlager 86. Das Widerlager 86 weist einen Schraubenkopf auf,
der unmittelbar mit dem Bolzenmaterial verbunden ist. Die Mutter 88 umschließt den
Bolzen 84, indem diese mit einem Mutterinnengewinde in ein Bolzenaußengewinde des
Bolzens 84 greift. Der Bolzen 84 weist oberhalb der Mutter 88 einen Bolzenüberstand
lu (siehe Fig. 5) auf, der sich in den Innenraum 55 der Spannvorrichtung 50 hinein
erstreckt. Im Bereich des Bolzenüberstandes lu greift die Zugeinheit 60 den Bolzen
84. Die Zugeinheit 60 ist mit ihrem Zugeinheitsinnengewinde in Eingriff mit dem Bolzenaußengewinde
des Bolzens 84.
[0039] Die Spannvorrichtung 50 umfasst die Befestigungseinheit 52, die die Mutter 88 im
Wesentlichen umschließt. Die Befestigungseinheit 52 weist eine Antriebsnuss 53 auf,
die in Ausnehmungen der Mutter 88 eingreifbar ausgebildet ist und somit die Mutter
88 dreht. Auf einer Bolzenstirnseite 85, die eine abgewandte Seite vom Widerlager
86 (siehe Fig.5) des Bolzensystems 82 bildet, weist der Bolzen 84 eine mittige Ausnehmung
(Fig. 3 nicht zu entnehmen) auf. Die Ausnehmung weist eine rechteckige Form auf und
erstreckt sich in den Bolzen 84 hinein.
[0040] Am Deckelteil 56 der Spannvorrichtung 50 ist mittig ein Adapter 57 angeordnet. Der
Adapter 57 weist eine Adapterausnehmung (siehe Fig. 4) auf. Zwischen der mittigen
Ausnehmung auf der Stirnseite 85 des Bolzens 84 und der Adapterausnehmung 58 des Adapters
57 ist eine Verdrehsicherung 20 angeordnet. Die Verdrehsicherung 20, die anders als
in den Fig. 1 und 2 gezeigt kein zylindrisches Endstück im einem oberen Endbereich
22 aufweist, greift mit dem oberen Endbereich 22 in die Adapterausnehmung 58 und durch
diese hindurch. Ein unterer Endbereich 26 der Verdrehsicherung 20 greift in die Ausnehmung
des Bolzens 84. Die Verdrehsicherung 20 ist vom Deckelteil 56 rotatorisch fixiert.
Weiter ist der Bolzen 84 von der Verdrehsicherung 20 rotatorisch fixiert.
[0041] Zwischen der Mutter 88 und dem Deckelteil 56 ist die Zugeinheit 60 im Innenraum 55
der Spannvorrichtung 50 angeordnet. In Richtung einer Längserstreckung der Verdrehsicherung
20 weist die Zugeinheit 60 eine Sicherungsausnehmung 62 auf. Die Sicherungsausnehmung
62 erstreckt sich vollständig durch die Zugeinheit 60. Durch die Sicherungsausnehmung
62 hindurch ist die Verdrehsicherung 20 mit einem Mittelbereich 24 angeordnet.
[0042] Des Weiteren erstreckt sich um zumindest den Mittelbereich 24 und Teiles des oberen
Endbereiches 22 eine Hülse 45. Die Hülse 45 ist von der Befestigungsanordnung 10 umfasst.
Mit der Hülse 45 ist ein Bolzenüberstand lu messbar. Die Hülse 45 liegt auf der Stirnseite
85 des Bolzens 84 auf. Der Bolzenüberstand, der auf der Stirnseite 85 des Bolzens
84 gemessen wird, ist vorzugsweise im Bereich des Deckelteils 56 oder in einem darüber
angeordneten Bereich, der von einer Kappe 59 bedeckt ist, ermittelbar.
[0043] Fig. 3a zeigt eine Detailansicht der Befestigungsanordnung gemäß Fig. 3 am oberen
Endbereich 22 der Verdrehsicherung 20. In einer Kappe 59 ist ein oberes, erstes Federelement
40 zur Anordnung beziehungsweise Pressung des unteren Endbereiches 26 der Verdrehsicherung
20 in der Ausnehmung des Bolzens 84 angeordnet. Das erste Federelement 40 drückt gegen
eine Scheibe 29, die auf einem Sicherungsring 28 aufliegt, der in die in Fig. 1 und
Fig. 2 gezeigte Nut 25 eingreift. Ein unteres, zweites Federelement 42 für die Anordnung
beziehungsweise Pressung der Hülse 45 auf der Bolzenstirnseite 85 des Bolzens 84 ist
im Deckelteil 56 und dem Adapter 57 angeordnet. Beim Verspannen drückt der zu verspannende
Bolzen die Verdrehsicherung 20 gegen das erste Federelement 40 nach oben. Die Verdrehsicherung
20 wird so durch eine nicht bezeichnete Durchgangsöffnung im Deckelteil 59 herausgedrückt.
Hierdurch wird der Bolzenüberstand lu und der Längungswert Δl angezeigt beziehungsweise
ermittelbar.
[0044] Fig. 3b zeigt eine Detailansicht der Befestigungsanordnung gemäß Fig. 3 am unteren
Endbereich 26 der Verdrehsicherung 20. Der untere Endbereich 26 der Verdrehsicherung
20 ist formschlüssig in der Ausnehmung des Bolzens 84 angeordnet.
[0045] Fig. 4 zeigt eine Ausführungsform eines Adapters 57 der Spannvorrichtung 50 der Befestigungsanordnung
10 aus Fig. 3 in einer seitlichen Schnittansicht. Der Adapter 57 ist im Deckelteil
56 (siehe Fig. 3) angeordnet und weist eine Adapterausnehmung 58 auf. Die Adapterausnehmung
58 erstreckt sich durch den Adapter 57 hindurch, so dass zumindest die Verdrehsicherung
20 in der Adapterausnehmung 58 mit dem oberen Endbereich 22 der Verdrehsicherung 20
anordenbar ist.
[0046] Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform eines Befestigungsmittels 80 in einer seitlichen
Schnittansicht durch eine Aufnahmevorrichtung 92. Das Befestigungsmittel 80 umfasst
ein Bolzensystem 82 und die Aufnahmevorrichtung 92. Das Bolzensystem 82 weist einen
Bolzen 84, eine Mutter 88 und ein Widerlager 86 auf. Der Bolzen 84 weist eine Bolzenstirnseite
85 auf. Die Bolzenstirnseite 85 ist auf dem Bolzen 84 abgewandt vom Widerlager 86
angeordnet. Über dem Widerlager 86 und unter der Mutter 88 ist jeweils eine nicht
näher bezeichnete Unterlegscheibe angeordnet. Die Aufnahmevorrichtung 92 umfasst eine
Flanschverbindung 93, die zwei Flansche aufweist. Die Aufnahmevorrichtung 92 weist
eine Flanschausnehmung 95 auf, die durch die beiden Flansche der Flanschverbindung
93 hindurch verlaufen. Der Bolzen 84 des Bolzensystems 82 ist in die Flanschausnehmung
95 eingebracht. Die Mutter 88 des Bolzensystems 82 ist einer Mutterseite 96 der Aufnahmevorrichtung
92 zugeordnet und das Widerlager 86 einer gegenüberliegenden Seite der Aufnahmevorrichtung
92.
[0047] Der Bolzenüberstand lu ist bestimmt durch den freiliegenden seitlichen Abschnitt
des Bolzens 84 zwischen der Bolzenstirnseite 85 und der Mutter 88. Die Spannvorrichtung
50 setzt am freiliegenden seitlichen Abschnitt des Bolzens beziehungsweise an einem
dort vorliegenden Gewinde an.
[0048] Die in den Figuren dargestellten Ausführungsformen sind nicht beschränkend auszulegen.
Vielmehr können dort beschriebene Merkmale untereinander und mit den zuvor beschriebenen
Merkmalen zu weiteren Ausgestaltungen kombiniert werden.
1. Befestigungsanordnung (10) zum Verspannen von Befestigungsmitteln (80) mindestens
umfassend eine Verdrehsicherung (20), wobei die Verdrehsicherung (20) anordenbar in
einer Spannvorrichtung (50) ist, und die Verdrehsicherung (20) eine Längserstreckung
in Richtung einer Längsachse (x) und einen oberen Endbereich (22) mit einer oberen
Stirnseite (23), einen Mittelbereich (24) und einen unteren Endbereich (26) mit einer
unteren Stirnseite (27) aufweist, wobei der obere Endbereich (22) und der untere Endbereich
(26) jeweils einen Endbereich der Längserstreckung bilden und zwischen dem oberen
Endbereich (22) und dem unteren Endbereich (26) der Mittelbereich (24) angeordnet
ist, wobei der obere Endbereich (22) derart ausgebildet ist, dass die Verdrehsicherung
(20) mittels der anordenbaren Spannvorrichtung (50) zumindest rotatorisch fixierbar
und der untere Endbereich (26) derart ausgebildet ist, dass ein anordenbarer Bolzen
(84) zumindest rotatorisch fixierbar ist.
2. Befestigungsanordnung (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der obere und/oder der untere Endbereich (22, 26) der Verdrehsicherung
(20) zumindest in Teilbereichen eine Form aufweisen, die mehrkantig ausgebildet ist.
3. Befestigungsanordnung (10) gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der obere und/oder der untere Endbereich (22, 26) der Verdrehsicherung
(20) zumindest in Teilbereichen als Steckschlüssel bzw. Stecknuss und/oder als Stiftschlüssel
ausgebildet sind.
4. Befestigungsanordnung (10) gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die 20Befestigungsanordnung (10) mindestens ein Federelement (40) umfasst, das zumindest
in Teilbereichen um die Verdrehsicherung (20) herum angeordnet ist.
5. Befestigungsanordnung (10) gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsanordnung (10) eine Spannvorrichtung (50) umfasst, wobei die Spannvorrichtung
(50) einen Innenraum (55) aufweist, in dem die Verdrehsicherung (20) angeordnet ist.
6. Befestigungsanordnung (10) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannvorrichtung (50) an einem Deckelteil (56) eine entsprechend gegensätzliche
Form zu der Form des oberen Endbereiches (22) der Verdrehsicherung (20) aufweist.
7. Befestigungsanordnung (10) gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannvorrichtung (50) eine Zugeinheit (60) umfasst, die im Innenraum (55) der
Spannvorrichtung (50) angeordnet ist, und die eine Sicherungsausnehmung (62) durch
die Zugeinheit (60) hindurch verlaufend aufweist, in welcher die Verdrehsicherung
(20) zumindest mit dem Mittelbereich (24) angeordnet ist.
8. Befestigungsanordnung (10) gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass mit der Verdrehsicherung (20) ein Bolzenüberstand (lu) messbar ist.
9. Befestigungsanordnung (10) gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsanordnung (10) eine Hülse (45) umfasst, mit der der Bolzenüberstand
(lu) messbar ist.
10. Befestigungsanordnung (10) gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass mit der Verdrehsicherung (20) ein Längungswert (Δl) messbar ist.
11. Befestigungsmittel (80) zur Verspannung mittels einer Befestigungsanordnung (10) gemäß
einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, mindestens umfassend einen Bolzen
(84) eines Bolzensystems (82), wobei der Bolzen (84) eine entsprechend gegensätzliche
Form zu einer Form eines unteren Endbereiches (26) einer Verdrehsicherung (20) aufweist.
12. Verdrehsicherung (20) zur Verwendung in einer Befestigungsanordnung gemäß einem oder
mehreren der vorhergehenden Ansprüch 1 bis 10.
13. Verwendung einer Befestigungsanordnung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 10 zum Verspannen von Befestigungsmitteln (80) nach Anspruch 11, wobei ein Bolzen
(84) eines Bolzensystems (82) während der Verspannung von einer Verdrehsicherung (20)
fixiert wird.
14. Verfahren zum Verspannen von Befestigungsmitteln (80) nach Anspruch 11 mittels einer
Befestigungsanordnung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, umfassend
die Schritte
a) Einbringen eines Bolzens (84) eines Bolzensystems (82) in eine Flanschausnehmung
(95) einer Aufnahmevorrichtung (92),
b) Montieren einer Spannvorrichtung (50) auf einer Mutterseite (96) der Aufnahmevorrichtung
(92),
c) Anordnen einer Verdrehsicherung (20) in der Spannvorrichtung (50), so dass die
Verdrehsicherung (20) zumindest rotatorisch fixiert wird,
d) Anordnen der Verdrehsicherung (20) am Bolzen (84), so dass der Bolzen (84) zumindest
rotatorisch fixiert wird, und
e) Verspannen der Befestigungsmittel (80).