[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vermahlungsschnecke. Diese ist insbesondere
geeignet, um hochabrasive Faserstoffe zu verdichten und zu zermahlen.
Stand der Technik
[0002] Gesundheitsschädliche Faserstoffe wie beispielsweise künstliche Mineralfasern (KMF),
Steinwolle, Glaswolle und Asbest fallen meistens beim Abbruch von Häusern oder Industrieanlagen
an. Zur Beseitigung dieser Abfälle mussten bislang weite Transportfahrten mit nicht
ausgelasteten LKW zu spezialisierten Deponien durchgeführt werden. Beim Umschlag wurden
gesundheitsschädliche Faserstoffe freigesetzt und bei der Deponierung wertvoller Deponierraum
verbraucht.
[0003] Eine Vermahlungsschnecke kann zum Verdichten und Vermahlen derartiger Faserstoffe
verwendet werden. Diese werden unter Vollschutz in ein bis zwei Kubikmeter große Kunststoff-
oder Gewebesäcke abgefüllt und verschlossen. Diese Vermahlungsschnecke ist Teil einer
Presse, in welche die Säcke, ohne diese vorher zu entleeren, durch Staubschutzklappen
eingeworfen werden können. Beim Verdichtungs- und Vermahlungsvorgang wird die Struktur
des Pressguts mittels der Schnecke aufgebrochen und das Pressgut in Big Bags gefüllt.
Das so erhaltene Pressgut kann leicht auf Deponien eingelagert werden, nimmt nicht
viel Deponievolumen ein und muss auch nicht über weite Wege zu spezialisierten Deponien
gefahren werden.
[0004] Bei den besagten Faserstoffen handelt es sich um höchst abrasive Materialien. Dies
führt zu einem schnellen Verschleiß der Vermahlungsschnecke. Außerdem erfolgt der
Vermahlungsvorgang lediglich durch Reibungskräfte an den Innenwänden eines Kanals,
in dem die Vermahlungsschnecke eingebaut ist. Hierdurch kann keine optimale Zerkleinerung
der Fasern erzielt werden. Auch eine optimale Zerkleinerung der Säcke ist auf diese
Weise nicht möglich.
[0005] Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vermahlungsschnecke
bereitzustellen, die eine verbesserte Abrasionsbeständigkeit gegenüber abrasiven Fasermaterialen
aufweist. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Vermahlungsschnecke
so weiterzuentwickeln, dass ihre Zerkleinerungs- und Vermahlungswirkung verbessert
wird.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Diese Aufgaben werden durch die erfindungsgemäße Vermahlungsschnecke gelöst, welche
mehrere im Wesentlichen trapezförmige erste Abrasionsbleche aufweist. Diese sind so
auf einer Oberfläche einer Schneckenstufe der Vermahlungsschnecke angeordnet, dass
zwischen jeweils zwei benachbarten ersten Abrasionsblechen ein Spalt freibleibt. Die
Abrasionsbleche erhöhen die Verschleißfestigkeit der Vermahlungsschnecke, da sie diese
vor einem unmittelbaren Kontakt mit abrasiven Faserstoffen schützen. Außerdem verbessern
sie auch die Zerkleinerungs- und Vermahlungswirkung der Vermahlungsschnecke. Die Fasern
werden durch Druck- und Querkräfte an Kanten der einzelnen aufgeschweißten Abrasionsbleche
gebrochen und dadurch wird deren Struktur komplett verändert. Das Ergebnis ist ein
rieselfähiges Produkt, welches hoch verdichtet werden kann. Selbst Kunststoffsäcke,
die beispielsweise aus Polyethylen bestehen können, oder Gewebesäcke können mittels
der Abrasionsbleche in 10 cm bis 30 cm große Fetzen zerrissen werden, die bei Bedarf
über ein Rüttelsieb leicht vom übrigen Produkt getrennt werden können.
[0007] Der Vermahlungsvorgang erfolgt im Wesentlichen in einer Schneckenstufe der Vermahlungsschnecke
und dort auch nur in einem Schneckensegment. Deshalb ist es bevorzugt, dass die ersten
Abrasionsbleche lediglich auf einer Schneckenwindungslänge in einem Bereich von 180°
bis 360° angeordnet sind. Dies kann insbesondere dadurch realisiert werden, dass in
diesem Bereich 10 bis 20 erste Abrasionsbleche angeordnet sind. Das Anordnen von ersten
Abrasionsblechen in diesem Bereich reicht aus, um den am stärksten der Abrasion ausgesetzten
Bereich der Vermahlungsschnecke vor Verschleiß zu schützen. Außerdem genügt bereits
die Anordnung von Abrasionsblechen in diesem Bereich, um eine deutliche Verbesserung
der Zerkleinerungs- und Vermahlungswirkung der Vermahlungsschnecke zu erreichen. Es
ist deshalb nicht notwendig, die gesamte Vermahlungsschnecke mit Abrasionsblechen
zu versehen.
[0008] Um ein gutes Zerbrechen von Fasern an den Kanten der ersten Abrasionsbleche zu ermöglichen,
entspricht eine minimale Breite des Spaltes zwischen jeweils zwei benachbarten ersten
Abrasionsblechen vorzugsweise mindestens der Dicke der ersten Abrasionsbleche. Außerdem
beträgt sie bevorzugt mindestens 15 mm. Diese minimale Breite des Spaltes hat außerdem
den Vorteil, dass ein einfaches Aufbringen der Abrasionsbleche auf der Vermahlungsschnecke
mittels Schweißens ermöglicht wird. Da die Breite des Spaltes aufgrund der Trapezform
der ersten Abrasionsbleche vom Rand der Schneckenstufe zu deren Mitte hin zunimmt,
weist der Spalt seine minimale Breite am Rand der Schneckenstufe auf.
[0009] Das Schweißen kann insbesondere mittels Lochschweißens erfolgen. Hierzu weisen die
Abrasionsbleche vorzugsweise einen Lochschweißdurchmesser auf, der mindestens ihrer
Dicke entspricht und der weiterhin bevorzugt mindestens 15 mm beträgt.
[0010] Ein Trapez weist zwei Grundseiten und zwei Schenkel auf. Bei den Grundseiten und
den Schenkeln der im Wesentlichen trapezförmigen ersten Abrasionsbleche kann es sich
um Geraden handeln. Im Sinne der vorliegenden Erfindung soll ein erstes Abrasionsblech
allerdings auch dann noch als im Wesentlichen trapezförmig verstanden werden, wenn
eine oder beide Grundseiten gekrümmt sind. Es ist sogar bevorzugt, dass mindestens
eine Grundseite der ersten Abrasionsbleche kreisbogenförmig ist und besonders bevorzugt
sind beide Grundseiten kreisbogenförmig. Die Kreisbogenform ermöglicht es, dass eine
Grundseite, welche dem äußeren Rand der Schneckenstufe zugewandt ist, welcher ebenfalls
eine Kreisbogenform aufweist, bündig mit diesem verläuft. Weiterhin ermöglicht die
Kreisbogenform es, dass eine Grundseite, die einem Schneckenschaft der Vermahlungsschnecke
zugewandt ist, mit diesem ebenfalls bündig verläuft. Indem es sich bei den Schenkeln
um Geraden handelt, wird eine konstante Breite des Spaltes zwischen jeweils zwei benachbarten
ersten Abrasionsblechen erreicht.
[0011] Die Vermahlungsschnecke ist vorzugsweise als Stufenschnecke mit einer ersten Schneckenstufe
und einer zweiten Schneckenstufe ausgeführt. Dabei ist ein Außendurchmesser der ersten
Schneckenstufe größer als ein Außendurchmesser der zweiten Schneckenstufe. Die ersten
Abrasionsbleche sind auf einer Oberfläche der zweiten Schneckenstufe angeordnet. An
dieser treten größere Abrasionskräfte auf als an der ersten Schneckenstufe, so dass
hier durch das Anbringen der ersten Abrasionsbleche sowohl ein größerer Verschleißschutz
als auch eine stärkere Verbesserung der Vermahlungs- und Zerkleinerungswirkung erreicht
werden kann als wenn die ersten Abrasionsbleche an der ersten Schneckenstufe angebracht
würden. Eine derartige Stufenschnecke wird durch den Außendurchmesser ihrer ersten
Schneckenstufe charakterisiert, auf welchem im Folgenden die Merkmale der Vermahlungsschnecke
bezogen werden. Dieser Außendurchmesser liegt im insbesondere im Bereich von 150 mm
bis 1000 mm. Die zweite Schneckenstufe weist vorzugsweise einen Außendurchmesser auf,
welcher 50 % bis 70 % des Außendurchmessers der ersten Schneckenstufe beträgt. Hierdurch
können an der zweiten Schneckenstufe besonders hohe Druck- und Querkräfte erzielt
werden, welche für den Vermahlungsvorgang vorteilhaft sind.
[0012] Die erste Schneckenstufe weist insbesondere ein bis drei Schneckensegmente auf. Diese
können durch paralleles Verschweißen am Schneckenschaft angebracht sein. Die Blechstärke
der Schneckensegmente der ersten Schneckenstufe entspricht insbesondere 2 % bis 3
% des Außendurchmessers der ersten Schneckenstufe. Die Länge der ersten Schneckenstufe
beträgt insbesondere 100 % bis 150 % des Außendurchmessers der ersten Schneckenstufe.
[0013] Die zweite Schneckenstufe weist insbesondere zwei bis vier Schneckensegmente auf.
Ebenso wie die Schneckensegmente der ersten Schneckenstufe können auch diese durch
paralleles Verschweißen am Schneckenschaft angebracht werden. Die Blechstärke ihres
Basismaterials beträgt insbesondere 3 % bis 5 % des Außendurchmessers der ersten Schneckenstufe.
Die Länge der zweiten Schneckenstufe beträgt insbesondere 100 % bis 150 % des Außendurchmessers
der ersten Schneckenstufe.
[0014] Eine Schneckensteigung der ersten Schneckenstufe ist vorzugsweise größer als eine
Schneckensteigung der zweiten Schneckenstufe. Dabei beträgt die Schneckensteigung
der ersten Schneckenstufe über einen Bereich von 360° vorzugsweise 70 % bis 100 %
des Außendurchmessers der ersten Schneckenstufe. Die Schneckensteigung der zweiten
Schneckenstufe beträgt über einen Bereich von 360° vorzugsweise 40 % bis 60 % des
Außendurchmessers der ersten Schneckenstufe. Auch hierdurch kann erreicht werden,
dass an der zweiten Schneckenstufe höhere Druck- und Querkräfte als an der ersten
Schneckenstufe wirken.
[0015] Um die Vermahlungs- und Zerkleinerungswirkung der Vermahlungsschnecke noch weiter
zu steigern, ist es bevorzugt, dass zwischen zwei benachbarten Abrasionsblechen jeweils
ein Versatz im Bereich von 0,1 % bis 0,7 % des Außendurchmessers der ersten Schneckenstufe
besteht. Ein solcher Versatz führt zu einem besonders effektiven Zerbrechen von Fasern
an den Kanten der ersten Abrasionsbleche.
[0016] Die Schneckensegmente einer Vermahlungsschnecke sind um einen kreiszylinderförmigen
Schneckenschaft herum angeordnet. Der Außendurchmesser dieses Schneckenschaftes, welcher
dem Innendurchmesser der Schneckenstufen entspricht, beträgt insbesondere 20 % bis
30 % des Außendurchmessers der ersten Schneckenstufe. Ein Ende des Schneckenschaftes
kann mit einem Motor verbunden werden, welcher die Vermahlungsschnecke antreibt. Das
andere Ende des Schneckenschaftes liegt frei und ist deshalb ebenfalls Abrasion ausgesetzt.
Es ist daher bevorzugt, dass die Vermahlungsschnecke an der Stirnseite ihres Schneckenschaftes
ein kreisförmiges zweites Abrasionsblech aufweist. Dort wo die mit ersten Abrasionsblechen
versehene erste Schneckenstufe endet und auf die Stirnseite des Schneckenschaftes
trifft, befindet sich vorzugsweise zwischen den ersten Abrasionsblechen und dem zweiten
Abrasionsblech ein Spalt, dessen Breite insbesondere der minimalen Breite des Spaltes
zwischen jeweils zwei benachbarten ersten Abrasionsblechen entspricht. Auf diese Weise
kann auch dieser Bereich der Vermahlungsschnecke zum Vermahlen und Zerkleinern beitragen,
indem Fasern an den Kanten des Spaltes zwischen den ersten Abrasionsblechen und dem
zweiten Abrasionsblech zerbrochen werden.
[0017] Jedes Abrasionsblech hat vorzugsweise eine Dicke, die 1 % bis 6 % des Außendurchmessers
der ersten Schneckenstufe entspricht. Dies ermöglicht es die Abrasionsbleche einfache
in der für ihre Funktion erforderlichen Weise auf der Oberfläche der Vermahlungsschnecke
anzubringen.
[0018] Die Abrasionsbleche bestehen vorzugsweise aus einem Verbundmaterial, das zumindest
eine Deckschicht und eine Trägerschicht aufweist. Die Trägerschicht ist schweißbar
und ermöglicht es die Abrasionsbleche beispielsweise mittels Lochschweißens auf der
Oberfläche der Vermahlungsschnecke aufzubringen. Hierzu besteht die Trägerschicht
vorzugsweise aus einem Stahl. Um einen guten Verschleißschutz und eine gute Zerkleinerungswirkung
der Abrasionsbleche zu gewährleisten, weist die Deckschicht mindestens einer Vickers-Härte
von 700 HV10 auf. Diese kann gemäß der Norm DIN 32525-4 ermittelt werden.
[0019] Bevorzugte Materialien der Deckschicht, welche eine solche Härte aufweisen, sind
Eisenbasislegierungen die Carbide enthalten. Diese Carbide sind insbesondere ausgewählt
aus der Gruppe, die aus Chromcarbiden, Niobcarbiden, Titancarbiden, Vanadiumcarbiden,
Wolframcarbiden und Gemischen dieser Carbide besteht.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Ausführungsbeispiele der Erfindung
[0020] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Seitenansicht einer Vermahlungsschnecke gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
- Fig. 2
- zeigt eine schematische Vorderansicht der Vermahlungsschnecke gemäß Fig. 1.
- Fig. 3
- zeigt schematische eine Anordnung von Abrasionsblechen auf einer Vermahlungsschnecke
gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Ausführungsbeispiele der Erfindung
[0021] Fig. 1 zeigt eine Vermahlungsschnecke 10 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der
Erfindung, welche als Stufenschnecke ausgeführt ist. Sie weist eine erste Schneckenstufe
11 und eine zweite Schneckenstufe 12 auf, die um einen Schneckenschaft 13 herum angeordnet
sind. Der Außendurchmesser AD1 der ersten Schneckenstufe 11 beträgt 770 mm und der
Außendurchmesser AD2 der zweiten Schneckenstufe 12 beträgt 460 mm. Der Innendurchmesser
ID1 beider Schneckenstufen 11, 12, welcher dem Außendurchmesser des Schneckenschafts
13 entspricht, beträgt 203 mm.
[0022] Die erste Schneckenstufe 11 besteht aus Blechlagen mit einer Gesamtdicke DS1 von
20 mm. Die Länge LS1 der ersten Schneckenstufe 11 beträgt 900 mm und sie weist zwei
parallel verschweißte Schneckensegmente auf. Über einen Bereich von 360° beträgt ihre
Schneckensteigung ST1 600 mm.
[0023] Die zweite Schneckenstufe 12 besteht aus Blechen mit einer Dicke DS2 von insgesamt
30 mm. Sie hat eine Länge LS2 von 800 mm und weist drei parallel verschweißte Schneckensegmente
auf. Die Schneckensteigung ST2 über einen Bereich von 360° beträgt 400 mm. Über eine
Länge von 400 mm und damit über eine Schneckenwindungslänge VBW von 360° sind mittels
Lochschweißens sechzehn erste Abrasionsbleche 20 auf der zweiten Schneckenstufe 12
aufgeschweißt. Diese Schneckenwindungslänge VBW endet dabei an der Stirnseite der
Vermahlungsschnecke 10.
[0024] Wie in Fig. 2 dargestellt ist, sind die ersten Abrasionsbleche 20 jeweils im Wesentlichen
trapezförmig ausgeführt. Sie weisen jeweils zwei gerade Schenkel und zwei kreisbogenförmige
Grundseiten auf. Die Grundseiten, die jeweils dem Außenrand der zweiten Schneckenstufe
12 zugewandt sind, folgen dabei deren Außenkontur. Die Grundseiten, welche dem Schneckenschaft
13 zugewandt sind, sind so geformt, dass der Abstand zwischen diesen Grundseiten und
dem Schneckenschaft an allen Punkten gleich ist. An der Stirnseite des Schneckenschaftes
13 ist ein kreisförmiges zweites Abrasionsblech 30 mittels Lochschweißens auf diesen
aufgeschweißt. Der Außendurchmesser des zweiten Abrasionsbleches 30 entspricht dem
Außendurchmesser ID1 des Schneckenschaftes 13.
[0025] Zwischen zwei benachbarten ersten Abrasionsblechen 20 bleibt jeweils ein Spalt 40
frei. Bedingt durch die Form der ersten Abrasionsbleche erweitert dieser sich vom
Rand der zweiten Schneckenstufe 12 zum Schneckenschaft 13 hin. Am Rand beträgt seine
Breite SA1 15 mm und an den Grundseiten der ersten Abrasionsbleche 20, welche vor
dem Schneckenschaft 13 enden, beträgt seine Breite SA1 20 mm. Zwischen den Grundseiten,
die dem Schneckenschaft 13 zugewandt sind und dem Schneckenschaft 13 bzw. dem zweiten
Abrasionsblech 30, verläuft ein Spalt mit einer konstanten Breite SA2 von 15 mm.
[0026] Die ersten Abrasionsbleche 20 und das zweite Abrasionsblech 30 sind mittels Lochschweißens
auf der zweiten Schneckenstufe 12 bzw. auf dem Schneckenschaft 13 aufgeschweißt. Hierzu
weist jedes erste Abrasionsblech 20 ein Schweißloch 21 auf und das zweite Abrasionsblech
30 weist sechs Schweißlöcher 31 auf. Alle Schweißlöcher 21, 31 haben jeweils einen
Durchmesser SA3 von 20 mm.
[0027] Wie in Fig. 3 dargestellt ist, sind die zueinander benachbarten ersten Abrasionsbleche
20 jeweils versetzt zueinander angeordnet. Der Versatz VBV beträgt jeweils 3 mm. Dabei
ist der Versatz VBV als der Unterschied zwischen der orthogonalen Entfernung einer
Oberkante eines ersten Abrasionsbleches 20 zur Oberfläche der zweiten Schneckenstufe
und der entsprechenden orthogonalen Entfernung zwischen der Oberkante des benachbarten
Abrasionsbleches 20 und der Oberfläche der Schneckenstufe 12 definiert, wobei die
beiden Kanten jeweils durch den Spalt 40 voneinander getrennt sind.
[0028] Die ersten Abrasionsbleche 20 und das zweite Abrasionsblech 30 weisen jeweils eine
Dicke VBD von 20 mm auf. Sie bestehen jeweils aus einer Deckschicht und einer Trägerschicht.
Bei der Trägerschicht handelt es sich vorliegend um eine Schicht aus S235-Stahl, welcher
in einem Lochschweißverfahren mit der Oberfläche der zweiten Schneckenstufe 12 verschweißt
werden kann. Die Deckschicht besteht in einem ersten Ausführungsbeispiel aus VAUTID®
100 (VAUTID Group Ostfildern, Deutschland). Hierbei handelt es sich um eine Eisenbasislegierung,
die Chromcarbide enthält und eine Vickers-Härte von 740 HV10 aufweist. In einem zweiten
Ausführungsbeispiel besteht die Deckschicht aus VAUTID® 143 (VAUTID Group). Hierbei
handelt es sich um eine Eisenbasislegierung, die Chromcarbide und Niobcarbide enthält
und die eine Vickers-Härte von 750 HV10 aufweist. In einem dritten Ausführungsbeispiel
besteht die Deckschicht aus VAUTID® 200 (VAUTID Group). Hierbei handelt es sich um
eine Eisenbasislegierung, die Vanadiumcarbide, Titancarbide und Niobcarbide enthält.
Sie weist eine Vickers-Härte von 850 HV10 auf.
[0029] Wird eine Vermahlungsschnecke gemäß einem dieser Ausführungsbeispiele zum Vermahlen
von künstlichen Mineralfasern verwendet, so tritt ein Verschleiß hauptsächlich an
den ersten Abrasionsblechen 20 und dem zweiten Abrasionsblech 30 auf. Sobald die Deckschicht
der Abrasionsbleche 20, 30 weitgehend abgetragen ist, kann ein Aufarbeiten der Vermahlungsschnecke
10 erfolgen, indem die zweite Schneckenstufe 12 oder sogar nur jener Bereich der zweiten
Schneckenstufe 12, welcher über eine Schneckenwindungslänge VBW die ersten Abrasionsbleche
20 und das zweite Abrasionsblech 30 aufweist, von der restlichen Vermahlungsschnecke
10 abgetrennt wird und durch ein Ersatzstück ersetzt wird.
1. Vermahlungsschnecke (10), aufweisend mehrere im Wesentlichen trapezförmige erste Abrasionsbleche
(20), die so auf einer Oberfläche einer Schneckenstufe (12) der Vermahlungsschnecke
(10) angeordnet sind, dass zwischen jeweils zwei benachbarten ersten Abrasionsblechen
(20) ein Spalt (40) freibleibt.
2. Vermahlungsschnecke (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Abrasionsbleche auf einer Schneckenwindungslänge (VBW) in einem Bereich
von 180° bis 360° angeordnet sind.
3. Vermahlungsschnecke (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Bereich 10 bis 20 erste Abrasionsbleche (20) angeordnet sind.
4. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Breite (SA1) des Spaltes (20) mindestens der Dicke (VBD) der ersten Abrasionsbleche
(20) entspricht.
5. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Grundseite der ersten Abrasionsbleche kreisbogenförmig ist.
6. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass sie eine erste Schneckenstufe (11) und eine zweite Schneckenstufe (12) aufweist,
wobei ein Außendurchmesser (AD1) der ersten Schneckenstufe (11) größer als ein Außendurchmesser
(AD2) der zweiten Schneckenstufe (12) ist und die ersten Abrasionsbleche auf einer
Oberfläche der zweiten Schneckenstufe (12) angeordnet sind.
7. Vermahlungsschnecke (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Außendurchmesser (AD2) der zweiten Schneckenstufe (12) 50 bis 70 % des Außendurchmessers
(AD1) der ersten Schneckenstufe (AD1) beträgt.
8. Vermahlungsschnecke (10) nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schneckensteigung (ST1) der ersten Schneckenstufe (11) größer als eine Schneckensteigung
(ST2) der zweiten Schneckenstufe (12) ist.
9. Vermahlungsschnecke nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneckensteigung (ST2) der zweiten Schneckenstufe (12) über einen Bereich von
360° 40 bis 60 % des Außendurchmessers (AD1) der ersten Schneckenstufe (11) beträgt.
10. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei benachbarten Abrasionsblechen (20) jeweils ein Versatz (VBV) im Bereich
von 0,1 bis 0,7 % des Außendurchmessers (AD1) der ersten Schneckenstufe (11) besteht.
11. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Schneckenschaft (13) aufweist, an dessen Stirnseite ein kreisförmiges zweites
Abrasionsblech (30) angeordnet ist.
12. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes Abrasionsblech (20, 30) eine Dicke (VBD) hat, die 1 bis 6 % des Außendurchmessers
(AD1) der ersten Schneckenstufe (11) entspricht.
13. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abrasionsbleche (20, 30) aus einem Verbundmaterial bestehen, das zumindest eine
Deckschicht mit einer Vickers-Härte von mindestens 700 HV10 und eine schweißbare Trägerschicht
aufweist.
14. Vermahlungsschnecke (10) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht eine Eisenbasislegierung aufweist, die Carbide enthält, welche ausgewählt
sind aus der Gruppe, bestehend aus Chromcarbiden, Niobcarbiden, Titancarbiden, Vanadiumcarbiden,
Wolframcarbiden und Gemischen dieser Carbide.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Vermahlungsschnecke (10), aufweisend eine erste Schneckenstufe (11) und eine zweite
Schneckenstufe (12), wobei der Außendurchmesser (AD2) der zweiten Schneckenstufe (12)
50 bis 70 % des Außendurchmessers (AD1) der ersten Schneckenstufe (AD1) beträgt, wobei
mehrere im Wesentlichen trapezförmige erste Abrasionsbleche (20), so auf einer Oberfläche
der zweiten Schneckenstufe (12) der Vermahlungsschnecke (10) angeordnet sind, dass
zwischen jeweils zwei benachbarten ersten Abrasionsblechen (20) ein Spalt (40) freibleibt,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei benachbarten ersten Abrasionsblechen (20) jeweils ein Versatz (VBV)
im Bereich von 0,1 bis 0,7 % des Außendurchmessers (AD1) der ersten Schneckenstufe
(11) besteht.
2. Vermahlungsschnecke (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Abrasionsbleche auf einer Schneckenwindungslänge (VBW) in einem Bereich
von 180° bis 360° angeordnet sind.
3. Vermahlungsschnecke (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Bereich 10 bis 20 erste Abrasionsbleche (20) angeordnet sind.
4. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Breite (SA1) des Spaltes (20) mindestens der Dicke (VBD) der ersten Abrasionsbleche
(20) entspricht.
5. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Grundseite der ersten Abrasionsbleche kreisbogenförmig ist.
6. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schneckensteigung (ST1) der ersten Schneckenstufe (11) größer als eine Schneckensteigung
(ST2) der zweiten Schneckenstufe (12) ist.
7. Vermahlungsschnecke nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneckensteigung (ST2) der zweiten Schneckenstufe (12) über einen Bereich von
360° 40 bis 60 % des Außendurchmessers (AD1) der ersten Schneckenstufe (11) beträgt.
8. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Schneckenschaft (13) aufweist, an dessen Stirnseite ein kreisförmiges zweites
Abrasionsblech (30) angeordnet ist.
9. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Abrasionsblech (20, 30) eine Dicke (VBD) hat, die 1 bis 6 % des Außendurchmessers
(AD1) der ersten Schneckenstufe (11) entspricht.
10. Vermahlungsschnecke (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Abrasionsbleche (20, 30) aus einem Verbundmaterial bestehen, das zumindest eine
Deckschicht mit einer Vickers-Härte von mindestens 700 HV10 und eine schweißbare Trägerschicht
aufweist.
11. Vermahlungsschnecke (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht eine Eisenbasislegierung aufweist, die Carbide enthält, welche ausgewählt
sind aus der Gruppe, bestehend aus Chromcarbiden, Niobcarbiden, Titancarbiden, Vanadiumcarbiden,
Wolframcarbiden und Gemischen dieser Carbide.