[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Verpackungsmaschine gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] In vielen Bereichen des Maschinenbaus werden aus Kostengründen aufwendig mechanisch
bearbeitete Bauteile durch einfache Blechkonstruktionen ersetzt. Allerdings sind diese
kostengünstigeren Blechkonstruktionen im unbearbeiteten Zustand oft nicht in der Lage,
die benötigten Maß- bzw. Form- und Lagetoleranzen für die Verwendung in Montagebaugruppen,
insbesondere bei beweglichen Baukonstruktionen, zu gewährleisten. Dies führt häufig
zum "Verspannen" von statisch überbestimmten Systemen.
[0003] Die
EP 3 241 763 A1 offenbart eine Kammerbandmaschine mit einer Siegelvorrichtung für einen Siegelvorgang,
wobei die Siegelvorrichtung eine innerhalb des Deckels der Kammerbandmaschine mittels
einer aufblasbaren Membran versetzbar gelagerte Siegelschiene aufweist.
[0004] Hinsichtlich der eingangs genannten Problematik des "Verspannens" bei der Verwendung
einfacher kostengünstiger Blechkonstruktionen innerhalb komplexer, ggf. beweglicher
Montagebaugruppen liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Verpackungsmaschine
zur Verfügung zu stellen, bei welcher durch den Einsatz einfacher, technischer Mittel
eine Lösung zur Behebung dieser Problematik geschaffen wird.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Verpackungsmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0006] Die Erfindung betrifft eine Verpackungsmaschine, die für einen Arbeitsvorgang mindestens
eine relativ zu einem Maschinenrahmen mittels mindestens einer Pneumatikeinheit zwischen
einer ersten und einer zweiten Position verstellbar gelagerte Arbeitskomponente aufweist.
[0007] Es ist die Idee der Erfindung, dass zumindest teilweise innerhalb eines entlang einer
Achse linear verstellbar gelagerten Kolbens der Pneumatikeinheit ein relativ zu der
Achse neigbar befestigtes Koppelglied angeordnet ist, über welches die Pneumatikeinheit
mit der Arbeitskomponente verbunden ist. Eine Verstellbewegung des Kolbens wird damit
mittelbar über das daran neigbar befestigte Koppelglied auf die Arbeitskomponente
übertragen, wobei der Kolben und das daran befestigte Koppelglied eine Einheit bilden,
die als ein Ausgleichszylinder wirkt, wodurch es möglich ist, die beim Kanten bzw.
Schweißen entstandenen Ungenauigkeiten der Montagebaugruppe, insbesondere während
eines Verstellens der Arbeitskomponente, auszugleichen (Ausgleichsfunktion).
[0008] Dadurch, dass gemäß der Erfindung das Koppelglied wenigstens teilweise innerhalb
des Kolbens der Pneumatikeinheit integriert aufgenommen ist, bietet die Erfindung
eine kompakte Bauweise, bei welcher mittels der Ausgleichszylinderfunktion an der
Pneumatikeinheit Winkelfehler, wie auch Ungenauigkeiten entlang verschiedener Raumrichtungen,
im zusammengebauten Zustand der Montagebaugruppe kompensierbar sind.
[0009] Ein weiterer großer Vorteil der bei der Erfindung eingesetzten Pneumatikeinheit mit
Ausgleichsfunktion besteht darin, dass es selbst bei einer nicht synchronisierten
Verfahrbewegung mehrerer mit der Arbeitskomponente erfindungsgemäß verbundener Pneumatikeinheiten
nicht zum Verspannen bzw. Klemmen der Bauteile kommt, weil die jeweiligen Pneumatikeinheiten
untereinander gewisse Montageungenauigkeiten gut kompensieren können. Dadurch wird
eine einwandfreie Funktion der Arbeitskomponente, beispielsweise einer Siegeleinheit
mit Siegelschiene, gewährleistet.
[0010] Gemäß einer Variante ist das Koppelglied als ein ausgedehnter, ggf. mehrteiliger,
starrer Körper ausgebildet, wobei es an seinen jeweiligen Enden zwischen der Pneumatikeinheit
und der Arbeitskomponente beweglich aufgehängt ist. Vorzugsweise ist das Koppelglied
während des Betriebs in einer Gleichgewichtslage ausgerichtet, in welcher es vertikal
angeordnet ist. Sofern das Koppelglied während des Betriebs zum Erreichen des oben
beschriebenen Ausgleichseffekts aus seiner Gleichgewichtslage heraus gelenkt wird,
kann es innerhalb eines Arbeitstaktes selbsttätig durch eine auf das Koppelglied wirkende
Rückstellkraft wieder in seine Gleichgewichtslage zurückschwenken.
[0011] Im abstrakten Sinne kann das Koppelglied zwischen dem linear verschiebbar angeordneten
Kolben der Pneumatikeinheit und der damit bewegten Arbeitskomponente wie ein physikalisches
Pendel gekoppelt sein, wodurch es möglich ist, die mittels des Kolbens durchgeführte
lineare Hubbewegung mit einer um einen Auslenkwinkel behafteten Bewegungskomponente,
d.h. entsprechend der Auslenkung des Koppelglieds aus dessen Gleichgewichtslage heraus,
zu ergänzen, um anhand dieser überlagerten Bewegung ein Verspannen der aneinander
gekoppelten Bauteile zu vermeiden.
[0012] Vorzugsweise ist das Koppelglied innerhalb des Kolbens dreiachsig rotierbar zur Achse
gelagert. Es ist damit bezüglich der (Kolben-)Achse in alle Richtungen schwenkbar
befestigt, sodass hinsichtlich ggf. vorliegender Montageungenauigkeiten eine maximale
Ausgleichsfunktion vorliegt. Die Verbindung des Kolbens mit der Arbeitskomponente
über das bewegliche Koppelglied ermöglicht ein ausreichendes Spiel, um zuverlässig
ein Verspannen bzw. Verklemmen zwischen dem linear geführten Kolben und der damit
bewegten, allerdings nicht starr mit dem Kolben verbundenen Arbeitskomponente zu verhindern.
Hinzu kommt, dass das damit in allen Richtungen gelenkig gelagerte Koppelglied besonders
bei wiederkehrenden Arbeitsvorgängen, insbesondere zur Vermeidung von Materialermüdungserscheinungen,
vorteilhaft einsetzbar ist, damit die Verpackungsmaschine auf lange Sicht einwandfrei
arbeiten kann.
[0013] Vorteilhaft ist es, wenn der Kolben eine zumindest teilweise hohl ausgebildete Kolbenstange
aufweist, innerhalb welcher das Koppelglied gelenkig befestigt ist. Ein solcher Kolben
bildet zusammen mit dem zumindest teilweise darin aufgenommenen Koppelglied eine kompakte
Ausgleichszylindereinheit und ist gleichzeitig einfach herstellbar.
[0014] Vorzugsweise weist das Koppelglied an einem ersten Ende ein erstes Gelenk, womit
es innerhalb des Kolbens gelenkig befestigt ist, und/oder an einem zweiten Ende ein
zweites Gelenk auf, womit es gelenkig mit der Arbeitskomponente verbunden ist. Dadurch
kann gezielt zwischen der Pneumatikeinheit und der mittels dieser verstellbar gelagerten
Arbeitskomponente ein mechanisches Spiel geschaffen werden, das vorteilhaft zur Vermeidung
statischer Verspannungen zwischen den gekoppelten Bauteilen eine Ausgleichsfunktion
herstellt, selbst wenn es über längere Zeit zu zahlreichen Wiederholungen des mittels
der Arbeitskomponente durchgeführten Arbeitsprozesses kommt.
[0015] Gemäß einer verbesserten Variante ist vorgesehen, dass das erste und das zweite Gelenk
jeweils ein Schwenk- oder ein Kugelgelenk sind. Diese Gelenke bilden eine einfach
und kostengünstig realisierbare Lösung, die sich konstruktiv hervorragend für die
Ausgleichsfunktion zwischen der Pneumatikeinheit und der daran befestigten Arbeitskomponente
eignen.
[0016] Vorzugweise ist das Koppelglied innerhalb des Kolbens mittels eines senkrecht zur
Achse gelagerten Bolzens am Kolben neigbar befestigt. Eine vergleichbare Befestigung
kann auch zwischen dem Koppelglied und der damit verbundenen Arbeitskomponente vorliegen.
Vorzugsweise ist das Koppelglied zur Erfüllung einer Austausch- und/oder Umbaufunktion
lösbar innerhalb des Kolbens befestigt.
[0017] Eine Ausführungsvariante sieht vor, dass das Koppelglied einen daran austauschbar
befestigten Verbinderstift umfasst, um eine vorbestimmte Längserstreckung des Koppelglieds
zu erhalten. Es können hierbei jeweils unterschiedlich lange Verbinderstifte am Koppelglied
zum Einsatz kommen, um das Koppelglied als solches unterschiedlich lang für einen
bestimmten Zweck auszubilden, beispielsweise um an verschiedenen Verpackungsmaschinentypen
und/oder mit verschiedenen Arbeitskomponenten verwendet zu werden. Insbesondere lässt
sich dadurch eine variierbare Siegeleinstellhöhe einstellen, sodass mittels der Verpackungsmaschine
ein Herstellen unterschiedlicher Produktchargen mit verschiedenen Produktgrößen möglich
ist.
[0018] Eine vorteilhafte Variante sieht vor, dass eine Hubbewegung an der Arbeitskomponente
mittels mehrerer mit ihr verbundenen Pneumatikeinheiten durchführbar ist und/oder
die Arbeitskomponente entlang einer Führung verschiebbar gelagert ist. Der im Bereich
der Pneumatikeinheit(en) zweckmäßig mit einem mechanischen Spiel versehene Antrieb
zum Ausgleich von Montageungenauigkeiten kann damit sinnvoll mittels der Führung kompensiert
werden, um die Pneumatik-Antriebsbewegung präzise dergestalt auf die Arbeitskomponente
zu übertragen, dass sie positionsgenau aus der ersten in die zweite Position überführt
werden kann, in welcher ein mittels der Arbeitskomponente durchgeführter Arbeitsvorgang,
beispielsweise ein Siegel-, Abdicht- und/oder Schneidvorgang stattfindet. So betrachtet
kann der bei der Erfindung zweckgemäß zum Ausgleich von Lage- und Montageungenauigkeiten
versehene Pneumatikantrieb in Zusammenspiel mit der Führung sicherstellen, dass die
Arbeitskomponente ohne zu verkanten präzise in ihre Arbeitsposition bewegt werden
kann.
[0019] Vorzugsweise sind die mehreren Pneumatikeinheiten nebeneinander, insbesondere in
einer Reihe, an der Verpackungsmaschine angeordnet, damit die jeweiligen Pneumatikeinheiten
versetzt an unterschiedlichen Stellen entlang der Arbeitskomponente ansetzen, um diese
im Betrieb zwischen den jeweiligen Arbeitspositionen zu verlagern.
[0020] Vorzugsweise umfasst die Verpackungsmaschine eine Siegelstation und die Arbeitskomponente
ist als eine daran verstellbar befestigte Siegelschiene ausgebildet. Speziell für
die Anwendung an der Siegelstation ist die erfindungsgemäße Pneumatikeinheit mit Ausgleichsfunktion
hervorragend geeignet, um die daran gekoppelte Siegelschiene gemäß einem Maschinentakt
der Verpackungsmaschine immer wieder aufs Neue zwischen den jeweiligen Positionen
spannungsfrei zu verlagern. Vorstellbar wäre es allerdings auch, dass die erfindungsgemäß
ausgebildete Pneumatikeinheit bzw. mehrere davon zur Bewegung einer an einer Formstation,
Einlegestation, Begasungsstation und/oder Schneidstation bewegbar gelagerten Arbeitskomponente
zum Einsatz kommt.
[0021] Vorteilhaft ist es, wenn die Pneumatikeinheit auf einem Deckel der Siegelstation
angeordnet ist, wobei das Koppelglied der Pneumatikeinheit mit der innerhalb des Deckels
positionierten Siegelschiene verbunden ist. Die auf dem Deckel der Siegelstation vorgesehene
Positionierung der Pneumatikeinheit gibt innerhalb des Deckels Platz frei, um andere
Arbeitsmodule vorzusehen.
[0022] Hinzu kommt, dass die auf dem Deckel, d.h. nicht innerhalb des Deckels, positionierte
Pneumatikeinheit hervorragend mit Druckluft versorgt werden kann und ferner besser
für Service- und/oder Reinigungsprozesse erreichbar ist.
[0023] Vorzugsweise weist die Verpackungsmaschine mindestens vier Pneumatikeinheiten auf.
Diese lassen sich besonders wirksam für einen gekoppelten pneumatischen Betrieb ansteuern
und können die Arbeitskomponente, beispielsweise eine länglich ausgebildete und mit
den jeweiligen Pneumatikeinheiten gekoppelte Siegelschiene, spannungsfrei sowie mit
einer vorbestimmten Kraft und Geschwindigkeit in die Arbeitsposition versetzen und
in dieser gedrückt halten.
[0024] Das erfinderische Prinzip hat sich insbesondere vorteilhaft an einer Verpackungsmaschine
erwiesen, die eine Kammerbandmaschine ist. Vorzugsweise handelt es sich um eine Kammerbandmaschine,
deren Siegelstation mit zwei Siegelschienen ausgerüstet ist und eine beidseitige Beladung
ermöglicht.
[0025] Im Folgenden wird ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand von
Zeichnungen näher dargestellt. Im Einzelnen zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Verpackungsmaschine, die in Form einer Kammerbandmaschine ausgebildet
ist,
- Fig. 2
- eine im Schnitt Q-Q der Figur 1 vergrößerte Darstellung im Bereich des Deckels der
Verpackungsmaschine,
- Fig. 3
- eine vergrößerte Darstellung der erfindungsgemäß eingesetzten Pneumatikeinheit mit
Ausgleichsfunktion und
- Fig. 4
- ein isoliert dargestelltes Koppelglied, der bei der erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine
eingesetzten Pneumatikeinheit.
[0026] Gleiche Komponenten sind in den Figuren durchgängig mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0027] Figur 1 zeigt eine Verpackungsmaschine 1, die in Form einer Kammerbandmaschine 2
ausgebildet ist. Die Kammerbandmaschine 2 umfasst eine Siegelstation 3 für einen Siegelvorgang
S und eine Transportvorrichtung 4 für einen Beladeprozess der Siegelstation 3. Die
in Figur 1 gezeigte Kammerbandmaschine 2 ist für einen beidseitigen Beladeprozess
ausgebildet. In Transportrichtung P betrachtet, werden auf einem Förderband 5 der
Transportvorrichtung 4 Produkte 6 der Siegelstation 2 für einen Arbeitsvorgang A,
insbesondere einen Siegelvorgang S, zugeführt.
[0028] In Figur 1 besitzt die Siegelstation 3 einen Deckel 7, der mittels eines Antriebs
8 relativ zu einem Maschinenrahmen 10 der Verpackungsmaschine 1 vertikal höhenverstellbar
gelagert ist. Auf dem Deckel 7 sind in einer ersten Reihe R1 und in einer zweiten
Reihe R2, jeweils in Produktionsrichtung P aneinandergereiht fünf Pneumatikeinheiten
9 positioniert. Die jeweiligen in Fünfergruppen angeordneten Pneumatikeinheiten 9
sind dazu ausgebildet, jeweilige innerhalb des Deckels 7 angeordnete Arbeitskomponenten
14, insbesondere beidseitig innerhalb des Deckels 7 positionierte Siegelschienen 15
(siehe Figur 2), zu bewegen.
[0029] Figur 2 zeigt in perspektivischer Schnittdarstellung entlang dem Schnitt Q-Q gemäß
Figur 1 zwei Pneumatikeinheiten 9 mit Ausgleichsfunktion. Das erfinderische Prinzip
wird im Folgenden anhand einer der auf dem Deckel 7 befestigten Pneumatikeinheiten
9 beschrieben.
[0030] Für die Ausgleichsfunktion weist die Pneumatikeinheit 9 einen Kolben 11 auf, der
innerhalb der Pneumatikeinheit 9 entlang einer Achse 12 linear verstellbar gelagert
ist. Der Kolben 11 ist derart hohl ausgebildet, dass in ihm zumindest teilweise ein
Koppelglied 13 aufgenommen ist, das relativ zu der Achse 12 neigbar gelagert ist.
Über das Koppelglied 13 ist die Pneumatikeinheit 9 mit einer im Deckel 7 der Siegelstation
3 angeordneten Arbeitskomponente 14 verbunden.
[0031] Gemäß Figur 2 ist die Arbeitskomponente 14 innerhalb der Siegelstation 3 als Siegelschiene
15 ausgebildet. Die Siegelschiene 15 bildet ein Werkzeug zum Verschließen der der
Siegelstation 3 zugeführten Produkte 6. Die Siegelschiene 15 ist anhand einer Hubbewegung
17 mittels der Pneumatikeinheit 9 zwischen einer ersten Position P1 und einer zweiten
Position P2 verstellbar gelagert. In der ersten Position P1 ist sie innerhalb des
Deckels 7 nach oben angehoben positioniert. In der zweiten Position P2 ist die Siegelschiene
15 in einer Siegellage positioniert, in welcher sie die der Siegelstation 3 zugeführten
Produkte 6 in einer vorbestimmten Siegelhöhe versiegelt.
[0032] Weiter zeigt Figur 2, dass die Pneumatikeinheit 9 einen Druckluftanschluss 18 aufweist,
über den zur linearen Verstellung des Kolbens 11 Druckluft ins Innere der Pneumatikeinheit
9 gefördert wird, um den Kolben 11 nach unten zu drücken. Die Siegelschiene 15 kann
dadurch über die Kolbenbewegung und das zwischen dem Kolben 11 und ihr befestigte
Koppelglied 13 in die Siegellage versetzt werden.
[0033] Mittels einer innerhalb der Pneumatikeinheit 9 am Umfang des Kolbens 11 angeordneten
Feder 19 wirkt auf den mittels Druckluft nach unten gedrückten Kolben 11 eine Rückstellkraft
F, um den Kolben 11 in seine obere Ausgangslage zurück zu bringen, in welcher die
Siegelschiene 15 in der ersten Position P1 angeordnet ist. Ferner zeigt Figur 2, dass
die Siegelschiene 15 entlang einer Führung 16 zwischen der ersten Position P1 und
der zweiten Position P2 verstellbar gelagert ist.
[0034] Die im Zusammenhang mit der Pneumatikeinheit 9 gemäß Figur 2 beschriebenen Merkmale
treffen auch auf die anderen auf dem Deckel 7 angeordneten Pneumatikeinheiten 9 zu.
[0035] Figur 3 zeigt die an der erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine 1, insbesondere die
an der gemäß Figur 1 gezeigten Kammerbandmaschine 2, eingesetzte Pneumatikeinheit
9 in Schnittdarstellung vergrößert.
[0036] In Figur 3 ist die Verbindung zwischen der Pneumatikeinheit 9 und der Siegelschiene
15 ohne den Deckel 7 der Siegelstation 3 dargestellt. Figur 3 zeigt, dass der Kolben
11 eine hohl ausgebildete Kolbenstange 20 aufweist. Das Koppelglied 13 ist beinahe
komplett innerhalb der hohl ausgebildeten Kolbenstange 20 aufgenommen.
[0037] Figur 3 zeigt auch, dass der Kolben 11 der Pneumatikeinheit 9 mit seinem unteren
Ende 21 auf einer an der Arbeitskomponente 14 ausgebildeten Oberfläche 22 aufsitzt,
daran allerdings nicht starr befestigt ist. Das untere Ende 21 des Kolbens 11 kann
daher, sofern das Koppelglied 13 um einen in Figur 3 beispielhaft dargestellten Auslenkwinkel
α aus dessen vertikalen Gleichgewichtslage G herausgelenkt wird, entlang der Oberfläche
22 ausweichen, damit es zu keinem Verspannen zwischen dem Kolben 11 und der Siegelschiene
15 kommt.
[0038] Das Koppelglied 13 ragt über den Kontaktbereich zwischen dem unteren Ende 21 des
Kolbens 11 und der Oberfläche 22 hinaus in eine an der Siegelschiene 15 ausgebildete
Aufnahme 23 hinein, in welcher es beweglich befestigt ist. Figur 3 zeigt auch, dass
ein erstes Ende 24 des Koppelglieds 13 innerhalb der hohl ausgebildeten Kolbenstange
20 mittels eines ersten Bolzens 25 und ein zweites Ende 26 des Koppelglieds 13 innerhalb
der Aufnahme 24 der Siegelschiene 15 mittels eines zweiten Bolzens 27 beweglich befestigt
sind.
[0039] Das erste Ende 24 des Koppelglieds 13 umfasst ein erstes Gelenk 28, womit es innerhalb
des Kolbens 11 gelenkig befestigt ist. Das zweite Ende 26 des Koppelglieds 13 umfasst
ein zweites Gelenk 29, womit das Koppelglied 13 gelenkig mit der Siegelschiene 15
innerhalb dessen Aufnahme 23 befestigt ist.
[0040] Gemäß Figur 3 besitzt das Koppelglied 13 zwischen dem ersten Ende 24 und dem zweiten
Ende 26 einen Verbinderstift 30, um eine vorbestimmte Längserstreckung L des Koppelglieds
13 zu erhalten. Der Verbinderstift 30 ist an seinen jeweiligen Enden mit einem Gewinde
ausgebildet, woran die jeweiligen Enden 24, 26 des Koppelglieds 13 angeschraubt befestigt
sind. Der Verbinderstift 30 kann hinsichtlich einer vorbestimmten Siegelhöhe unterschiedlich
lang ausgebildet sein.
[0041] Figur 4 zeigt das Koppelglied 13 in isolierter Darstellung. Das erste Gelenk 28 umfasst
ein erstes Kugelgelenk 31 und das zweite Gelenk 29 ein zweites Kugelgelenk 32. Die
jeweiligen Kugelgelenke 31, 32 gestatten es, dass das Koppelglied 13 innerhalb des
Kolbens 11 dreiachsig um dessen Aufhängungspunkt 40 (siehe Figur 3) rotierbar relativ
zur Achse 12 gelagert ist. Der an der Pneumatikeinheit 9 linear geführte Kolben 11
lässt sich damit über das Koppelglied 13 derart mit der Arbeitskomponente 14, d.h.
der Siegelschiene 15, verbinden, dass während der Hubbewegung 17 keine statischen
Verspannungen bzw. ein Verkanten zwischen der Pneumatikeinheit 9 und der Arbeitskomponente
14 auftreten.
[0042] Das erfindungsgemäße Prinzip wurde anhand einer an der Pneumatikeinheit 9 befestigten
in Form einer Siegelschiene 15 ausgebildeten Arbeitskomponente 14 beschrieben. Nichtsdestotrotz
lässt sich das erfindungsgemäße Prinzip auch an anderen verstellbar gelagerten Arbeitskomponenten
anwenden. Vorstellbar wäre es beispielsweise auch, eine verstellbar gelagerte Schneideinrichtung
anhand des erfindungsgemäßen Prinzips verstellbar zu lagern.
1. Verpackungsmaschine (1), die für einen Arbeitsvorgang (A) mindestens eine relativ
zu einem Maschinenrahmen (10) mittels mindestens einer Pneumatikeinheit (9) zwischen
einer ersten und einer zweiten Position (P1, P2) verstellbar gelagerte Arbeitskomponente
(14) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest teilweise innerhalb eines entlang einer Achse (12) linear verstellbar gelagerten
Kolbens (11) der Pneumatikeinheit (9) ein relativ zu der Achse (12) neigbar befestigtes
Koppelglied (13) angeordnet ist, über welches die Pneumatikeinheit (9) mit der Arbeitskomponente
(14) verbunden ist.
2. Verpackungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelglied (13) innerhalb des Kolbens (11) dreiachsig rotierbar zur Achse (12)
gelagert ist.
3. Verpackungsmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (11) eine zumindest teilweise hohl ausgebildete Kolbenstange (20) aufweist,
innerhalb welcher das Koppelglied (13) gelenkig befestigt ist.
4. Verpackungsmaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelglied (13) an einem ersten Ende (24) ein erstes Gelenk (28), womit es innerhalb
des Kolbens (11) gelenkig befestigt ist, und/oder an einem zweiten Ende (26) ein zweites
Gelenk (29) aufweist, womit es gelenkig mit der Arbeitskomponente (14) verbunden ist.
5. Verpackungsmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Gelenk (28, 29) jeweils ein Schwenk- oder ein Kugelgelenk
(31, 32) sind.
6. Verpackungsmaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelglied (13) innerhalb des Kolbens (11) mittels eines senkrecht zur Achse
(12) gelagerten ersten Bolzens (25) am Kolben (11) neigbar befestigt ist.
7. Verpackungsmaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelglied (13) einen daran austauschbar befestigten Verbinderstift (30) umfasst,
um eine vorbestimmte Längserstreckung (L) des Koppelglieds (13) zu erhalten.
8. Verpackungsmaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Hubbewegung (17) an der Arbeitskomponente (14) mittels mehrerer mit ihr verbundenen
Pneumatikeinheiten (9) durchführbar ist und/oder die Arbeitskomponente (14) entlang
einer Führung (16) verschiebbar gelagert ist.
9. Verpackungsmaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackungsmaschine (1) eine Siegelstation (3) umfasst und die Arbeitskomponente
(14) eine daran verstellbar befestigte Siegelschiene (15) ist.
10. Verpackungsmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Pneumatikeinheit (9) auf einem Deckel (7) der Siegelstation (3) angeordnet ist,
wobei das Koppelglied (13) der Pneumatikeinheit (9) mit der innerhalb des Deckels
(7) positionierten Siegelschiene (15) verbunden ist.
11. Verpackungsmaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackungsmaschine (1) mindestens vier Pneumatikeinheiten (9) aufweist.
12. Verpackungsmaschine nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackungsmaschine (1) eine Kammerbandmaschine (2) ist.