[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abtrennung für einen Abwasserkanal, wobei
die Abtrennung eine Stauwand aufweist, die im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung
in den Abwasserkanal den Abwasserkanal gegenüber einer außerhalb des Abwasserkanals
liegenden Entlastungsseite abgrenzt, wobei die Stauwand zumindest einen zwischen einer
Schließstellung und einer Offenstellung bewegbaren Wandabschnitt aufweist, wobei die
Stauwand im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts eine erste Stauhöhe aufweist, wenn
der bewegbare Wandabschnitt seine Offenstellung aufweist, und wobei die Stauwand im
Bereich des bewegbaren Wandabschnitts eine zweite Stauhöhe aufweist, wenn der bewegbare
Wandabschnitt seine Schließstellung aufweist, wobei die erste Stauhöhe kleiner ist
als die zweite Stauhöhe.
[0002] Ferner wird ein Verfahren zur Notentlastung eines Abwasserkanals mit Hilfe einer
den Abwasserkanal gegenüber einer Entlastungsseite abgrenzenden Abtrennung vorgeschlagen,
wobei die Abtrennung eine Stauwand aufweist, die den Abwasserkanal gegenüber der außerhalb
des Abwasserkanals liegenden Entlastungsseite abgrenzt, wobei die Stauwand zumindest
einen Wandabschnitt aufweist, der zwischen einer Schließstellung und einer Offenstellung
bewegt wird, wobei die Stauwand im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts eine erste
Stauhöhe aufweist, wenn der bewegbare Wandabschnitt seine Offenstellung aufweist,
und wobei die Stauwand eine zweite Stauhöhe aufweist, wenn der bewegbare Wandabschnitt
seine Schließstellung aufweist, wobei die erste Stauhöhe kleiner ist als die zweite
Stauhöhe.
[0003] Eine bekannte Abtrennung für einen Abwasserkanal mit variabler Stauhöhe ist beispielsweise
in der
EP 1 580 339 A2 beschrieben. Die Stauwand ist hier mit einem Hydraulikzylinder verbunden, der ein
Verschwenken der Stauwand und damit ein Regulieren der Stauhöhe ermöglicht.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Abtrennung für einen Abwasserkanal
vorzuschlagen, die eine variable Stauhöhe ermöglicht und hierbei eine geringe Störanfälligkeit
aufweist.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Abtrennung und ein Verfahren mit den Merkmalen
der unabhängigen Patentansprüche.
[0006] Generell sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Abwasserkanal
gemäß der vorliegenden Erfindung um ein Bauwerk handelt, das der gezielten Leitung
von häuslichem, kommunalem und/oder industriellem Abwasser dient. Der Abwasserkanal
hat somit eine Länge von mehreren Metern bis Kilometern und eine quer zur Strömungsrichtung
verlaufende Breite von wenigstens 50 cm. Der Abwasserkanal im Sinne der nachfolgenden
Beschreibung ist Teil der Kanalisation.
[0007] Der Volumenstrom des durch den Abwasserkanal strömenden Abwassers ist abhängig von
zahlreichen Faktoren, wie beispielsweise Uhrzeit, Wetterlage (regnerisch oder trocken)
oder auch dem Stattfinden von Großereignissen, wie beispielsweise Festivals oder Fußballspielen.
Hierdurch schwankt auch der Abwasservolumenstrom innerhalb des Abwasserkanals über
die Zeit deutlich.
[0008] Um zu verhindern, dass es bei zu hohem Abwasservolumenstrom zu einer übermäßigen
Belastung nachfolgender Klärvorrichtungen (Siebrechen, Kläranlage, etc.) oder einer
Verstopfung des Abwasserkanals kommt, ist es bekannt, Abwasserkanäle mit einer Notentlastungseinrichtung
auszustatten. Die Notentlastungseinrichtung mündet vom Abwasserkanal auf eine Entlastungsseite
außerhalb des Abwasserkanals, die beispielsweise in einem Vorfluter enden kann. Wird
die Notentlastungseinrichtung geöffnet, so strömt Abwasser aus dem Abwasserkanal,
so dass der Abwasservolumenstrom stromabwärts der Notentlastungseinrichtung geringer
ist als stromaufwärts. Der Notentlastungseinrichtung nachgeordnete Bauwerke oder Anlagen
werden im Zuge dessen mit einem verringerten Abwasservolumenstrom beschickt.
[0009] Die vorliegende Abtrennung bildet nun einen Teil der seitlichen Wandung des Abwasserkanals
und dient damit der Führung des Abwassers innerhalb des Abwasserkanals.
[0010] Die Abtrennung weist eine Stauwand auf, die im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung
in den Abwasserkanal den Abwasserkanal gegenüber einer außerhalb des Abwasserkanals
liegenden Entlastungsseite abgrenzt. Die Abtrennung bildet also vorzugsweise einen
Teil der Wandung des Abwasserkanals.
[0011] Die Stauwand weist ferner zumindest einen zwischen einer Schließstellung und einer
Offenstellung bewegbaren Wandabschnitt auf, wobei die Stauwand im Bereich des bewegbaren
Wandabschnitts eine erste Stauhöhe aufweist, wenn der bewegbare Wandabschnitt seine
Offenstellung aufweist, und wobei die Stauwand im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts
eine zweite Stauhöhe aufweist, wenn der bewegbare Wandabschnitt seine Schließstellung
aufweist, wobei die erste Stauhöhe kleiner ist als die zweite Stauhöhe.
[0012] Selbstverständlich kann die Abtrennung auch mehrere entsprechend ausgebildete bewegbare
Wandabschnitte aufweisen, die dann vorzugsweise in Strömungsrichtung des Abwassers
im Abwasserkanal hintereinander angeordnet sind und eine gemeinsame Staufläche bilden.
[0013] Der bewegbare Wandabschnitt ist vorzugsweise flächig ausgebildet und insbesondere
aus Metall gefertigt. Vorzugsweise umfasst die Abtrennung neben einem oder mehreren
bewegbaren Wandabschnitten auch einen oder mehrere starre, unbewegbare Wandabschnitte,
wobei die Wandabschnitte gemeinsam die Stauwand bilden.
[0014] Insbesondere bildet die Stauwand einen Abschnitt einer seitlichen Wandung des Abwasserkanals,
wobei die übrigen Abschnitte der Wandung durch ein Mauerwerk oder eine Betonwand gebildet
sein können.
[0015] Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass die Abtrennung einen Entlastungsmechanismus
umfasst, der ein automatisches Öffnen des bewegbaren Wandabschnitts bewirkt, sobald
der Abwasserspiegel im Abwasserkanal im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts bei
geschlossenem Wandabschnitt auf einen definierten oberen Betrag angestiegen ist. Der
Entlastungsmechanismus, der vorzugsweise ausschließlich mechanisch wirkende Bauteile
umfasst, bewirkt also, dass sich der oder die bewegbaren Wandabschnitte automatisch,
d.h. ohne manuellen Eingriff eines Bedieners oder einer Steuereinheit, öffnen. Hierdurch
wird die wirksame Stauhöhe der gesamten Stauwand verringert, so dass Abwasser durch
die Öffnung, die der geöffnete Wandabschnitt freigibt, auf die Entlastungsseite strömen
kann. Der Abwasservolumenstrom stromabwärts des entsprechenden Wandabschnitts wird
hierdurch verringert.
[0016] Vorzugsweise weist der bewegbare Wandabschnitt eine Höhe zwischen 20 cm und 150 cm
auf. Die Länge, d.h. die räumliche Erstreckung des bewegbaren Wandabschnitts in Strömungsrichtung
des im Abwasserkanal strömenden Abwassers, beträgt vorzugsweise zwischen 50 cm und
250 cm.
[0017] Ferner ist in einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass der Entlastungsmechanismus
einen Energiespeicher umfasst, der den bewegbaren Wandabschnitt mit einer Schließkraft
beaufschlagt. Die Schließkraft hat eine Kraftrichtung, die versucht, den bewegbaren
Wandabschnitt in seine Schließstellung zu bewegen, wenn dieser eine Stellung aufweist,
die von der Schließstellung abweicht. Vorzugsweise wirkt die Schließkraft auch dann
auf den bewegbaren Wandabschnitt, wenn sich dieser in seiner Schließstellung befindet.
Der bewegbare Wandabschnitt kann also insbesondere in jeder Stellung mit der Schließkraft
beaufschlagt sein.
[0018] In jedem Fall ist der Entlastungsmechanismus ausgebildet, ein automatisches Schließen
des bewegbaren Wandabschnitts zu bewirken, wenn der Abwasserspiegel im Abwasserkanal
im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts bei geöffnetem Wandabschnitt auf einen definierten
unteren Betrag gesunken ist. In diesem Fall ist der Wasserdruck, der ausgehend vom
Abwasserkanal auf den bewegbaren Wandabschnitt wirkt, geringer als in dem Fall, in
dem der Wandabschnitt seine Schließstellung einnimmt und der Abwasserspiegel im Abwasserkanal
auf den oben genannten definierten oberen Betrag angestiegen ist.
[0019] Bei dem Energiespeicher handelt es sich um ein Element, das Energie (vorzugsweise
potentielle oder kinetische Energie) aufnimmt, wenn sich der bewegbare Wandabschnitt
ausgehend von seiner Schließstellung in Richtung der Offenstellung bewegt. Ferner
ist er ausgebildet, zwischengespeicherte Energie wieder abzugeben und hierbei ein
Schließen des bewegbaren Wandabschnitts zu bewirken, wenn der Abwasserspiegel innerhalb
des Abwasserkanals im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts wieder auf den genannten
definierten unteren Betrag gesunken ist.
[0020] Zusätzlich zum Energiespeicher oder alternativ zu diesem kann die Abtrennung wenigstens
einen Antrieb (z. B. in Form eines Elektromotors oder eines Hydraulik- oder Pneumatikzylinders)
aufweisen, der den bewegbaren Wandabschnitt mit einer Schließkraft beaufschlagt, wenn
der Abwasserspiegel im Abwasserkanal im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts bei
geöffnetem Wandabschnitt auf einen definierten unteren Betrag gesunken ist. Der Antrieb
ist dabei vorzugsweise mit dem bewegbaren Wandabschnitt und mit einem ortsfest angeordneten
Abschnitt der Abtrennung verbunden und bewirkt oder unterstützt bei seiner Aktivierung
ein Schließen des bewegbaren Wandabschnitts.
[0021] Ferner kann ein Sensor vorhanden sein, der beispielsweise die Stauhöhe im Bereich
des bewegbaren Wandabschnitts, den auf den bewegbaren Wandabschnitt wirkenden Staudruck
des Abwassers oder die Stellung des bewegbaren Wandabschnitts überwacht.
[0022] Der Antrieb sollte ferner mit einer Steuerung in Verbindung stehen oder diese aufweisen,
wobei die Steuerung den Antrieb aktiviert, wenn der Abwasserspiegel im Abwasserkanal
im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts bei geöffnetem Wandabschnitt auf einen definierten
unteren Betrag gesunken ist, so dass dieser den bewegbaren Wandabschnitt mit einer
Schließkraft beaufschlagt, die ein Schließen des bewegbaren Wandabschnitts bewirkt
oder unterstützt.
[0023] Letzterer Fall ist von Vorteil, wenn zusätzlich zum Antrieb auch der genannte Energiespeicher
vorhanden ist. In dieser Ausführung kann es von Vorteil sein, wenn weder die Schließkraft
des Energiespeichers noch die Schließkraft des Antriebs für sich alleine genommen
ausreicht, den bewegbaren Wandabschnitt in seine Schließstellung zu bewegen. Vielmehr
unterstützen sich der Energiespeicher und der Antrieb gegenseitig und bewirken gemeinsam
ein Schließen des bewegbaren Wandabschnitts.
[0024] Denkbar wäre es beispielsweise, dass der oben genannte Sensor erkennt, wenn sich
der bewegbare Wandabschnitt ausgehend von seiner Offenstellung in Richtung seiner
Schließstellung bewegt und die Steuerung in diesem Moment den Antrieb zur Unterstützung
des Energiespeichers aktiviert.
[0025] Der oben genannte definierte obere Betrag des Abwasserspiegels im Abwasserkanal weist
im Übrigen einen Wert auf, der der oberen Stauhöhe entspricht, geringfügig darüber
liegt oder zwischen der oberen und der unteren Stauhöhe liegt. Der definierte untere
Betrag weist hingegen einen Wert auf, der der unteren Stauhöhe entspricht oder zwischen
der oberen und der unteren Stauhöhe und unterhalb des definierten oberen Betrags liegt.
[0026] Mit anderen Worten: Erreicht der Abwasserspiegel den oberen Betrag, öffnet sich der
bewegbare Wandabschnitt. Fällt er auf den unteren Betrag, schließt sich der bewegbare
Wandabschnitt wieder.
[0027] Besondere Vorteile bringt es mit sich, wenn die Abtrennung eine Schwenkachse umfasst,
über die der bewegbare Wandabschnitt zwischen seiner Offenstellung und seiner Schließstellung
verschwenkbar gelagert ist. Die Schwenkachse kann einen oder mehrere Schwenkbolzen
umfassen, die an dem bewegbaren Wandabschnitt oder an einem unbewegbaren Wandabschnitt
der Abtrennung oder auch dem Abwasserkanal bzw. einem seiner Wände befestigt sein
kann. Der oder die Schwenkbolzen sind vorzugsweise in einem Lager (z. B. eine Kugel-
oder Rollenlager) gelagert. Vorzugsweise verläuft die Schwenkachse im bestimmungsgemäßen
Einbau der Abtrennung in den Abwasserkanal horizontal und insbesondere parallel zur
Strömungsrichtung des Abwassers im Abwasserkanal.
[0028] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Energiespeicher durch eine Federanordnung
gebildet ist, die den bewegbaren Wandabschnitt mit einer Federkraft beaufschlagt.
Die Federanordnung kann pro bewegbarem Wandabschnitt eine oder mehrere Zug- oder Druckfedern
aufweisen. Vorzugsweise wird der Energiespeicher durch eine oder mehrere Zugfedern
pro bewegbarem Wandabschnitt gebildet, wobei jede Zugfeder einerseits mit dem bewegbaren
Wandabschnitt und andererseits mit einem ortsfesten Abschnitt der Abtrennung oder
des Abwasserkanals verbunden ist. Die jeweilige Zugfeder wird gedehnt, wenn sich der
bewegbare Wandabschnitt von der Schließstellung in Richtung der Offenstellung bewegt.
Durch Öffnen des bewegbaren Wandabschnitts öffnet sich ein Teil der Stauwand, so dass
Abwasser vom Abwasserkanal zur Entlastungsseite strömt. Der bewegbare Wandabschnitt
ist dabei vorzugsweise derart gelagert, dass er beim Öffnen in Richtung der Entlastungsseite
aufschwenkt, wobei die Schwenkachse vorzugsweise im unteren Bereich des bewegbaren
Wandabschnitts angeordnet ist. Strömt das Abwasser nun vom Abwasserkanal auf die Entlastungsseite,
so überströmt es den geöffneten bewegbaren Wandabschnitt und drückt diesen in Richtung
dessen Offenstellung und dabei gegen die Federkraft der Zugfeder(n), die dadurch gespannt
werden. Fällt der Abwasserspiegel innerhalb des Abwasserspiegels durch das Abfließen
des Abwassers auf die Entlastungsseite, so erreicht der Abwasserspiegel nach einer
gewissen Zeit den genannten definierten unteren Betrag, in dem der auf den bewegbaren
Wandabschnitt wirkende Wasserdruck des Abwassers geringer ist als die Federkraft des
oder der Zugfedern bzw. geringer ist als die Schließkraft, die die Zugfedern und ein
eventuell vorhandener Antrieb auf den bewegbaren Wandabschnitt ausübt. Der bewegbare
Wandabschnitt wird ab diesem Zeitpunkt von der oder den Federn (eventuell gemeinsam
mit dem Antrieb) wieder in seine Schließstellung bewegt.
[0029] Alternativ können ein oder mehrere der vorhandenen Energiespeicher z. B. auch als
Druckluftfeder oder als flexibler Puffer (z. B. aus Gummi) ausgebildet sein.
[0030] Das Schließen des bewegbaren Wandabschnitts erfolgt also beispielsweise ausschließlich
mit Hilfe des Energiespeichers, ohne dass ein elektrisch betriebener Antrieb vorhanden
wäre.
[0031] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Abtrennung eine Halteanordnung aufweist,
mit deren Hilfe der bewegbare Wandabschnitt im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung
in den Abwasserkanal in seiner Schließstellung fixierbar ist. Die Halteanordnung umfasst
ein oder mehrere mechanisch wirkende Elemente, wie beispielsweise einen Riegel, der
mit einem Gegenstück zusammenwirkt und den bewegbaren Wandabschnitt in seiner Schließstellung
fixiert, bis die Halteanordnung, wie nachfolgend näher beschrieben, gelöst wird, wenn
der Abwasserspiegel den genannten definierten oberen Betrag erreicht hat. Die Halteanordnung
stellt sicher, dass der Abwasserspiegel innerhalb des Abwasserkanals im Bereich des
bewegbaren Wandabschnitts bis zu dem genannten oberen Betrag ansteigen kann, ohne
dass der bewegbare Wandabschnitt zwischenzeitlich in Richtung seiner Offenstellung
bewegt wird.
[0032] Ebenso ist es vorteilhaft, wenn die Halteanordnung zumindest ein erstes Verriegelungselement
und zumindest ein zweites Verriegelungselement umfasst. Das erste Verriegelungselement
ist vorzugsweise Bestandteil des bewegbaren Wandabschnitts und kann beispielsweise
als Riegel, Öse oder generell als Rastelement ausgebildet sein. Das zweite Verriegelungselement
ist vorzugsweise Bestandteil eines im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung ortsfest
angeordneten Abschnitts der Abtrennung oder Bestandteil des Abwasserkanals oder eines
Befestigungsabschnitts, der mit einer der Wandung des Abwasserkanals verbunden ist.
Das erste Verriegelungselement steht mit dem zweiten Verriegelungselement in Eingriff
und fixiert hierbei den bewegbaren Wandabschnitt in seiner Schließstellung, wenn sich
der bewegbare Wandabschnitt in seiner Schließstellung befindet.
[0033] Auch ist es äußert vorteilhaft, wenn die Halteanordnung zumindest ein Entriegelungselement
umfasst, das ein Entriegeln der Halteanordnung bewirkt, sobald der Abwasserspiegel
im Abwasserkanal im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung auf den definierten oberen
Betrag angestiegen ist. Bei dem definierten oberen Betrag handelt es sich vorzugsweise
um die zweite Stauhöhe oder einen Wert, der geringfügig über der zweiten Stauhöhe
liegt. In einer bevorzugten Ausführung steigt das Abwasser innerhalb des Abwasserkanals
zunächst auf die zweite Stauhöhe und fließt bei weiterem Ansteigen über den bewegbaren
Wandabschnitt. Das überfließende Wasser bewirkt schließlich ein Entriegeln des Entriegelungselements,
wie beispielhaft nachfolgend beschrieben, so der Abwasserspiegel, bei dem das Entriegelungselement
die Halteanordnung entriegelt, geringfügig oberhalb der zweiten Stauhöhe liegt.
[0034] Ebenso bringt es Vorteile mit sich, wenn das Entriegelungselement als Trog ausgebildet
ist, der sich im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung mit Abwasser aus dem Abwasserkanal
füllt, sobald der Abwasserspiegel im Abwasserkanal im Bereich der Abtrennung auf einen
definierten Betrag angestiegen ist. Der Trog wird vorzugsweise mit dem Abwasser befüllt,
das gemäß vorangegangenem Absatz über den geschlossenen bewegbaren Wandabschnitt strömt,
wenn der Abwasserspiegel innerhalb des Abwasserkanals im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts
über die zweite Stauhöhe steigt. Die Gewichtskraft und das Abwasseraufnahmevermögen
des Trogs sind dabei derart bemessen sind, dass der Trog ein Entriegeln der Halteanordnung
bewirkt, wenn eine definierte Abwassermenge vom Abwasserkanal in den Trog geströmt
ist. Die Entriegelung erfolgt also durch überströmendes Abwasser bzw. durch dessen
Gewichtskraft, so dass kein Antrieb für das Entriegelungselement vorhanden sein muss.
Das Öffnen und Schließen des bewegbaren Wandabschnitts erfolgt damit ausschließlich
durch die Kraft des Abwassers und des Energiespeichers, so dass die Abtrennung autonom,
d.h. ohne die Zufuhr von elektrischer Energie, betrieben werden kann.
[0035] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn der Trog über eine Achse schwenkbar am bewegbaren
Wandabschnitt gelagert ist und zwischen einer ersten Stellung und einer zweiten Stellung
verschwenkbar ist. Vorzugsweise verläuft die Achse parallel zur Schwenkachse des bewegbaren
Wandabschnitts und/oder parallel zur Strömungsrichtung des Abwassers im Abwasserkanal.
Der Trog kann also mit Abwasser gefüllt werden, das vom Abwasserkanal in den Trog
strömt und schwenkt um die Achse, sobald eine gewisse Menge Abwasser im Trog ist und
damit eine gewisse Gewichtskraft auf den Trog ausübt. Durch das Verschwenken des Trogs
wird das Entriegelungselement betätigt, das die Fixierung des bewegbaren Wandabschnitts
durch die Halteanordnung aufhebt. Bewegt sich anschließend der bewegbare Wandabschnitt
in Richtung seiner Offenstellung, so wird auch der Trog mit dem bewegbaren Wandabschnitt
verschwenkt, so dass das sich im Trog befindliche Abwasser zumindest teilweise wieder
aus diesem ausströmt. Der Trog ist somit bereit für einen weiteren Füll- und damit
einen weiteren Entriegelungsvorgang.
[0036] Vorteilhaft ist es, wenn der Trog mit dem ersten Verriegelungselement verbunden ist
oder dieses bildet, wobei das erste Verriegelungselement gemeinsam mit dem Trog um
die genannte Achse verschwenkbar ist. In einer ersten Stellung des Trogs steht das
erste Verriegelungselementmit dem zweiten Verriegelungselement in Wirkverbindung.
Wird der Trog verschwenkt, so gerät das erste Verriegelungselement außer Eingriff
mit dem zweiten Verriegelungselement. Die Fixierung des bewegbaren Wandabschnitts
durch die Halteanordnung wird damit aufgehoben, so dass der bewegbare Wandabschnitt
durch den Wasserdruck des Abwassers, das auf die dem Abwasserkanal zugewandte Seite
des bewegbaren Wandabschnitts wirkt, in Richtung seiner Offenstellung bewegt wird.
Der bewegbare Wandabschnitt wird also nur dann mit Hilfe der Halteanordnung in seiner
Schließstellung fixiert, wenn sich der Trog in seiner ersten Stellung befindet.
[0037] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn der Trog im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung
auf der dem Abwasserkanal abgewandten Seite des bewegbaren Wandabschnitts angeordnet
ist, so dass Abwasser aus dem Abwasserkanal zunächst über die Stauwand strömen muss,
bevor es in den Trog gelangt. Vorzugsweise ist der Trog in einem oberen Bereich des
bewegbaren Wandabschnitts angeordnet. Die Schwenkachse des Trogs kann direkt am bewegbaren
Wandabschnitt, beispielsweise an dessen Oberkante, befestigt sein.
[0038] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn die Abtrennung eine Siebfläche umfasst, über
die Abwasser vom Abwasserkanal zur Entlastungsseite strömen kann. Die Siebfläche dient
dazu, den Abwasserspiegel innerhalb des Abwasserkanals unterhalb der zweiten Stauhöhe
des bewegbaren Wandabschnitts zu halten. Im Normalfall strömt das Abwasser durch den
Abwasserkanal, ohne durch die Siebfläche oder über den bewegbaren Wandabschnitt zur
Entlastungsseite zu fließen. Steigt der Abwasserspiegel innerhalb des Abwasserkanals
bis auf die Höhe der Siebfläche, so fließt ein Teil des Abwassers durch die Siebfläche
zur Entlastungseite, so dass der Abwasserspiegel im Abwasserkanal konstant bleibt.
Ist die Siebfläche verstopft oder steigt der Abwasserspiegel im Abwasserkanal übermäßig
schnell an, so steigt der Abwasserspiegel im Abwasserkanal weiter. Erreicht er den
oben genannten definierten oberen Betrag, so wird die Halteanordnung durch das Entriegelungselement
gelöst, so dass sich der bewegbare Wandabschnitt in Richtung seiner Offenstellung
bewegt. Dies stellt eine Notentlastung des Abwasserkanals dar, der in der Regel durch
die Siebfläche vermieden werden soll, um sicherzustellen, dass möglichst wenig Verunreinigungen
aus dem Abwasser in den Bereich der Entlastungsseite gelangen, da diese beispielsweise
in einen Fluss münden kann.
[0039] Besonders vorteilhaft ist es also, wenn die Siebfläche im bestimmungsgemäßen Einbau
der Abtrennung unterhalb des bewegbaren Wandabschnitts angeordnet ist, so dass der
Abwasserspiegel im Abwasserkanal im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts erst dann
auf die zweite Stauhöhe ansteigt, wenn der Abwasservolumenstrom innerhalb des Abwasserkanals
stromaufwärts der Siebfläche größer ist als der Volumenstrom des die Siebfläche passierenden
Abwassers. Ist dies nicht der Fall, so strömt Abwasser vom Abwasserkanal durch die
Siebfläche auf die Entlastungsseite, bis der Abwasserspiegel innerhalb des Abwasserkanals
auf eine Höhe unterhalb der Siebfläche gefallen ist.
[0040] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Abtrennung im bestimmungsgemäßen Einbau
eine mit einer Antriebseinheit verbundene Förderschnecke zum Abtragen von Verunreinigungen
von der Siebfläche aufweist. Die Siebfläche hat vorzugsweise einen kreislinienförmigen
Querschnitt und liegt an der Förderschnecke an. Die Förderschnecke ist vorzugsweise
auf der der Entlastungsseite abgewandten Seite der Siebfläche angeordnet, so dass
Verunreinigungen, die von der Förderschnecke von der Siebfläche entfernt werden, wieder
in den Abwasserkanal gelangen.
[0041] Vorzugsweise ist die Siebfläche derart unterhalb des bewegbaren Wandabschnitts angeordnet,
dass Abwasser bei geöffnetem Wandabschnitt oberhalb der Siebfläche zur Entlastungsseite
strömt, ohne auf die Siebfläche zu gelangen. Ein Verschmutzen der Siebfläche wird
hierdurch vermieden. Der Wandabschnitt überdeckt also vorzugsweise die Siebfläche
dachartig, wenn er sich in seiner Offenstellung befindet.
[0042] Die Siebfläche weist vorzugsweise einen kreisbogenförmigen Querschnitt auf und besitzt
eine senkrecht zum Querschnitt verlaufende Längsausdehnung, die insbesondere parallel
zur Strömungsrichtung des Abwassers im Abwasserkanal im Bereich der Abtrennung verläuft.
[0043] Das Verfahren gemäß Oberbegriff des unabhängigen Verfahrensanspruchs zeichnet sich
dadurch aus, dass der bewegbare Wandabschnitt automatisch geöffnet wird, sobald der
Abwasserspiegel im Abwasserkanal im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts bei geschlossenem
Wandabschnitt auf einen definierten oberen Betrag angestiegen ist. Nach dem Öffnen
des bewegbaren Wandabschnitts strömt Abwasser vom Abwasserkanal über den geöffneten
Wandabschnitt auf die Entlastungsseite. Ferner ist vorgesehen, dass der bewegbare
Wandabschnitt mit Hilfe eines Energiespeichers und/oder wenigstens eines Antriebs,
der mit dem bewegbaren Wandabschnitt in Wirkverbindung steht, automatisch wieder geschlossen
wird, wenn der Abwasserspiegel im Abwasserkanal im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts
bei geöffnetem Wandabschnitt auf einen definierten unteren Betrag gesunken ist.
[0044] Hinsichtlich der Möglichkeit, den beweglichen Wandabschnitt allein mit Hilfe des
Antriebs oder des Energiespeichers oder durch das Zusammenwirken dieser Elemente in
die Schließstellung zu bewegen, wird auf die obige Beschreibung verwiesen.
[0045] Insbesondere bringt es Vorteile mit sich, wenn der bewegbare Wandabschnitt mit Hilfe
einer Halteanordnung in seiner Schließstellung fixiert wird, bis der Abwasserspiegel
im Abwasserkanal im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts bei geschlossenem Wandabschnitt
auf den genannten oberen Betrag angestiegen ist. Ebenso sollte die Fixierung der Halteanordnung
anschließend mit Hilfe eines Entriegelungselements gelöst werden.
[0046] Hinsichtlich möglicher körperlicher Merkmale sowie der zuvor im Zusammenhang mit
dem Verfahren genannten Begriffe wird auf die bisherige und nachfolgende Beschreibung
verwiesen. Die körperlichen Merkmale können bei der im Rahmen des Verfahrens zum Einsatz
kommenden Abtrennung in beliebiger Kombination verwirklicht sein. Gleiches gilt für
die bisher und nachfolgend beschriebenen Verfahrensmerkmale.
[0047] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es zeigen, jeweils schematisch:
- Figur 1a
- einen Ausschnitt eines Abwasserkanals mit einer Abtrennung mit geschlossenem bewegbarem
Wandabschnitt,
- Figur 1b
- den Ausschnitt aus Figur 1a mit geöffnetem bewegbarem Wandabschnitt,
- Figur 2a
- einen teilweise geschnittenen Ausschnitt eines Abwasserkanals mit geschlossenem bewegbarem
Wandabschnitt,
- Figur 2b
- den Ausschnitt aus Figur 2a mit geöffnetem bewegbarem Wandabschnitt,
- Figur 3
- einen Ausschnitt eines bewegbaren Wandabschnitts in Schließstellung und verriegelter
Halteanordnung,
- Figur 4
- den Ausschnitt gemäß Figur 3 mit entriegelter Halteanordnung,
- Figur 5
- den Ausschnitt gemäß Figur 4, wobei der Wandabschnitt in Richtung seiner Offenstellung
bewegt wurde, und
- Figur 6
- einen teilweise geschnittenen Ausschnitt eines alternativ ausgebildeten Abwasserkanals
mit geschlossenem bewegbarem Wandabschnitt.
[0048] Figur 1 zeigt einen frontseitig geschnittenen Ausschnitt eines Abwasserkanals 2 mit
einem U-förmigen Querschnitt, in dem Abwasser 19 strömt. Die in Blickrichtung auf
die Papierebene links angeordnete Seitenwand des Abwasserkanals 2 weist eine Abtrennung
1 auf, die unter anderem und vorzugsweise neben den in den Figuren 2 bis 5 gezeigten
Bauteilen eine Stauwand 3 umfasst, die einen Teil der linken Seitenwand des Abwasserkanals
2 bildet und einen bewegbaren Wandabschnitt 5 umfasst.
[0049] Die linke Seitenwand des Abwasserkanals 2 und damit auch die Abtrennung 1 trennen
den vom Abwasser 19 durchströmten Bereich des Abwasserkanals 2 von einer Entlastungsseite
4 ab, die beispielsweise in einen Vorfluter münden kann. Von hier kann Abwasser 19,
das die Abtrennung 1 wie nachfolgend beschrieben passiert, beispielsweise in einen
Fluss abgeleitet werden.
[0050] In der Regel führt der Abwasserkanal 2 entweder überhaupt kein Abwasser 19 oder der
Volumenstrom des Abwassers 19 ist so hoch, dass der Abwasserspiegel 13 mehrere Zentimeter
oder mehr unterhalb der Oberkante der Wandung des Abwasserkanals 2 bzw. der Abtrennung
1 liegt.
[0051] Es kommt jedoch immer wieder vor, dass der Abwasserspiegel 13 übermäßig stark ansteigt
(beispielsweise bei Starkregenereignissen), so dass in Strömungsrichtung des Abwassers
19 dem Abwasserkanal 2 nachgeordnete Einrichtungen, z. B. eine Kläranlage, überlastet
würden. Für diesen Fall ist vorgesehen, Abwasser 19 aus dem Abwasserkanal 2 im Bereich
der Abtrennung 1 in Richtung der Entlastungsseite 4 aus dem Abwasserkanal 2 abzuleiten,
um den Volumenstrom des Abwassers 19 stromabwärts der Abtrennung 1 zu reduzieren.
[0052] Hierzu ist der bewegbare Wandabschnitt 5 um eine in den Figuren 1a und 1b nicht gezeigte
Schwenkachse 6 verschwenkbar, so dass der bewegbare Wandabschnitt 5 von der in Figur
1a gezeigten Schließstellung in die in Figur 1b gezeigte Offenstellung verschwenkt
werden kann. Hierdurch kann Abwasser 19 vom Abwasserkanal 2 auf die Entlastungsseite
4 strömen, da die Stauhöhe der Abtrennung 1 durch Öffnen des bewegbaren Wandabschnitts
5 verringert wird (der dicke gebogene Pfeil in Figur 1b verdeutlicht das Strömen des
Abwassers 19).
[0053] Nimmt der Volumenstrom des Abwassers 19 im Abwasserkanal 2 stromaufwärts der Abtrennung
1 wieder ab (z. B., weil der Regen im Zuflussbereich des Abwasserkanals 2 nachlässt),
so kann der bewegbare Wandabschnitt 5 wieder in seine Schließstellung überführt werden,
bei kein Abwasser 19 mehr auf die Entlastungsseite 4 strömen kann.
[0054] Die Figuren 2a und 2b zeigen mögliche Details zur Abtrennung 1 sowie insbesondere
eine vorteilhafte Ausgestaltung eines Energiespeichers 7, der ein automatisches Schließen
des bewegbaren Wandabschnitts 5 bewirkt, wenn der Abwasserspiegel 13 innerhalb des
Abwasserkanals 2 auf einen definierten unteren Betrag abgesunken ist.
[0055] Generell ist ein Energiespeicher 7 vorhanden, der Energie zwischenspeichert, wenn
der bewegbare Wandabschnitt 5 von seiner Schließstellung in Richtung seiner Offenstellung
bewegt wird. Im Fall der Figuren 2a und 2b, in denen der Energiespeicher 7 als Federanordnung
8 und insbesondere als Zugfeder ausgebildet ist, wird die Zugfeder (von der auch mehrere
vorhanden sein können) beim Öffnen des bewegbaren Wandabschnitts 5 gespannt.
[0056] Nachdem der Abwasserspiegel 13 innerhalb des Abwasserkanals 2 durch Öffnen des bewegbaren
Wandabschnitts 5 auf einen definieren unteren Betrag gesunken ist, bewegt der Energiespeicher
7 den bewegbaren Wandabschnitt 5 wieder in seine in Figur 2a gezeigte Schließstellung,
da der Wasserdruck des aus dem Abwasserkanal 2 auf die Entlastungsseite 4 strömenden
Abwassers 19 eine Kraft auf den bewegbaren Wandabschnitt 5 ausübt, der geringer ist
als die Schließkraft des Energiespeichers 7.
[0057] Die Figuren 3 bis 5 zeigen schließlich eine Möglichkeit, wie der bewegbare Wandabschnitt
5 in seiner Schließstellung fixiert wird, bis die Fixierung der gezeigten Halteanordnung
9 durch ein Entriegelungselement aufgehoben wird.
[0058] Die Halteanordnung 9 umfasst ein erstes Verriegelungselement 10, das mit dem bewegbaren
Wandabschnitt 5 verbunden ist. Ferner umfasst die Halteanordnung 9 ein zweites Verriegelungselement
11, das mit einem ortsfest angeordneten Abschnitt 12 der Abtrennung 1 (z. B. einer
nicht näher gezeigten Rahmen- oder Stützeinheit) oder mit einer Wandung des Abwasserkanals
2 oder einer daran befestigten Trageinheit verbunden ist.
[0059] Solange der erste Verriegelungsabschnitt 10 mit dem zweiten Verriegelungsabschnitt
11 in Wirkverbindung steht (Figur 3), ist der bewegbare Wandabschnitt 5 in seiner
Schließstellung fixiert.
[0060] Um die Fixierung zu lösen, weist die Abtrennung 1 ein Entriegelungselement auf, dass
im Fall der Figuren 3 bis 5 durch einen Trog 14 gebildet ist, der mit dem ersten Verriegelungselement
10 verbunden ist und sich auf der dem Abwasserkanal 2 abgewandten Seite 16 des bewegbaren
Wandabschnitts 5 befindet.
[0061] Steigt der Abwasserspiegel 13 innerhalb des Abwasserkanals 2 auf einen definierten
oberen Betrag, der im gezeigten Fall oberhalb der zweiten Stauhöhe des bewegbaren
Wandabschnitts 5 liegt, so strömt Abwasser 19 über den geschlossenen bewegbaren Wandabschnitt
5 in den Trog 14. Da dieser über eine Achse 15 am bewegbaren Wandabschnitt 5 verschwenkbar
gelagert ist, nimmt er ab einer gewissen im Trog 14 vorhandenen Abwassermenge ausgehend
von der in Figur 3 gezeigten Stellung die in Figur 4 gezeigte Stellung ein. Er schwenkt
also um die Achse 15.
[0062] Hierdurch gerät das erste Verriegelungselement 10 außer Eingriff mit dem zweiten
Verriegelungselement 11. Da der Wasserdruck des im Abwasserkanal 2 im Bereich des
bewegbaren Wandabschnitts 5 vorhandenen Abwassers 19 eine Kraft auf den bewegbaren
Wandabschnitt 5 in Richtung dessen Offenstellung ausübt, die größer ist als die Schließkraft
des Energiespeichers 7, öffnet sich der bewegbare Wandabschnitt 5, wie in Figur 5
gezeigt ist.
[0063] Ab diesem Moment kann Abwasser 19 auf die Entlastungsseite 4 strömen (Entlastungsvorgang),
bis der Wasserdruck nicht mehr ausreicht, den bewegbaren Wandabschnitt 5 offen zu
halten. In Folge dessen wird der bewegbare Wandabschnitt 5 vom Energiespeicher 7 wieder
in seine Schließstellung gezogen, worauf das erste Verriegelungselement 10 wieder
mit dem zweiten Verriegelungselement 11 in Eingriff gelangt und den bewegbaren Wandabschnitt
5 bis zum nächsten Entlastungsvorgang in seiner Schließstellung fixiert.
[0064] Das Öffnen und das anschließende Schließen des bewegbaren Wandabschnitts 5 erfolgt
damit nur mit Hilfe des Wasserdrucks bzw. der Gewichtskraft des Abwassers 19 aus dem
Abwasserkanals 2 sowie der Schließkraft des Energiespeichers 7. Auf eine externe Stromversorgung
kann damit verzichtet werden.
[0065] Des Weiteren sei mit Bezug zu den Figuren 2a und 2b darauf hingewiesen, dass die
Abtrennung 1 eine Siebfläche 17 sowie eine die Siebfläche 17 abreinigende Förderschnecke
18 umfassen kann.
[0066] Die Siebfläche 17 ist vorzugsweise in vertikaler Richtung unterhalb des bewegbaren
Wandabschnitts 5 platziert und dient der Regulierung des Abwasserspiegels im Abwasserkanal
2 derart, dass dieser bei nicht verstopfter Siebfläche 17 (und bis zu einem bestimmten
maximalen Abwasservolumenstrom innerhalb des Abwasserkanals 2) nur bis auf die Höhe
der Siebfläche 17 steigen kann.
[0067] Steigt der Abwasserspiegel 13 innerhalb des Abwasserkanals 2 weiter an, da entweder
die Siebfläche 17 ganz oder teilweise verstopft ist oder weil der Abwasservolumenstrom
innerhalb des Abwasserkanals 2 zu schnell ansteigt, so erfolgt der obige Entlastungsvorgang,
wenn der Abwasserspiegel 13 den genannten definierten oberen Betrag angenommen hat.
[0068] Abschließend zeigt Figur 6, dass die Siebfläche 17 entgegen der Darstellung in den
Figuren 2a und 2b auch einen nach unten gewölbten Querschnitt aufweisen kann. Das
Abwasser 19 muss aber auch in diesem Fall zunächst die Förderschnecke 18 passieren,
bevor es durch die Siebfläche 17 tritt.
[0069] Ferner ist in Figur 6 exemplarisch ein Antrieb 20 dargestellt. Der Antrieb 20 dient
der Unterstützung des Energiespeichers 7 beim Bewegen des bewegbaren Wandabschnitts
5 in seine Schließstellung.
[0070] Alternativ kann auf den Antrieb 20 auch verzichtet werden, so dass die Schließstellung
allein durch die Schließkraft des Energiespeichers 7 erreicht wird.
[0071] Ebenso ist es denkbar, den beweglichen Wandabschnitt 5 allein mit Hilfe eines oder
mehrerer Antriebe 20 in die Schließstellung zu bewegen, so dass auch auf den Energiespeicher
7 verzichtet werden kann.
[0072] Die Ausführungen zum Energiespeicher 7 und zu dem oder den Antrieben 20 sind im Übrigen
allgemein zu verstehen und sind auf unterschiedlichste Ausführungsbeispiele übertragbar,
sofern die Merkmale der unabhängigen Ansprüche verwirklicht sind.
[0073] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine
beliebige Kombination der beschriebenen Merkmale, auch wenn sie in unterschiedlichen
Teilen der Beschreibung bzw. den Ansprüchen oder in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind, vorausgesetzt, dass kein Widerspruch zur Lehre der
unabhängigen Ansprüche entsteht.
Bezugszeichenliste
[0074]
- 1
- Abtrennung
- 2
- Abwasserkanal
- 3
- Stauwand
- 4
- Entlastungsseite
- 5
- bewegbarer Wandabschnitt
- 6
- Schwenkachse
- 7
- Energiespeicher
- 8
- Federanordnung
- 9
- Halteanordnung
- 10
- erstes Verriegelungselement
- 11
- zweites Verriegelungselement
- 12
- ortsfest angeordneter Abschnitt der Abtrennung
- 13
- Abwasserspiegel
- 14
- Trog
- 15
- Achse
- 16
- dem Abwasserkanal abgewandte Seite des bewegbaren Wandabschnitts
- 17
- Siebfläche
- 18
- Förderschnecke
- 19
- Abwasser
- 20
- Antrieb
1. Abtrennung (1) für einen Abwasserkanal (2), wobei die Abtrennung (1) eine Stauwand
(3) aufweist, die im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung (1) in den Abwasserkanal
(2) den Abwasserkanal (2) gegenüber einer außerhalb des Abwasserkanals (2) liegenden
Entlastungsseite (4) abgrenzt, wobei die Stauwand (3) zumindest einen zwischen einer
Schließstellung und einer Offenstellung bewegbaren Wandabschnitt (5) aufweist, wobei
die Stauwand (3) im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts (5) eine erste Stauhöhe
aufweist, wenn der bewegbare Wandabschnitt (5) seine Offenstellung aufweist, und wobei
die Stauwand (3) im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts (5) eine zweite Stauhöhe
aufweist, wenn der bewegbare Wandabschnitt (5) seine Schließstellung aufweist, wobei
die erste Stauhöhe kleiner ist als die zweite Stauhöhe, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennung (1) einen Entlastungsmechanismus umfasst, der ein automatisches Öffnen
des bewegbaren Wandabschnitts (5) bewirkt, sobald der Abwasserspiegel (13) im Abwasserkanal
(2) im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts (5) bei geschlossenem Wandabschnitt (5)
auf einen definierten oberen Betrag angestiegen ist, so dass Abwasser nach dem Öffnen
des Wandabschnitts (5) vom Abwasserkanal (2) über den geöffneten Wandabschnitt (5)
auf die Entlastungsseite (4) strömen kann, und dass der Entlastungsmechanismus einen
Energiespeicher (7) und/oder einen Antrieb (20) umfasst, wobei der Energiespeicher
(7) und/oder der Antrieb (20) den bewegbaren Wandabschnitt (5) mit einer Schließkraft
beaufschlagt bzw. beaufschlagen und ein automatisches Schließen des bewegbaren Wandabschnitts
(5) bewirkt bzw. bewirken, wenn der Abwasserspiegel (13) im Abwasserkanal (2) im Bereich
des bewegbaren Wandabschnitts (5) bei geöffnetem Wandabschnitt (5) auf einen definierten
unteren Betrag gesunken ist.
2. Abtrennung (1) gemäß dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennung (1) eine Schwenkachse (6) umfasst, über die der bewegbare Wandabschnitt
(5) zwischen seiner Offenstellung und seiner Schließstellung verschwenkbar gelagert
ist, wobei die Schwenkachse (6) im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung (1) in
den Abwasserkanal (2) vorzugsweise horizontal verläuft.
3. Abtrennung (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Energiespeicher (7) durch eine Federanordnung (8) gebildet ist, die den bewegbaren
Wandabschnitt (5) mit einer Federkraft beaufschlagt.
4. Abtrennung (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennung (1) eine Halteanordnung (9) aufweist, mit deren Hilfe der bewegbare
Wandabschnitt (5) im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung (1) in den Abwasserkanal
(2) in seiner Schließstellung fixierbar ist.
5. Abtrennung (1) gemäß dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteanordnung (9) zumindest ein erstes Verriegelungselement (10) und zumindest
ein zweites Verriegelungselement (11) umfasst, wobei das erste Verriegelungselement
(10) Bestandteil des bewegbaren Wandabschnitts (5) ist, wobei des zweite Verriegelungselement
(11) Bestandteil eines im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung (1) ortsfest angeordneten
Abschnitts (12) der Abtrennung (1) oder Bestandteil des Abwasserkanals (2) ist, und
wobei das erste Verriegelungselement (10) mit dem zweiten Verriegelungselement (11)
in Eingriff steht und hierbei den bewegbaren Wandabschnitt (5) in seiner Schließstellung
fixiert, wenn sich der bewegbare Wandabschnitt (5) in seiner Schließstellung befindet.
6. Abtrennung (1) gemäß Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteanordnung (9) zumindest ein Entriegelungselement umfasst, das ein Entriegeln
der Halteanordnung (9) bewirkt, sobald der Abwasserspiegel (13) im Abwasserkanal (2)
im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung (1) auf einen definierten Betrag angestiegen
ist.
7. Abtrennung (1) gemäß dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Entriegelungselement als Trog (14) ausgebildet ist, der sich im bestimmungsgemäßen
Einbau der Abtrennung (1) mit Abwasser (19) aus dem Abwasserkanal (2) füllt, sobald
der Abwasserspiegel (13) im Abwasserkanal (2) im Bereich der Abtrennung (1) auf einen
definierten Betrag angestiegen ist, wobei die Gewichtskraft und das Abwasseraufnahmevermögen
des Trogs (14) derart bemessen sind, dass der Trog (14) ein Entriegeln der Halteanordnung
(9) bewirkt, wenn eine definierte Abwassermenge vom Abwasserkanal (2) in den Trog
(14) geströmt ist.
8. Abtrennung (1) gemäß dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Trog (14) über eine Achse (15) schwenkbar am bewegbaren Wandabschnitt (5) gelagert
ist und zwischen einer ersten Stellung und einer zweiten Stellung verschwenkbar ist.
9. Abtrennung (1) gemäß Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Trog (14) mit dem ersten Verriegelungselement (10) verbunden ist oder dieses
bildet, wobei das erste Verriegelungselement (10) gemeinsam mit dem Trog (14) um die
genannte Achse (15) verschwenkbar ist, wobei es in der ersten Stellung des Trogs (14)
mit dem zweiten Verriegelungselement (11) in Wirkverbindung steht, und wobei es in
der zweiten Stellung des Trogs (14) nicht mit dem zweiten Verriegelungselement (11)
in Wirkverbindung steht, so dass der bewegbare Wandabschnitt (5) mit Hilfe der Halteanordnung
(9) nur dann in seiner Schließstellung fixiert ist, wenn sich der Trog (14) in seiner
ersten Stellung befindet.
10. Abtrennung (1) gemäß einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Trog (14) im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung (1) auf der dem Abwasserkanal
(2) abgewandten Seite des bewegbaren Wandabschnitts (5) angeordnet ist, so dass Abwasser
(19) aus dem Abwasserkanal (2) zunächst über die Stauwand (3) strömen muss, bevor
es in den Trog (14) gelangt.
11. Abtrennung (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennung (1) eine Siebfläche umfasst, über die Abwasser (19) vom Abwasserkanal
(2) zur Entlastungsseite (4) strömen kann.
12. Abtrennung (1) gemäß dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebfläche im bestimmungsgemäßen Einbau der Abtrennung (1) unterhalb des bewegbaren
Wandabschnitts (5) angeordnet ist, so dass der Abwasserspiegel (13) im Abwasserkanal
(2) im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts (5) erst dann auf die zweite Stauhöhe
ansteigt, wenn der Abwasservolumenstrom innerhalb des Abwasserkanals (2) stromaufwärts
der Siebfläche größer ist als der Volumenstrom des die Siebfläche (17) passierenden
Abwassers.
13. Abtrennung (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennung (1) im bestimmungsgemäßen Einbau eine mit einer Antriebseinheit verbundene
Förderschnecke zum Abtragen von Verunreinigungen von der Siebfläche (17) aufweist,
wobei die Förderschnecke (18) vorzugsweise auf der der Entlastungsseite (4) abgewandten
Seite der Siebfläche (17) angeordnet ist.
14. Verfahren zur Notentlastung eines Abwasserkanals (2) mit Hilfe einer den Abwasserkanal
(2) gegenüber einer Entlastungsseite (4) abgrenzenden Abtrennung (1), vorzugsweise
mit Hilfe einer Abtrennung (1) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die
Abtrennung (1) eine Stauwand (3) aufweist, die den Abwasserkanal (2) gegenüber der
außerhalb des Abwasserkanals (2) liegenden Entlastungsseite (4) abgrenzt, wobei die
Stauwand (3) zumindest einen Wandabschnitt (5) aufweist, der zwischen einer Schließstellung
und einer Offenstellung bewegt wird, wobei die Stauwand (3) im Bereich des bewegbaren
Wandabschnitts (5) eine erste Stauhöhe aufweist, wenn der bewegbare Wandabschnitt
(5) seine Offenstellung aufweist, und wobei die Stauwand (3) eine zweite Stauhöhe
aufweist, wenn der bewegbare Wandabschnitt (5) seine Schließstellung aufweist, wobei
die erste Stauhöhe kleiner ist als die zweite Stauhöhe, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegbare Wandabschnitt (5) automatisch geöffnet wird, sobald der Abwasserspiegel
(13) im Abwasserkanal (2) im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts (5) bei geschlossenem
Wandabschnitt (5) auf einen definierten oberen Betrag angestiegen ist, so dass Abwasser
(19) vom Abwasserkanal (2) über den geöffneten Wandabschnitt (5) auf die Entlastungsseite
(4) strömt, und dass der bewegbare Wandabschnitt (5) mit Hilfe eines Energiespeichers
(7) und/oder eines Antriebs (20) automatisch wieder geschlossen wird, wenn der Abwasserspiegel
(13) im Abwasserkanal (2) im Bereich des bewegbaren Wandabschnitts (5) bei geöffnetem
Wandabschnitt (5) auf einen definierten unteren Betrag gesunken ist.
15. Verfahren gemäß dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegbare Wandabschnitt (5) mit Hilfe einer Halteanordnung (9) in seiner Schließstellung
fixiert wird, bis der Abwasserspiegel (13) im Abwasserkanal (2) im Bereich des bewegbaren
Wandabschnitts (5) bei geschlossenem Wandabschnitt (5) auf den genannten oberen Betrag
angestiegen ist und dass die Fixierung der Halteanordnung (9) anschließend mit Hilfe
eines Entriegelungselements gelöst wird.