[0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebsvorrichtung für eine Reinigungsvorrichtung für
einen Wärmetauscher, sowie eine Reinigungsvorrichtung und einen Wärmetauscher mit
einer derartigen Antriebsvorrichtung. Die Erfindung liegt somit insbesondere auf dem
Gebiet der Wärmetauscher.
[0002] Wärmetauscher zum Wärmen oder zum Abkühlen eines Arbeitsmediums sind aus dem Stand
der Technik vielfältig bekannt. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit soll im Folgenden
das Arbeitsmedium Erdgas näher betrachtet werden. Erdgas aus Bodenspeichern weist
häufig einen besonders hohen Prozentsatz an unerwünschten Begleitstoffen und besonders
hohe Wasseranteile auf. Es ist wünschenswert, die Begleitstoffe sowie den Wasseranteil
aus dem Erdgas zu entfernen, bevor es für weitere Zwecke eingesetzt wird. Eine Möglichkeit
hierzu stellt die Kühlung des Erdgases in einem oder mehreren Schritten auf geeignete
tiefe Temperaturen dar. Insbesondere kann hierbei eine Verflüssigung des Erdgases
zweckmäßig sein.
[0003] Bei der Abkühlung von Erdgas kommt es durch die genannten Begleitstoffe im Wärmetauscher
zumeist zu Ablagerungen auf den Wärmeübertragungsflächen, wobei der zeitliche Verlauf
solcher Ablagerungen von den Betriebsbedingungen und der jeweiligen Erdgaszusammensetzung
abhängt. Die Wärmeübertragungsflächen müssen daher in bestimmten Intervallen gereinigt
werden. Aus den genannten Gründen ist es allerdings schwierig, allgemein gültige Reinigungsintervalle
für die betreffenden Wärmetauscher anzugeben.
[0004] Kondensierende und gefrierende Begleitstoffe wie Wasser, CO. sowie Kohlenwasserstoffverbindungen
scheiden sich an den Wärmeübertragungsflächen ab und reduzieren somit den Wärmeübergang.
Auch bei Betriebstemperaturen über dem Gefrierpunkt von Wasser kann es ferner an den
Wärmeübertragungsflächen zu Bildung von Methanhydrat kommen.
[0005] Zylinderrohre von Wärmetauschern können beispielsweise mit einer Reinigungsvorrichtung
versehen sein, mittels welcher Ablagerungen von den Wärmeübertragungsflächen in den
Zylinderrohren mechanisch beseitigt werden können. Beispielsweise offenbart die
DE 10 2015 010 455 A1 eine solche Reinigungsvorrichtung.
[0006] Eine derartige Reinigungsvorrichtung weist jedoch den Nachteil auf, dass für das
Antriebselement, welches typischerweise als ein Elektromotor ausgebildet ist, eine
elektrische Verkabelung bereitgestellt werden muss. Da der Elektromotor zusammen mit
der Reinigungsvorrichtung häufig in einer druckdichten Umgebung mit dem Innenraum
des Zylinderrohrs untergebracht werden muss, ist daher typischerweise ein druckdichte
Stromdurchführung notwendig, um das Antriebselement mit elektrischer Energie von einer
externen Energiequelle versorgen zu können. Dies erhöht nicht nur den Fertigungsaufwand
und somit die Herstellungskosten, sondern erhöht auch den Wartungsaufwand und die
Gefahr von Undichtheiten im Wärmetauschersystem.
[0007] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine vereinfachte und zuverlässigere
Möglichkeit zum Reinigen der Zylinderrohre von Wärmeabscheidern bereitzustellen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Antriebsvorrichtung, eine Reinigungsvorrichtung und
einen Wärmetauscher mit den Merkmalen der jeweiligen unabhängigen Ansprüche gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche sowie der nachfolgenden
Beschreibung.
[0009] In einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung eine Antriebsvorrichtung für eine Reinigungsvorrichtung
für ein Zylinderrohr eines Wärmetauschers. Die Antriebsvorrichtung weist eine Gewindespindel
auf, welche dazu ausgelegt ist, in einer axialen Richtung koaxial mit dem Zylinderrohr
des Wärmetauschers in dem Zylinderrohr angeordnet zu werden und durch Drehung ein
Reinigungselement in dem Zylinderrohr entlang der axialen Richtung zu verschieben.
Ferner weist die Antriebsvorrichtung ein Kupplungselement mit einem ersten Rotor und
einem mit dem ersten Rotor gekoppelten zweiten Rotor auf, wobei der erste Rotor mit
der Gewindespindel mechanisch starr und mit dem Zylinderrohr fluiddicht und/oder druckdicht
verbindbar ist, und wobei der zweite Rotor mit einem Antriebselement derart mechanisch
verbindbar ist, dass die Gewindespindel durch das Antriebselement über den zweiten
Rotor und den ersten Rotor drehbar ist.
[0010] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Reinigungsvorrichtung für einen
Wärmetauscher, umfassend eine erfindungsgemäße Antriebsvorrichtung, sowie ein Reinigungselement,
welches derart auf der Gewindespindel anbringbar ist, dass das Reinigungselement durch
Drehung der Gewindespindel in axialer Richtung durch das Zylinderrohr verschiebbar
ist.
[0011] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung einen Wärmetauscher, umfassend zumindest
ein Zylinderrohr, wobei das zumindest eine Zylinderrohr mit einer erfindungsgemäßen
Reinigungsvorrichtung ausgestattet ist, sowie zumindest ein Antriebselement, welches
derart mit dem zweiten Rotor der zumindest einen Reinigungsvorrichtung mechanisch
verbunden ist, dass der zweite Rotor durch das Antriebselement antreibbar ist.
[0012] Dass der erste Rotor mit dem Zylinderrohr fluiddicht und/oder druckdicht verbindbar
ist, bedeutet dabei, dass der erste Rotor derart mit dem Zylinderrohr verbunden werden
kann, dass kein Fluid zwischen dem ersten Rotor und dem Zylinderrohr hindurchdringen
kann und dass kein Fluid über den ersten Rotor aus dem Zylinderrohr entweichen kann.
Sofern der erste Rotor druckdicht mit dem Zylinderrohr verbunden ist, kann auch dann
kein Fluid zwischen dem ersten Rotor und dem Zylinderrohr oder durch den ersten Rotor
hindurchdringen, wenn das Fluid einen signifikanten Überdruck gegenüber dem Umgebungsdruck
außerhalb des Zylinderrohrs und/oder außerhalb des ersten Rotors aufweist, beispielsweise
einen Überdruck von 10 bar, 20 bar, 50 bar oder 100 bar.
[0013] Dass die Gewindespindel drehbar ist bzw. in Drehung versetzt werden kann, bedeutet
dabei, dass die Gewindespindel um ihre Längsachse, welche sich in die axiale Richtung
erstreckt, drehbar ist.
[0014] Die Erfindung bietet den Vorteil, dass mittels des Kupplungselements eine effiziente
Übertragung der Antriebskraft und/oder eines Antriebsmoments von dem Antriebselement
auf die Gewindespindel und somit auf das Reinigungselement übertragen werden kann,
ohne dass dafür eine Unterbrechung und/oder eine Durchführung durch eine Abgrenzung
bzw. Abschirmung eines Druckbereichs innerhalb des Zylinderrohrs gegenüber einem Außenbereich
außerhalb des Zylinderrohrs und/oder außerhalb des ersten Rotors erforderlich ist.
Mit anderen Worten muss der vorzugsweise abgeschlossene Innenraum des Zylinderrohrs,
wenn dieser mit dem ersten Rotor in Verbindung steht, nicht zugänglich gemacht werden,
um die Antriebskraft von dem Antriebselement dem ersten Rotor bereitzustellen. Auf
diese Weise kann der Herstellungsaufwand für die Antriebsvorrichtung reduziert werden,
wodurch auch die Herstellungskosten gesenkt werden können.
[0015] Ferner bietet die Erfindung den Vorteil, dass Durchführungen durch eine Abgrenzung
bzw. Einhausung bzw. Wandung, etwa für Versorgungsleitungen, nicht erforderlich sind,
da das Antriebselement erfindungsgemäß nicht notwendigerweise in einem Druckbereich,
welcher mit dem Innenraum des Zylinderrohrs in fluidischer Verbindung steht, angeordnet
werden muss. Vielmehr kann das Antriebselement außerhalb dieses Druckbereichs angeordnet
werden, wo beispielsweise ein Umgebungsdruck herrscht, welcher deutlich niedriger
sein kann, als der im Druckbereich im Innenraum des Zylinderrohrs vorherrschende Druck.
Dadurch ist es nicht zwingend erforderlich, dass das Antriebselement auch für einen
Betrieb unter hohem Druck ausgelegt ist. Vielmehr können vorzugsweise handelsübliche
Antriebselemente, wie etwa handelsübliche Elektromotoren, verwendet werden, welche
nicht notwendigerweise für einen Betrieb unter hohem Druck geeignet sind. Dadurch
können die Herstellungskosten weiter gesenkt werden.
[0016] Zudem bietet die Erfindung den Vorteil, dass die Gefahr von Leckagen reduziert werden
kann, da auf Durchführungen, welche herkömmlicherweise zum Anschließen einer Energieversorgung
an ein im Druckbereich angeordnetes Antriebselement erforderlich sind, verzichtet
werden kann. Dadurch kann zum einen der Wartungsaufwand reduziert werden und zum anderen
eine Fehleranfälligkeit bzw. Ausfallzeiten des Wärmetauschers reduziert werden.
[0017] Vorzugsweise ist der zweite Rotor fluiddicht und/oder druckdicht von dem ersten Rotor
abgegrenzt. Mit anderen Worten sind der erste Rotor und der zweite Rotor derart miteinander
gekoppelt, dass keine fluidische Verbindung zwischen beiden besteht. Dies bietet den
Vorteil, dass auch dann kein Fluid an eine Koppelstelle zwischen dem ersten und dem
zweiten Rotor hindurchdringen kann, wenn an der Position des ersten Rotors ein höherer
oder niedrigerer Druck vorherrscht, als an der Position des zweiten Rotors. Besonders
bevorzugt sind der erste Rotor und der zweite Rotor derart voneinander fluiddicht
abgegrenzt, dass auch bei einem großen Druckunterschied kein Fluid vom ersten Rotor
zum zweiten Rotor hindurchdringen kann, oder umgekehrt. Dies ermöglicht beispielsweise,
dass der erste Rotor im Druckbereich, welcher mit dem Innenraum des Zylinderrohrs
in fluidischer Verbindung steht, angeordnet werden kann, während der zweite Rotor
außerhalb, beispielsweise bei Umgebungsdruck, angeordnet ist, oder umgekehrt.
[0018] Vorzugsweise weist das Kupplungselement eine Magnetkupplung auf, oder ist als solche
ausgebildet. Dies ermöglicht ein effizientes Koppeln mittels Magnetkräften, so dass
nicht notwendigerweise eine mechanische Verbindung zwischen dem ersten und dem zweiten
Rotor zur Kraftübertragung erforderlich ist. Dies ist insbesondere dahingehend vorteilhaft,
dass dies eine einfache und/oder effiziente fluiddichte und/oder druckdichte Abgrenzung
zwischen dem ersten und dem zweiten Rotor ermöglicht. Besonders bevorzugt weist das
Kupplungselement einen Spalttopf auf, welcher den ersten Rotor und den zweiten Rotor
fluiddicht und/oder druckdicht voneinander abgrenzt. Dabei kann beispielsweise der
erste Rotor innerhalb des Spalttopfes angeordnet sein, vorzugsweise auf einer dem
Zylinderrohr und/oder der Gewindestange zugewandten Seite der Kupplungseinheit, während
der zweite Rotor außerhalb des Spalttopfes angeordnet ist, vorzugsweise auf einer
dem Zylinderrohr und/oder der Gewindestange abgewandten Seite der Kupplungseinheit.
Dabei sind der erste Rotor und der zweite Rotor vorzugsweise durch den Spalttopf hindurch
magnetisch koppelbar. Dabei ist das Kupplungselement vorzugsweise derart ausgebildet,
dass ein durch das Antriebselement auf den zweiten Rotor beaufschlagtes Drehmoment
zumindest teilweise auf den ersten Rotor übertragbar ist. Mit anderen Worten kann
durch ein Antreiben des zweiten Rotors der erste Rotor zumindest teilweise angetrieben
werden. Die Übertragung der durch das Antriebselement auf den zweiten Rotor wirkenden
Antriebskraft bzw. des Antriebsmoments auf den ersten Rotor kann dabei schlupfbehaftet
sein.
[0019] Vorzugsweise weist ein Wärmetauscher eine Mehrzahl von Zylinderrohren mit jeweils
einer Reinigungsvorrichtung auf. Besonders bevorzugt weist ein Wärmetauscher eine
Mehrzahl von Antriebselementen auf. Insbesondere kann jedes Zylinderrohr eines Wärmetauschers
eine eigene Reinigungsvorrichtung und vorzugsweise ein damit verbundenes eigenes Antriebselement
aufweisen. Alternativ können mehrere Reinigungsvorrichtungen über eine Antriebseinheit
angetrieben werden.
[0020] Vorzugsweise umfasst der Wärmetauscher eine Steuereinheit, welche dazu eingerichtet
ist, eine Position des zumindest einen Reinigungselements entlang der zumindest einen
Gewindespindel und/oder entlang des zumindest einen Zylinderrohrs in der axialen Richtung
zu ermitteln und/oder das zumindest eine Antriebselement derart zu steuern und/oder
zu regeln, dass das zumindest eine Reinigungselement eine vorbestimmte Position einnimmt
und/oder eine vorbestimmte Bewegung in der axialen Richtung ausführt. Die Steuereinheit
kann dabei beispielsweise in die Antriebseinheit und/oder in das Antriebselement und/oder
in die Reinigungsvorrichtung integriert sein oder mit dieser verbunden sein. Vorzugsweise
kann jede Reinigungsvorrichtung und/oder jedes Antriebselement über eine eigenen Steuereinheit
geregelt und/oder gesteuert werden, oder es kann eine Steuereinheit dazu ausgelegt
sein, mehrere Reinigungsvorrichtungen und/oder Antriebselemente zu steuern und/oder
zu regeln.
[0021] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0022] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels in den Zeichnungen schematisch
dargestellt und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben.
[0023] Kurzbeschreibung der Figuren
Figur 1 zeigt schematisch einen Längsschnitt durch eine Ausführungsform eines Wärmetauschers.
Figur 2 zeigt in einer schematischen Darstellung ein Funktionsprinzip einer Regelung
für eine Antriebsvorrichtung.
Ausführliche Beschreibung der Figuren
[0024] Figur 1 zeigt schematisch einen Längsschnitt durch eine Ausführungsform eines Wärmetauschers
13, wie er insbesondere zur Kühlung von Erdgas verwendet werden kann. In dieser einfachen
Ausgestaltung weist der Wärmetauscher 13 ein Außenzylinderrohr 1 auf, das ein Zylinderrohr
umgibt, welches als eine Kühlwendel 2 ausgebildet ist. Diese Kühlwendel 2 weist wenigstens
einen, vorzugsweise spiralförmigen, Kanal 23 an ihrer Außenfläche auf, der der Führung
eines Kühlmittels dient. Dieser Kanal 23 wird durch eine entsprechende Wendel 21 auf
der Außenfläche der Kühlwendel 2 erzeugt. Die Innenfläche der hohlzylindrischen Kühlwendel
2 weist Führungs- bzw. Profilnuten auf (nicht gezeigt), die der Führung eines Reinigungselements
12 dienen, welches auch als Räumer bezeichnet wird. Beispielsweise kann das Reinigungselement
12 als ein Eisschaber ausgebildet sein.
[0025] Der Wärmetauscher 13 weist eine Reinigungsvorrichtung 10 auf, welche eine im Inneren
der Kühlwendel 2 befindliche, in eine axiale Richtung 100 verlaufende Gewindespindel
3 aufweist. Die Gewindespindel 3 ist über einen ersten Rotor 32, welcher als Innenrotor
ausgebildet ist, angetrieben und ist in einer Lagerstelle gelagert, die vorzugsweise
als Axial-/Radial-Mischlager 5 ausgeführt ist. Am anderen Ende der Gewindespindel
3 kann diese in einer radialen Lagerstelle, die vorzugsweise als Gleitlagerbuchse
ausgeführt ist, gelagert sein (nicht gezeigt). An dem anderen Ende des Wärmetauschers
13 kann außerdem ein thermisch entkoppeltes Kondensatreservoir sowie ein Heizelement
zur Erhitzung von Kondensat in dem Kondensatreservoir vorhanden sein, um das durch
das Reinigungselement 12 dort hin beförderte Kondensat zu schmelzen und abzuführen.
[0026] Der erste Rotor 32 ist dabei als Innenrotor als ein Teil eines Kupplungselements
30 ausgebildet, welches ferner einen zweiten Rotor 34, oder als ein Außenrotor ausgebildet
ist, umfasst. Das Kupplungselement 30 ist dabei als eine Magnetkupplung ausgebildet,
sodass der erste Rotor 32 und der zweite Rotor 34 durch einen Spalttopf 36 voneinander
getrennt sind und über eine Magnetkraft, welche von den Magnetelementen 38 bereitgestellt
wird, miteinander koppeln. Dies ermöglicht, dass der Rotor mit dem Innenraum 2a der
Kühlwendel 2 in fluidischer Verbindung steht, während der zweite Rotor 34 davon getrennt
angeordnet ist und beispielsweise einem Umgebungsdruck ausgesetzt sein kann. Somit
kann der erste Rotor 32 einem anderen Druck ausgesetzt sein, als der zweite Rotor
32. Der Spalttopf ist dabei derart ausgebildet, dass dieser einem Druckunterschied
zwischen dem Innenraum 2a und der Umgebung außerhalb der Kühlwendel 2 bzw. des zweiten
Rotors 34 standhalten kann und dass der erste Rotor 32 und der zweite Rotor 34 über
die Magnetelemente 38 durch den Spalttopf 36 hindurch koppeln können. Somit kann der
zweite Rotor 34 von einem außerhalb des Wärmetauschers 13 bzw. der Kühlwendel 2 angeordneten
Antriebselement (nicht gezeigt) angetrieben werden, wobei die Antriebskraft zumindest
teilweise über die Magnetkupplung auf den ersten Rotor 32 übertragen wird, um die
Gewindestange 3 zu drehen und dadurch das Reinigungselement 12 zu bewegen.
[0027] Durch ein Drehen des zweiten Rotors 34 wird somit die Gewindespindel 3 in Drehung
versetzt, sodass das Reinigungselement 12 auf der Gewindespindel 3 entlang der Kühlwendel
2 in axialer Richtung verschoben wird. Im vorliegenden Beispiel wird eine Gewindespindel
3 beispielsweise mit Trapezprofil eingesetzt. Eine Umkehr der Bewegungsrichtung des
Räumers 12 setzt eine Umkehr der Rotationsrichtung der Gewindespindel 3 voraus.
[0028] Im Betrieb des Wärmetauschers 13 wird über eine beidseitige Arbeitsmedium-Eintrittsöffnung
14 beispielsweise feuchtes, verschmutztes Arbeitsmedium in den Zwischenraum zwischen
Gewindespindel 3 und zwischen Kühlwendel 2 bzw. in den Innenraum des Zylinderrohrs
geführt und strömt in axialer Richtung 100 zu der Arbeitsmedium-Austrittsöffnung (nicht
gezeigt) am anderen Ende des Wärmetauschers 13. Das Arbeitsmedium strömt auf der Innenfläche
der hohlzylindrischen Kühlwendel 2 entlang der axialen Richtung 100. Über eine beidseitige
Kühlmittel-Eintrittsöffnung 16 wird dem Raum zwischen Kühlwendel 2 und Außenzylinderrohr
1 Kühlmittel zugeführt, das zum anderen Ende des Wärmetauschers 13 fließt und diesen
durch die Kühlmittel-Austrittsöffnung (nicht gezeigt) verlässt. Das Kühlmittel strömt
dabei in dem zwischen Außenzylinderrohr 1 und Kühlwendel 2 gebildeten Kanal 23 spiralförmig
in axialer Richtung. Das Kühlmittel entzieht der Kühlwendel 2 Wärme, sodass wiederum
dem Arbeitsmedium Wärme entzogen wird.
[0029] Durch die unterschiedlichen Druckverhältnisse zwischen dem Kühlmedium, beispielsweise
Stickstoff bei maximal 10 bar, und dem Arbeitsmedium, hier CNG mit Begleitstoffen
unter anderem von Stickstoff von 4 bis 220 bar, und einem Umgebungsdruck von ca. 1
bar, kann Stickstoff als Begleitstoff bei hohem Druck (bspw. bei 10 bar) durch Flüssigstickstoff
bei niedrigem Druck (bspw. bei 1 bar), bedingt durch die unterschiedlichen druckabhängigen
Phasenübergänge zum Verflüssigen gebracht und abgeschieden werden. Der hier vorgeschlagene
Wärmetauscher 13 kann somit auch zur Verflüssigung von Stickstoff eingesetzt werden.
[0030] Zum Zwecke der Reinigung der Wärmeübertragungsflächen, beispielsweise von Wasser
bzw. Eis in der ersten Stufe bzw. von höheren Kohlenwasserstoffen, CO
2 und/oder weiteren Begleitstoffen, wird die Gewindespindel 3 von einem Antriebselement
über das Kupplungselement in Drehung versetzt. Das Reinigungselement 12, das in das
Gewinde der Gewindespindel 3 eingreift, wird hierdurch in eine Translationsbewegung
in axiale Richtung versetzt. Auf seinem Weg in axiale Richtung nimmt das Reinigungselement
12 die genannten auskondensierten Begleitstoffe mit. Diese werden bei Erreichen des
Kondensatreservoirs am anderen Ende des Wärmetauschers in das selbige geschoben.
[0031] Es sei darauf hingewiesen, dass der hier erläuterte Wärmetauscher 13 nicht nur für
die Erdgasverflüssigung, sondern für eine Vielzahl industrieller Anwendungen mit entsprechenden
Arbeitsmedien adaptierbar und einsetzbar ist. Die Reinigungsvorrichtung 10 und/oder
das Reinigungselement 12 können als wenig komplexe Austauschteile an die Bedürfnisse
der jeweiligen Einsatzgebiete angepasst und im Schadensfall rasch ersetzt werden.
[0032] Figur 2 zeigt in einer schematischen Darstellung ein Funktionsprinzip einer Regelung
200 für eine Antriebsvorrichtung bzw. eine Reinigungsvorrichtung 10 bzw. einen Wärmetauscher
13. Gemäß dieser Ausführungsform wird eine Steuereinheit bereitgestellt, welche beispielsweise
einen Antriebsregler 202 aufweisen kann, der mit einer Recheneinheit 204 kommunikationstechnisch
verbunden sein kann und/oder mit der Recheneinheit 204 in die Steuereinheit integriert
sein kann. Der Antriebsregler 202 wird von einer Energieversorgung bzw. Spannungsversorgung
206 mit elektrischer Energie bzw. Spannung versorgt. Die Spannungsversorgung 206 ist
vorzugsweise dazu ausgelegt, auch die für das Antriebselement 208, welches als Elektromotor
ausgebildet sein kann, die erforderliche elektrische Energie bzw. Spannung bereitzustellen.
Der Antriebsregler 202 und/oder die Recheneinheit 204 errechnet die entsprechend einer
an dem Antriebselement 208 angelegten elektrischen Spannung, beispielsweise mithilfe
hinterlegter Kenndaten des Antriebselements, ein resultierendes Drehmoment, welches
durch das Antriebselements 208 an dem zweiten Rotor des Kupplungselements 210, welche
als Magnetkupplung ausgebildet sein kann, bereitgestellt wird. Ferner erlauben der
Antriebsregler 202 und/oder die Recheneinheit 204 das Messen bzw. Ermitteln einer
Drehzahl des Antriebselements 208 und damit eines relativen Drehwinkels des Antriebsmotors,
sowie ggf. des zweiten Rotors des Kupplungselements 210. Das Antriebselement 210 ist
mit dem Kupplungselement 210, insbesondere mit dessen zweitem Rotor, mechanisch verbunden,
um eine Antriebskraft und/oder ein Antriebsmoment direkt zu übertragen. Das vom Antriebselement
210 breitgestellte Drehmoment wird dabei in den zweiten Rotor des Kupplungselements
eingeleitet und, vorzugsweise über die Magnetkupplung, auf den ersten Rotor, welcher
einen inneren Rotor darstellen kann, und somit die Gewindespindel des Wärmetauschers
212 appliziert. Diese Drehmomentübertragung kann schlupfbehaftet sein, d.h. dass es
zu Abweichungen zwischen dem am ersten Rotor bereitgestellten Drehmoment und dem zum
zweiten Rotor übertragenen Drehmoment kommen kann. Entsprechend zuvor ermittelter
Kennlinien der des Antriebselements 208 und des Kupplungselements 210, welche beispielsweise
in der Recheneinheit 204 hinterlegt sind, lässt sich ein Verhältnis aus Drehmoment
zu Schlupfwinkel bilden. Über eine vorbekannte Gewindesteigung der Gewindespindel
des Wärmeübertragers 212 kann sodann die Position des Reinigungselements entlang der
axialen Richtung bestimmt werden und/oder eine Positionsänderung einer Motordrehung
des Antriebselements 208 zugeordnet werden. Das Erreichen von Endlagen des Reinigungselements
in axialer Richtung in dem Zylinderrohr bzw. entlang der Gewindespindel kann beispielsweise
über einen ersten Initiator 214 für die erste Endlage und einen zweiten Initiator
216 für die zweite Endlage ermittelt werden.
[0033] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann beispielsweise das Drehmoment, welches
das Antriebselement 208 auf den zweiten Rotor des Kupplungselements 210 ausübt, 40
Nm betragen und ein Schlupfwinkel bei dem Drehmoment von 40 Nm 7° betragen. Eine Gewindesteigung
der Gewindespindel beträgt 8mm pro Gewindeumdrehung gemäß dieser Ausführungsform.
Bei einem relativen Drehwinkel von 7200° seit der Abfahrt weg vom ersten Initiator
214 in axiale Richtung zum zweiten Initiator kann die Position des Reinigungselements
wie folgt errechnet werden: (7200°-7°)*8mm/360°=159,84mm.
Bezugszeichen
[0034]
- 1
- Außenzylinderrohr
- 2
- Kühlwendel
- 2a
- Innenraum der Kühlwendel
- 3
- Gewindespindel
- 5
- Axial-/Radial-Mischlager
- 10
- Reinigungsvorrichtung
- 12
- Reinigungselement
- 13
- Wärmetauscher
- 14
- Arbeitsmedium-Eintrittsöffnung
- 16
- Kühlmitteleintrittsöffnung
- 21
- Wendel auf der Außenfläche der Kühlwendel
- 23
- Kanal der Kühlwendel
- 30
- Kupplungselement
- 32
- erster Rotor
- 34
- zweiter Rotor
- 36
- Spalttopf
- 38
- Magnetelemente
- 100
- axiale Richtung
- 200
- Funktionsweise der Regelung
- 202
- Antriebsregler
- 204
- Recheneinheit
- 206
- Spannungsversorgung
- 208
- Antriebselement
- 210
- Kupplungselement
- 212
- Wärmetauscher
- 214
- erster Initiator
- 216
- zweiter Initiator
1. Antriebsvorrichtung für eine Reinigungsvorrichtung (10) für ein Zylinderrohr eines
Wärmetauschers (13, 212), die Antriebsvorrichtung aufweisend:
- eine Gewindespindel (3), welche dazu ausgelegt ist, in einer axialen Richtung (100)
koaxial mit dem Zylinderrohr des Wärmetauschers (13) in dem Zylinderrohr angeordnet
zu werden und durch Drehung ein Reinigungselement (12) in dem Zylinderrohr entlang
der axialen Richtung (100) zu verschieben;
- ein Kupplungselement (30, 210) mit einem ersten Rotor (32) und einem mit dem ersten
Rotor (32) gekoppelten zweiten Rotor (34), wobei der erste Rotor (32) mit der Gewindespindel
(3) mechanisch starr und mit dem Zylinderrohr fluiddicht und/oder druckdicht verbindbar
ist, und wobei der zweite Rotor (34) mit einem Antriebselement (208) derart mechanisch
verbindbar ist, dass die Gewindespindel durch das Antriebselement (208) über den zweiten
Rotor und den ersten Rotor drehbar ist.
2. Antriebsvorrichtung gemäß Anspruch 1, wobei der zweite Rotor (32) fluiddicht und/oder
druckdicht von dem ersten Rotor (34) abgegrenzt ist.
3. Antriebsvorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei das Kupplungselement (30, 210)
eine Magnetkupplung aufweist oder als solche ausgebildet ist.
4. Antriebsvorrichtung gemäß Anspruch 3, wobei das Kupplungselement (30, 210) einen Spalttopf
(36) aufweist, welcher den ersten Rotor (32) und den zweiten Rotor (34) fluiddicht
und/oder druckdicht voneinander abgrenzt.
5. Antriebsvorrichtung gemäß Anspruch 4, wobei der erste Rotor (32) und der zweite Rotor
(34) durch den Spalttopf (36) hindurch magnetisch koppelbar sind.
6. Antriebsvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Kupplungselement
(30, 210) derart ausgebildet ist, dass ein durch das Antriebselement (208) auf den
zweiten Rotor (34) beaufschlagtes Drehmoment zumindest teilweise auf den ersten Rotor
(32) übertragbar ist.
7. Reinigungsvorrichtung (10) für einen Wärmetauscher (13), umfassend:
- eine Antriebsvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche;
- ein Reinigungselement (12), welches derart auf der Gewindespindel (3) anbringbar
ist, dass das Reinigungselement (12) durch Drehung der Gewindespindel (3) in axialer
Richtung (100) durch das Zylinderrohr verschiebbar ist.
8. Wärmetauscher (13), umfassend:
- zumindest ein Zylinderrohr, wobei das zumindest eine Zylinderrohr mit einer Reinigungsvorrichtung
(10) gemäß Anspruch 7 ausgestattet ist;
- zumindest ein Antriebselement (208), welches derart mit dem zweiten Rotor (34) der
zumindest einen Reinigungsvorrichtung (10) mechanisch verbunden ist, dass der zweite
Rotor (10) durch das Antriebselement (208) antreibbar ist.
9. Wärmetauscher (13) gemäß Anspruch 8, wobei das Antriebselement (208) einen Elektromotor
umfasst oder als ein solcher ausgebildet ist.
10. Wärmetauscher (13) gemäß Anspruch 8 oder 9, wobei der Wärmetauscher (13) eine Mehrzahl
von Zylinderrohren mit jeweils einer Reinigungsvorrichtung (10) gemäß Anspruch 7 und
eine Mehrzahl von Antriebselementen (208) umfasst.
11. Wärmetauscher (13) gemäß einem der Ansprüche 8 bis 10, ferner umfassend eine Steuereinheit,
welche dazu eingerichtet ist, eine Position des zumindest einen Reinigungselements
(12) entlang der zumindest einen Gewindespindel (3) und/oder entlang des zumindest
einen Zylinderrohrs in der axialen Richtung (100) zu ermitteln und/oder das zumindest
einen Antriebselement (208) derart zu steuern und/oder regeln, dass das zumindest
eine Reinigungselement (12) eine vorbestimmte Position in der axialen Richtung (100)
einnimmt und/oder eine vorbestimmte Bewegung in der axialen Richtung (100) ausführt.