[0001] Die Erfindung betrifft ein Hörhilfegerät mit einem Gehäuse, mit einem in dem Gehäuse
eingesetzten Rahmen zur Aufnahme von elektrischen oder elektronischen Baugruppen,
die eine Sende- und/oder Empfangseinheit für elektromagnetische Wellen umfassen, sowie
mit einer zugeordneten Antenne, wobei die Antenne als integraler Bestandteil des Rahmens,
als Stanz-Biege-Teil oder als Einlegeteil aus Metall ausgebildet ist.
[0002] Hörgeräte sind an sich bekannt und in diversen Druckschriften, beispielsweise der
WO 2014/090419 A1, näher beschrieben. Unter den Oberbegriff "Hörhilfegeräte" fallen dabei zum einen
tragbare Hörvorrichtungen, die zur Versorgung von Schwerhörenden dienen. Um den zahlreichen
individuellen Bedürfnissen entgegenzukommen, werden unterschiedliche Bauformen von
Hörhilfegeräten wie Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO), Hörhilfegerät mit externem Hörer
(RIC: receiver in the canal) und In-dem-Ohr-Hörgeräte (IdO), z.B. auch Concha-Hörgeräte
oder Kanal-Hörgeräte (ITE, CIC), bereitgestellt. Die beispielhaft aufgeführten Hörhilfegeräte
werden am Außenohr oder im Gehörgang getragen. Darüber hinaus stehen auf dem Markt
aber auch Knochenleitungshörhilfen, implantierbare oder vibrotaktile Hörhilfen zur
Verfügung. Dabei erfolgt die Stimulation des geschädigten Gehörs entweder mechanisch
oder elektrisch. Solche Hörhilfegeräte werden auch als "Hörgeräte" bezeichnet.
[0003] In jüngerer Zeit werden neben den vorbeschriebenen klassischen Hörhilfegeräten zum
anderen auch Hörhilfegeräte zur Unterstützung von normal hörenden Menschen entwickelt.
Solche Hörhilfegeräte werden auch als "Personal Sound Amplification Products" oder
"Personal Sound Amplification Devices" (kurz: "PSAD") bezeichnet. Diese Hörhilfegeräte
sind nicht zur Kompensation von Hörverlusten vorgesehen. Vielmehr werden solche Hörhilfegeräte
gezielt zur Unterstützung und Verbesserung des normalen menschlichen Hörvermögens
in spezifischen Hörsituationen eingesetzt, z.B. zur Unterstützung von Jägern auf der
Jagd oder zur Unterstützung der Tierbeobachtung, um Tierlaute und sonstige von Tieren
erzeugte Geräusche besser wahrnehmen zu können, für Sportreporter, um ein verbessertes
Sprechen und/oder Sprachverstehen in komplexer Geräuschkulisse zu ermöglichen, für
Musiker, um die Belastung des Gehöres zu reduzieren, etc.
[0004] Hörhilfegeräte besitzen prinzipiell als wesentliche Komponenten einen Eingangswandler,
einen Verstärker und einen Ausgangswandler. Der Eingangswandler ist in der Regel ein
akusto-elektrischer Wandler, z. B. ein Mikrofon, und/oder ein elektromagnetischer
Empfänger, z. B. eine Induktionsspule. Der Ausgangswandler ist meist als elektroakustischer
Wandler, z. B. als Miniaturlautsprecher (auch als "Hörer" bezeichnet), oder als elektromechanischer
Wandler, z. B. als Knochenleitungshörer, realisiert. Der Verstärker ist üblicherweise
in eine Signalverarbeitungseinrichtung integriert.
[0005] Moderne Hörhilfegeräte sind häufig mit Sende- und/oder Empfangseinheiten ausgestattet,
die eine drahtlose Kommunikation mit anderen elektronischen Geräten ermöglichen, insbesondere
mit anderen Hörhilfegeräten (z.B. zur Bildung eines binauralen Hörhilfesystems), Fernbedienungen,
Programmiergeräten oder Mobiltelefonen. Die drahtlose Kommunikation erfolgt hierbei
häufig mittels elektromagnetischer Wellen im Funk- oder Radiofrequenzbereich, z.B.
unter Nutzung der Bluetooth-Technologie bei 2.4 GHz.
[0006] Problematisch ist bei Hörhilfegeräten die Realisierung der hierfür erforderlichen
(RF-)Antennen, da Standard Antennendesigns aufgrund der (dem oben genannten Frequenzbereich
entsprechenden) Freiraumwellenlänge von mehr als 10 cm und dem elektrisch kleinen
Volumen üblicher Hörhilfegeräte nicht ohne Weiteres verwendet werden können. Dieses
Problem gewinnt mit der fortschreitenden Miniaturisierung der Hörhilfegeräte zunehmend
an Gewicht.
[0007] Bei dem aus
WO 2014/090419 A1 bekannten Hörhilfegerät ist die Antenne durch eine leitfähige Struktur gebildet,
die ein integraler Bestandteil des (Elektronik-) Rahmens des Hörhilfegeräts ist. Hierdurch
wird eine platzsparende Unterbringung der Antenne in dem Gehäuse des Hörhilfegeräts
ermöglicht. Zudem kann die Antenne mit dem Rahmen in einer Vielzahl von unterschiedlichen
Gehäusen eingebaut werden, ohne das Antennenkonzept stets neu gestalten zu müssen.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, dass aus
WO 2014/090419 A1 bekannte Antennenkonzept weiter zu verbessern.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Hörhilfegerät mit den Merkmalen
des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen und der
nachfolgenden Beschreibung dargelegt.
[0010] Das erfindungsgemäße Hörhilfegerät umfasst ein Gehäuse sowie einen in dem Gehäuse
eingesetzten (Elektronik-)Rahmen zur Aufnahme von elektrischen und/oder elektronischen
Baugruppen. Die in dem Rahmen aufgenommenen Baugruppen umfassen dabei eine Sende-
und/oder eine Empfangseinheit für elektromagnetische Wellen, insbesondere Funk-/Radiowellen
im MHz- oder GHz-Bereich, also z.B. 2,44 GHz (entspricht in etwa einer Wellenlänge
von 65 mm). Das Hörhilfegerät umfasst weiterhin eine der Sende- und/oder Empfangseinheit
zugeordnete Antenne, die als integraler Bestandteil des Rahmens ausgebildet ist. Unter
integraler Bestandteil ist hierbei insbesondere zu verstehen, dass die Antenne oder
eine die Antenne teilweise oder vollständig ausbildende leitende Struktur nicht zerstörungsfrei
von dem Rahmen lösbar ist und/oder im Wesentlichen Teil der äußeren Form des Rahmens
ist, also nicht weit davon absteht, wobei der Rahmen aus einem unterschiedlichen,
nichtleitenden Material, insbesondere einem Kunststoff besteht. In alternativer Ausführung
der Erfindung ist die Antenne als (mit dem Rahmen verbundenes) Stanz-Biege-Teil oder
als (mit dem Rahmen verbundenes) Einlegeteil aus Metall ausgebildet.
[0011] Erfindungsgemäß weist weiter die Antenne einen ersten Teil auf, der insbesondere
einen sich windenden Verlauf aufweist oder als offene Schlaufe mit zwei Enden ausgebildet
ist. Das heißt, dass der erste Teil üblicherweise einen nicht geraden Verlauf aufweist,
der typischerweise mehrere Richtungsänderungen zeigt, also zum Beispiel meanderförmig
ausgestaltet ist. Zudem bildet ein Segment entlang des Verlaufs des ersten Teils eine
erste Hilfsstruktur aus, die die Form einer geschlossenen Schlaufe aufweist, also
beispielsweise eine Art Ringform oder eine ovale Form.
[0012] Mit dieser Hilfsstruktur wird dann unter anderem die effektive Länge der die Antenne
bildenden Struktur erhöht, ohne dass hierfür eine größere Fläche für die Unterbringung
der Antenne benötigt wird. D. h., dass auf diese Weise der für die Antenne zur Verfügung
stehende Raum oder die für die Antenne zur Verfügung stehende Fläche effektiver ausgenutzt
wird. Darüber hinaus lässt sich mithilfe dieser Hilfsstruktur die Abstrahlcharakteristik
der Antenne günstig beeinflussen, insbesondere dahingehend, mit welcher Intensität
in welchem Raumwinkel abgestrahlt wird. Außerdem ermöglicht die Hilfsstruktur eine
relativ gute Impedanzanpassung an eine Impedanz von 50 Ω.
[0013] Vorteilhaft ist es weiter, wenn der Rahmen eine Oberseite, eine Unterseite sowie
zwei einander gegenüberliegende Flanken aufweist und wenn die erste Hilfsstruktur
auf einer der beiden Flanken des Rahmens positioniert ist. Als Seitenbereich oder
Flanke wird hierbei eine Seite des Rahmens bezeichnet, die die Oberseite und die Unterseite
des Rahmens verbindet. Die entsprechende Bezeichnung der Seiten des Rahmens mit Oberseite,
Unterseite und Flanke bezieht sich dabei auf die vorgesehene Ausrichtung des Hörhilfegerätes
relativ zu einem Träger, Nutzer oder Anwender des Hörhilfegerätes, während dieser
das entsprechende Hörhilfegerät trägt. Hierbei zeigt die Unterseite des Rahmens dann
typischerweise in Richtung des Rumpfes des Anwenders, Trägers oder Nutzers und eine
der beiden Flanken oder ein Seitenbereiche zeigt in Richtung des Kopfes, während die
andere der beiden Flanken oder der andere der beiden Seitenbereiche vom Kopf weg gerichtet
ist. Die so realisierte und vorgegebene relative Anordnung und/oder Ausrichtung der
ersten Hilfsstruktur relativ zum Nutzer oder Träger des Hörhilfegerätes ist dabei
relevant für die Abstrahlungscharakteristik der Antenne beim Senden.
[0014] In vorteilhafter Weiterbildung weist die Antenne zudem einen zweiten Teil auf, der
insbesondere einen sich windenden Verlauf aufweist oder als offene Schlaufe mit zwei
Enden ausgebildet ist. Dabei sind die beiden Teile der Antenne bevorzugt über eine
Brücke mit jeweils einem ihrer Enden miteinander elektrisch kurzgeschlossen und die
Brücke ist insbesondere als integraler Bestandteil des Rahmens ausgebildet ist. Eine
solche Brücke oder ein Teil einer solchen Brücke ist dabei beispielsweise durch mindestens
eine elektrische Leiterbahn ausgebildet, die den Abstand zwischen den kurzzuschließenden
Enden der Teile der Antenne ganz oder zumindest teilweise überbrückt, und die deshalb
nachfolgend als "Brückenleiter" bezeichnet ist. Der oder jeder Brückenleiter ist hierbei
- ebenso wie die gesamte Antenne - als integraler Bestandteil des Rahmens, Stanz-Biege-Teil
oder Einlegeteil ausgebildet.
[0015] Günstig ist es außerdem, wenn die beiden Teile der Antenne auf den zwei einander
gegenüberliegenden Flanken des Rahmens positioniert sind. Insbesondere in diesem Fall
ist dann die Brücke bevorzugt über die Oberseite am Rahmen geführt.
[0016] Einer Ausführungsvariante entsprechend ist der Rahmen weiter aus zwei Rahmenhälften
gebildet, wobei der erste Teil der Antenne auf einer der beiden Rahmenhälften und
der zweite Teil der Antenne auf der anderen der beiden Rahmenhälften angeordnet ist.
[0017] Von Vorteil ist es darüber hinaus, wenn die beiden Teile, also der erste Teil der
Antenne und der zweite Teil der Antenne, bezüglich einer die Rahmenhälften trennenden
Trennungsebene symmetrisch zueinander ausgebildet sind. Die symmetrische Ausbildung
der Antenne erleichtert vorteilhaft einen seitenunabhängigen Einsatz des Hörhilfegeräts.
Dieses Merkmal ermöglicht mit anderen Worten, ein und dasselbe Gehäuse inklusive des
Rahmens und der darin aufgenommenen Komponenten sowohl für den Einsatz am linken Ohr
als auch für den Einsatz am rechten Ohr zu verwenden.
[0018] Allerdings können die beiden Teile der Antenne bei abweichenden Ausführungsformen
der Erfindung auch unsymmetrisch zueinander ausgebildet sein. Die unsymmetrische Ausbildung
der beiden Teile wird bevorzugt immer dann gewählt, wenn eine symmetrische Ausbildung
der Teile zu stärkeren elektromagnetischen Störungen zwischen der Antenne und den
anderen elektrischen oder elektronischen Baugruppen in oder an dem Rahmen führen würde.
Die Unsymmetrie zwischen den beiden Teilen ist dabei vorzugsweise gering. Die Teile
der Antenne sind insbesondere unter Vermeidung der genannten Störungen so symmetrisch
wie möglich gestaltet.
[0019] Zudem ist die Antenne üblicherweise als Faltdipolantenne ausgebildet und gemäß einer
Ausführungsvariante sind die beiden Enden der beiden Teile der Antenne an demselben
Längsende des Rahmens angeordnet.
[0020] Weiterhin bildet vorzugsweise ein Segment entlang des Verlaufs des zweiten Teils
der Antenne eine zweite Hilfsstruktur aus, die die Form einer geschlossenen Schlaufe
aufweist.
[0021] Die geometrische Gestaltung der Hilfsstrukturen ist typischerweise an den jeweiligen
Anwendungsfall angepasst. Dabei weist zumindest eine und insbesondere jede Hilfsstruktur
gemäß einer Ausführungsvariante eine im Wesentlichen elliptische oder eine ovale Form
aufweist. Im Falle einer im Wesentlichen elliptischen Form ist die Hauptachse der
elliptischen Form dann bevorzugt vertikal ausgerichtet, also vertikal bezogen auf
das Erdsystem. Zweckdienlich ist außerdem eine spitz zulaufende Form für eine der
Hilfsstrukturen oder beide Hilfsstrukturen. Insbesondere, wenn zumindest eine Hilfsstruktur
oder jede Hilfsstruktur eine elliptische Form aufweist, läuft diese vorzugsweise an
beiden Enden ihrer Hauptachse spitz zu.
[0022] Durch die Integration der Antenne auf dem Rahmen in Kombination mit der speziellen
Gestaltung der Antenne wird, wie bereits zuvor dargelegt, unter anderem die Erreichung
der für eine effektive Sende-/Empfangs-Charakteristik der Antenne erforderlichen Antennenlänge
erheblich erleichtert. Eine jeder Teil der Antenne weist dann bevorzugt eine (Strecken-)Länge
auf, die in guter Näherung einem Viertel oder einem Achtel der Wellenlänge der Funk-/Radiowellen
entspricht, für die die Sende- und/oder Empfangseinheit ausgelegt ist.
[0023] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Hörhilfegerätes ist der Rahmen
aus einem nicht-leitenden Material, insbesondere einem Kunststoff, gefertigt, das
eine höhere Permittivität aufweist als das Material des Gehäuses. Das Rahmenmaterial
des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts weist insbesondere auch eine höhere Permittivität
auf als Materialien, die üblicherweise für Elektronikrahmen von herkömmlichen Hörhilfegeräten
herangezogen werden. Insbesondere hat das Rahmenmaterial des erfindungsgemäßen Hörhilfegeräts
eine relative Permittivität von mindestens 3,8, vorzugsweise mindestens 4,5. Es hat
sich gezeigt, dass die erhöhte Permittivität des Rahmenmaterials durch dielektrische
Wechselwirkung mit dem von der Antenne erzeugten oder empfangenen elektromagnetischen
Feld bei gegebener Sende-/Empfangs-Charakteristik eine entscheidende Verkürzung der
Antennenlänge ermöglicht. Dies stellt wiederum einen erheblichen Vorteil für die Unterbringung
der Antenne auf dem Rahmen dar.
[0024] Zur Integration der Antenne oder Teile der Antenne in den Rahmen wird vorzugsweise
zuerst die Oberfläche des Rahmens derart strukturiert, dass bei dem Aufbringen der
leitenden Schicht diese nur gemäß der Strukturierung aufgebracht wird. Dies erfolgt
zum Beispiel mittels direkter Laserstrukturierung (Laser Direct Structuring, kurz:
LDS). Die Oberfläche des Rahmens wird dabei mit einem Laser derart behandelt, dass
sich in einem galvanischen Bad nur an den behandelten Stellen eine Leiterbahn abscheidet.
[0025] In einer anderen Ausführungsform des Verfahrens wird zuerst eine leitende Schicht
auf die Oberfläche des Rahmens aufgebracht und anschließend die leitende Schicht strukturiert.
Die leitende Schicht wird dabei beispielsweise durch Kleben, Sputtern oder andere
Weise aufgebracht.
[0026] Wiederum alternativ hierzu wird die Antenne oder werden Teile der Antenne auf den
Rahmen aufgedruckt.
[0027] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- in einer schematischen Darstellung ein Hörhilfegerät,
- Fig. 2
- in einer ersten perspektivischen Darstellung eine erste konkrete Ausführungsform des
Hörhilfegeräts mit einer ersten Ausführung einer Antenne sowie
- Fig. 3
- in einer zweiten perspektivischen Darstellung eine zweite Ausführung der Antenne.
[0028] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren stets mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0029] In Fig. 1 sind lediglich die wesentlichen Elemente eines Hörhilfegeräts 100 dargestellt,
ohne deren Positionen, Verbindungen oder Formen naturgetreu wiederzugeben.
[0030] Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsvariante handelt es sich um ein Hörhilfegerät
100 zum Tragen hinter dem Ohr. Die Erfindung ist aber auch für In-dem-Ohr Hörhilfegeräte
denkbar, wobei sich dann eine andere Anordnung der dargestellten Komponenten ergibt.
[0031] Das Hörhilfegerät 100 weist ein Gehäuse 1 aus Kunststoff auf, in das ein Rahmen 11
eingesetzt ist. Bei dem Rahmen 11 handelt es sich bevorzugt um ein Spritzguss-Kunststoffteil.
Der Rahmen 11 dient allgemein zur Halterung von elektrischen und elektronischen Baugruppen
des Hörhilfegeräts 100 und zur Fixierung dieser Baugruppen in bestimmten Positionen
relativ zueinander. Konkret sind in dem Rahmen 11 ein oder mehrere Mikrofone 2 zur
Aufnahme des Schalls (d.h. akustischer Signale) aus der Umgebung angeordnet. In den
Rahmen 11 ist hierzu insbesondere ein gedruckter Schaltungsträger (Printed Circuit
Board, kurz: PCB) eingefaltet, der zumindest einen Teil der besagten elektrischen
oder elektronischen Komponenten trägt.
[0032] Die Mikrofone 2 sind akusto-elektrische Wandler zur Umwandlung des Schalls in Audiosignale.
Eine Signalverarbeitungseinrichtung 3, die ebenfalls in das Gehäuse 1 integriert ist,
verarbeitet diese Audiosignale. Das Ausgangssignal der Signalverarbeitungseinrichtung
3 wird an einen Lautsprecher bzw. Hörer 4 übertragen, der ein akustisches Signal ausgibt.
Der Schall wird gegebenenfalls über einen Schallschlauch, der mit einer Otoplastik
im Gehörgang fixiert ist, zum Trommelfell des Geräteträgers übertragen. Die Energieversorgung
des Hörhilfegeräts und insbesondere die der Signalverarbeitungseinrichtung 3 erfolgt
durch eine ebenfalls ins Gehäuse 1 integrierte Batterie 5. Die Signalverarbeitungseinrichtung
3, Hörer 4 und Batterie 5 sind ebenfalls in dem Rahmen 11 angeordnet, sodass der Rahmen
11 mit den darin angeordneten Komponenten einfach dem Gehäuse 1 entnommen werden kann,
um beispielsweise das Gehäuse 1 austauschen zu können.
[0033] Die erfindungsgemäße Signalverarbeitungseinrichtung 3 ist auch zur Verarbeitung von
elektromagnetischen Wellen ausgelegt. Die Signalverarbeitungseinrichtung 3 weist eine
Sende- und Empfangseinrichtung 6 zum Erzeugen und Detektieren von elektromagnetischen
Wellen und/oder zur Dekodierung auf. Die Sende- und Empfangseinrichtung 6 ist elektrisch
mit einer Antenne 10 verbunden, um elektromagnetische Wellen auszusenden und zu empfangen.
[0034] Die Antenne 10 ist als integraler Bestandteil des Rahmens 11, nämlich als eine in
den Rahmen 11 integrierte leitfähige Struktur, ausgebildet. Die Antenne 10 ist dabei
unmittelbar auf dem Rahmen 11 aufgebracht. Sie ist nicht von der Oberfläche beabstandet
und nicht zerstörungsfrei von dem Rahmen 11 lösbar.
[0035] Die Antenne 10 ist insbesondere in MID-Technologie auf dem Rahmen 11 aufgebracht.
Hierzu wird beispielsweise eine Laser-Direkt-Strukturierung (Laser Direct Structuring,
kurz: LDS) angewendet. In alternativer Ausführung ist die Antenne 10 unmittelbar auf
den Rahmen 11 aufgedruckt. Die oberflächlich auf den Rahmen 11 aufgebrachten Leiterstrukturen
werden anschließend optional durch eine Schutzlackierung oder -beschichtung elektrisch
isoliert und vor Beschädigung beschützt.
[0036] In Fig. 2 ist eine erste Ausführungsvariante des Rahmens 11 mit einer ersten Ausführung
der Antenne 10 dargestellt. Auf der in der Darstellung gemäß Fig. 2 oben abgebildeten
Oberseite 36 des Rahmens 11 ist eine nicht näher erkennbare Öffnung vorgesehen, unter
der das Mikrofon 2 (oder eines von mehreren Mikrofonen 2) angeordnet ist. Nicht expliziert
dargestellte Ausnehmungen des Rahmens 11 dienen zur Aufnahme des Hörers 4 und der
Sende- und Empfangseinheit 6. Des Weiteren bildet der Rahmen 11 ein Batteriefach zur
Aufnahme der Batterie 5 aus.
[0037] An einer Spitze oder Front 35 des Rahmens 11 ist im bestimmungsgemäßen Betrieb des
Hörhilfegeräts 100 ein Schallschlauch angeschlossen, der den von dem Hörer 4 erzeugten
Schall zu einer in den Gehörgang eines Nutzers einsetzbaren Otoplastik leitet. Der
Schallschlauch und die Otoplastik sind in Fig. 2 nicht dargestellt. Der Rahmen 11
ist, wenn das Hörhilfegerät bestimmungsgemäß am Ohr getragen wird, in seiner Längsrichtung
mit der Spitze oder Front 35 voran frontal in Blickrichtung des Trägers gerichtet.
Eine Querrichtung des Rahmens 11 ist senkrecht zur Blickrichtung des Trägers, etwa
parallel zu der Verbindungslinie zwischen den Ohren des Trägers ausgerichtet. Zwei
Teile (40,41) der Antenne 10 sind an den seitlichen Oberflächen oder Flanken 37 des
Rahmens 11 angeordnet.
[0038] Der Rahmen 11 ist längs entlang einer nicht dargestellten Teilungsebene oder Trennebene
in zwei Rahmenhälften geteilt, wobei jede der beiden Rahmenhälften eine Flanke 37
aufweist. Die Rahmenhälften werden hierbei nach dem Einsetzen der darin aufgenommenen
Baugruppen durch Verclipsung, Verschraubung, Verklebung und/oder mittels Haltestiften
verbunden.
[0039] Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform des Hörhilfegeräts 100 weist die Antenne
10 zwei Teile 40,41 auf, die gemäß Fig. 2 jeweils die Form einer offenen Schlaufe
aufweisen. Der erste Teil 40 ist dabei auf der Rahmenhälfte 42 angeordnet, während
der zweite Teil 41 auf der nicht sichtbaren anderen Rahmenhälfte 43 angeordnet ist.
[0040] Die beiden Teile 40, 41 der Antenne 10 verlaufen - quer zur Teilungsebene oder Trennebene
des Rahmens 11 gesehen - parallel zueinander und fluchten somit miteinander. Die Antenne
10 ist somit spiegelsymmetrisch bezüglich der Teilungsebene oder Trennebene des Rahmens
11 ausgebildet.
[0041] Jedes der beiden Teile 40, 41 hat jeweils zwei Enden, nämlich ein Anschlussende 44,45
und ein Brückenleiterende 61,62. Beide Enden 44,62 sowie 45,61 eines jeden Teils 40,41
der Antenne 10 sind dabei in Fig. 2 jeweils an demselben Längsende des Rahmens 11
(nämlich an der Spitze oder Front 35) angeordnet. Die beiden Brückenleiterende 61,62
sind dabei miteinander über eine elektrische Querverbindung oder Brücke 46, die auch
die Trennung der beiden Rahmenhälften überbrückt, elektrisch kurzgeschlossen. Die
beiden anderen Enden, also die Anschlussenden 44,45 sind mit der Sende- und Empfangseinrichtung
6 kontaktiert.
[0042] Je nach Ausführungsform ist Brücke 46 zumindest zum Teil durch Leiterbahnen gebildet
und die ebenfalls in MID-Technologie (insbesondere mittels LDS) unmittelbar auf den
Rahmenhälften des Rahmens 11 aufgebracht sind. Alternativ stoßen bereits die Brückenleiterenden
61,62 aneinander an und in diesem Fall sind die Brückenleiterenden 61,62 beispielsweise
durch einen Lötpunkt 64 elektrisch miteinander verbunden. Das heißt, dass die Brücke
46 dann durch den Lötpunkt 64 ausgebildet ist.
[0043] Fig. 3 zeigt eine alternative Ausführung der Antenne 10. Bei dieser Ausführung ist
die Brücke 46 beispielhaft durch eine durchgehende Leiterbahn ausgebildet und zudem
nicht im Bereich der Front 35 angeordnet sondern im hinteren Bereich über die Oberseite
36 geführt, also in der Abbildung auf der rechten Seite. Weiter sind die beiden Teile
40,41 der Antenne 10 nicht als offene Schlaufen ausgebildet. Stattdessen zeigen diese
einen sich windenden Verlauf mit mehreren Richtungswechseln.
[0044] Zudem bildet bei jedem Teil 40,41 der Antenne 10 ein Segment entlang des Verlaufs
eine Hilfsstruktur 70,71 aus, wobei jede der beiden Hilfsstrukturen 70,71 die Form
einer geschlossenen Schlaufe aufweist. D. h. also, dass der erste Teil 40 der Antenne
10 eine erste Hilfsstruktur 70 ausbildet und der zweite Teil 41 der Antenne 10 eine
zweite Hilfsstruktur 71.
[0045] Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 sind die beiden Hilfsstrukturen 70,71 dabei gleichartig
ausgestaltet und symmetrisch, einander gegenüberliegend auf den beiden Flanken 37
des Rahmens 11 positioniert.
[0046] Jede Hilfsstruktur 70,71 weist weiter im Ausführungsbeispiel eine näherungsweise
elliptische Form auf. Dabei ist die Hauptachse jeder elliptischen Form bevorzugt in
guter Näherung vertikal ausgerichtet, also vertikal bezogen auf das Erdsystem, wenn
das Hörhilfegerät 100 von einem Nutzer getragen wird. Außerdem läuft eine jede Hilfsstruktur
70,71 vorzugsweise in Richtung der Hauptachse gesehen beidseitig spitz zu.
[0047] Die Erfindung wird anhand der vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele besonders
deutlich. Sie ist gleichwohl auf diese Ausführungsbeispiele aber nicht beschränkt.
Vielmehr können zahlreiche weitere Ausführungsformen der Erfindung aus den Ansprüchen
und der vorstehenden Beschreibung abgeleitet werden.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 1
- Gehäuse
- 2
- Mikrofon
- 3
- Signalverarbeitungseinrichtung
- 4
- Hörer
- 5
- Batterie
- 6
- Sende- und Empfangseinrichtung
- 10
- Antenne
- 11
- Rahmen
- 35
- Front
- 36
- Oberseite
- 37
- Flanke
- 40
- erster Teil
- 41
- zweiter Teil
- 44
- Anschlussende
- 45
- Anschlussende
- 46
- Brücke
- 61
- Brückenleiterende
- 62
- Brückenleiterende
- 64
- Lötpunkt
- 70
- erste Hilfsstruktur
- 71
- zweite Hilfsstruktur
- 100
- Hörhilfegerät
1. Hörhilfegerät (100) mit einem Gehäuse (1), mit einem in dem Gehäuse (1) eingesetzten
Rahmen (11) zur Aufnahme von elektrischen oder elektronischen Baugruppen, die eine
Sende- und/oder Empfangseinheit (6) für elektromagnetische Wellen umfassen, sowie
mit einer zugeordneten Antenne (10), wobei die Antenne (10) als integraler Bestandteil
des Rahmens (11), als Stanz-Biege-Teil oder als Einlegeteil aus Metall ausgebildet
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antenne (10) einen ersten Teil (40) mit zwei Enden (44,62) umfasst, der insbesondere
einen sich windenden Verlauf aufweist oder als offene Schlaufe ausgebildet ist, und
dass ein Segment entlang des Verlaufs des ersten Teils (40) eine erste Hilfsstruktur
(70) ausbildet, die die Form einer geschlossenen Schlaufe aufweist.
2. Hörhilfegerät (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rahmen (11) eine Oberseite (36), eine Unterseite (39) sowie zwei einander gegenüberliegende
Flanken (37) aufweist und dass die erste Hilfsstruktur (70) auf einer der beiden Flanken
(37) des Rahmens (11) positioniert ist.
3. Hörhilfegerät (100) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antenne (10) einen zweiten Teil (41) mit zwei Enden (45,61) umfasst, der insbesondere
einen sich windenden Verlauf aufweist oder als offene Schlaufe ausgebildet ist, wobei
die beiden Teile (40,41) der Antenne (10) über eine Brücke (46) mit jeweils einem
ihrer Enden (61,62) miteinander elektrisch kurzgeschlossen sind und wobei die Brücke
(46) insbesondere als integraler Bestandteil des Rahmens (11) ausgebildet ist.
4. Hörhilfegerät (100) nach Anspruch 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Teile (40, 41) der Antenne (10) auf den zwei einander gegenüberliegenden
Flanken (37) des Rahmens (11) positioniert sind und dass die Brücke (46) insbesondere
über die Oberseite (36) am Rahmen (11) geführt ist.
5. Hörhilfegerät (100) nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Segment entlang des Verlaufs des zweiten Teils (41) eine zweite Hilfsstruktur
(71) ausbildet, die die Form einer geschlossenen Schlaufe aufweist.
6. Hörhilfegerät (100) nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rahmen (11) aus zwei Rahmenhälften gebildet ist, wobei der erste Teil (40) der
Antenne (10) auf einer der beiden Rahmenhälften und der zweite Teil (41) der Antenne
(10) auf der anderen der beiden Rahmenhälften angeordnet ist.
7. Hörhilfegerät (100) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Teile (40,41), also der erste Teil (40) der Antenne (10) und der zweite
Teil (41) der Antenne (10), bezüglich einer die Rahmenhälften trennenden Trennungsebene
symmetrisch zueinander ausgebildet sind.
8. Hörhilfegerät (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Hilfsstruktur (70,71) eine ovale Form aufweist.
9. Hörhilfegerät (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Hilfsstruktur (70,71) eine elliptische Form aufweist mit einer vertikal ausgerichteten
Hauptachse.
10. Hörhilfegerät (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Hilfsstruktur (70,71) eine elliptische Form aufweist, welche an beiden Enden
ihrer Hauptachse spitz zuläuft.
11. Hörhilfegerät (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rahmen (11) aus einem nicht-leitenden Material gefertigt ist, welches eine höhere
Permittivität aufweist als das Material des Gehäuses (1).