Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Schubladenauszug gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ferner betrifft die Erfindung ein Möbel mit einem solchen Schubladenauszug. Weiter
betrifft die Erfindung einen Schubladenauszug gemäss Oberbegriff des Anspruchs 3 sowie
ein Verfahren zur Montage eines solchen Schubladenauszugs.
Hintergrund
[0002] Schubladenauszüge sind bekannt. Insbesondere bei Möbeln, welche in standardisierten
Breiten und mit unterschiedlichen Wandstärken der Möbelseitenwände hergestellt werden,
müssen bei der Montage der Schubladenauszüge vom Monteur Distanzteile mitmontiert
werden, um die unterschiedliche lichte Weite zwischen den Seitenwänden des Möbels
zu kompensieren. Dies ist aufwändig und kann bei fehlenden oder verlorenen Teilen
viel Zeit kosten oder kann zu fehlerhafter Montage führen, wenn die falschen Teile
verwendet werden. Weiter ist es bei Schubladenauszügen bekannt, eine Auszugsblockierung
vorzusehen, um ein zu weites Herausziehen der Schublade und deren Herunterfallen zu
verhindern. Solche Auszugsblockierungen sind aufwändig.
Darstellung der Erfindung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Schubladenauszug mit einer Blockierung
gegen zu weites Herausziehen der Schublade zu schaffen, welcher besonders einfach
und kostengünstig herstellbar ist.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einem Schubladenauszug nach Anspruch 1 gelöst.
[0005] Dadurch, dass der zweite Anschlag in der Schubladenführung einstückig mit dem Körper
der Schubladenführung ausgebildet und federnd nachgiebig angeordnet im Körper angeordnet
ist, ergibt sich eine besonders einfache Herstellung in einem Schritt, ohne die Montage
von mehreren Teilen. Die federnde Anordnung ergibt die Möglichkeit, die Schublade
bewusst durch das Herausziehen aus der Schubladenführung über den Anschlag hinaus
ganz zu entnehmen, wenn dies gewünscht ist.
[0006] Insbesondere ist der zweite Anschlag an einer einstückig mit dem Körper gebildeten
Blattfeder angeordnet ist oder von der Form der Blattfeder selber gebildet. Dies ergibt
eine für die bevorzugte einstückige Herstellung aus Kunststoff besonders vorteilhafte
Lösung.
[0007] Der Erfindung liegt weiter die Aufgabe zu Grunde einen verbesserten Schubladenauszug
zu schaffen, der einfach und kostengünstig herstellbar ist und durch dessen Einsatz
Montagezeit gespart werden kann, insbesondere im Küchenbau.
[0008] Diese Aufgabe wird bei einem Schubladenauszug nach Anspruch 3 dadurch gelöst, dass
mindestens eine der Schubladenführungen mindestens ein lösbar mit deren Körper verbundenes
Distanzteil aufweist, welches die Dicke des Körpers erhöht. Dadurch, dass das Distanzteil
mit dem Körper der Schubladenführung verbunden ist, müssen keine separaten Distanzteile
aufbewahrt und montiert werden und es ist das korrekte Distanzteil bereits am Schubladenauszug
vorhanden. Es muss fallweise nur vom Körper gelöst werden. Dies vereinfacht die Montage
und verhindert Fehler. Die Distanzteile können die Dicke der Schubladenführungen insbesondere
um je 3mm ändern, angepasst an die üblichen Wandstärken von 16mm oder 19mm der Möbel,
je nach Wandstärke werden die Distanzteile benötigt oder entfernt. Es können auch
andere Dickenmasse bzw. Wandstärken entsprechend ausgeglichen werden.
[0009] Bevorzugt ist das Distanzteil herstellerseitig am Körper koplanar anliegend und die
Dicke des Körpers erhöhend vormontiert, was eine platzsparende und einfache Lösung
ergibt. Es kann vorgesehen sein, dass das Distanzteil mindestens eine Ausformung aufweist,
insbesondere zwei Ausformungen aufweist, welche bei der die Dicke des Körpers erhöhenden
Anordnung des Distanzteils am Körper mit Ausnehmungen in einer Formschlussverbindung
und/oder einer Reibschlussverbindung stehen.
[0010] Besonders bevorzugt ist, dass das mindestens eine Distanzteil einstückig mit dem
Körper ausgebildet ist. Dies ergibt eine unverlierbare Anordnung des Distanzteils
des Schubladenauszugs. Dabei ist es bevorzugt, dass das mindestens eine Distanzteil
mittels eines Filmscharniers schwenkbar an dem Körper angeordnet und durch Zerstörung
des Filmscharniers vom Körper lösbar ist.
[0011] Es kann ein Distanzteil vorgesehen sein, welches an einer Schmalseite des Körpers
angeordnet ist. Dies ergibt eine auch für die Herstellung besonders einfache Lösung.
Oder es können zwei Distanzteile vorgesehen sind, welche an entgegengesetzten Schmalseiten
des Körpers angeordnet sind. Ebenfalls ist es möglich, dass mindestens ein Distanzteil
vorgesehen ist, welches an einer Längsseite des Körpers angeordnet ist, oder dass
mindestens zwei Distanzteile vorgesehen sind, welche an entgegengesetzten Längsseiten
des Körpers angeordnet sind.
[0012] Durch die Erfindung wird ferner ein Möbel geschaffen, insbesondere ein Küchenmöbel,
welches die genannten Vorteile aufweist, wenn es mit einem Schubladenauszug nach einem
der Ansprüche 1 bis 9 versehen ist.
[0013] Die genannten Vorteile ergeben sich ferner bei einem Verfahren zur Installation eines
Schubladenauszugs nach einem der Ansprüche 3 bis 8 in einem Möbel gemäss Anspruch
11.
[0014] Der Küchenbauer kann auf diese Weise Fehler vermeiden und eine rasche Montage erzielen.
[0015] Mit den an den Schubladenführungen herstellerseitig vormontierten Distanzteilen ist
dieses zunächst immer am Körper vorgesehen bzw. vormontiert und kann nicht verloren
gehen oder falsch montiert werden. Damit lassen sich beim Küchenbau erhebliche Einsparungen
an Zeit und Kosten erzielen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0016] Weitere Ausgestaltungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen und aus der nun folgenden Beschreibung anhand der Figuren.
Dabei zeigen:
Figur 1 eine schaubildliche Ansicht eines Schubladenauszugs;
Figur 2 eine schaubildliche Ansicht der beiden Schubladenführungen von Figur 1 ohne
die Schublade;
Figur 3 eine schaubildliche Darstellung der beiden Schubladenführungen mit weggeschwenkten
Distanzteilen;
Figur 4 eine schaubildliche Ansicht der beiden Schubladenführungen von Figur 1 ohne
die Schublade und mit von den Schubladenführungen gelösten und entfernten Distanzteilen;
Figur 5 eine Vertikalschnittansicht durch die nur teilweise gezeigte Schublade und
eine der Schubladenführungen;
Figur 6 eine Draufsicht auf einen Schubladenauszug mit horizontal geschnittener Schublade
in nicht ausgezogener Stellung der Schublade; und
Figur 7 die Draufsicht auf den Schubladenauszug mit horizontal geschnittener Schublade
von Figur 6 in bis zum Anschlag ausgezogener Stellung der Schublade.
Weg(e) zur Ausführung der Erfindung
[0017] An Hand der Figuren 1 bis 4 kann ein Ausführungsbeispiel des ersten Aspekts der Erfindung
erläutert werden. In Figur 1 ist ein Schubladenauszug 1 schaubildlich schräg von oben
dargestellt. Der Schubladenauszug ist zwischen den Seitenwänden eines Möbels angeordnet,
in welchem die Schublade angeordnet sein soll. Das Möbel kann ein beliebiges Möbel,
insbesondere ein Schrank oder eine Kommode sein und insbesondere ein zusammensetzbares
Systemmöbel. In Figur 1 ist nur eine Seitenwand 20 des Möbels bzw. des Möbelkorpus
dargestellt, um die Zeichnung zu vereinfachen. Insbesondere handelt es sich um ein
Küchenmöbel, zum Beispiel ein Küchenmöbel in welchem eine Kehrrichtsackhalterung untergebracht
ist und in welchem der Schubladenauszug über der Kehrrichtsackhalterung angeordnet
ist.
[0018] Der Schubladenauszug 1 weist eine Schublade 4 und zwei seitliche Schubladenführungen
2 und 3 auf. Die Schubladenführungen umfassen je einen länglichen Körper 12 bzw. 13,
welcher an der jeweiligen Möbelseitenwand befestigbar ist, um die möbelfeste Führung
für die Schublade zu bilden. So ist die Schubladenführung 2 an der angedeuteten Seitenwand
20 des Möbels befestigt, vorzugsweise angeschraubt. Und die Schubladenführung 3 ist
an der nicht dargestellten Seitenwand befestigt, vorzugsweise angeschraubt, welche
der Seitenwand 20 gegenüberliegt.
[0019] Die Schubladenführungen 2, 3 müssen im korrekten, für die Schublade 4 geeigneten
Abstand zueinander liegen, damit die Schublade zwischen die Schubladenführungen passt
und in diesen geführt ausziehbar ist. Insbesondere bei Systemmöbeln, wie zum Beispiel
Küchenmöbeln, kommen Seitenwände verschiedener Dicke bzw. Wandstärke zum Einsatz.
Gebräuchlich sind zum Beispiel Wandstärken von 16mm oder 19mm. Je nach Wandstärke
der Seitenwände sind die Schubladenführungen auszuwählen oder es sind Distanzstücke
auszuwählen, um die Schubladenführungen im für die Schublade geeigneten Abstand montieren
zu können.
[0020] Im dargestellten Beispiel der Figuren 1 und 2 sind die Schubladenführungen 2 und
3 jeweils mit einem Distanzteil 32 bzw. 33 versehen, welches die Dicke des Körpers
12 der Schubladenführung 2 bzw. die Dicke des Körpers 13 der Schubladenführung 3 vergrössert.
Mit den Distanzteilen 32 und 33 wird somit eine geringere Wandstärke der Seitenwände
des Möbels ausgeglichen, so dass der Abstand der Schubladenführungen voneinander bei
einem Möbel mit geringen Wandstärken passend ist. Es kann auch nur eine der Schubladenführungen
mit einem Distanzteil versehen sein, wenn das Möbel an einer Seitenwand eine grössere
und an der anderen Seitenwand eine geringere Wandstärke aufweist. Die Distanzteile
32 und 33 sind in diesem Beispiel im Wesentlichen deckungsgleich mit einer grossen
Seitenfläche des jeweiligen Körpers 12 bzw. 13 ausgeführt, welche Seitenfläche zur
Seitenwand des Möbels hin zu liegen kommt. Anstelle nur eines Distanzteils 32 und
33 könnten auch mehrere kleinere Distanzteile vorgesehen sein und diese könnten auch
nur einen Teil der grossen Seitenfläche des jeweiligen Köpers 12 bzw. 13 abdecken.
[0021] Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Schubladenführungen eines Schubladenauszugs
gemäss der Erfindung in einer Stellung, in welcher die Distanzteile 32 bzw. 33 am
jeweiligen Körper 12 bzw. 13 in eine Stellung gebracht worden sind, in welcher sie
einfach vom Körper lösbar sind. Zuvor sind die Distanzteile vom jeweiligen Körper
weggeschwenkt worden, so dass sie nicht mehr in der in Figur 1 dargestellten Stellung
liegen, in welcher sie an der grossen Fläche des Körpers anliegen. Das Distanzteil
32 ist lösbar am Körper 12 angeordnet, indem es einstückig über eine zerstörbare Verbindung
8 mit dem Körper 12 verbunden ist. Ebenso ist das Distanzteil 33 einstückig über die
zerstörbare Verbindung 9 mit dem Körper 13 verbunden. Bevorzugt sind die Schubladenführungen
mit dem jeweiligen Körper 12 bzw. 13 und den zugehörigen Distanzteilen 32 bzw. 33
einstückig aus Kunststoff gebildet und die lösbare Verbindung 8 bzw. 9 wird jeweils
von einem Filmscharnier aus dem Kunststoff gebildet. Das Lösen des Distanzteils vom
Körper kann durch ein Abreissen erfolgen, bei welchem das Filmscharnier reisst oder
durch ein Zerschneiden des Filmscharniers mit einem Messer oder einer Schere.
[0022] Durch die lösbare Verbindung, bevorzugt die lösbare einstückige Verbindung aus Kunststoff,
ist das Distanzteil zunächst immer am Körper vorgesehen bzw. ist herstellerseitig
vormontiert und kann nicht verloren gehen oder falsch montiert werden.
[0023] Es kann vorgesehen sein, dass das jeweilige Distanzteil der Schubladenführung einen
Zapfen oder eine anders geformte Ausformung aufweist, mit welchem es in am Körper
der Schubladenführung anliegender Stellung in einer Ausnehmung des Körpers eingreift,
um das jeweilige Distanzteil reibschlüssig und/oder formschlüssig in seiner vormontierten
Stellung, in welcher es die Dicke der Schubladenführung erhöht, zu halten. In dem
in Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind an jedem Distanzteil zwei Zapfen
14 vorgesehen, welche in Zapfenlöcher 15 im jeweiligen Körper eingreifen, wenn das
jeweilige Distanzteil koplanar ausgerichtet anliegend am Körper positioniert ist,
wie in den Figuren 1 und 2 dargestellt. Damit ist das jeweilige Distanzteil am Körper
anliegend form- und/oder kraftschlüssig gehalten und das Distanzteil nimmt nicht selbständig
die Stellung von Figur 3 ein, sondern muss zuvor vom Körper weggeschwenkt werden.
Um dies zu erleichtern können Einbuchtungen vorgesehen sein, an denen ein Werkzeug
zwischen den Körper und das zugehörige Distanzteil eingreifen kann, um die Formschlussverbindung
zu öffnen, damit die Stellung von Figur 3 erzielt werden kann. In diesem Beispiel
sind Einbuchtungen 16 oberhalb der Zapfen 14 vorgesehen.
[0024] Die jeweilige Schubladenführung 2 bzw. 3 wird somit bevorzugt in der Konfiguration
gemäss Figur 2 ausgeliefert, bei welcher die Dicke des Körpers 12 bzw. 13 der Schubladenführung
durch das Distanzteil 32, bzw. 33 erhöht ist und somit eine Konfiguration für ein
Möbel mit geringer Wandstärke gegeben ist. Soll die Schubladenführung bei einem Möbel
mit höherer Wandstärke verwendet werden, so wird das jeweilige Distanzteil 32 bzw.
33 in die Stellung von Figur 3 oder eine andere weggeschwenkte Stellung gebracht,
in welcher das jeweilige Distanzteil 32, 33 nicht mehr koplanar am Körper anliegend
ist und die Verbindung 8 bzw. 9 wird zerstört, so dass das Distanzteil vom Körper
gelöst ist und entsorgt werden kann. Die Schubladenführung ist danach ohne das Distanzteil
ausgeführt, wie in Figur 4 dargestellt, und wird dann an der jeweiligen Seitenwand
ohne das Distanzteil montiert, wodurch mit dem weniger dicken Körper die höhere Wandstärke
des Möbels kompensiert ist.
[0025] Das Distanzteil weist vorzugsweise Durchgangslöcher 10' auf, welche in koplanar anliegender
Stellung des Distanzteils am jeweiligen Körper mit dessen Befestigungslöchern 10 fluchten,
welche Befestigungslöcher für das Anschrauben der Schubladenführung am Möbel vorgesehen
sind.
[0026] Im gezeigten Beispiel ist an jedem Körper der Schubladenführung ein Distanzteil an
einer Schmalseite des Körpers vorgesehen. Dies ist ein bevorzugtes Beispiel. Es könnten
aber auch an beiden Schmalseiten des jeweiligen Körpers Distanzteile vorgesehen sein,
die dann insbesondere entsprechend kürzer sind, damit sie in koplanarer Stellung nicht
übereinander zu liegen kommen. Es muss dabei nicht die ganze grosse Fläche des Körpers,
die zur Möbelseitenwand hin liegt, überdeckt sein. Vorzugsweise sind aber die Bereiche
dieser Fläche überdeckt, an welchen die Befestigungsschrauben für die Befestigung
der jeweiligen Schubladenführungen hindurchgeführt werden, damit die Schubladenführungen
am Möbel gleichmässig anliegen. Anstelle oder zusätzlich zu der gezeigten Anordnung
an einer Schmalseite des Körpers kann ein einziges oder können mehrere Distanzteile
auch an einer oder an beiden Längsseiten des Körpers vorgesehen sein. Auch in diesen
Fällen ist das jeweilige Distanzteil oder sind die Distanzteile lösbar mit dem Körper
verbunden, bevorzugt jeweils ebenfalls einstückig mit dem Körper verbunden, bevorzugt
ebenfalls über ein Filmscharnier des aus Kunststoff gefertigten Körpers und Distanzteils
bzw. der aus Kunststoff gefertigten Schubladenführung.
[0027] In Figur 4 ist ferner die Führung 22 für die Schublade im Körper 12 der Schubladenführung
in schaubildlicher Ansicht ersichtlich. In Figur 5, welche einen Vertikalschnitt durch
die Schubladenführung 2 und einen Teil der Schublade 4 zeigt, ist ersichtlich, dass
die Schublade einen an seiner Vorderseite abgewinkelten Führungsteil 24 aufweist,
welcher in die Führung 22 eingreift und darin durch die Führungsbegrenzung 25 gehalten
wird. Führungsblöcke 26 limitieren das seitliche Spiel des schubladenseitigen Führungsteils
24 in der Führung 22 und wirken einem Verkanten der Schublade in den beiden Schubladenführungen
2 und 3 entgegen.
[0028] In den Figuren 1 bis 7 ist ein weiterer Aspekt der Erfindung in beispielhafter Form
ersichtlich, welcher mit dem bisher erläuterten Aspekt der Anpassung an die Wandstärke
des Möbels kombiniert sein kann, wie dargestellt, der aber auch für sich alleine ausgeführt
werden kann.
[0029] Dieser Aspekt betrifft eine Auszugsbegrenzung für die Schublade, damit diese nicht
ungewollt vollständig aus den Schubladenführungen des Schubladenauszugs herausgezogen
werden kann, was zu einem ungewollten Herunterfallen der Schublade führt. Gemäss der
Erfindung ist eine solche Auszugsbegrenzung so ausgeführt, dass an der Schublade in
deren hinteren Bereich ein fester erster Anschlag ausgebildet ist und an der Schubladenführung
einstückig mit dieser ein federnd beweglich in den Körper zurückweichender zweiter
Anschlag vorgesehen ist. Beim Ausziehen der Schublade kommen der erste und der zweite
Anschlag in Kontakt, wenn die Schublade ihre maximale ordentliche Auszugslänge erreicht
hat, bei welcher sie in den Führungen verbleibt. Dieser Kontakt zwischen dem ersten
schubladenseitigen Anschlag und dem zweiten schubladenführungsseitigen Anschlag blockiert
die Schublade beim Erreichen der maximalen sicheren Auszugslänge. Die federnde Ausgestaltung
des zweiten Anschlags, der bei Überwindung der Federkraft in den Körper zurückweicht,
so dass der erste Anschlag am zweiten Anschlag vorbeigleiten kann, erlaubt es aber
durch Überwindung der Federkraft die Schublade dennoch ganz aus der Schubladenführung
herauszuziehen, wenn dies gewünscht ist.
[0030] In Figur 3 ist der zweite Anschlag 40 bei beiden Schubladenführungen 2 und 3 ersichtlich
und in Figur 1 ist bei der der Schubladenführung 3 zugewandten Seite der Schublade
4 der feste erste Anschlag 42 ersichtlich, welcher beim Ausziehen der Schublade mit
dem Anschlag 40 in Kontakt gelangt und damit die Auszugsbegrenzung bildet. In den
Figuren 6 und 7 ist dies für zwei Stellungen der Schublade 4 in einer Draufsicht dargestellt,
bei welcher die Schublade horizontal geschnitten dargestellt ist, so dass deren seitliche
oberen Begrenzungen in den Figuren 6 und 7 entfallen und der Blick auf die Oberseite
der Schubladenführungen 2 und 3 frei ist. In Figur 6 ist die Schublade in ihrer eingeschobenen
Stellung dargestellt, in Figur 7 in der Stellung, die im normalen Gebrauch dem maximalen
Auszug entspricht. In dieser ausgezogenen Stellung steht der Anschlag 42 der Schublade
in Kontakt mit dem Anschlag 40 und die Schublade ist nicht weiter herausziehbar. In
den Figuren ist indes ersichtlich, dass der zweite Anschlag 40 in den Schubladenführungen
federnd gehalten ist. Wird die Auszugskraft an der Schublade 4 in der Stellung von
Figur 7 soweit erhöht, dass der Anschlag 40 federnd zurückweicht, so wird die Schublade
freigegeben und kann vollständig aus den Führungen gezogen werden. Durch die federnde
Anordnung des zweiten Anschlags 40 kann dieser beim Hineinschieben der zuvor vollständig
entfernten Schublade in die Schubladenführungen ebenfalls ausweichen und die Schublade
kann wieder in die Gebrauchsstellung gebracht werden. Das Zurückfedern des zweiten
Anschlags wird dabei erleichtert, indem die hintere Seite der Schublade schräg abgewinkelt
ist.
[0031] Die federnde Anordnung des zweiten Anschlags 40 in der jeweiligen Schubladenführung
2 bzw. 3 erfolgt durch eine jeweils einstückig mit dem Körper 12 bzw. 13 ausgebildete
Blattfeder 41. Diese trägt den zweiten Anschlag 40 oder bildet diesen durch ihre Form
aus, wie in den Figuren gezeigt, insbesondere ungefähr in der Mitte der Längserstreckung
der Blattfeder 41. Die Schubladenführung 2 bzw. 3 ist mit der Blattfeder 41 und dem
zweiten Anschlag 40 einstückig aus Kunststoff hergestellt, was eine besonders einfache
und kostengünstige Herstellung ermöglicht, da keine zusätzlichen Teile hergestellt
und montiert werden müssen.
[0032] Während in der vorliegenden Anmeldung bevorzugte Ausführungen der Erfindung beschrieben
sind, ist klar darauf hinzuweisen, dass die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist
und in auch anderer Weise innerhalb des Umfangs der folgenden Ansprüche ausgeführt
werden kann.
1. Schubladenauszug (1), umfassend zwei möbelseitig befestigbare Schubladenführungen
(2, 3) mit jeweils einem länglichen Körper (12, 13) und einer sich in Längsrichtung
des Körpers erstreckenden Führung (22, 23) sowie eine Schublade (4) mit seitlichen
Führungsmitteln (24), welche an die Führungen (22, 23) angepasst sind, so dass die
Schublade (4) in Längsrichtung entlang den Schubladenführungen (2, 3) verschieblich
ist, dadurch gekennzeichnet, dass an der Schublade (4) mindestens ein erster fester Anschlag (42) vorgesehen ist und
in mindestens einer der Schubladenführungen (2, 3) ein zweiter Anschlag (40) vorgesehen
ist und der erste und der zweite Anschlag (42, 40) zusammen eine Auszugsbegrenzung
für die Schublade bilden, wobei der zweite Anschlag (40) einstückig mit dem Körper
(12, 13) der Schubladenführung ausgebildet und federnd nachgiebig angeordnet im Körper
angeordnet ist.
2. Schubladenauszug (1) nach Anspruch 1, wobei der zweite Anschlag (40) an einer einstückig
mit dem Körper (12, 13) gebildeten Blattfeder (41) angeordnet ist oder von der Form
der Blattfeder (41) selber gebildet ist.
3. Schubladenauszug (1), umfassend zwei möbelseitig befestigbare Schubladenführungen
(2, 3) mit jeweils einem länglichen Körper (12, 13) und einer sich in Längsrichtung
des Körpers erstreckenden Führung (22, 23) sowie eine Schublade (4) mit seitlichen
Führungsmitteln (24), welche an die Führungen (22, 23) angepasst sind, so dass die
Schublade (4) in Längsrichtung entlang den Schubladenführungen (2, 3) verschieblich
ist, insbesondere Schubladenauszug nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Schubladenführungen (2, 3) mindestens ein lösbar mit deren Körper
(12, 13) verbundenes Distanzteil (32, 33) aufweist, welches die Dicke des Körpers
erhöht.
4. Schubladenauszug (1) nach Anspruch 3, wobei das Distanzteil (32, 33) herstellerseitig
am Körper (12, 13) koplanar anliegend und die Dicke des Körpers erhöhend vormontiert
ist, und wobei das Distanzteil (32, 33) insbesondere mindestens eine Ausformung (14)
aufweist und insbesondere zwei Ausformungen (14) aufweist, welche bei der die Dicke
des Körpers (12, 13) erhöhenden Anordnung des Distanzteils (32, 33) am Körper mit
Ausnehmungen (15) in einer Formschlussverbindung und/oder einer Reibschlussverbindung
stehen.
5. Schubladenauszug (1) nach Anspruch 3 oder 4, bei welchem das mindestens eine Distanzteil
(32, 33) einstückig mit dem Körper (12, 13) ausgebildet ist.
6. Schubladenauszug (1) nach Anspruch 5, wobei das mindestens eine Distanzteil (32, 33)
mittels eines Filmscharniers (8, 9) schwenkbar an dem Körper angeordnet und durch
Zerstörung des Filmscharniers vom Körper lösbar ist.
7. Schubladenauszug (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 6, wobei ein Distanzteil (32,
33) vorgesehen ist, welches an einer Schmalseite des Körpers (12, 13) angeordnet ist,
oder wobei zwei Distanzteile vorgesehen sind, welche an entgegengesetzten Schmalseiten
des Körpers angeordnet sind.
8. Schubladenauszug nach einem der Ansprüche 3 bis 7, wobei mindestens ein Distanzteil
vorgesehen ist, welches an einer Längsseite des Körpers angeordnet ist, oder wobei
mindestens zwei Distanzteile vorgesehen sind, welche an entgegengesetzten Längsseiten
des Körpers angeordnet sind.
9. Schubladenauszug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Schubladenführungen
(2, 3) einstückig aus Kunststoff gebildet sind und insbesondere auch die Schublade
einstückig aus Kunststoff gebildet ist
10. Möbel (20), insbesondere ein Küchenmöbel, mit einem Schubladenauszug nach einem der
Ansprüche 1 bis 9.
11. Verfahren zur Installation eines Schubladenauszugs nach einem der Ansprüche 3 bis
8 in einem Möbel, wobei bestimmt wird, ob mindestens ein Distanzteil benötigt wird
oder nicht und falls ja, die Schubladenführungen (2, 3) mit dem an diesen herstellerseitig
vormontierten Distanzteil an dem Möbel befestigt werden, und falls nein, das jeweilige
Distanzteil von der Schubladenführung (2, 3) gelöst und entfernt wird und die Schubladenführung
ohne ihr Distanzteil an dem Möbel befestigt wird.