[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Möbel mit einem Möbelkorpus und einer über
mindestens ein oberes und mindestens ein unteres Hebelgestänge schwenkbar zu dem Möbelkorpus
gelagerten Frontblende, wobei der Möbelkorpus zwei Seitenwände und einen die Seitenwände
verbindenden unteren Boden und einen die Seitenwände verbindenden oberen Boden aufweist,
wobei das untere und obere Hebelgestänge jeweils eine Kassette mit mindestens zwei
an der Kassette drehbar gelagerten Hebeln und mindestens einem Adapter zur Fixierung
der Frontblende aufweist, an denen die mindestens zwei Hebel drehbar gelagert sind.
[0002] Die
DE 201 00 532 U offenbart eine Schwenktür für Schranksysteme, bei der ein Schwenkmechanismus eine
Schwenktür von einer Schließstellung in eine Offenstellung bewegen kann, in der die
Schwenktür mit der vollen Breite parallel vor einer benachbarten Tür angeordnet werden
kann. Der Schwenkmechanismus umfasst zwei Lenker, die jeweils drehbar an einem feststehenden
Element und der Schwenktür gelagert sind. Aufgrund der hohen Kräfte der Schwenktür
weisen die Lenker eine vergleichsweise hohe Materialstärke in vertikale Richtung auf
und müssen mit einer stabilen Haltemechanik fixiert werden. Der Bauraum für eine solche
Haltemechanik ist nicht bei allen Möbeln vorhanden.
[0003] Zudem offenbart die
DE 10 2008 010 770 eine Befestigungsvorrichtung für ein schwenkbares Möbelteil, das über ein Viergelenk
und ein Befestigungsstück an einem Möbelkorpus verschwenkbar gelagert ist. Das Befestigungsteil
und die Hebel des Viergelenks benötigen vergleichsweise viel Bauraum.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Möbel zu schaffen, das eine
optimierte Handhabung zum Öffnen und Schließen einer Frontblende sowie eine verbesserte
Raumausnutzung ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einem Möbel mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0006] Die Frontblende des Möbels ist erfindungsgemäß über mindestens ein unteres und mindestens
ein oberes Hebelgestänge verschwenkbar geführt, wobei jedes
[0007] Hebelgestänge eine Kassette mit mindestens zwei an der Kassette drehbar gelagerten
Hebeln und mindestens einen Adapter zur Fixierung der Frontblende aufweist, an dem
die mindestens zwei Hebel drehbar gelagert sind. Dadurch kann die Frontblende mit
einer überlagerten Drehbewegung und translatorischen Bewegung geführt werden. Zudem
ist an dem oberen und/oder unteren Boden eine Aussparung oder Aufnahme ausgebildet,
in die eine Kassette eingefügt ist. Dadurch kann die Kassette in dem Boden aufgenommen
werden, so dass kein zusätzlicher Raumbedarf für das Hebelgestänge an dem Möbelkorpus
entsteht.
[0008] Vorzugsweise ist sowohl in dem unteren Boden als auch in dem oberen Boden eine Aussparung
oder Aufnahme ausgebildet, in die oder an der jeweils eine Kassette eingefügt ist.
Eine Aufnahme ist dabei ein Raum, in dem die Kassette eingefügt ist, wobei der Boden
dann stufenförmig ausgebildet ist. Bei einer Aussparung erstreckt sich der Boden nicht
über die gesamte Tiefe des Möbels, sondern in einem vorderen Bereich ist die Kassette
angeordnet, und erst in einem rückwärtigen Bereich ist der untere oder obere Boden
vorgesehen. Der Boden und die Kassetten können dabei an ihrer Ober- und Unterseite
flächenbündig ausgerichtet sein, so dass für die Hebelgestänge kein zusätzlicher Bauraum
innerhalb des Möbelkorpus erforderlich ist.
[0009] Für eine besonders stabile Bauweise besitzt jede Kassette vorzugsweise eine obere
und eine untere Platte, zwischen denen die mindestens zwei Hebel zumindest teilweise
angeordnet sind. Die Drehachsen für die Hebel können dabei zwischen den Platten angeordnet
sein. Die beiden Platten können dabei über Abstandshalter miteinander verbunden sein,
beispielsweise über U- oder L-förmige Formkörper. Alternativ ist es auch möglich,
die beiden Platten integral durch ein gebogenes Metallblech herzustellen, so dass
der Abstandshalter durch eine Biegekante gebildet ist. Ferner kann zwischen den beiden
Platten zur Stabilisierung eine Wabenplatte oder ein anderes Bauteil als Abstandshalter
vorgesehen sein.
[0010] Um die vertikale Erstreckung der Hebel möglichst gering zu halten, können diese als
Flach- oder Hohlprofil ausgebildet sein. Auch ein offenes Profil als L-förmige, U-förmige,
Z-förmige oder anders förmige Ausgestaltung der Hebel im Querschnitt ist möglich.
Dadurch lassen sich auch hohe Gewichtslasten an der Frontblende aufnehmen.
[0011] In einer weiteren Ausgestaltung sind der untere Boden und die untere Kassette an
ihrer Unterseite flächenbündig angeordnet, wobei eine Abdeckplatte auf dem unteren
Boden und der Oberseite der Kassette fixiert ist. Die Abdeckplatte kann für dekorative
Zwecke ein Furnier oder eine dekorative Beschichtung aufweisen, so dass der Benutzer
nur die durchgängige Abdeckplatte sieht und nicht den Boden und die Oberseite der
Kassette. Auf ähnliche Weise können der obere Boden und die obere Kassette an ihrer
Unterseite auch flächenbündig angeordnet sein, wobei eine Abdeckplatte unter dem oberen
Boden und der oberen Kassette fixiert ist. Dann kann der Innenraum des Möbelkorpus
besonders ansprechend gestaltet sein. Optional kann auch auf der gegenüberliegenden
Seite, also einer Oberseite an dem oberen Boden und der oberen Kassette, sowie einer
Unterseite des unteren Bodens und der unteren Kassette eine Abdeckplatte vorgesehen
werden.
[0012] Die Frontblende ist vorzugsweise von einer eine Öffnung des Möbelkorpus überdeckenden
Schließposition in eine die Öffnung freigebende Öffnungsposition verschwenkbar, wobei
die Frontblende in Öffnungsposition vorzugsweise seitlich neben der Öffnung angeordnet
ist. Verglichen mit der Schließposition ist die Frontblende in der Öffnungsposition
vorzugsweise um einen Winkel kleiner 30° um eine vertikale Achse verschwenkt, so dass
die in der Schließposition zum Innenraum gewandte Innenseite der Frontblende nun zu
einer Außenseite einer benachbarten Frontblende oder einem benachbarten Feld eines
Möbels zugewandt ist. Der Abstand der Frontblende zu einer benachbarten Frontblende,
die sich in der Schließebene des Möbels befindet, kann beispielsweise zwischen 5 cm
bis 50 cm, insbesondere 10 cm bis 30 cm, betragen.
[0013] Vorzugsweise ist das obere Hebelgestänge mit dem unteren Hebelgestänge über mindestens
ein Verbindungselement, z.B. als eine Verbindungsstange ausgebildet, zur Synchronisierung
der Hebelbewegung verbunden. Dadurch werden Kippbewegungen der Frontblende vermieden,
wobei das Verbindungselement beispielsweise im Bereich der Drehachse eines der Hebel
angeordnet ist.
[0014] Um eine vollständige Öffnung zu dem Innenraum des Möbelkorpus zu gewährleisten, können
die Hebel winkelförmig oder gebogen ausgebildet sein.
[0015] In einer weiteren Ausgestaltung ist mindestens ein Dämpfer vorgesehen, mittels dem
eine Schließbewegung der Frontblende gebremst werden kann. Der Dämpfer kann dabei
als Fluiddämpfer oder Gasdruckdämpfer ausgebildet sein, der zwischen der Kassette
und einem der Hebel oder zwischen den Hebeln angeordnet ist, um bei einer Schließbewegung
die Frontblende vor Erreichen der geschlossen Stellung abzubremsen. Zusätzlich oder
alternativ kann auch ein Dämpfer vor Erreichen der maximalen Öffnungsposition vorgesehen
sein, um ein hartes Anschlagen der Frontblende in einer der Endpositionen zu vermeiden.
[0016] Optional kann zudem mindestens ein Kraftspeicher vorgesehen sein, mittels dem die
Frontblende in die Schließposition und/oder die maximale Öffnungsposition vorgespannt
ist. Ein solcher Kraftspeicher kann beispielsweise als Feder ausgebildet sein, die
die Frontblende in einer Schließposition oder der maximalen Öffnungsposition hält.
[0017] Für eine Öffnungs- oder Schließunterstützung kann auch ein Antrieb vorgesehen sein,
beispielswese ein elektrischer oder mechanischer Antrieb. Für eine Öffnung kann beispielsweise
die Frontblende über einen ausfahrbaren Stößel in Öffnungsrichtung bewegt werden.
Optional kann der Antrieb auch eine vollständige Öffnung der Frontblende vornehmen.
Durch manuelles Schalten von Sensoren kann auch eine automatisierte Öffnungs- oder
Schließbewegung durchgeführt werden.
[0018] Der mindestens eine Adapter zur Fixierung der Frontblende an den Hebeln ist vorzugsweise
als durchgängige Leiste ausgebildet, die sich im Wesentlichen über die gesamte Breite
der Frontblende erstreckt. Es können statt einer einzelnen Leiste auch mehrere Leistenabschnitte
oder Formkörper als Adapter vorgesehen sein. Der Einsatz einer einzigen Leiste als
Adapter vereinfacht die Montage, da die Frontblende mit wenigen Befestigungselementen
an der Leiste fixiert werden kann.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die
beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Möbels ohne Frontblende in der
Schließposition;
- Figur 2
- eine Ansicht des Möbels der Figur 1 mit den Hebelgestängen in einer mittleren geöffneten
Position;
- Figur 3
- eine perspektivische Ansicht des Möbels der Figur 1 in einer maximalen Öffnungsposition;
- Figur 4
- eine Detailansicht der oberen Kassette in einer Öffnungsposition;
- Figur 5
- eine perspektivische Explosionsdarstellung der oberen Kassette;
- Figur 6
- eine Explosionsdarstellung der oberen Kassette mit einem Kraftspeicher;
- Figur 7
- eine perspektivische Ansicht einer modifizierten Kassette für ein erfindungsgemäßes
Möbel mit einem Antrieb;
- Figur 8
- eine Detailansicht einer Modifikation am Adapter für die Front und
- Figur 9
- eine perspektivische Explosionsdarstellung eines Dämpfers an dem Adapter.
[0020] Ein Möbel 1 umfasst einen Möbelkorpus 2, der eine Vielzahl von vertikalen Seitenwänden
3 aufweist, die als äußere oder innere Seitenwände 3 angeordnet sein können. Jeweils
zwei Seitenwände 3 sind über einen unteren Boden 4 und einen oberen Boden 5 miteinander
verbunden. Dabei müssen die Böden 4 und 5 nicht die gleiche Erstreckung in Tiefenrichtung
aufweisen wie die Seitenwände 3. Ferner sind die Seitenwände 3 über eine Rückwand
6 miteinander verbunden. Der in Figur 1 dargestellte Möbelkorpus 2 umfasst zwei benachbarte
Innenräume, wobei die Anzahl solcher Innenräume zwischen zwei Seitenwänden 3 beliebig
variiert werden kann. Das Möbel 1 kann beispielsweise als Oberschrank in einer Küche
oder als Schrankmöbel für Wohlzimmer ausgebildet sein.
[0021] Zwischen den Seitenwänden 3 ist benachbart zu dem Boden 5 ein oberes Hebelgestänge
10 vorgesehen, und benachbart zu dem unteren Boden 4 ist ein unteres Hebelgestänge
20 vorgesehen. Die Böden 4 und 5 erstrecken sich nur in einem rückwärtigen Bereich
des Möbelkorpus benachbart zu der Rückwand 6 zwischen den beiden Seitenwänden 3, wobei
die Böden 4 und 5 plattenförmig ausgebildet sind. Dadurch entsteht zwischen den Seitenwänden
3 im vorderen Bereich benachbart zu den Böden 4 und 5 jeweils eine Aussparung, in
die eine obere Kassette 11 oder eine untere Kassette 21 einfügbar ist. Die Kassette
11 kann dabei die gleiche Dicke besitzen wie der plattenförmige Boden 5, und die Kassette
20 kann die gleiche Dicke besitzen wie der plattenförmige Boden 4. Die Böden 4 und
5 bestehen vorzugsweise aus einem Holzwerkstoff, insbesondere einer gepressten Spanplatte.
[0022] Um eine Frontblende an dem oberen und unteren Hebelgestänge 10 bzw. 20 festzulegen,
ist an dem oberen Hebelgestänge 10 ein oberer Adapter 12 in Form einer Leiste und
an dem unteren Hebelgestänge 20 ein unterer Adapter 22 in Form einer Leiste vorgesehen.
Die Adapter 12 und 22 erstrecken sich nahezu über die gesamte Breite zwischen den
beiden Seitenwänden 3 und somit im Wesentlichen über die Breite der nicht dargestellten
Frontblende, die an den Adaptern 12 und 22 in Form einer Platte fixiert ist.
[0023] In Figur 2 ist das Möbel 1 mit den Hebelgestängen 10 und 20 in einer Öffnungsposition
dargestellt. An dem oberen Hebelgestänge 10 sind zwei Hebel 13 und 14 vorgesehen.
Der Hebel 13 ist an einer Achse 15 an der Kassette 11 drehbar gelagert und am gegenüberliegenden
Ende um eine Achse 16 drehbar mit dem Adapter 12 verbunden. Der Hebel 14 ist um eine
Achse 17 an der Kassette 11 drehbar gelagert und an einer Achse 18 drehbar mit dem
Adapter 12 verbunden. Die Achsen 16 und 18 an dem Adapter 12 sind dabei bezogen auf
eine vertikale Mittelebene des Adapters 12 nur auf einer Seite dieser Ebene angeordnet.
Ferner sind die Hebel 13 und 14 winkelförmig ausgebildet, um die Frontblende möglichst
weit vor ein benachbartes Feld verschwenken zu können.
[0024] Die maximale Öffnungsposition ist in Figur 3 dargestellt. Die an den Adaptern 12
und 22 gehaltene nicht dargestellte Frontblende überdeckt nun ein benachbartes Feld
an dem Möbelkorpus 2, während der vormals verschlossene Innenraum des Möbelkorpus
2 nun zugänglich ist. Der Abstand der Frontblende in der maximalen Öffnungsposition
von der Ebene der Schließposition kann in einem Bereich zwischen 5 cm bis 50 cm, insbesondere
10 cm bis 30 cm, liegen, um einen gewissen Abstand aufgrund der Griffelemente an einer
benachbarten Frontblende vorzusehen.
[0025] Die beiden Hebelgestänge 10 und 20 sind über ein Verbindungselement 30 miteinander
verbunden, um die Hebelbewegungen miteinander zu synchronisieren. Das Verbindungselement
30 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Verbindungsstange an der Achse 16 des Hebels
13 angeordnet und wirkt auf eine entsprechende Achse des unteren Hebels 23. Dadurch
sind die Hebel 13 und 23 in ihrer Drehbewegung und somit die Hebelgestänge 10 und
20 miteinander synchronisiert.
[0026] Das obere Hebelgestänge 10 und das untere Hebelgestänge 20 sind zumindest hinsichtlich
der Achsen für die Hebel 13 und 23 sowie 14 und 24 baugleich ausgebildet. Dies gewährleistet
eine gleichmäßige Führung der Frontblende durch die Adapter 12 und 22.
[0027] In Figur 4 ist das obere Hebelgestänge 10 gezeigt, das an der Kassette 11 die Achsen
15 und 17 aufweist. Die Achsen 15 und 17 sind dabei bezogen auf eine vertikale mittlere
Ebene auf einer Seite, nämlich der rechten Seite in Figur 4, angeordnet. Somit befinden
sich in einer Schließposition die Achsen 15 und 17 der Hebel 13 und 14 auf einer rechten
Seite, während die Achsen 16 und 18 an dem Adapter 12 in der Schließposition auf der
linken Seite der Kassette 11 angeordnet sind.
[0028] In Figur 4 ist ferner ein Sicherungselement 31, hier beispielhaft in Form eines Sicherungsstifts,
gezeigt, das an dem Adapter 12 oder einem der Hebel 13 oder 14 vorgesehen sein kann,
um das Hebelgestänge 10 in einer Transportposition oder Montageposition zu sichern.
Durch Entfernen oder Wegbewegen des Sicherungselements 31 kann das Hebelgestänge 10
wieder entriegelt werden. Denkbar sind hier auch andere Formen von Sperrelementen,
die in das Hebelgestänge eingeschwenkt oder eingerückt werden können.
[0029] In Figur 5 ist das Hebelgestänge 10 in einer Explosionsdarstellung gezeigt. Das Hebelgestänge
10 umfasst eine obere Platte 11A und eine untere Platte 11B, die beabstandet voneinander
montiert sind, wobei in einem Zwischenraum ein Abstandshalter 19 vorgesehen ist. Der
Abstandshalter 19 ist als U-förmiger Formkörper ausgebildet, der einen unterbrochenen
Rahmen an der Kassette 11 bildet. In dem Zwischenraum zwischen den Platten 11A und
11B sind die Hebel 13 und 14 zumindest teilweise angeordnet, wobei die Hebel 13 und
14 als Flach- oder Hohlprofil ausgebildet sind. Die Achsen 15 und 17 sind dabei zwischen
den beiden Platten 11A und 11B festgelegt. An der oberen Platte 11A ist ferner eine
Aussparung 43 für einen Dämpfer oder einen Kraftspeicher vorgesehen. In dem dargestellten
Ausführungsbeispiel ist ein Dämpfer 40 vorgesehen, der an dem Hebel 14 angeordnet
ist, wobei ein Ende des Dämpfers 40 an dem Halter 41 mit dem Hebel 14 verbunden ist.
Das Gegenüberliegende Ende des Dämpfers 40 ist mit einem Lager 42 versehen, das in
der Lagerstelle 44 in den Platten 11A und 11B festgelegt ist. Dadurch kann der Dämpfer
40 kurz vor Erreichen der Schließposition oder der maximalen Öffnungsposition das
Hebelgestänge abbremsen. Der Dämpfer 40 kann als Gasdämpfer oder Fluiddämpfer ausgebildet
sein. Zudem kann der Dämpfer 40 auch an dem anderen Hebel 13 oder zwischen den beiden
Hebeln 13 und 14 vorgesehen werden.
[0030] In Fig. 8 ist zusätzlich in dem U-förmig ausgebildeten Adapter 12 ein Dämpfer 50
angeordnet, der kurz vor Erreichen einer Schließposition wirksam wird. Hierfür weist
der Dämpfer 50 einen verschiebbaren Stößel auf, der an einem Führungselement 51 gehalten
ist. Das Führungselement 51 ist in dem Adapter 12 festgelegt und weist eine Aufnahme
53 auf, in die der Dämpfer 50 mit einer Kolbenstange 52 eingefügt ist, wie dies in
Fig. 9 zu sehen ist. Bei einer Schenkbewegung drückt kurz vor Erreichen der Schließposition
der Hebel 14 gegen den Dämpfer 50 und drückt diesen in das Führungselement 51 hinein.
[0031] Ist jedoch auch denkbar, hier nicht dargestellt, den Dämpfer 50 oder einen weiteren
Dämpfer 50 auf der gegenüberliegenden Seite des Hebels 14 anzuordnen, um so eine Wirkung
am Ende der Öffnungsbewegung der Tür zu erreichen.
[0032] Statt einem linearen Dämpfer 40 kann auch ein Rotationsdämpfer zum Abbremsen der
Hebelgestänge 10 oder 20 eingesetzt werden.
[0033] Zusätzlich kann, wie in Figur 6 dargestellt ein Kraftspeicher 40' in Form einer Feder
in der Kassette 11 angeordnet sein. Über den Kraftspeicher 40' kann die Frontblende
in einer Schließposition und/oder einer maximalen Öffnungsposition gehalten oder geführt
werden.
[0034] Ferner können die Hebelgestänge 10 und 20 mit weiteren Beschlägen kombiniert werden.
Beispielsweise kann ein Push-to-open-Beschlag vorgesehen werden, so dass durch Eindrücken
des Push-to-open-Beschlages die Frontblende von einer Schließposition in eine Öffnungsposition
vor den Möbelkorpus 2 verschwenkt wird.
[0035] In Figur 7 ist eine modifizierte Ausführungsform einer Kassette 11' gezeigt, die
ein obere Platte 11A' und eine untere Platte 11B' aufweist, die integral miteinander
ausgebildet sind. Die Kassette 11' ist daher aus einem gebogenen Metallblech hergestellt,
bei dem die beiden Platten 11A' und 11B' über eine Kante 19' miteinander verbunden
sind, die als Abstandshalter wirkt. Im Übrigen sind die Hebel 13 und 14 wie bei dem
vorangegangenen Ausführungsbeispiel zwischen den Platten 11A' und 11B' an den Achsen
15 und 17 gehalten. Der Adapter 12 ist wie bei dem vorangegangenen Ausführungsbeispiel
ausgebildet, jedoch ist in Fig. 7 der Dämpfer durch einen Antrieb, hier Linearantrieb,
40" ersetzt worden, der eine vollständig angetriebene Öffnung- und Schließbewegung
ausführt oder einen manuellen Bewegungsvorgang unterstützen kann. Beim Antrieb 40"
wäre es durch den Einsatz eines Servomotors möglich, je nach Richtung einer manuell
eingeleiteten Bewegung, diese motorisch zu unterstützen.
[0036] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel umfasst jedes Hebelgestänge 10 und 20 zwei
Hebel mit jeweils zwei Achsen. Es ist auch möglich, die Hebel mit weiteren Hebeln
oder Beschlagsteilen zu verbinden.
[0037] Für eine optisch ansprechende Ausgestaltung kann eine Abdeckplatte an dem Innenraum
des Möbelkorpus 2 auf den Boden 4 und die Kassette 21 fixiert werden. Auf ähnliche
Weise kann an der Unterseite des oberen Bodens 5 und der Unterseite der Kassette 11
eine Abdeckplatte fixiert werden. Auch an den jeweils gegenüberliegenden Seiten können
Abdeckplatten vorgesehen werden, so dass die Unterteilung im Bereich des Bodens 4
durch die Kassette 21 und des Bodens 5 durch die Kassette 11 von außen nicht sichtbar
ist.
[0038] Zudem kann eine Verstelleinrichtung vorgesehen sein, um die Frontblende an den Adaptern
12 und 22 relativ zu dem Möbelkorpus 2 verstellen zu können, so dass in einer Schließposition
ein gleichmäßiges Fugenbild gewährleistet wird. Eine solche Verstelleinrichtung kann
beispielsweise die Kassetten 11 und 21 in horizontale und/oder vertikale Richtung
verstellen. Alternativ kann eine entsprechende Verstelleinrichtung an den Adapter
12 und 22 vorgesehen sein.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Möbel
- 2
- Möbelkorpus
- 3
- Seitenwand
- 4
- Boden
- 5
- Boden
- 6
- Rückwand
- 10
- Hebelgestänge
- 11, 11'
- Kassette
- 11A, 11B'
- Platte
- 11B, 11B'
- Platte
- 12
- Adapter
- 13
- Hebel
- 14
- Hebel
- 15
- Achse
- 16
- Achse
- 17
- Achse
- 18
- Achse
- 19
- Abstandshalter
- 19'
- Kante
- 20
- Hebelgestänge
- 21
- Kassette
- 22
- Adapter
- 23
- Hebel
- 24
- Hebel
- 30
- Verbindungselement
- 31
- Sicherungselement
- 40
- Dämpfer
- 40'
- Kraftspeicher
- 40"
- Linearantrieb
- 41
- Halter
- 42
- Lager
- 43
- Aussparung
- 44
- Lagerstelle
- 50
- Dämpfer
- 51
- Führungselement
- 52
- Kolbenstange
- 53
- Aufnahme
1. Möbel (1) mit einem Möbelkorpus (2) und einer über mindestens ein oberes und mindestens
ein unteres Hebelgestänge (10, 20) schwenkbar zu dem Möbelkorpus (2) gelagerten Frontblende,
wobei der Möbelkorpus (2) zwei Seitenwände (3) und einen die Seitenwände verbindenden
unteren Boden (4) und einen die Seitenwände (3) verbindenden oberen Boden (5) aufweist,
wobei das untere und obere Hebelgestänge (10, 20) jeweils eine Kassette (11, 21) mit
mindestens zwei an der Kassette (11, 21) drehbar gelagerten Hebeln (13, 14, 23, 24)
und mindestens einem Adapter (12, 22) zur Fixierung der Frontblende aufweist, an denen
die mindestens beiden Hebel (13, 14, 23, 24) drehbar gelagert sind, dadurch gekennzeichnet, dass an dem oberen und/oder unteren Boden (4, 5) eine Aussparung oder Aufnahme ausgebildet
ist, in die oder an der eine Kassette (11, 21) eingefügt ist.
2. Möbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Frontblende von einer eine Öffnung des Möbelkorpus (2) überdeckenden Schließposition
in eine die Öffnung freigebende Öffnungsposition verschwenkbar ist, wobei die Frontblende
in der Öffnungsposition seitlich neben der Öffnung angeordnet ist und um einen Winkel
< 30° verschwenkt ist.
3. Möbel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jede Kassette (11, 21) eine obere und eine untere Platte (11A, 11B) aufweist, zwischen
denen die beiden Hebel (13, 14, 23, 24) zumindest teilweise angeordnet sind.
4. Möbel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Platten (11A, 11B) über einen Abstandshalter (19) miteinander verbunden
sind.
5. Möbel nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Platten (11A', 11B') integral durch ein gebogenes Metallblech ausgebildet
sind.
6. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hebel (13, 14, 23, 24) aus Flach- oder Hohlprofil ausgebildet sind.
7. Möbel nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Hebel (13, 14, 23, 24) als offenes Profil im Querschnitt L-förmig, U-förmig oder
Zförmig ausgebildet sind.
8. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Boden (4) und die untere Kassette (21) an ihrer Oberseite flächenbündig
angeordnet sind und eine Abdeckplatte auf dem Boden (4) und der Unterseite der Kassette
(21) fixiert ist.
9. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der obere Boden (5) und die obere Kassette (11) an ihrer Unterseite flächenbündig
angeordnet sind und eine Abdeckplatte unter dem oberen Boden (5) und der oberen Kassette
(11) fixiert ist.
10. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das obere Hebelgestänge mit dem unteren Hebelgestänge (20) über mindestens ein Verbindungselement
(30) zur Synchronisierung der Hebelbewegungen verbunden ist.
11. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hebel (13, 14, 23, 24) winkelförmig oder gebogen ausgebildet sind.
12. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Dämpfer (40, 50) vorgesehen ist, mittels dem eine Schließbewegung
der Frontblende und/oder die Öffnungsbewegung vor Erreichen der Endposition abgebremst
werden kann.
13. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Kraftspeicher vorgesehen ist, mittels dem die Frontblende in die Schließposition
und/oder die maximale Öffnungsposition vorgespannt ist.
14. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Antrieb (40') vorgesehen ist, mittels dem eine Öffnungs- und oder
Schließbewegung der Frontblende ausgeführt oder unterstützt werden kann.
15. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Sicherungselement (31) an dem Adapter (12) oder einem der Hebel (13,
14) vorgesehen ist, um das Hebelgestänge (10, 20) in einer Transportposition oder
Montageposition gegen eine Bewegung zu sichern.
16. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Adapter (12, 22) als Leiste ausgebildet ist, an der die Frontblende
gehalten ist.